spider53 hat geschrieben:Man sollte Batterien vernünftig warten, aber keinen Glaubenskrieg daraus machen. Wenn es mit einer Strategie besonders gut geklappt hat, kann das auch purer Zufall sein.
stimmt ........ fast
mir ist die "nasse Elektrotechnik" einfach suspekt, besonders wenn man miterleben durfte wie kontrovers Spezialisten das Handling von Batterien oder die Langzeitlagerung von Elektrolytkondensatoren diskutieren....5 Experten sind hier mindestens 6 Meinungen
richtig ist daß Batterien Pflege brauchen, dazu gehört temperaturkompensiertes Laden, tatsächlich sterben viele Starterbatterien den Hitzetod weil sie im Sommer mit zu hoher Spannung geladen werden
richtig ist daß Batterietyp - Anwendungsfall - Ladetechnik aufeinander abgestimmt sein müssen. So beträgt die Lebensdauer von Batterien im Kraftwerksbereich mehr als 15 Jahre, obwohl sie laufend geladen und selten benutzt werden (sog. Parallelbereitschaftsbetrieb). Mit offenen Blei-Säure-Batterien funktioniert das prächtig, von AGM oder Gel kenne ich in dieser Sparte keinen Anwendungsfall
Zufall ist wenns trotzdem klappt, mangelnde Erfahrung wenns in die Hose geht:
lange Zeit gehörte die EdF in Frankreich (der einzige Stromproduzent dort) zu meinem Kundenkreis, und der hatte in seinen Kraftwerken Probleme mit der Lebensdauer seiner Bleibatterien (wegen mangelnder Wartung)
da hat sich dort ein findiger Kopf daran erinnert daß NI-Cd ja wartungsfrei wäre, hat seine Co-spezialisten davon überzeugt und schwupps wurde die nächste Batterieanlage als Ni-Cd spezifiziert. Es hat uns damals rund ein Jahr Entwicklung gekostet diese Forderung zu realisieren (Ni-Cds haben einen wesentlich größeren Spannungshub als Blei)
was passierte: die Batterie hielt nur knapp 2 Jahre, trotz sorgfältiger Wartung durch unsere Leute, weils noch in der vertraglichen Erprobung war. Also Austausch, war ja nicht billig, 2500 Ah bei 24 V haben in der Industrie ihren Preis.
Nach einem weiteren Jahr: die 2. neue Batterie war wieder hinüber
jetzt stand Varta's Reputation auf dem Spiel, und nach einem halben Jahr Forschung kam das Resultat daß Ni-Cds nicht für stationären Betrieb geeigent sind, weil Dendriten zwischen den Platten wachsen und Kurzschlüsse bilden. Beim Gabelstapler oder Flugzeug fällts nicht auf, weil diese Dendriten durch laufendes Schütteln im Betrieb runterfallen......
Es war bis dato halt noch niemend auf die Idee gekommen NI-Cds stationär zu benutzen, ganz einfach weil sie ein Mehrfaches kosten und der Gewichtsvorteil stationär keine Rolle spielt....
soviel zu Batterien, was bei Müller funktioniert, kann bei Schulze daneben gehen, und bei Huber gehts trotzdem weil er keinen 4 kW Wechselrichter hat
grüße klaus