Stormy am 30 Mai 2012 14:48:04 Hallo an alle, die noch einen SatFinder suchen.
Ich habe eine BAS60 von Kathrein mit zugehörendem Shapeg- (Kathrein-) Gelenkmast. Nach vergeblichen Versuchen mit einem Billig-Satfinder, viel Flucherei und einem schmerzenden lahmen Arm begab ich mich auf die Suche nach etwas Vernünftigem. Die Hardware-Versionen, die (angeblich) funktionierten, waren mir einfach zu teuer. Zufälligerweise traf ich auf ein kleines Programm, das sich bezeichnenderweise SatFinder nennt.
Link: --> Link
Ich finde es absolut genial und, wenn ich mich recht entsinne, kostet die Registrierung gerade mal 5€, wobei man es erst einmal kostenlos testen kann. Eine frei herunterladbare Messskala für den Shapeg-Mast befestigt man im Innenraum am Mast. Vorher muss man noch die Antenne so drehen, dass die Nullrichtung mit der Fahrzeugrichtung übereinstimmt. Je genauer man dies macht (ggf. ist hier eine Markierung am Mast vorhanden, wie bei mir), desto einfacher ist das Auffinden der Satelliten.
Benötigt wird ein x-beliebiger Kompass zum Ermitteln der Fahrzeugrichtung, sowie ein Laptop/Netbook mit Windows. Man ruft das Programm auf, gibt den gewünschten Satellit (Pulldown-Menü), die momentanen Koordinaten (oder einen in der Nähe befindlichen Ort) und die momentane Fahrzeugrichtung ein. Schon zeigt einem das Programm, auf welchen Messskala-Wert die Antenne (Azimut) zu drehen ist und wieviel Kurbelumdrehungen für die Neigung der Antenne (Elevation) nötig sind (bei mir muss ich den letzten Wert um +0,3 korrigieren). Im Programm sind zur Auswahl alle aktuellen Satelliten und ca. 880 Orte enthalten. Beides lässt sich nachträglich editieren bzw. neue Daten hinzufügen. Wenn man die Fahrtrichtung genau bestimmt, wobei man sich am besten mit dem Kompass ein paar Schritte vom Fahrzeug entfernt, um die Beeinflussung durch Metallteile auszuschließen und die momentanen Koordinaten mit einer Dezimalstelle bei der Gradzahl eingibt, braucht man die Antenne nur noch entsprechend zu drehen/kippen um quasi zu 100% ausgerichtet zu sein. Der bei GOSATEASY verwendete Kompass, der ja im Fahrzeuginnern angebracht ist, ist mir persönlich suspekt, da ich noch keinen Kompass gefunden habe, der nicht durch Motor/Kochtöpfe etc. beeinflusst wird und mehr oder weniger im Fahrzeuginnern von der tatsächlichen Richtung abweicht (wurde ja auch mehrfach beanstandet). Auf der oben genannten Webseite ist alles super beschrieben (auch mit Hintergrundwissen).
Ich habe weder etwas mit dem Autor des Programms zu tun noch ziehe ich einen Nutzen daraus, wenn ich hier darüber schreibe. Ich bin nur restlos begeistert und wollte Euch diese einfache, preiswerte und vor allen Dingen bestens funtionierende Lösung nicht vorenthalten.
Liebe an alle Wohnmobilisten
Stormy
OttoWalke am 30 Mai 2012 15:29:06 Sorry, bin immer wieder erstaunt wie man das Ausrichten so einer Antenne kompliziert machen kann.
Auch hier wieder, man braucht Kompass und den Standort.
Zum Shapeg Mast bekommt man doch die Tabelle dazu wieviel Umdrehungen man bei seinem aktuellen Standort braucht. Und ein Kompass zur Bestimmung wo ungefähr Süden ist wird auch bei allen "Wunderanwendungen" gebraucht. Und die Schraube unten am Mast (Griff) ist genau 180° von der Schüsselrichtung angebracht, also auch kein Problem diese Makierung genau gegenüber von 19,2° ost laut Kompass zu drehen.
Wo ist da noch was zu verbessern ?
Wenn man darauf achtet das das Womo wirklich wagerecht steht (sprich Antennenmast senkrecht) ist das mit der Masttabelle super einfach.
Hier werden meiner Meinung nach die meisten Fehler begangen, die ein Suchen dann zum reinen Glückspiel ausarten lassen, oder gar in Verzweiflung enden lässt.
Kann ein Schiefstehen nicht vermieden werden, muß das mit den Kurbelumdrehungen in Südrichtung kompensiert werden.
Und man muß halt beachten beim digi. Signal langsam zu drehen, außer man hat einen zusätzlichen Sat Finder eingeschleift, der ist halt deutlich flinker im Anzeigen des Signals als der Balken im Receiver.
Egal mit welchem "Hilfsmittel" man sich die Suche vereinfachen will, wer die Grundvoraussetzungen (Womo wagerecht) missachtet, kommt mit keinem dieser Wunderfinder auch nur einen Deut schneller oder einfacher ans Ziel.
Schon garnicht wenn erst das Läppi hochfahren muß. :kuller:
Es hilft nur Üben und oder es sich mal von einem "Kundigen" richtig vor Ort zeigen (einweisen) lassen.
Ein Kompass der diesen Namen auch verdient ist auch nicht schlecht,
wobei auch nicht ausgebildete Pfadfinder Süden in etwa auch ohne so ein Teil rausbekommen. :D
andwein am 31 Mai 2012 11:45:23 OttoWalke hat geschrieben:Sorry, bin immer wieder erstaunt wie man das Ausrichten so einer Antenne kompliziert machen kann. Auch hier wieder, man braucht Kompass und den Standort. wobei auch nicht ausgebildete Pfadfinder Süden in etwa auch ohne so ein Teil rausbekommen. :D
Sehe ich genauso. Ich mach den Kompass mit der Arbanduhr. Aber klar, wenn man eine digitale hat geht das auch nicht. Ja,ja, die modernen Zeiten. Smartphone, Kompass-Apps, Sat-finder Apps und mitten in Korsika ist Chaos weil kein Netz da ist.
Grins und nicht ganz so ernst, Andreas
Stormy am 01 Jun 2012 12:28:36 @OttoWalke
Es ist sicher toll, wenn man so ein Genie ist, der in jeder Lage, alleine mitten in der Pampa stehend, nur mit einem Kompass bewaffnet, seine Sat-Antenne auf Anhieb so exact ausrichten kann, dass es den Ansprüchen des digitalen Empfangs genügt und dabei keinen lahmen und schmerzenden Arm bekommt - Gratulation.
Ich bin jedenfalls nicht so genial und meinen Beobachtungen auf Stellplätzen zufolge bin ich damit wohl nicht alleine. Nicht jeder hat eine automatisch sich ausrichtende Anlage und auch die sucht oft mehrere Minuten. Die billigen Hardware-Lösungen funktionieren nie (eigene Erfahrungen und mannigfach hier im Forum nachzulesen) und für die (vielleicht) funktionierenden teuren Hardware-Finder mag nicht jeder das Geld ausgeben. Nicht umsonst gibt es zu dem Thema hier so viele Beiträge.
Ich bin jedenfalls von diesem kleinen, aber genialen Programm mehr als begeistert. Habe es gerade im Allgäu unter nicht optimalen Empfangsverhältnissen noch einmal genutzt. Den Mast ausgefahren, so genau wie möglich auf den ermittelten Wert gedreht und die Elevation mit den angegebenen Kurbelumdrehungen eingestellt. Ergebnis: 100%ige Ausrichtung - ein versuchsweises Verstellen in horizontaler und vertikaler Richtung brachte nur schlechtere Ergebnisse.
Zeitaufwand: Laptop hochfahren, währenddessen mit Kompass die Fahrzeugrichtung ermitteln - max. 2 Minuten.
Programm starten, Koordinaten oder nahen Ort aus der enthaltenen Datenbank und Fahrzeugrichtung eingeben - max 1Minute.
Mast ausfahren, dabei auf die angegebene Gradzahl an der Messskala einstellen und den Mast feststellen. Die vertikale Richtung mittels der angegebenen Kurbelumdrehungen einstellen - max. 2Minuten. Also komplett max. 5Minuten von Null bis maximalem Empfang.
Wenn ich dagegen meine bisherigen Versuche und auch die der beobachteten Anderen ansehe, wobei es teilweise eine viertel bis halbe Stunde dauerte, der Frust und der inzwischen schmerzende Arm dabei manchmal mehrere Zigarettenpausen erforderlich machte, dann sehe ich hierin nur ein absolutes Plus. Aber natürlich jeder so, wie er mag. Dieses Programm ist sicherlich nicht die alleinige Lösung, aber vielleicht hift's dem Einen oder Andern und vielleicht ist er dann genau so begeistert wie ich. Nur aus dem Grund habe ich diesen Beitrag geschrieben.
an Alle, die sich darüber freuen, wenn hier jemand über seine persönlichen positiven Erfahrungen berichtet.
Stormy
batchman99 am 01 Jun 2012 12:39:54 andwein hat geschrieben: Ja,ja, die modernen Zeiten. Smartphone....
Für Android gibts den kostenlosen "Satfinder" (Grzegorcyk) oder "Satellite AR" (Analytical Graphics)
Beide messen die Position per GPS und eingebautem Kompass und zeigen auf dem Livebild der Kamera, wo jetzt eigentlich Astra (oder andere Trabanten) am Himmel hängen müßten, was dann etwa so aussieht: --> Link
Für Eifon gibts sicherlich was vergleichbares.
Nebenbei sieht man gleich, ob ein Hinderniss in der Empfangsrichtung wäre.
Ganz ohne Datenverbindung ;-)
Das ist zwar keine exakte Ausrichthilfe, aber schon einen guten Anhaltspunkt
OttoWalke am 01 Jun 2012 14:52:44 Hallo Stormy
könnte es sein das Du meinen Beitrag völlig falsch verstanden hast???
Ich habe mich auch 7Jahre mit der BAS 60 und Shapeg Mast "abgearbeitet". :)
Wenn Dir das Programm hilft ist das doch gut, nur die richtigen Probleme die bei dem Teil nun mal bestehen löst das leider auch nicht.
Was mich jetzt bei Deinem neuen Beitrag fasziniert, wie Du es schaffst die Einstellungen millimetergenau auf den Mast zu übertragen.
Was für einen Kompass benutzt Du der so genau ist und so eine hohe ablesbare Auflösung hat? immerhin 1/10°. :? hätte ich dann auch gerne einen gehabt. :D
Und wie berechnet das Programm ein nicht 100% ausgerichtetes Fahrzeug ?
Bei meiner BAS60 entschieden schon etwa 2mm am Mastumfang über Empfang oder eben nicht, und bei der Kurbel etwa ne 1/4 Umdrehung.
Ja auch ich habe es manchmal sogar nur mit pi mal Daumen Richtung und Hochkurbeln auf Anhieb hinbekommen, da schlägst Du jede automatische um Längen, aber das ist meiner Meinung nach eher Zufall. ;)
Wenn Du mein obiges Posting richtig ließt, wirst Du feststellen, dass ich eigentlich nur die häufigsten Fehlerquellen beim Ausrichten von nicht auto, Antennen benenne, und die behebt kein Programm oder sonst eine Hilfe, auch kein noch so guter Kompass.
Ich bin im Alten sogar mal bei fast 40° in der Kiste, als ich mich nach bestimmt 30min verzweifelten Suchens (Formel1 stand an) leicht im Schrank mit dem Allerwertesten abstützen wollte, Schweiß floss in Strömen und in dieser verkrampften Stellung wurden langsam die Glieder lahm, in diesem eingebrochen. :oops:
Wäre die Holde da nicht beim rausholen behilflich gewesen, hätte ich wohl den gesamten Schrank zerlegt. :D
Also ich habe bestimmt reichlich "Leiden" mit der BAS60 durchgemacht, und auch einige dieser auch hier angepriesenen Helferlein getestet, keines dieser kompentsiert aber nun mal die echten Schwächen und Fallstricke dieses Systems, die muß man trotzdem immer selber beachten. :D
Schau mal hier --> Link das alleine vereinfacht die Handsuche für Sat. schon deutlich, war ich damals schon neidisch drauf.
Aber gegen schräg stehen hilft selbst das nicht.
OW
toka am 01 Jun 2012 21:43:48 ich habe eine mit Easy Find System, rot kein Sat, gelb in der nähe und bei grün hat man ihn, genial einfach.
Stormy am 02 Jun 2012 11:30:02 @OttoWalke
wärst Du mal dem Link in meinem ersten Beitrag gefolgt, hätten sich Deine Fragen erübrigt. Herr Löblein, der Autor von SatFinder, hat dort alles haarklein erklärt. Dort kann man auch eine PDF frei herunterladen, die eine Messskala enthält. Diese passt (natürlich ausgedruckt und ausgeschnitten) genau um den Mast (Umfang = 108.5 mm) und ist in 10° Schritten eingeteilt, d. h. pro 10er-Schritt ca. 3mm. Beim Anbringen der Messskala am Mastfuss im Fahrzeuginnern (bei mir im Kleiderschrank) muss man einmalig darauf achten, dass die Ausrichtung der Antenne mit der Fahrzeugrichtung übereinstimmt, wobei es egal ist, in welcher Kompassrichtung das Fahrzeug steht. Wie Du schon geschrieben hast, gibt einem die Schraube am Drehgriff des Mastes einen Anhaltspunkt, sie zeigt bei Ausrichtung der Antenne mit der Fahrzeugrichtung genau zum Heck des Fahrzeugs, also 180° realtiv zur Fahrzeugrichtung. Bei mir ist bei 180° auf dem Metallteil des Mastes noch ein von oben nach unten laufender Strich von ca. 2mm Breite und auf dem unteren Klemmteil ein dreieckiger Pfeil mit der Spitze nach unten. Die Skala klebt man nun so um den Mast, dass die 0° genau in Fahrzeugrichtung zeigt. Ich hab's mit 'nem breiten Tesa-Streifen direkt oberhalb des Drehgriffs geklebt. Mit dem Kompass ermittele ich nun die momentane Fahrzeugrichtung, in dem ich aus 5m bis 10m Entfernung von hinten am Fahrzeug entlang peile (vorher die Kompassskala mit der Nadel übereinstimmend auf Nord einstellen). Peilt man von vorne, müssen natürlich 180° dazu gerechnet werden.
Nun wähle ich im Programm den gewünschten Satellit (steht in der Grundstellung auf Astra 1), wähle meinen Standort aus einem in der Datenbank enthaltenen Ort oder gebe die Koordinaten ein (z. B. aus Navi) und die ermittelte momentane Fahrzeugrichtung. Dann zeigt mir das Programm die Gradzahl für die horizontale Richtung bzw. den Wert für die Skala an und die Anzahl der Kurbelumdrehungen auf eine Stelle hinterm Komma. Ich schiebe nun den Mast hoch, drehe ihn so, dass die Spitze des Dreiecks auf die gewünschte Gradzahl der Skala zeigt. Das geht auf +-2° genau. Dann stelle ich den Mast fest (Klemmschraube und oberer Ring). Nun kippe ich noch die Antennenelevation, indem ich die angegebenen Kurbelumdrehungen durchführe, hierbei beginne ich zu zählen, wenn der erste Widerstand spürbar ist, also nach dem Spiel - fertig. Ob ich nun ein Bild habe oder nicht, hängt dann nur noch davon ab, wie genau ich die Skala vorher angebracht habe, wie genau ich die Fahrzeugrichtung ermittelt habe, ob ich die Koordinaten einigermaßen richtig eingegeben habe und natürlich ob die Empfangsverhältnisse einen Satellitenempfang überhaupt zulassen. Einfacher, preiswerter und vor allen Dingen müheloser geht es meiner Meinung nach nicht, sofern man über ein Laptop o.ä. mit Windows und einen relativ genauen Kompass verfügt. Wie schon geschrieben, ist alles wesentlich besser und detaillierter auf der Webseite von Herrn Löblein beschrieben, als ich es hier vermag (Link im ersten Beitrag). Das winzige Programm lässt sich erst einmal für 10 Versuche frei und ohne Abstriche testen und läuft unter allen Windows-Versionen (ja, auch Vista/Win7 32/64bit).
Stormy
P.S. Das Fahrzeug sollte natürlich einigermaßen waagerecht stehen, sonst muss man die Elevation (Kurbelumdrehungen) entsprechend korrigieren (Beim Shapeg-Mast entspricht eine Umdrehung 12°). Das macht keine Mühe, selbst wenn man das einfach nur durch Probieren herausfinden möchte. Aber die schweißtreibende und anstrengende Einstellung der horizontalen Richtung, indem man die Feststellung des Mastes löst, diesen in winzigen Schritten gaaaanz langsam dreht und dabei Mast und Antenne gleichzeitig nach oben drückt, wobei man ggf. noch mehrfach die Elevation ändern muss und schließlich wie OttoWalke entkräftet in den Schrank fällt, das bleibt einem auf jeden Fall erspart.
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