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Hallo Großbritannienfreunde,
seit einer Woche sind wir zurück von einer Reise, die wir lange angestrebt haben und leider ist sie nun vorbei.
Wir, das sind mein Mann Paul und ich mit unserem 18 Jahre alten Peugeot Boxer, selber ausgebaut für unssere Bedürfnisse und für eher südliche Länder (kein Bad, aber eine kalte Dusche für nach draußen!).
Aber Schottland lockte schon lange und die Reiseführer häuften sich (praktische Geburtstagsgeschenke für die, die schon sonst alles haben!). Mitgenommen haben wir dann
Müller: "Schottland" und "Südengland", Lonely Planet: "Schottland", Baedecker: "Großbritannien", Bruckmannverlag: "Wandern und Erleben Schottland" Womoführer "Schottland" und zur Einstimmung von Heinz Ohff "Gebrauchsanweisung für Schottland". Gefehlt hat ein etwas genaueres Buch über England und Wales. Hätte ich mitnehmen können, aber wir waren erst zu sehr auf Schottland fixiert.
Mitgenommen und fast ungebraucht zurückgebracht haben wir diverse Mittel gegen Midges.
Gegenüber manchen Womos sind wir eher archaisch eingerichtet: Kein Navi (Bin ich selber), keinen Fernseher und Handy nur für Notfälle, aber ein Laptop.
Alles in Kursivschrift habe ich später zu Hause hinzugefügt. Klappt aber leider in dem Text hier nicht. Deshalb setze ich es zwischen zwei -- jeweils!
Falls euch mehr und Einzelheiten interessieren, dann fragt und ich berichte dann ausführlicher - wenn ich es noch auf die Rehe kriege.
Viel Geduld und Spaß beim Lesen!
Liesje
Alle Texte sind eigentlich Mails an unsere Verwandten und Freunde
1.
27.6.2012
Noch sind wir nicht weg, aber einiges ist schon gepackt. Erst am Freitagmittag geht es los. Erst mal nach Mainz zur Hochzeit von Pauls Nichte Veronika. Dafür backen wir morgen eine dreistöckige Hochzeitstorte und in Wiesbaden wird sie dann mit allen Schikanen verziert! Das habe ich nun davon, dass ich, vor lauter Stolz auf mein Werk an Violas (meine Tochter) Hochzeit, die Bilder davon rundgeschickt habe.
Sonntag geht es dann nach der Hochzeit richtig los, aber erst nur zur Marianne. Die kriegt dann schon mal eine geliehene Kuchenform zurück.
Montag sind wir dann in Belgien bei einer "uralten" Freundin von früher, die ich 42 Jahre nicht gesehen habe!
Und Dienstag gucken wir uns noch Gent an und sind dann in Dünkirchen an der Fähre nach Dover.
Ich bin schon ganz kribbelig vor Erwartung!
2.
30.6.
Weit sind wir noch nicht gekommen.
Nach der Hochzeit sind wir nun bei meiner Schwester in Düren gelandet und das ganz gemütlich am Rhein entlang mit einer Burgbesichtigung - Marksburg in Braubach.
Tja und die Marianne zeigte mir nun, dass bei meiner ersten Mail alle Adressen sichtbar waren. Ich hatte sie - da bin ich sicher - unter Bcc eingetragen.
Ich versuche es nun und sehe es dann gleich bei der Mechtild, ob es diesmal richtig ist.
Morgen sind wir dann in Belgien. Wir schaffen uns langsam näher!
3.
4.7.2012
uns geht es gut! Wir sitzen am Stadtrand von Canterbury auf einem wunderschönen Club-Platz in der Sonne und erholen uns von den guten Tagen bisher.
Nach einem arbeitsreichen Donnerstag (Kuchen backen für die Hochzeitstorte) ging erst mal so einiges schief. Die Torte nicht, die war richtig! Aber ich musste zum Friseur und meiner war krank – also Termin geplatzt! Zur Zeit habe ich einen Humpelfuß und musste in der Abfahrtswoche noch 3 x zum Arzt.
Aber wir haben alles geschafft und sind mit viel Staus und Umwegen am Freitagabend in Wiesbaden gelandet. Es war ein wahnsinnig heißer Tag und der kühle Keller bei Gregor (Pauls Bruder und auch der Brautvater) war sehr erholsam.
Samstagmorgen ging dann das Zusammensetzen und Verzieren der Torte los, anschließend fuhren wir sie zum Weingut in Hattenheim bei Rüdesheim, eine Zitterpartie, aber alles klappte. Nun ging es fein gestylt in die Kirche. Veronika war eine wunderschöne Braut.
Dann wurde mit allem drum und dran gefeiert im Weingut und bis Mitternacht verschonte uns der Regen.
Wir hatten es gut, konnten 2x umfallen und lagen in unseren Busbetten.
Nach einem guten Frühstück bei Ilse und Gregor machten wir uns auf den Weg zur Marianne nach Düren, immer am Rhein entlang bis Lahnstein und vorher noch eine Burgbesichtigung (Marksburg).
Bei Marianne haben wir übernachtet und sind noch in die Stadt geflitzt. Gegen 13 Uhr starteten wir zum nächsten Besuch nach Belgien. Dort lebt eine „uralte“ Freundin, die Rosie. 41 Jahre hatten wir nichts voneinander gesehen. Fast so alt ist ihre jüngste Tochter, die ich gar nicht kannte. Die 2 ältesten kamen noch zum Essen – sie glichen sich noch!
Hinter dem schnukeligen kleinen Häuschen haben wir ruhig gestanden und morgens fürstlich gefrühstückt.
So nun wurde es ernst: Wir fuhren durch Belgien auf Dünkirchen zu.
Aber dazwischen liegt Gent, wo wir noch nicht waren, also Stadtbesichtigung!
Sehr sehenswert, wenn auch nur die wunderschöne Altstadt vom einstigen Glanz der mittelalterlichen Stadt erzählte.
Die 100km bis Dünkirchen und das Einschiffen gingen schnell vorrüber.
Schade nur, dass man im Dunkeln die Kreidefelsen bei Dover nicht sehen konnte.
Paul fährt links wie ein Engländer!
Aber im Dunklen sich zurechtfinden war nicht einfach. Ich hatte mir das „links“ so eingeprägt, dass ich „Links-abbiegen“ sagte, wenn es rechts rum gehen sollte.
Wie wir es geschafft haben, den Platz am Monument in St. Margaret at cliffe zu finden – keine Ahnung.
Aber wir standen da, ruhig, direkt über den weißen Klippen und mit fantastischer Aussicht.
Durch die Zeitumstellung waren wir früh wach und spazierten eine Weile staunend am Klippenrand entlang.
Anschließend haben wir den Härtetest gemacht und sind über kleine Dörfchen mit entsprechenden Sträßchen nach Canterbury getuckert.
Morgen nehme ich den Laptop mit in die Stadt – da ist über all Wi-fi!
Hier am Platz klemmt es.
--Vom CCC-Platz hier war es nur eine bequeme Fahrt mit dem Bus in die Stadt--.
Ihr müsst euch auf lange Berichte gefasst machen – hier ist so viel los!
Mit einigen Umständen ging Wifi im Cafe hier. Ich hoffe nur, dass die mich nun nicht per mail oder handy mit spam zustecken. Die Sonne lacht immer noch vom Himmel und hier ist viel junges Volk auf der Straße mit Musik ......
4.
6.7.2012
wir haben England zu 2/3 durchquert und sind bei der Marie gelandet. Marie ist die geschiedene Frau von Pauls Bruder. Sie und einer ihrer Söhne mit seiner Familie leben hier.
Gestern sind wir nach ein paar sonnigen Tagen in Canterbury im strömenden Regen abgefahren. Immer nach Norden und ein wenig nach Westen, bis zum Sherwood Forest. Hier hielten wir immer Ausschau nach Robin Hood, aber auch ihn vertrieb der Regen. Mit uns war er gnädig (der Regen!). Jedesmal, wenn wir anhielten, z.B. um den Nationaltrust von England auszuprobieren (alles frei für uns "schottische Members"!) schien die Sonne. Es gab wunderschöne Parks und alte riedgedeckte Häuschen, wahrscheinlich Wochenendunterkünfte.
--Ein Knackpunkt war, dass wir nur eine Übersichts-Karte hatten für die englischen Schlösser, Burgen und Landschaften, die vom Nationaltrust verwaltet werden. Das machte das Finden etwas schwieriger--.
Die Campingplätze sind sehr sehr sauber, aber eine Steckdose für meinen Föhn suchte ich vergebens. -- (Gab es nur auf 2 Plätzen und nie beim CCC.)-- Ich wollte schon zu den Männern an die Rasierersteckdose, aber eine nette Engländerin sagte uns dann, dass die Stromspannung beim Plartz ausreicht.
Also sind wir frisch gestylt heute morgen los Richtung Sheffield und unterwegs fanden wir noch Clumberpark, den Park eines Herzogs, dessen Palast unter anderem ein Scheidungsopfer wurde. Er wollte einen neuen bauen und ließ den alten abreißen - da kam ihm die Frau abhanden (wahrscheinlich auch die Mitgift!). Nun hat der Nationaltrust den Park und der ist riesig, dazu einige Nebengebäude.
Gerade sind wir von einem Spaziergang mit allen hier zurückgekommen. Jetzt kocht Marie und Paul sinniert: "Hier fahren sie alle verkehrt und schwätze so komisch!"
Das war es für heute!
5.
9.7.
Beinahe habe ich den Überblick verloren von wo ich das letzte Mal geschrieben habe.
Da waren wir ja in Sheffield bei der Marie.
Mit ihr sind wir erst in ihrem Viertel bummeln gegangen, besonders in die Charity-Läden. Wir würden sagen: Sekondhandläden. Aber die sind hier vom Feinsten und tatsächlich recht billig. In der Straße gab es gleich drei davon – ein Zeichen für die Armut im Land. Die Verkäufer/innen sind ehrenamtlich tätig und alles ist sehr gepflegt. Von Klamotten über Geschirr bis Bücher gibt es alles.
Weniger gepflegt sahen die Häuser aus, eigentlich hübsche Häuschen, aber in dem Viertel meist von Studenten bewohnt, die sehr viel dafür zahlen müssen. Sehr gut gehalten sind die Parks. Nirgendwo liegt Müll herum (den hinschmeißen kostet in York 500£= 600€). Auch die Bürgersteige waren mit wenig Müll verziert, obwohl es keine Straßenreinigung gibt.
Tags drauf sind wir dann in die City runter (im wahrsten Sinn, denn Sheffield besteht aus sehr steilen Straßen).
Marie zeigte uns ein Museum, welches wunderbar für Kinder und Erwachsene gestaltet ist. Das kam an und es war gut besucht. Die Kids konnten so allerlei dort machen, z.B. sich verkleiden als Ritter oder Normannen und Geschichte nachempfinden, eine Teeparty mit Alice im Wunderland machen, usw.
Ein wunderbares Konzept!
Die Stadt selber ist groß, weitgehend modern mit einigen übriggebliebenen alten Gebäuden.
Nachmittags haben wir uns dann verabschiedet und sind nach York.
Außerhalb fanden wir einen wunderbaren kleinen Platz bei einer Farm. --(Der stadtnahe Camping und Caravanpark-Platz wollte von uns 35 £, der Farm-Camping, sehr ruhig mit blitzsauberen Sanitäreinrichtungen, nur 16 £)--. Von da, erklärte uns der Bauer, könnten wir auf dem Radweg gemütlich nach York fahren. Erfreut starteten wir und landeten vor der „Flood“. Der Radweg entlang des Flusses Ouse war komplett überschwemmt. Also links durch alle Straßen und „Rundabouts“!
Die Eintritte, (z.B. in die Kathedrale hier in York für uns 18€) sind saumäßig teuer, sogar mit Ermäßigung für Senioren!
Aber unsere Mitgliedskarte für Nationaltrust lohnt sich. --(Auch die Mitgliedkarte für Englisch- oder Schottisch Heritage hätte sich bei einem so langen Aufenthalt gelohnt, ebenfalls auch die Mitgliedschaft beim Camping und Caravanpark! Aber nachher ist man immer schlauer!)--
Wir haben ein wunderbares altes Haus (Treasure House) besichtigt. Im Bett hat Queen Victoria gelegen und auf dem Klo war Queen Elisabeth!
Überall in den Kneipen bieten sie hier WiFi an, aber ich kann doch nicht meinen Laptop dauernd mitschleppen. Also müsst ihr warten, bis ich mal wieder komfortabel an Internet komme.
Morgen geht es ins Moor, genauer zum North York Moors Nationalpark.
Und später dann zur Küste, östlich, kurz vor Schottland und vor dem Hadrianswall, dem britischen Limes.
Das habe ich gestern geschrieben und heute 10.7. sind wir wieder "Members" des Camping und Caravan Clubs und gut mit Internet versorgt. Irgendjemand hat unverschlüsselt W-lan und ich habe auch noch 2 £ für eine Karte zum Zugang bezahlt.
Draußen regnet es, wie schon den ganzen Tag. Deshalb haben wir schon zwei NT-Häuser besichtigt (Beningbrough-Castle und Nunnington-Castle). Auf die großen wunderbaren Gärten haben wir dabei verzichtet. Das Moor ist noch ein wenig nördlich von uns und wir hoffen auf besseres Wetter morgen.
Schade, die Fotos kommen nicht mit!
Kann mir da einer einen Rat geben, in einfachem Laien-Deutsch für PC-Anfänger?
Liesje
Roman am 04 Sep 2012 06:26:02
liesje hat geschrieben:...Alles in Kursivschrift habe ich später zu Hause hinzugefügt. Klappt aber leider in dem Text hier nicht. Deshalb setze ich es zwischen zwei -- jeweils!....
Das fängt schon mal gut an, weiter so.... :wink:
Kursivschrift geht schon. Du muss nur [i]vor den genwünschten kursiven Text stellen und [/i] danach.
Die Fotos im "neuen Bilderdienst" lädst Du wie folgt in Deinen Text:
Du suchst das gewünschte Foto auf Deinem Datenträger, gibst einen Text zum Bild ein (zwingend), kannst noch einen Beschreibungstext dazu fügen, und klickst auf "hochladen".
Den dann erscheinenden "URL" - Link kopierst Du in Deinen Text und dann sollte das Foto an der gewünschten Stelle im Text erscheinen.
Roman
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nuvamic am 04 Sep 2012 07:51:46
Vermutlich hat das mit den Bildern seither nicht funktioniert, weil du noch keine 10 Beiträge geschrieben hattest - aber die Schwelle haste jetzt ja erreicht.
Danke für den Bericht. Auch wenn's mich manchmal juckt, zu erwähnen - das hätten wir dir vorher schon erzählen können bzw. steht z.B. im Plauderthread ;) Aber so ist das eben - Erfahrungen kann man selber machen oder man muss viel lesen und forschen.... so wie es bisher klingt, seid ihr ja nicht abgeschreckt sondern fahrt vielleicht mal wieder hin, da kann man dann ja alle Erfahrungen wieder nutzen :)
janamarcel6878 am 04 Sep 2012 09:45:06
Schön geschrieben...bitte bitte weiter und noch viele Bilder....
Schottland ist mein Traumziel....aber wird wohl noch 2 Jahre dauern und denke, dass ich auch da noch bissl Vorbereitung brauche.
lg Jana
CKgroupie am 04 Sep 2012 11:43:38
Schön geschrieben! Ich freu' mich schon auf die Fortsetzung!
ottomar am 04 Sep 2012 13:49:02
Danke für den munter geschriebenen Bericht. Bin auch gespannt auf Fortsetzung und Bilder.
Und wie Nuvamic schon schrieb - falls Du mal an einem der seltenen regnerischen Abende Lektüre suchst und Wifi hast, dann wirf doch mal einen Blick in den GB-Plauderthread.
Schöne Weiterreise,
Ottomar
liesje am 05 Sep 2012 03:08:12
Danke für die Hinweise, aber mir ging es mit den Bildern wohl wie Ottomar, der Rat beim Administrator suchte.
Hier ist nun der xte Versuch, die Bilder reinzukriegen.
Die Kathedrale von Canterbury
riedgedecktes haus in Mittelengland
Im Clumberpark
geschlossener-Garten im Clumberpark
Der Radweg ist überflutet
Der Beatles-Nachwuchs hörte sich gut an
Das Treasure House
Beningbrough
Große Wäsche im Castle
--Mein Bericht/Tagebuch/mails an Verwandte findet hier eine Fortsetzung.
Da ich relativ viel geschrieben habe, wird es davon noch einige geben.
Viel Spaß!--
6.
11.7.
euch habe ich das letzte mal von Slingby aus dem Moor geschrieben. Der Tag danach war der Tag der schmalen buckeligen Straßen und ein kompletter Regentag.
Zum Moor passte es ja einigermaßen. Viele KM sind wir eigentlich nicht gefahren, aber Paul saß fast den ganzen Tag hinterm Steuer (er lässt mich nicht – der Feigling!). Aber die Landschaft ist wahnsinnig, karg, mal dunkelgrün mit tiefrosa (Erika), mal hellgrün, mal rostrot mit kahlem Grund. Es gibt wenig Steine und wenn, dann sind es Markierungen.Im North Yorkshire Moor Aber das ganze Grün ist gesprenkelt mit Weiß. Das sind die Schafe. Zäune gibt es nicht. Die Straße führt zu Beginn über einen Rost und am Ende rappelst du wieder über einen. Natürlich muss man aufpassen mit den Schafen. Die dappen auf die Straße ohne zu gucken, grad wie die Touristen vom Kontinent.
Fast an der höchsten Stelle (1403feet ü. M.) fanden wir einen gemütlichen Pub mit vielen Wanderern drin, alle - genau wie wir - schlammverspritzt bis zu den Ohren. Und ganz oben eine wahnsinnige Aussicht! Zum Glück noch! Denn ein paar km weiter sahen wir nichts mehr – nur Nebel! Der lichtete sich dann wieder und wir suchten weiter südlich nach den Bridestones. Dazu mussten wir eine Mautstraße (Langdale 4 £) fahren. Schade, das wäre ohne den pausenlosen Regen traumhaft gewesen!
Aber desto trotz: Zu den Bridestones sind wir gewandert. Es sind Felsen, breit, wie der Name sagt und einige in Abständen auf einem Grat mit viel Aussicht nebeneinander. Dann hatten wir aber die Nase entgültig voll vom Regen, die Stimmung war etwas gedrückt und erst beim Essen im warmen Bus (mit elektrischer Heizung!) ging es uns wieder gut.
Der superneue C-Platz (bei Fask Inn) lag ganz einsam oben auf dem Berg mit fantastischer Aussicht, die wir am anderen Tag 12.7. beim Frühstück bewunderten, aber von innen, denn draußen schwamm alles.
Wenn man auf vermeintlich einigermaßen trockenem Gras stand, sank man etwas ein und um die Füße gab es einen kleinen Tümpel. Jetzt wusste ich, warum hier in jedem Touri-Geschäft eine riesige Auswahl Gummistiefel verkauft wurde. Aber ab dem Frühstück gab es Sonne und die verließ uns nicht mehr an diesem Tag!
Wir besuchten die Robin Hood-Bay (netter Ort, touristisch, leider notwendig verschandelt durch eine riesige Beton Schutzwand zum Meer hin. Ohne die wären wahrscheinlich einige Häuser weniger da. Die begrenzenden Felsen der großen Bucht sind ansehnlich, aber der „Beach“ so ganz ohne Sand...
In Witby haben wir uns die imposante gotische Abtei-Ruine von allen Seiten angesehen, dazu eine interessante methodistische alte Kirche mit Friedhof (da konnte man schon am Tag die Gespenster sehen) mit Blick über die Steilküste zum Ort hin.
Das war uns nun fast genug von England und wir fuhren zügig nach Nord und Nordwest Richtung Schottland bis zum Hadrianswall, dem hiesigen Limes. Das ist schon interessant, was die Römer so fertig brachten.
Abbildung des Römer-Forts. Da staunt sogar eine aus Trier! Kilometerlang sind wir am Wall entlang gefahren. Der NT betreibt dort ein Visitorzentrum mit einem Fort. Das gab eine Wanderung den Hügel rauf und drumrum. Das Fort ist und war riesig. 800 Mann waren in Spitzenzeiten drin (dazu Diener, Köche, und die nicht ganz legalen Angehörigen, d.h. Frauen und Kinder der „Eingeborenen“, die Kinder natürlich halbrömisch. Die Familien und alle Nichtmilitaristen wohnten vor dem Fort.).
So unterwegs konnte man sich vor Santiago de Compostela wähnen, Ununterbrochen tippelten Wanderer über den Wall. Er ist ca. 120km lang. Seit knapp 100 Jahren geht das so und wird hier tatsächlich Pilgerfahrt genannt.
Vom Hadrianswall waren wir dann schnell in Schottland, in Gretna Green, beim Schmied und seinem Amboss und es schien die Sonne (so wie es uns alle Schottlandfreunde vorhergesagt hatten). Es wird immer noch hier geheiratet, ein Amboss steht nun im Standesamtzimmerchen. Ohne Standesamt gilt es seit 1940 nicht mehr. Zum Glück hielten sich die Touristenströme sehr in Grenzen, in der Ausstellung mit Originaldokumenten und Geschichten waren wir fast alleine. Und davor stand passend ein schottischer Dudelsackpfeifer grad für uns. Nun stehn wir hier auf einem kleinen C-Platz in Annan in der warmen Sonne und seit heute folgen wir mal eine Weile dem WOMO-Führer.
Heute, am 14.7. wohl noch nicht.
Der kleine C-Platz war ein Schatz! Um 22.15 Uhr entdeckte ich die Waschmaschine und den Trockner, wie auch der Föhn, gebührenfrei! Die Maschinchen liefen dann bis 0.20Uhr! Und heute morgen noch mal mit den Schlammhosen.
Überhaupt sind die Schotten manchmal etwas großzügiger. Mehrmals hieß es schon „Free entrance“! Z.B. bei der ältesten und ersten Sparkasse der Welt in Ruthwell. Es gibt hier so viel zu sehen,
Altes Keltenkreuz in der Kirche von Ruthwell manchmal ist es schwer sich zu entscheiden: fahren, wandern, radeln wir hin oder nicht? Zum Caerlaverock Castle sind wir geradelt, besser gesagt: hintenrum durch den Castlewood, so sparten wir den Eintritt. Wir wollten die Ruine sowieso nur von außen betrachten. Das gleiche geschah mit der nächsten Klosterruine, „Sweetheart“. Dort hatte im 13. Jahrh. eine Lady ihren Gatten so sehr betrauert, dass sie sein Herz 16 Jahre lang mit sich rumschleppte. Später wurde sie dann mit Herz im Kloster beerdigt. Ab unserer Radtour schiffte es mal wieder. Schade, die Strecke am Meer entlang zum Sandyhill-C-Platz war sehr schön.
Hier ist es wunderschön, aber das Meer ist noch weit fort, der Strand sicher 1 km breit (bei Ebbe).Sandy-Hill-Bay Internet gibt es nicht, schade! Deshalb wird diese Mail noch länger.
Heute 15.7. ist mal ausgesprochen schönes schottisches Wetter: in der Sonne gut warm und im Schatten der vorüberziehenden Wolken ziemlich kalt. Gerade sind wir von einer Rad- und Wandertour zurückgekommen. Paul stellt fest, dass das hier nix für uns ist, kein Wein, kein Bier, ne trockene Gegend und das Wasser ist auch weg!
Aber unterwegs gab es Tee und Kuchen (dem Kaffee hier ist immer noch nicht zu trauen!) in einem wunderschönen Garten. Und ich bin über's Meer zu einer Insel gelaufen, kein Problem bei Ebbe.
Nun setze ich mich mal versuchsweise in die Sonne.
Hat sogar lange geklappt, erst abends hat es geregnet.
--Fortsetzung folgt
Bis dann!
Liesje--
liesje am 05 Sep 2012 22:52:07
Liebe Schottlandfreunde,
es geht weiter mit meinem Bericht, aber ich werde nicht mehr so viele Fotos reinsetzen:
1. Sind die meisten Inhalte bekannt
2. Sind meine Fotos nicht so gut, weil ich nur so eine einfache "Draufhalt und Knips"-Kamera habe
3. Dauert mir die Hochladerei etwas zu lange und ich schlage mir die Nacht umn die Ohren
Aber nun zu Schottland!
Heute 16.7. haben wir die Gegend verlassen ein bissschen ins Landesinnere und sind erst zum Threave-Garden, dann zum Threave-Castle gefahren. Letzteres war der Hit. Wir mussten erst 10Min. vom Parkplatz weg laufen, dann waren wir eigentlich da, aber dazwischen war ein „Loch“, d.h. See. Also läuteten wir eine Glocke und die Fährfrau kam uns holen rüber zur Insel, wo die alte Castle-Ruine stand.
Anschließend fuhren wir durch traumhafte bergige Landschaft, am Loch Kenn entlang, über Newton Stuart und Bargrennen und wieder ans Meer zum Culzean-Castle mit Camping-Platz davor. Und hier sollte es mit Wifi klappen!
Tut es auch!
Es regnete mehr oder weniger dauernd. Trotzdem machten wir eine späte Radtour durch den großen Schlosspark.
Morgen besichtigen wir dieses Wahnsinns-Schloss (Ihr müsstet 15 £ blechen!), wieder mal mit Pass umesunscht. Es ist wunderbar von Robert Adam als Architekt und Innenarchitekt gestaltet! Besonders schön sind die Stuckdecken, sehr zarte Muster, Ranken, Ornamente.
Nachmittags fuhren wir noch einen Abstecher nach Dunrue, ein kleines Fischerörtchen mit Burgruine und für uns einem guten Muschelessen.
Überhaupt ist das Essen hier wesentlich geschmackvoller als in England. Die historischen guten Beziehungen zu Frankreich könnten da mitspielen.
Dann geht es weiter um Glasgow herum (sparen wir uns) nach New Lanark zu einem "alten" sozialen Kapitalisten und dem, was er für seine Arbeiter so alles getan hat.
7.
18.7.2012
wir sitzen hier gemütlich warm im Bus, dank des alten Aldi-Heizlüfters! Bis zum Klo können wir schwimmen.
Wir haben die Küste im Regen verlassen und der hat uns nicht mehr verlassen. Die Landschaft ist düster in Nebel und Regenschwaden behüllt und wir sind froh, als wir den Platz bei Muirkirk erreichen.
Es bleibt auch am 18.7. nass, deshalb geht es auf Besichtigungstour nach New Lanark, Weltkulturerbe, entstanden durch den Kapitalisten, Spinnereibesitzer und Sozialreformer Robert Owen. War sehr interessant und wunderbar dargeboten mit Multimedia und beinahe wie ein Freizeitpark. Einst war es eine Spinnerei mit harten Bedingungen für die Arbeiter und Arbeiterinnen, mit Kinderarbeit und totaler Ausbeutung, wie damals üblich.Robert Owen heiratete die Besitzerstochter und konnte nun seine für die damalige Zeit erstaunliche Ideen verwirklichen: Rente, Krankenversorgung, Schule und Bildung für alle, auch für Erwachsene, einigermaßen große Zimmer, zwei für jede Familie, sauber und trocken, Kinderarbeit erst ab 10, und einen Kindergarten, damit die Mütter arbeiten konnten und die kleinen Kinder nicht verwahrlosten. Seine „Kollegen“ dankten es ihm nicht, obwohl er nachweisen konnte, dass damit auch sein Profit gesteigert wurde.
Weiter ging es um Glasgow rum bis zum technischen Wunderwerk Fallkirk Wheel, ein Schiffshebewerk der besonderen Art.
Nun sind wir vor den Toren Stirlings und wollten eigentlich noch die Burg besichtigen, in der die winzige Maria Stuart mit 9 Monaten zur Königin gekrönt wurde und dort zur Sicherheit bleiben musste.
Wir werden hier bestimmt nicht abgemurkst - wir ersaufen höchstens.
Sogar die Schotten verlieren ihre Geduld mit dem Wetter.
Etwas außerhalb finden wir einen schön gestalteten Platz, aber zum Klo müssen wir bald schwimmen!
8.
19.7.2012
heute hat das Wetter ein Einsehen gehabt und schon mit dem Sonnenaufgang war es diesmal kein -weggang!
Wir besuchten also bei schönstem Sonnenschein und wunderbar klarer Sicht das Stirling-Castle hoch auf dem Felsen. Natürlich mit toller Aussicht rundherum, besonders auf die Berge der Highlands, unser nächstes Ziel.
Über Stirling-Castle ließe sich ein Roman erzählen und der Audio-Guide tat das auch. Es war wie ein Hörspiel. Dazu liefen die „Aufpasser“ schön „zeitgemäß“ verkleidet herum: Maria Guise (Mutter der Maria Stuart), eine Dienerin, der Hofnarr, Adelige, Ritter..... Jeder stellte jemanden anderes dar.
Ein ziemliches Spectakel, aber so taten uns die 20 £ Eintritt nicht so weh, plus 4 £ fürs Parken.
Anschließend genossen wir die Fahrt durch die Berge an Lochs vorbei auf „krummen“ Wegen bis zum Loch Lomond. Da sind wir nun im blumengeschmückten Örtchen Luss auf einem Platz des Camping und Caravan-Clubs (mit CCI sind wir da auch „Members“). Aber ab morgen ist hier Hauptsaison und wir sind wieder jung, d.h. wir kriegen keinen Seniorenrabatt mehr. Schade!
Hier beschließe ich, morgen – wenn die Sonne scheint - schwimmen zu gehen. Das Wasser ist nicht kalt.
Aber einen Tag ohne Regen sollte es doch nicht sein. Im späten Sonnenschein sind wir zu einer kleinen Radtour gestartet – leichtsinnig ohne Anorak. Und blitzschnell die letzten zwei km unterm Regen durch geflitzt zum Bus zurück.
Aber Urlaub ohne oder mit wenig Verständigungsproblemen ist schon was tolles. Ich habe mein Englisch ausgegraben, seit 40 Jahren wurde es kaum aus den Schubladen geholt. Hier habe ich dazu viel Gelegenheit. Jeder spricht uns an. Üblicherweise übers Wetter und wo wir herkommen. Aber immer wieder treffen wir Leute, die sich Zeit nehmen, besonders nett und ausdauernd sich mit uns unterhalten, uns örtliche Geschichten erzählen.
Wie eben im Ort.
Die Kirche war zu, der Friedhof drumrum teilweise sehr alt und alles sah sehr romantisch aus. Ein ältere Frau sammelte künstliche Blütenblätter auf, eine Sissyphus-Arbeit. Es war eine Hochzeit gewesen und das waren die Überbleibsel. Wir bedauerten sie, hoben auch eine paar der Dinger auf und kamen ins Gespräch. Die Kirche war zu und bereitwillig öffnete sie für uns: „for a Peep!“ Noch ein Vater mit Söhnchen schlich dazu rein und der Kleine (leicht behindert?) fragte und fragte. Und so kamen wir zu der Geschichte der relativ neuen Kirche (1873) obwohl hier sicher eine sehr alte stand.
Mitte des 19.Jahrhunderts ging ein hiesiger reicher Gutsbesitzer mit 3 Freunden auf die Jagd. Den Weg hin und zurück machten sie übers Loch Lomond. Bei der Rückfahrt kam ein Sturm auf, das Boot kenterte und alle samt den geschossenenTieren ertranken. Die Leichen wurden niemals gefunden. Auf dem Friedhof gibt es nur einen Gedenkstein, aber der Sohn von dem Begüterten stiftete eine neue Kirche und weil das Schiff kenterte, ist das Kirchengewölbe aus Holz und genau gearbeitet wie ein umgedrehtes Boot.
Die gute Dame hätte uns noch weiteres erzählt, aber die schwarzen Wolken.......
Später beim Bus – es regnete still vor sich hin – bekamen wir Besuch von einer Entenfamilie plus jugendlichen Tanten und Onkels. Wohl weil unser Platz hundefrei ist, sind sie eine Weile um uns rum gewuselt.
20.7.
Ist schon blöd: ich zahl die 2 £ für Wifi und stelle fest, dass an unserem Platz nix mehr geht. Ich sitzt halt nun vorne bei der Einfahrt in der Reception und hole mir kalte Füße.
Heute beginnen die Ferien hier, aber viel mehr los ist bis jetzt nicht.
Obwohl bis jetzt trotz grauen Wolken noch kein Regen gefallen ist.
War auch gut für uns, weil wir eine längere Radtour um das halbe Loch herum gemacht haben.
Eigentlich wollen wir morgen mitten durch die Midges (winzigkleine Stechmücken) nach Glencoe und dann Richtung Insel Mull. Mal gucken, ob wir uns eine Fähre leisten können, nachdem Paul 2 neue Hemden und ich einen Kaschmir-Pullover erstanden haben.
9.
wieder ein Tag mit nur Regen! Seufz!
Unseren Plan – Glencoe und Insel Mull – haben wir durchgeführt, wenn auch mit einem weinenden Auge wegen des scheußlichen Wetters.
Von Luss (Loch Lomond), nach einem Frühstück in der Sonne (!!!) sind wir mit vielen „krummen Touren“ weiter gefahren. Kurz vor Beginn des Glencoe war ein Stau unübersehbar lang. Zum Glück versteh ich englisch und zum Glück hat der, der mir entgegenlief, auch ein verständliches Englisch gesprochen. Ein Caravan brenne und die Straße sei sicher für 2-3 Stunden total gesperrt.
16 Meilen vorher wollten wir eigentlich eine „Abkürzung“ (solche liebe ich zum Leidwesen von Paul! Man fährt ein paar km weniger, braucht aber die doppelte Zeit!) durch's Glen Orchy fahren, aber die sah doch recht schmal aus. Wir verzichteten und fuhren sie aber dann doch, um die Straßensperrung zu umgehen. Wahnsinnsstrecke, wunderschön an einem Fluss entlang mit Cascaden, rechts und links hohe Berge! Nur, den Weg kannten nun plötzlich viele. An einem Auto kommt man ja ganz gut vorbei an den Ausweichstellen, nur was macht man, wenn da gleich eine ganze Schlange aneinander vorbei will.
An diesem Samstag 21.7. war es oft finster durch die grauen Wolken, aber es regnete fast nicht. Zum Glück, so konnten wir die Fahrt durch das Glencoe genießen. Das Hochmoor ist abgesehen von den Touri-Autos, total menschenleer. Midges gab es auch keine. Denen ist es auch zu kalt.
Endlich am Loch Leven angekommen ging es links um die Ecke am Loch Linnhe vorbei Richtung Oban, dem Hafen für die Fähre nach Mull (Insel), und am Castle Stalker vorbei.
Im Hafen haben wir dann für 90 £ (wären 2 Kaschmirpullover geworden) ein Hopscotch-Ticket (Nr. 22) erworben, gleich für alle Fähren, die wir hier brauchen.
Gleich am nächsten Tag – im strömenden Regen – starteten wir. Erst zum sonntags-offenen Tesco, die wichtigsten Lebensmittel einkaufen (Wein und Brot, letzteres ist hier super: Walnussbrot, wie von daheim!) und dann, nach einer kleinen Besichtigungstour durch Orban, mit der Fähre nach Mull.
Die Hälfte der vorhandenen befahrbaren Straßen haben wir uns durch den Regen gekämpft, in Tobermory im Fish-Café lecker Fischsuppe und Muscheln gegessen und anschließend an der „besten schottischen Fish and Chips“-Bude noch eine Portion gekauft und im Bus verdrückt.
6 Meilen weiter spazierten wir durch die offene Türe ins Castle Glengorm und läuteten eine ordentlich laute Glocke (so hatten wir auf einem Zettel in der Diele gelesen). Bevor sich um uns rum Pfützen bilden konnten, erschien eine alte Dame (Gräfin? Hausdame?) und klärte uns auf, dass das Schloss nur privat sei. Pech – ich hatte mal wieder im Reiseführer was übersprungen.
Danach war es nicht mehr weit zum Campingplatz und da stehn wir nun.
Morgen werden wir hoffentlich besseres Wetter haben für die Tour zur „heiligen“ Insel Iona. Der Reiseführer hat uns „türkisblaues Meer, schneeweiße Sandstrände und purpurfarbene Basalt-Felsen“ zu den saftigen grünen Wiesen versprochen. Letzteres glauben wir!
Montag, den 23.7. und weiter nix als Regen! Mein neuer Schirm mit Schottenkaro nützt mir wenig: Ich brauche beide Hände um ihn festzuhalten und nass sprüht es mich doch bis oben hin. (Meinen habe ich bei Marie in Sheffield vergessen!!!)
Inzwischen Dienstag, den 24.7.
Die Nacht zum Montag standen wir -landschaftlich idyllisch schön- im strömenden Regen bei einer Farm. Wir vermieden tunlichst irgendeine Nasenspitze aus dem Bus raus zu strecken.
Den mehr als halben Tag brauchten wir von Tobermory an der Westküste entlang Richtung Iona. Die wenigen menschenleeren Strände haben tatsächlich weißen Sand. Pech, die letzte Strecke an der Küste ist gesperrt und wir müssen einen Riesenumweg fahren.
Alles „Single-Track-Road“- heute über 100km! Zum Glück kamen wir zur richtigen Zeit da lang und nicht dann, wenn alle Touri-Busse zurückfahren. Die standen noch alle am Hafen, unter ihnen auch Rotel.
Iona, die Insel, auf der der Heilige Columba landete, ein Kloster gründete und die Schotten reihenweise bekehrte, verwöhnte uns mit trockenem Wetter und vorsichtigen einzelnen Sonnenstrahlen. Das Kloster hat eine fromme Gemeinschaft mit Hilfe vom Historic Scotland (Konkurrenz zum Nationaltrust) wieder renoviert und reconstruiert.
Die Insel ist auch hübsch zum Verweilen und Spazieren.
Wieder auf der Hauptinsel Mull, steuerten wir wieder einen Farmcamping an, direkt links oberhalb vom Fährhafen weg, zwar ohne Strom, aber fantastisch gelegen. Eine riesige Schafweide ist der Platz, Camper und Schafe friedlich nebeneinander. Wir standen direkt über den Klippen mit Superaussicht. Und es regnete nicht mehr! Aber nachts ging es wieder los und weil wir mit Recht vermuteten, dass zu unserer üblichen faule-Rentner-Abfahrtszeit uns alle Touribusse entgegen kommen würden, sind wir mal um 8 Uhr weg. 60km Single-Track-Road bis zur Fähre weiter Richtung Nordosten, Richtung Skye.
Am Ende schauten wir noch beim Castle Duart vorbei und nun kam zaghaft wieder die Sonne raus. mit der Fähre in Fish-Nish ging es rüber zur Halbinsel Morvern.
In Strontian (nach diesem Ort ist das Strontium benannt worden) machten wir Pause und dann ging es weiter bis Glenfinnan. Ein für Schotten wichtiger Platz. 1745 versammelten sich da die Clans um „Bonny Prinz Charly“ und die „Jakobitenaufstände“ begannen. Wir werden noch richtig firm in schottisch/englischer Geschichte! Eben auf dem Platz hat ein Mac Donald (Clanchef, nix Fastfood!) ein Monument errichten lassen. Das kann man innen rauf besteigen. Erst eine enge Wendeltreppe und das bei "Gegenverkehr" und dann einfach ein Loch nach oben, abenteuerlich für so zwei Alte!
Nun haben wir hier bei Arisaig ebenfalls toll am mit Felsen durchsetzten Sandstrand einen Platz gefunden, wunderbar mit einem endlosen Blick übers Meer und die Küste. Es gab zwar keine Rezeption („Morgen finden wir Sie und kassieren!!“), aber Waschmaschine und Trockner. Wir sind wieder sauber!
Mein Anorak und meine Jeans mussten auch dran glauben, ich hatte mal ausführlich „den Boden geküsst!“
Morgen geht die Fähre zur Insel Skye!
Mittwoch, 25.7. - und da sind wir nun. Einen Ausflug nach Elgol haben wir gemacht, wie immer herrliche Landschaft. Diesmal mussten wir zu den Schafen noch Kühe von der Straße schieben. Aber den letztzen Rest der Straße runter zum Hafen haben wir uns und dem Bussle erspart - über 25% gings runter! Aber von einer Stufe höher konnten wir alles sehen. Viel Trubel - da mussten wir nicht hin.
Leider ist das Wandern nur eingeschränkt möglich. Meine Achillessehnenentzündung ist schlimmer geworden. Pech!
Trotzdem habe ich den Paul eben noch durch den Sumpf bei Sligachan gescheucht. Der Arme, er hatte nur Turnschuhe an.
Morgen werden wir für mindestens drei Tage einen C-Platz aufsuchen und faulenzen. Wir fahren zu viel.
Aber alles ist so schön. Und sogar hat heute ab und zu die Sonne geschienen und es hat nicht geregnet!
Bis bald!
10.
Wir haben hier am Loch einige Ruhetage eingelegt, die Sonne heute auch. Nur der Regen ist fleißig. Aber trotzdem ist es grad urgemütlich, schön warm, während draußen der Wind pfeift und hoffentlich bald die Wolken verjagt hat.
Unser Platz hier, erhöht über dem Meeresarm „Loch Greshornish“, bietet uns aus allen Fenstern eine tolle Aussicht über das „Loch“, die Schafsweiden und die (hier) sanften Hügel. Gegenüber, am anderen Ufer ist eine Ruine eines Crofterhauses. Wahrscheinlich ein Überbleibsel aus der harten (für die armen besitzlosen Bauern) Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.
Vielleicht interessiert es euch: Crofters bearbeiteten das Land des jeweiligen Clans, gehörten dazu, hatten oft auch den gleichen Namen, leisteten Kriegsdienste und wurden durch den Clan weitgehend sozial abgesichert. Das änderte sich rapide nach der Niederlage gegen England (Jakobitenaufstände). Die Clanstruktur änderte sich, die Verantwortung eines Clanchiefs für seine Clanleute verwässerte, er brauchte sie nicht mehr für den Kriegsdienst. Gleichzeitig gab es wirtschaftliche Probleme und weite Gebiete im Highland der Clans wurden an Lords aus dem Süden verkauft.
Annähernd gleichzeitig kam jemand auf die gloreiche Idee, dass Schafzucht wie in Australien lukrativer wäre. Nur war bisher das Land von den Crofters in kleinen Parzellen bäuerlich bewirtschaftet worden. Das war der Neuerung im Weg und so wurden hier ganze riesige Gebiete brutal entvölkert, die Menschen vertrieben, zur Auswanderung gezwungen, umgebracht.
Deshalb trifft man überall auf Ruinen einfacher Häuser, ganze Ruinen-Dörfer und die Bevölkerungsdichte hier ist sehr dünn.
27.7. Freitag! Zwischen den Regengüssen laufen wir hier am „Loch“ entlang. Eine 5km Wanderung haben wir bis auf die letzten 100m trocken bewältigt, im Bus landeten wir dennoch pitschnass. Heute läuft die Heizung ununterbrochen.
Regenschauer, Sonne, Nieselregen, gar kein Wetter – das einzig konstante ist der Wind.
In und an diesem Loch ist auch ein Funkloch - kein Netz, falls jemand versuchen sollte, uns telefonisch zu erreichen.
11.
28.7. Samstag! Wir bleiben am selben Platz, machen aber den Bus startklar und fahren los Richtung Nordwest zum Dunvegan-Castle. Das Reingehen ist uns aber zu teuer, so schauen wir uns das Schloss – immer noch vom Clan der Macleods bewohnt – nur von außen an.
Die Landschaft ist immer wieder anders und immer wieder sehr interessant. Wir nehmen ein Wanderer/Tramper-Pärchen mit und die beiden machen uns Lust auf „Neist Point“, einen Leuchtturm in irrer Felslandschaft mit Walen zum Beobachten – leider kein gescheites Bild, die waren immer zu schnell. Die Sonne begleitete uns zwar weitgehend, aber getraut habe ich ihr nicht. Immer mit Anorak, der Wind wurde dadurch auch etwas abgehalten und jede kleine schwarze Wolke schickte ein paar Tropfen runter.
Abends im Bus ist es wieder gemütlich warm und draußen stürmt es und der Regen peitscht runter.
29.7. Sonntag! Wir verlassen bei Regen diesen recht ungastlichen Ort und fahren zum tanken (Uff, 1,42Pound der Liter Diesel(!),also ungefähr 2€) nach Portree, die Hauptstadt von Skye, dann geht es los mit der Umrundung der Halbinsel „Totternish“. Unterwegs viele Stopps bei besonderen Schönheiten, z.B. Kiltrock Wasserfall, „Old Man Storr“, der für uns sogar aus dem Nebel auftauchte. Eigentlich wollten wir zwei Wanderungen in die Berge machen, aber bei dem Wetter blieben wir besser aus den Felsen raus.
Das Freilichtmuseum von Skye konnten wir nur von außen betrachten (Sonntags geschlossen!) und dann zum Friedhof laufen. Dort ist Flora MacDonald begraben. Sie gilt als die schottische Heldin überhaupt. Sie hat Bonny Prinz Charly unter Lebensgefahr vor den Engländern gerettet und versteckt.
Nun sitzen wir hier kurz vor der Brücke, die aufs Festland führt, auf einem sehr „wilden“ C-Platz. Es gibt zwar eine Toilette (ordentlich und sauber) für alle. Wenn aber Andrang herrscht, kann man auf das Holzhüttchen-Plumpsklo. Da steht dann ein Eimer mit Sand zum drüberschütten! Die Dusche kostet 1 Pound, da es aber nur eine gibt, werden Paul und ich eine zusammen benutzen (Jeder kriegt dann 3 Minuten für nur 50 Pence!). Übrigens - der Platz ist vom CCC zertifiziert und die Dusche lief ewig!
Morgen geht es dann über die – tatsächlich mautfreie – Brücke und weiter nach Norden und Osten.
30.7. Montag Die Brücke ist ein wahnsinnig schöner Bogen. Er ist höher als der Leuchtturm, der ehemals die enge Einfahrt schützte.
Wir schlagen die Nordostrichtung ein, dann ein Knick am Loch Mare vorbei nach Gairloch zum Kaffee-Trinken (14,80 Pound = 20€ für 2 Kaffee und Kuchen!) und dann weiter – immer durch traumhafte Landschaften, an wunderschönen Buchten vorbei, zum Teil mit hellem Sand und immer wieder hohe Berge, wie immer menschenleer – nach Poolewe gleich auf den C-Platz. Direkt in der Nähe ist „Inverewe Garden“ in dem wir uns wandernd 3 Stunden vergnügten. Anschließend noch eine kleine Radtour. UND DAS ALLES IN DER SONNE!!!!! Ich konnte es kaum glauben.
Seit 4 Wochen ist das erst das 3. Mal, das ich draußen in der Sonne gesessen habe!
Wenn morgen früh die Sonne scheint, bleiben wir hier.
Sonnige – auch wenn sie längst untergegangen ist.
Fortsetzung folgt!Liesje
liesje am 08 Sep 2012 13:47:42
12.
Genüsslich haben wir heute in der Sonne gesessen und drauf gewartet, dass sie im Meer untergeht, so wie alle Tage bisher (wenn sie mal da war!). Aber wir haben „changed“!
Wir sind jetzt an der Ostküste Schottlands, an der Nordsee und da verschwindet die Sonne hinter den Bergen.
Gestern haben wir den Bogen nach Hause geschlagen, auch wenn es noch gut 4 Wochen dauert.
Aber seit der letzten Mail nach Hause sind wir - weil es mal wieder einen Dauerregentag gab - noch weiter in den Norden gefahren, bis fast ganz oben hin, nach Skourie.
Unterwegs haben wir in Ullapool ordentlich Fisch und Chips gefuttert. das war so viel Fisch, dass fast alle Fritten übrig geblieben sind. Die Möwen haben sich gefreut und Paul hatte so richtig ein Hitchcock-Film-Feeling!
An der Strecke schauten wir noch beim Geist vom Castle Ardfreck vorbei, aber er ließ sich nicht blicken. war ihm wohl zu viel Rummel.
Erst wunderte ich mich, dass so weit im Norden tatsächlich mal Touristen, sogar Deutsche zu finden sind. Trotz Hochsaison und britischer Ferien ist es bisher immer noch leer gewesen. Aber hier in den nördlichen Highlands ist mehr los. Etliche Wanderer, Radfahrer, Tramper sind unterwegs. Die tun mir alle so leid im ewigen Regen. Deshalb nehmen wir immer jeden mit, der grad passend am Rand steht.
Aber bei den fantastischen Aussichten, Rundumsichten, Berge, "Löcher"aller Art, mit und ohne Seerosen, wundern mich die vermehrten Touris nicht. Mein Foto läuft heiß und ihr bekommt eine Kostprobe davon. In Scourie hörte dann der Regen auf (vorläufig!), wir standen direkt am Meer und nach einem Spaziergang konnten wir endlich einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten. Beim Spaziergang landeten wir in einem skurilen "Museum"bei einem sehr alten Mann, der von Muscheln bis Motörchen alles sammelt und sogar für uns einigermaßen verständlich erklärt. Er selbst wohnt in einem Mobilheim und seine elektrischen Anschlüsse sind abenteuerlich.
Gestern, am Donnerstag, den 2.8. sind wir von da weiter noch ein Stückchen nach Norden und dann an etlichen "Löchern" (Loch Mare und ganz lang Loch Shine) vorbei nach Süden und ein bisschen Osten, zum Shine-Wasserfall. Hier konnte ich Lachse beobachten, die diesen Wasserfall hinauf müssen. Von 10 (sichtbaren) Sprüngen hat einer geklappt! Wir landeten in Dornoch.
Ein totaler Regentag!
Dabei ist der Platz hier traumhaft gelegen, direkt an einem riesigen Sandstrand mit viel weniger Tide als am Atlantik.
Kein Mensch am Strand, keiner in den Dünen. Dazu das Städtchen, sehr hübsch mit Burg und alten Häusern und dazu ein nettes Café mit Apfelstrudel(!) und gescheitem Kaffee! Das hatten wir uns im Regen verdient.
Aber heute - ihr werdet es nicht glauben - ist ein totaler Sonnentag und das ist besonders schön für die Dornocher. Die haben hier "Highlandgathering" mit Sport und Spiel. Es pfeift und trommelt mir immer noch in den Ohren. Aber es gab viel zu sehn. Die Diziplinen sind ja kurios: Baumstammwerfen, so dass er mit der Spitze aufkommt und einen Überschlag macht. Dudelsack spielen, Tanzen, Rennen, Hindernislauf, wobei es viel zu lachen gab. Zuerst waren es die lokalen Wettkämpfe, dann warten die Profis dran.
Schade, dass nur noch Mädchen den Schwertertanz tanzen.
Aber erst zogen sich die Kerle - übrigens bei den Profis nur wenig Schotten - Sportkleidung an mit Bandagen usw. und dann das Schottenröckchen drüber. Beim Schwingen der schweren Gewichte war das natürlich im Weg, wurde hochgeschlagen und so wissen wir nun genau, was drunter ist!
Diese Wettbewerbe gingen den ganzen Tag, drumrum Rummel und viel Kinderbelustigung, Fressbuden und Marktstände mit allerlei Krimskrams.
Um 5 Uhr sind wir geflohen, bei uns sollte kein Sonnenbrand wachsen!
Morgen verlassen wir dieses nette Städtchen und gucken mal, ob unser Bussle auf die kleinste schottische Fähre nach Cromarty rüber passt. Da gehen nur 2 Autos drauf. Mit uns muss die Fähre alleine fahren!
Mal sehen!
13.
Whisky-beschwingt sind wir hier am Spey, einem kleinen Flüsschen in der Nähe des Whisky-Trails angekommen. Heute war unsere Strecke nicht so lang. Kurz zum schottischen Gedenkort Culloden, wo die Clanmänner, nebst unbeteiligten Bauersleuten in der Schlacht von den Engländern unter dem „Schlächter“ Cumberland entgültig geschlagen und zumeist umgebracht wurden („Keine Gefangenen!“). Damit war der Traum der Jakobiten von einem freien Schottland ausgeträumt und der Prinz floh, wie schon erwähnt, mit der Hilfe von Flora MacDonald.
Für die Schotten war das ein sehr harter Schlag, beinahe jede Familie hatte Tote zu beklagen, das Tragen der Tartanfarben, des Kiltes, die gälische Sprache zu sprechen und das Spielen des Dudelsackes war verboten.
Erst unter Königin Victoria, die Schottland liebte, wurden diese Bestimmungen allmählich aufgehoben.
Um so stolzer sind die Schotten heute auf alles schottische, sogar die jungen Leute.
Das kriegten wir ohrenbetäubend gestern abend mit.
In Inverness sind wir im „Hootananny“ gelandet, einem Pub mit Live-Musik. Bei uns würde Rock, Jazz oder Techno gespielt oder gedröhnt. Hier ist es traditionelle schottische Musik mit traditionellen Instrumenten plus Schlagzeug und ordentlich verstärkt. Obwohl wir ziemlich hinten saßen, vibrierte alles.
Zwei Stunden hielten wir aus, dann wollten wir gehen, aber inzwischen hatte ein junger Schotte uns angesprochen (woher? Wohin? Wie lange? Wetter?...) und natürlich musste er uns einen ausgeben. Das war für mich dann der 4. Wein an diesem Abend. Der musste noch runter, dann haben wir uns schnell revanchiert und sind flott raus und auf die Räder im Zickzackkurs 2 Meilen zum C-Platz zurück. Zum Glück gab es einen wunderschönen Radweg durch einen dunklen Park. Auf die Straße hätte ich mich nicht mehr getraut.
An diesem Tag (Samstag 4.8.) haben wir vorher auch noch nach Nessie Ausschau gehalten. Leider nicht entdeckt. Das einzig Gigantische da ist nicht das Monster, sondern das Geschäft, was damit gemacht wird.
Natürlich sind wir zum romantischen Urquhart-Castle rein. Im - an diesem Tag ab Mittag - wunderbaren Sonnenschein waren die Ruinen weniger unheimlich, als auf den meisten Fotos gezeigt.
Ach ja, von Dornoch aus (siehe 12.) sind wir erst zur (Halb)-Insel „Black Iland“ mit der kleinsten Fähre Schottlands rüber nach Cromarty. Die Fähre kam, wir drauf, und die Fähre war voll und fuhr uns rüber. Der Fährmann war sehr nett, war einige Zeit in Deutschland und sprach mit viel Vergnügen und einigen Dialektbeimischungen quer durch Deutschland deutsch mit uns.
Cromarty ist ein nettes Städtchen und lohnt eine kleine Besichtigung der Sträßchen und der Hugh-Miller-Gedächtnisstätten, z.B. sein Geburtshaus. Der Parkplatz zum auch längerem Bleiben ist eine Wiese am Strand.
Mit der Fähre sparten wir 64km (sagt der „Womoführer“) und waren gleich mittags in Inverness und auf dem Weg zum Loch Ness und zurück (ohne Nessie!).
Heute (Sonntag, den 5.8.) ist wieder alles wie gewohnt – es regnet. Also Besichtigungstag: erst Culloden (s.o.), dann Brodie-Castle und nun auf dem Whisky-Trail die Glen Grant Destillerie. Natürlich muss man probieren und mit zwei ordentlichen Whiskys erst mal im dazugehörenden Garten den Kopf wieder klar kriegen.
Übrigens für alle Wisky-Freunde: Der Wisky ist ab Fabrik teurer als in deutschen Supermärkten!
Nun sitze ich hier auf dem Platz, wieder kein Wifi und Paul kocht.
Morgen schauen wir uns 1 bis 2 weitere Destillerien an!
Montag, 6.8. auf dem Campingplatz in Inverury!
Heute war Besichtigungstag: Erst die Glenfiddish-Destillerie mit einer deutschen Führung und ordentlich Whisky zum probieren. Dann ging es ins Fyfie-Castle, das war dann schon Großherzoglich. Könige sind dort ein und aus gegangen, trotz zweier Geister und einigen Flüchen. Geheimkammern gab es und einige Geschichten dazu. Leider ist uns die grüne Dame nicht begegnet. Sie war kaum unter der Erde, da hat ihr Ehemann – Laird von Fyfie – wieder geheiratet. Da erschien sie den beiden in der Hochzeitsnacht und hinterließ einen eingemeißelten Spruch in Spiegelschrift draußen auf der Fensterbank (im 3. Stock!) Konnten wir sehen, aber nicht entziffern.
Der zweite Geist hatte zu Lebzeiten durch Gebietsstreit eine gebrochene Nase davongetragen und schmiss deshalb 3 Steine mit einem Fluch: solange die 3 Steine nicht zusammen sind, wird immer der Erstgeborene sterben. Nun, einer liegt irgendwo im Fluss, einer im Wald und einer im Verlies, Tränenstein genannt. Pech für die Erstgeborenen.
Das nächste Objekt war ca. 5000 Jahre alt, ein Steinkreis, der „East Auchin-Circle“. Alle Steinchen stehen noch schön im Kreis, grad wie Stonehenge, nur nicht so hoch. Mehr für Werktags!
Dann war es genug und wir fanden diesen Platz in der Nähe von Inverury mit free Wifi! Super!
14.
Wir befinden uns schwer auf dem Rückweg.
Am 7.8. waren wir mitten auf dem Castle-Trail. Wir musssten uns nur entscheiden, welche der Burgen wir heimsuchen.
Zuerst war Castle Frazer dran, bis vor kurzem noch in Familienbesitz. Eine hohe, auf eine mittelalterliche Burg aufgebaute, prunkvolle Bleibe mit Geheimkammern, Schatzverstecken, Geistern, wie immer, und Geschichten.
Das nächste war Craigiever-Castle, hübsch renoviert (rosa), aber innen sehr eng mit steilen, engen Wendel-Treppen. Vier bis fünf Stockwerke hoch, kaum mehr als ein Raum pro Stockwerk. Auch hier wurde das Schloss auf einen mittelalterlichen Gebäudeteil "aufgetürmt", mit Priesterversteck und einigen Raffinessen, leider innen immer mit Fotographierverbot. Der Regen war unser ständiger Begleiter.
Anschließend fuhren wir durch einen wunderschönen Wald, weiter durch Hochmoore - man glaubt sehr hoch zu sein, aber die Berge haben ungefähr eine Höhe von 500m - und dann bei Inverury in der Nähe von Montrose wieder an die Nordsee.
Dort fanden wir eine Wiese direkt hinter den Dünen aus Kies. Der Regen machte mal Pause und wir hatten Hunger und hofften in dem kleinen Ort etwas zu finden. O je, das war das schlechteste Essen seit meinem "Käptensdinner" auf dem Weg nach Griechenland vor zwei Jahren!
So stellen sich die Leute, die seit 30 Jahren nicht mehr in England waren, englisches Essen vor. Dabei kochen die Schotten eher gut!
Der 8. 8. verwöhnte uns etwas mit Sonne.
Zuerst suchten wir in der Nähe eine besondere Aussichtsstelle am Meer und fanden auf scurilen "Straßen" eine verfallene Ruine auf einem Felsen direkt am Meer. Touristen sind hier wohl so selten, dass uns die Leute schon während des Fahrens ansprachen.
Zügig ging es weiter nach Dundee und über die Tay-Bridge. Neben der Straßenbrücke steht seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Eisenbahnbrücke. Genau dort stand schon mal eine, 1872 errichtet und 1879 in einer Sturmnacht eingestürzt, leider mit einem vollbesetzten Zug darauf. Erinnert ihr euch? "......Tand, Tand ist das Gebilde aus Menschenhand!" (Gedicht von Fontane "Brücke am Tay"). Stand früher in jedem Deutschlesebuch.
Bis jetzt war unser Auto brav. Jeden Morgen und Abend wird es gestreichelt.
Vielleicht hatten wir das mal vergessen, jedenfalls es pfiff uns eins und als wir das zur Kenntnis genommen hatten, sahen wir zu unserem Schrecken, dass der linke Hinterreifen so gut wie platt war.
In einer kleinen verkruschtelten Werkstatt wurde der Reifen untersucht und es stellte sich heraus, dass innen der Reifen abgeschabt war und dadurch nicht mehr dicht. Für 20 £ bekamen wir einen "Neuen", der mindestens 4000 km halten soll. (Daheim in der Werkstatt kam dann raus, dass der Reifen nur für einen PKW zugelassen war!)
Dabei war der "Alte", ein Allwetterreifen und ganz neu. Mist!
Aber wir sind froh, für's Erste so davongekommen zu sein.
Grad 2 Meilen weiter war dann ein schöner C-Platz für uns in St. Monans. Nur Wifi gab es nirgends. Rechts und links idyllische Fischerörtchen, malerisch an die Klippen geklebt. Hier würde ich gerne länger bleiben, aber wir hatten uns online in Edinburgh für den 9.8. angemeldet.
Also ging es am anderen Tag weiter über die Forth-Bridge mit Stopp zum Bestaunen der Eisenbahnbrücke (Trix-Baukasten für Fortgeschrittene und in jedem Kunstbuch abgebildet!)
In Edinburgh gab es dann eine böse Überaschung. Unsere Reservierung war nicht zur Kenntnis genommen worden und der Platz war voll. Pech!
Somit sitzen wir nun ein paar km weiter Richtung Süden auf einem Platz mit free Wifi und einer netten Betreiberin hier.
Jedoch auch von hier kommt man mit einem öffentlichen Bus in knapp einer halben Stunde nach Edinburgh hinein.
Das haben wir nun 2 mal hinter uns. Es ist eine lebendige und interessante Stadt. Besonders seitdem die Sonne scheint. Es ist wie in Italien. In allen Parks liegen die Leute auf der Wiese. Dazu kommen die vielen Festivals hier. Einiges findet auf der Straße statt, sehr schön immer wieder zuzuschauen.
Die Veranstaltungen sind fast alle ausverkauft und dazu sehr teuer. Sehr viel Theater, von dem wir - mangels anständigem Englisch - sowieso nichts haben. Aber wir geniessen die Straßenmusik, Zauberer und die Akrobaten.
Morgen werden wir uns weiter auf den Weg nach Süden machen. Mit mehr Zeit wird die Tour durch England auch etwas gemütlicher.
15.
Ein bisschen ist mein Bericht von Edinburgh zu kurz gekommen.
Passend zu der Zweiteilung der Stadt in Altstadt und "Neustadt" (17.Jahrh.) haben wir zwei Häuser besichtigt, die uns der Nationaltrust präsentierte.
Zuerst das Georgian-House in der Neustadt, wunderbar eingerichtet mit allem, was eine Großbürgerliche Familie im 18.-19.Jahrhundert so braucht. Dazu ein richtig gespielter Alltag (im Film), der innerhalb des Hauses gedreht wurde. Könnt ihr euch das vorstellen: das Essen mit Gästen ist vorüber, die Damen ziehen sich zurück - alles bekannt -, was ich aber nicht wusste: offen auf einem Bord im Büfett, da, wo eben noch das Essen stand, steht offen ein Pisspott zum Gebrauch der Herren, die sich so erleichtern können, denn irgendwelche Bäder oder Toiletten gab es erst um 1900. Ein Mädchen, ein Kind von 10 oder 11 in der Dienstbotenhierarchie an unterster Stelle war für's Leeren verantwortlich.
Dieses Haus wurde nur von einer Familie und den obersten Dienstboten bewohnt.
Dagegen das 2. Haus "Gladstone's Land" in der Altstadt war ein typisches Mietshaus, schmal und hoch. Je nach Stand und Geldbeutel bewohnte eine Partei ein Stockwerk oder nur einen Teil davon, oft winzige Zimmerchen. Nicht besonders hell, denn Glas war teuer und so wurde die untere Fensterhälfte mit Läden geschlossen. Manchmal kragten die oberen Stockwerke vor, um mehr Platz zu schaffen. Im Erdgeschoss waren Läden oder Werkstätten. In allen Räumen hatte der Nationaltrust seine Leute in die Rolle der Bewohner schlüpfen lassen und sie erklärten auf Fragen alles aus "ihrer" Sicht. Besucherkinder konnten mitspielen und sich entsprechend verkleiden. Interessant war die Mischung in solch einem "Land". In einem Haus wohnten so z.B. kleine Kaufleute, Handwerker, Dienstboten und Richter zusammen. Und evtl. auch Tiere zur Versorgung, hier ein Schwein vor der Tür (im Bild liegend!!).
Leider durfte man nicht innen fotographieren.
Und immer wieder Künstler, Akrobaten, Theaterleute - es war echt was los(Bild). Da haben nicht nur wir eine ruhige Ecke gesucht. Eben hier auf dem Friedhof ist auch ein Hund begraben mit Grabstein! Er hat hier beim Grab seines Herrchens treu 14 Jahre lang gewacht. Nach seinem Ableben haben die, die ihn fütterten, ihn hier auf dem Friedhof beerdigt. Weiter die Straße rauf gibt es noch ein Denkmal und ein Pub ist auch noch nach Bobby benannt.
Am Grassmarket waren wir auch, im Pub "The last drop", so benannt wegen dem Galgen und seiner "Kundschaft", die den letzten Tropfen getrunken hatten.
Einer der "Kunden" war Hare, der mit seinem Kumpel Burke Leichen ausgrub und an die Anatomie verkaufte. Später dann brachten die beiden die Leute um, damit sie mehr Leichen zu verkaufen hatten.
Deshalb wurden auf jenem Friedhof (s.o.) auch einige Gräber durch schwere Steine oder Eisengitter gesichert. Übrigens: Burke hat als "Kronzeuge" ausgesagt und kam ohne Strafe davon.
Insgesamt ist Edinburgh mehr als zwei Tage wert, aber uns taten die Füße weh und dazu war schlechtes Wetter angesagt.
Das aber blieb aus. Bei strahlender Sonne saßen wir im Bus und verließen - nach einer Pause bei der Klosterruine Melrose und dem Aussichtspunkt "Scott's View" - Schottland und fuhren auf der M6 nach Süden.
Aber nicht mehr weit. Beim "Ullwater"-See wollten wir einen C-Platz finden, mitten im Lake-Distrikt, einer der schönsten Landschaften Englands.
Aber wie es so ist: Ferien in England und überall und Weekend - es war ganz schön voll.
Wir verzichteten auf den See und fanden, eng von Bergen umgeben, einen Platz mit vielen Zelten. Alles Wanderer!
Heute morgen ging es dann auf der M6 weiter bis südlich Liverpool, trotz Sonntag ein Wahnsinnsverkehr.
Wir haben ja noch Zeit, also schauen wir uns nun ein wenig Wales an. Auch hier Berge und Seen.
Gerade haben wir unsere Bettwäsche (zum letzten Mal) gewaschen. Und so ein englischer Frechling hat es eilig gehabt und sie aus dem Trockner geschmissen. Jetzt steht Paul am Trockner und will des Frechlings Füllung raus setzen. Denn unsere Wäsche war nicht trocken, was fatal ist, denn wir haben nur die. Das Dumme ist hier, man kann immer nur einen "Coin" reinschmeißen und trocken ist alles nur mit 3 Pound. Also muss man auf der Lauer liegen!
Morgen bleiben wir noch in Wales. Dann geht es weiter nach Süden und Osten, vielleicht nach Stratford upon Avon, Oxford und sicher nach Salisbury und Stonehenge.
Bis bald!
Liesje
liesje am 10 Sep 2012 13:38:07
Hallo England- und Schottlandfreunde,
Hier kommt der nächste und letzte Teil meines Berichtes:
Nach 7 Wochen „Sommer“-Urlaub meist im Regen und oft in Kälte hier hat der Sommer es auch mal gepackt!
Hier in Wales scheint die Sonne fast pausenlos. Wir beschließen daher zum Atlantik zu fahren und ich suche uns eine Ecke mit schönem Sandstrand. Da mir in meiner Bordbibliothek ein Reiseführer Wales fehlt, guck ich mir alles im Google-Earth an und wir entscheiden uns für Barmouth. Dort bescherte uns die Sonne einen heißen Tag. Wir waren sogar im Atlantik, Paul sogar schwimmen! Mir war die Brandung zu stark. Ich ließ mich ein wenig rumschubsen von den Wellen und dann legte ich mich am Strand in die Sonne, bis das Meer den Strand klaute. Bei Flut gibt es keinen Strand!
Als wir gestern (Montag, den 13.8.) hier ankamen, ging es schon los: Radfahren in der kurzen Hose, Füße baden im Atlantik, Sonnenuntergang bewundern.... Heute sind wir dann erst zu einer langen Radtour -streckenweise Lauftour – aufgebrochen. Bei Barmouth gibt es einen großen S(tr)andtrichter ins Land hinein. Eigentlich muss man ca. 16km Umweg fahren, um auf die andere Seite der Bucht zu kommen. Aber da gibt es eine Bahnbrücke auf Holzstelzen. Auf einer Seite ist Platz für Fußgänger und Radfahrer. Auch weiterhin gibt es Radwege und die Straßen sind auch nicht so stark befahren. Die verschiedenen Bahnen und Bähnchen, die es hier an der Küste gibt, sind – denke ich – Überbleibsel aus der industriellen Blüte Wales. Nun werden sie touristisch genutzt und wahrscheinlich teilweise auch als öffentlicher Nahverkehr.
Wir fanden auf der anderen Seite eine Minibahn mit Dampflok, die eifrig Touristen zum Strand und zurück transportiert. („Auf der Eisenbahn steht ein schwarzer Mann....“). Sogar durch einen Tunnel fuhr sie. Der wurde wohl extra dafür gebaut.
Wir folgten der Bahn, bzw. den Schienen bis zur Fähre zurück nach Barmouth. Die aber hatte Mittagspause und war uns mit den Rädern nicht ganz geheuer.
Also ging es wieder zurück zur Bahnbrücke.
Pech hatten wir Radfahrer, als wir dreist einen Fußgänger-Wanderweg etliche km mit dem Rad lang wollten. Fahren ging ja, aber die Viehgitter machten dem Paul schwer zu schaffen. Die Räder passten eigentlich nicht durch. Hochkant konnte man eines durchheben, dann passte aber der Paul nicht mehr dazu. Aber der Umweg, dazu der gleiche Weg wie hinzu, war schlimmer. Also fummelte der Paul immer sich und ein Fahrrad nach dem anderen durch.
Wir nahmen es mit Fassung und mit Humor!
Heute Abend gab es hier im Pub (4-5km mit dem Rad bequem über die Strandpromenade) Live-Musik. Die Laufstärke war angenehm und die einzelnen Musiker sehr verschieden. Einer sehr gut!
Dadurch habe ich meinen Sonnenuntergang verpasst. Ich wollte ihn durch die Palmen (ehrlich, die gibt es hier an der Promenade!) fotografieren, aber die Sonne wartete nicht auf mich.
Morgen geht es weiter.
Mittwoch, der 15.8. und alles wie immer!
Hoffnungsvoll zog ich mein einziges völlig ungenutztes Sommerkleid an.
Morgens gab es dann erst mal Sturm. Erst flog der Stuhl um, dann die Tischdecke davon mit der Butter drauf und dann der ganze Tisch. Da haben wir das Frühstücken draußen aufgegeben.
Aber es war noch warm und die Sonne schien (noch!).
Das änderte sich gewaltig.
Die fast 300km bis Stratford upon Avon legten wir größtenteils im strömenden Regen zurück.
Zwischendurch zog ich mir mal was Wärmeres an.
Zum Glück gab es dazwischen eine hübsche alte Markethall in Llanidloes, eine trockene normannisch/gotische Kirche in Leominster und Berrington-Hall, eher ein kleines Schloss mit allen Schikanen. Die letzte Besitzerin (1878 geboren) hat es zwar 1957 dem Nationaltrust vermacht, aber sie hatte zeitlebens Wohnrecht und wurde 100 Jahre alt.
Am Wege „stolperten“ wir über eine sehr nette Teestube, eine altes Haus mit einer großen Teekanne als Aushängeschild. Es war gleichzeitig ein privates Museum und ein kleiner Kunsthandwerksverkauf zum Teil in den Werkstätten. Lasst euch – falls ihr je drauf stoßt – in den „Laden“ schicken. Ein Kaufladen mit allem drin von 1920 etwa. Super! Jetzt sitzen wir hier am Avon in Stratford, ganz nett.
Ich spazierte zur Brücke, da bellte es laut direkt in der Nähe. Ich guckte überall, wo denn der Hund sei. Denkste – das war eine schwanähnliche Gans! Die kann eine Fremdsprache!
Morgen wandeln wir hier auf Shakespeares Spuren und dann geht es weiter nach Oxford. Das ist dann nur gut 50 Meilen weit weg.
Donnerstag, den 16.8.: Mit uns wandelten Tausende hier in Stratford. Schon im Reiseführer steht: Nach London ist Stratfort der 2.-größte Touristenmagnet! Na so was, ich dachte, das ist Stonehenge!
Wir haben uns alles von außen angeguckt. Schon vor 42 Jahren fand ich die Eintrittspreise gewaltig hoch. Das hat sich nicht geändert.
Nach einem Großeinkauf im „Morrison“ war der Kühlschrank rappelvoll, der Campingplatz in Oxford aber auch. Wir kriegten nur ein „Pitch“ ohne Elektrizität. Schade für meinen Weißwein!
Und natürlich kein Internet!
In den Semesterferien ist Oxford leider nur eingeschränkt zu besichtigen, die Colleges sind alle zu und nur von außen zu sehen. Dennoch ist es großartig.
Wir machten uns schnell am nächsten Morgen davon, sehr gemütlich mit einigen Umwegen Richtung Salisbury. Unterwegs "stolperten" wir über ein "White Horse". Ganz interessant, das älteste ist 2000 Jahre alt, das jüngste aus dem Jahr 2000!
Die Umrisse sind riesig an Berghängen deutlich gemacht, indem die Erde vom darunterliegenden Kalkfelsen weggekratzt wurde. Das Pferdchen war kaum zu fotografieren, ich hätte einen Hubschrauber gebraucht. deshalb kriegt ihr das Pferdchen aus dem Internet.
--> Link
Das war die erste kleine Wanderung heute (17.8.) und weiter ging es mit unfreiwilligen Umwegen nach Avebury zur Einstimmung auf Stonhenge.
Hier gibt es mehrere Steinkreise, mindestens einer so groß, dass ein ganzes Dorf samt Kirche plus Schloss mit Schlossgarten hineinpasst.
Die Bewohner in den vergangenen 6000 Jahren haben allerdings den halben Steinkreis in ihre Häuser verbaut.
Lustig war es im elisaethanischen Herrenhaus. Wir wunderten uns schon am Ticketschalter, als uns erklärt wurde, wir könnten alles machen, z.B. uns ins Bett legen, uns an den gedeckten Tisch setzen usw. Und so war es! Am steinzeitlichen mysteriösen Silberhill (ein Hügel, künstlich aufgeschüttet, aber kein Grab und eine andere Nutzung nicht erkennbar!) vorbei und durch Marlborough kamen wir dann endlich nach Salisbury.
Morgen fahren wir zum Stonehenge und vielleicht noch etwas weiter zum "schönsten Garten Englands" in Stourhead, natürlich ein Castle dabei.
17.
wir sind bald wieder daheim! Noch knapp 15 Meilen und wir sind an der Fähre.
Was seit Salisbury so geschah:
Zu Stonehenge kann man nicht viel sagen, nur staunen (mit tausenden von Leuten, die in einem großen, Kreis um den Steinkreis rumziehen).
Wir sind dann weiter, wegen des Staus auf der Zufahrtsstraße zu und von Stonehenge, auf sehr kleinen hübschen Sträßchen zum Schloss "Stourhead".
Dort hat sich ein Bankier mit seinem Garten ausgetobt. Für seinen Teich musste das halbe Dorf weichen. Die Kirche wirkt wie ein Teil der Möblierung des Parkes.
Natürlich haben wir uns noch das Schloss angetan: großartig mit Säulenvorhalle, innen palladinisch und teilweise von Chippendale persönlich ausgestattet.
Durch den Park machten wir eine Wanderung an Grotten, Tempeln, Wasserfällen, Druidensitzen vorbei. Im stilvollen angeschlossenen Restaurant nahmen wir den "Creme-Tea" ein (Scones mit sahniger fettiger Creme und Marmelade + Tee).
Natürlich haben wir uns Salisbury und seine wunderschöne Kathedrale angesehen.
Dann ging es weiter Richtung "Oldbury Hill", dem C-Platz, von dem wir mit dem Zug nach London reinfahren konnten.
Kurz davor war wieder ein Schloss im Weg. "Clandon Park" , sehr streng im palladinischen Stil.
Den Garten haben wir ausgelassen, es wurde zu heiss, aber das zu Ende des 19.Jahrhunderts rübergebrachte Maori-Haus haben wir uns angesehen. Einer der Lord Onslows war Gouverneur von Neuseeland gewesen. allesamt waren sie hohe Tiere, aber ihre Steuern konnten sie nicht mehr zahlen. Deshalb vermachten sie alles (oder besser, fast alles) dem Nationalstrust und wohnten immer noch da, bequemer in einer (riesigen) Ecke des Parks.
Abends wollten wir noch auf "Nummer sicher" gehen und uns den Weg vom Oldbury Hill-Campingplatz zum Bahnhof in Kemsing per Rad ansehen. Leider ist der Bahnhof so unbedeutend, dass es absolut keinen Hinweis darauf gab und er auch ziemlich weit weg vom Ort war. Bis wir ihn erspäht hatten und wieder zurück waren am Platz, waren wir fix und fertig.
Zum Glück, so bin ich auch früh ins Bett und somit auch früh aufgewacht, denn unser "Wecker", unsere Tochter Viola in Deutschland hat das Wecken vergessen.
Mit zwei Zügen und Bus und zu Fuß haben wir Helen und Michael in London besucht.
Bei Helen habe ich vor 42 Jahren Englisch gelernt.
Diesmal war ich schlauer gewesen: Der Tag zuvor war knallheiss gewesen und ich dachte in London wird es das auch. Aber weil wir doch auch Rad fuhren und spät erst zurückkehren wollten, zog ich eine lange Hose an (die letzte saubere!) und nahm mit dem ?gen Sommerkleid auch eine Weste im Rucksack mit. Das war mein Glück, denn in London wechselten warme Minuten mit kalten Stündchen ab.
Abends war ich ganz geschafft von dem dauernden Englischreden.
So, die letzten knapp 2 Tage wollten wir noch ans Meer und hoffentlich in die Sonne. Also auf nach Süden!
Auf dem Weg "fanden" wir eine alte Dorfkirche in Tudeley mit Fenstern von Chagall (Dieser hat die Fenster gestaltet in Erinnerung an die ertrunkene Tochter der ansässigen Familie, bei der er immer zu Gast war).
Ein Stück weiter Richtung Hastings besuchten wir die Wasserburg "Bodiam-Castle" - beeindruckend! Fortschrittlicher als spätere Jahrhunderte gab es auf jedem Stockwerk in jedem Wohnturm eine Toilette (Plumps nach unten ins Wasser!) Danach war es nicht mehr weit zum Meer (Kanal) und zum (4. endlich freien) C-Platz hier in Folkstone direkt unterhalb der ersten Kreidefelsen. Nun haben wir grad einen internationalen Abend zugebracht: Neben uns steht ein Franzose mit eine Österreicherin (da gab es den Apéritif und später den Digestif bei uns), daneben Holländer aus Spanien und hinter uns Schweden. Einen einsamen Engländer gibt es auch noch.
Morgen genießen wir hier noch die Ruhe und hoffentlich den Strand in der Sonne, über uns die weißen Felsen bis dann übermorgen die Fähre von Dover nach Dünkirchen geht.
18.
Liebe geduldige Leser,
das war's! Wir sind wieder in Freiburg.
Unsere Aussicht vom Frühstücksplatz bei Folkstone habt ihr ja schon gesehen. Wir wanderten noch am Strand entlang bis in die Stadt, bewunderten die vielen Sandburgen, die da gebaut wurden und aalten uns anschließend noch etwas in der Sonne.
Am Donnerstag suchten uns dann auf den verbleibenden 10km bis Dover noch was zum Ansehen.
Kein Schloss, keine Kirche, aber den Aushub aus dem Eurotunnel, jedenfalls die englische Hälfte. Die wurde zum größten Teil hier an den Kiesstrand unterhalb der Kreidefelsen gekarrt und das ganze dann mit unendlich viel Beton zum Meer hin befestigt. So langsam sieht es - wenn man den Beton wegdenkt .- ganz natürlich aus und man kann draufrumspazieren.
Wir hatten ja eigentlich bis spätabends 22.00 Uhr Zeit. Die mussten wir nun totschlagen und dazu einen bustauglichen Parkplatz finden.
Da fiel uns wieder der Nationaltrust ein. Der hütet die weißen Klippen von Dover, besonders die nach Osten, dazu einen Leuchtturm.
Da sind wir hin und an der Küste entlang gewandert, haben den Leuchtturm besichtigt und beim "Leuchtturmwächter"(den es schon lange nicht mehr gibt) einen Tee genossen.
Abends wollten wir am Hafen unser Ticket holen – -übrigens wieder mit ein bisschen Bammel, weil wir der wahnsinnig günstigen Online-Buchung nicht trauten (68 € hin und zurück!) --, aber wir wurden gleich ins nächste Schiff gesteckt, landeten ohne Probleme in Dünkirchen, schliefen im mittelalterlichen Städtchen Gravelines sehr ruhig und machten uns am Freitag auf nach Süden.
--Das war es in zwei Monaten. Eigentlich waren es Erlebnisse für 6 Monate! Aber auch Rentner müssen mal heim.
Falls irgendwer etwas genaueres über unsere Tour wissen will, fragt nach!
Liesje--
reisetanteuta am 10 Sep 2012 15:14:32
Hallo Liesje,
herzlichen Dank für deinen informativen und kurzweiligen Reisebericht. Es hat viel Freude gemacht, ihn zu lesen.
Beschwingt geschrieben, man bemerkt Eure - trotz sehr durchwachsenem Wetter - gute Laune. Und für die Fotos musst Du Dich wirklich nicht schämen, wie Du es einmal andeutest.
Vielen Dank ... und ich freue mich auf die Jahre, wann wir auch so viel Zeit haben werden.
Mit freundlichen n,
Ottomar
al am 27 Sep 2012 21:45:07
schön. echt schön. wir müssen auch mal wieder auf die insel.
wenn du noch nen nachschlag hast... bitte!
Roman am 27 Sep 2012 22:06:35
liesje hat geschrieben:2. Sind meine Fotos nicht so gut, weil ich nur so eine einfache "Draufhalt und Knips"-Kamera habe
Hallo Lesje,
stell Dein Licht nicht zu sehr unter den Scheffel :wink:
Da sind wirklich gute Fotos dabei, was einmal mehr beweißt, dass nicht die Kamera, sonder derjenige, der dahinter steht, die Fotos macht.
Danke.
Roman
celso am 30 Sep 2012 11:18:49
Hallo Liesje,
nachdem ich meinen eigenen Reisebericht endlich fertighabe, habe ich mal Deinen gelesen. Da stecken noch jede Menge interessante Sachen drin, die ich für die nächste Urlaubsvorbereitung verwenden werde.
Vielen Dank
Celso