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Österreich - ein kleiner Reisebericht 1, 2, 3, 4, 5


Lancelot am 11 Okt 2012 06:59:07

raidy hat geschrieben:Und schweißgebadet kam ich rechtzeitig an. Es war 5 Minuten vor 12. Sie machen übrigens um 13 Uhr zu, nicht um Zwöööölfääh. :-o HimmelsHerrGottsKruze..........


:kuller:

Ehrlich, Raidy, ich hab mich schon lang nicht mehr so "abgekudert" .. man (er-)lebt ja richtig mit :D

Schade wegen der Fotos .. aber Deine Prosa ist allererste Sahne .. :gut:

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pipo am 11 Okt 2012 07:32:10

Toll :klatschen:

Sahli am 11 Okt 2012 10:05:31

sogar für mich ösi ein genuss. weiter so, ich warte :D

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Gast am 11 Okt 2012 16:49:57

Vor die Tore Wiens

Nach den besonderen Erlebnissen in Krems (Stichwort Stürmer und Fahrradschlauch) stand heute der Weg nach Wien auf dem Programm. Ein netter Campinggast aus Österreich erzählte mir, dass der CP Klosterneuburg der beste und ruhigste in der direkten Umgebung von Wien sei.
Dann machen wir uns heute mal einen ganz gemütlichen Tag, bummeln mit dem WoMo die paar km zum Klosterneuburg und machen dort einen auf ganz faul, dachte ich.

Nach einem Diät-Frühstück (1 Toast mit Schinken und ein Ei) bummelten wir gemütlich auf Landstraßen in Richtung Klosterneuburg. Es sind ja nur rund 60 km dorthin.
Das Navi ließ ich ausgeschaltet und bin ganz bewusst auf immer kleiner werdenden Sträßchen frei nach Goethe (nöh, nach Himmelsrichtung) gefahren.
So gegen 11:00 Uhr kamen wir durch einen sehr kleinen aber schönen Ort. Und irgendwie lag ein leckerer Geruch in der Luft, so nach frisch Gegrilltem.
Nach kurzer Sichtung der Lage entdeckten wir dann auch gleich ein paar Meter weiter eine Fleischhauerei (lustiges Wort). Irgendwie (fragt mich bloß nicht warum) hat mein Magen samt Gehirn sofort auf Hunger geschaltet.
Ich habe noch einen ewig langen inneren Diät-Monolog mit mir geführt (so rund 2 Sekunden), aber der Hunger hat gewonnen. WoMo abstellen und rein in die gute Stube.
Da hat es so richtig lecker gerochen. Wie mir der nette Fleischhauer erklärte ist Schlachttag gewesen und die ganzen Grill- und Räuchersachen wurden gerade gemacht.

Jetzt mal ehrlich: Warum sollte ich ausgerechnet heute und hier und im Urlaub und bei diesem tollen Fleischhauer an Diät denken. Zudem habe ich gestern ja einen Kaputt-Fahrrad-Schnell-Schieberekord gebrochen und der Darm ist auch leerges....en.
Und zumindest diesen Kalorienbonus habe ich mir doch sauer erarbeitet. So habe ich dann zugeschlagen. So was ähnliches wie Fleischküchen, etwas Gerauchtes, ...... oje!
Damit das WoMo jetzt nicht überladen ist haben wir beschlossen, das meiste an Ort und Stelle sofort zu vernichten. Saulecker war es, hmmmmmm.

Laut Landkarte liegt der CP Klosterneuburg nur 500m weg von der Donau. Es müsste also ein Leichtes sein, von dort mit dem Fahrrad nach Wien zu fahren.
Aber als das in der Zwischenzeit doch eingeschaltete Navi (die kleinen Wege waren wohl doch zu irreführend) nur noch 8km zum Ziel anzeigte, begann es plötzlich heftig bergauf zu gehen.
Es wurde höher und höher und ich sah mich schon wieder enorme Steigungen und Gefällen auf dem Weg nach Wien Radeln zu müssen. Das kann doch nicht sein? Laut Navi liegt es doch fast direkt an der Donau.
Oder kann in Österreich das Wasser den Berg auf und wieder ab fließen? Gewundert hätte mich dies nun auch nicht mehr.
Bei Maria Gugging ging es aber dann wieder genau so abwärts, was mich unglaublich beruhigte. Und kaum einen km weiter stand es plötzlich rechts vor uns, das Kloster von Klosterneuburg.
Jetzt war mir auch klar, warum es Klosterneuburg hieß. Imposant und wuchtig stand es da auf einem Hügel. Trotzdem war es nicht klotzig, sondern hatte eine verspielte Architektur. Hier haben sich wohl verschiedene Architekten mit unterschiedlichen Baustilen ausgetobt.

Und schon 2 Minuten danach standen wir vor dem CP Klosterneuburg.
Der CP ist recht groß, was ich eigentlich nicht so mag. Aber er ist auch tipp top sauber. Die Sanitäranlagen vom Feinsten, die Damen an der Rezeption sehr höflich.
Und dank ACSI war er sogar recht günstig. Die Stellplätze sind von durchschnittlicher Größe. Schön ist, dass zwischen jedem Platz eine Abtrennung mittels einer Hecke zu den Nachbarn ist.
Er liegt sogar recht ruhig. Ab und zu hört man einen Zug vom nahe gelegenen Bahnhof, was sich aber sehr in Grenzen hält.

Nach einer Kaffeepause und einem kleinen Nickerchen war ist es zwischenzeitlich 15:00 Uhr geworden. Eigentlich stand heute nur faulenzen auf dem Plan.
Der Besuch der Fleischhauerei jedoch sollte irgendwie etwas kompensiert werden, dachte ich. Und so beschlossen wir die paar Meter zum Kloster rauf zu laufen und uns diese kurz anzusehen.

Die paar Meter waren dann doch eher ein kleiner Aufstieg und das "kurz" entwickelte sich zu einer langen Angelegenheit, die mich über 200€ gekostet hat . Dazu aber später.

Was, kein Bild? Ihr wisst doch, meine Kamera...................

O.K. eines hab ich:

Im Moment entdecke ich, dass das falsche Programm am Photoapparat eingestellt ist. Ja, Schuhgröße 48! :?

Anne42 am 11 Okt 2012 18:34:24

oh jetzt ist es aber spannend :eek:

ottomar am 11 Okt 2012 18:51:29

Anne hat Recht!

Du weißt, wie man Spannung aufbaut!


Mit freundlichen n,

Ottomar

Gast am 11 Okt 2012 20:31:00

Der "teure" Spaziergang

An diesem Tag war es richtig heiß, ungewöhnlich heiß für September. Das Thermometer an der Rezeption zeigte 28 Grad im Schatten. Zudem war es auch noch ungewöhnlich schwül. Irgendwie erschien mir das Wetter etwas mediterran. Letztlich war es die pralle Sonne, die mich gegen 14:00 Uhr aus dem WoMo jagte. Kurzum, nach einer Kaffeepause schlappten wir dann los, die paar Meter zum Kloster.
Eigentlich war es wohl nur rund 1km, aber der Aufstieg war für uns an diesem Tag doch etwas anstrengend. Und wieder einer der endlosen Treppen. Stufe um Stufe erklimmen wir das Ziel.
Noch eine kleine Treppe links, wieder eine rechts und da war es: Das Stift Klosterneuburg.

(Na, hat schon was wenn die Einstellungen am Photo stimmen. :D)


Wow! Was für eine Anlage.
Zuerst gingen wir in die Kirche. Imposant, groß und voll von Gold und Prunk.


Wenn man die Kirche betritt, steht man innen vor einer großen Vergitterung und kommt nicht in die eigentliche Kirche. Doch kaum staunten wir durch die Gitter kam auch schon ein äußerst freundlich schauender Mönch. "Heute dürfen Besucher ausnahmsweise die Kirche auch innen besichtigen. Er öffnete das Tor und führte uns (und 5 andere) durch diese prunkvollen Räume. Wow! Vor lauter Faszination hätte ich fast vergessen, wer wohl mit seiner Hände Arbeit all dies erbaut hat.
auch die Deckenmalereien nur vom Feinsten:


Anschließend gingen wir durch den Klosterhof, als uns plötzlich aufgebaute Zelte auffielen. Überall waren Infostände, es gab verschiedene kleine Speisen und an nummerierten Tischen wurden Weinproben ausgeschenkt.
Das ORF war auch mit einem großen Team vor Ort und hat fleißig gedreht. Einige Personen scheinen wohl bekannte Persönlichkeiten zu sein, anders konnte ich mir die Trauben um diese Leute nicht erklären. Ganz besonderes Interesse erweckte wohl diese junge hübsche Dame, die auch umgehend interviewt wurde.

(Wer immer auch diese Dame ist, sie ist wohl bekannt)


Daneben ein völlig glücklich drein schauender Ober-Ober-Ober-Geistlicher, der offensichtlich mit dem Lauf der Dinge völlig zufrieden war

Was uns aber fehlte war ein Weinglas für die Proben. "Das finden wir bestimmt gleich", sagte ich zu Gabi.
Und so betraten wir das Innere des Klosters. Über viele Treppen, teilweise aus Vollglas mit Hinterleuchtung, kommen wir tiefer und tiefer.



Es war enorm beeindruckend, wie viele "Stockwerke" sich unterhalb der Oberfläche befinden. Alle Räume sind zugänglich, überall werden Weinproben ausgeschenkt.

Überall stehen Kunstwerke, Schauweinflaschen und Informationstafeln



Etwas weiter sehen wir eine Schiefertafel mit der Aufschrift "--> zur Kelterei".

Wow! Wo doch Wein mein Hobby ist. Wo ich doch extras auch nach Österreich gefahren bin um den Weinkeller mit ein paar guten Tropfen aus Österreich zu füllen.
Wenn ich entscheiden müsste zwischen Wohnmobil oder Weinkeller, würde ich mich wie folgt entscheiden:

"Beides!" :razz:

In der Kelterei kam uns gleich der typische Geruch von Holzfässern, Taninen und Traubenmost entgegen. Die meisten hat es wohl nicht so interessiert. Sie schauten kurz rein und gingen auch gleich wieder. Denn hier war kein Probeausschank.
Und wieder ein glücklich drein schauender Mönch, der sich Keltereimeister vorstellte. Ich kam mit ihm ins Gespräch. Als er bemerkte, dass ich keine 0815 Fragen stellte und wohl etwas von Weinkunde verstehe, taute er völlig auf. In einer Begeisterung erklärte er mir alle Schritte von der Ernte über Pressung bis zur Fassreifung. Dann ging er mit uns eine unglaublich kleine Wendeltreppe hinunter (ich passte gerade so durch). In einem sehr tief gelegenen Keller war es dann: Das "flüssige Gold" in riesigen Fässern. Schon der Duft dieses Raumes war unbeschreiblich. Dass es angenehm kühl war hat uns natürlich auch erfreut. Ich denke, wir haben gut eine Stunde köstlich unterhalten. Der Kellermeister war ein Mensch, wie es ihn garantiert nur einmal gibt.
"Können sie mir jetzt noch sagen, wie man zu einem Probeglas kommt? Überall verkosten die Gäste Proben nur ich habe kein Glas", sagte ich.
Er schaute mich etwas erstaunt an. "Hoabens denn noch koine Eintrittskoarten kauft, doa ist doas Gloas mit daboi?", fragte er.
"Nein, sagte ich. Wo gibt es die denn?", erwiderte ich.
Er sagte mir dann, wo ich diese bekomme und dass all die "offenen Räume" eigentlich nur zur Gesamtführung mit Eintrittskarte gehören.
Das war mir natürlich total peinlich, woher hätte ich denn das wissen sollen. Aber er sagte mir, dass das gar kein Problem ist, war doch die Unterhaltung mit mir schon ein schöner Gegenwert.

Und so begaben wir uns in Richtung Kasse. Als wir durch die Gänge dort ankamen hat mich wieder fast der Schlage getroffen. Eine riesige Gewölbehalle mit mehreren Figuren. Jede hat mindestens 3-4m Höhe (aber seht selbst):


Dazu ein Souvenierladen mit viel Kitsch, aber nur wenigen Weinen.
An der Kasse habe ich mir dann angeschaut, was alles zu der Führung gehört. Und wir haben festgestellt, dass wir da überall schon für lau waren. Nicht dass ich die 9€ klemmen wollte, aber wir waren ja schon überall.
"Entschuldigung, kann man hier auch Weine kaufen und verkosten?", fragte ich die Dame an der Kasse.
"Kaufen ja, aber ob man dort auch verkosten kann, weiß ich nicht", antworte die Dame.
Sie sagte mir dann, wie man zur Vinothek kommt. "Rechts raus, die Treppen hoch und dann links".

Also gingen wir rechts raus, die Treppen hoch und dann links.
Jetzt standen wir aber vor dem Ausgangstor des Klosters. Vermutlich ist die Vinothek außerhalb des Klosters, dachte ich und lief noch 500m weiter. Vor uns lief eine junge Dame, die ich nochmals nach dem Weg gefragt habe. "Ich bin auch nicht von hier", sagte sie, "aber hier muss es irgendwo sein".
Nach weiteren 500m (es war heiß und schwül) landen wir auf so einer Art Marktplatz.

Wir sehen am Ende des Platzes: Das Kloster mit Klosterhof. Da kamen wir doch gerade her? Und vor dem Eingang eine Treppe mit Schild "Vinothek".
Naja, buchen wir es unter gesundem Spaziergang ab, dachte ich und eilte Schnurstracks zur Vinothek. :?
Es ging die Treppen hinab in einen tollen Gewölbekeller - voll mit tollsten Weinen und anderem Schnick Schnack.


"Kann man die Weine auch verkosten oder muss man sie blind kaufen? ", fragte ich.
Da hat mir ein netter Herr erklärt, dass es Verkostungskarten gibt. 5 Weine verkosten für 3€ oder 10 für 5€. Ich habe natürlich die für 5€ genommen.



Dann habe ich mir verschieden Weine vorschlagen lassen und sie versucht. Eingeschenkt wurden immer so ein schwaches 1/8 oder ein großzügiges 1/16. Aber leider war es hier nicht anders wie anderswo. Sehr schnell fand ich die mir liebsten Weine. Es waren (wie auch anders zu erwarten) eben leider auch die teuersten.
Als wirklich kritischer Weinliebhaber möchte ich euch jetzt folgendes sagen:
"80% aller Weine waren o.k. und von gutem Durchschnitt, aber zu teuer."
"Die anderen waren gut und teuer".
"Aber der St. Laurent Auslese im Holzfaß ist der absolute Oberhammer. Noch nie hatte ich einen besseren St. Laurent getrunken."
Ich war total begeistert von diesem Wein. O.K., für 18€ die Flasche sollte man auch was Gutes erwarten können. Aber ich hätte auch mehr dafür bezahlt. So einen Tropfen muss man erlebt haben.
!!Der muss in meinen Weinkeller!!
Und so kaufte ich gleich eine Kiste und noch eine Kiste verschiedener anderer Weine. Die Gabi fand noch ein paar andere Kleinigkeiten ( Schnäpsle, Kräuter andere Touriartikel), so dass wir an der Kasse gleich mal 230€ ärmer waren. Dazu noch zwei Weintaschen in die je 6 Faschen passten, weil man die Karton ja schlecht transportieren konnte.
Dazu noch eine Stofftasche mit Gabis Dingen.
So dackelten wir dann schwersten beladen Richtung Rückweg. Die 10 Weinproben sind uns ganz schön in den Kopf gestiegen, sicher auch des Wetters wegen. Und wieder kam ein Mönch mit zwei (wohl prominenten) Gästen entgegen und lächtelte, was das Zeug hielt. Allerdings merkte man ihm auch deutlichst an, dass auch er wohl schon zu viel "verkostet" hatte und die Wirkung nicht ausblieb.
Mein Gott, haben Mönche ein gutes Leben!
Wir aber dackelten weiter. Die Ärme wurden länger und länger und länger.
(Danke Gabi! Auch sie hat eine Weintasche geschleppt)


Wie der Teufel es so wollte, kamen wir am Gartenrestaurant des Klosters vorbei. "Frische Pfifferlinge mit Knödel", stand da auf einen Schild. Mit dem Lesen des Schildes war mir klar, dass Gabi da jetzt einkehren wird. Denn genau darauf wartete sie schon den ganzen Urlaub lang.
Also sind wir eingekehrt. Sie ihre Knödel, ich "nur" eine Salatplatte. Von wegen "nur", ich glaube da war ein halber Acker drauf. Dazu jeder 1/4 l "rate mal???" - klar St. Laurent Auslese. Dann noch ein Kaffee. Für die Gabi mit Kuchen, war doch logisch. Das Ganze hat uns dann "gerade mal" 47€ gekostet.
Naja, im nehmen war die Kirche noch nie schüchtern, dachte ich.

Und so dackelten wir bepackt wie Esel den Berg hinab in Richtung CP. Es ist zwar nur rund 1km, aber sie kamen mir mit den schweren Weinen ewig vor.

Uns so wurde aus dem kleinen Spaziergang eine Weinprobe mit Einkaufsbummel und Restaurantbesuch für rund 280€.

Aber ehrlich gesagt: Ich bereue nicht einen Cent davon. Und das Kloster hat unsere 2*9€ "geprellten" Eintritts ganz bestimmt auch wieder gut gemacht.

Morgen aber wird dann endlich ein ganz normaler Tag mit kleiner Radtour nach Wien. Gott sei Dank habe ich keine Waage dabei, aber so darf es nicht weiter gehen.

Ja, es wäre auf eine ganz normale Tour geworden, wenn da.........

Fortsetzung folgt.

topolino666 am 11 Okt 2012 22:20:19

raidy hat geschrieben:
Ja, es wäre auf eine ganz normale Tour geworden, wenn da.........

Fortsetzung folgt.


... sag mal, was machst Du seit 1/2 9? :?:

Solltest Du nicht hier am Bericht weiterschreiben oder willst Du uns eine schlaflose Nacht bereiten, wenn wir nicht wissen wie´s weitergeht! :eek:

:gut: :respekt:

Gast am 11 Okt 2012 23:11:46

Dauernd diese Cliffhanger. Aber sonst habe ich mich gut amüsiert. Vielleicht sollte ich doch mal wieder nach Ösiland.


CarbonUnit

Ingrid1 am 12 Okt 2012 00:24:47

carbonunit hat geschrieben:Dauernd diese Cliffhanger. Aber sonst habe ich mich gut amüsiert. Vielleicht sollte ich doch mal wieder nach Ösiland.


CarbonUnit

Natürlich solltest Du zu uns kommen :)

Herrlich geschrieben kann ich nur sagen, habe gerade meinem Mann die "Bergpassage" mit dem Fahrrad vorgelesen und herzlich gelacht. Bitte weiter so, Danke.

Im Übrigen, wir fahren, wenn wir ins Burgenland unterwegs sind, fast immer diese Strecke von Oberösterreich aus. Wien kann man nämlich nördlich sehr gut umfahren.

pipo am 12 Okt 2012 07:44:01

raidy hat geschrieben:Morgen aber wird dann endlich ein ganz normaler Tag mit kleiner Radtour nach Wien..

Muaaahhhhh, ich wette ich werdet Wien nicht erreichen und bestimmt in
einer Kloster Schwemme hängen geblieben sein ;D


peter

ottomar am 12 Okt 2012 08:25:19

raidy hat geschrieben:Und so dackelten wir bepackt wie Esel den Berg hinab in Richtung CP. Es ist zwar nur rund 1km, aber sie kamen mir mit den schweren Weinen ewig vor.


Georg,

wir leiden alle mit Dir und Deiner armen Frau.

:wein:


Mit freundlichen n,

Ottomar

eva b. am 12 Okt 2012 08:30:23

raidy hat geschrieben:
Ja, es wäre auf eine ganz normale Tour geworden, wenn da.........

Fortsetzung folgt.

Nu mach hin :juggle:
Erst anfüttern und dann in aller Seelenruhe ins Bett - geht ja gar nicht :nein:

Gast am 12 Okt 2012 12:18:41

Endlich: Ein ganz normaler Tag..?

Irgendwie war jetzt jeden Tag was besonderes los, meist ganz ungewollt, manchmal als nette Überraschung. Nachdem wir mit dem Wein wieder im CP angekommen sind, habe ich im Campingkaffee noch einen Abendkaffee getrunken. Ein Herr am Nebentisch bestellte ein Schnitzel.
Dies wurde ganz frisch zubereitet. Man hörte es klopfen und im Fett backen und dann kam es: Ein wunderschönes, großes Schnitzel. Oh ja, das gönne ich mir morgen nach der Radtour Wien auch, dachte ich.

Am anderem Morgen standen wir etwas früher auf, frühstückten und packten den Rucksack für die Radtour nach Wien. Ich habe nochmals meine Reifen schön satt aufgepumpt, damit der Rollwiderstand auch ja nicht zu groß wird.
Es war ein herrlicher Morgen mit wunderbar blauem Himmel jedoch um 9:00 Uhr schon recht warm.
Laut Auskunft an der Rezeption sind es nach Wien auf dem Radweg nur 12km, ins Zentrum 14km.
Da meine Gabi ja kein so Radfan ist, habe ich nur die 12km "angemeldet". Und schon ging es los. Nach 5 Minuten waren wir schon am Donauradweg. Trotz des herrlichen Wetters war nur mäßiger Radlerverkehr, was Gabi sehr freute. Der Radweg ist sehr gut ausgebaut, fast immer führt ein kleiner Radweg unter den Brücken durch. Die ersten 10km liefen wie am Schnürchen. Und schon meldete sich Wien mit seinem tollen Hundertwasserkraftwerk (mit Müllverbrennung) bei uns an.



Ein km weiter treffen wir auf diese ausgebrannte Schiffsgaststätte. Eigentlich Schade.....



Ich muss dazu sagen, dass ich Wien recht gut kenne da ich oft geschäftlich dort war. Meist auf Messen und Kundenbesuchen, manchmal auch ganz privat. Wien ist für mich ganz persönlich und lieb gemeint "das größte Dorf Europas". Einfach wunderbar. In Wien gibt es für jeden etwas. Ob die typischen Sehenswürdigkeiten, das Szeneviertel Bermudadreieck, Kunst, Kultur, Natur und ganz besondere Menschen.
Auf eine Beschreibung dieser wunderbaren Stadt verzichte ich hier ganz bewusst. Auch werde ich keine Bilder von typischen Wiener Attraktionen (eine Ausnahme) zeigen, da ihr dies in tausenden anderen Quellen finden könnt. Ich will euch mal das etwas andere Wien zeigen.
Wer noch nie in Wien war hat wirklich etwas verpasst. Und noch was: Wien kann man nicht an einem Tag ansehen. Wien erkundet man am besten mit den Fahrrad, denn Wien ist überraschend Radfreundlich. Doch nun weiter...

Kurz nach dem Kraftwerk Wien befinden wir uns in einen ganz besonderen Stadtviertel. Hier verkehrt ein Teil der Wiener Szene. Besondern gut zu erkennen an den vielen Graffiti-"Künsten". Alles, was nicht lackfest ist, wird auch lackiert. Manchmal einfach nur versaut, manchmal echte Kunst. Aber ich lasse jetzt mal die Bilder sprechen:









Jetzt quer in den Kanal und nochmals rechts, dann müssten wir am Prater sein.

Schaut mal auf den Himmel. Was für ein geniales, wenn auch schwül-heißes Wetter.

Genau so war es dann auch. Ich war schon ein Dutzend Mal in Wien, Gabi auch schon 2 mal, aber noch nie sind wir das alte Riesenrad gefahren. Dies haben wir heute endlich nachgeholt.
Als wir die Treppe zum Einstieg hochgehen, steht da ein Herr mit Sekt und Desserthäppchen.
"Wow, was für ein Gästeservice", dachte ich mir. War aber nichts! Diese Leckereien waren für eine Gruppe, die den berühmten Wagen 18 bestieg. Das ist der Wagen in dem damals beim Film "der dritte Mann", der Harry Limes und der...... aber das wisst ihr ja schon.



Was soll ich sagen: Die Fahrt im Riesenrad ist kein Touri-Kitsch sondern richtig toll. Die Aussicht auf Wien und sein Umland ist einfach nur einmalig. Es lohnt sich wirklich.

allerbestes Wetter!

Von da hinten kamen wir.


Danach sind wir ins Zentrum geradelt. Dort wollte Gabi etwas "schoppen". Die Kärntner Straße und der Graben sind die berühmten Einkaufsmeilen, Insider gehen aber lieber zur Mariahilfer Straße. An diesem Tag hatte es aber wirklich keinen Sinn. Die Innenstadt war völlig überlaufen. Daraufhin habe ich beschlossen einfach ein paar tolle Gebäude und Parks anzufahren, die Gabi noch nicht gesehen hatte.
In einer Straße der Innenstadt trampelt so eine Obertouri-Pferdekutsche vor mir rum. Die Straße war zu eng zum Überholen, das Pflaster von übelster Unebenheit. An einer etwas breiteren Stelle habe ich dann trotz üblen Pflasters zum Überholvorgang angesetzt und "Gas" gegeben. Das wars dann aber auch schon. Denn der Scheiß (Entschuldigung) Hinterreifen hat das nicht mitgemacht und verlor fortan enorm an Luft. War da in Kerms nicht irgendwas im Radladen mit "den hinteren Schlauch sollten sie besser auch gleich austauschen oder so....". Ich Rindvieh, hätte ich es nur getan.
Hätte ich Trottel zumindest den Ersatzschlauch dabei, welcher in der Heckgarage liegt. Aufpumpen hat immer nur 20 Minuten was gebracht, dann war die Hälfte der Luft wieder weg. Ja, hätte ich heute Morgen besser nicht so prall aufgefüllt, ich Depp.

Aber das ist ja gar kein Problem in Wien. Wien ist groß, viel größer wie Krems. Und heute muss ich bestimmt nur 2 Minuten schieben. Doch wo nur ist hier ein Fahrradladen. Wen ich auch frage, keiner kann mir wirklich helfen. Bis dann ein Radkurier an mir vorbei flitze, den ich gerade so zum Anhalten brachte. Der verwies mich in einen Supermarkt in der Nähe. Und tatsächlich, die hatten einen 28" Ersatzschlauch. Dann habe ich das Rad zum nächsten Brunnen geschoben und den Schlauch gewechselt, was Dank Leatherman in der Tasche auch technisch kein Problem war. Der Brunnen war schon notwendig, denn die Hände waren ganz schön verdreckt vom Abnehmen und Wiederaufsetzen der Kette. Ich war mächtig stolz wie schnell und professionell ich das hinbekommen habe und ganz schön angegeben. Dies sollte sich aber noch rächen.
So sind wir dann genüsslich durch Wien gefahren und haben eine Stadtrundfahrt der eigenen Art gemacht. Irgendwann aber meinte Gabi, dass ihre Füße schwer werden. Und so beschlossen wir die Rückfahrt anzutreten. Nicht aber ohne vorher eine der berühmten Wiener Pferdebratwürste an einer der vielen kleinen Brätereien verspeist zu haben.
Auf dem Weg zur Donau habe ich mich etwas verfahren, aber dann war sie wieder da.
Obgleich ich einen sehr guten Orientierungsinn habe (was alle meine Freunde bestimmt bestätigen) ist mir ein dummer Fehler passiert. Ich bin die Donau nicht flussaufwärts, sondern flussabwärts zurück gefahren. So was dürfte mir eigentlich nicht passieren. Aber nach 3-4km habe ich den Fehler bemerkt. Die Gabi hat es tapfer genommen und nicht gemeckert. Also umdrehen und zurück.
Irgendwann war dann da wieder das ausgebrannte Donaucafe und kurz danach auch wieder das Hundertwasser-Kraftwerk.

(Nochmals das abgebrannte Cafe, aber von der andern Uferseite)

Die Donau so blau, so blau, so blau ?????? :nein:

Ein Graffiti-Spayer, der tagsüber die Lage genauer begutachtet, damit er nachts nicht auf die Fresse fällt.

Wie man sieht ist er selbst auch "lackiert" :D

Gabis Füße wurden müde und ehrlich gesagt meine auch etwas. So in 1-2km war eine Gartenwirtschaft. "Dort machen wir Pause", sagte ich. "Ich rase schon mal vor und bestelle 2 Radler."
Und ich düste los. 1 Gang, 2,3,...12-----KRACH.
Unter lautem Krachen sprang die Kette ab und hat das äußere Kettenschutzblatt aus Kunststoff in lauter Einzelteile zerlegt. Und wieder bin ich nicht auf den Mund gefallen, obwohl ich es langsam aber sicher verdient hätte.
Was war passiert? Beim Reifenwechsel (Stolz wie Hahn) hat sich das Schaltseil aus einer kleinen Führungsrolle ausgehängt. Als ich vorne auf den größten Gang geschaltet habe, ist die Kette viel zu weit nach außen geleitet worden und hat sich über das Schutzblatt gelegt, welches umgehend zerbröselte.


(In der Heckgarage aufgenommen, denn am Radweg war es mir nicht danach :nein: )

Was so dramatisch klingt, war eigentlich nicht wirklich schlimm. Kette wieder eingefädelt, alles kontrolliert und gut. Nur vorne konnte ich nicht mehr auf den größten Gang schalten, das das Schutzblatt fehlt und die Kette dadurch abspringen könnte.

In der Zwischenzeit bin ich an der Gartenwirtschaft angekommen, die Gabi allerdings auch schon.
Nach einer Pause und einem Radler fuhren wir weiter. Allerdings wurde jeder km etwas anstrengender, vor allem auch deshalb weil ich nicht mehr in die hohen Gänge konnte und so schnell treppeln musste wie eine Ventilator. Ich hatte trotzdem noch Reserven, aber meine Gabi war wohl langsam am Ende. Irgendwann haben wir es dann doch wieder zurück geschafft. Aber statt der angekündigten 12km*2=24km waren da 56km auf den Tacho. Oh je, das musste ich mir lange, lange anhören.
Der garantierte Muskelkater meldete sich auch schon mal vorsichtig an.

Und wieder ein Tag, der nicht einfach nur ein ganz normaler Tag war. Das muss an Eurem Land liegen, ihr lieben Österreicher!

Aber nach 56km darf man sich dann auch endlich ein richtig großes Schnitzel mit Pommes gönnen. :ja:
Nachdem wir geduscht hatten ging es voller Vorfreude zur CP-Gaststätte. Mit jedem Meter den wir näher kamen, lief mir das Wasser im Munde mehr und mehr zusammen. an der Türe steht eine Kreidetafel. Bestimmt noch ein tolles Essen, dachte ich.

Auf der Tafel stand: "Heute Ruhetag". L.m.a.A HimmelHerrGottsKruze.........

Nein, ich laufe jetzt nicht in die Stadt zum Essen. Meine Füße schreien nach Erholung, die von Gabi noch mehr. Und so gab es Campingfraß: Dosenwurst mit Pumpernickel, Spiegelei.....
Vor lauter Wut habe ich den Hunger mit einem Tannenzäpfle weg gespült. Oder waren es 2 oder 3 oder.......

Nein, hier in Österreich gibt es wohl keine normalen Tage.... warum auch immer.

Jetzt werde ich nichts zu morgen sagen, sonst macht ihr wieder Druck :P

Bis demnächst und Grüßle
Georg

Anne42 am 12 Okt 2012 13:17:58

einfach ein Genuss :D

pipo am 12 Okt 2012 13:37:10

raidy hat geschrieben:Auf der Tafel stand: "Heute Ruhetag". L.m.a.A HimmelHerrGottsKruze.........

Ich hab vom lesen schon richtig Hunger bekommen und dann sowas..
Das muss ein echter Tiefschlag gewesen sein :wink:


peter

walter7149 am 12 Okt 2012 13:42:47

man kann sich köstlich amüsieren, habe tränen gelacht, danke.

Es geht hoffentlich weiter :?:

ottomar am 12 Okt 2012 14:04:05

Mit wem ich niemals nicht auf Tour gehen würde, ist hiermit in Stein gemeißelt.

Arme Gabi!

Bild


Mit freundlichen n,

Ottomar

Gast am 12 Okt 2012 20:45:38

ottomar hat geschrieben:Mit wem ich niemals nicht auf Tour gehen würde, ist hiermit in Stein gemeißelt. ...
Mit freundlichen n,

Ottomar

O.K., dann halt Schwarzwaldwestweg zu Fuß. :runningdog:
Es waren ~320km in 9 Tagen. Allerdings war ich damals mit 16 Jahren noch taufrisch. Heute mache ich ab 15km schon schlapp. :(

ottomar am 12 Okt 2012 21:03:30

Beachte bitte die doppelte Verneinung!

Nebenbei: Freiburg/Schlossberg - Schauinsland - Feldberg - Belchen - Blauen - Lörrach in vier Tagen ... und mit 22 Jahren.

--> Link

Ohne Blasen,

Ottomar

Gast am 13 Okt 2012 22:22:40

Ein ruhiger Reisetag steht auf dem Plan

Nach der 56km Radtour und dem verpassten Wiener Schnitzel steht heute ein ganz einfacher, langweiliger Reisetag auf dem Plan. Wir haben wirklich gar keine Besonderheiten vor und wollen einfach mal einen Tag ohne Hektik, Defekte oder anderen Stress UND einem guten Essen!

Morgens stehen wir erst gegen 9:00 Uhr auf, da die Radtour und der Hunger müde gemacht haben. Ein deutlicher Muskelkater macht sich bei uns beiden bemerkbar. Das Cafe am CP hat wieder offen, weshalb wir dort ausgiebig frühstücken. Ich bestelle mir Rührei mit Schinken und ordentlich Kaffee.

Unser Tagesziel heute: Besichtigung von Wiener Neustadt und dann nach Graz.
Um allen Überraschungen vorzubeugen, lasse ich mich heute mal vom Navi führen. Allerdings mit der Option "keine Autobahn". Das Navi führt uns am Rande Wiens vorbei und dann zum Güterhafen. Dort spinnt das Navi. Es führt uns IN den Hafen und dort immer schön im Kreis.

(Hey, was soll ich da, ich will nicht Schiffle fahren)


Das neeeervt! Der Tag fängt ja gut an, dachte ich. Ich schalte das Navi aus und fahre ~3km zurück. da war eine Autobahnauffahrt. Es klappt auch ganz gut, wenngleich ich wohl einen Umweg gefahren bin. 10km vor Wiener Neustadt machen wir eine kleine Kaffeepause. Hinter uns hält ein Mini-Van aus Schweden. Die Türen gehen auf und raus kommen 7 gutgewachsene Kerle. Alle oben ohne und durch tätowiert.
Einer von denen klettert umgehend auf das Autodach und schläft dort sofort wieder ein.

(Muss eine lange Nacht gewesen sein)



Ein anderer versucht Dosenwürste zu öffnen. Insgesamt machten die einen robusten Eindruck. Das letzte Gelage kann noch nicht lange her gewesen sein. Manch anderer hätte sich da wohl nicht wohlgefühlt, aber sie schienen ja friedlich. Dann kommt einer von denen und fragt ob wir einen Dosenöffner haben. Ich gebe ihm unseren Dosenöffner aber sie kommen damit nicht klar.
Also bin hin und und habe ihnen die Dose geöffnet, und noch eine - und noch eine - und noch eine. Auf dem Boden sitzend hatten sie den Gaskocher schon angeworfen und statt Wasser haben sie einfach Mineralwasser rein. Ich schätze, das waren so an die 30 Dosenwürste.
Die Kerle erwiesen sich als nette Zeitgesellen die auf dem Weg nach Kroatien waren. Sie bedanken sich auch ganz anständig und hauten die Würstchen in Rekordtempo rein. Allerdings wäre duschen mal wieder angebracht gewesen (rümpf).
Anschließend sind wir nach Wien Neustadt weitergefahren. Dort haben wir zuerst einmal vollgetankt. 1,36€/l, das waren 10Cent günstiger als in Wien (als oder wie, ICH lerne es nie).
Auf den Stadtbummel haben wir aber verzichtet. Erstens weil wir einen ganz normalen ruhigen Tag wollten, zweitens weil der Muskelkater plagte.

So sind wir dann nach Graz gestartet. Die Autobahn über die Berge war beindruckend schön. Ich war so faul, dass ich noch nicht einmal Photos gemacht habe, sorry.

Als wir dann bei Graz ankamen und Richtung Stadt fuhren, erschien uns alles so hektisch. Extremer Verkehr, viel Rummel und Baustellen. Ich schaute Gabi an, sie mich und uns war beiden sofort klar, dass wir das heute nicht brauchen.
Also habe ich auf Navi geschaut, wo ein SP oder CP in ruhigster Lage sein könnte und habe blind einen kleinen CP angetippt.
Und so landeten wir schließlich am Völkermarkter Stausee am Stauseecamping. Der Campingplatz ist sehr klein, absolut abgelegen und ruhig gelegen (--> Link ).

(CP-Platz vom Wasserkraftwerk aus gesehen)


Das Wetter immer noch bestens, obgleich das Radio den ganzen Tag schon eine heranziehende Kältewelle mit Regen meldete.
Dies war genau der richtig Ort. Keine Hektik, Ruhe und schön klein. Zuerst schwimmen wir eine Runde im Camping-eigenen kleinen Badesee. Noch ist niemand von der Rezeption da. Macht aber nichts, da vorne ein Plakat steht, dass man sich einfach auf einen der aufgeführten freien Plätze stellen kann.
Dann ein schönes Mittagsschläfchen und danach Essen gehen. Essen gehen?? Hier gibt es weit und breit keine Gaststätte. 3km weiter bergauf ist ein Buschenschank, aber wir wollten ja faul sein heute. Was nun? Faulenzen und hungern oder satt werden und laufen? Radfahren schied völlig aus, die Gabi wollte das Wort nicht hören. Und wie ich mich kenne, hätte der genau heute Ruhetag.
HimmelHerrGottsKruz............, das darf doch nicht wahr sein. Die Österreicher lassen ihre Touristen eiskalt verhungern. Schon wieder nur Vesper? Heul.........

Gegen 18:00 Uhr kam eine junge Dame, die den CP managet. Sie war sehr freundlich, hat alles schriftliche geregelt und gefragt ob alles in Ordnung ist. Am liebsten hätte ich sie an Ort und Stelle gegrillt und vernascht.
So saßen wir überdacht, mit Hintergrundmusik aus einem 10€ Kofferradio des CPs am Treffpunkt der Rezeption. Ich hatte gerade einen Automatenkaffe versucht, welcher übrigens für einen Automatenkaffee wirklich gut war, als die nette Dame hkam und nach Feuer gefragt hat.

Als ich ihr mein Leid klagte, sagte sie plötzlich: "Ich kann ihnen 3 verschiedene Sorten Pizza anbieten".
**********************************************************
Der Himmel erhellte sich, man sah Engelchen fliegen - begleitet von himmlischen Gesängen, Vöglein zwitscherten, die Welt war herrlich............... "JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!, ich nehme alle 3".
**********************************************************

Und obgleich es Fertigpizzas waren , sie schmeckten uns heute wie auf Wolke 7.
Der Tag war gerettet und dies ist definitiv der aller-aller-schönste Platz weit und breit - für heute zumindest.

Und so haben wir genüsslich die 3 Pizzen mit Dosenbier aus dem Automat verspeist.
Das Wetter heute war wieder super, trotz der Schlechtwettermeldungen. Wir beschlossen nochmals einen Tag zu bleiben, zu faulenzen und morgen einen Spaziergang zum Wasserkraftwerk zu machen.

Grüßle
Raidy

Gast am 13 Okt 2012 23:41:02

Sehr schön, diesmal hats ja fast alles geklappt.
Auch da kann dir geholfen werden:
raidy hat geschrieben:1,36€/l, das waren 10Cent günstiger als in Wien (als oder wie, ICH lerne es nie).

Stimmt doch schon mal: Günstiger als... aber so günstig wie...
größer als... so groß wie...
und so weiter.


CarbonUnit

Sahli am 14 Okt 2012 09:25:48

jetzt bin ich aber beleidigt! :evil: :D
das grüne herz österreichs nur durchfahren, das ist ein schwerer fehler.
die steiermark besteht ja nicht nur aus graz. :cry: :D

Gast am 14 Okt 2012 09:51:10

Sahli hat geschrieben:jetzt bin ich aber beleidigt! :evil: :D
das grüne herz österreichs nur durchfahren, das ist ein schwerer fehler.
die steiermark besteht ja nicht nur aus graz. :cry: :D


Lieber Sahli,
wie ich schon geschrieben habe konnte man schon von der Autobahn aus sehen, dass die Steiermark eine ganz, ganz tolle Landschaft ist.
Warum habe ich sie dann übersprungen? Weil das Radio eine Kaltwetterfront mit 3 Tagen Regen gemeldet hat, während es weiter südlich besser bleiben soll.

Aber die Steiermark werde ich ganz bestimmt nochmals als eigenes Ziel anfahren.

Übrigens läuft im Fernsehen gerade die österreichische Bundeshymne. Red Bull hat mir Vettel schon wieder den Podiumsplatz geholt. :ja:

pipo am 14 Okt 2012 09:58:28

raidy hat geschrieben:Am liebsten hätte ich sie an Ort und Stelle gegrillt und vernascht.

Falsche Prioritäten: Erst vernaschen, dann grillen :D


peter

Sahli am 14 Okt 2012 11:26:50

pipo hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:Am liebsten hätte ich sie an Ort und Stelle gegrillt und vernascht.

Falsche Prioritäten: Erst vernaschen, dann grillen :D


peter
volle zustimmung :D

@raidy! ist schon ok. ich warte weiter auf deinen nächsten launigen bericht. :)

Lancelot am 14 Okt 2012 11:29:55

raidy hat geschrieben:Am liebsten hätte ich sie an Ort und Stelle gegrillt und vernascht.



DAS hättest Du vor ein paar Jährchen noch anders gesehen ... :wink:

Gast am 14 Okt 2012 11:34:12

Lancelot hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:Am liebsten hätte ich sie an Ort und Stelle gegrillt und vernascht.



DAS hättest Du vor ein paar Jährchen noch anders gesehen ... :wink:


Und die Gabi schicke ich Radfahren oder waaas? :D :fight:

Lancelot am 14 Okt 2012 11:37:20

Neeeiiin .. nicht was Du meinst .. :oops:

Ich dachte an "Hungergefühl besser im Griff" oder so ..

:D

pipo am 14 Okt 2012 11:46:25

raidy hat geschrieben:Und die Gabi schicke ich Radfahren oder waaas? :D :fight:

Radfahren? Nein, aber zum Bier holen und zwar ein Eiskaltes :D


peter

tomsel am 14 Okt 2012 16:03:06

pipo hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:Und die Gabi schicke ich Radfahren oder waaas? :D :fight:

Radfahren? Nein, aber zum Bier holen und zwar ein Eiskaltes :D


peter


Schatzi, machst du mir mal ne´GmbH ???

Geh mal Bier holen... :D

Gast am 14 Okt 2012 16:13:52

Es gibt Urlaubstage, da ist gar nichts besonderes los. Soll man über solche Tage auch berichten? Heute wäre so ein Tag gewesen, fast zumindest.

Endlich ein fast ganz normaler Tag
Nach der köstlichen Pizza gestern haben wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen. Morgens haben wir zuerst mal genüsslich ausgeschlafen. Nach dem Frühstück sind wir nochmals in unseren ganz privaten Badesee gesprungen. Zeitweilig hatte wir das Gefühl, fast alleine auf diesem kleinen Platz zu sein. Der Himmel hat etwas von seinem blau verloren und es sah diesig aus. Auch war es nicht mehr so heiß, wie die letzten Tage.
So gegen 11:00 Uhr wanderten wir dann den einen km vor zum Wasserkraftwerk. Wanderten ist sicherlich schwer übertrieben, es war eher ein schlorpen. Leider hat es an dieser Landstraße keine Gehwege, was aber wegen des äußerst geringen Verkehrs kein Problem war.Von hier aus hatte man eine gute Übersicht über einen Teil des doch sehr langen Stausees.

(Nicht mehr so blau der Himmel, aber noch angenehm warm)


Vor dem Rechen (so nennt man den Filter vor dem Wassereingang) sammelte sich sehr viel Treibholz.


Neben dem Staudamm ging eine kleine Straße zum Kraftwerk steil hinab, der wir folgten. Aber viel mehr zu sehen gab es da nicht. So folgten wir dem Flusslauf noch ein paar Minuten und kehrten dann auf den CP zurück.

Heute hatte ich mal Lust zum kochen. Normalerweise genieße ich lieber die Küche des Gastlandes, aber in Österreich würde ich bei der Methode und meinen gemachten Erfahrungen ja verhungern..... 8)
Und so gab es Spagetti Aglo e Olio, also mit viel Knoblauch und Olivenöl. Und weil es so unglaublich Menschenleer hier war, habe ich auch gleich 10 Zehen angebraten. Dazu zwei Fläschchen der zur Neige gehenden Tannenzäpfle --- lecker.

Von Nordwest ist ein Wind aufgekommen. Nicht stark, aber deutlich bemerkbar und gleichmäßig. Der Himmel schien mir noch grauer, aber noch drückte die Sonne grad so durch. Naja, solange es nicht regnet ist ja gut.

Jetzt wollte ich mal wieder ins Internet um die Mails abzurufen und um zu schauen, über was man sich hier im Forum gerade wieder die Köpfe einschlägt. :ironie:

Und siehe da, der erste CP ohne UMTS-Empfang. Kein Wunder, so abgelegen wie der liegt. Zwar konnte ich ein sehr schwaches WLAN-Signal aus Richtung Rezeption feststellen, doch war das Netzwerk verschlüsselt und die Rezeption nicht besetzt.
Ein Dauercamper aus der Steiermark sagte mir, dass 100m den Berg hoch ein ganz schwaches UMTS Signal zu empfangen ist, "oaber doa göhts nüdd".

Ein Raidy gibt nicht auf. :nein:
Ich hatte zwar eine Verstärkerantenne, aber wo nichts ist, kann man auch nichts verstärken. An der Rezeption stand so ein Besen, den man 5m ausziehen kann. An den habe ich die Antenne mittels Klebeband angeklebt, den Stick gleich mit und mit einem 5m USB-Kabel versehen. Das ganze durch die Dachluke der Toilette raus, so dass ich ca.6m über dem Boden war. Und siehe da, 1 Strich auf der UMTS-Anzeige und tatsächlich - Internet!
Der Dauercamper aus der Steiermark war total baff, dass es ging. :eek:

Also habe ich mir etwas Forum rein gezogen und mich schlauer gemacht, warum 3,5t nicht gehen oder doch, was Hunde verloren haben und was nicht und warum man eine Autobatterie nicht auf 1000V aufladen sollte....:D . :ironie:

Danach habe ich den Teleskopbesen wieder ordentlich an der Rezeption abgestellt.

Herrlich - ein ganz normaler Tag :ja:

Jetzt war es aber Zeit für einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Dadurch dass es etwas abgekühlt hatte habe ich geschlafen wie ein Bär. So gegen 17:00 Uhr reist mich irgend ein Lärm aus dem Schlaf. War eh Zeit aufzustehen sonst hätte ich das Faulenzen noch verpasst. Wie ich so langsam aufwache und mich dem Geräusch widme, erkenne ich halbschläfrig dass es ein Starkregen ist. Ich stehe auf, schaue aus dem Fenster und sehe wie der CP fast schon im Wasser schwimmt. Was es hält kommt da runter. Vor meinem Ausgang bildet sich ein große Wasserpfütze, keine 2cm tief aber von großer Flächenausdehnung.
Da ich im WoMo aus Prinzip nicht rauche, musste ich jetzt irgendwie doch raus und unter das Dach der Rezeption waden. Er erwies sich als Wassertreten. Was aber noch viel schlimmer war, es hat aufs brutalste abgekühlt. Es hatte gerade noch 12 Grad. Durch den Regen und den starken Wind waren es aber gefühlt viel weniger.

Wie ich so unter der großen Halle der Rezeption stehe und eine Zigarette rauche, kommt die nette junge Dame von der Rezeption. Ich habe sie nach dem Zugangsschlüssel für das Internet gefragt und sie hat mir einen Zettel gegeben. Da stand in ungefähr folgendes drauf:
9X44Fg6J3ggU91C4M79K4FeXyw5&HlPoq26M5r4dLp31F5n/3fZ6V20OqCc4R5
(Ich hab das Original noch und stelle mal ein Photo davon rein, wenn ich es finde)


Also beim besten Willen, so was geb ich nicht ein. :vogel:
Der Dauercamper aus der Steiermark sitzt auch da und trinkt einen Kaffee. Wir kommen ins Gespräch wegen der Antenne. Er wollte wissen, wie er das professionell an seinem Wohnwagen machen könnte, da der das WLAN da unten nicht empfangen kann. Ich habe es ihm dann erklärt. "I foohr jötzt Hoim, dös Wetter soll noh 3 Tag so bleibe", sagte er. "Heutd Nacht solls auf 5 Grad abkühle", fügte er noch hinzu.
Er sollte Recht behalten. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und morgens hatte es 6 Grad bei Dauerregen. :/ :/ :/ HimmelHerrGottsKruz.................. :/ :/ :/ :/
Die Gabi hat auch angefangen rum zu brummen.
Keine Gaststätten in der Nähe, kein Internet, sch.... Wetter und Ar....kalt. Ohne mich, dachte ich.
Und so beschlossen wir so lange gen Süden zu fahren, bis es wieder warm wird. Ob es nun die Slowenien, Kroatien oder Italien werden würde war uns völlig egal. Einfach dem Himmel folgend mit Blick auf besseres Wetter. Und wenn es die längste WoMo-am-Stück-Fahrt meines Lebens wird. Ich halte erst wieder, wenn der Himmel blau ist.

Na was glaubt ihr so, wo wir gestrandet sind? U.A.w.g.

Grüßle
Raidy

steffen69 am 14 Okt 2012 16:30:53

raidy hat geschrieben:
Na was glaubt ihr so, wo wir gestrandet sind? U.A.w.g.

Grüßle
Raidy


10 km weiter ? :D

Säcker am 14 Okt 2012 17:02:24

@ raidy

Ich weiß zwar nicht, wo Ihr gestrandet seid. Dein Bericht ist aber wunderbar und hat mir aus zwei Gründen sehr viel Freude bereitet:
1. Weil es mir letztes Wochenende im Elsass mit dem Most genau so ergangen ist. Ich habe mich anschließend in der Pfalz mit Saumagen, Bratwurst und Sauerkraut samt Traubenschnaps geheilt.
2. Weil der erste Teil bis Wien sich fast mit unserer Tour an Ostern deckte.

Ich bin schon gespannt wie es weiter geht.

Lancelot am 14 Okt 2012 17:10:02

Von Völkermarkt aus in Richtung Süden .. :gruebel:

Istrien - Kroatien :?:

pipo am 14 Okt 2012 18:39:31

raidy hat geschrieben:9X44Fg6J3ggU91C4M79K4FeXyw5&HlPoq26M5r4dLp31F5n/3fZ6V20OqCc4R5
(Ich hab das Original noch und stelle mal ein Photo davon rein, wenn ich es finde)

Mich würde ja mal die Eselsbrücke interessieren, wie die junge nette
Dame sich dieses Kennwort gemerkt hat :respekt:


peter

Gast am 14 Okt 2012 21:32:50

pipo hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:9X44Fg6J3ggU91C4M79K4FeXyw5&HlPoq26M5r4dLp31F5n/3fZ6V20OqCc4R5
(Ich hab das Original noch und stelle mal ein Photo davon rein, wenn ich es finde)

Mich würde ja mal die Eselsbrücke interessieren, wie die junge nette
Dame sich dieses Kennwort gemerkt hat :respekt:


peter

Es war ein Standard-Ausdruck den sie im Stapel im Büro hatte.

Anne42 am 14 Okt 2012 21:59:59

jetzt machst du es wieder so spannend :eek:

Gast am 14 Okt 2012 22:09:15

Anne42 hat geschrieben:jetzt machst du es wieder so spannend :eek:


Ich brauche diese Zeit um es auch schreiben zu können, da ich auch noch andere "Tätigkeiten" habe.

Hier schon mal ein ganz heißer Tipp:

Aretousa am 14 Okt 2012 22:24:17

Slowenien?


Dein Bericht ist einsame Spitze.

walter7149 am 14 Okt 2012 22:26:53

Hallo Raidy, ich tippe mal Venedig :?:

Gast am 14 Okt 2012 22:36:53

walter7149 hat geschrieben:Hallo Raidy, ich tippe mal Venedig :?:

Pssssst,stimmt. Genau genommen Jesolo, die Landzunge neben Venedig.
Aber behalte es für dich, bis ich den Bericht geschrieben habe. :wink:

Gast am 14 Okt 2012 23:55:07

Flucht in die Sonne

Der Morgen ist grauenhaft. Es regnet immer noch, ein wüster Wind bläst am Stausee Völkermarkt und es hat grad mal 7-8 Grad. Da wo gestern noch die Sonne durchdrückte hat Petrus einen dunkelgrauen Vorhang aufgehängt
Es war einfach so widerlich, dass wir beschlossen, so lange gen Süden zu fahren bis die Sonne wieder scheint.
Um ganz sicher zu gehen wollte ich im Internet nach gutem Wetter suchen, was ja hier bekannter weise eher unmöglich war. Da fiel mir ein, dass auf dem Weg hierher bei der Autobahnabfahrt ein Mc Donald war.
Und Mc Donald hat zu 99% freies Internet, in ganz Europa.
Das Essen beim Mc Donald finde ich :hier_wäre_das_smily_welches_k...: , aber Mccoffee ist ganz o.k.

Wir lassen das Frühstück ausfallen und packen im Turbomodus. Die Auffahrkeile sehen aus wie Dreiecke aus Schlamm, bäh.
Auf der Rückfahrt zur Autobahn sah die Landschaft bei Weiten nicht mehr so reizvoll aus wie bei der Anfahrt. Da sieht man mal wieder, wie wichtig extrem Wetter die Empfindungen für eine Landschaft beeinflusst.

Bei Mc Fastfood angekommen bestellen wir ein Frühstück und rufen die tolle meteox-europawetterkarte auf --> Link
Da war uns klar: Wir müssen aus den Bergen raus. So 50km südlich der Alpen ist bestes Wetter.
Egal ob Slowenien, Kroatien oder Italien.

Und so fahren wir los. Über Klagenfurt geht es auf der Autobahn in Richtung Villach. Dort müssen wir jetzt entscheiden. Ich war noch nie in Slowenien und noch nie in Kroatien. Wäre schon mal reizvoll, aber es soll ja ein Entspannungsurlaub sein. So fuhren wir, immer noch unentschieden, dem entscheidenden Autobahnkreuz A2/A11 entgegen.
Ich ließ Gabi die freie Auswahl. Aber wie Frauen halt so sind, konnte sie sich nicht entscheiden. Das Autobahnkreuz kommt näher und näher. Italien oder Slowenien/Kroatien. Nur noch wenige hundert Meter und ich muss mich entscheiden.

Plötzlich ging mir ein Bild durch den Kopf: Auf der einen Seite Berge vom Pommes und Chevapchichi, auf der anderen Seite beste italienische Küche mit Salami, Pecgorino und Meeresfrüchten.
Da war mir klar - es geht nach Italien. Es reichte gerade noch um richtig abzubiegen.
Die Autobahn geht durch die Berge, ich meine auf fast 1000m Höhe. Es regnet noch immer, ich bummle mit 80kmh wegen der sehr nassen Fahrbahn. Als wir die Alpen verlassen fängt es an aufzuklären. Noch sieht man die Sonne nicht wirklich aber das Außenthermometer zeigt immerhin schon 16 Grad. So bei Udine öffnet sich dann der Himmel und etwas Unglaubliches erscheint: Sie Sonne.

An einer Raststätte halten wir an und überlegen uns, wo wir campieren sollten. Die Landschaft um Undine ist sehr reizvoll, aber noch sind wir der Schlechtwettergrenze zu nahe.
Endlich gibt Gabi auch mal eine Meinung ab: "Ist es noch weit zum Meer????". Ich kenne diese Art der Betonung. Sie heißt in Wirklichkeit: "Ich will ans Meer!"

Wenn schon, denn schon, dann nehmen wir das Meer jetzt auch noch mit. Ich schaue aufs Navi und tippe blind auf einen CP am Meer. Nach rund einer Stunde sind wir dort. Die letzten km von der Autobahn ans Meer ziehen sich gewaltig. Kurz vorm Ziel sehe ich in Bibione einen Supermarkt.
So, jetzt wird eingekauft. Lebensmittel nur vom Besten, Salami, guten Pecorino und Fleisch. Nie wieder fahre ich mit leerem Kühlschrank durch die Gegend. Die Gabi bekommt einen Obst- und Gemüsekoller. Sie kauft frische Feigen, Melonen und andere Vitaminbomben. Ich wiederum schaffe es nicht am Weinregal vorbei zu kommen.

Glücklich fahren wir die 3km zum CP. Dort angekommen trifft uns fast der Schlag. Der CP hat Mittagspause, die Schranken sind zu, 4 Wachen in Uniformen bewachen den Eingang. Der Platz ist riesig, viel zu groß für meinen Geschmack. 5 Sterne glitzern über der geschlossenen Rezeption, die Wand hängt voller Schildern mit der Aufschrift "ADAC Top-Campingplatz 1995". Das 1995 könnt ihr jetzt austauschen bis 2010, so viele Schilder hingen da. Die CP-Ordnung war fast so lange wie die Bibel. "Darf ich mal kurz einen Blick auf den Platz werfen", fragte ich einen der Wachen. "erst ab 15:00 Uhr " antwortet dieser trocken und unhöflich.

Nein - hier nicht. *HimmelHerrGottsKr......*

Wir haben den Kühlschrak voll mit feinstem Essen, es ist warm, es regnet nicht - was sollte uns schon passieren. Und so beschlossen wir weiter zu fahren. Zu weit sollte es aber auch nicht sein, denn es geht nach der Regenfront definitiv wieder nach Österreich zurück.

Da fiel mir so ein kleiner Ort ein, an dem ich vor 30 Jahren das letzte Mal war. Etwas touristisch, aber erträglich. Der Name war Lido di Jesolo. Laut Navi grad mal 46km, aber die zogen sich gewaltig auf den kleinen Landstraßen. Im ACSI Programm des Notebooks soll dort gleich am Ortsanfang ein sehr schöner CP sein. Und er war auch da.
Also WoMo vorm Eingang abstellen und zu Rezeption.
Da sitzt ein Bild von einer italienischen Dame. So was von hübsch, ich sag jetzt nichts mehr....
"Do You speak English", fragte ich
"Yes I do", hauchte sie, "aber auch etwas Deutsch" :female:
"Haben sie noch einen Platz frei?"
"Ja, genügend" :female:
"Haben sie ein Restaurant?"
"Ja, haben wir" :female:
"Hat es heute offen?"
"Ja, sieben Tage die Woche" :female:
"Hat es mehr als nur Pizza und Spagetti?
"Ja, so um die 40 Speisen" :female:
*Wolke7*Wolke7*Wolke*
"Ist heute Weihnachten?"
"Wie meinen Sie das?", fragte sie mit einem erstaunten Lächeln (Gott, ist die süüüüüß *wolke7*wolke7*wolke7*). Man sollte nochmals 30 Jahre jünger sein.......
Ja, wir nehmen den Platz, da gibt es doch nichts mehr zu diskutieren. Wir durften uns dann einen Platz aussuchen. Einer war schöner wie der andere. In Strandnähe war es etwas voller. Sicher auch deshalb, weil dort SAT-Empfang war, während der vordere Teil von Bäumen voll beschattet war - und ich bin ja ein Schattenparker. Dafür war es vorne schön einsam, weshalb wir und für weiter vorne entschieden haben.
Ich glaube wir sind mindesten 20 Minuten hin- und hergelaufen, bis wir uns endlich entscheiden konnten.

Ob das Restaurant wirklich offen hatte?
Wie das Essen war?
Ob Jesolo noch so niedlich ist wie damals?
Ob das Wetter gehalten hat?

Fragen über Fragen.................................... 8)


Grüßle
Raidy

Was? Ein Bild wollt ihr auch noch? zumindest eines? O.K. eines:

(Manno, ist das mal wieder überfüllt hier :D)

Tipsel am 15 Okt 2012 00:29:43

Da haste uns ganz schön auf die Folter gespannt.

:D

pipo am 15 Okt 2012 08:54:15

raidy hat geschrieben:Was? Ein Bild wollt ihr auch noch? zumindest eines? O.K. eines:

Die Landzunge vor Venedig in der Nachsaison *schnief* :cry:


peter

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