Hallo,
ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Kauf eines Navis. Eventuell sind ja meine Gedanken dazu auch für den einen oder anderen interessant.
Also fangen wir mal an: Festeinbau
Da gibt es zwei Varianten, die im Radio (z.B. Blaupunkt oder Becker) und dann noch externe Geräte mit TFT Bildschirm. Beides kam für mich nicht in Frage, da ich das System in mehrern Fahrzeugen nutzen möchte. Zudem kam die preisliche Komponente. Diese Systeme sind nicht ganz billig und müssen zudem auch noch eingebaut werden. Vorteil der teuren Systeme ist eine meist sehr exakte Navigation. Mein Vater hatte eines von Alpine, dass mit Hilfe des Geschwindiglkeitssignals vom Tacho und eingebauten Bewegungssensoren auch im Tunnel verlässlich navigierte.
Tragbare Geräte
Die tragbaren Geräte hatten es mir also angetan, auch wenn diese ohne Sat-Kontakt nicht funktionieren. Auch da gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten: reine Navis (TomTom Go, Aldi,...), PDAs (also kleine Taschencomputer mit Navi-Software), Laptops mit Navi-Software und letztlich Handys.
Das Thema Laptop hatte ich ziemlich schnell abgehakt (hatte ich hier auch schon berichtet), da ich das viel zu umständlich finde (fressen viel Strom, viele Kabel wg. Netzteil, schlecht zu verstauen, Rechner hoch- und runterfahren etc.). Und wenn man die Langfinger nicht regelrecht einladen möchte, dann muss man den ganzen "Mist" nach jeder Fahrt wieder abbauen. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die Festplatten der Laptops nicht für die Vibrationen und Stöße während der Fahrt ausgelegt sind. Diese werden nach einigen Fahrten erst laut und gehen dann ganz kaputt.
Dann hätte ich mir um ein Haar ein tragbares Gerät von Aldi gekauft. Tast tut nach Erfahrungen aus der Familie seinen Dienst, ist klein und kann dank Akku auch außerhalb des autos zum Wandern verwendet werden (wie sind wir nur früher zurecht gekommen :D )
Da ich aber mein Handy immer bei mir habe, wäre ein tragbares Navi wieder ein Zusatzgerät, dass ich mit mir herumtrage. Alternativ kann man es auch im Auto lassen und hoffen, dass es keiner findet...
Daher habe ich mich kurz vor dem Kauf mal mit dem Thema Handy-Navigation auseinander gesetzt. Die Gründe liegen auf der Hand: das Teil ist tragbar, das habe ich immer bei mir, das nimmt man auch ins Ausland bzw. in den Urlaub mit und es ist so klein und leicht, dass es nicht stört.
Auch hier gibt es für die Navigation wieder verschiedene Möglichkeiten: offboard und onboard.
Die erste Variante (z.B. Falk mobile pilot, Wayfinder, T-mobile Angebot...) haben an das Handy geringe Anforderungen, da nur eine Grund-Software installiert wird. Man benötigt eben diese software und eine GPS-Maus, die meist über Bluetooth (also eine Funkverbindung) mit dem Handy verbunden wird. Beides kann man einzeln oder im Paket kaufen.
Die Berechnung der Route und die Bereitstellung der Karten geschieht extern und wird an das Handy per Datenverbindung übermittelt. Dafür fallen natürlich Übertragungskosten und Servicegebühren (verschiedene Preismodelle; so zwischen 1 und 2 Euro je Route) an. Unbestrittener Vorteil: geringe Systemanforderungen (z.B. Nokia 6230, Siemens SX1) und immer aktuelle Karten.
Aber ich kenne mich: zum einen wäre mein Spieltrieb damit nicht zu befriedigen (mal eben in der Kneipe auf den km genau sagen können, wie weit es zum Oktoberfest ist, einfach mal in den Points of Interest stöbern oder das telefon als Stadtplan nutzen), zum anderen würde ich vor jeder Tour überlegen, ob ich nicht auch ohne Hilfe ans Ziel komme. (das "manuelle" Navi auf dem Beifahrersitz fällt bei mir jetzt mal unter "ohne Hilfe"...)
Da bietet die onboard-Lösung schon mehr. Mir bekannte Varianten sind TomTom mobile 5, Route66 mobile und navicore. Alle sind jeweils für bestimmte Systeme zugeschnitten und kosten inkl. GPS-Bluetooth-Empfänger, MMC-Speicherkarte (meist 256 MB) und Software so um die 250,- Euro. Zu den benötigten Systemen: ich habe mich nur auf Symbian-telefone konzentriet, im Speziellen die Series 60 (S60) von Nokia. Das sind z.B. das Nokia 6630 oder 6680/6681.
Diese Geräte erinnern schon stark an kleine Computer, zusätzliche programme lassen sich installieren (ich habe z.B. ein Lexikon drauf, Wörterbücher lassen sich auch installieren). Außerdem verfügen diese Geräte über die Möglichkeit, eine Speicherkarte zu verwenden.
Zur Navigation muss man nur die gelieferte Karte einstecken, das Programm aufrufen und das Ziel eingeben. Die Verbindung mit dem GPS-Empfäger geschieht automatisch.
Ich habe das system mit TomTom und einem Nokia 6680 seit 2 Wochen im Einsatz und bin restlos begeistert. Das Display ist ausreichend groß und stellt die Karte wahlweise in 2D oder 3D dar, auf Wunsch kann auch ab einer bestimmten Geschwindigkeit auf eine Piktogramm-Darstellung umgeschaltet werden. Eine Nachtsicht ist auch vorhanden.
Die Sprachanweisungen sind recht laut und immer präzise, allein damit käme man schon ans Ziel. Die Navigation erfolgt bis auf die ebene von Hausnummern!!!! Unglaublich. Zudem sind viele POIs gespeichert (Tankstellen, Camping, Restaurants usw. usw.). Das Schöne: im Vergleich zu vielen Festeinbauten kann hier jeder selber importieren, erweitern löschen... Mittlerweile gibt es auch andere Ansagestimmen, die man selber installieren kann. Damit habe ich aber noch keine Erfahrung gemacht.
Ziele können direkt eingegeben werden, aus einer liste der letzten Ziele entnommen werden, den Favoriten entstammen oder sogar aus dem Telefonbuch übernommen werden (das funktioniert bei mir aber noch nicht - keine Zeit). Es können Alternativen berechnet werden und Zwischenziele angesteuert werden.
Wie bei einem "richtigen" Navi wird immer die farbige Karte gezeigt, die nächste Aktion und die Entfernung bis dort, die km und die Zeit bis zur Ankunft sowie die geschätzte Ankunftszeit.
Kurz, die Navigation per Handy ist für mich ideal. Unabhängig vom Fahrzeug auch zum Wandern, Fahrrad- oder Motorradfahren. Kein zusätzliches Gerät im Auto und im Gepäck. Hervorragende Leistung und halbwegs preiswert. (das Handy habe ich bei Vertragsabschluss für 49 Euro bekommen...)
So, ich hoffe der eine oder andere konnte ein paar Informationen bekommen und nicht allgemein bekanntes lesen.
bis denne...

