markensammler am 02 Nov 2005 23:28:50 Moin Moin
Habe nun auch ein Foto vom Womo eingestellt. Das nur vorweg.
Hätten mal eine Frage an die GFK Spezis hier im Forum.
Waren am Wochenende in Bremerhaven, direkt an der Doppelschleuse
( neuer Stellplatz echt gut da )
Zufälligerweise ( die Sonne hat ans Licht gebracht ) habe ich hinten
direkt über den Rücklichtern ganz feine Haarrisse in der GFK entdeckt. Ca. 5-7 cm lang. Die Risse befinden sich nicht auf der glatten Fläche sondern an den Übergängen zu den eingelassenen Rücklichtern.
Knaus hat links und rechts aus GFK vorgeformte Teile in dem dann die Rücklichter integriert sind. Sind dieses wirklich Risse oder ist die Lackierung hier nur gerissen. Sieht fast so aus. Es sind genau die Übergängänge von Weiß auf Graue Farbe. Ist das normal ?
[Admin] am 02 Nov 2005 23:39:26 um das Gfk zum reißen zu kriegen, brauchst Du schon recht hohe Kräfte - wenn Dir nicht grad ein LKW hinten reingefahren ist, sind es Lackrisse. Das kommt vor, Gfk ist flexibel - meist flexibler als der Lack.
conga am 03 Nov 2005 16:38:19 Hallo Markensammler,
zeigs doch mal dem guten Bootsbauer, die kennen sich wirklich mit GFK aus. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Und in Deiner Gegend sollte es genügend Werften geben.
Conga
rs270550 am 04 Nov 2005 09:39:33 Vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe:
GFK reißt eigentlich nur STERN-förmig = Punktbelastung
oder Parallel verlaufende Risse = Flächenbelastung
Wenn diese Belastungen an DER Stelle nicht auftreten können, so sind es "nur" Lackrisse. Wackel doch mal an dem beschädigten Teil, dann sieht Du schon, was es ist.
Rolf
Scout am 04 Nov 2005 12:23:34 Hallo!
GfK –Teile bestehen normalerweise aus 2 funktionellen Schichten. Eine Schicht, die die Kräfte aufnimmt, ist mit Glasfasermatten armiert und einige mm stark. Wenn diese Risse hätte, wäre auch eine Stelle mit Schlageinwirkung zu sehen.
Aus optischen Gründen befindet sich auf der Oberfläche zusätzlich eine dünne, glatte Deckschicht ohne Glasfasermatteneinlage und eventuell nochmals eine Lackschicht. Diese kann mit der Zeit Risse bekommen. Das beeinträchtigt aber nicht die Festigkeit.
Wolfgang
rs270550 am 04 Nov 2005 14:27:43 Hallo Wolfgang,
erzähle den Leuten hier nichts verkehrtes!
Glasfaser-MATTE = wird nie zur Stabilisation verwendet, sondern nur zum "füllen". Zur Stabilität wird Glasgewebe oder Glasgelege verwendet.
Oder auch Kohlefasern oder Kevlar, immer als Gewebe oder Gelege.
Oberfläche: Dieses nennt man Gelcoat und ist eingefärbtes Polyester. Es wird normalerweise als erstes Material in die Formen gespritzt oder gerollt, hierdurch auch die glatte Oberfläche. Wenn in dieser Oberfläche aber Risse entstanden sind, so gehen diese auch im Gewebe weiter, da bei der Verarbeitung "nass in nass" gearbeitet wird. Feuchtigkeit kann eindringen und das Gewebe zerstören.
Anders ist es, wenn die Oberfläche lackiert wird. Da der verwendete Lack anders "arbeitet", also Schwingungen aufnimmt, kann es sein, daß die Risse tatsächlich nur im Lack sind. ( Fronspoiler am Auto)
Rolf
Bären am 04 Nov 2005 15:16:06 Hallo Wolfgang, hallo Rolf
es kann aber sich auch um Spannungsrisskorrosion handeln, feine Risse in der Oberfläche (Gelcoat). Auch die Glasmatten erhöhen die Festigkeit es muss nicht immer eine Gewebe sein. Bitte was ist ein Glasgelege?
Spannungsrisse kommen bei vielen Kunststoffen vor und werden durch Feuchtigkeit in Kombination mit Detergentien noch gefördert. Besonders schlimm sind solche von Waschanlagen hier wurde so manches mit Folien bedeckte Flachdach in Mitleidenschaft gezogen.
Ein schönes Wochenende aus dem nebeligen Schweinerüssel
Wilfried
rs270550 am 04 Nov 2005 17:05:17 Hallo Wilfried,
Gelege nennt man Gewebe, die übereinander miteinander vernäht sind. Also mehrere Schichten direkt übereinander. Hierdurch werden dickere Schichte, bis 2,4kg/qm, in einem Arbeitsgang aufgebracht. Vorteil: Weniger Harzverbrauch, glattere und flachere Oberfläche. Die Gelege gibt es in biaxial, triaxial und Quadaxial, also 2-, 3- oder 4-lagig. Bei vierlagig mußt Du Dir das so vorstellen:
1. Lage Gewebe läuft von rechts oben nach links unten,
2. Lage Gewebe läuft von links oben nach rechts unten,
3. Lage Gewebe läuft waagerecht
4. Lage Gewebe läuft senkrecht
Solche Sachen sind aber nicht mit "normalen" Methoden zu verarbeiten.
Sie werden im Vacuum-Verfahren eingesetzt und mit Imprägniergeräten vorher getränkt.
Natürlich hat auch eine Matte eine Stabilität. Da es sich aber um lose übereinander liegende Fasern handelt, ist diese wirklich sehr gering und man verbraucht sehr viel Harz. Außerdem wird die Oberfläche nicht wirklich glatt.
Rolf
markensammler am 07 Nov 2005 00:52:43 Moin Moin
vielen Dank für die Infos zum GFK. Mit den Bootsbauern ist eine gute Idee
Ich werde dochmal bei denen zur Sicherheit nachfragen. Kann ja nicht schaden und ich bin dann beruhigter.
Eine schöne Arbeitswoche an alle.
Dieter
Bären am 07 Nov 2005 08:57:49 Hallo Rolf,
danke für die Informationen über Gelege u.s.w.
Ich habe geschäftlich viel mit UP Harz Produzenten (Reichhold, Ashland, Cray Valley, DSM.......) weltweit zu tun. Die Weiterverarbeitung ist nicht mein Gebiet, ich bin indirekt für die Viskosität und Thixotropierung also Rheologie von UP- Harzen zuständig. Zu meinem Aufgaben hört es pyrogenen Kieselsäure also Thixotropier- Verdickungs- und Antisedimedationsmitel anwendungstechnisch zu begleiten.
Was mir nur auffällt ist warum wird Vinylester (Bessere Freibewitterung UV Beständigkeit)
in WoMo Bau nicht eingesetzt?
Also Danke für Deine Infomationen und eine schöne Woche.
Sevus aus dem Saurüssel
Wilfried
Palmstroem am 07 Nov 2005 13:31:14 Hallo Markensammler,
feine Risse im Gelcoat kannst du leicht abdichten mit Captain Tolleys Creeping Crack Cure. Das findest du beim Yachtzubehörhandel.
CTCCC ist extrem dünnflüssig und saugt sich richtig in die Risse rein, bevor es aushärtet.
Abdichten ist wichtig, damit keine Feuchtigkeit ins GFK eindringt, sonst wird das GFK im Laufe der Zeit weich, ganz abgesehen von allfälligen Katastrophen bei Frost.
Viel
Jürg
rs270550 am 07 Nov 2005 15:53:50 Hallo Jürg,
wenn Markensammler mal die "Suche" benutzen würde, hätte er dort schon löngst meinen Beitrag über "Captain" gefunden und wüßte auch, daß wir hier einen Yacht-Service betreiben, ich ihm also bestimmt nicht
unwissend antworte.
Rolf
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