Wie auch in anderen teilen Deutschlands ist auch die Rheinregion vom Hochwasser betroffen.
Ein Freund von mir hat seinen Wohnwagen zum Dauercamping auf einem Campingplatz am Altrhein abgestellt. Für Wassersport ist so ein Stellplatz direkt am Wasser natürlich ideal, bei Hochwasser was jedes Jahr dort mindestens einmal vorkommt da eher weniger. Aber auch nicht weiter tragisch wenn man rechtzeitig den Wohnwagen auf die Parkplätze hinter den Damm zieht.
Die Dauercamper dort im Hochwassergebiet tun das normalerweise auch immer rechtzeitig. Mein Kumpel liegt derzeit im Krankenhaus und konnte sich nicht selbst um den Abbau des Vorzeltes und wegfahren des Wohnwagens kümmern.
Seine Frau hatte die Lage wohl unterschätzt und gehofft daß der Kelch noch mal an ihnen vorbeizieht. Da sie eine Parzelle am Damm haben, die etwas höher liegt und normalerweise nur bei extremen Hochwasser geflutet wird, hat sie ihre Bekannte auch erst Samstags angerufen. Da war es allerdings schon fünf vor Zwölf.
Ihr eigenes und einziges Auto mit Anhängerkupplung hatte nach dem Unfall ihres Mannes totalschaden und in ihrer Verwandschaft und Bekanntschaft hatte " plötzlich" niemand ein Auto mit Anhängerkupplung. Natürlich hatten einige eine Anhängerkupplung, nur hatten sie offenbar keine Zeit oder keine lust zu helfen.
Soviel zur Hilfsbereitschaft unter Freunden und Bekannten, obwohl einige von denen dann immer zur Stelle waren, wenn auf dem Platz gegrillt, oder sie mit einem der Kajaks und Kanus meines Kumpels jederzeit auf das Wasser konnten.
Seine Frau hatte mich schon Samstagsmorgens als erster angerufen, aber ich war gerade auf dem Rückweg von einer Wohnwagenüberführung für einen Bekannten und konnte vor Nachmittag nicht am Platz sein. Als ich dann dort eintraf,wäre es für einen normalen PKW wegen der Wasserhöhe zum rausziehen des Wohnwagens schon zu spät gewesen. Mit dem Bruder meines Kumpels hatte sie schon alles abgebaut und das Gerödel mit dem seinem Auto (ohne AHK) vom Platz rausgeschafft. Nur der Wohnwagen stand noch auf dem Platz, und stand schon bedrohlich knapp bis unter der Tür im Wasser. Eine Stunde später hätte das Wasser wohl schon im Wohnwagen gestanden.
Deswegen wunderte es mich auch um so mehr ( auch der eigentliche Grund für die lange Einleitung) das noch immer ein paar Wohnwagen unberührt von Menschenhand im Wasser stehend ihrem Schicksal entgegensahen. Wären die Besitzer hier gewesen, oder wäre überhaupt jemand da gewesen, ich hätte auch denen ihre Wohnwagen noch rauszuziehen versucht.
Aber ausser Schaulustige auf dem Damm war niemand da der sich dafür vernatwortlich fühlte.
Ich hoffe man wirft mir jetzt nicht wieder mangelnde Zivilcourage oder mangelnde Hilfsbereitschaft vor, da ich mich für die Rettung fremden Eigentums in dieser Situation in Eigenverantwortung NICHT verantwortlich fühlte. Wenn sich die Besitzer schon nicht verantwortlich fühlen, möchte ich ( obwohl mir die Wohnwagen leid tun) da auch nicht päpstlicher als der Pabst sein.
Sonntag bin ich dann noch mal zum schauen hin, und da war das Gelände bereits vollkommen überflutet, und die verbliebenen Wohnwagen hatten bis vermutlich Polsterhöhe schon im Wasser gestanden, und der Pegel stieg ja über den Tag immer noch.
Daß man die vollgelaufenen Wohnwägen nach dem Hochwasser zum weiteren Campen wohl vergssen konnte, ich glaube dafür braucht man keine große Phantasie um sich das vorzustellen.
Ich frage mich immer wieder, was sind das für Camper und was das für Menschen sind, die vermutlich wissentlich ihre Wohnwagen und Campingutensilien das ja alles mal Geld gekostet hat, einfach dem Hochwasser überlassen.
Im Gegenteil zu den Menschen die in Hochwassergebieten ihre Häuser haben, und diese nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen können, können Camper jederzeit ihr Hab und Gut an den Haken nehmen und in Sicherheit bringen.
Sorry an die Thread Sinnsucher, daß ich wegen ein paar Campern und ihren abgesoffenen Wohnwägen jetzt ein Fass aufmache. Aber das regt mich einfach nur auf, wenn ich an einem Campingbrett sehe, daß eine Familie verzweifelt nach einem kleinen bezahlbaren Wohnwagen sucht um auch mal Camping machen zu können, und andere nur die Schultern zucken, und ihre fahrbaren noch guterhaltenen Wohnwägen einfach so absaufen lassen.

