Fragen wir doch mal einen Experten!
In diesem Fall Dr. Benno Neufeld aus Leutkirch.
--> LinkEr schreibt unter anderem:
"Der tut nix!
Wenn aus Kälbchen große Bullen werden.
Im Umgang mit Deckbullen kommt es in der Landwirtschaft immer wieder zu ernsten Verletzungen oder gar Todesfällen. Bullen sind die gefährlichsten Tiere auf einem Bauernhof, welchen man niemals trauen sollte. Ursachen für Unfälle mit Bullen sind meist polyfaktoriell.
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Allgemein gelten Bullen mit einer erhöhten Libido als gefährlich. Die häufigsten Todesopfer sind Männer ab einem Alter von 60 Jahren.
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Bullen, die bereits Menschen angegriffen haben, werden dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen und sind unbedingt zu schlachten, da die ursprünglich bestehende Angriffshemmung aufgehoben ist. Die erste Attacke sollte definitiv auch die Letzte sein. Ebenso ist mit Bullen zu verfahren, die Menschen gegenüber ausgeprägtes Drohverhalten zeigen. Versuche solche Bullen zu zähmen oder zu erziehen, sollte professionellen Tierpflegern auf Besamungsstationen vorbehalten bleiben, auf Milchviehbetrieben gelingt dies in der Regel nicht.
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Fehlendes bzw. unzureichendes Dominanzverhalten von Frauen und Senioren demonstriert Unterlegenheit und scheint Angriffe zu begünstigen. Hoher Pflege- und Sozialkontakt, sanftes, ruhiges Ansprechen mit tiefer Stimme wirkt sich zwischen Bullen und Betreuer hingegen positiv aus. Erfahrene, ruhige, ausgeglichene, aber auch energische Landwirte haben weniger Konflikte mit ihren Bullen zu erwarten als unsichere, nervöse und unerfahrene Betreuer. Persönliche Stimmungen und mangelnde Konzentration werden von Bullen schnell wahrgenommen.
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Bullenkälber, welche alleine und ohne Auseinandersetzung mit anderen Rindern aufwachsen, halten sich durch eine Fehlprägung für "Menschen". Im Alter von 2 Jahren werden sie erwachsen und wollen nun nicht einfach "Oberbulle innerhalb einer Rinderherde" sondern "Betriebsleiter auf einem Bauernhof", also "Bauer" sein. Dies führt letztlich zu den gefährlichen Angriffen auf Menschen.
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Niemals mit dem Kalb bzw. Jungrind spielerisch rumraufen. Niemals beim Kalb das Boxen mit dem Kopf dulden. Niemals auch nicht spielerisch die Stirn streicheln oder tätscheln, auf die Stirn klopfen oder schlagen. Zur Kontaktaufnahme nur auf die Schulter tätscheln oder unter dem Kinn streicheln. Druck auf die Stirn bzw. im Hornbereich initiiert das Kampfverhalten.
Individualdistanz von 6 Meter respektieren. Keine unnötigen Feindvermeidungskonflikte schaffen.
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Der Bulle lernt sonst, dass er mit seiner Drohhaltung Menschen vertreiben kann und wird so in seiner Aggressivität bestärkt (Postboteneffekt).
Jeder erwachsene Bulle, welcher Menschen gegenüber ausgeprägtes Drohverhalten zeigt, sollte entfernt werden.
Im Gefahrenmoment, bei Drohgebärden niemals wegrennen und niemals dem Bullen den Rücken zukehren. Dominanzverhalten (Frontales Auftreten, energisches Entgegentreten, lautes Rufen "Zurück!", Ausbreiten der Arme) kann den Bullen zurücktreiben. Bei Flucht aus dem Gefahrenbereich immer langsam rückwärtslaufen und den Bullen anschauen. (In besonderen Situationen evtl. Stockschläge auf Nase aber nie auf die Stirn!) Abwenden und Wegrennen initiiert beim Bullen stets ein Nachhetzen mit gefährlicher Stoßattacke. Eventuell lässt sich ein angreifender Bulle durch das nicht hastige Wegwerfen eines Gegenstandes (z.B. ein Taschentuch) kurzfristig ablenken.
Bei allen Arbeiten niemals dem Bullen den Rücken zukehren und niemals allein bei einem Bullen sein. Dies gilt insbesondere bei Männern ab 60 Jahren und Frauen in jeder Altersstufe."
Vielen Dank Herr Doktor! Das genügt!
Bin ich froh, dass ich noch keine 60 bin.
Ich will auch nicht übertreiben, bei uns handelte es sich ja um Teenies.
Celso