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Reisenotizen England & Wales 2013 - Ab in die Sonne! 1, 2


celso am 20 Jul 2013 11:47:40

Hallo liebe GB-Freundinnen und Freunde,
Hallo an alle Interessierten,

wir sind nach fast 4 Wochen von der Insel zurück.
Als Dank für die vielen tollen Tipps, die es hier im Forum immer gibt, will ich in den nächsten Tagen oder Wochen ein wenig von unserer Reise berichten.

Als Einstieg möchte ich euch mit zwei romantischen Fotos aus dem Camperleben verwöhnen:


Camper-Stillleben mit Brüllwürfel, Nudeltopf und Flötenkessel, blau



Sundown at the Chemical and Waste Water Disposal

Bevor ich weiterschreibe, lasst uns heute innehalten und auf die Geburt eines königlichen Kindes warten!

Fortsetzung folgt
Celso

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

daktari110 am 20 Jul 2013 15:57:26

Hallo celso, welcome back!
Wie schnell doch vier Wochen vergehen, ich wähnte euch noch im Königreich und hoffte auf Fotos des königlichen Nachwuchses aus erster "Forums" Hand :D :D
Schön, das ihr solch wunderbares Wetter genießen durftet, ich freue mich schon auf deinen Bericht und viele schöne Fotos.
Ein schönes Wochenende allerseits,
Stefan

celso am 23 Jul 2013 20:38:22

Es ist geschehen! Das königliche Baby ist geboren.
Während unserer Reise sahen wir natürlich oft die Titelseiten der diversen Magazine, die sich immer mit diesem Thema befassten.
Groß herausgestellt wurde die Aussage von Prinz William, das er "The World´s Best Nappie Changer" werden will.
Damit will er dem derzeitigen Champion den Rang streitig machen:

--> Link

Vorbereitet hat er sich lt. diesem Artikel:

--> Link

mit dem Schauen von You-Tube Videos.
Eine wahrlich königliche Aufgabe, ergibt doch die Suche bei YouTube stolze 173.000 Videos zum Thema!

Wirklich bewegend noch diese Aussage aus dem Artikel:

"William, 30, has also been singing to 31-year-old Kate Middleton's baby bump.
He made Kate's eyes fill with tears when he sang Go To Sleep My Baby.
'It was so beautiful,' says a friend, 'she says it's a momet she'll never forget."

Das Lied hat er auch bei You Tube gelernt:

--> Link

Die Queen -vorausschauend wie immer- hat für alle Fälle im Buckingham Palace auf den diversen Toiletten dieses Schild anbringen lassen:




Um auf unsere Reise zurückzukommen:
Als wir am letzten Donnerstag nach ca. 1 Woche ohne Fernsehen, Zeitungen oder Internet auf der Fähre saßen, fasste ich mir ein Herz und fragte eine neben uns sitzende britische Familie:
"Excuse me! Are you from Britain?"
"Yes!"
"One question please! The Royal Baby, is it born now or not?"
"Oh! I really don´t know! I´m particularly not interested."

Fortsetzung folgt
Celso

p.s. Der nächste Champion in Wartestellung versucht alles:

--> Link

Anzeige vom Forum


celso am 04 Aug 2013 13:20:34

Genug der Vorbemerkungen. Kommen wir zur eigentlichen Reise.

Teil 1 - Alle Systeme auf Grün - Wir starten!

Am 24. Juni fahre ich mittags die 40 km nach Dortmund. In diesem Jahr haben wir unser Wunschauto, einen Pössl Vario 545, nur bei Müllers Mobile gefunden.

--> Link

Sehr netter, wirklicher Familienbetrieb (Herr Müller und Frau Müller)! 5 Sterne

Das Auto ist fast neu. Da wir schon 2012 mit einem Roady Vario unterwegs waren, geht die Übergabe zügig. Es gibt diverse Detailverbesserungen beim 2013er Modell.
Beim 2012er war der untere Teil des Spiegels auf der Beifahrerseite durch den Rahmen des Verdunklungsfächers verdeckt. Dies ist geändert worden. Sehr sinnvoll für uns, da wir den Spiegel im Linksverkehr wirklich brauchen.
Auffälligste Neuerung ist das Fliegengitter an der Schiebetür. Dieses ist wirklich nur ein Fliegengitter. Gegen größere Ansammlungen hungriger Mücken hilft es nicht, da es am Rand zum Fahrerhaus nicht dicht abschliesst. Ich sagte noch zu Herrn Müller, dass ich mir eine elektrische Zuziehhilfe für die Schiebetür wünschen würde. Jetzt habe ich gelesen, dass es diese bei den Pössl-Modellen 2014 serienmäßig geben wird. Finde ich gut.



Knapp 2 Stunden später packen wir. Ein halber Umzug! Vorteil des Vario 545: Ist mensch mit 2 Personen unterwegs, braucht es kein Packen: Einfach nur reinschmeissen, Platz satt!
Von Jahr zu Jahr nehmen wir weniger Sachen aus unserem normalen Haushalt mit. Ich kaufe mal dies und mal das. Wenn wir in ein paar Jahren mehr Zeit zum Reisen haben, brauchen wir nur noch die äussere Hülle für unsere Ausrüstung.

Ein paar Tränen zum Abschied und gegen 0:00 Uhr erreichen wir den Parkplatz der Fährgesellschaft in Dünkirchen. Wir fahren abends los und schlafen dann auf dem Parkplatz. Vorteil: Kein Stress bei der Anreise.

Die Fähre ist in den letzen Jahren immer billiger geworden. Dieses Jahr haben wir für die Hin- und Rückfahrt lediglich 58,23 Euro bezahlt. Das ist fast geschenkt!

Fähre muss sein, sonst kommt man ja nicht richtig an:



Unser erstes Ziel ist Sevenoaks. Mitten im geschäftigen Ortskern geht eine schmales Sträßchen ab, Richtung Knole House. Wir fahren zunächst dran vorbei, weil wir es für einen Fußweg halten. Nach einer Ehrenrunde sind wir verblüfft: Direkt hinter der Häuserzeile und einem Viehgitter öffnet sich das Gelände zu einem riesigen Park. Nach ca. 1 km erreicht man Knole House.



Knole House ist ein Kalenderhaus. Es hat 365 Zimmer, 52 Treppen und 7 Höfe. Man gönnt sich ja sonst nichts! Es war seit 1566 im Besitz der Familie Sackville. 1945 übergab die Familie das Haus an den National Trust. Seitdem wohnt die aktuelle Sackville-Familie in einem schnöden Viertel mit ewigem Wohnrecht. Vita Sackville-West, den Englandfahrer/innen bekannt als Erschafferin des berühmten Gartens von Sissinghurst, war Tochter dieser Familie, erbte als Frau aber nicht, worunter sie sehr gelitten hat.

Das Wetter ist wunderbar. Da wir noch keine Ahnung haben, wie es sich in den nächsten Wochen entwickeln wird (zu Hause war es nicht so toll!), beschliessen wir auf eine Besichtigung des Hauses selbst zu verzichten und genießen den Garten und im Park die Sonne.

Wo kann ein solches Bild entstehen?



Wir sind angekommen.

Auf dem Parkplatz bewegt sich etwas zwischen den Autos:



Wir sind erstaunt! Tatsächlich ist das im Park lebende Dammwild handzahm, wie auch dieser Schnappschuss zeigt:



Nach einem ausführlichen Einkauf fahren wir am Abend ein paar Kilometer zu unserem ersten Übernachtungsplatz. Eine "Certified Location" des Caravan Clubs. Ich hatte uns schon von Zuhause bei Mrs E M Richards telefonisch angemeldet. Ein ganz einfacher, krummer Stellplatz auf der Wiese. 7 Pfund für die Übernachtung für 1 Pfund gibt es noch einen "Parkschein" für Strom. Die mindestens 80jährige Mrs Richard schlurft in dicken Pantoffeln durch ihr Wohnzimmer um noch 1 Pfund Wechselgeld für uns zu finden.

Interessanter Stromkasten:



Morgen geht´s Richtung Cambridge!

Fortsetzung folgt
Celso

dipakatz am 04 Aug 2013 16:04:39

Hallo celso,wir sind seit Mittwoch wieder zurück aus GB.Bin gespannt auf deinen weiteren Reisebericht.Vielleicht gibt es ja einige Stellen, die wir auch abgefahren sind. Dirk

nuvamic am 04 Aug 2013 16:38:40

Schöööööön - auf die Art komm ich dieses Jahr doch noch auf die Insel. Danke für's Mitnehmen! :)

Und das mit der Fährüberfahrt seh ich genauso... die müssen mit dem Tunnel schon seeeehr billig werden, bevor ich überhaupt drüber nachdenk.

juttaundklaus am 04 Aug 2013 19:51:19

Als großer England-Fan kann ich die Fortsetzung Deines Berichts kaum abwarten!
Jutta

Concordino am 04 Aug 2013 20:04:57

Hallo Celso,

schließe mich nuvamic an - leider wird unser Reisejahr auch inselfrei bleiben. Nach den weniger schönen und sehr nassen Sommern der letzten Jahre beschlossen wir, in diesem Jahr nach F zu fahren - was toll war, aber dieses typische Inselwetter dort hat uns doch etwas irritiert.

Ich warte schon gespannt darauf, wie es weiter geht. Knole House hätte sich aber m.E. zu besichtigen gelohnt (wenn ich das hier mal so anmerken darf).

Viele aus Berlin.

nuvamic am 04 Aug 2013 20:10:53

Bin schlossübersättigt, von daher bräuchte ich ne gute Begründung, um reinzugehen - was wäre denn so Besonderes, dass man rein sollte? (Bei Gärten brauch ich keinen Anstoß.... *g*)

celso am 04 Aug 2013 20:30:44

Hallo Stefan (Conco),

wir hatten noch einen anderen Knaller im Progamm. Doch dazu später!
Am ersten Tag war es eher das Gefühl: Wenn es nach 3 1/2 Wochen nur geregnet hat und du warst am einzigen Sonnentag irgendwelche alten Brocken in verdunkelten Zimmern besichtigen, dann würdest du dich vielleicht ärgern.
Sevenoaks liegt aber immer am Weg. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
nach Berlin
Celso

ottomar am 04 Aug 2013 21:19:08

Hallo Celso,

Endlich weihnachtet es! Gespannt wartet die ganze Gemeinde, auch bekannt als CaptnSharky's Grillseminar, auf Deinen Bericht.
Obwohl wir es uns zur Zeit in Polen gut gehen lassen, und das geht hier wirklich gut, harren wir gespannt Deiner Worte und Bilder aus dem Land unserer Sehnsucht. Genug Schwulst?
Dann also bis dann,

Ottomar

FamilieWeber am 05 Aug 2013 21:55:21

Hallo Celso,

bei uns geht es am Samstag los nach UK. Ich hoffe noch etwas von deinem Bericht bis dahin zu lesen.

Viele

Familie Weber

celso am 05 Aug 2013 21:59:20

Ich eile!

celso am 07 Aug 2013 20:16:43

Teil 2 - Von genialen Plänen, großen Genies, schönen Stimmen und sauberen Toiletten

Wir hatten für dieses Jahr einen genialen Plan ersonnen.

In meinem Reisebericht vom letzten Jahr:
--> Link
schrieb ich:
„Wir entscheiden uns. Die Berge müssen warten. Wir kommen im nächsten Jahr nochmal hier vorbei. Dann wird bei bestem Wetter und Aussicht der Snowdon bestiegen! "

Der feste Wille, die Rechnung mit den Bergen von Snowdonia zu begleichen, machte uns nicht so blind, dass wir in diesem Jahr nochmals 10 Tage auf Wolken gestarrt hätten. So hatten wir beschlossen, Wales zunächst die kalte Schulter zu zeigen, östlich um London zu reisen und dann die große Wahl zu haben:
Bei schlechtem Wetter Trümmer und Antiquitäten begucken, vielleicht sogar bis York fahren oder den Peak District (Hallo Nuvamic!) besuchen...... oder halt 1 x quer rüber nach Wales.

So verließen wir am nächsten Morgen die krumme Wiese der liebenswerten Mrs E M Richards und fuhren nach Cambridge. Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr in Oxford hatte ich für 2 Nächte den Campingplatz "Cherry Hinton" vorgebucht. Ein Platz des Caravan Clubs. Ein sehr schöner Platz, der sich auf dem Gelände alter Steinbrüche befindet. Aus den dort gebrochenen Steinen ist ein Teil von Cambridge erbaut.
Nach dem Dinner im "Robin Hood" treffen wir ein deutsches Paar, mit denen wir auf der Fähre schon ein paar Worte gewechselt hatten. Sie sind mit einem schicken Dethleffs-Integrierten unterwegs und haben so ca. 8 Wochen Zeit. Sie sind also aktuell noch irgendwo auf der Insel. Natürlich haben wir denen unsere Runde hier im Forum empfohlen.
Solltet Ihr hier mitlesen, dann "Herzliche und noch viel Spass!".
Wir sitzen noch eine halbe Stunde zusammen und sprechen über erste Eindrücke und weitere Pläne. Als wir ins Bett klettern, regnet es leicht.

Die Universität von Cambridge besteht seit 1209. Alleine 70 Nobelpreisträger haben dort studiert. Beim Besuch von Cambridge dreht sich alles um die Uni.

2 Tipps für den Besuch:

- Es gibt Stadtführungen zu Fuß (Tourist Information). Nicht ganz billig und nur in Englisch, aber es lohnt sich.



Der Eingang ins Trinity College blieb uns an diesem Tag verwehrt, weil gerade Diplomfeiern waren.



Hier hat Isaac Newton studiert und gearbeitet. Der Apfelbaum soll ein Nachfahre des Baumes sein, dessen auf Newtons Kopf herunterfallender Apfel, ihn auf die Idee mit dem Gravitationsgesetz brachte. Newton ist übrigens auch der Erfinder der Katzenklappe.


- Der Evensong in der King's College Chapel. Das ist eine gesungene Messe. Der Chor ist Weltklasse und das Gebäude grandios. Auch für eingefleischte Atheisten ein Genuss. Mo-Sa 17.30Uhr, So 10.30 Uhr und 15.30 Uhr. Da Messe: Eintritt frei! Ab 17.OO Uhr „Queuing“ am Eingang des Colleges (an der Straße King's Parade).



Im Innern der King´s College Chapel


Nach so viel Kultur kann mensch auf der Cam staken (lassen).




Sehr angetan von Qualität und Sauberkeit des Campingplatzes "Cherry Hinton" buchten wir von dort unsere nächste Station.

Fortsetzung folgt

celso am 10 Aug 2013 11:50:49

Teil 3
Ein Coast-Path ohne Meer, eine unerwartete Begegnung und Ottomars Spuren

Am 28.Juni fuhren wir weiter in Richtung Nord-Osten. Unser nächstes Ziel war Sheringham, ein altes Seebad an der Nordseeküste (Warum habe ich jetzt ein irisches Lied im Kopf?) von Norfolk. Genauer gesagt der Campingplatz Incleboro Fields in West Runton zwischen Cromer und Sheringham.

Wir wollten das Meer sehen und auf dem geliebten Coastpath wandern.



Wir wandern von Wells-next-the-Sea nach Cley-next-the-Sea auf dem Norfolk Coastpath.
Der Weg ist 17 km lang, aber es ist eine einfache Strecke ohne Steigungen. Wir fahren mit dem Bus nach Wells und laufen los. Auf der Seite, wo wir das Meer vermuten , sehen wir nur grosse Salzwiesen und Schilf. Das ändert sich die nächsten 17 km auch nicht mehr.





Fast hätte ich mir „Fog and Mist“ gewünscht, was die Landschaft noch interessanter gemacht hätte. Stattdessen brannte die Sonne.

Eine Fata Morgana? Was sind das für komische Hunde oder Ponys?



Etwas zoomen bringt Aufschluss:



Aufklärung gibt es für uns erst später auf der Reise durch diesen Flyer:



Tatsächlich habe ich inzwischen festgestellt, dass Lama-Trekking ein boomendes Geschäft ist. Auch in Deutschland kannst du inzwischen an jeder Ecke mit einem Lama spazierengehen. Warum?
Hatte meine Oma im Zoo noch gesagt:“Geh´da nicht so nah dran! Die spucken!“, scheint sich das Image der Lamas gewaltig geändert zu haben.
Hier ein paar Zitate von folgender Website:
--> Link

"Lama- und Alpaka-Trekking nimmt im Rahmen des sanften Tourismus an Bedeutung immer mehr zu. Es wird immer wichtiger, der Hektik des Alltages zu entrinnen und Ruhe und Entspannung in der Natur zu finden.
Hierfür ist Lama-Alpaka-Trekking bestens geeignet, denn Lamas und Alpakas strahlen von sich eine gewisse Ruhe aus. Schon der Blick in die großen dunklen Augen und das Summen der Tieren beruhigt Körper und Seele......
Spucken die?
Dies ist oft die erste Frage, die wir hören, wenn wir mit unseren Tieren unterwegs sind. Zu tief sitzt das Klischee von spuckenden Lamas......
Mit Lamas und Alpakas als Trag- und Begleittiere ist dies ein besonderes Ereignis, bei welchem Sie Ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen können....
Da Neuweltkameliden wegen ihren Schwielensohlen keine Trittschäden verursachen, wandern wir auf entsprechenden Rad- und Wirtschaftswegen durch die Lienener Dorfbauernschaft."

Die Frage nach dem Spucken wird nicht beantwortet.
Wikipedia bringt Erleuchtung:
"Wenn Lamas sich belästigt fühlen, spucken sie den Störer an. Dabei beweisen sie eine erstaunliche Treffsicherheit. Normalerweise werden jedoch nicht Menschen Opfer solcher Attacken. Vor allem untereinander bespucken sich Lamas, um die Rangordnung zu verdeutlichen oder aufdringliche Artgenossen auf Distanz zu halten. Speichel wird nur zur Vorwarnung gespuckt. Meistens wird halb verdauter Mageninhalt gespien, dies allerdings nur in kleinen Mengen. Die halbflüssige, grünliche Masse ist übelriechend, ansonsten aber harmlos und leicht abwaschbar."

Leicht abwaschbar! Das beruhigt mich doch! Dann wollen wir mal hoffen, dass der Boom anhält. Wohin sonst mit den ganzen arbeitslosen Neuweltkameliden? Wird es so eine Geschichte wie mit den Kamelen in Australien oder den Nutrias hierzulande?

Entschuldigt meinen längeren Ausflug, aber die Verblüffung über Lamas auf dem Coastpath dürstete nach Aufklärung.

Kurz bevor wir wieder einen Blick auf´s offene Meer hätten werfen können, bremste uns diese Sperre:



Die Küste von Norfolk ist nicht so spektakulär, wie die in Südengland oder Wales. Sie bietet aber große Sandstrände (z.B. Holkham), Naturschutzgebiete mit vielen Vogelarten, wie das, was wir durchwandert haben und im Hinterland jede Menge zu besichtigen(für unsere Royals-Fans: Sandringham Palace, ansonsten Houghton Hall,Holkham Hall u.s.w.). Wir haben uns da beschränkt, weil wir nur mal reinschnuppern wollten.

Zurück nach Sheringham:

Sheringham und auch das nahe Cromer sind typische englische Seebäder.

Mensch sitzt auf dem Beton und liest Zeitung oder verschönert sein Strandhaus.





Wir schlendern duch Sheringham.



Oben ein typisches Haus und unten ein wunderschöner alter Campingbus.




Wir wollten schon wieder Richtung Campingplatz aufbrechen, da gab es noch eine faustdicke Überraschung.
Unser allseits beliebter Ottomar, der zur Zeit in Polen Kartoffeln kauft, hatte ja auch diese Gegend mit seiner Liebsten und dem Wohnmobil bereist. Er hat uns wenig darüber berichtet. Wir hatten uns schon gefragt: Werden wir irgendwelche Spuren seiner Reise entdecken? Vielleicht einen überdimensionalen Carbon-Footprint?
Doch da entdeckten wir an einer schnöden Betonwand am Ende der Strandpromenade dieses hier:



Ottomar wie er leibt und lebt!

So hat es sich wahrscheinlich zugetragen:

Vor einigen Jahren beschloss das Sheringham Town Council die unvorteilhaften, nackten Betonwände der Strandpromenade mit Werken örtlicher Künstler aufzuwerten.
Ein Bildhauer hatte sich in den Kopf gesetzt, den Kapitän des legendären Lifeboats "Henry Ramey Upcher" -bekannt durch den mutigen Rettungseinsatz am 23.Januar 1897 zur Rettung der Seeleute des norwegischen Schiffes Ispolen- in Stein zu meißeln. Weder ein Mitglied der aktuellen Rettungscrews,

--> Link

noch ein Mitglied dieser Truppe (Wenn ihr in Stimmung seit, hört euch die Lieder an.)

--> Link

kam als Modell in Frage.

Da kam ein hünenhafter Fremder daher, dem man noch eine Mütze aufsetzte....

Fortsetzung folgt

nuvamic am 10 Aug 2013 13:20:04

Bitte nicht für Exkurse entschuldigen - ich könnt mich in die Erzählung "reinlegen"...... *weiterträum

celso am 11 Aug 2013 17:22:52

Teil4

Die Entscheidung, die Dukes von Klotz und Protz und einer war schon vor uns da

Eine Entscheidung stand an.
Wohin fahren wir jetzt? Wir wollten es vom Wetter abhängig machen. Gibt es eine Chance auf ein wolkenloses, sonniges Wales? So ganz klar war das noch nicht
Unser bisheriges Wetter war gut. Einmal hatte es richtig geregnet, 2-3 x getröpfelt und wir hatten schon ordentlich Sonne.
Meine Liebste sprach: “Lass´ es uns noch einmal probieren!“

Als Zwischenetappe auf dem Weg von Ost nach West hatten wir eigentlich Belvoir Castle ausgeguckt. An diesem Ort, wo der Film „Der kleine Lord“ gedreht worden ist, wollten wir ein paar romantische Tränen verdrücken. Zum Glück schaute ich nochmal ins Netz der Netze und stellte fest, dass wir an einem Wochentag angekommen wären, wo das Schloss für die Öffentlichkeit geschlossen ist.

Ich erinnerte mich an Eure Tipps: „Nuvamic schwärmt immer so vom Peak District und der Ottomar hat mal ein Foto von einem Schloss mit großem Park gepostet. Chatsworth House, da fahren wir hin!“
Ein Blick auf die Karte des Caravan Clubs ergab, dass es dort direkt einen Platz gibt. Das Ergebnis eines Anrufs ernüchterte allerdings. Der Platz ist auf Monate ausgebucht und das ständig.
Also eine Certified Location, möglichst nicht in zu großer Entfernung von Chatsworth House.
Offley Place in Old Brampton hatte Platz für uns. 9 Pfund pro Nacht inkl. Strom.
Die ca. 250 km lange Fahrt verläuft lange Zeit durch völlig flaches, manchmal fast holländisch anmutendes Gelände mit viel Landwirtschaft,bis man sich etwa bei Chesterfield dem Peak District nähert.

Unterwegs gehen wir noch einkaufen bei Sainsbury´s, dem wohl edelsten unter den britischen Supermärkten: Tolles Angebot, Lebensmittel etwas teurer, mein Lieblingsbrot „TTD Multiseeded“, recht günstige, brauchbare Freizeitklamotten und preiwertes Essen in der Cafeteria.
Nervend ist der leicht erzieherische Ton, der irgendwie durch den Laden weht (z.B.Schild auf dem Klo: Bitte Hände waschen!) und natürlich die allgegenwärtige Kameraüberwachung:



(Wegen dieser Dinge lieben wir die britischen Inseln jedenfalls nicht!)

Wir erreichen Old Brampton. Camping auf dem Bauernhof.
Der Bauer, ein waschechter „Peak“ stellt uns auf Asphalt, Strom gibt es aus der Scheune, dort befindet sich noch eine uralte Dusche und Toilette(aber sauber). Am meisten Interesse haben die Hühner , die uns stundenlang belagern.

Unser Stellplatz



Der Chef schaut um die Ecke.



Die Damen folgen:




Chatsworth House ist einfach zu erreichen. Der Bus fährt direkt an der Strasse vor Offley Place ab. Knappe 10 Minuten später erreicht man Nether End (!) und dort ist ein Eingang in den riesigen, mehr als 4 Quadratkilometer großen Parks, der zum Haus gehört.

Der erste Blick:



Das Haus gehört der Familie Cavendish. Seit dem 16. Jahrhundert wohnen die dort. Das jeweilige Familienoberhaupt trägt den vererbbaren Titel „Duke of Devonshire“. Aktuell ist Peregrine Cavendish der 12. Duke of Devonshire.
Haus und Garten ist gegen entsprechenden Eintritt zu besichtigen.


(Schnappschuss! Die Eingangshalle war für einen Moment leer.)

Seit Jahrhunderten sammelt die Familie, die zu den einflußreichsten Adelsfamilien gehört, Kunst.
Und so sieht es da auch aus. Alles ist vollgestopft mit Wertvollem aus den letzten Jahrhunderten und der ganzen Welt.
Kunstmessis oder einfach nur protzige Zurschaustellung des familiären Reichtums?
Es ist erlaubt, im Haus zu fotografieren Man ist ja kein Museum.

Wohin mit den ganzen Vasen?



Unterm Tisch ist auch noch Platz!



Heute mal was Modernes?



Oder lieber Marmor?




Wirklich unfassbar und unbedingt zu besuchen!

Im Garten setzt sich das fort.
Diverse Gartenarchitekten durften sich im Laufe der Jahrhunderte austoben.

Chatwsworth House von der Garten-Seite



Besonders faszinierend für uns: Der Steingarten


celso am 11 Aug 2013 17:43:04

(1x falsch geklickt! Teil 4 war noch nicht komplett,hier der Rest.)


Das letzte Mal auf dieser Reise sind wir an einem Ort, den Ottomar schon besucht hat.Zwei Fotos hat er dazu gepostet. Sie sind mir beide bestens in Erinnerung. Ich stutze. Kann das sein? Drücke auf den Auslöser. Tatsächlich!



Der Hase ist weg!

Ich will ja nichts unterstellen, aber wenn ich mal nach Rottweil komme, werde ich einen Blick in Ottomars Garten werfen.
Ich könnte ihn sogar verstehen, eine Skulptur mehr oder weniger, das fällt hier gar nicht auf.
Außerdem haben die noch einen zweiten Hasen.



Von der Eisverkäuferin, die Ottomar so reizend fand, fehlt übrigens auch jede Spur.

Fortsetzung folgt
(dauert aber ein paar Tage)

nuvamic am 11 Aug 2013 18:04:58

celso = master of cliffhanger!

Ich vergeh hier bald vor Spannung, ob Ihr nun den Peak District näher beguckt habt oder nicht *gggg*

ottomar am 14 Aug 2013 22:14:26

Celso, Du Schlingel!!
Wie kannst Du nur meine dunkelsten Geheimnisse verraten? Ich war jung und brauchte das Geld ...
Und geht es uns auch noch so gut hier in Polen (Yasars Kartoffeln!), so harren wir dennoch leise kichernd bis schallend lachend auf die Fortsetzung.
Nuvamic,
Wie recht Du doch hast!

Ottomar

Gast am 15 Aug 2013 07:51:31

...meine Oma würde sagen, sie verzwatzelt bald vor Neugier :)
Ich übrigens auch :!:

Bitte

WEITER,

Sonst :cry: ich...

Gruesse Espumas

celso am 18 Aug 2013 15:32:07

Teil 5
Eine ungewöhnliche Vorhersage, kommunistische Wut-Wander-Bürger und Sightseeing hinterm Teerlaster

Abends am 4. Juli, die Hühner hatten sich gerade zur Nachtruhe zurückgezogen, schauen wir auf die BBC-Wettervorhersage für Snowdonia. Mindestens 3-5 Tage Sonne im gesamten Wales.
Diese Chance müssen wir nutzen.Wir fahren morgen nach Wales.
Es ist eine Strecke von ca. 220 km, meistens auf der Landstraße. Wir suchen uns eine schöne Route über Buxton und Macclesfield heraus.
Der Peak-District hat uns beeindruckt. Unsere Liste der wichtigen Reiseziele -wir arbeiten uns ja von Süden nach Norden langsam durch´s Vereinigte Königreich- hat einen neuen Spitzenreiter für die nächste Reise!

Ich recherchiere noch ein wenig:

Der Peak-District ist der älteste Nationalpark Englands.
Wir befanden uns in dem Teil, der White Peak genannt wird. Dieser Teil ist besiedelt. Es gibt Graslandschaften und Schafzucht. Der nördliche Teil ist der DarkPeak. Er besteht aus menschenleeren Hochmoorgebieten. Du kannst den ganzen Tag wandern(z.B. auf dem 431 km langen Fernwanderweg „Pennine Way“), ohne irgendeinen Pub zu finden.

--> Link

Jede/r, der mal in England oder Wales war, kennt das System der Public Footpahts oder Bridleways (öffentliche Reitwege). Dieses fußt auf zum Teil jahrhundertealten Wegerechten abseits der Strassen. Ein allgemeines Betretungsrecht für privates Land existiert nicht.
Im Einzugsgebiet des Peak-Districtes liegen die großen Industriestädte Manchester, Leeds und Sheffield. Wandern war die Sonntagsbeschäftigung der Arbeiterschaft. 1932 gingen geschätzte 15000 Arbeiter aus Manchester Sonntags wandern. Es waren aber nur wenige Wege freigegeben. Der Rest war Privatland und durfte nicht betreten werden. Riesige Flächen wurden von ihren Benutzern nur an ein paar Tagen im Jahr z.B. zur Jagd genutzt.
Wanderverbände forderten die Freigabe eines Weges zum höchsten Berg des Peak-Districtes, dem Kinder Scout (632m), an den Tagen, wo nicht gejagdt wurde.
Am 24.April 1932 zogen 400 Wanderer aus dem Umkreis der British Workers’ Sports Federation, die der kommunistischen Partei nahestand, die „Internationale“ singend los, um den Kinder Scout zu besteigen. Schnell gab es handfesten Ärger.
Mit wem wohl? Mit den Jagdaufsehern und Wildhütern unserer beeindruckenden Kunstsammlerfamilie von Chatsworth- House. Dem Duke of Devonshire und seiner Familie gehörte die ganze Gegend.
Es kam zu Verhaftungen und Verurteilungen. Obwohl die anderen Wandervereine sich von der Aktion distanzierten, stieg in Folge der Verurteilungen die öffentliche Sympathie mit der Forderung nach dem „Right to Roam“ (Das Recht, ungenutztes Privatland zu betreten.).
1951 wurde der Peak-District zum Nationalpark. 60% der Fläche und auch der Weg zum Kinder Scout wurde für Wanderer freigegeben. „Am 30. November 2000 trat schließlich der Countryside and Rights of Way Act in Kraft, der das right to roam in vielen Hochland- und anderen nicht genutzten Gebieten von England und Wales erlaubt.“ (aus Wikipedia, wie die meisten anderen Infos hier)

Der Sänger Ewan McColl hat ein Lied über den „Mass trespass of Kinder Scout“ geschrieben.

„I'm a rambler, I'm a rambler from Manchester way
I get all me pleasure the hard moorland way
I may be a wageslave on Monday
But I am a free man on Sunday“

Hier ein schönes Video:

--> Link


Liedtext:
--> Link

Soweit ein kleiner Exkurs, den ich Nuvamic widme, die den Peak-District so liebt.

Am 5.Juli fahren wir zunächst durch eine lieblichere Gegend von Old Brampton nach Buxton. Danach geht es bergauf und kurvenreich in eine Hochmoorlandschaft. Direkt hinter Buxton ist ein Teerlaster vor uns. Er darf nicht schneller als 20 Meilen/Stunde fahren. Was sonst vielleicht nervt, empfinde ich heute, da ich fahre, als Geschenk. Bei der Geschwindigkeit kann auch ich in Ruhe die Landschaft geniessen. Kurz vor Macclesfield geht es steil bergab, wir verlassen den Peak-District.

Ihr vermisst Fotos? Ich auch.
Die gibt es im nächsten Teil wieder massig.

Fortsetzung folgt

celso am 18 Aug 2013 15:59:44

Teil 6

Ankunft in Wales,mein Schlusswort zum Wetter und Wanderung mit Problemen

Wales ist ein reiches Land, denkt man, wenn man über die Autobahn von Bristol im Süden oder im Norden von Chester ins Land fährt. Alles neu und großzügig!
Und diese enormen Investitionen in Schilder. Meist riesig, weil zweisprachig!
Versucht man allerdings in irgendeiner kleineren Stadt ein schönes Mitbringsel für die Lieben zu Hause zu kaufen, stellt man schnell fest, dass es fast nur Billigläden und die Second Hand Shops der diversen Wohltätigkeitsorganisationen („Charity“) gibt.

Alle Orte in Wales beginnen entweder mit „Llan“ oder mit „Aber“, könnte man meinen.
Das Ergebnis meiner Schnellzählung im Inhaltsverzeichnis der Straßenkarte ergibt: 315 Orte beginnen mit „Llan“, 67 mit „Aber“. Legt mich nicht auf einen mehr oder weniger fest.

Hinter Chester erreichen wir Wales. Wir fahren an der Küste entlang, passieren Abergele, Llandudno und Llanfairfechan, steuern dann aber nicht nach Llanwnda, Llandwrog und Llanllyfni, sondern biegen links ab in Richtung Llanberis, weil wir uns einen Campingplatz in Llanrug ausgeguckt haben.



Hardstanding mit Wiese, wenig los, kein Kuschelcamping

Es gibt ein recht wackeliges, kostenloses WLAN. Nochmal werfen wir einen Blick auf die Wettervorhersage des BBC. Nur noch Sonne ist angesagt für die nächsten 10 Tage.
Die Wettervorhersagen der Briten haben ja nicht den besten Ruf, allerdings scheint mir dieser Artikel doch recht übertrieben:
--> Link

Tatsache ist: Wir hatten für den gesamten Rest unserer Reise nur noch sonniges, warmes Sommerwetter und ich werde nichts mehr zu diesem Thema schreiben. Setzt einfach voraus: Blauer Himmel und Sonnenschein.

Llanberis liegt am Fuß des Snowdon, Llanrug etwa 3 km davor. Wir können nach guter Tradition den Linienbus an der Ausfahrt des Campingplatzes per Handzeichen stoppen und schauen uns in Llanberis um.



Die Einkaufsstraße von Llanberis

Auf der einen Seite liegen die Berge, auf der anderen Seite der See Llyn Padarn Es gibt einen Weg um den See. Wir beschliessen ihn zu umrunden.
Der Weg ist nicht ganz ungefährlich, wenn mensch den Schildern glaubt.



Zum Glück sind wenigstens die giftigen Blau-Grünen Algen gerade nicht aktiv, so würde man nach einem Absturz in den See zumindestens nicht noch zusätzlich vergiftet.



Tatsächlich ist der Weg hauptsächlich anstrengend, weil es immer wieder Steigungen gibt, wir werden aber mit großen Ausblicken belohnt.



Welcher Gipfel ist der Snowdon?



Manchmal wird es steil.



Ausblicke




Ich bekomme Probleme mit dem rechten Fuß. Seit 1 Jahr stolzer Träger orthopädischer Einlagen, konnte ich super damit wandern, aber jetzt scheint es, als hätte sich die rechte Einlage aufgebläht und bohre von unten in meinen Fuss. Meine Liebste bedauert mich und pustet, was aber nicht hilft und ich bin froh, als ich die Schuhe ausziehen kann. Was bedeutet das für unsere Pläne? Alle Bedingungen sind gut und dann ein solcher, verdammter Fuss.




Sundown ohne Entsorgung

Fortsetzung folgt

nuvamic am 18 Aug 2013 18:26:36

celso hat geschrieben:Der Peak-District hat uns beeindruckt. Unsere Liste der wichtigen Reiseziele -wir arbeiten uns ja von Süden nach Norden langsam durch´s Vereinigte Königreich- hat einen neuen Spitzenreiter für die nächste Reise!

(..)

Soweit ein kleiner Exkurs, den ich Nuvamic widme, die den Peak-District so liebt.

A very warm THANK YOU, celso!

Wobei ich vielleicht klar stellen sollte - ich liebe den Peak District auch nicht viiiiiel mehr als viele andere Gebiete in GB. Er fällt nur dadurch auf, dass er vergleichsweise unbekannt ist und vor allem von Engländern frequentiert wird - im Gegensatz zu Cornwall z.B. Aber meine Werbung hat ja bei euch schon mal geholfen.... :lol:

celso am 18 Aug 2013 20:09:31

at Nuvamic:
Nach dem beschriebenen Abend in Cambridge haben wir uns den gesamten Urlaub nicht mehr mit Deutschen unterhalten. Mangels Masse! Lediglich eine Handvoll deutscher Autos gesehen und an den touristischen Hauptattraktionen irgendwoher vereinzelte deutsch-sprechende Stimmen gehört. Allein unter Briten!
Celso

celso am 25 Aug 2013 14:47:01

Teil 7

Die Einsamkeit der Berge und der Prince of Wales

Der Snowdon ist mit 1085 Metern der höchste Berg von Wales. Die Gegend ist bekannt für rasche Wetteränderungen. Auch bei bestem Wetter hängt manchmal ein kleines Wölkchen um den Gipfel und verhindert jede Sicht.
Es ist Samstag und von überall her strömen Menschen zum Fuß des Snowdon in Llanberis. Mein Fuß spielt gar nicht mit. Ich kann nicht schmerzfrei auftreten, habe mir normale Einlagen besorgt und hoffe auf Besserung. Ca. 6 - 8 Stunden Wanderung bergauf und bergab sind nicht drin.

Zum Glück gibt es die Snowdon Mountain Railway:

--> Link

Wir bekommen noch Fahrkarten (besser vorher reservieren!) und sitzen mit 78 weiteren Personen ziemlich gedrängt im Großraumwaggon, den eine Dampflok mit Hilfe von Zahnrädern zur Gipfelstation schiebt.
Unzählige Menschen sind schwitzend auf den verschiedenen Wanderwegen unterwegs nach oben. Dort ist es voll. Gute Sicht, nur etwas diesig. Das, was im letzten Jahr unsinnig gewesen wäre, haben wir nun geschafft. Tolle Ausblicke und ein tolles Erlebnis.

Aus dem Fenster des Zuges sehen wir, wieviele Leute unterwegs zum Gipfel sind.



Unten der Llanberis Pass:



Auf dem Gipfel wird es eng:



Der höchste Punkt von Wales:



Ausblicke:











Wer es lieber einsamer hat, geht in der Umgebung des Snowdons wandern. Kaum verlässt man die ausgetretenen Pfade, schon trifft man nur noch selten jemanden. Wir wanderten (kürzer und nicht so steil) am nächsten Tag noch in den Hügeln südwestlich von Llanrug.





Auf dem Weg trafen wir noch dieses kleine Wesen, das uns nicht mehr gehen lassen wollte, weil es dringend Streicheleinheiten benötigte.



Ich hatte meinen Spaß, weil es mich an diese -zugegebenerweise völlig geschmacklose- Website erinnerte:

--> Link

Bevor wir Snowdonia verließen, stand noch ein Besuch auf der Burg von Caernarfon an.
Edward I.(König von1272-1307) hatte nach einem etwas unglücklichen Kreuzzug beschlossen, Wales zu erobern und zu befrieden.
Er ließ innerhalb von 9 Jahren 9 Burgen bauen. Die offizielle Geschichtsschreibung nennt als Grund die Tatsache, dass es in Wales kaum Orte oder gar Städte gab und die Burgen als neugeschaffene Zentren, die Regierbarkeit des Landes möglich machen sollten.
Ich neige mehr zu der Annahme, Edward I. hatte irgendwann die Schnauze voll, dass seine Leute ständig am falschen Ort waren, weil sie mit den vielen Llans und Abers nicht zurecht kamen.
“ Hey! Wo wart ihr denn? Wir wollten doch gestern bei Llaneilian Waliser abmetzeln!“
“ Wieso? Wir haben bei Llanelidan auf euch gewartet und ihr seid nicht gekommen!
Mit einer Burg als Orientierungspunkt geht das einfach besser.



Edward I. verlieh seinem Sohn und späteren Thronfolger, der in der Burg von Caernarfon geboren sein soll, den Titel „Prince of Wales“.
Der 21. Prince of Wales ist der allbekannte Prince Charles.
Er wurde von Elizabeth II. am 1.Juli 1969 in sein Amt eingesetzt und zwar auf dieser Plattform in der Burg von Caernarfon.




Nur weil ich es gerade gelesen habe und für Leute, die schon als Kinder den kompletten Namen von Hadschi Halef Omar auswendig konnten und vielleicht auch mit dem längsten Ortsnamen von Wales „Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch“ keine Probleme haben. Der komplette Titel von Charles Mountbatten-Windsor lautet:
„His Royal Highness The Prince Charles Philip Arthur George, Prince of Wales, Duke of Cornwall and Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, Knight Companion of the Most Noble Order of the Garter, Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Great Master and First and Principal Knight Grand Cross of the Most Honourable Order of the Bath, Member of the Order of Merit, Knight of the Order of Australia, Companion of the Queen’s Service Order, Member of Her Majesty’s Most Honourable Privy Council, Aide-de-camp to Her Majesty“

Unsere Reise geht weiter. Wohin wir nach Snowdonia fuhren und welchen Gefahren wir begegneten, erzähle ich im nächsten Teil.

Celso
Fortsetzung folgt

nuvamic am 25 Aug 2013 15:38:35

Ahaaaa - so sieht es da oben aus, wenn man was sieht. Interessant. :)

Auf dem einen Bild hat man gar den Eindruck, da flog ein Ufo um euch rum?

celso am 25 Aug 2013 19:13:52

Vielleicht ein veganisches Raumschiff. Sorry, ich meinte natürlich vogonisches.
Den Gipfel umkreiste tatsächlich ein Hubschrauber der RAF. Die haben auch freundlich gewinkt, aber ich glaube, die haben uns nur gefilmt, weil es da oben noch keine stationären Kameras gibt. Auch auf den Gipfeln der Berge sind Straftaten möglich! Kann sein, dass das auf dem einen Bild noch ein Lichtreflex des Hubschraubers ist. Das Bild vom Hubschrauber habe ich leider verwackelt.
Celso

daktari110 am 25 Aug 2013 19:20:54

Vielen Dank für deinen Bericht nebst wunderbaren Fotos - jetzt wissen auch wir endlich einmal, wie es auf dem Snowdon aussieht bzw. welch tollen Blick man von dort oben hat. Uns war das Wetter bislang noch nie hold, wenn wir in der Gegend waren :twisted:
Dieses Jahr war offensichtlich der perfekte Sommer für UK-Reisen, so viel blauer Himmel und Sonnenschein in Folge ist rekordverdächtig - ich hoffe nur, das das nicht der gesammelte Sonnenschein für die nächsten Jahre war, so ein bißchen schönes Wetter hätten wir nächstes Jahr doch schon ganz gerne...
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichts.
Allseits einen guten Start in die neue Woche,

Stefan

ottomar am 26 Aug 2013 11:06:38

Auch von uns ein herzliches Dankeschön für die Fortsetzung im mittlerweile bei Insulanern allseits gerühmten Celso-Stil. Wie kommt man nur auf die Idee, derartige Links zu suchen? Ich empfehle alte Kater who Look like the Reichsjägermeister ...

celso am 26 Aug 2013 20:06:22

ottomar hat geschrieben:Ich empfehle alte Kater who Look like the Reichsjägermeister ...


Kann ich jetzt gerade nicht mit dienen, aber wie wäre es damit?

--> Link

Celso

nuvamic am 26 Aug 2013 20:11:20

I. G. I. T. T. :lol:

ottomar am 26 Aug 2013 20:55:19

IchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenIchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenIchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenIchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenIchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenIchwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehenichwilldasnichtsehen.Bild

Ottomar

celso am 01 Sep 2013 15:37:02

(Ottomar! Was hast Du mit dem Forum gemacht. Ist ja alles so breit hier. Ich mache mal ein paar Zeilenumbrüche in meinen Text. Hoffentlich gibt das kein unleserliches Chaos.)

Teil 8

Reise ins Erdbebengebiet

Am Abend des 8.Juli stand die Entscheidung an, was wir mit den restlichen 10 Tagen , die unsere Reise noch dauern sollte, anfangen.
Wir wollen ans Meer! Anglesey oder Lleyn ? Anglesey und Lleyn ?
Anglesey gilt als die Insel der Druiden, seit grauer Vorzeit besiedelt. Heute ist sie als Area of Outstanding Natural Beauty klassifiziert.
Anglesey ist bei Touristen beliebt.
Lleyn wirkt im Vergleich unscheinbar. Auf der südlich von Angelsey gelegenen Halbinsel gibt es keine größeren touristischen Attraktionen,
sehen wir mal davon ab, dass die vor der Landspitze von Uwchmynydd (was für ein schönes Wort!) gelegene Insel Bardsey Island
von manchen als das wirkliche Avalon betrachtet wird.

Wir trällern noch ein Liedchen zu Ehren von Ynis Mon (wie Anglesey auf walisisch heisst):

--> Link

...und entscheiden uns für Lleyn.

Doch zunächst haben wir noch eine eindrucksvolle Fahrt durch Snowdonia vor uns.












Wir fahren von Llanberis über Pen-y-Pass nach Beddgelert, dann an Porthmadog vorbei auf die Halbinsel Lleyn.

Erdbeben und Großbritannien sind eigentlich 2 Begriffe, die normalerweise nicht in Zusammenhang gebracht werden. Noch während der Vorbereitung
unserer Reise Ende Mai las ich die Meldung über ein Erdbeben auf Lleyn am 29.5.2013. Es war ein leichtes Erdbeben der Stärke 3,8 mit dem Epizentrum
8 Meilen vor Abersoch in der irischen See. Das stärkste gemessene Erdbeben auf der britischen Insel ereignete sich 1984 ebenfalls auf Lleyn.
Ein Beben der Stärke 5,4 auf der Richter-Skala richtet bei anfälligen Gebäuden bereits grosse Schäden an und hat es damals wohl auch getan.
Eine Erklärung, warum es auf Lleyn ca. alle 50 Jahre rappelt, hat die Wissenschaft nicht.
Wir fahren nach Abersoch.

Fahrtechnisch ist Lleyn kein Problem. Die Hauptstrasse ist gut ausgebaut, auf den engen Nebenstrassen ist wenig Verkehr.
Sonst wäre sowas wohl auch nicht möglich:



Abersoch ist das Zentrum des Tourismus auf Lleyn. Im Winter ein verschlafenes Dorf kommen im Sommer Tausende.
Die -bei Wind- hohen Wellen am Strand Hell´s Mouth locken Extremsurfer. Viele Segler sind hier, es gibt luxuriöse Bungalows.
Die Reichen aus Chester siedeln sich hier an, wie uns einfache Camper erklärten.
So standen wir hier zwar nicht auf dem besten, aber mit 30 Pfund -mit Abstand- teuersten Campingplatz unserer Reise.


Auf dem Weg zur Küste

Bei der ersten Wanderung auf dem Küstenpfad -mein Fuß spielt einigermaßen mit- treffen wir Linda. Sie will in diversen Etappen die komplette
walisische Küste entlang wandern. Der Coastpath ist hier längst nicht so gut beschildert, wie anderswo. Ich vermute schon, dass sich bei dem Erdbeben
ein paar Schilder in eine andere Richtung gerappelt haben.


Können wir dir vertrauen?



Hell´s Mouth ohne Wellen

Linda sieht uns schon aus der Ferne häufig auf die Karte gucken, spricht uns an und wir gehen gemeinsam. Die beiden Frauen
unterhalten sich angeregt und tauschen Pflanzennamen aus: „In German it is called Fingerhut.““It is Foxglove in English, Digitalis!“.


Wandern mit Linda

Ich ernte etwas Anerkennung von Linda, weil ich dieses Schild ignoriere


und mutig (oder ahnungslos?) vorangehe.


Nach dem der Pfad ein Stück durchs Inland verläuft, wollen wir wieder Richtung Campingplatz gehen, doch Linda meint, das schönste Stück
Küste warte noch auf uns. Sie holt ihr Handy raus, sagt, dass sie jetzt ihren Mann anrufe. Wir sollen den Weg weiter mitgehen, dann kämen
wir zu ihrer Unterkunft und ihr Mann könne uns dann zum Campingplatz fahren.
Gesagt, getan!






St.Tudwal´s Island West und Ost

Es war tatsächlich das schönste Stück Küste.
Wir „mussten“ dann noch ein Bier bei Linda und John trinken
und schließlich haben sie uns dann zum Campingplatz zurückgefahren.
So sind sie halt, die hilfsbereiten Briten!


Vom nächsten Teil gibt es bisher nur die Überschrift. Sie lautet:
Den Bestien knapp entronnen - Landabenteuer für Stadteier

Aber versprochen
Fortsetzung folgt
Celso

ottomar am 02 Sep 2013 11:45:05

Celso. danke Dir! Nur noch ein knappes Jährchen ...

celso am 14 Sep 2013 11:29:09

Teil 9

Den Bestien knapp entronnen - Landabenteuer für Stadteier


Die Briten sind bekanntlich großartige Gärtnerinnen und Gärtner. So ist das Shoppen in einem Gartencenter ein absolutes
Muss jeder Reise. Mal ein paar Samen mitnehmen von Pflanzen, die dann zu Hause doch nicht wachsen (MorningGlory)
oder das ein oder andere Werkzeug finden, dessen Funktion sich erst nach langem Überlegen erschliesst.
Am Ortseingang von Abersoch hatten wir ein Schild gesehen. Ein Gartencenter.
Es ist vielleicht 2,5 - 3 km Luftlinie von unserem Standort entfernt.
Auf der Wanderkarte sehen wir 2 Footpathes und eine kleine Strasse, die zum Ziel führen.
Wir biegen zwischen zwei umzäunten Feldern in den Footpath ein. Links und rechts Zaun, daneben Feuchtwiesen.
Nach einigen Metern sieht der Footpath so aus:



Zugewachsen in einer Höhe von 1,50 bis 2m mit Gräsern, Brombeeren und anderem Gestrüpp, zum Glück kaum Brennesseln.
Was tun? Die Amazonas-Outdoor Ausrüstung mit Machete und handlichem Flammenwerfer liegt in Mülheim im Keller,
das rasiermesserscharfe Sudoku-Messer wartet in der Küchenschublade des Wohnmobils auf das nächste Gemüse.
Egal, da müssen wir jetzt durch! Das kann ja nicht ewig so bleiben!
Es kann einem aber wie eine Ewigkeit vorkommen.
Nach geschätzen 20 min waren wir durch. Die Beine ziemlich verkratzt -man trägt ja kurz bei diesem Wetter.
Schlangen, die es hier auch gibt, haben wir keine gesehen...logischerweise.

Wir schauen immer wieder auf die Karte, weil die Footpathes und ihre Beschilderung auf Llyn offensichtlich
nicht besonders gepflegt werden.
Durch ein Kissing Gate geht es auf die nächste Wiese. Ein junges Rind schaut uns an.
Entgegen dem üblichen Desinteresse oder dem vorsichtigen Vergößern des Abstandes, kommt das Tier näher.
Weiter entfernt stehende Tiere bemerken uns, rotten sich zusammen und kommen auf uns zu.
Eine Ausweichmöglichkeit gibt es nicht. Links ist ein winziges Bächlein, dahinter geht es bergauf in die Brombeeren.
Rechts versammelt sich die ganze Herde. In ca.100 m ist ein kleines Mäuerchen mit einem Durchlass.
Bis dahin schaffen wir es!
Kurz bevor wir das Mäuerchen erreichen, dreht die ganze Herde ab, läuft in die andere Richtung.
Als wir den Durchlass passieren, stehen sie auf der anderen Seite wieder vor uns.
Das kannten die schon.
Nochmal 100 m bis zu einem weiteren Kissing Gate.
Dahinter taucht ein Mann auf. Vielleicht ist es der Bauer, der uns rettet.
Er schaut nur interessiert.
Meine Liebste flüstert beschwörend auf die Tiere ein:“Abstand halten! Abstand halten!“
Ich sage:“Guck´ einfach nicht hin und geh´ weiter.“
Ihr könnt sicherlich verstehen, dass wir die Tiere erst nach dem Passieren des Kissing Gates fotografiert haben.





Der Mann fragt nur, ob die Tiere uns verfolgt haben und geht dann schnurstracks in die andere Richtung.

Offensichtlich ist gerade die Zeit, wo die Breeding Bulls (Zuchtbullen) heranwachsen und in Herden auf der Weide stehen.
Wir sind ihnen in den nächsten Tagen noch mehrfach begegnet, einmal sind wir über einen Zaun geklettert,
einmal einen Umweg in Kauf genommen.



Wir haben ein paar Tage später noch die Bäuerin, bei der wir standen, gefragt, was man tun sollte.
Sie sagte: „Stand still and pray to God!“
Wir wissen allerdings nicht, ob sie uns nur auf den Arm nehmen wollte.
Würde gerne hier die Meinung einiger gestandener Landeier hören!

Ich will jetzt gar nicht erwähnen, dass auf der nächsten Wiese ständig ein Bussard im Tiefflug über unsere Köpfe flog,
auch nicht, dass wir für die 2,5- 3 km zweieinhalb Stunden gebraucht haben.
Das Gartencenter war recht klein, aber das ein oder andere fand seinen Platz in unserem Rucksack.
Für den Rückweg wählten wir die weitere Strecke am Meer entlang und waren nach etwas über einer Stunde wieder am Wohnmobil.

Der letzte Teil folgt
Celso

nuvamic am 14 Sep 2013 11:56:06

Falls dir je ein Berufsberater ne Umschulung zum Cowboy anbieten sollte - würd ich abraten.... :lol:

celso am 15 Sep 2013 16:23:06

Teil 9

Letzte Tage in Aberdaeron

Wales ist ein hügeliges Stück Land, welches flächendeckend mit Schafskacke bedeckt ist.
Kein Wunder bei 1 Million Einwohnern und mindestens 10 Millionen Schafen.
So kam es uns jedenfalls zeitweilig vor, als wir in den letzten Tagen unserer Reise den Coastpath rund um
Aberdaeron meist nur mit den Schafen teilten.
Wir hatten zum letzten Mal den Standort gewechselt.
Unsere neue Adresse lautete jetzt:
LL53 8BH
Was das ist? Es ist die Postleitzahl.
Auf dem Land in GB reicht meist die Eingabe der PLZ in Navi oder Google, um das Ziel perfekt zu erreichen.
Probiert es bei GoogleEarth aus. PLZ eingeben, ranzoomen.Ihr seht schon die Wiese mit den Campern.
Jetzt noch das Streetview-Männeken auf die kleine Strasse ziehen und vielleicht noch ein wenig drehen.

Es war wieder eine Certified Location des Caravan-Clubs. 4 oder 5 Camper auf einer Wiese, die fast so groß
wie ein Fussballplatz ist. Dusche, Toilette, Waschmaschine und Trockner in der Scheune, gepflegte Wiese,
Abfalleimer, Wasser und Strom direkt am Stellplatz,Toilettenentsorgung Open-Air, Grauwasser auf Anfrage.
Alles für 9 Pfund.
Camperherz - was willst du mehr?



Eine weitere Besonderheit hatte der Platz durch seine Lage. Wir konnten bereits stundenlang gewandert sein.
Ein Blick ins Inland und wir sahen weit in der Ferne die kleine Kirche und davor einen weißen Punkt - unser Wohnmobil.



Aberdaeron entpuppte sich als deutlich kleiner wie Abersoch.



Es gibt 2 Pubs mit Hotel,ein paar Cafes, aber die Einkaufsmöglichkeiten beschränkten sich auf einen Andenkenladen,
der gleichzeitig Tabak und Alkohol verkaufte, eine winzige Bäckerei und einen von einer Familie betriebenen Kombiladen:
Sie betreibt das Postoffice, er daneben eine Fleischer-Theke und der Sohn den Minisupermarkt rundherum.

Bargeld auf deutsche Kreditkarte war mangels eines Geldautomaten nicht aufzutreiben.
So mussten wir ungewollt nochmal die 25 km nach Pwlheli fahren, um an Nachschub zu kommen.

Die Bäuerin machte jeden Tag einen Rundgang bei ihren Campern und es gab etwas Smalltalk.
Die bei ihr gekauften, kleinen neuen Kartoffeln stellten sich als mehlig kochende heraus. Ich dachte, wir wären die ersten,
die Kartoffelpüree auf dem Cobb gegrillt hätten.
Inzwischen habe ich dieses Video gesehen:

--> Link

Slow Cooking!

Unsere direkte Nachbarin sah ich häufiger an einer E-Zigarette ziehen. Ich sprach sie darauf an, wie es so wäre mit den E-Zigaretten in GB.
Schließlich kommen wir aus einem Bundesland, deren aktuelle Gesundheitsministerin -gegen juristische Gutachten- das Dampfen mal einfach
mit dem Rauchen gleichsetzt und es da untersagt, wo auch Rauchverbot herrscht.
Die Nachbarin erklärte uns zunächst, dass ihr Arzt ganz begeistert davon wäre, dass sie dampft und nicht mehr raucht.
Sie könne sich als Nichtraucherin bezeichnen.
Dampfen wäre im Pub in GB kein Problem. Da ich eine E-Zigarette im Gepäck hatte, probierte ich es dann aus.
Es war kein Problem.
Auf der Rückfahrt mit der Fähre von DFDS wollte ich es auch dort wissen. Die Auskunft war, man könne überall auf der Fähre, im Innenraum
und Draussen dampfen.
Auf meine Frage, ob das französisches oder englisches Recht sei, meinte die Dame:“Nein.Dänisches!“

Ich möchte Euch noch ein paar Fotos von der schönen Küste von LLyn zeigen.

Ein Hinweis noch, solltet Ihr mal nach Aberdaeron kommen:
ES GIBT KEINEN BUS NACH WHISTLING-SANDS! NO-NEVER!



Da kann der Fahrplan behaupten, was er will.



Auf dem Coastpath nahe Aberdaeron


Blick zurück


Ausblicke


Geheimnisvolles Bardsey-Island


Unterwegs noch schnell ein Mitbringsel für die Liebsten zu Hause finden.


wie immer Blümchen


rauf und runter


Der 17.Juli war der Tag der Rückfahrt. Zunächst fuhr ich 130 km Landstrasse bis zur Autobahn, dann fraß meine Liebste die 500 km
bis Dover. Frühmorgens am 18.Juli verabschiedeten wir uns von der britischen Insel mit einem Foto der White Cliffs.




Ich hoffe, mein Bericht hat Euch ein wenig unterhalten und würde mich über Kommentare freuen.
Celso

nuvamic am 15 Sep 2013 17:36:20

schad (dass es zu Ende ist) .... würd gern weiterträumen........

Lancelot am 15 Sep 2013 17:54:38

Toller Bericht, sehr unterhaltsame Schreibe ( :) ), beeindruckende Fotos ...

:dankeschoen:

daktari110 am 15 Sep 2013 18:06:30

Hallo Celso,
nochmals vielen Dank für´s Mitnehmen!
Noch so ca. 8 Monate :eek: , dann geht es bei uns endlich auch wieder (mit dem WoMo) in´s UK.......
,
Stefan

stu am 15 Sep 2013 20:48:45

Lleyn ist tatsächlich eines der wenigen Plätze, wo ich noch nicht war und der mir immer anempfohlen wurde. Danke, celso, jetzt brauch ich nicht mehr hin :-))

ottomar am 16 Sep 2013 10:00:41

Hallo Celso,

nochmals vielen Dank für den unterhaltsamen Bericht. Ein Glück, dass Ihr den Bestien entronnen seid ...

celso am 03 Okt 2013 19:31:56

Liebe Leserinnen und Leser,
an den Zugriffszahlen sehe ich ja, dass doch einige meinen Bericht lesen.
Was mich etwas enttäuscht, ist:
Keine/r hat irgendwelche Tipps zum Umgang mit pubertierenden Zuchtbullen.
Kein ehemaliger Cowboy, aktive Bäuerin oder ähnliches im Forum?

Celso

p.s.Ihr wisst doch sonst alles.

celso am 05 Okt 2013 10:17:45

Keine Antwort ist auch eine Antwort!
Ich gebe auf.
Wir nehmen nächstes Jahr eine Schrotflinte mit.
Das wird allerdings nicht gerne gesehen.



Celso

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