Gast am 06 Okt 2013 22:31:01
Leider, leider hat sich durch die Werbung ein schwerer Denkfehler bei den Akkuschraubern breit gemacht. Man glaubt, dass 12V Schrauber nicht so kräftig oder langlaufend wie 18V Schrauber sind. Rein praktisch stimmt das leider oft, obwohl es NICHT an der Akkuspannung liegt.
Ich erkläre es mal in stark vereinfachten Worten (Spezialisten bitte auf die Zähne beißen 8) ) :
Die Leistung einer Bohrmaschine ist abhängig von Strom * Spannung. Das sind dann die Watt. Also eine 12V mit 20A Stromverbrauch ist exakt gleich stark wie eine 18V mit 13,3A.
Die Spannung sagt also erst mal gar nichts zur Leistungfähigkeit und Akkuhaltedauer aus.
Warum ist es dann in der Praxis meist doch so?
Akkulaufzeit:
In den Akkubohrern sind meist 18650er (oder A123) Li-Ionenzellen verbaut. 12V haben 3 Stück und 18V haben 4 Stück. 4 gleiche Akkus haben natürlich mehr Gesamtleistung (Wattstunden Wh) als 3 Akkus. Deshalb laufen die mit 18V tatsächlich meist um 1/3 länger (weil 1/3 mehr Akkus drin).
Kraft:
Fast alle Akkubohrer holen aus dem Akku raus was geht, wenn man sie belastet.
Natürlich können 4 Akkus mehr Gesamtleistung erbringen als 3, wenn es gleiche Akkus sind.
ABER:
Würde man statt 18650er die dicken 25650er nehmen, dann wären auch 12V Akkuschrauber mindesten genau so stark. Die Oberklassen haben oft nur 3 extrem "dicke" Akkus.
Oder einfach gesagt: Unter den Günstigen sind die 18V meist stärker und laufen länger als die 12V. Aber es liegt ursächlich nur an den "weniger" Akkus, nicht an den 12V.
Leider und völlig unnötiger Weise stellen sich immer mehr Hersteller darauf ein, dass Kunden nach 18V fragen, weil sie 12V nichts zutrauen.