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Ostern 2013 und die Flucht in die Sonne Italiens


teamq am 03 Mär 2014 22:50:13

Wir haben ein paar Tage vor Ostern frei und nach dem Wohnmobilwinterschlaf wird es die erste Tour dies Jahr.
Richtung Bella Italia, wie jedes Jahr. Freitag abend geht es los, es regnet und ist schweinekalt. Ich friere während der Fahrt wie ein Schneider, aus allen Ritzen kriecht die Kälte. Leider hatten wir vergessen vorzuheizen. ?
Die erste Etappe ist der Alpencaravanpark Krün. Der „Gamsbart“ grüßt schon von weitem. Mobi eingeparkt, was zu beißen hergerichtet und ab in die Falle. Ich frierenoch immer und ohne Jogginghose geht es auch im Schlaf nicht. Das passiert uns nie wieder!!!

Morgens begrüßt uns die Sonne, aber es ist bitterkalt. Frühstück, Abwasch, auschecken und Abfahrt.




Es geht weiter über den Scharnitzsattel, Zirler Berg, Brennerstrasse. Wir haben ja Zeit und der Verkehr hält sich in Grenzen, so dass wir auf das Zahlen der Maut verzichten müssen. Das Ziel für heut ist Südtirol, der Stellplatz am Kalterer See. Also rüber zum Jaufenpass und nun heißt es am Lenkrad drehen. Zum Glück ist nicht viel Verkehr, so dass wir niemanden aufhalten. Die Motorradfahrer sind auch noch nicht unterwegs, es ist einfach zu kalt.
Am Kalterer See finden wir schnell ein Plätzchen, die Fahrräder werden vom Heckträger genommen und ab eine Runde um den See. Morgen, am Sonntag findet hier ein Halbmarathon statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Überall trainierte Körper, die ihre Anmeldungen erledigen und nach der Strecke schauen. Diese führt um den See und wir stehen mittendrin. Auch schön, Sport (guggn) vom Wohnmobil aus.
Es wird voller am Stellplatz, hier und da ein wirklich nettes Schwätzchen und Stellplatz- Cheffe kommt seine 15€ kassieren. Der Abend klingt ruhig aus und nächsten Morgen regnet es - dauergrau.
Die Marathonläufer legen los und voller Hochachtung und Respekt sitzen wir im warmen trockenen Mobil. Kurze Regenpause, schnell raus, wieder muss ein Schwätzchen sein, mit Mobilisten aus unserem Ort, die auf dem Heimweg vom Skifahren in Livigno sind. Ihr Bigschiff passt nicht durch den Munt la Schera Tunnel und deshalb müssen sie die große Runde nach Hause nehmen.
Der Regen ist wieder stärker und wir beschließen - Abfahrt - dahin wo die Sonne scheint. Wozu ist man denn mobil. Aber wo scheint die Sonne? Alle verfügbaren Wetter-Apps werden gescheckt. Es geht Richtung Süden und wir müssen ziemlich weit runter. Gepackt, verstaut, entsorgt, wir nehmen bis hinter Livorno die Autostrada. Es regnet Bindfäden. Überall steht Wasser auf den Wiesen und Feldern.

Vom Fahrer wird die Order - Stellplatz am Meer - ausgegeben. Nun alle Stellplatz-Apps und Bücher gewälzt, und davon haben wir reichlich. In Rosignano Marrittimo gibt es einen Parcheggio direkt am Meer - Untergrund Sand. Das heißt aber jetzt Untergrund Pampe und riesige Pfützen. Im Hintergrund grüßt die Raffinerie. Wir gehen kurz über den Strand, es ist windig und kalt, aber wir sind am Meer. Wir fahren weiter. Durch Vada, welches uns daran erinnert, dass vor Jahren auf dem Campingplatz Tripesce die Dame an der Rezeption ernsthaft wollte, dass wir das Motorrad, die vollgepackte BMW R1200 GS Adventure, bei 37° C zum Stellplatz schieben. Wir boten ihr damals an, es selbst zu probieren, dann durften wir doch langsam hintertuckern. Wir landen in Marina di Cecina am Parcheggio Aqua Park. Der Stellplatz ist noch geschlossen, das Spaßbad auch, deshalb haben wir den riesigen Parkplatz fast allein. Hier bleiben wir, es ist inzwischen recht spät geworden, so dass nicht mehr viel passiert, essen fassen, Nachrichten checken und nach Stellplätzen für die nächsten Tage suchen und dann ab in die Heia. Morgen geht es weiter in Richtung Süden.
Wir sind wieder unterwegs, fahren bewusst durch die Ortschaften, zur Punta Ala und landen dann am Talamone Beach bzw. Wind Park. Die Schranke ist offen und keiner kassiert.
Mittagspause! Es ist beruhigend und faszinierend zugleich den Windsurfern zuzuschauen. Das Örtchen Talamone liegt im Hintergrund, es hat aufgehört zu regnen und inzwischen sind wir bei plus 10°C angekommen. Die Sonne traut sich manchmal auch kurz raus, es war eine weise Entscheidung weiterzufahren!




Wir kommen auf der Halbinsel Argentario am Stellplatz Lanini im Ortsteil Santa Liberata von Orbetello an. Das Tor ist geschlossen, aber der Stellplatz hat doch ganzjährig geöffnet?
Da ist eine Telefonnummer, wir versuchen mit unserem bisschen italienisch zu erfragen, ob wir bleiben können. Eine männliche Stimme hebt ab - pronto - du deutsch - ja - ich verstehe und spreche ein wenig - war lange in Deutschland. Der wirklich liebenswürdige Mann kommt, geschätztes Alter 70, macht das Tor auf und als erstes muss ein Birra sein. Er hat jemanden gefunden, der mit ihm anstößt. Er zeigt uns seine Errungenschaften, die er von Deutschland mitgebracht oder bekommen hat. Oktoberfestsouvenirs und anderes Zeugs, was seinen kleinen Laden schmückt.



Dann werden Bilder rausgeholt und die schlafende Costa Concordia, wie er es nennt, wird gezeigt. Ihr müsst unbedingt dort rüber fahren. Da wird uns bewusst, dass wir wirklich nur eine halbe Stunde von Giglio entfernt sind.
Wir radeln abends an der Küste entlang nach Porto Santo Stefano, fahren die alte Straße (ohne Verkehr) durch dunkle Tunnel und suchen uns was zu beißen. Natürlich darf auch der obligatorische Cappuccino nicht fehlen, auch wenn wir uns um diese Uhrzeit damit als Touristen outen.
Ok überredet, wir fahren zur Costa Concordia. Nächsten Morgen gehen wir zu Fuß nach Porto Santo Stefano zu Fähre. Tickets gekauft und ab geht die Fahrt nach Giglio. Man sieht das havarierte Schiff schon von weitem liegen und - ja - es ist als wenn sie schläft. Ein weißbrauner Riesen-Koloss, der vor der Hafeneinfahrt der netten Insel Giglio liegt. Man hört das Hämmern auf Stahl und Blech. Der Ort ist eine Großbaustelle und ich kann verstehen, warum die Einheimischen das Ding so schnell wie möglich weghaben wollen, auch wenn durch diese Havarie und deren Folgen vielleicht ein bisschen Geld auf der Insel hängen bleibt.
Wir besichtigen das wohl sonst beschauliche Örtchen, wandern ein wenig bergan und können nicht verstehen, was menschlicher Hochmut anrichten kann. Wir gedenken der Opfer in der Kirche und sind sehr nachdenklich geworden.




Unser Versuch das Schiff zu heben schlug leider fehl und so sind wir wieder unverrichteter Dinge wieder abgefahren.




Am nächsten Tag geht es mit den Radel nach Porto Ercole und Orbetello. Die Umrundung der Insel auf der Schotterstrecke, die wir vor Jahren mit der Enduro gemacht haben, sparen wir uns mit den Rädern. So gut ist unsere Kondition dann wohl doch nicht. In Orbetello fällt uns noch ein schöner Stellplatz auf. Ebenso vor Porto Ercole, der aber noch geschlossen hat.



Wir verabschieden uns bei dem liebenswürdigen älteren Herrn, schenken ihm zum Abschied für seine Sammlung noch das jodelnde Murmeltier, welches an unserem Rückspiegel hängt. Er ist so überrascht, berührt und freut sich wie ein kleines Kind. Ob wir ihn je wiedersehen werden?
Abfahrt zur Therme nach Saturnia, aber wir nehmen nicht die eigentliche Therme, wir nehmen die Cascate del Mulino etwas außerhalb des Ortes. Wohnmobil geparkt, Badesachen an, Handtücher gegriffen und ab ins wunderbar warme Wasser. Das schwefelhaltige Wasser stinkt ein wenig nach faulen Eiern, aber es ist wunderbar entspannend. Wir genießen die Wärme, denn es hat schon wieder angefangen zu tröpfeln.




Im Mobi riecht es jetzt etwas eigenartig und es geht zurück Richtung Norden. Wir landen auf dem Stellplatz Camper Oasi bei Piombino.
Wo ist eigentlich unser grüner Fußabstreifer geblieben? Haben wir den liegenlassen, in Marina di Cecina auf dem Parkplatz?
Wir machen Radltouren an den Strand, zum einkaufen - brauchen ja eine neue Matte - und gehen zu Abend Meeresgetier essen. Der Stellplatz füllt sich langsam mit italienischen Großfamilien, es ist Karfreitag.




So langsam müssen wir wieder zurück und da wir ein Stück die gleiche Strecke fahren, schauen wir in Marina di Cecina vorbei, vielleicht liegt unsere Matte ja noch da? Und siehe da - alles ehrliche Leute hier - wir nehmen sie wieder mit.



Das Wetter ist inzwischen wieder bähh, es regnet, als wenn Petrus den Wasserhahn aufgedreht hat.



Wir sind kurz vor Modena, da geht im Ducato ein gelbes Lichtlein an. Was ist das für ein Sch… !!! Bordbuch gewälzt - Wasser im Dieselfilter. Es ist Ostersamstag! Wir fahren von der Autobahn ab und schauen in Modena nach der erstbesten Fiatwerkstatt, natürlich geschlossen, aber es werkeln Leute drin, die aber keine Ahnung haben. Weiterfahren? Der Fiat-Notruf kann uns auch nicht wirklich weiterhelfen und wenn man das Fahrzeug verlässt, schwimmt man weg. Googeln ist angesagt und tatsächlich werden wir im WWW fündig. Unter Schirmschutz nach dortiger Anleitung das Wasser, falls wirklich im Dieselfilter, entleert und weiter geht’s zum Gardasee. Der Campingplatz Piani di Clodia ist unser Ziel. Wir kommen dort an und entgegen den sonstigen Besuchen dort, will uns keiner mit dem Golfcart die in Frage kommenden Plätze zeigen. Nach der Anmeldung wissen wir auch warum. Fahren sie bloß nicht auf die Stellplätze. Suchen sie sich auf einem Weg ein Plätzchen, wo sie am besten niemandem im Wege stehen. Gesagt, getan, wir wollen ja nicht auch noch den Bulldog rufen müssen.



Wir gehen spazieren und genießen ein paar Sonnenstrahlen, Lazise und den Gardasee.
Wir sind schon einen ganze Weile unterwegs, da zieht sich der Himmel zu und von weitem hört man es donnern und grollen. Nun aber schnell retour. Wir erreichen grad so das Mobi, lassen noch die Sat-Anlage runter und ein deftiges Gewitter tobt sich über dem See aus.
Es ist inzwischen Ostersonntag und eigentlich sollte es heut retour gehen, aber am Brenner wird Schneefall angesagt und wir fahren mit Sommerreifen. Wir bleiben noch bis morgen.

Ostereiersuchen ist ins Wohnmobil verlegt worden.




Ostermontag, erster April, niemand da, der uns in den April schickt ?
Nun müssen wir aber wirklich nach Hause, ab morgen ist wieder malochen angesagt. Das ist leider kein Aprilscherz.
Wir packen zusammen, nehmen die Gardesana orientale, schauen auf den Gardasee zurück und realisieren, trotz der Wetterkapriolen hatten wir ein paar wunderschöne Tage mit einem der schönsten Hobbies der Welt.



Zu Hause angekommen, regnet es und es ist schweinekalt.

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katzenrech am 04 Mär 2014 08:54:00

Sehr schöner Bericht - vielen Dank fürs "mitnehmen"! :freude:

chukran am 04 Mär 2014 15:43:28

:dankeschoen:
fürs mitnehmen.
Ach da kommen immer wieder Erinnerungen hervor.

Anzeige vom Forum


sujokain am 04 Mär 2014 17:00:48

Dankeschön für den Bericht!

renle95 am 04 Mär 2014 23:59:54

Wirklich schöner Reisebericht.Tolle Bilder, bes. Saturnia.

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