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Dieselpartikelfilter selbst nachrüsten Transit 2000 - 2006


selbstschrauber am 11 Jul 2014 10:33:31

Die Anleitung bezieht sich auf einen 2002er Ford Transit, 2,4l 125 PS "Dofa"-Motor. Ziel ist es die "grüne Plakette" zu bekommen.
Im Grunde ist es nicht schwieriger diesen Partikelfilter einzubauen, als einen Auspufftopf zu wechseln. Die Schwierigkeiten liegen im "rechtlichen" Bereich.

Warum?

Damit ein Auto oder ein Zubehörteil verwandt werden dürfen, muss es geprüft und für den Verkehr zugelassen werden. Das macht entweder der Hersteller und erhält eine ABE (AllgemeineBetriebsErlaubnis) oder man lässt beim TÜV eine Einzelabnahme machen. Hierbei wird ein Gutachten erstellt, dass den Betrieb erlaubt.

Die gängigen Dieselpartikelfilter sind für Fahrzeuge bis 3,5t zG "homologisiert" d.h. geprüft und zugelassen. Sie haben eine entsprechende ABE. Der Filter kann also eingebaut werden, die Fachwerkstatt oder der TÜV bescheinigt den Einbau und die Zulassungsstelle ändert die Papiere.
Das ganze wird schwieriger, wenn das Womo mehr als 3,5t zG hat, so wie unseres, das hat 4,25t.
Es wird auch deshalb schwierig, weil unser Wohnmobil nicht über eine ABE in den Verkehr gebracht wurde, sondern da es von Anfang an als 3,85t zugelassen war, mit einer Einzelabnahme.- Deren Grundlage ist die "Herstellerfreigabe" die Ford ohne Auflagen bis 3,85t herausgibt.

Somit taucht unser Wohnmobil in der ABE des Partikelfilters nicht auf, denn es hat ja gerade keine ABE. :-)

Der Hersteller des Dieselpartikelfilters, die Fa. Vitkus meinte aber, der Partikelfilter könne auch bei unserem Wagen verwandt werden, es müsse dann eine Einzelabnahme erfolgen.
Mit diesem Wissen wandte ich mich an den nächstgelegenen TÜV. Dieser brauchte 1 Woche mein Anliegen zu prüfen und lehnte er es ab. Begründung:

Für die "grüne Plakette" müssen gewisse Emissionswerte eingehalten werden. Deren Prüfverfahren ist bei Fahrzeugen bis 3,5t ein anderes als bei den schwereren. Letztere hätten ein Grenzwert von x Gramm Ruß je Kilowatt Motorleistung und Betriebsstunde, erstere je gefahrenem KM. osä. Bitte, da bin ich nicht in die Tiefen eingestiegen. Wichtig für mich war, dieser TÜV macht es nicht. Aber es gibt ja noch andere. Und siehe da, der andere TÜV - Ingeieur prüfte auch und meinte:
"Sie haben ja von Anfang an ein "Ausnahmeauto". Aber sie haben einen PKW-Motor und keinen LKW Motor. Der Rußfilter ist für den PKW-Motor, ich sehe da kein Problem."
Zur Sicherheit habe ich mir das per E-Mail schriftlich bestätigen lassen, ehe ich den DPF bestellte.

Hier gibt es den DPF: --> Link

Trotz Lieferstatus "sofort verfügbar" hatte er eine Lieferzeit von 6 Wochen. Da auch der Serienmäßige Rußfilter mit erneuert werden muss, ist dieser dabei. Das hier kam dann:



Das hier ist der originale Zustand unter dem Auto:


Zunächst habe ich den DPF mal grob parallel gehalten um zu sehen, ob er passt. Dann wird die Verbindungsschelle zwischen den Mittelschalldämpfern und dem Rohr gelöst. Nachfolgend dann die Muttern am Krümmer abschrauben:

Vom Mittelschalldämpfer muss nun ein Teil abgeschnitten werden, im Grunde der Teil, der aufgeweitet wurde um das Rohr aufzunehmen. Die Verbindung erfolgt dann mit einer Rohrverbinderschelle. Nicht schön, aber nach der Anleitung eben so.


Auch vom neuen Serienrußfilter muss ein Teil ab:

Dann den DPF aufstecken, lose befestigen, dann den Serienrussfilter einstecken und am Krümmer anschrauben. alles spannungsfrei ausrichten. Darauf achten, dass die Bezeichnung beim DPF von unten lesbar ist, also nicht gerade zum Unterboden hin zeigt. Alles festschrauben, Motor starten und prüfen, ob alles dicht ist.

Fertig

Danach denn zum TÜV, dieser bescheinigt den ordnungsgemäßen Einbau und die Partikelminderung.Damit kann man dann die Papiere ändern lassen und fährt "grün"

Zeitaufwand: Recherche vorher: endlos, Einbau: ca. 2 Stunden, TÜV und Straßenverkehrsamt: ca. 4 Stunden
Kosten: DPF 1.250 Euro, TÜV 55 Euro, Straßenverkehrsamt ca. 20 Euro
Werkzeug: Rätschenkasten, Hammer, Feile, Flex, Schraubenzieher, Rostlöser.
Schwierigkeitsgrad: Leicht

Sicherlich kein "Schnäppchen" aber damit zumindest in der nächsten Zeit wieder fahren, ohne nachdenken zu müssen "darf ich da überhaupt fahren"

Ob es den DPF auch von anderen Herstellern gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe nur diesen gefunden. wer nachrüsten will, sollte sich m.E. beeilen, wer weiß wie lange es den DPF noch gibt, allzu große Stückzahlen dürfte der nicht erreichen. Außerdem lohnt sich die Investition vor allem, je länger man den Wagen noch nutzt.
Ich erhalte von Vitkus keine Provision etc. Die Dame von Vitkus ist aber sehr nett, einfach mal dort anrufen.


LG

Selbstschrauber

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