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Wie geht es Euch, den Schottlandfreunden? Ich bin für die Unabhägigkeit und freue mich über jede positive Meldung, die ich zu diesem Thema lese! Fast - allerdings nur fast - wünsche ich den Schotten heute einen Sieg (na ja Unentschieden reicht auch). :lol: Viel Spass beim Fernsehgucken! , Gerd
Im ersten M;oment dachte ich, was schreibt er denn da, die Wahl ist doch erst am 18.09.....aber dann.... :wink: Ansonsten, wenn die Mehrheit der Schotten am 18. die Unabgängigkeit will, freue ich mich mit ihnen. Schön, dass sowas völlig friedlich an der Wahlurne entschieden werden kann. Würde man der Ukraine auch wünschen. Vielleicht sollte man die Livesendung der Wahl in den Kremel übertragen....so als Lehrstunde für Demokratie.... :D Roman Mich hat der Threadtitel auch gewundert (ein bissel verfrüht) - und ich glaub noch nicht an die Zustimmung. Es gibt Vor- und Nachteile und meine Vermutung geht eher dahin, dass die Kampagne scheitern wird. Aus Vernunftgründen, vor allem wirtschaftliche. Die Berichterstattung in den letzten Wochen hat da schon einige Argumente wiedergegeben, die eher für den Verbleib beim UK sprechen. Bin gespannt. Müssen wir denn dann am Hadrianswall am Schlagbaum stehen und unsere Pässe vorzeigen ? Denn ein unabhängiges Schottland gehört nicht automatisch zur EU und somit ist die Aussengrenze (am Hadrianswall) besonders zu bewachen. Zitat FAZ : Auch in Brüssel wachsen offenbar die Sorgen, dass eine Abspaltung Schottlands erheblichen politischen Schaden anrichten könnte. Wie die Zeitung „Guardian“ berichtete, müsste ein unabhängiges Schottland nach Einschätzung der EU-Kommission bis zu fünf Jahre warten, um wieder in die Europäische Union aufgenommen zu werden. „In der Kommission herrscht die Auffassung vor, dass sich Schottland neu bewerben und jeder Mitgliedsstaat einer Aufnahme zustimmen müsste“, zitierte das Blatt eine hohe Brüsseler Beamtin. mfg Stefan Ich habe ein Jahr in Schottland gelebt und habe ein wenig die schottische Seele kennen gelernt.Da gibt es sehr viel Ähnlichkeit mit uns Deutschen. Schotten haben nicht nur Öl und Whisky sondern auch ein Kämpferherz, sie wissen sich zu helfen und sind fleißig und ausdauernd. Mir wäre nicht bange, wenn Die Schotten recht schnell vollwertiges Mitglied der EU werden. Ich bin überzeugt, die britische Politik würde sich schlagartig verändern. Ich drücke den Schotten auf jeden Fall die Daumen. 300 Jahre waren eine lange Zeit. Gerd moin. während unserer Schottland Urlaubs in diesem Jahr traf ich viele Engländer und Schotten, die ich vorsichtig darauf ansprach. ich kann ein wenig verstehen, warum Schottland unabhängig werden möchte, gehe aber davon aus, dass sie es nicht werden. wichtige Themen sind nicht klar, z.b. die Währung aber wer weiß, vielleicht wird Schottland dann richtiges EU-Mitglied.... (und fährt rechts....) Ich habe lange überlegt, ob ich hier was zum Thema schreiben soll, zumal ich zugeben muss, mit der speziellen Situation der Schotten in Bezug zum Rest der Insel nicht sonderlich vertraut zu sein. Dennoch wage ich einen Versuch. Mich beschleicht angesichts der vielen "Separations-Bewegungen" in Europa ein ungutes Gefühl. In meinen Augen gehen diese Bestrebungen in die falsche Richtung. Wir sind (mehr oder weniger, bitte nicht die Worte auf die Goldwaage legen :) ) dabei, eine europäische Gemeinschaft zu bilden, das ist schwierig genug. Auch die gemeinsame europäische Währung ist noch lange nicht dort, wo sie sein sollte (z.B. Schweden: EU-Mitglied, aber noch die Schweden-Krone). Eigentlich sollte da das Zusammenlegen von Ländern das Ziel sein. In Hessen propagiert der derzeitige FDP-Chef Rensch gerade die Zusammenlegung von Kreisen mit den Städten, um Resourcen in der Verwaltung einzusparen, und in Europa wollen sie sich alle separatisieren. Es sind ja nicht nur die Schotten. Was ist, wenn sie es schaffen, sich vom Rest der Insel loszusagen? Sollte so ein Land automatisch in die EU aufgenommen werden? Wie werden die Waliser und Nord-Iren reagieren? Was ist mit den Basken und den Katalanen auf der iberischen Halbinsel? In Belgien gibt es unterschiedliche Volksgruppen, die sich nicht so recht vertragen. Was wird mit den Kurden werden, gerade jetzt, wo wir sie gegen die IS-Kämpfer bewaffnen? Überall gibt es Verfechter und Hetzer, die das Volk gegeneinander aufwiegeln. Selbst in Bayern gibt es das (kann man das ernst nehmen? Strauß´ alter Wadenbeißer Scharnagel hat ein Buch geschrieben: "Bayern kann es auch allein"). Ich habe die Befürchtung, dass all diese Bestrebungen nationalistischen Hintergrund haben, dass dieser elitäre nationalistische Grundgedanke darin faschistoide Grundideen hat, in denen es einzig und allein nur um Macht, Machtgewinnung und Machterhalt, nicht jedoch um das Wohl des Volkes geht. Und wenn sich so etwas durchsetzt, wird es europaweit möglicherweise einen gewaltigen Rechtsruck geben, die Anzeichen dafür sind selbst im als liberal geltenden Skandinavien sichtbar (Partei die "Wahren Finnen", auch Schweden und Dänemark erlebt viel rechte Gesinnung). Dieser Nationalstolz mit seiner Hetze gegen alles Fremde führte bisher zu oft zu sozialen Unruhen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen (und zum 2. Weltkrieg). Ein Kabarettist sagte einst, dass er Nationalstolz für eine Geisteskrankheit halte. Über das, was Tito hinterlassen hat, kann man auch geteilter Meinung sein, aber ob es die vielen Toten im Balkankrieg wert waren, um das zu erhalten, was es dort heute gibt, muss dahin stehen. Es ist natürlich fraglich, wie das heute aussehen würde, wenn es diesen Krieg nicht gegeben hätte. Es gibt auch gegenteilige Beispiele, ich denke, dass Sunniten und Schiiten schon länger getrennt gehörten, und auch die verschiedenen Stämme in Libyen wurden nur unter der Knute von Gaddafi zusammengehalten. Die genaueren Hintergründe sind mir zugegebenermaßen nicht bekannt. Natürlich waren die Ländergrenzen immer in Bewegung, jahrhunderte lang wurden Länder zusammengelegt und wieder getrennt. Ich zweifle nur daran, ob es für die Bevölkerung immer wieder ein Gewinn ist, sich von irgend einer Regierung loszusagen, und eine eigene Regierung zu haben. Bisher musste man den Eindruck haben, dass sich an die Macht gekommene Herrscher größtenteils als Kleptokraten erwiesen haben. Es mag ja sein, dass Vielvölkerstaaten grundsätzlich Pulverfässer sind, und es dort besser ist, jedem Stamm seinen Stammesfürsten zuzugestehen. Dennoch: Hier (in Europa) sollte das doch eigentlich als überwunden gelten. Man kann diesbezüglich geteilter Meinung sein. Ich bin gegen die Loslösung jeglicher Stämme, jeglicher Landesteile oder Volksgruppen, was immer auch an sprachlichen oder kulturellen Unterschieden da sein mag. Den Menschen geht es in den meisten Fällen NICHT besser als zuvor, höchstens den Herrschern und ihren Familien. Über einen sachlichen Meinungsaustausch (zur gegenseitigen Erweiterung des Horizontes) würde ich mich freuen. Martin Umfragen sind noch keine Wahlergebnisse!
Sehe ich bei GB eigentlich nicht, da man hier nicht vom Vielvölkerstaat sprechen kann. Soweit ich informiert bin und Wikipedia sieht das ähnlich, gilt ein Vielvölkerstaat dann, wenn viele ethnisch unterschiedliche und von Kultur und Sprache getrennte "Volksgruppen" innerhalb eines Terretoriums leben.
Auch dass steht mit GB/Schottland in keinem Zusammenhang. Was in anderen Ländern an Pulverfässern existiert, kann ich Dir schon in gewissem Maße recht geben, aber dies sehe ich hier nicht. Wenn England, als "Herrscher" des GB nun was dagegen hätte, dass Schottland abstimmt, hätten die dies schon kundgetan. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass bei positive Abstimmung England in Schottland einmaschiert um terretoriale Rechte geltend zu machen.
Bei einigem hast du recht, aber bei vielem nicht Aus deiner Sicht, der in einem Staat lebt, dessen Völker in der Moderne noch nie quasi unabhängig waren, ist das auch schwierig nachzuvollziehen, Immer wo Zwang ausgeübt wird gibt es eine Gegenbewegung. Die Bemerkung zu Bayern ist eines echten Demokraten unwürdig Demokratie heisst: der oberste Souverän ist das Volk und nicht die Regierung oder das Parlament. Nur weil man alle 4 Jahre eine Partei wählen darf, ist das noch lang keine "Demokratie", wenn man sonst nichts zu sagen hat. "Europa der Völker" und nicht "Europa der Staaten" ist das Ziel. Staaten sind künstliche, meist zentralistische Gebilde. Wieso sollen "die" in Berlin es besser wissen als die in Stuttgart, oder wieso wissen "die" in "Paris" besser, was die Bretonen oder Korsen betrifft. Im Falle der Schotten ist es doch auffallend, wie jetzt plötzlich "London" Zugeständnisse machen will. Hätte "die" das früher gemacht, wäre es gar nie zu einem "Unabhängigkeitsverlangen" gekommen. Unabhängigkeit muss nicht heissen dass man nicht zusammen leben kann. Wenn sich ein Staat schon "United Kingdom" (Vereinigtes Königreich) benennt, hat es doch darin Platz für "unabhängige Schotten, Waliser und Engländer". Nur dürfen die einen nicht meinen, sie müssten über die andern bestimmen. Gerade das genannte "Nord-Irland" ist ein schlagendes Beispiel, wie man es nicht machen darf. Muss es erst zu Mord und Totschlag kommen, nur weil die "ursprünglichen (Nord-) Iren zu Irland wollen, aber die eingewanderte Elite das mit Waffengewalt verhindern will. Wenn dieser jahrhundertealte britischen Macht-Exzess nicht gewesen wäre, könne ja vielleicht Irland heute auch zum "New-United Kingdom" gehören :cry: Volki, Du sprichst mir aus der Seele, alles wurde gesagt. Danke. , Gerd Hallo Volki, Dein überaus klares Statement teile ich im wesentlichen. Lediglich beim ersten Absatz verstehe ich nicht richtig, was Du meinst:
Bezüglich Bayern und FJS bin ich allerdings der Meinung, dass er vollständig in die BRD und ihre Politik eingebunden war. Eventuelle Drohungen mit einem unabhängigen Bayern waren nur als Drohgebärde gegenüber der CDU oder politischen Gegnern zu verstehen. Martins Gedanken mache ich mir auch. Nur denke ich, es ist ein Fehler, eine Meinung über alle Unabhängigkeitsbestrebungen zu stülpen. Jeder Fall ist anders. Europa finde ich gut und es hat viele Fortschritte für jeden einzelnen gebracht. Trotzdem hat man nicht nur das Gefühl, dass viele Entscheidungen zwar das Ergebnis starker Lobbyarbeit sind, aber nicht dem Willen der Einwohner entsprechen. 1974 gab es eine Gemeindereform im Ruhrgebiet. Städte wurden gegen ihren und den Willen der Bevölkerung eingemeindet. Aus etlichen Städten wurden Vorstädte. Seit kurzem kann man wieder gegen Bezahlung(!) KFZ-Kennzeichen mit den alten Städtekürzeln haben. Fahrt mal nach Wattenscheid und schaut wieviele Autos mit "WAT"-Kennzeichen jetzt herumfahren! Das Ruhrgebiet ist eine große Stadt und eigentlich die größte in Deutschland. Viele Entscheidungen sollten ruhrgebietsweit getroffen werden, aber dass aus ehemals selbstständigen Städten seelenlose -und geldlose- Vorstädte wurden, ist für viele auch 40 Jahre danach nicht akzeptabel. Kehren wir zurück nach Schottland! Die Abstimmung am 18.9. findet jetzt großen Widerhall in der deutschen Presse. Es wird knapp! Nachdem ich jetzt ein wenig hin- und hergelesen habe, über meine Haltung zur Politik in GB nachgedacht habe, könnte ich mir den richtigen Paukenschlag eines unabhängigen Schottlands gut vorstellen. Bekanntlich liebe ich das Land (die britische Insel), seine Bewohner und Traditionen. Wenn ich allerdings mitbekomme, dass viele Engländer im WM-Finale zu Deutschland halten, weil es den Konflikt mit Argentinien um die Falkland-Islands gab, könnten die Schotten, die mal in die Gegenwart versetzen. Die Schotten müssen entscheiden. Ich bin sehr gespannt! Celso Soweit ich mich erinnere, hat er lediglich der CDU damit gedroht, seine CSU nicht auf Bayern zu beschränken. Was die Selbständigkeit Schottlands betrifft: Was wird im Falle der Trennung dann aus der Flagge, dem "Union Jack" ? :D
Die haben doch schon lange eine eigene Flagge und eigenes Geld doch auch: --> Link mit schottischen Pfund habe ich schon vor 40 Jahren das Lachsfischen bezahlt :razz:
richtig, aber ohne sie fehlt was in "Union Jack". :cry: --> Link Hallo Volki, ich fürchte, Du hast etwas missverstanden. Die Frage war, was aus dem "Union Jack" werden soll. Das ist die Fahne von GB. Aus der müsste dann das schottische Andreaskreuz entfernt werden. Deine Ausführungen zu Volkssouveränität und zu einem Europa der Völker teile ich. Nur ist es eben nicht so, dass eine Separation Schottland einem Europa der Völker zuträglich wäre. Ganz im Gegenteil. Und an diesem Punkt hat Martin das Entsprechende schon ausgeführt. Während die Tendenz der Europapolitik auf Vereinigung gestimmt ist, machen sich einige Völker daran, ihr nationales Spezialsüppchen zu kochen. Wenn man denn mit einer verunglückten bis extrem gewaltätigen und ungerechten Politik der Vergangenheit - die Spanne reicht von Galicien bis Irland - brechen will, weil man ein vereintes Europa als Ziel ansieht, dann ist es in meinen Augen ausgesprochen kontraproduktiv, wenn sich vorher Regionen aus größeren staatlichen Zusammenhängen herauslösen. Es ist ja auch kein Zufall, dass in den letzten Jahren gerade in solchen Regionen, die wirtschaftlich besser gestellt sind, der Wille nach Autonomie laut wird. Dies nahm, man denke etwa an Norditalien, schon deutlich überheblich-egoistische Züge gegenüber dem "Rest" Italiens an. Man stelle sich einmal vor, in Bayern und Baden-Württemberg würden Stimmen laut, einen Südstaat zu gründen, weil man nicht mehr einsehe, die armen nördlichen Bundesländer durchzufüttern. Natürlich sollten bei einer Beurteilung die jeweils nationalen Gegebenheiten der Gegenwart und die spezifische Vergangenheit eines Staates immer mit im Fokus bleiben, aber ich meine, trotz aller Unterschiede, könnte bzw. sollte im 21.Jahrhundert idealerweise der Leitgedanke die politische Vereinigung Europas sein. Nationale, gar regionale Sonderinteressen, geprägt von Egoismen oder "Erbfeindschaften" sind fehl am Platze und nicht mehr zeitgemäß. Dies sage ich ganz nachdrücklich vor dem Hintergrund von derzeit gefeierten Gedenktagen: 100 Jahre Erster Weltkrieg, 75 Jahre Überfall auf Polen und meinetwegen auch 700 Jahre Schlacht bei Bannockburn. Ich wünsche den Schotten, dass sie ihre Stimme wohl überlegt abgeben, denn wirtschaftlich würde eine Abtrennung eben nicht, wie viele behaupten, ein goldenes Zeitalter ausbrechen, sondern es würde ihnen zumindest auf mittlere Sicht eher schlechter gehen. Sind die Ölvorräte erschöpft, könnten sie nur noch ihren Whisky verkaufen. Und die Pro-Kopf-Zuwendungen aus London, die um 1100 Pfund höher liegen als im Rest des Landes, wären auch dahin. Deutliche Steuererhöhungen und Haushaltskürzungen müssten dies ausgleichen.
Prima, wann darf ich abstimmen??? :D :D :D Habe die Ehre Gogolo Hinten anstellen :lol: Ist schon klar, der Länderfinanzausgleich zwickt - aber können wir bitte wieder zum Thema zurückkehren? Danke. Was ich lustig finde, ist, wenn sich Menschen, die eigentlich besser gestellt als andere sind, sich darüber mokieren, dass sie angeblich untergebuttert würden. So in Schottland: Dort repräsentiert ein Unterhausabgeordneter 65 642 Wählerstimmen, in England dagegen 71 056. Ich habe mich heute mit dem in Schottland lebenden Sohn eines Freundes unterhalten der gerade zu Besuch hier ist.Er ist davon überzeugt das es nicht zu einer Abspaltung kommt und wenn doch nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. Arno Vor wenigen Wochen hatte ich mal im DLF einen Beitrag über dieses Thema gehört. Wortwörtlich wiedergeben kann ich den jetzt natürlich nicht, aber die Tendenz ging eben in die Richtung, nämlich dass der nationalistische Grundgedanke darin - aus europäischer Sichtweise - die Wurzel des "Übels" zu sein scheint. Insgesamt schien dieser Beitrag in der Tat sehr fundiert und neutral recherchiert (d.h. keine Seite zu bevorzugen). Es wurde ein (seit langen Jahren) in Schottland (mit einer Schottin verheiratet) lebender deutscher Journalist am Telefon interviewt, und ich erinnere mich noch recht genau, dass er berichtete, dass er von nationalistischen Schotten anonym in übelster Form angegriffen, beleidigt und bedroht wurde, bis hin zu Morddrohungen, und das nur, weil er es gewagt hatte, in irgend einem deutschen Medium über die Loslösungsbestrebungen seiner "Landsleute" zu berichten. Was immer dies zum Inhalt gehabt haben sollte, eine anonyme Morddrohung hatte es gewiß nicht rechtfertigt. Warum haben diese Menschen das nötig? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Verbindung mit Groß Britannien das einzige große Problem der Schotten ist, bzw. dass die Menschen dort tatsächlich glauben, dass ihre Probleme gelöst werden, und es ihnen wirtschaftlich besser geht, nur weil sie sich einen souveränen Staat herbei wählen. Haben die sonst wirklich keine anderen Probleme? Oder geht es den Menschen dort wirklich so schlecht, sind die so erbärmlich dran, dass sie in "Notwehr" gegen die Briten handeln "müssen"? Glauben die denn wirklich, dass sie dann so ohne weiteres ein normaler Mitgliedsstaat in der EU (und der NATO?) werden können? Ich bin gespannt! Und ich bin auch gespannt darauf, wie ein schottisches Militär aussehen wird, ein eigenständiges schottisches Sozial- und Gesundheitswesen gestaltet wird, eine eigene Justiz mit spezifischer Gesetzgebung usw. usw.. Das wird alles ziemlich viel Geld kosten. Bezüglich der eigenen Währung gibt es ja jetzt schon unterschiedlichste Standpunkte. Ich hoffe, dass es den Menschen dort besser geht, und dass sie eine rationale und kluge Entscheidung treffen. Martin
Hat denn "besser gestellt" irgendwas mit "richtig" zu tun .... :gruebel: Hier ein Leserbrief eines Schotten in der NZZ von heute, pro Unabhängigkeit, wie man unschwer feststellen kann: --> Link Dass das Referendum angenommen wird, wird jetzt von Tag zu Tag wahrscheinlicher. Denn solche lächerlichen Auftritte durch die drei Oxford/Cambridge-Millionäre werden bei uns ganz und gar nicht goutiert. Das neutrale Büchlein «The Wee Blue Book» zeigt auf 64 Seiten brutal auf, wie sehr wir von dutzenden von britischen Regierungen brandschwarz angelogen worden sind und es immer noch sind. Einfachstes Beispiel: Die NHS (National Health Service, Gesundheitsbehörde). Da wird behauptet, bei einer Trennung werde Schottland schlechter wegkommen. Genau das Gegenteil wird wahr: 1. Es gibt keine britische NHS, jedes Land, England, Wales, Schottland und Nordirland hat seine total unabhängige NHS, die schon seit Jahrzehnten existieren. Da KANN nichts passieren. Im Gegenteil: den Engländern geht es an den Kragen, denn deren NHS wird mehr und mehr privatisiert. Und was dann passiert, ist ja klar: teurer und weniger Service, mehrklassen Gesundheit. Ein zweites Beispiel sind die Pensionen. Auch hier wird behauptet, dass sie bei Unabhängigkeit bei uns sinken. Was aber durch Verträge nicht passieren kann. Bis die dann auslaufen hat Schottland bereits genug Ölgeld um den ausfall selber zu kompensieren und auf die EU-Höhe der durchschnittlichen Staatsrente von 57% des Durchschnittssalärs anheben. UK hat heute einen Stand von 17%. Wer soll da also verlieren? Die Lügengeschichten von höchster Ebene gehen weiter, sei es was das Militär, das Öl, die Beziehungen zum Ausland, etc betreffen. Sogar beim Pfund könnte es für London zum Rohrkrepierer kommen. Schottland kann das Pfund weiterhin frei verwenden, das das £ ja «fully tradable internation currency» ist. Aber am meisten beitragen tun hier die Medien. Es gibt hier 37 nationale oder regionale Zeitungen, wobei keine die Unabhängigkeit unterstützt (ausser dem Sunday Herald). Dank Facebook und Twitter, die wohl von 75% aller über 14 jährigen benutzt werden, sind die Schotten trotzdem bestens orientiert. Und diese Negation, dieses Nichternstgenommenwerden durch die Medien goutieren wir nicht. Daher, in gut einer Woche YES! wird gewinnen. Der lokale Wahlkampfleiter hat mit mir gestern eine Wette abgeschlossen, dass es 60% Pro gegen nur 40% Nein gebe. Ich tendiere auf max 54% Pro. Ich habe zu wenig Einblick, um eine eindeutige Position zu beziehen, finde es aber gut, dass abgestimmt wird. Demokratie eben. :) Wolfgang, eventuell hast Du mich nicht richtig verstanden. Mir geht es darum zu zeigen, dass die Schotten im Unterhaus besser vertreten sind als die Engländer, da ein Abgeordneter weniger Wähler repräsentiert als in England, aber dennoch z.T. klagen, dass sie politisch "untergebuttert" würden. Hier ist die Wahrheit also mal wieder etwas komplizierter als es der gemeine Volksredner darstellt. Dies gilt auch, ich wiederhole es gerne, für die Ausführungen der Befürworter der schottischen Souveränität zum Thema Wirtschaft. Im übrigen wird meines Erachtens für die uninformierten Teile der schottischen Wählerschaft eine Menge Wind gemacht, schaut man etwas genauer hin, so ist diese Unabhängigkeit nur ein Schein. Konkret: Was ist eine Unabhängigkeit wert ohne eigenes Staatsoberhaupt? Das ist noch der unwichtigste Punkt (Siehe Australien). Wesentlicher aber ist, dass trotz Unabhängigkeit die Finanzhoheit bei der Bank of England verbleiben soll. Und nebenbei soll auch die Sozialunion mit England erhalten bleiben. Diese Vorstellungen kommen nun nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, aus englischer Feder, sondern stammen aus Schottlands First Minister Alex Salmonds Grundlagenwerk zur Begründung der Abtrennung von England mit dem Titel "Scotlands Future" vom Dezember 2013. Noch einmal: Ich wünsche den Schotten, dass sie mit kühlem Kopfe zur Abstimmung gehen. Und: Egal, wie es ausgehen wird, wir fahren wieder hin! Hinter den Kulissen und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, treiben gewisse Kräfte ihr schmutziges Spiel. Wenn die Demonstranten in Barcelona die hohen Transferzahlungen beklagen, flankieren sie damit die seit 1988 betriebene Politik der "Vier Motoren für Europa". --> Link Dies nennt sich zwar so, ist aber nichts anderes als der Versuch der reichen Regionen, sich aus der Verantwortung für schwächere Landesteile herauszustehlen. Besonders drollig finde ich die Kooperation mit der kanadischen Provinz Ontario, bekanntlich ein Herzstück Europas. [quote="ottomar":1d6x?q]Wolfgang, eventuell hast Du mich nicht richtig verstanden. [/quote:1d6x?q] Doch doch .. ich denke schon .. :ja: Imho liegt der Fall aber ganz anders : die mathematische Berechnung der Kopf-/Volsvertreter Ratio ist schlichtweg nixnutzig! Was soll das aussagen ? Wichtig wäre doch wohl viel eher WAS der Volksvertreter, seine Partei/Gruppierung für den jeweiligen Wähler und sein "Zugehörigkeitsgefühl" zu tun bereit ist. Wir brauchen KEIN einheitliches Europa, wir brauchen eine Euröpäische Einheit, die sehr wohl Platz hat/läßt für lokale Besonderheiten, Zugehörigkeiten und Traditionen. Nicht "gleich machen" = unterbuttern, sondern auf die feinen Unterschiede achten, diese zulassen und berücksichtigen. Die Schotten lassen jetzt mal einen Ballon steigen :!: Laß sehen, wie weit sich London den Rücken verbiegen läßt :!: UND : wenn es eine "Verantwortung für schwächere Landesteile" gibt (ich seh das schon auch so :ja: ) muß es aber gleichzeitig eine [b:1d6x?q]besondere [/b:1d6x?q]Verantwortung geben, mit diesen Hilfsmitteln (meist wohl Geldtransfer) richtig und wirtschaftlich sinnvoll umzugehen. DAS gilt übrigens dann auch für den angesprochenen Länderfinanzausgleich ...
Es handelt sich hierbei um --> Link Guten Morgen (inzwischen Mittag), ein ziemlich interessantes Interview gibt es auf Tagesschau.de mit Prof. Roland Sturm: --> Link "Tagesschau.de: Hat das Referendum Auswirkungen auf das politische Klima zwischen Schotten und Engländern? Sturm: Das Klima war schon immer so, wie es ist. Es gibt einen grundlegenden politischen Dissens: Die Schotten sehen sich eher als Anhänger des sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaats, in England herrscht - grob gesprochen - der Neoliberalismus vor. Die Schotten haben nie mehrheitlich für die Konservative Partei gestimmt, sondern immer für Labour und andere Parteien. In Schottland gibt es nur einen Tory-Abgeordneten. Die Konservativen sind im schottischen Parlament marginal vertreten, regieren aber Schottland von London aus. tagesschau.de: Ist das der entscheidende Beweggrund für die Befürworter der Unabhängigkeit? Sturm: Ja, denn in Schottland fühlt man sich fremdregiert. Nicht weil die Engländer als Fremde und Feinde empfunden werden, sondern weil die Engländer eine Politik durchsetzen, die man nicht gutheißt in Schottland. In der Praxis wird das zum Beispiel an den Studiengebühren deutlich. Die gibt es in England, in Schottland jedoch nicht. Es gibt in Schottland kostenlose Leistungen des National Health Service, des staatlichen Gesundheitswesens, die es in England nicht gibt." Schottland zeigt ein grundsätzliches Problem der Demokratie auf, nämlich das Verhältnis von Zentralismus und Autonomie, von Mehrheitsentscheidungen und dem Umgang mit den Minderheiten(oder Minderheitsmeinungen). Das Aufkommen von nationalistischen Stimmungen ist nachgelagert. In Schottland wird wahrscheinlich die Wahlbeteiligung beim Referendum wesentlich höher sein, als sie bei normalen Wahlen war. Auch ein Teil des, wie Reiner Luyken (Danke Elinor für den link!) es in der "Zeit" nennt, postindustriellen Proletariats wird an die Wahlurnen zurückkehren. Ist das gut oder schlecht? Großbritanniens Demokratie kann ein paar Anstöße gebrauchen. Sie wirkt auf mich -gerade auch durch das reine Mehrheitswahlrecht- mindestens reformbedürftig. Ein Teil der Bevölkerung scheint sich abgekoppelt und abgewandt zu haben und macht ihr eigenes Ding. Ihr Verhältnis zum Staat, der ihr eigener sein sollte, beschreibt Reiner Luyken in der "Zeit": "Ein örtlicher Polizist erzählte mir einmal, dass er und seine Kollegen immer ein Beißholz mit sich trugen, wenn sie Hausbesuche machten. Es sei des Öfteren vorgekommen, dass ein Junge die Tür öffnete und der Vater aus dem Hintergrund rief: "Sind’s die Bullen? Lass den Hund auf sie los!" " Celso Von Roland Sturm sollte man mehr zum vorliegenden Thema lesen; nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit GB beschäftigt und dadurch zumindest eine gewisse Garantie für Neutralität und Vogelperspektive bietet. Von Luyken dagegen halte ich persönlich nicht so sehr viel. Als bekennender Konservativer und Unionist ist er mir zu sehr Partei. Zwar führen seine Überlegungen am Ende zu einem mir symphatischen Ergebnis, doch sind seine Darstellungen im wesentlichen von Anekdotischem geprägt. Guter, unterhaltsamer Journalismus eben, aber auch nicht mehr. Gibt es noch Wetten, wie das Referendum ausgeht? Bei den Buchmachern scheint es ziemlich klar: --> Link Gespannt! Celso Verstehe ich das richtig, dass die Wettanbieter davon ausgehen, dass mehrheitlich mit NO gestimmt wird (daher auch die niedrigen Quoten)? Moin. Was für eine muntere Diskussion. Morgen wissen wir es endlich. Ich tippe: Schottland sagt "YES". Wer sie einmal bei den Highland Games erlebt hat und ein wenig mit ihnen ins Gespräch kommen konnte, wird ahnen, dass sie ihre Geschichte mit den Briten sicher immer noch nicht so ganz vergessen können. Ich schätze die vielen guten öffentlichen WC's, Duschen, etc. , die kostenfreien Strände, die freundlichen Leute. Vielleicht kommt bald der Euro nach Schottland - dann fahren wir so schnell es geht durch England und sparen uns den teuren Umtausch..... ....und ich bin davon überzeugt, dass das Volk schlauer entscheidet, als Politiker es glauben wollen...
Das wird Jahre dauern, denn ein YES bedeutet automatisch den Ausschluß aus der EU, welche dann von den Schotten erst wieder beantragt werden muss. Und so ein Aufnahmeantrag dauert... Dann muss das Land erst alle Kriterien der EU erfüllen und dann erst kann der €uro kommen. Bis dahin muss erst eine eigene Währung ausgegeben werden. mfG Stefan Hallo zusammen, Eben kam es über den Ticker in MoMa von ARD u. zdF.: Schotten haben wohl gegen die Unabhängigkeit gestimmt! Cu Anne-liese Guten Morgen! Bin per Radiowecker von der Nachricht geweckt worden. 1.Reaktion: Die KN an Admin Dirk mit der Aufforderung, den GB-Teil des Forums in einen "Schottland" und einen "Nicht-mehr ganz-so-großes-Großbritannien"-Teil aufzuspalten, schicke ich nicht ab. Wer weiss, was das für Konsequenzen gehabt hätte? Celso jetzt wird es aber auch spannend: wird England die versprechen einhalten? und was heißt das für wales, etc.....
Das hatte ich gleich zu Anfang in diesem Thread geschrieben. Auf der einen Seite freu ich mich, dass meine Einschätzung ganz gut lag - auf der anderen Seite hab ich mich in den letzten Wochen auch mit der Idee angefreundet, dass es mal eine Region auf ruhige, demokratische Art versucht....
Hat sie doch getan ... :respekt: JETZT ist eine Entscheidung gefallen - zum Glück auch noch "richtig" ( :D ). Katrin Göring-Eckard hat es heute früh in einem Interview auf den Punkt gebracht: die Entscheidung ist einerseits richtig und gut für Europa, zeigt aber andererseits auch, dass die Menschen sich nach mehr Mitbestimmung sehnen. So muss das von England und der Europäischen Union interpretiert werden.
So sehe ich das auch! M.E. die wichtigste Erkenntnis aus der Abstimmung! Wobei ich den Schotten (und nicht nur diesen) die Unabhängigkeit gewünscht hätte. Habe die Ehre Gogolo
Die Entscheidung zeigt aber auch, dass Menschen nicht beliebig durch Populisten verführt werden können. Die (wirtschaftliche) Vernunft hat gesiegt. Daher könnte man auch ableiten, dass man keine Furcht vor Volksabstimmungen zu haben braucht. Insgesamt also ein Ergebnis, das mir gefallen will. Ja, mehr Mitbestimmung, weil die Menschen selber wissen, was gut für sie ist. Das könnte ein Zeichen für Europa und besonders für Deutschland sein, wo doch die Politiker meinen, ihr Volk sei zu blöd.... Allerdings glaube ich, dass nicht die wirtschaftliche Vernunft gesiegt hat. Es ist ein Sieg über die Geschichte, dass Änderungen unter den Menschen möglich ist, dass aus Feind Freund wird, dass man besser zusammen leben kann, wenn man sich zusammenrauft, das gute sieht und das schlechte ändert....
Naja, es war immerhin knapp. Und den Ausschlag haben wohl die Städter gegeben. Wenn man "neutralen" Berichten Glauben schenken will, soll wohl die "No"-Fraktion in der öffentlichen Darstellung in den Medien mehr Unterstützung gehabt haben. Es war wohl nicht das "Don't break my heart" des MP, das zur Mehrheit geführt hat. Es soll eine recht massive Kampagne gewesen sein, hingegen sind die "Yesser" wohl mehr oder weniger über die Straße zu ihren Stimmen gekommen. Die werden jetzt Schiller bemühen (Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen). :mrgreen: |
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