Hallo!
Ich war jetzt da. Als ich da ankam, dachte ich: "So ein Mist! Jetzt bist du mal hier und auf den Aufstieg zum Loch mußt du verzichten." Ich kam vom Norden und seit Bodø hatte es fast ununterbrochen geregnet. Von den Sieben Schwestern habe ich nichts gesehen, total in den Wolken. Und auch vom Torghatten sah man nur das untere Drittel, bestenfalls mal die Hälfte. Ich steuerte den Campingplatz an und staunte über die doch beachtlich verzurrten Wohnwagen der Norweger. Sehr windig war es in den letzten Tag auch - mal sehen wie die Nacht hier wird. Es blieb aber ruhig. Als ich am Morgen dann gespannt einen Blick aus dem Fenster in Richtung des Berges warf, mußte ich feststellen, daß es mit den Wolken immer noch nicht besser aussah - trotzdem mal hochgehen? Na ja, erstmal frühstücken, den Bart abrasieren, Zähne putzen, duschen, und Trinkwasser bunkern. Als ich dann mein Stomkabel zusammenrollte, zeigte sich mit einem Mal die Sonne und die Wolken, die bisher den Berg geheimnisvoll verhüllten, waren plötzlich verschwunden. Super - na dann mal los. Das
Wohnmobil habe ich schon mal bis zum Parkplatz, an dem der Fußweg beginnt mitgenommen. Dann schnell die Wanderschuhe angezogen und den Rucksack mit Filmkamera u. Fotoapparat auf den Rücken geschnallt - die ersten Touristen kamen schon wieder zurück. Der Weg ist so, wie man es in
Norwegen gewohnt ist. Es geht steil bergauf, von Stein zu Stein und das Wasser das vom Berg kommt, läuft einem genau entgegen. Zuletzt ist noch ein Geröllfeld zu überwinden, das sich vor dem Loch türmt.
Am Eingang des Loches die ersten Eindrücke: Erstaunlich hoch ist es und so rechteckig. Etwas Wasser tropft von der Decke. Man spürt keinen Windzug. Ich hatte eigentlich befürchtet, daß in dem Korridor mir der Wind mit einer enormen Stärke um die Nase pfeift. An der rechten Seite führt eine lange Holztreppe neben großen Geröllsteinen hinab in das Loch und dann geht es über Schotter und glattes Felsgestein bis auf die andere Seite des Berges. Dort angekommen bemerkte ich, daß nicht alles was von Decke kommt, Wassertropfen sind. Vor mir zersplitterten kleine Steine auf dem Felsen. Also doch nicht so ganz ungefährlich - ohne Helm. Aber es war wunderschön, nur auf das Postkartenmotiv vom Berg aus der Ferne mußte ich verzichten. Das läßt sich wohl nur vom Wasser aus machen. Ich habe an mehreren Stellen aus unterschiedlichen Richtungen immer mal wieder einen Blick auf den Berg geworfen, aber das Loch ließ sich nicht erkennen.