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Auch wenn diese Tour zunächst in Ungarn beginnt, so stelle ich sie doch in den Italien-Bereich, denn hier (Toskana) spielt sich die hauptsächliche Reisezeit ab.
Liebe Forenfreunde und Globetrotter,
das Warten auf den Start dieser Reise ist mir/uns schon sehr schwer gefallen. Ganze 138 Tage sind seit der Rückkehr von der letzten Reise vergangen – aber es musste ja noch meine Hüfte repariert werden. Und gleich nach der OP wieder starten, das ging auch nicht. Erst musste die Reha/AHB abgeschlossen werden, dann mussten wir warten, bis meine Hüfte wieder so stabil ist, dass ich in den Alkoven klettern kann ohne dass gleich wieder die Hüfte luxiert. Gottseidank war die zunächst angekündigte Knie-OP aufgrund der reparierten Hüfte nicht mehr notwendig.
Es sind ja durch meine Hüfte so einige Sachen „ins Wasser gefallen“, was wir als „Plan B“ für die Ausgefallene Südamerikareise machen wollten (Winterreise Marokko oder Süditalien). Plan C gab es keinen und wir lassen es jetzt sehr gemütlich angehen. Der kalte, schneereiche Winter in Old-Germany ging uns ganz schön auf den Geist, waren wir die letzten Jahre doch in dieser Jahreszeit auf unseren Reisen von der Wärme verwöhnt. Jeder Tag des Wartens in der Kälte und im Schnee war eine „Qual“ aber jetzt fahren wir wieder für ein paar Tage zunächst in unsere Lieblingstherme nach Sarvar/Ungarn. Anschließend geht es in die Toskana, wo wir dann auf einer „Kreuz- und Quer-Tour“ (oder auch „Genuss- und Wein-Tour“) auf den Frühling und die Wärme warten. Bevor es dann Anfang Mai wieder nach Hause geht, werden wir uns noch mit unseren Reisefreunden von der Asienreise in der Nähe von Innsbruck treffen.
Über diese Frühlingsreise werde ich jetzt wieder in einzelnen Etappen berichten:
Abfahrt am 08.03.2015. Nach der Winterpause ist das Gogolobil wieder aus dem Winterquartier zurück und es wird wieder alles ins Fahrzeug eingeräumt, Wasser und Gas aufgefüllt und natürlich auch getankt. Dieses mal haben wir unsere Pedelecs mit dabei, damit wir unterwegs auch einige Ausflüge machen können. Neu an Bord ist auch ein kleines Honda-Stromaggregat, denn wir haben vor, gerade in der Toskana viel frei zu stehen und die Batterien an Bord sind doch schon knapp 6 Jahre alt – nicht dass wir unangenehme Erlebnisse ohne Strom haben.
Die Tage bis zur Abreise vergehen quälend langsam und auch das Wetter ist plötzlich nicht mehr sooo gut, wie noch im Februar. Direkt im strömenden Regen oder im Schneefall wollen wir auch nicht fahren, ist das Fahrzeug doch so schön sauber geputzt...
Was freuen wir uns, als wir zur Abreise dann wieder im Fahrzeug sitzen! Die erste Etappe führt uns bis kurz vor Wien, weiter wollen wir nicht fahren. Wir sind ja nicht auf der Flucht. Und einen schönen Platz für die Nacht wollen wir auch – möglichst mit Sicht auf die Donau.
Auf der Autobahn fahren wir bei immer besser werdenden Wetter über Salzburg, Salzkammergut, Linz nach Melk und dort runter von der Autobahn, über die Donau hinüber und am Ufer des Flusses entlang. Dort ist in Aggsbach am Markt (in der Wachau) ein schön gelegener Stellplatz gleich an der Donau (N48.298107° O015.404942°). Für diesen Tipp aus dem Forum möchte ich mich recht bedanken.
Schon von Deutschland aus habe ich beim Camping Sarvar (--> Link) einen schönen, sonnigen Platz für uns reserviert. Darum müssen wir uns nicht beeilen um möglichst früh abreisen zu können sondern können uns beim Frühstück mit Blick auf die Donau schön Zeit lassen.
In Ungarn sind verschiedene Straßen mautpflichtig. Eine Übersicht gibt es auf --> Link. Trotzdem ist es spannend, wenn man nach Ungarn reinfährt, ist auch auf der Landstraße so eine „Mautbrücke“ angebracht, obwohl es sich bei der von uns befahrenen Straße um keine Mautstraße handelt. Vielleicht wird aber diese Straße in Zukaunft auch mutpflichtig – wer weiss das schon? Ober ich bekomme eine Strafe wegen Mautprellerei per Post zugesandt (ist mir aber auch egal). Auf alle Fälle fahren wir unbehelligt bis zu unserem Ziel nach Sarvar.
Gleich in der Nähe des Campingplatzes ist ein riesiger Einkaufmarkt „Tesco“. Hier versorgen wir uns noch mit den frischen Sachen/Lebensmitteln, die in nächster Zeit gebraucht werden. Vom CP aus sind es genau 1km bis zum Tesco, also morgens kein Problem wenn es darum geht, frische Brötchen zu holen – vorausgesetzt es regnet nicht.
Das Wetter ist recht gut geworden, blauer Himmel und ungewohnt angenehme Temperaturen erhöhen die Vorfreude auf die kommende Zeit. Der Stellplatz Nr. 63 ist recht großzügig geschnitten und der Ausblick ist Richtung Süden. Wir richten uns häuslich ein, Tisch und Stühle kommen raus und die Räder werden fahrbereit gemacht. Einige Leute auf dem CP kennen wir schon von früheren Aufenthalten.
Am nächsten Morgen weckt uns schon um 04:30 Uhr eine Amsel, die mit kräftigen Gesang von einem nahegelegenen Baum herunterträllert. Und es sollte sich im Laufe der Zeit herausstellen, dass sie es jeden Morgen so macht! Das ist aber immer noch viel besser als Straßen- oder sonstiger Lärm.
Die ersten Tage vergehen wie im Fluge: nach dem Aufstehen gibt es Frühstück und anschließend gehen wir gleich ins Thermalbad. Für meine neue Hüfte ist dies optimal.
Es sind nicht so viele Besucher in der Therme wie in der Hochsaison. Vorwiegend ältere Leute, die wochenlang dort ihre Zeit verbringen. Lediglich am Dienstag ist immer Hochbetrieb, denn da ist Seniorentag und die ungarischen Rentner erhalten einen Eintritt zum halben Preis.
Dann trübt sich nach ein paar Tagen kurzfristig das Wetter ein und leichter Regen setzt ein. Gottseidank ist es aber immer noch relativ warm (in der Heimat soll es nach dem Wetterbericht wieder schneien) und der Regen hält nicht lange an.
Täglicher Thermenbesuch ist „Pflicht“. Aber daneben machen wir auch noch Spaziergänge in der unmittelbar am Campingplatz gelegenen Seenlandschaft, die jetzt im Frühjahr gerade anfängt mit den ersten Blüten. Überall sind noch echte Schneeglöckchen zu bewundern und auch schon die ersten Palmkätzchen locken die Bienen an.
Nachdem sich bald das Wetter gebessert hat und es wieder warm und trocken wird, kommt auch das Pedelec in der näheren und weiteren Umgebung zum Einsatz. Und wenn wir (manchmal) am Abend in die Stadt fahren und dort zum Essen gehen, machen wir das mit dem Pedelec. Übrigens, das Restaurant Várkapu Vendégl?-Panzió in Sárvár, Várkerület utca (--> Link), gleich in der Nähe der Festung, ist sehr empfehlenswert. Gute ungarische Küche, freundliche Bedienung und gute Preise.
Nach zwei Wochen reicht es aber wieder mit der Therme, jetzt wollen wir nach Italien, in die Toskana, in die Wärme und dort auf den Frühling warten. Darüber dann mehr beim nächsten mal.
Schön, dass Ihr wieder Räder unten dran habt - und uns mitnehmt. Alles Gute auch für die Toskana. :D
Aretousa am 25 Mär 2015 15:08:57
Hallo ihr beiden, schön, dass es dir Gogolo wieder besser geht, der Aufenthalt in Ungarn hat ja auch dazu beigetragen. In Abbsberg/ Markt haben wir auch schon übernachtet, hat uns gut gefallen und ein netter Heuriger war in der Nähe :wink: . In etwa einer Woche geht es auch bei uns langsam Richtung Süden und Italien, evtl. sehen wir ja euer Gogolobil. Auf jeden Fall wünsche ich euch eine gute, entspannte, genussreiche Zeit.
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soletti1 am 25 Mär 2015 15:12:48
Gogolo toll das es Dir wieder so gut geht und Ihr das Gogomobil wieder Euer zuhause nennen dürft :top:
Wünsche Euch eine angenehme und stressfreie Zeit auf Eurer Frühlingstour durch die Toskana :ja:
Lancelot am 25 Mär 2015 15:15:59
Gogolo hat geschrieben: Es sind ja durch meine Hüfte so einige Sachen „ins Wasser gefallen“, ...
Die holt ihr locker nach .. :ja: Die Hüfte war da schon viel wichtiger. Scheinbar hat´s ja auch was genutzt :gut: Weiter gute Besserung und schöne Reise(n), klaro les ich mit :)
wolkenhimmel am 25 Mär 2015 15:24:58
Schön, dass Ihr wieder unterwegs seid! :)
Ich hatte im November eine OP an einer mehrfach luxierten Schulter, kann mir also nur ansatzweise vorstellen, wie sich das an einer Hüfte anfühlt.
Gute Fahrt und viel Vergnügen!
VG Harriet
Asterixwelt am 25 Mär 2015 16:17:08
Hallo Gogolo,
schon zu lesen das es mit dem Reisen wieder geht.
Wünsche noch eine schöne Zeit.
Michael
Rover am 25 Mär 2015 18:53:27
Schön dass ihr wieder "on tour" seid. Wünsche Euch eine tolle Zeit und bleibt gesund.
deedee am 25 Mär 2015 19:40:58
Na endlich ..... bon und bonbon voyage ..... bin dabei ...
WOmO_Udo am 25 Mär 2015 22:17:14
Schön das ihr wieder unterwegs seit. Ich steig mal virtuell mit ein und Reise mit euch mit.
Udo
luebars0 am 25 Mär 2015 23:45:04
Wir freuen uns mit dir, Gogolo, dass es Dir wieder besser geht und Ihr wieder unterwegs sein könnt.....und natürlich freuen wir uns auf Deine informativen und sehr lesenswerten Reiseberichte.
Viele aus Berlin/Brandenburg
Detlev und Erika
Gogolo am 26 Mär 2015 19:41:51
Danke für die Rückmeldungen. Wir sind zwischenzeitlich schon in der Toskana, in Lucca.
Bericht über die Hinfahrt und die ersten Eindrücke folgt in Kürze.
Habe die Ehre
Gogolo
tammy99 am 26 Mär 2015 21:37:59
Lucca ist super. Viel Spaß dort. Wir fahren morgen los.
LG Fred
frankjasper8 am 26 Mär 2015 22:35:37
Hallo Gogolo & Gogoline,
:hallo: :tach:
Willkommen zurück unter dem "fahrenden Volk". :) Schön, daß es mit der Hüfte so gut gegangen ist und daß das Gogolobil wieder "on the road" ist. Ich freue mich, mal wieder einen Reisebericht von Euch zu lesen und zu sehen. :ja: Schon jetzt sage ich "Danke für`s mitnehmen!" :)
rainer2 am 26 Mär 2015 22:42:59
wir warten gespannt - heuer gehts in die Toskana
maritzebill am 27 Mär 2015 10:24:41
Eine Essensempfehlung für Gogolo
Bei im Ristorante & Pizzeria da l´Grillo könnt ihr hervorragend essen.
Wir haben schon mehrmals bei Grillo gegessen, allerdings noch in seinem alten Lokal in Castelfiorentino. Er macht einfaches aber richtig gutes Essen. Ab und an singt er auch, haben wir aber leider nie erlebt, da wir nie am Wochenende dort waren.
Von Ungarn aus führte uns der weitere Weg in die Toskana zunächst über Österreich (Burgenland, Steiermark und Kärnten) zu unserer ersten Übernachtungsetappe (Tagestrecke ca. 380km) gleich nach der italienischen Grenze bei Tarviso. Dieser Stellplatz ist gleichzeitig ein Parkplatz für den nahegelegenen Skilift, aber zu dieser Jahreszeit waren nicht mehr viele Skifahrer auf der Piste. Genauer gesagt, es war nur noch EIN Skifahrer da! Schnee auf der Piste hat es auch nur, weil Schneekanonen während des Winters einen guten Vorrat angehäuft haben.
Die Nacht war sehr ruhig. Keine Amsel weckte uns am Morgen mit ihrem Gesang – dafür „lärmen“ viele andere Vogelarten. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf die nächste Etappe in Richtung Süden. Wir haben uns vorgenommen, nie mehr als 400km/Tag zu fahren. Und so ist einmal wieder der nette Ort Monzambano am südlichen Ende des Gardasees mit einer Fahretappe von 350km unser nächster Zielpunkt. Erstens gibt es in diesem Ort eine hervorragende Pizzeria, zum anderen wollen wir auch mit den Fahrrädern einen kleinen Ausflug machen. Die Pizzeria hatte offen und es gab eine köstliche Pizza „Tonno e cippolla“, die ungelogen einen Durchmesser von 40cm hatte:
Tags darauf sind wir mit den Pedelcs nach Peschiera del Garda gefahren. Entlang dem Fluß Mincio führt ein schöner, ruhiger Radweg (er ist ein Teil der Strecke Mantua-Peschiera). Es waren zwar nur 20km, aber wir haben Peschiera ausgiebig besichtigt, sind durch die alte Festungsanlage gebummelt und haben uns einen Cappuccino gekauft. Das Wetter war sonnig und warm.
Wir bleiben noch einen Tag länger in Monzambano, denn uns treibt niemand mehr an. Wir haben keine Eile mehr und auf unseren Reisen haben wir kein Ziel, sondern es ist tatsächlich so: „der Weg ist das Ziel“. Diesen Bummeltag („Sandlertag“) nutzen wir für ein ausgiebiges Frühstück wozu ich frische italienische Panini vom nahegelegenen Dorfbäcker hole. Dann muss auch noch der Reisebericht#1 fertiggemacht, mit Bildern versehen und ins Netz gestellt werden. Außerdem hat es zu regnen begonnen...
Der Regen trommelt die ganze Nacht aufs Dach des Gogolobils. Gegen morgen wird es aber leichter und es gibt wieder frische knusprige Semmeln/Panini sowie leckere kleine Gebäckstücke (für den Nachmittagskaffee). Nach dem Frühstück noch einmal schnell ent- und versorgen und und dann fahren wir endgültig in die Toskana! Auch der Regen lässt alsbald nach und hört schließlich ganz auf, als wir meine toskanische Lieblingsstadt Lucca erreichen. Zwei Nächte wollen wir hier auf dem Stellplatz „Serchio“ bleiben und dabei möchte ich auch einen Wunschtraum verwirklichen: auf der gut erhaltenen, historischen Stadtmauer von Lucca einmal mit den Pedelecs ganz herum fahren - was wir natürlich auch gemacht haben.
Lucca hat über 89000 Einwohner und hat einen historischen Stadtkern. Die großen Plätze, die romanischen Kirchen und die mittelalterlichen Türme zeugen heute noch von der einstigen Bedeutung dieser Stadt. Ihre von vier Toren durchbrochenen Befestigungsanlagen wurden 1504 begonnen und 1645 fertiggestellt und zählten lange zu den bemerkenswertesten Italiens. Sie sind heute noch gut erhalten und tragen eine von Bäumen gesäumte Promenade. Für mich ist Lucca die schönste Stadt in der nördlichen Toskana. Im alten Stadtkern durch die schmalen Gassen zu bummeln, die modernen Auslagen der Geschäfte zu betrachten, in einem der zahllosen Cafes einen Espresso zu trinken und ein Frate zu essen gehört für mich einfach zu einem gelungenen Spaziergang in der Stadt.
Besonders schön ist die ovale „Piazza dell'anfiteatro“. Man fühlt sich wie im Mittelalter, wenn man zwischen den historischen Bauwerken auf dem Platz sitzt und bei einem „Aperol spritz“ die Sonne geniest:
Das Wetter hat es ausgesprochen gut mit uns gemeint und uns mit Sonne pur verwöhnt. So könnte es jetzt die ganze restliche Reisezeit bleiben.
Da es auf dem Stellplatz freies WLAN gibt, mache ich jetzt noch diesen Zwischenbericht #2 an Euch, bevor wir nach insgesamt zwei Nächten auf dem Stellplatz zum nächsten toskanischen Highlight – nach San Gimignano – weiter fahren. Darüber dann mehr beim nächsten mal.
Viele in die Heimat
Habe die Ehre
Gogolo
pipo am 29 Mär 2015 17:08:29
Italien ist und bleibt ein Lebensgefühl. Romantische Plätze, hervorragende Küche und ein Easy Living Gefühl :mrgreen: Gerade zur jetzigen Zeit wo es noch nicht so voll ist.
Ugualmente wir gehen jetzt Pizza essen. Viele aus Venezia in die Toskana :lach:
Gogolo am 29 Mär 2015 18:32:58
Heute gab es bei uns (in San Gimignano) toskanische Spezialitäten, u.a.:
Vino Vernaccia di San Gimignano Prosciutto Chinghiale (Wildschweinschinken) Tarufo (Trüffel) in Olivenöl auf Ciabatta Porchetto (gegrilltes, gefülltes Schweinchen) Salami Käse
und dazu frisches Weissbrot. Köstlich!
Und so hat vor einer Stunde unser Tisch ausgesehen:
Habe die Ehre
Gogolo
hantomsteini am 29 Mär 2015 21:54:23
Mmm das sieht total lecker aus! Vielen Dank für das Mitnehmen auf eure Reise, wir starten am kommenden Mittwoch gen Süden und werden angesichts des zur Zeit grausigen Wetters und der unerfreulichen Aussichten für die Ostertage mit einer oder zwei Zwischenübernachtungen in die Toskana reisen. Da das für uns der erste Aufenthalt in dieser herrlichen Gegend sein wird, dient euer Reisebericht uns als Anregung und Planungshilfe und steigert unsere Vorfreude ungemein!
Gogolo am 01 Apr 2015 18:16:40
Nur gute 120km waren es von Lucca nach San Gimignano, einem weiteren Höhepunkt unserer Toskana-Reise. Also ein Katzensprung.
Die Gegend von San Gimignano ist nicht nur wegen der baulichen Besonderheiten der Stadt berühmt, sondern auch wegen des hervorragenden Weines, der in dieser Gegend angebaut wird. Eine Besonderheit ist es, mitten im Rotweinanbaugebiet des Chianti einen so hervorragenden Weißwein (ich liebe trockenen Weißwein!) wie den Vernacca di San Gimignano zu finden.
Aber nicht nur die Weine in dieser Gegend machen eine Freude für den Gaumen, auch die in dieser Gegend angebotenen Spezialitäten, wie Trüffel und Wildschweinschinken lassen die Herzen der Feinschmecker höher schlagen. Im Ort selbst warten entlang der „Touristenfressgasse“ unzählige Läden und Lokale auf kaufwillige Personen. Auch wir gehörten dazu.... und es hat uns kein Cent gereut, denn die Qualität ist wirklich sehr hoch. Und es ist klar, dass wir uns mit solch guten Sachen gut eingedeckt und am Abend im Gogolobil eine erste Kostprobe mit Wildschweinschinken, Porchetta und Vernaccia veranstalteten haben. Außerdem ist in San Gimignano in der Gelateria Dondoli der „Gelato World Champion“ zu Hause und natürlich habe ich sein schokoladiges Weltmeistereis genossen.
Wir sind aber nicht nur wegen des Essens und Trinkens nach San Gimignano gefahren, sondern auch wegen es ausgesprochen hübschen Ortes mit seinen vielen Geschlechtertürmen und der herrlichen Aussicht auf die toskanische Landschaft. San Gimignano wird auch „Mittelalterliches Manhattan“ oder die „Stadt der Türme“ genannt. Die Stadt liegt in der Provinz Siena und hat rund 7800 Einwohner. Sie gehört neben Florenz, Siena und Pisa zu den von Touristen meistbesuchten Zielen in der Toskana. Was die Geschlechtertürme betrifft, so versuchten im Mittelalter die Patrizierfamilien, sich in der Höhe ihres Geschlechterturmes zu übertreffen, obwohl ein luxuriöses Leben in diesen nicht möglich war. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute noch 15.
Selbst Sonntags ist recht viel los im Ort. Man merkt, dass Ostern vor der Türe steht und so sind neben den üblichen Asiaten auch schon recht viele Italiener als Touristen im Ort. Trotz der Touristen hat der Ort ein außergewöhnliches Flair, das uns immer wieder bei jedem Toskanabesuch dort hin zieht.
Die Weiterfahrt in Richtung Süden führt uns über Colle di Val d'Elsa (ein ebenfalls sehr besuchenswertes Städtchen) nach Monteriggioni. Das sind nur knapp 30km Gesamtstrecke. Sehenswert bei Colle di Val d'Elsa ist die Oberstadt Colle Alta, die durch einen Aufzug von der Unterstadt aus zu erreichen ist und insbesondere die mittelalterliche Altstadt auf dem Hügel, von wo man einen guten Blick auf die Landschaft der Toskana hat.
Monteriggioni ist auch ein Lieblingsort von mir in der Toskana und jeder Besuch zieht mich unwillkürlich dort hin. Der Ort liegt unübersehbar und malerisch auf dem Berg Monte Ala an der Straße nach Siena und wird von einer mittelalterlichen, noch heute vollständig und gut erhaltenen Stadtmauer von ca. zwei Metern Breite und 570 m Länge mit begehbaren Wehrgang und mit 14 Türmen umgeben, von denen heute noch elf weitgehend unbeschädigt sind. Der große Parkplatz im Süden unterhalb der Stadtmauer ist auch gleichzeitig offizieller Wohnmobilstellplatz. Wir bleiben hier für eine Nacht.
Ein Spaziergang um die Stadtmauer herum und dann noch ausgiebig im kleinen historischen Ort ist einfach Pflicht. Es gibt mehr als genug schöne Fotomotive. Nachts wird die Burganlage mit Scheinwerfer angestrahlt, und das ist ebenfalls sehr romantisch.
Ein toskanischer Höhepunkt jagt den anderen und als nächstes steht Siena auf dem Programm. Klar, wir hätten von Monteriggioni noch leicht die knapp 20km bis Siena fahren können, aber wir wollen überhaupt nicht hetzen sondern die Reise als solches genießen. Und der Stellplatz in Monteriggioni ist nachts wesentlich ruhiger als der Platz in Siena. Ich ging am Morgen nochmals den Berg zur Burg hoch, da ein gutes Fotolicht herrschte und noch keine Touristenbusse angekommen waren.
Sagenhafte 13km war die Etappe von Monteriggione nach Siena. Es reichte aber um die Wohnmobilbatterien wieder voll zu bekommen – dem Ladebooster sei Dank. Der dortige Wohnmobilstellplatz Pala Sport in Siena hat den Charme eines Parkplatzes – aber für eine Nacht geht das schon mal. Dafür kostet die 24-Stunden-Parkgebühr 20€.
In der Nähe des Stellplatzes fährt der städtische Bus #7 in Richtung Stadtmitte ab. Wir wollten beim Fahrer zahlen, aber der nahm kein Geld an un d so fuhren wir entweder kostenlos oder „schwarz“ - je nachdem wie man es sieht (bei der Rückfahrt war es das Gleiche). Wie dem auch sei, wir kamen schnell und problemlos in die Nähe der Stadtmitte und gingen bei strahlendem Sonnenschein den letzten Kilometer bis zum zentralen Platz, der „guten Stube“ von Siena, dem berühmten Palio. Die Eltern der Rocksängerin Gianna Nannini haben dort eine Konditorei und ein Cafe unmittelbar am Palio. Magisch zog es uns nach den Fotoaufnahmen dort hin und es gab einen obligatorischen „Aperol spritz“.
Auch der Dom von Siena ist berühmt und war auf unserer Besichtigungstour. Leider ist der Eintritt gebührenpflichtig und das war es uns aber nicht wert. Alleine von außen wirkt der Dom schon sehr imposant.
Obwohl gleich beim Stellplatz eine Straße vorbei führt, war die Nacht einigermaßen ruhig und so konnten wir ausgeschlafen wieder eine riesige Etappe von 25km zu unserem nächsten Ziel antreten. Der CP in Casciano di Murlo soll während der Osterfeiertage unser Standort sein, da anzunehmen ist, dass alle italienischen Wohnmobilfahrer unterwegs sein werden und die Stellplätze sowie die Sehenswürdigkeiten überlaufen. Auch tut uns eine kleine Pause zwischendurch recht gut.
Bei der Gelegenheit: wir wünschen schon jetzt Allen recht schöne Osterfeiertage mit wenig Sturm, dafür viele bunte Eier!
Der Bericht über unsere Osterfeiertage in der Toskana und die weitere Reise folgt beim nächsten mal.
Bis dahin – viele in die Heimat
Habe die Ehre
Gogolo
Gast am 01 Apr 2015 18:26:56
Toller Bericht, wir haben exakt die gleichen Favoriten.
Der Eintritt im Dom ist neu? Wir haben bisher nie bezahlt.
Berichte weiter, lieber Gogolo!
Alf
deedee am 01 Apr 2015 18:39:27
Schööööne Beschreibung, Danke. Übrigens ... diesen CP hatte ich mir auf der Route zwischen Vada und Trasimeno See auch rausgesucht ... Kannst mal kurz abreißen, ob sich dieser CP 'lohnt', wie er so gefällt. Noch ne Frage: Finden sich so kleine Einkaufsläden mit Salami und Schinken u. sonst Leckereien sonst auch in den kleinen Dörfchen? Würd ich mir wünschen, denn Städte (zum Besichtigen oder so) wollen wir nicht anfahren ... weißt ja, Kulturbanausen ... :lach:
Gogolo am 01 Apr 2015 18:59:03
Eigentlich wollte ich erst im nächsten Bericht zu CP in Casciano di Murlo Stellung nehmen (mache ich dort trotzdem...). Hier mal schon auf besonderen Wunsch von deedee vorab:
Mit der ACSI-Card kostet der CP 18€/Tag incl. Strom und Internet. Der kleine Ort hat eine kleine traditionelle Bäckerei, einen Metzger und einen kleinen Supermarkt - eher in Richtung "Tante-Emma-Laden". Allerdings ist jeden Donnerstag ein regionaler Markt, wo es auch so gute Sachen wie "Porchetta" gibt. Dort findet man auch noch so regionale Spezialitäten wie Würste und Käse am Verkaufsstand. Aus diesem Grund sind wir auch schon am Mittwoch (heute) angereist, damit wir morgen früh genügend Zeit für den Markt haben
Eines möchte ich noch betonen: der CP und der Ort ist ganz schön hügelig und ein Gang in den Ort kann bei Sonnenschein schon etwas schweisstreibend sein....
Ein Bild vom Platz stelle ich morgen hier ein.
Habe die Ehre
Gogolo
deedee am 02 Apr 2015 04:51:51
Danke, Mr. Gogolo ... hört sich doch guuuut an .... Der Gang in den Ort .. ich glaube, wir kaufen vor der Ankunft am CP schon ein ..... Jetzt sag nur keiner was von Faulpelz ..... ;D ....
Ach ja ... ein Metzger ... was iss'n das? Kann man da keine abgepackte Wurst im Supermarkt kaufen? Kein Aldi, Lidl, Kaufland ....? :versteck:
reisemobil.online.cx am 02 Apr 2015 06:58:23
Wir möchten uns einfach mal zwischendurch für den schönen Reisebericht und die tollen Fotos bedanken. Vieles kommt uns, von unseren Touren, bekannt vor und weckt Erinnerungen. Anderes wiederrum sind gute Tipps für eine zukünftige Reise in die Region.
Danke und Michael
Gast am 02 Apr 2015 08:00:03
Vielen Dank fürs Mitnehmen. Das ist ein sehr schöner, kurzweiliger Bericht mit sehr schönen Fotos. Wir stehen ja noch ganz am Anfang unserer WoMo-Kariere, so ein Bericht macht einfach Lust, sofort auf Tour zu gehen 8)
Gogolo am 02 Apr 2015 10:48:49
deedee hat geschrieben:Danke, Mr. Gogolo ... hört sich doch guuuut an .... Der Gang in den Ort .. ich glaube, wir kaufen vor der Ankunft am CP schon ein ..... Jetzt sag nur keiner was von Faulpelz ..... ;D ....
Ach ja ... ein Metzger ... was iss'n das? Kann man da keine abgepackte Wurst im Supermarkt kaufen? Kein Aldi, Lidl, Kaufland ....? :versteck:
Also: Parkplätze beim Tante-Emma-Supermarkt, beim Metzger und beim Bäcker gibt es - zumindest für große Womos - keine! Und ein Metzger, das ist etwas, das ein Aldi-, Lidl-, Kaufland-Konsument nicht kennt, aber wo es hervorragendes, frisches Fleischzeug gibt.
Auch war ich heute schon am Markt - leider war der Metzger mit der Porchetta heute nicht da. Aber frisches Gemüse gab es und super Erdbeeren.
Habe die Ehre
Gogolo
petmail am 02 Apr 2015 13:08:52
Neid, schon frische Erdbeeren! Vielen Dank für deine tolle Reisebeschreibung! Dieses Gebiet der Toskana haben wir auch schon des Öfteren bereist aber, wie zuvor auch schon beschrieben, es gibt ja immer auch noch etwas neues. Wir sind auch schon sehr, sehr viel gereist und haben uns mehrfach vorgenommen einen Reisebericht zu schreiben aber es wurde nie etwas daraus, darum freue ich mich um so mehr über deine Reisebeschreibung! Danke, ich hoffe du machst es weiter!
Peter
bonjourelfie am 02 Apr 2015 13:33:56
Hallo,
bedanke mich auch für deine schönen updates. Auch wir haben uns rechtzeitig über Ostern auf einem spanischen CP eingerichtet, mitten in Kirschbaumplantagen, die gerade in voller Blüte stehen. Seit heute Morgen füllt sich der Platz rapide mit Spaniern. Ich wünsch euch schöne Ostertage
LGElfie
deedee am 02 Apr 2015 17:35:18
Gogolo hat geschrieben: ...... aber wo es hervorragendes, frisches Fleischzeug gibt. Habe die Ehre Gogolo
Du glaubst gar nicht, wie ich mich grad dadrauf freue ..... handgemacht, mit Geschmack ....
Gogolo am 02 Apr 2015 18:09:54
Die haben aber auch so etwas von leckerem Sachen... Du musst unbedingt die Koteletts vom Schwein (mit kleinem Fettrand und Filetanteil) sowie die Hühnchen und Hühnchenteile (die sind mit Mais gefüttert und ganz gelb) probieren. Da magst du dann anschließend gar nichts mehr von unserem deutschen Fleisch.
Der Metzger ist gleich am unteren Eingang vom Ort, do wo sich die Straße teilt (links geht es in Richtung CP, rechts in den Ort, aber Einbahnstraße). Dort ist auch der Tante-Emma-Supermarkt und auch der Bäcker. Also, wenn du vom CP runtergehst, dann ist die Strecke rund 1,5km (einfach). Parkplatz fürs Womo ist Glückssache - Lottosechser ist häufiger :lol:
Der nächste wirkliche Supermarkt (Coop) ist in Monteroni d' Arbia - 18km entfernt.
Habe die Ehre
Gogolo
deedee am 02 Apr 2015 18:37:34
Den Metzger hab ich schon gefunden, mit der kleinen 'Zufahrt' und dem dicken Baum dabei ... Nur halt den Bäcker noch nicht, aber da wird's wohl was auf'm Platz geben. Nun, die Street view-Aufnahmen sind halt schon von 2011, da hat sich vielleicht noch was geändert .... Vielmals Merci für den 'Fleisch-Tipp' ... Hühnchen, Koteletts, wird ich definitiv probieren. Und Salami und Schinken dürften die dann auch noch haben .... Nun, 1,5 km sind ja nicht die Welt, iss aber ganz schön hügelig im Ort, aber richtig goldige Gässchen ... Aber Einbahnstraßen gelten ja nicht für Fußgänger :lol: Den Supermarkt 18 km weiter hab ich mal ganz schnell übersehen ....... na, vielleicht doch, auf der Weiterfahrt.
deedee am 02 Apr 2015 18:46:34
Hab grad mal den 'Stadtkern' durchwandert ... kommste eh nicht rein mit dem WoMo ... erlaubterweise, und recht eng isses auch. Nee, da wird hingelaufen ...
Gogolo am 02 Apr 2015 18:51:08
Salami und Schinken gibt es in Italien nicht beim Metzger, sondern im Tante-Emma-Supermarkt (gute Auswahl). Der Bäcker ist ca. 50m südlich vom Metzger auf der anderen Straßenseite (unscheinbarer Eingang). Am CP gibt es nur in der Hochsaison etwas im dortigen kleinen Laden.
Habe die Ehre
Gogolo
deedee am 02 Apr 2015 18:58:41
Ah, danke, mit Deiner Hilfe gefunden ... direkt neben dem Immobilien-Laden ...
ottomar am 02 Apr 2015 22:07:31
Super, wie Ihr Zwei das macht ... und unser DeeDee wird vor der Abmagerung bewahrt!
Günter, vielen Dank für den wie immer sehr animierenden Reisebericht.
deedee am 03 Apr 2015 13:38:36
Nun, ich muss doch mein Kampfgewicht halten ...... :lol:
Gogolo am 07 Apr 2015 15:28:46
In Casciano di Murlo ist der „Hund begraben“ und die Bürgersteige werden täglich um 19:30 Uhr hochgeklappt – also genau richtig, wenn mann/frau ein wenig Erholung sucht. Der dortige Campingplatz hat zwar das ganze Jahr geöffnet, aber ohne Mini-Market, d.h. man muss 1-2 km in den Ort um zum Bäcker, Metzger oder kleinen Supermarkt (a la Tante Emma) zu gelangen. Und die Gegend ist SEHR hügelig, selbst mit dem Pedelecs kommt man ins schnaufen. Allerdings ist der Campingplatz mit der ACSI-Card sehr günstig: 18€/Tag für den Platz mit zwei Personen mit Strom und Internet. Und die Plätze sind ausreichend groß und recht sonnig. Wir kennen den Campingplatz mittlerweile schon von vier Besuchen her und waren immer recht zufrieden.
Donnerstags ist immer regionaler Markt im Ort. Und dort gibt es die toskanische Spezialität: Porchetta. Habe ich schon gesagt? Ich liebe Porchetta!!! Und besonders die Porchetta von dem Metzger, der immer mit seinem Stand auf dem Markt ist, die ist absolut Spitze! Leider war an diesem Donnerstag der Metzger nicht da.... Dafür gab es frisches Obst und Gemüse. Naja, bin ich halt an diesem Tag Vegetarier gewesen.
Wir (Gogoline) nutzen auch die Zeit am Campingplatz um mal wieder zu waschen, haben wir doch erst die Hälfte unserer Reisezeit erreicht. Auch das Wetter ist seit Tagen hervorragend: Sonne pur und Temperaturen um 20° lassen uns im Freien frühstücken und faulenzen.
Am Platz ist es sehr ruhig, Straßenverkehr ist praktisch nicht zu hören. Nur die Vögel zwitschern bei Sonnenschein in den Ästen der Olivenbäume, nicht einmal eine Amsel weckt uns mit ihrem Geschrei bei Tagesanbruch. Nur einmal am Tag, da wird es sehr laut, da fliegt die italienische Luftwaffe mit ihren Düsenjägern im Tiefflug über die Toskana (und auch über den CP) und bei eingeschaltetem Nachbrenner ist das ein wahres Inferno. Ich würde mich ja wegen einer Maschine nicht sonderlich aufregen, aber es ziehen meistens gleichzeitig drei bis fünf dieser Krachmacher ihre Kreise am Himmel. Naja, die Italiener lieben scheinbar Lärm – wir weniger...
Pünktlich zu den Osterfeiertagen trübt sich am Ostersamstag allerdings das Wetter ein und es beginnt heftig zu regnen. Zwar hören die Regenfälle schon am nächsten Tag wieder auf, aber es weht ein kräftiger, sehr kühler Wind, der die Temperaturen auf 9°C sinken lässt. Aber wir haben es ja warm im Gogolobil und müssen nicht frieren. Ostermontag ist wieder das schönste Wetter mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein – und es soll die nächsten Tage auch so bleiben!
Nach den Feiertagen zieht es uns aber wieder weiter und es wird wieder eine „lange“ Etappe (12km = 20 Minuten) bis zum Bagni di Petriolo wo eine der vielen natürlichen und heißen Thermen der Toskana auf uns wartet. Morgens scheint noch die Sonne vom blauen Himmel, aber je näher wir nach Bagni die Petriolo kommen, desto grauer und dunkler werden die Wolken. Wir finden einen relativ geraden Platz an der Straße, parken ein und gehen zu den Warmwasserbecken hinunter um die Lage zu peilen. Gerade als wir angekommen sind, fängt es an zu schneien! Die Badebecken sind voll mit Leuten, die bei der Kälte nicht herausgehen wollen. Und so beschließen wir, weiter zu fahren. Vorher fotografiere ich noch die Situation.
Wenn wir schon in der Toskana sind, dann müssen wir auch Weingüter besuchen. Ein solches – wunderschönes – ist gleich in der Nähe: Weingut Castello Banfi (--> Link). Laut HP kann man dort auch für 10€ mit dem Womo übernacht stehen bleiben. Durch eine schöne Zypressenallee am Schluss unserer Anfahrt erreichen wir das Castello Banfi. In der Vinothek erkundige ich mich, wo ich mit dem Womo stehen bleiben kann. Sehr freundlich wird mir der Parkplatz für die Busse zugewiesen und als ich zahlen möchte, sagte man mir, dass es kostenlos sei! Jetzt scheint wieder die Sonne vom Himmel, aber ein recht frischer, böiger Wind bläst uns um die Ohren. Wir stehen recht schön auf dem Platz und haben eine gute Aussicht auf die toskanische Landschaft.
Banfi hat nicht nur hervorragende Weine in der Vinothek zu probieren, sondern auch ein Restaurant und ein Glasmuseum. Diverse Weine und auch ein Brunello-Grappa wandern nach einer Probierrunde in den Bauch des Gogolobils. Passt.
Morgen fahren wir weiter nach Saturnia zu den dortigen heißen Quellen.
Bis dahin viele in die Heimat und seid neugierig auf das Kommende.
Habe die Ehre
Gogolo
sonnenblume58 am 07 Apr 2015 20:13:23
Wir freuen uns schon sehr auf das kommende
Viele und weiter eine schöne erlebnisreiche Fahrt
Gogolo am 12 Apr 2015 20:19:52
Wann wird es endlich wieder Frühling – das haben wir uns die letzte Zeit öfters gefragt, als die Temperaturen soweit zurück gingen, dass es hier in der Toskana schneite. Nicht viel – aber immerhin! Auch der kalte Wind trug nicht dazu bei, Frühlingsgefühle aufkommen zu lassen. Lediglich in der Natur ist schon zu spüren gewesen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis alles grünt und blüht.
Nach einer sehr ruhigen, kalten Nacht (abgesehen von einem Vogel, der die ganze Zeit pfiff) auf dem Gelände des Weinguts Castello Banfi frühstückten wir wieder bei strahlendem Sonnenschein und bester Aussicht und fuhren dann wieder weiter in Richtung Süden zu einem Thermalgebiet bei Saturnia. Die Strecke ist zwar nur 65km lang, hat aber keinen Meter gerade Straße – nur Kurven, Kurven und nochmals Kurven. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei knapp über 40 km/h. Das macht aber nichts, denn die Aussicht auf die toskanische Landschaft ist sehr schön und immer wieder liegen malerische (in keinem Reiseführer beschriebenen) Orte am Weg, bei denen sich sicher auch ein Besuch lohnen würde. Zum Beispiel der Ort Semproniano:
Eineinhalb Stunden war die Fahrzeit nach Saturnia. Der dortige Stellplatz ist sehr praktisch, geht doch von dort stündlich ein kostenloser Shuttlebus zu dem Thermalgebiet „Le Cascate del Mulino“. Aber wir haben unsere Pedelecs mit dabei und können gleichzeitig auch noch etwas für die Gesundheit tun. Es ist nicht weit vom Stellplatz zu dem öffentlichen Thermalgebiet, ggf. auch fußläufig zu erreichen. Aber wir fahren lieber mit den Pedelecs – nicht mit dem Shuttlebus. Hier in Saturnia werden wir wieder ein paar Tage in angenehmer Gegend verbringen.
Das Wetter hat sich gottseidank gebessert, keine Wolke am Himmel, wenig Wind und Temperaturen um 20°C. Ideal für einen Badeausflug. Gleich nach dem Frühstück starten wir los, damit nicht schon alle Badebuchten von den doch sehr zahlreichen Gästen am Stellplatz belegt sind. Der Schwefelgeruch des Wassers weht uns schon bald um die Nase und wir bräuchten eigentlich nur dem Geruch nach zufahren.
Es ist nicht weit, nur so ca. 1,6km, wäre eigentlich auch fußläufig zu erreichen. Die Ablagemöglichkeiten für die Bekleidung dort am Bad ist doch recht eingeschränkt. Gut, dass wir die Fahrräder mit dabei haben – sie dienen uns auch als Kleiderständer. Das Wasser ist angenehm warm, riecht halt nach Schwefel. Aber das sind wir von Island schon gewohnt und es erinnert uns stark an unsere Lieblingsinsel im Eismeer.
In Kaskaden stürzt das Wasser in Badebuchten in Form von Kalksinterterassen, nachdem es zuvor in einem Bach von der offiziellen Therme kam. Jede Badebucht ist etwas anders – meine Lieblingsbucht ist am Grunde ausgefüllt mit unzähligen kleinen Steinchen, die wie Murmeln kugelrund mit einem Durchmesser von rund einem Zentimeter geschliffen sind. Das Sitzen in diesen Murmeln umgeben von dem angenehm warmen Wasser macht viel Spaß.
Unsere Entscheidung, gleich nach dem Frühstück mit den Rädern zum Bad zu fahren war goldrichtig. Es waren tatsächlich nur ganz wenige Menschen im Wasser. Zeitweise waren wir nur zu viert in dem Badeareal. Wenn man in dem schwefelhaltigen Wasser badet, sollte mann/frau darauf achten, jeglichen Schmuck vom Körper zu entfernen, denn insbesondere Silber läuft beim Kontakt mit diesem Wasser richtig schwarz an. Ich habe das übersehen und nun eine schwarze Kette am Hals...
Am nächsten Tag fahren wir – nachdem wir im Ort Saturnia eingekauft haben - wieder weiter, ein Stück in Richtung Süden. Dort befindet sich der Giardino dei Tarochi, ein surrealer Kunst-Park, der bei Garavicchio, 60 km südlich von Grosseto liegt. Er wurde von der Künstlerin Niki de Saint Phalle entworfen und realisiert - --> Link und Zweiundzwanzig große Figuren des Tarots sind als imponierende, bunte Skulpturen ausgestellt, die zum Teil bis zu fünfzehn Meter hoch sind und von farbigen Keramiken, Spiegel-Mosaiken und wertvollem Glas bedeckt sind. Ein Teil der Skulpturen ist im Inneren begehbar. Für den Besuch des Parks ist Sonnenschein ganz wichtig, denn dann leuchten die Farben ganz besonders. Dieser Park gehört zu dem Schönsten, was ich bislang in dieser Art gesehen habe. Ich bin begeistert und total beeindruckt. Hundertwasser hätte seine helle Freude an diesem Park.
Gleich in der Nähe ist auch in Capalbio ein Stellplatz. Wir fahren vorher zu dem Stellplatz und beschließen, dass dieser für eine Übernachtung nicht in Frage kommt. Zum einen ist das gesamte Gelände krumm und schief, zum anderen liegt er unmittelbar an einer Straße, also nachts recht laut. Wir bleiben also auf dem Parkplatz des Giardino und verbringen eine recht ruhige und ungestörte Nacht.
Tags darauf geht es weiter nach Pitigliano, einer kleinen Stadt, wo die Altstadt ganz auf Tuffgestein gebaut ist. Wir waren schon ein paarmal hier, aber es ist immer wieder beeindruckend. Das Gogolobil lassen wir auf einem Womo-Stellplatz stehen und wandern durch die Altstadt und trinken eine Espresso. Heute ist das Wetter nicht so schön, es ist bewölkt und wir sind froh, dass wir gestern bei strahlendem Sonnenschein am Giardino waren.
Zum rumstehen auf dem tristen Stellplatz ist uns die Zeit zu schade und wir beschließen kurzerhand gleich das nächste Ziel anzusteuern und dort zu übernachten. Der steile Bergkegel von Radicofane liegt schon lange im Blick und man vermutet es nicht, dass ganz oben neben der Festung bzw. neben dem Friedhof auch ein nichtoffizieller Womo-Stellplatz ist – entsorgen kann man kostenlos beim offiziellen Stellplatz im Ort. Am Friedhof gibt es Wasser und auch ein großer Müllcontainer ist vorhanden.
Der Ausblick von dort oben ist gigantisch und zum Frühstück haben wir herrliches Panorama und wieder wolkenlosen Sonnenschein. Wir gehen nach dem Frühstück noch die paar Meter zur Ruine (Fortezza) hinauf, besichtigen die alten Gemäuer und genießen die Rundumaussicht. Überall blühen in dicken Bündeln durftende Veilchen und auch der erste Kuckuck ist schon zu hören.
Nur rd. 70Km sind es auf schlechten, kurvenreichen Landstraßen bis zum Trasimenosee und dort nach Passignano am Nordufer. Wir wollen ein paar Tage ausspannen, bevor es in die toskanische Crete mit den Zypressenalleen geht. Daher kommen wir einer Empfehlung aus dem Womo-Forum nach (Danke dafür) und buchen uns beim Campingplatz „Kursaal“ (typisch italienischer Begriff) ein, der von vielen Seiten sehr gut bewertet wird. Wir bekommen noch einen schönen Platz mit herrlicher Aussicht unmittelbar am See.
Jetzt werden wir mit den Pedelecs die Gegend erkunden, eine Woche ausspannen und dann geht es weiter.
Bleibt bitte dran, es gibt noch vieles zu sehen und berichten. Bis dahin viele in die Heimat.
Habe die Ehre
Gogolo
ToniPETER am 13 Apr 2015 09:59:24
Servus!
Ich lese Deine Reiseberichte auch mit Leidenschaft. Vielen Dank dafür. Wir waren vom Gründonnerstag bis Gestern auch in der gleichen Gegend wir Ihr und - wir haben vom Freitag auf Samstag auch auf dem Campingplatz "Kursaal" übernachtet. Wäre schön gewesen sich persönlich Kennen zu lernen. Wünsche weiterhin eine schöne Reise.
Momoblog am 13 Apr 2015 20:00:08
Mensch Gogolo,
da werde ich ja richtig schwermütig, wenn ich deine Bilder sehe! ;-) Ich will da wieder hin!
Irre, was die paar Tage ausmachen: Bei uns hat am Kursaal noch nix geblüht. Auf deinen Bildern sieht das ja schon richtig nach Farbe an den Bäumen aus!
Ich freue mich schon darauf, die Fortsetzung eurer Reise in Gedanken mitzufahren.
Lieben , Michael
wolkenhimmel am 13 Apr 2015 21:21:00
Vor dem Giardino standen wir auch schon, leider hatte gerade die Mittagsruhe begonnen und die Pause sollte seeeeehr lang sein... bei fast 40 Grad im Schatten in der Hochsaison. Also sind wir mit unserer Tochter wieder von dannen gezogen. Wenn ich jetzt Deine Fotos sehe könnte ich :cry:
Gute Erholung am Trasimemo! :)
Gogolo am 13 Apr 2015 22:29:54
Stadtmaus hat geschrieben:Vor dem Giardino standen wir auch schon, leider hatte gerade die Mittagsruhe begonnen und die Pause sollte seeeeehr lang sein... bei fast 40 Grad im Schatten in der Hochsaison. Also sind wir mit unserer Tochter wieder von dannen gezogen. Wenn ich jetzt Deine Fotos sehe könnte ich :cry:
Gute Erholung am Trasimemo! :)
Der Giardino öffnet im Sommer täglich nur von 14:30 Uhr bis 19:30 Uhr. Aber jede Wartezeit ist es wert, die sehenswerten Skulpuren zu bestaunen. Wie schon erwähnt, sollte die Sonne voll vom Himmel scheinen, denn nur dann kommen so richtig die Farben der Mosaike und Kacheln heraus und funkeln wie die Sterne am Himmel. Die Speicherkarte im Fotoapparat sollte noch aufnahmefähig sein, wenn man den Giardino besucht, denn der Finger, der den Auslöser drückt, wird schnell heiß... Es gibt sooooo viele schöne Motive und auch besondere Einzelheiten. Zwei davon möchte ich euch noch schnell zeigen:
Die Zeit im Park vergeht wie im Fluge und mann/frau weiss gar nicht, wo mann/frau zuerst hinsehen/hingehen soll.
Sollte mich mein Weg wieder in diese Gegend führen, werde ich sicher den Park nochmal besuchen.