Wie hier hinreichend vorgebetet, soll man ja nur „gleiche“ Batterien dauernd parallel schalten. Die Argumente spar ich mir daher.
Ich habs mal ganz anders gemacht, und es geht auch!
Ausgangslage:
Die Wohn(t)raumbatterie (der Scherz musste jetzt sein, weil mein Wohnraum soooo schön ist) hat 80 Ah, eingebaut 2010.
Gekauft haben wir das Womo 2012 .(Der Vorbesitzer hat seine erste Batterie in 3 Jahren geschrottet.)
Jetzt kommt das Boot ins Spiel. Das hat einen Elektromotor und mag 12 V max 4 A zum Aufladen des Li Akkus (400 Wh)
Außerdem brauch ich zum Aufblasen einen Kompressor mit 12 V.
Die Rechnung:
Boot fahren und Mittags in der schönsten Bucht des Landes 2 Stunden Pause machen, plus 2 Stunden Fahrzeit ergibt max 16 Ah, die ich während des Bootsausfluges umfüllen kann.
Die billigste Lösung ist wohl eine Baumarkt Starter Batterie 35 Ah für 45 Euro.
Die kann das Boot aufpumpen und noch ein wenig Ladung in den Li Akku umfüllen.
(Ich hab einen Torqeedo Motor 1 kW; der hat bei der Nachladung seinen Schwachpunkt.)
Wie lässt sich nun diese Starterbatterie ins Womo integrieren?
Ganz einfach! Knallhart an den Wechselrichter (1 kW) mit 10 mm2 und von da geht’s mit 35 mm2 zur 80 Ah Gel Batterie.
Und was sagen die unterschiedlichen Ladeschlussspannungen?
Die werden nicht gefragt!!!!
Dazu zunächst die Vorteile der Schaltung:
Die Kapazität im Wohnraum erhöht sich von 80 Ah auf 115 Ah.
Der Wechselrichter kann seine 100 A locker aus der kleinen 35 Ah Starterbatterie ziehen, genau für diese Belastungsart ist sie gebaut.
Außerdem hilft die Gel nach ihren Kräften (Innenwiderstand) mit.
Die kleine 35 Ah kann ich problemlos zum Strand schleppen und dort das Boot aufpumpen.
Ich kann sie auch aufs Boot mitnehmen und mit 40 W den Li Bootsakku nachladen.
Auch hab ich eine portable Hochstrom 12 V Quelle, wenn’s mal nötig ist.
Nun zum Sorgenkind, der Ladung:
Erste Info, keep cool, es geht easy.
Fall eins: Urlaub irgendwo.
Die Akkus fahren Achterbahn, was ihren Ladezustand betrifft.
Es gibt nie zuviel Strom um den kleinen 35 Ah zu überladen.
Während der Fahrt hängt er parallel zum „Großen Starter Akku“. Mit dem wird er sich schon vertragen.
Schlimmer im Stand. Da gibt es Solarstrom zum schwindlich werden.
Jetzt geht’s an die 14,4 V und das bei 30 °C. Aber da hilft der Wechselrichter, über AES geschaltet. Der Kühlschrank oder die Pedelec Akkus fressen die schädliche Überladung auf.
Also, kein Problem auf der Reise.
Jetzt kommts richtig hart. Das Womo steht vor der Haustür. Die Solaranlage „pflegt“ die Batterien. Das könnte unserem kleinen 35 Ah nicht gut bekommen. Er dehydriert, bekommt einen Durchfall und kotzt Knallgas aus.
Entweder wir sorgen für Abwechslung in der Stromkost, (Wir laden die Pedelecs auch zu Hause nur im Womo via Solar auf) oder wir trennen unseren portablen Energiefreund zeitweilig von seinem Zwangsverheirateten.
Landstrom kommt mir nicht mehr ans Womo, der könnte mit Überladung richtig Schaden anrichten. Außerdem; für was soll ich Landstrom nutzen?
Ein Argument dazu: Wenn Landstrom den kleinen Akku schrottet, bekomme ich 8 Euro Pfand zurück.
Diese Beschaltung läuft nunmehr 2 Jahre ohne Probleme. Warum auch nicht?

