Vom Höhenflug zum Tiefpunkt und wieder zurück
Da sitze ich nun im Auto, in Vada am Meer, und hacke im 10-Finger-Suchsystem diese Worte auf der Tastatur des mobilen Reisebericht-Schreibgerätes ….
Sagen wir mal so: Ich fing diese Zeilen schonmal während der Tour an, der Rest wird wohl erst nach Reiseende fertiggeschrieben.
Draußen ist es momentan unangenehm, es windet, zeitweise regnet es, auch mal stärker, und im Auto hat es gerade mal 18 Grad Celsius. Draußen unter der Markise ist es gefühlt noch ein paar Grad kühler und einzelne Regentropfen werden vom Wind auf Tisch und Stühle getrieben … und wir wollten doch Sonne einatmen ….
So ganz fit bin ich auch nicht. Schon 2-3 Tage vor Abfahrt machte sich mein Rücken bemerkbar … und der ist immer noch da, wenngleich nicht mehr ganz so heftig. Dazu kommt noch, dass mir dauernd die Nase läuft und ich schon Unmengen an Tempos verbraucht habe. Ist es nun der Schnupfen, den ich von meiner Göttergattin geerbt hatte (sie hatte sich auch pünktlich eine Woche vor Abfahrt nen heftigen Schnupfen zugezogen), oder liegt es einfach daran, dass ich gegen die Blütenpollen der hier überall herumstehenden Pinienbäume allergisch reagiere … weiß der Geier.
Doch mal von Anfang an.
Noch nie war ich in der Toskana, und es war ein langgehegter Wunsch, mir diese Gegend etwas anzuschauen.
Wie geplant, sollte es zunächst erst mal ans Meer gehen, ich wollte die Füße in die Sonne strecken, mir die warme Meeresbrise um die Zehen wehen lassen.
Sonntag, den 10. Mai ging los. Wir sind erst spät morgens weg, so gegen halb elf sind wir von daheim gestartet. Wir hatten aber keine große Tagesetappe vor uns … schon nach etwa 250 km war die erste Übernachtung angesagt.
Ich hatte mir diesen ‚Übernachtungsplatz‘ schon vorher herausgesucht … eigentlich wie alles auf unserer Tour …. Auf der französischen Rheinseite, bei dem Ort ‚Rosenau‘ , gibt es eine kleine Rheininsel (Isle de Rhin), der relativ gut als Parkplatz genutzt wird. Auch sollen über Nacht jede Menge Wohnmobile stehen und auch geduldet werden. Sogar auf Google Earth sieht man auf dieser kleinen Insel mehrere WoMos stehen. Warum nicht? Außerdem kostet es dort nichts, ist dafür aber auch gar kein ‚Service‘ vorhanden. Mit Ausnahme eines kleinen Bistros, aber dort zog es uns nicht hin.
Bei bestem Wetter gings also schnurstracks durch Saarbrücken, anfangs noch über eine kurze Strecke Landstraße, dann über die Autobahn an Straßburg und Colmar vorbei zum Zielort.
Doch Steffi, das ist die Nette stimme im Navi, die mir eigentlich den rechten Weg zeigen sollte, hat sich mal wieder vertan. „Biegen Sie hier links in die ‚unbefestieschte‘ Straße und folgen sie der Straße für 200 Meter. Hey, du da, dass iss’n Radweg mit Schranken, da kommen wir nicht rein ….. Steffi lotste uns dann 2,5 km weiter, und in der Hoffnung, dass es dort noch ne Zufahrt gibt, sind wir Steffi gefolgt. Mit der Quintessenz, dass sie uns am nächsten Kreisverkehr nur drehen lassen wollte und schon wieder in diesen Radweg lotste. Blöde Kuh‘, sagte ich, und im gleichen Augenblick sah ich im nur 50 Meter entfernten Kreisel ein Hinweiszeichen „Isle de Rhin“ …. Also doch blöde Kuh, ‘kannst wohl nicht lesen…‘ Na gut, es war ja auf Französisch …. Aber hier waren wir richtig. Geschätzte 20 Wohnmobile standen dort geparkt, wobei vielleicht noch 10 Autos übrig blieben über Nacht.
Es war warm, sehr angenehme Temperaturen, und die Nacht war trotz des nahe gelegenen Flughafens von Basel ruhig.
Auch die dort befindliche Rheinschleuse machte keinerlei Theater.
Also, diese „Isle de Rhin“ ist als Durchfahrtsübernachtungsparkplatz durchaus zu empfehlen …. Man steht toll dort.



Auch TV-Empfang hat man dort, je nachdem, wo man sich zwischen die Bäume stellt. So konnte ich jedenfalls das Ende des F 1 – Rennens von Barcelona sehen …..
Der nächste Morgen … super Wetter, und recht früh los. Nach wenigen Minuten erreicht man die Schweizer Grenze … und dort berappte ich erstmal 50 EURO für die Vignette … O.K., ich bekam noch 2,30 Fränklies zurück … aber was sollten wir machen, wir wollten über die Schweizer Bahn nach Italien rein.
Durch die Stadt Basel müssen wir nicht, es führt quasi eine Stadtautobahn daran vorbei.
Super ausgebaute Strecke; super Wetter, schon fast zu warm (ohne Klima im Auto), super Landschaften unterwegs vor einem, kein, aber auch gar kein Stau vor dem Gotthard-Tunnel …. Und schon waren wir in Chiasso, Grenzort zwischen der Schweiz und Italien. Kurz vorher, also noch in der Schweiz, hatte ich bei halbvollem Tank noch Diesel nachgefasst … ich wollte vor Ankunft in der Toskana nicht mehr tanken müssen. 1,74 Fränklies der Liter … uuiiiii …..
Schon auf italienischer Seite fuhr ich mit dem Auto über eine Entsorgungsstation neben einer Tankanlage, und war schon mal um einige Kilos leichter.
Dann kam Mailand. Die Süd-West-Umgehung sollte es werden … und es kam auch so. Was hatte ich mit heftigem Verkehr, mit Stau und Co gerechnet … doch ruck-zuck waren wir durch. Diesmal hatte es Steffi einfach nur gut gemacht. Für die Verkehrssitten mancher Italiener kann Steffi ja nix … die haben‘s nicht so wirklich genau mit dem Sicherheitsabstand …. Einer der Lkws machte mir wirklich zu schaffen, nur weil ich nicht schneller fahren wollte als erlaubt. Aber Überholen im Überholverbot, das hatte er sich auch nicht getraut.
Nun ja, auf jeden Fall sind wir recht früh, früher als gedacht, am Stellplatz in Certosa di Pavia angekommen.
Doch was ist das? Kassenhäuschen mit Schranken für Ein- und Ausfahrt … aber das Kassenhäuschen ist nicht besetzt. Dafür waren aber ein paar Automaten aufgestellt, die ich nicht wirklich kapiert hatte.



10 Euronen kostet die Übernachtung, mit Ver- und Entsorgung … Aber ich kam nicht auf den Platz. Dort, wo der Geldschein hineingeschoben werden sollte, kam der immer wieder raus. Alle möglichen Knöpfe gedrückt, nix. Deshalb fuhren wir kurz in den wenigen hundert Meter weiter entfernen Ort, vielleicht kann man dort stehen. War aber auch nix, winzig kleines Kaff mit nur einer Pizzeria (man sagt in verschiedenen Bewertungen, man sollte sich diese Pizza nicht entgehen lassen …).
Also wieder zurück zum Stellplatz, es war aber noch keiner auf dem Platz, den man hätte fragen können. Dann sah ich eine Art Kontaktschleife vor der Einfahrtsschranke, und meine Holde kam dann auf die Idee, man diesen (ganz anderen) Knopf zu drücken. Und siehe da, da kam das Ticket raus, welches man bei der Ausfahrt wieder in so’nen Schlitz einlegen sollte und so die Parkgebührt berechnet. Und die Schranke ging hoch ….
Also drin waren wir dann schon mal.
Kurz darauf kam ein anderes Wohnmobil aus Rheinland-Pfalz, und ich sah, dass der Fahrer wohl die gleichen Probleme hatte, diesen Kassenautomaten zu kapieren. Ich wartete also erst gar nicht lang und ging zu ihm hin. Kurze Erklärung, und auch er war auf’m Platz.
Wie man wieder runter kommt vom Platz wusste ich ja jetzt … dachte ich … und erklärte es auch dem Pfälzer Fahrer.
Dann ein kleiner Fußmarsch zur Pizzeria … doch … am Eingang hing ein handgeschriebener Zettel <Chuiso 11. Mag> …. Die Pizzeria war zu, so’n Mist, hatten wir uns doch auf die erste Pizza in Italien gefreut …
Also die Würstel aus dem Auto geholt, Senf dabei, ‘n paar scheiben Brot … o. k., satt waren wir, aber sooooo hatte ich mir das nu nicht vorgestellt. Egal, Augen zu und durch.
Apropos Augen zu und durch …. Die Ver- und Entsorgung auf dem Platz ist einer der ‚feinen‘ Art; hier hätte ich mich noch nicht einmal getraut, die Kassette zu leeren, geschweigendenn Frischwasser über den bereitgestellten Schlauch zu ziehen …
Da reicht wohl das Bild hier ….


Die Nacht war ruhig, und der nächste Morgen zeigte sich wettermäßig ebenso toll wie zuvor.
Dann die Ausfahrt vom Platz. Ich legte das Ticket auf den Scanner und es sollte an einem anderen Display angezeigt werden, wieviel Geld ich in den Automaten stecken sollt. Doch die Sonne blendete derart gegen das Display, dass rein gar nix zu sehen war. Egal, kostet ohnehin 10 Euro. Also steckte ich den Schein in den dafür Schlitz und hoffte, dass die Schranke aufgeht. Nix da, dieser blöde Automat hat den Geldschein wieder und immer wieder ausgespuckt. Die Schranke blieb zu und wir kamen nicht raus. Hmmmm … der Bordstein war auch zu hoch, um drüber zu fahren, und an der Schranke vorbeifahren hätte wohl bedeutet, dass ich mir den Aufbau am Auto etwas verschrabbse … etwas viel ….
Videoüberwacht sei der Platz, und ja, ich sah die Kameras unter dem Vordach des Kassenhäuschens. Wie wild tanzte ich unter den Kameras rum, zeigte aufs Ticket, auf den Geldschein … alles in der Hoffnung, dass da wirklich mal einer reinguckt in die Kamera .. dort auf der anderen Seite.
Auch wieder alle möglichen Knöpfe gedrückt … und siehe da, nach einigen Minuten kam ein Mann mit Auto, und bei ihm handelte es sich um den Kassenautomaten-Service-Mann. Und mit der Lösung des Problems ließ er nicht lange auf sich warten … ich hatte alles richtig gemacht, nur der blöde Automat nahm keine NEUEN Euroscheine an. Na gut, so’n Automat iss ja auch nur’n Mensch.
Der sich zwischenzeitlich zu uns gesellte Fahrer aus der Pfalz sah nun auch recht erleichtert aus, hatte er wenigstens noch einen alten Euroschein ……
Die Fahrt runter bis nach Vada gestaltete sich … na … GRANDIOS. Zwar nur Autobahn, aber sicher eine der schönsten Autobahnstrecken überhaupt, die ich je gesehen hatte. Insbesondere kurz vor La Spezia …. Sagenhafte Streckenführung, tolle Aussichten, super Straßenbelag … Man schlängelt sich und schwebt geradezu die Hügellandschaft hinauf und hinab … einfach nur schöööööööön.
Nur hat keiner von uns dran gedacht, mal ein Foto von zu machen.
Kurz vor Vada tankte ich dann noch auf der Bahn, weil ich sicher gehen wollte, nicht auf irgendeiner Landstraße zu stehen und tanken zu MÜSSEN … und ich treff wieder nur auf so nen unverständlichen Automaten.
Dafür hielt sich der Spritverbrauch noch in Grenzen … bis dahin durchschnittlich nur 8,2 Liter Diesel auf 100 km verbraucht. Nicht schlecht, was?
Die Ankunft in Vada auf dem CP Rada Etrusca erfolgte problemlos; eingecheckt, den Platz durften wir uns da vorn am Wasser (getrennt durch einen Zaun und eine Düne) aussuchen und schon bereiteten wir uns mächtig aus.

Hier blieben wir dann ein paar Tage, mal mit heißem Wetter, dann wars wieder mal bewölkt und es regnete, aber alles in Allem gesagt passte das schon. Vor allem passte die sanitäre Einrichtung; sah es anfangs doch noch etwas … na ja … primitiv aus, darf man sagen, dass alles wirklich richtig schön sauber und gepflegt war. Da wird den ganzen Tag über geschrubbt und gewienert … auch wenn die Pfingst-Dauercamper noch gar nicht da waren.
Der kleine Laden im Bereich der Einfahrt bietet erstmal alles Notwenige, was man so braucht, Paninis für den nächsten Morgen (vorbestellen), selbst Wein aus dem Fass kann man sich ziehen lassen, und auch in der kleinen Pizzeria waren wir wirklich gut aufgehoben. Und am Ende der Mahlzeit wird einem ne Flasche Grappa und ne Flasche Limoncello hingestellt … da trinkt noch einen Schluck … aufs Haus natürlich.

Was nicht so schön war, war die Blüte der Pinien, unter denen wir teilweise standen. Der gelbe Blütenstaub zog selbst durch die kleinsten Ritzen (die Fliegengitter im Auto boten mal überhaupt keinen Schutz) … und auch in meine Nase. Aber noch vor Abfahrt von Vada zum nächsten Ziel war der Schnupfen weg … also wars doch keine allergische Reaktion. Gut so.
Nächstes Ziel: in die Toskana rein in den Bereich Siena.
Dort hatte ich mir mal den CP in Casiano di Murlo ausgesucht, und unser Mr. Gogolo hatte ihn ja auch empfohlen. Darum … warum nicht?
Die Fahrt dorthin über etwas kleiner Straßen gestaltete sich nett, wenngleich auch die ersehnten ’spitzen Bäume‘ noch nicht wirklich zu sehen waren. Dafür durchführen wir herrliche Waldregionen, was bei der Hitze während der Fahrt doch recht angenehm war.
Kurz vor Ankunft auf dem Campingplatz durchfuhren wir noch den dazugehörigen Ort, Casiano di Murlo …. Na ja, ganz schön eng, aber mit unserem 7-m-Auto gings noch. Dafür ist die Einfahrt nach ‚Down-Town‘ nicht möglich … für solche Fahrzeuge definitiv zu eng und dementsprechend auch richtigerweise gesperrt.


Der CP liegt etwas außerhalb des Ortes und ist terrassenförmig angelegt. Bedeutet, es geht teilweise etwas steil zu, aber es hielt sich in Grenzen. Wir standen jedenfalls gut.


Die Sanitär war sauber, alles vorhanden an V&E, der kleine Einkaufsladen hatte nur morgens 2 Stunden auf und man konnte tatsächlich nur Paninis, Butter und Milch kaufen. Es war halt noch keine Saison ….
Aber im angegliederten Restarant haben wir außerordentlich gut gegessen …. Zu zivilen Preisen.
Aufgrund Gogolos Beschreibung haben wir dann auch problemlos (und ohne wirklichem Keuchen wegen des ständigen auf und ab während des Fußmarsches vom Platz in den Ort) den Metzger/Schlachter gefunden und auch den gerade gegenüberliegenden Mini-Supermarkt aufgesucht. Sieht kleiner aus als er ist, und als wir da wieder auskamen, hatten wir die Tüten voll mit Schinken, Salami, Käse und … und … und …. Daher konnten wir auch nichts mehr beim Schlachter kaufen … waren eh schon ‚überladen‘ …

Abends haben wir uns dann satt (!!!) gegessen an diesen Köstlichkeiten …. aus der unmittelbaren Region …

Leider kühlte es in den folgenden Tagen ab, in der Toskana zog man sich dicke Jacken an und holte die Regenschirme raus … doch einem schien das vollkommen unbeeindruckt zu lassen:
Zuerst dachte ich, da läuft ne Alarmanlage, alle 3-4 Sekunden ertönte ein elektronisch erzeugter Ton, ständig, stundenlang, tagelang, nächtelang… bis ich herausbekam, dass das ein Vogel sein musste, denn die ‚Alarmanlage‘ bekam plötzlich Antwort aus weiterer Entfernung. Die Campingplatz-Chefin bestätigte mir das und nannte mir auch en Namen dieses Vogels, aber auf Italienisch. Das konnte ich mir natürlich nicht behalten. Nein, wirklich störend war dieses elektronische Vogelgezwitschere nicht, man muss sich aber ein wenig dran gewöhnen und … einfach akzeptieren. Lustig war halt eben, dass eine CP-Nachbarin erzählte, sie sei von ihrer ‚Nachbarin‘ angesprochen worden, sie solle doch endlich mal ihr Handy laden, das hätte die ganze Nacht über ‚Alarm‘ geschlagen ……
Zusammengefasst kann man sagen, dass man diesen CP durchaus empfehlen kann ….
Es geht weiter, wir wollen doch noch mehr vom Innern der Toskana sehen.
Städte und so interessieren uns weniger, eher schöne Landschaften … und hier gehören schöne Sträßchen und vor allem die ‚Spitzen Bäume‘ einfach dazu. Ein paar wenige der spitzen Bäume haben wir ja schon gesehen, aber ich will mehr …. Oder schraube ich einfach meine Erwartungen zu hoch?
Tja, die Weiterfahrt erfolgte nun im Regen .. Mist.


Zuerst wollte ich doch den aggrocampeggio Il Cocco ansteuern, gar nicht weit weg, aber irgendwie hab ich da im Hinterkopfe, dass es dort nichts zu Futtern gibt. Im Navi hab ich dann in den POIs gelesen, dass der aggricampeggio Il Casale bei Pienza eine nette Beschreibung erhalten hatte.

Dass das nun ein KOMPLETTER Reinfall werden würde, hätte ich nun nicht gedacht. Das Anwesen sah zwar recht nett aus, man konnte auch Olivenöl, Honig, Wein usw. aus eigener Herstellung kaufen, aber dass im Endeffekt nur rein das Abstellen des WoMos (mit Strom, Versorgung u. U. auch möglich, Kassettenentleerung in das normale WC für die Gäste und Besucher !!!) schon über 26.- EUR kostete und das Essen wohl reine Abzocke war, wäre mir im Traume nicht eingefallen (Lamm vom Grill war aus, und als einzigstes Fleischgericht stand noch Rippchen vom Schaf zur Verfügung … 3 nackige Knöchelchen mit daumengroßen Fleischansatz, Preis 12 EUR …. Noch nicht einmal Kartoffeln gab es, die werden ja zur Zeit nicht geerntet. Und für ein genossenes Glas Wein sollte dann auch eine ganze Flasche berechnet werden, da wurde ich dann doch etwas… ungehalten.
Allerdings … die Aussicht vom Hof war grandios, oder besser … wäre grandios gewesen, hätte es nicht geregnet …..



Kann mir jemand diese 2 Bilder so bearbeiten, als wenn die Sonne scheint?

Weg von dort, was wir ohnehin nur schwer gefunden hatten -wir fuhren über Monticiello an- … die Koordinaten im POI waren falsch und ich hatte mich erst durchfragen müssen, aber man kannte scheinbar Il Casale.
Also, aggricampeggio Il Casale ist in keiner Weise empfehlenswert, allenfalls um kurz eine schöne Aussicht zu genießen. Dafür ist aber die Anfahrt etwas beschwerlich.
Das nächste Ziel war der Trasimeno-See, am Rande der Toskana, schon in Umbrien. Ich hatte schon gelesen, dass der CP mit dem uritalienischen Namen ‚Kursaal‘ empfohlen wurde. Wollte ich doch erst zum CP Punta Navaccia fahren, ließ ich mich durch die Empfehlung zum ‚Kursaal‘ verleiten.
DAS WAR EIN FEHLER !!!
Der Platz liegt war nicht unbedingt schlecht, wenn die Sonne runterbrennt, steht man auch (meistens) schön schattig unter hohen Pinien oder wenn frei ist, kann man auch direkt ans Wasser …. Es war aber nicht frei. Gerade mal zwei Parzellen bot man uns an zum Einparken an. Oh Mann, ging das eng zu auf dem (gesamten) Platz, überall, auch in den Zufahrten, stehen dicke Pinien im Weg und Rangieren und Zick-Zack-Fahren ist Pflicht.
Als ich in die erste, schöner aussehende Parzelle -vorwärts eingefahren bin, merkte ich, dass der Boden unter der auszufahrenden Markise total schlammig war. Außerdem ragte der Fahrradträger noch in den Durchfahrtsweg ein. Die Parzelle war absolut klein, lass es mal 30 Quadratmeter gewesen sein …
Also rückwärts rein. Zwei-, dreimal vor- und zurückgesetzt, trotzdem noch mit der Fahrzeugfront die Hecke touchiert und da sah ich, wie ein anderer Campinggast mir heftig zuwinkte und Richtung Fahrzeugdach zeigte. So eine Sch******, ich hatte mit der linken Aufbauseite einen Baum, besser ..einen überstehenden Aststumpf gestreift … und der Aufbau unterhalb der Dachkante war gerissen. Gesehen hatte ich den Aststumpf im Rückspiegel nicht mehr, war zu hoch, und meine Rückfahrkamera (also die, die sonst immer auf dem Beifahrersitz Platz findet) hatte auf der anderen Seite des Autos die Hände und Augen voll zu tun.

Das da war der Drecksack, so'n italienischer Springbaum
Dicker Schaden … den Riss hab ich erstmal abgeklebt, nachdem ich den Einparkversuch in diese Parzelle aufgegeben habe.

Dafür hab ich mich, wieder mit einigem Rangieren, in die zweite zur Verfügung gestellte Parzelle gequetscht. Hier standen wir zwar nicht sonderlich gut, aber wir standen. Dass ich da nur wieder rauskam, wenn das vor uns, auf der anderen Seite des Durchfahrtsweges, stehende Wohnmobil wegfuhr, wusste ich da noch gar nicht.


Der Platz ist einfach zu eng für Fahrzeuge über 6 Meter; für größere Gefährte mit einer ganz kleinen Ausnahme an einer anderen Stelle des Platzes absolut nicht empfehlenswert.
Zwar kann man in dem am CP angeschlossenen Restaurant recht gut essen, die Preise sind aber nicht gerade moderat und vor allem … das ist eher ein Restaurant für Schlipsträger und sonst die Nase hochtragende Leute. Gar nicht unser Fall.
Dafür waren Sanitär & Co ohne Bedenken zu nutzen, es war sauber. Und unsere Wäsche konnten wir dort auch waschen (Waschmaschine und Trockner vorhanden).
Drei Tage blieben wir dort, mal regnete es ein paar Stunden, kann kam wieder mal die Sonne durch, also leider nur eher durchwachsenes Wetter. Trotzdem gelang es uns, trocken in die nahegelegene Stadt, ca. 1 Kilometer vom CP entfernt, zu spazieren und dort unser weltbestes Eis in einer tollen Eisdiele zu genießen.
Doch währenddessen machte ich mir immer, insbesondere wegen des Schadens am Auto, selbst Vorwürfe, nicht auf den Punta Navaccia gefahren zu sein.
Doch meine Zweifel wurden von einem neu ankommenden Gast am 2. Tag zerstreut. Er kam nämlich gerade vom Punta Navaccia und musste fliehen, weil dort durch den Regen der letzten Tage alles überschwemmt, vermatscht und versumpft war.
O. K., wenigstens ein kleiner Trost.
Ach ja, noch ein kleiner Trost überkam mich …. Nachdem ich mir mein Auto kaputtgefahren hatte und auf die andere Parzelle gefahren bin, versuchte ein holländisches Wohnmobil gleichso rückwärts auf die erste Parzelle zu fahren. Resultat: eine fette Beule im (Alu-) Aufbau seines Autos. Gleicher Aststumpf-Drecksack.
Ich versuchte zuerst noch, mit ihm ins Gespräch zu kommen, aber das schien einer der Nase-oben-Leute zu sein. Sehr arrogant …. Seltsam.
Nach diesen 3 Tagen gings dann weiter … und wir hatten Glück: unser WoMo-Nachbar von gegenüber des Weges fuhr auch an diesem Morgen weiter, sonst wären wir, wenn überhaupt, nur sehr schwerlich wieder aus unserer Parzelle rausgekommen. Wir haben uns zwar reinmanövriert, aber genauso wieder rauskommen hätte auch das Niederfahren der hinteren Hecke bedeutet. Vorwärts rausfahren war wegen der äußerst ungünstig stehenden Bäume nicht möglich gewesen. So war der Nachbar weg und wir konnten dessen Platz zum Rangieren nutzen.
Zwar kein absolut schlechter Platz, aber da fahr ich definitiv nicht mehr hin.
Weiter gings nach Norden, in die Reggio Emilia, nach Brescello, dort wo Don Camillo und sein Kumpel Peppone damals ihr Unwesen getrieben haben.
Schnell war der Stellplatz -ein größerer Parkplatz für Pkws, Busse und auch Wohnmobile- gefunden. Ja, leicht schräg, aber wir konnten uns so hinstellen, dass wir keine Keile auspacken brauchten. Und außer uns und einem weiteren Wohnmobil aus Deutschland stand keiner auf dem Platz.
250 Meter sind es maximal und schon waren wir auf dem Dorfplatz, wo sich die Kirche des Don Camillo und das Rathaus seines ‚sozialistischen Freundes‘ gegenüberstehen.



Auch grüßen sich die beiden, die jeweils als Statuen postiert sind, von Platz zu Platz. Wirklich nett anzusehen die beiden….das erweckte doch schon die Erinnerungen an eine zurückliegende Zeit, als die Filme um die beiden ständigen Kontrahenten noch im Schwarz-Weiß-Fernsehen gezeigt wurden …. Nachmittags erst einen Kaffee in Don Camillo’s Caffè, später am Abend eine ordentliche Portion Spaghetti in Peppone’s Caffè & Bistro (leider hatte die ‚Kult-Bottega‘ di Don Camillo an diesem Tage geschlossen) … und das wars eigentlich schon in diesem kleinen Ort. O. K., das Museum hätten wir noch besuchen können, aber … Museen sind halt nicht unsere Welt. Und den legendären Bahnhof von Brescello hatten wir bei der Anreise, bei der Einfahrt in den Ort, schon gesehen.
Doch, in Don Camillo’s Kirche waren wir … bin mir aber nicht sicher, ob dies auch die ‚Film-Kirche‘ war … kommt mir innen so groß vor …

Nun denn, am nächsten Morgen, nach einer recht ruhigen Nacht trotz der vorbeiführenden Straße, gings weiter.
Es war zunächst geplant, zum Idrosee im Trentino zu fahren.
Aber irgendwas sagte mir, ich sollte raus aus Italia. Außerdem hörte ich da jemanden nach mir rufen, ganz gewaltig und laut …: die Berge, die Alpen. Zwar liegt der Idrosee, soweit ich weiß, auch zwischen verschiedenen Berghängen, aber das waren nicht die, die nach mir gerufen hatten.
Ich erinnerte mich daran, dass unser Mr. Gogolo bei Innsbruck einen netten Campingplatz angesteuert hatte: am Natterer See. Und genau den fuhren wir dann an. Was ich wusste war, dass es ein ACSI-Platz war, was ich aber nicht wusste war, dass das ein 4-5 * - Platz war. Toll gelegen, sauber, grooooße Parzellen um sich richtig auszubreiten, und eine solche Sanitäranlage habe ich noch nicht gesehen … nicht nur sehr sauber, sondern auch richtig … gigantisch.
Wir nahmen die Plätze mit Seeblick und ‚kleinere‘ Berge im Hintergrund (Komfortstellplatz, 3.- EUR Aufpreis),


hätten aber auch einen der auf der anderen Seite des Multifunktionsgebäudes befindlichen Stellplätze wählen können .. mit Blick ins Tal und auf die Bergmassive der Tiroler Alpen. Herrrrrlich, das waren die, die mich gerufen hatten.

Doch am späten Abend bzw. am kommenden Morgen wurde ich sogleich wieder von meinem Hochgefühl runtergeholt. Spät abends fing es plötzlich, von jetzt auf gleich, fürchterlich an zu stürmen. Und selbstverständlich, ich holte sofort meine Markise ein, bevor die aufs Dach geweht würde. Ich hatte ja kein Sturmband angelegt, und so ging sehr flott, dass diese Gefahr gebannt war. Überall ringsum und um uns herum hörte man das Hämmern und das Einkurbeln von Markisen anderer Campinggäste, doch das sogleiche Befestigen des Sturmbandes hätte viel zu lang gedauert, und das Risiko eines weiteren Schadens wollte ich nicht eingehen.
Nach etwa 20 – 25 Minuten war der Spuk aber schon wieder vorbei, und ich ließ es so wie es war, bis zum nächsten Morgen.
Da rollte ich die Markise bei bestem Wetter wieder aus. Doch .. oh Schreck … was war das? 6, 7 oder 8 kleine Löcher im vorderen Bereich der Markise, und Stück Baumrinde hing immer noch fest im Stoff. Von der Art der Baumrinde her konnte ich erkennen, dass dieses Stück von einem hinter uns stehenden Baum stammen musste, dass wohl bei dem starken Wind auf die Markise geweht wurde, während ich diese einholte. Mist ! Ein weiterer Schaden. Als wenn’s nicht schon genug wäre.

Also blieb mir erst mal nichts anderes übrig, als wiederum das Panzerband auszupacken und die Löcher beiderseits abzukleben. Mal sehen, wie ich das wieder richten kann …..
Vier Nächte blieben wir am Natterer See, 102.- EUR komplett incl. Touristen- und Umweltabgebe und aller Kosten bezahlten wir. Aber dieses Geld war gut angelegt, dieser Platz war wirklich toll und ist allerwärmstens zu empfehlen.
Länger hätten wir aber auch nicht dort bleiben können, denn am Morgen unserer Weiterfahrt wurde es richtig voll auf dem Platz …. Jetzt kamen all die Gäste, die vorreserviert hatten.
Bereits am Vortag gab es schon regen Zulauf neuer Gäste, und der gesamten CP füllte sich von Stunde zu Stunde.
Egal, wir waren ja schon so gut wie auf der Heimfahrt … über den SP in Pfronten Weißbach und den Stellplatz in Ettelbeuren-Kammelaue fuhren wir nach Heidelberg. Dort wollten wir uns noch 3 Tage niederlassen, weil wir noch amerikanische Freunde treffen wollten, die Ihr Motorrad bei einen US-Reiseveranstalter abgeben und dann 2 Tage später ihre Heimreise in die Staaten antreten wollten.
An Stellplätzen in der näheren Umgebung des Reiseveranstalters hab ich nicht gefunden, mit Ausnahme des Stellplatzes in Schwetzingen an der Ketscher Straße. Stehen auf einem Parkplatz inmitten von Aldi-Lidl-Sonstwas-Einkäufer? Kein Ambiente, um mit unseren Freunden einen Tag bei uns zu verbringen. Okay, dann steuern wir halt des CP St. Leoner See an, etwa 20 km südlich. Doch die nehmen keine Hunde auf, und vor der Schranke war auch überhaupt kein Platz mehr für uns, weil sich eine 30 Fahrzeuge große holländische Caravangruppe angekündigt hatte. Dort wurde uns aber der Vorschlag gemacht, auf den CP Heidelberg-Schlierbach zu fahren. Der liege schön und man akzeptiere auch unser Hundchen. Und es wäre auch nur ein Katzensprung bis nach HD.
Gesagt getan, durch Heidelberg gegondelt und auf den Platz gefahren. War nix besonderes, ohne Strom, dafür freie Platzwahl auf der Wiese, von wo aus man aber direkte Sicht auf den Rhein-Main-Donau-Elbe-Neckar-Ems-Kanal hatte. Doch, man stand recht nett, man konnte gut Schiffe und Kähne gucken, es war nicht zu laut von der gegenüber des ‚Baches‘ liegenden Hauptverkehrsstraße (nachts wars durchaus ruhig) … wie gesagt, nix Besonderes, aber wir standen recht gut.


Kaum Schatten hatten wir, und die Temperaturen jenseits der 28 Grad Celsius machten unserm Kühlschrank doch etwas zu schaffen. Tagsüber runterkühlen auf unter 8-10 Grad war nicht, dafür war morgens alles gefroren. Der Einsatz des Ventilators vor dem Lüftungsaustritt hatte auch nicht mehr bewirkt, wobei ich aber auch nicht weiß, wie warm es im Kühlschrank geworden wäre ohne Lüfter …
Auch die drei Tage gingen rum wie im Fluge … es waren nur noch rund 160 km bis heim, dafür aber wieder in einer Affenhitze. Angekommen und ab in die kühle Wohnung, in der ich mich nach 4 Wochen Abwesenheit kaum noch zurecht fand … wäre lieber im WoMo geblieben.
Geht das Euch auch so? Iss halt immer so, wenn der Urlaub zu
E n d e
ist ….
Ach ja, solltet Ihr Rechtschreib- und Tippfehler finden ... ihr dürft sie behalten .......
Ich freu mich jedenfalls schon auf den nächsten größeren Trip in die Niederlade ... Küstennebel bei Sonnenschein ....

