Leider wird es nur ein kurzer Bericht, denn ich musste meinen Urlaub vorzeitig abbrechen und habe nicht annähernd das gesehen was ich wollte. Doch was ich gesehen habe macht Lust auf mehr. Daher wird es sicherlich in absehbarer Zukunft mal wieder gen Norden gehen.
Vom Niederrhein bis Rendsburg
Da die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand erst für den 7.6. gebucht war, konnte ich mir für die Anfahrt reichlich Zeit lassen. So fuhr ich am ersten Tag ca. 460 km bis Rendsburg. Nervig war der viele Stau nach dem Elbtunnel und eine Baustelle nach der anderen. Aber was soll's, ist ja Urlaub.
Der Stellplatz in Rendsburg ist ganz schön, kostet aber auch 15 €. Dafür mit Duschen und WC. Strom extra, 50 Cent pro kW/Std am Automat. Er liegt fußläufig zur Altstadt, die einige ganz nette Bauten hat und das "Flens" in der Abendsonne ist auch lecker.
[/urlDer Verbrauch vom Womo war traumhaft. Hinter Wesel hatte ich vollgetankt, Aral Premium (Fordfahrer wissen warum...). Nach Bordcomputer lag der Verbrauch 6,9l/100km, wobei ich viel mit Tempomat gefahren bin, Tacho 100, was 95 nach Navi sind.
Rendsburg - Hirtshals
Ohne Stau und bei erträglichen Temperaturen ging es weiter nach Norden, nachdem es in der Nacht kräftig geregnet hatte.
In Flensburg habe ich noch einmal nachgetankt. Der errechnete Spritverbrauch liegt bei 7,8 l, also deutlich über der Anzeige vom Bordcomputer aber immer noch traumhaft!
Je weiter ich nach Norden kam, desto stürmischer wurde es. In Hirtshals bin ich zuerst am Terminal von Fjordline angefahren um zu fragen, ob die Abendfähre noch was frei hat. Hatte irgendwo gelesen, dass es vorkommt, dass Restplätze vergeben werden. Die gab es natürlich nicht.
Also zum Hirtshals Camping. 12,--€ ohne Strom. Das ist ok, zumal die Sanitäranlagen ordentlich und sauber sind. Bei mehr Betrieb werden die aber sicher nicht ausreichen, viel zu wenig für so einen großen Platz!
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Nach stürmischer Nacht - sogar mit ausgefahrenen Stützen hat Spooky (mein Wohnmobil) noch gewackelt- noch schnell entsorgt und das kurze Stück zum Einchecken. Hier gab es die böse Überraschung: Die Fähre ist gecancelt! Zu stürmisch die See mit z hohen Wellen für die Schnellfähre. Die nächste geht in vier Tagen sagte man mir. Also Storno, Geld zurück auf das Kreditkartenkonto und rüber zum Colorline Terminal. Die fahren, sind aber natürlich ausgebucht. Nächste würde abends gehen und One-way rund 300€ kosten. Das war es mir nicht wert und ich habe die Mittagsfähre am nächsten Tag gebucht. So verbrachte bei bester Sicht auf eine kochende und brodelnde See einen weiteren Tag auf dem CP Hirtshals und harrte der Dinge die so kommen.
Hirtshals-Kristiansand-Egenes (Flekkefjord)
Alles glatt gegangen. Einchecken, warten, rauf und rüber. Colorline Superspeed ist ein Riesendampfer mit 8 Decks. An Bord habe ich die ersten Kronen getauscht, 100€ gab 850 Kronen.
Da ich ein paar Flaschen Wein zu viel hatte und grundsätzlich ein ehrlicher Mensch bin, wollte ich die artig anmelden. Aber bei der Ausfahrt am Zoll hatte ich die Linke von 3 Spuren. Die rote Spur für's verzollen war ganz rechts, da kam ich gar nicht rüber. Na dann eben nicht. Wäre auch doof gewesen, weil ich die paar Flaschen wegen der frühen Rückreise wieder mitgenommen habe.Nach der Fähre habe ich erst mal die große Bundesstraße Richtung Stavanger genommen. Schon auf der Fahrt kriegt man einen guten Eindruck den schönen Landschaften. Seen, Wildwasserflüsse, Berge. Aber auch viele dunkle Tunnel.

Mandal hat mir nicht gefallen, also weiter. Nach einem Tunnel unmittelbar eine Brücke über den Fedafjord, meinen ersten Fjord! Toller Anblick. Bin noch ein Stückchen weiter gefahren und habe mein Lager an einem kleinen See mit Wasserskiseilbahn aufgeschlagen. Kurz vor Flekkefjord, auf Asphalt und einem CP angeschlossen, wo man sich auch anmelden muss.

200 NOK, incl. Strom und Duschen und WC gab es auch. Ein paar Holländer sind noch gekommen, ein junges Pärchen aus Bayern und ein deutsches Paar. Das Wetter war sogar so gut und sonnig, dass ich draußen gegessen habe. Allerdings hat eine Windböe mein Weinglas von Tisch geweht. Gut, dass es leer getrunken war!
Danach sollte es weiter Richtung Stavanger gehen, aber über Nebenstraßen.
Flekkefjord-Preikestolen
Wenn Euer Wohnmobil nicht groß wie ein Omnibus ist, nehmt die 44! (Meins ist nur 6m, 2.30 breit). Mir als unerfahrenem Norwegenfahrer kam es teilweise sehr eng vor, aber die Landschaft entschädigte für die nötige Konzentration.

Später gewöhnt man sich an diese Straßenverhältnisse.
Die Strecke nach Egersund Richtung Stavanger fand ich persönlich nicht so prickelnd. Bin dann bei dichter werdenden (LKW)-Verkehr auch kurz entschlossen nicht nach Stavanger gefahren, sondern zum Preikestolen.

Habe auf dem CP eingecheckt (240 NOK) ohne Strom, aber mit Dusche und WiFi incl.
Was ich in Stavanger vermeiden wollte, viele Menschen und Verkehr, würde mich hier auch ereilen, wenn ich auf den Predigtstuhl klettern würde, sagten mir meine Nachbarn auf dem CP. Busladungen von Kreuzfahren latschen da hoch, warnten sie mich. Da das Wetter schlechter wurde und statt Sonne Regen angesagt war, verwarf ich den Plan des Aufstiegs.
Preikestolen-Odda
Am nächsten Morgen erhielt ich die Nachricht vom Tod meines Bruders. Der Urlaub war dahin, zumindest der unbeschwerte Teil. Mein Trost: Keiner hatte erwartet, dass es so schnell geht, und jetzt brauchte er sich nicht mehr quälen. Statt der geplanten 3 Wochen würden es nun nur wenige Tage Norwegen werden.
Danach bin ich mehr oder weniger planlos weiter gefahren, passend zur Stimmung im strömenden Regen, über "gelbe" Straßen, Serpentinen, ein einspuriger Tunnel, Skigebiete und mehr.


Gelandet bin ich auf dem Campingplatz in Odda.

Die Sanitäranlagen wurden gerade ausgebaut, was auch dringend nötig ist. Kosten 240 NOK incl. Strom.
Odda - Malkenes

Habe den Hardangerfjord umrundet! Erst bin ich Richtung Norden gefahren, über die Hardangerbrücke und ab in den Tunnel. Damit hatte ich nicht gerechnet: Ein unterirdischer Kreisverkehr - irre die Norweger! Bauen tatsächlich mitten im Berg einen riesen Kreisverkehr, bei dem jede Ausfahrt in einen neuen Tunnel mündet.

Weiter ging es immer an Fjord lang mit gigantischen Ausblicken. An einem kleinen Fährhafen habe ich frei übernachtet. Ein paar supernette Einheimische kamen zum Anleger zum Angeln. Wir haben aber mehr gequatscht als geangelt. Zum Abschied bekam ich einen Bildband der Region geschenkt, den hatten sie zufällig im Auto. .Als ich mich dann auf's Angeln konzentrierte habe ich noch 3 schöne Pollaks gefangen.

Das Übernachten war schön ruhig und ohne jede Störung.
Malkenes-Røldal
Es reizten natürlich die kleinen Straßen, die keine Nummer mehr haben. Eng sind sie, ganz eng und bei Gegenverkehr muss man schon mal anhalten und den Spiegel einklappen, oder eine Ausweichstelle anfahren. In Hodnanes habe ich die Fähre nach Jektevik genommen. Wieder nur 70 Kronen, obwohl doch der Fahrradträger (ohne Rad) am 6m Auto noch dran ist.

Ich weiß jetzt, wo die Schweizer das Tunnelbauen gelernt haben: bei den Norwegern! Sogar unter dem Fjord durch! In Ølen in der Mittagspause habe ich am Hafen schnell noch einen mittleren Pollak gefangen, der dann abends verspeist wurde. Lecker!
Die Strecke nach Sauda ist unbedingt sehenswert. Leider habe ich erst in Sauda gesehen, dass die Straße nach Røldal gesperrt ist. Also zurück nach Ropeid um die Fähre nach Sand zu nehmen. Wegen einer Notfallfahrt musste die inzwischen riesige Warteschlange noch länger warten, aber dann ging alles glatt.
In Røldal habe ich für den herrlich in der Sonne liegenden CP Selm entschieden. Gute Wahl!

Røldal - Gransherad
(vor Notodden abbiegen Richtung Kongsberg B 37)
Durch Gebirgslandschaftenn und Skigebiete geht die Fahrt. Grandiose Ausblicke und Ferienhüten wohin man sieht. Die Landschaft sollte man mal angesehen haben, meins ist sie nicht. Glaube, dass man dort, sobald es wärmer wird, bei lebendigem Leib blutleer gesaugt wird.

Nur Feuchtgebiete, Sumpf, Flechten krüppelige Birken und anders niederes Gewächs. Gut, der Ausblick hat was, aber mehr als ein paar Stunden brauche ich das nicht. Ein Feriengebiet reiht sich an das andere. Im geschichtsträchtigen Rjukan habe ich mir die Beine vertreten. Dann ging es weiter Richtung Heddal/Notodden. Aber nur bis zum Abzweig der 361. Da fuhr ich noch ein Stückchen auf der 37 weiter. Gleich nach ein paar hundert Meter kommt am Ufer des Flusses ein Rastplatz, auf dem man gut frei stehen und übernachten kann. Außer mir war noch ein niederländischen Seniorenpaar da. Bis auf ein paar Mofa-Rocker im Ort war die Nacht ruhig und ungestört.
Dann musste ich mich auch schon Richtung Heimat orientieren. Natürlich nicht ohne einen Stopp an der Stabkirchen Heddal, einem Besuch am Telemark-Kanal und einer weiteren Übernachtung in der Nähe des Fährhafens in Langesund.



Das war mein Kurztripp nach Norwegen, den ich sobald wie möglich entsprechend der ursprünglichen Planung nachholen werde.
Beste und eine schöne Advents- und Weihnachtszeit!
Andreas

