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Sterbehilfe im WoMo? 1, 2


pippifax am 03 Feb 2016 12:16:38

Aus aktuellem Anlass starte ich ein waghalsiges Thema: "Sterbehilfe im Wohnmobil".
Wie einer heutigen schweizerischen Zeitung --> Link zu entnehmen ist, stünde offensichtlich der Nutzung eines Wohnmobils als Lokalität für die Sterbehilfe nichts im Weg. Dies, nachdem eine Umnutzung des bestehenden Lokals auf Grund von Einsprachen aus der Nachbarschaft von den Behörden abgelehnt wurde.
Wenn ich den Bericht richtig lese, kann sich ein Sterbewilliger also auslesen,ob er in einem Wohnviertel, in einem Gewerbegebiet oder - neu - in einem Wohnmobil seine letzten Stunden verbringen will. Was haltet ihr davon?

Ich bin mir bewusst, dass dies ein seeehr heikles Thema sein wird und bitte daher bei einer allfälligen Diskussionen und Beiträgen um die Wahrung der Menschenwürde und das Unterlassen von in diesem Zusammenhang unpassenden sarkastischen Beiträgen. Sollte das aus dem Ruder laufen, bitte ich den Admin den Tröt zu löschen.

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teuchmc am 03 Feb 2016 17:29:39

Moin Loide!Diese Möglichkeit finde ich gut.Es ist schon schwer,für die Betroffenen sich bewußt zum Beenden ihrer Leiden zu entscheiden.Da ist es doch gut,wenn man dann auch einen Ort hat/findet der für den Betroffenen den Abschied erleichtert o.ä..Warum nicht in seinem/einem Womo an einem See etc.,an dem man schöne und gute Erinnerung hat.
Viele Indianerstämme hatten/haben spirituelle Orte,welche aufgesucht werden ,um in Frieden,Würde und mit sich im Reinen, den letzten Weg zu gehen.
Meine Meinung.Uwe

garagenspanner am 03 Feb 2016 17:39:56

so ich meinen letzten Weg im Wohnmobil fahren (machen) könnte , wäre
es mir ein Plaisir ! Für mich eine würdevolle Alternative , welche einem
dahinsiechen im Hospiz alle Mal vorzuziehen ist.

Gruß
Jan

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Lumixer52 am 03 Feb 2016 17:58:48

Das Thema heißt ja "Sterbehilfe im Wohnmobil" .
Es wäre eine Alternative den letzten Weg im Wohnmobil mit Angehörigen oder anderen lieben Menschen zu gehen.
Darauf hin könnten betroffene oder Angehörige auf die Idee kommen da bei uns Sterbehilfe untersagt ist in die Schweiz oder nach Holland zu fahren um dort ihrem Wunsch nachzukommen. Wie aber ist es mit dem Rücktransport darf dieser im Womo stattfinden, ich hab da meine Zweifel?
Wobei ich pers. es für richtig finde dass jeder selbst bestimmen soll wie sein Ableben vonstatten gehen soll, es geht um sein Leben und darüber hat nur die Person selbst zu bestimmen und niemand anders nicht der Staat und auch nicht die Kirche.

Gast am 03 Feb 2016 18:28:09

Punkt 1. Ich bin FÜR Sterbehilfe. Jeder Mensch sollte das Rechts auf selbstbestimmtes Leben, aber auch Sterben haben.
Punkt 2. Die Sterbehilfe sollte nach Prüfung der Umstände und Freigabe, straffrei sein.

Punkt 3.
Ich finde, es wird Zeit das Tabu "Tod und Sterben" zu brechen. Gerade in den Städten wird der Mensch, der auf der Schwelle steht in KH, oder Hospitze abgeschoben. Der Tod ist ja unangenehm und wird steril und für die Hinterbliebenen möglichst schmerzfrei abgewickelt.
Rasch in die Kiste / Urne und verbuddeln.
Hier auf dem Land stirbt man oft noch im Kreise der Familie. Hier verabschieden sich die Kinder von der Verwandschaft. Geschadet hat es noch keinem.
Also mein Beifall für das Thema.

Was mich was stört ist der Gedanke, so ein WoMo nachher unbewusst zu kaufen. Klar, es ist eine reine Kopfsache, aber das Problem hätte ich damit.

Jedoch, wie sieht es aus wenn ich von einer Sterbehilfegesellschaft dazu ein extra für den Zweck vorgesehenes WoMo miete und damit zu einem Platz meiner Wahl gefahren werde ? Die Idee wäre OK finde ich. Was meint Ihr ?
In einem Hospitzzimmer, oder Bett sind vor einem selber ja auch schon andere gestorben.

Der Abtransport anschließend wird wohl Landesspezifisch gesetzeskonform ablaufen müssen. Also Personenbeförderungsschein, geeignetes dafür zugelassenes FZG und natürlich geeignetes Transportbehältnis (Sarg). Dies ist jedoch alles NUR eine Sache der Planung des FZG Aufbau des dafür vorgesehenen WoMo. Wenn die Kiste in der Heckgarage mitgeführt wird, wo ist das Problem ?

Also ich finde die Idee gut. Ich würde gerne irgendwo an einer Küste stehend, bei heftigem Sturm, in Salzluft und Seegang abtreten........

Vor dem Tod und dem Leben danach habe ich keine Angst. Angst habe ich nur vor der Angst, dem Schmerz und dem sterben als Vorgang. Wenn mir da der letzte Schritt erleichtert wird, an einem Ort meines Wunsches, um so besser. Danach entweder in der See verstreut, oder am Fuße eine alten EIche oder Buche im Friedwald, anonym vergraben werden. Das wäre MEIN Wunsch.

Bootskip am 03 Feb 2016 19:06:32

Ich denke ein Mensch sollte darüber selber entscheiden können. Ich finde es scheinheilig dieses freiwillige Ableben auf Orte zu beschränken. Auch beim natürlichen Sterben wird nicht darüber entschieden wo es einen Menschen erwischt.
Aber ich finde das Thema unter "Sonstiges zu Wohnmobilen" echt total daneben. Es passt besser in den Themenbereich von: "Leben im Wohnmobil"!
Sterben gehört ja irgendwie zum Leben, wenn auch erst am Ende, dazu.

Mover am 03 Feb 2016 20:41:52

In Würde durch eigene Hand zu sterben, ist die letzte Freiheit, die ein Mensch hat.

Ich fand es anrührend vom Freitod eines sehr alten Philosophen-Ehepaars in Frankreich zu lesen. Als man sie tot fand, lagen sie friedlich Hand in Hand im Ehebett.

Ich bin dagegen, Hilfe zum Suizid gesetzlich zu verankern. Ich denke mit Trauer und Schrecken an die so genannte Euthanasie.

Ich werde helfen, wenn ich um Hilfe gebeten werde.

Sollte ich durch eigene Hand (oder mit Hilfe meiner Lieben und/oder eines Arztes bzw. Kundigen) aus dem Leben scheiden, dann möchte ich verbrannt werden. Das gilt auch für meinen natürlichen Tod. Meine Urne soll ins Meer verstreut werden. Das Mittelmeer wäre mir lieber als die Nordsee. Warum? Weil das Wasser des Mittelmeers wärmer ist - und weil wir dort oft waren.

Bei einem Beerdigungskaffee sprach ich kürzlich mit einem Bestatter. Ich fragte diesen, ob man selber die Asche ans Meer fahren dürfte, um dann in internationalem Gewässer abzutauchen.

Man darf es nicht selbst machen. Der irrsinnige Witz: Die Urne muss mit der Post von Bestatter zu Bestatter geschickt werden. Auch nach Spanien?
Und wenn das Paket verloren geht? "Dann hat die Post ein Problem". Haha. Wie geht eine Beerdigung/Wasserbestattung ohne Urne mit Inhalt?

Sibylle Berg hat im Winter in SPON geschrieben.

„Für viele steht die Welt still, und nun wird es auch noch dunkel draußen, es kommt keiner vorbei, an diesen Nachmittagen am Wochenende, wenn nicht mal die Uhr tickt, da wirkt doch alles wie lebendig begraben.

Das ist ein Text für alle, die einen Toten zu betrauern haben, für die, die ich gerne trösten würde mit Sätzen wie: Es wird besser, es wird wieder heller, es wird wärmer werden, und es ist wichtig, dass du weitermachst. Ich glaube mir nicht.

Ich glaube nur, dass wir es besser machen müssen. Jetzt sofort: Die umarmen, die noch leben, die wir irgendwann geliebt haben, und wieder lieben können, denn wir sind noch da. Sie sind noch da.

Es grüßt Euch voller Lebensfreude und Lebenslust

Frederick

Beefeater57 am 03 Feb 2016 22:02:32

Ich bin ebenfalls für Sterbehilfe,jeder Mensch hat das recht auf einen würdigen und schmerzfreien Tod.Seit ich eine gute Bekannte auf der Krebsstation einer Uni Klinik besuchen mußte und dieses Elend gesehen habe wäre es für mich ein Alptraum langsam dahin zu siechen,dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne ende.Wenn es mal bei mir so weit kommen sollte hoffe ich das ich den Mut aufbringen werde an meinen Waffenschrank zu gehen und die Sache zu beenden. Ich würde aber auch aktiv helfen wenn ein mir nahe stehender Mensch mich darum bitten würde,ihn vielleicht vorher in einem Wohnmobil zu irgend einem besonders schönen Ort zu bringen den er sich wünscht könnte ich mir absolut vorstellen.Einen Sarg mit Inhalt in der Garage des Wohnmobils zu befördern geht zumindest in Deutschland nicht,hierfür muß ein Fahrzeug mit entsprechender Kühlung benutzt werden.Ich finde es gut das hier ein Mitglied den Mut gefunden hat dieses in unserem Land wegen unserer Geschichte doch sehr heikle Thema aufzugreifen,Respekt!

Bernd

herbstfrau am 03 Feb 2016 22:25:32

Bigpit, ich stelle immer wieder fest: wir ticken sehr ähnlich.

Da hast Du mir aus der Seele gesprochen.
Auch mit der Angst vor dem eigenen Tod. Am meisten Angst habe ich vor der Angst.

Sterben ist in Deutschland nicht selten ein unwürdiger, steriler Prozess. Und ich finde es äußerst schade, dass viele Dinge nicht erlaubt sind. Wir möchten auch in einen Friedwald, und wir würden gerne zusammen mit unseren Hunden dort liegen, die wir so sehr lieben. Ein harmloser Wunsch, wie ich finde. Aber dennoch nicht erlaubt.

Wenn ich gebeten würde, würde ich versuchen zu helfen...obwohl ich gar nicht wüsste wie...
Und ich wäre dankbar, wenn mir jemand helfen würde, käme ich je zu dem Punkt, dass ich glaubte, ich hielte es nicht mehr aus...

Ich musste schon mehrere mir sehr nahe stehende Menschen gehen lassen. Meine Mutter zum Beispiel, die Krankenschwester war. Und meinen Onkel,zu dem wir ein sehr inniges Verhältis hatten, der Arzt war. Und ich hörte mehrfach einen Satz, der sich mir einbrannte: "ich wusste nicht, wie schwer das ist".
Jemandem, der so etwas sagt, sollte die Hilfe nicht verwehrt bleiben, finde ich. Und das sollte für die Helfenden straffrei sein.

Ob im Womi, zuhause oder an welchem Ort auch immer...

Mover am 04 Feb 2016 11:42:53

Ich bin etwas verwundert darüber, dass so wenige Foristen zu diesem Thema schreiben.

Ist es die Angst vor diesem Thema? Das kann ich verstehen, doch wir kommen alle am letzten Weg nicht vorbei.

Gibt es hier vielleicht auch religöse Menschen, die Sterbehilfe ablehnen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Meinungen gepostet werden.

Schöne Grüße an einem grauen Tag

Frederick

Jagstcamp-Widdern am 04 Feb 2016 11:51:12

auch ich bin für frei- bzw. selbstbestimmtes sterben.

den jungen feuerwehrkameraden möchte ich aber nicht zumuten, laufend irgendwo ein Womo öffnen zu müssen, das da vlt schon 2 Wochen steht...

früher gut - heute besser!
hartmut

Aretousa am 04 Feb 2016 11:59:07

Mover hat geschrieben:Ist es die Angst vor diesem Thema?


Wieso Angst vor dem Thema.
Es geht um eine Schweizer Firma, die, da es wohl Probleme mit dem Ort der Sterbehilfe in einem Gewerbegebiet gibt, nun anbieten möchte, in einem (nicht dem eigenen Wohnmobil) die Dienste der Firma in Anspruch zu nehmen.
Finde ich nicht so diskutierenswert. Es geht ja nicht um das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben als solches.

jochen-muc am 04 Feb 2016 12:38:35

Unabhängig wie man zu diesem Thema steht, finde ich doch das diese Lösung ein wenig unausgereift erscheint und doch auch Fragen bzw Probleme aufwirft

Auch ich möchte nie irgendwann ein Wohnmobil kaufen wo so etwas passiert ist, wenn man das gestattet, sollte man den "Betreiber" verpflichten dies zu kennzeichnen
weil die Frage bleibt offen was passiert den mit der hinterbliebenen Hülle ?

Wird die dann sofort in einen bereitstehenden Kühltransporter umgelagert oder im Womo belassen und dann mit diesem Inhalt zum nächsten (oder übernächsten) Krematorium gefahren ?
Oder bekommt man dann so einen Anhänger mit ? Aber was ist wenn man keine Hängerkupplung hat ?
Ich denke in allen Ländern wird es eine Vorschrift geben Tote Menschen im ganzen "gekühlt" zu transportieren ?

Evtl würden sich manche da nicht dran stören irgendwann in einem solchen WOMO zu fahren, mich aber auf alle Fälle, ich würde mich auch nicht in ein Bett legen wo vorher jemand drin gestorben ist etc.

Zusätzlich ist die Frage wo genau so etwas den passieren soll ? Auf dem CP oder Stellplatz ? Wohl eher nicht weil mitbekommen kann es evtl auch die Familie die am Stellplatz daneben steht und mit Ihren Kids einen schönen Urlaub machen will. Und auch hier finde ich kann man es demjenigen nicht verdenken, so etwas nicht optimal zu finden.

Aretousa am 04 Feb 2016 12:52:40

Noch zum Thema: "hier nicht diskutieren".

Der Strang ist, da im Forum: Sonstiges zu Wohnmobilen, von jedem zu lesen.

Ich finde es nicht prickelnd vor einer ziemlichen Anzahl anonym lesender User, auch den größten Teil der angemeldeten Nutzer kennt man ja nicht persönlich, ein solch heikles Thema zu diskutieren. Tue es gerne im Bekanntenkreis und beziehe da auch offen Stellung.
Und eine Diskussion Sterbehilfe für und wider in einem Fachforum für Wohnmobile, wohl gemerkt nicht in O T Bereich? Nöö, finde ich nicht gut.

Beduin am 04 Feb 2016 13:01:56

Ich finde es auch gut das dieses tabu Thema hier gebrochen wird und auch das aufgezeigt wird das es in Schweiz wohl bald ein "mobiles sterben" geben könnte.
Sorry für die evtl trockenen Worte, aber bei mir in der Familie und im Umfeld wird ein offener Umgang mit dem Tod gepflegt. Auch für mich ist klar,Friedwald, schon lange, vermutlich in Münsingen. Mein Traum hingegen wäre, auch schon mit meinem Partner besprochen. In die Wüste fahren, einsame Stelle suchen, mir "was" geben und "mich halten bis ich kalt bin" :? ob ich das dann einhalten/durchhalten kann sei mal dahin gestellt. Ich hoffe es aber. Erfahrungen zeigen aber, die meisten die es voher wolllten, die konnten es dann doch nicht.

Ich finde es spannend zu lesen wie andere damit umgehen, was für Gedanken die dazu haben, warum also nicht hier.

Aretousa am 04 Feb 2016 13:25:24

Gut, Ina, dann spinne ich das nun weiter.
Wenn den Partner dann aus der Wüste nach Hause kommt, muss er angeben wo du denn bist.
Ein findiger Justizmensch liest hier regelmäßig mit und kennt deinen Wunsch.
Und nun hat W. ein Problem. Denn aktive Sterbehilfe ist bei uns nun mal verboten.

jochen-muc am 04 Feb 2016 13:33:45

Na ja Lena findest das jetzt nicht ein wenig übertrieben ?

Wüsten gibt es bei uns ja eher weniger ergo hätte das deutsche Recht da schon ein Problem ;D und wenn jemand selber etwas einnimmt ist es doch keine Sterbehilfe, oder ?

Aretousa am 04 Feb 2016 14:17:01

Klar ist das übertrieben. So war es auch gedacht.
Aber was hältst du z.B. davon, dass vor einiger Zeit ein mir völlig unbekannter Mann vor unserem Haus stand und mich ansprach, ob wir denn nun nach Italien oder nach Südfrankreich fahren?
Mich stört, dass dieser Strang im öffentlichen Bereich ist. Es gibt genügend Spanner auf der Welt. Gelegentlich mit nicht gerade ehrenwerten Hintergedanken.

ottomar am 04 Feb 2016 15:09:58

Lena,

ich verstehe nicht so recht, worauf Deine Postings hinauslaufen sollen.

Du möchtest diesen Thread lieber im Club-Bereich angesiedelt wissen. Aber warum? Glaubst Du, dass es notwendig ist, Erwachsene vor dem Umgang mit dem Tod zu schützen?
Und glaubst Du, dass die Club-Mitglieder eher in der Lage sind, mit diesem Thema umzugehen?

Im übrigen hat Dein Spanner nur die Möglichkeit, Dich zu "bespannen", wenn Du ihm durch Deine Postings die Möglichkeit dazu gibst. Abgesehen davon könnte der Unbekannte auch ein ganz normales Forumsmitglied gewesen sein.


Aber nun, da es im vorliegenden Thread nicht um Sterbehilfe geht, einige ganz praktische Erwägungen und Fragen zum Thema:

Ich finde die Möglichkeit, in einem Womo zu sterben, recht unpraktisch, und zwar für alle Beteiligten außer einem selbst. Man stelle sich nur das Umbetten aus dem Womo in den Transportsarg vor. Eine Zumutung für die Ausführenden, seien es Familie, Freunde oder Bestatter.

Wird das Sterben im Womo professionell betrieben, so ist es nicht mehr intim. Die Bestatter warten draußen, bis sie ihren Job erledigen können, rauchen, schwatzen ...
In schwarzen englischen Komödien geht das an, aber bitte nicht in unserer Realität. Ich denke, wir haben andere Begriffe von Pietät.

Oder soll ich mir vorstellen, dass ein erkennbares Sterbemobil auf SP oder CP einfährt ?
"Schaut mal, da kommt das Womo mit der großen Seitenklappe. Da stirbt jetzt gleich ne Oma."
Meine Gefühle reichen hier von Abscheu über Voyeurismus bis hin zu Grusel ob des Ungewohnten.

Das ländliche Abschiednehmen, wie es Pit beschrieben hat, ist nicht möglich. Oder soll ich mir vorstellen, dass meine Angehörigen und Freunde vor dem Womo Schlange stehen, bis sie dran sind, um von mir Abschied nehmen zu können ?
Im Winter stünde dann eine frierende Gruppe vor der Tür und wartete bibbernd darauf, dass es möglichst schnell voran geht. Auch nicht wünschenswert.
Im Sommer könnten nähere Angehörige an die Wartenden Getränke ausschenken.
Meiner Vorstellung der letzten Stunden (als eines Kampfes um noch ein wenig Leben) entspräche dies alles nicht.

Alleine zu sterben ginge auch nicht. Die Kühlproblematik wurde weiter oben schon angesprochen. Ungekühlt über längere Zeit geht nicht, oder will man sich dem Rettungsdienst und der Feuerwehr nach zwei Wochen zumuten? Wohl kaum.

Eine fachgerechte Betreuung etwa durch Psychologen und Ärzte ist kaum machbar, außer man verfügt über sehr große finanzielle Mittel.


So ansprechend also das Sterben im eigenen Womo auf den ersten Blick scheint, so problematisch ist es bei genauerem Hinschauen.

Lumixer52 am 04 Feb 2016 15:31:51

jochen-muc hat geschrieben:
Evtl würden sich manche da nicht dran stören irgendwann in einem solchen WOMO zu fahren, mich aber auf alle Fälle, ich würde mich auch nicht in ein Bett legen wo vorher jemand drin gestorben ist etc.


Jochen das weist du von einem Hotelbett auch nicht ob darin mal jemand gestorben ist, ja dieses wird danach desinfiziert und trotzdem bleibt die Tatsache dass es möglicherweise so gewesen sein könnte.

Natürlich wäre es ein seltsames Gefühl wenn man wüsste das in einem gekauften Womo eine Person gestorben ist, nur
denke ich wirst du dies nie erfahren schon deshalb weil sich dieses nicht verkaufen lässt.

volki am 04 Feb 2016 16:07:51

Liebe Leute
wieso reicht es nicht, seine Meinung zum erwähnten Problem kund zu tun? Wieso muss aus einer lokalen Angelegenheit eine weltweite Verwicklung (Wüste, Wald, Meer) konstruiert werden?

Wie einer heutigen schweizerischen Zeitung --> Link zu entnehmen ist, stünde offensichtlich der Nutzung eines Wohnmobils als Lokalität für die Sterbehilfe nichts im Weg. Dies, nachdem eine Umnutzung des bestehenden Lokals auf Grund von Einsprachen aus der Nachbarschaft von den Behörden abgelehnt wurde.

Unser nördlicher Nachbar macht es sich ja leicht, da wird einfach etwas verboten und das Problem wird wieder einmal mehr den Nachbarn zu Lösung überlassen.

Das Problem mit den Anwohnern, siehe Artikel, entstand doch, (und übrigens auch in den benutzen Wohnungen in Zürich (Dignitas und Exit)), weil zu viele Male der städtische Leichenwagen vor dem Hause stand. Dass an einem Ort "gestorben" wurde, hat niemand "gesehen", den Abtransport der Verstorbenen schon. Das ist, man glaubt es nicht, sogar in der Schweiz, genau geregelt
Das wird auch im Falle der Benutzung eines Wohnmobils nicht anders sein, der schwarze Leichenwagen steht dann halt vor dem Wohnmobil, und es wird nicht lange dauern bis sich "Anwohner" da auch gestört fühlen. Ein Teil der "Gestört-Fühlenden" stört sich eben auch an diesem Sterbe-Tourismus, der durch solche "VERBOTE" erst angeregt wird.

Wie kommt überhaupt eine Regierung, bzw. ein Parlament, als Vertreter des Volkes :!: dazu, sich in die aller menschlichsten Ereignisse ,wie der Tod nun mal ist, mit [i]Verboten[/i] einzumischen :?:

jochen-muc am 04 Feb 2016 17:45:33

Sorry Volki,

aber dem TE geht es meiner Meinung nach nicht nur um diesen speziellen Fall, sondern um die Erörterung dieses Themas an sich, insofern sind die Beiträge alle in Ordnung finde ich.

ottomar am 04 Feb 2016 17:54:52

Volki,

ich verstehe Dein Bemühen, die Verhältnisse in der Schweiz als die besseren darzustellen, Deine patriotischen Landsleute werden es Dir danken.

Es geht hier aber um weit mehr, als nur um einen Hahnenkampf mit Eurem nördlichen Nachbarn.

Ich wüsste auch nicht, dass ich nicht gehindert würde, mich für 5 Fr. vom - sagen wir mal - Basler Münster zu stürzen.

Wir, ausdrücklich: Wir, sollten es also lassen, bei solch ernsten Themen den Gockel zu markieren.

brainless am 04 Feb 2016 18:50:41

Mover hat geschrieben:Ich fragte diesen, ob man selber die Asche ans Meer fahren dürfte, um dann in internationalem Gewässer abzutauchen.

Man darf es nicht selbst machen. Der irrsinnige Witz: Die Urne muss mit der Post von Bestatter zu Bestatter geschickt werden. Auch nach Spanien?
Und wenn das Paket verloren geht? "Dann hat die Post ein Problem".





Hallo Frederick,


ein Freund von mir hat für seinen Todesfall verfügt, daß sein Körper in ein niederländisches Krematorium überführt werden soll.
Das macht ein Bestatter mit einem Leichenwagen.
Nach der Kremierung werden seine (deutschen) Angehörigen die Urne übernehmen und zur Seebestattung in der Nordsee bringen.
Genauso könnten sie die Urne auch ans Mittelmeer zur Seebestattung bringen.
Offiziell dürfen Angehörige eine Urne nicht innerhalb Deutschlands transportieren oder gar zuhause aufbewahren - aber sie müssen den Verbleib der Urne aus dem Ausland auch nicht nachweisen.
Die Liberalisiserung solchen Unsinns scheitert schon an der mächtigen Allianz aus Bestatterverband und Kirchenvertretern,



Volker ;-)

Meteor50 am 05 Feb 2016 12:20:38

Leute, das ist wieder typisch deutsch was einige von sich geben. Sterben streng nach Vorschrift.
Da wird sich auf seinem letzten Weg noch Gedanken darüber gemacht ob der eigene Tod auch Gesetzes und Gesellschaftskonform ist, was dann mit der Urne geschieht, und was man den Mitmenschen und den Rettungskräften daran nicht zumuten sollte.

Sterbehilfe im Sinne des TE kommt für mich allerdings in dieser Form auch nicht in frage. Es sei denn ich bekäme über Nacht einen Schlaganfall, oder wäre sonst auf fremde Hilfe angewiesen, und könnte meinen Tod nicht mehr selbst in die Hände nehmen.
Ansonsten habe ich bei einer Krebserkrankung oder einer anderen Erkrankung die wissentlich in absehbarer Zeit zu meinem Tode führen würde, schon lange eine genaue Vorstellung von meinem Ableben.
Ich möchte dann unbedingt die Zeit die mir dann noch bleibt und in der ich noch für kurze Zeit Handlungsfähig bin, mit Selbstbestimmten Leben füllen, und Dinge tun und erleben, die mir am Herzen liegen.
Wenn das jetzt Aktuell der Fall wäre, wäre das für mich auch leicht durchzuziehen. Eine Lebenspartnerin habe ich schon lange nicht mehr. Kinder auch nicht, die Eltern beide Tod. Und von meinen guten Bekannten da wüßte ich auch bei keinem so recht, dass wenn es an dem Tag regnen würde, er dann zu meinem Begräbnis käme.
Von daher ist es egal, wann wie und wo ich sterbe.
Schon seit Jahren ist es mein fester Entschluss mit dem Wohnmobil dann noch mal eine letzte Reise anzutreten.
Ich möchte noch mal die Plätze und Orte glücklicher Tage aufsuchen, und dort in Erinnerungen schwelgen. Und wenn dann der Tag gekommen ist wo ich sage, bis hierher und nicht weiter, dann würde ich mir in meinem Wohnmobil einen schönen Tod bereiten.
Für mich und mein Wohnmobil käme nur eine Feuerbestattung in Frage. Damit erübrigt sich auch die wichtige Frage nach der späteren Nutzung des Wohnmobils.
Und was die Behörden betrifft. Mit denen stehe ich ja schon immer auf Kriegsfuß. Frei stehen und übernachten in Deutschlands schöner Naturlandschaft, das wird ja nirgends gerne gesehen. Und sein Wohnmobil als Krematorium zu nutzen, das geht ja schon gar nicht. Das Verstößt ja gegen alle Bestimmungen. Die Vorfreude darüber, daß sie mir hinterher dann dafür keine Rechnung mehr stellen können, genieß ich ja jetzt schon.
Und was mit meinen, und den Überresten von dem Wohnmobil dann passiert, ist mir sowas von egal, und wenn ich tot bin dann erst recht.
Ende gut alles gut.

Gast am 05 Feb 2016 15:31:24

Moin,
und erstens kommt es anders und zweitens als man während eines gesunden Leben denkt.
Warum soll es einem unheilbar Kranken nicht möglich gemacht werden in seinem geliebten Wohnmobil, wenn möglich noch an seinem besonders schönen Platz, seine letzten Atemzüge zu machen!? Ich habe in meinem langen Berufsleben viel mit Toten, Sterbenden, und Wiederbelebten zu tun gehabt. Und ich habe Sterbende begleitet und ihre Ängste mit erlebt. Das Loslassen ist nicht einfach und die Verlustängste sind groß. Eine Entscheidung, während eines gesunden Lebens, für das irgendwann kommende Ableben zu treffen, ist für manche zwar möglich, aber wenn es dann unweigerlich darauf zu geht...?... Die vorher großspurig gemachten Aussagen sind dann meistens doch nicht so ganz gewollt gewesen. Bei diesem Satz rede ich von bis dahin gesunden Menschen, die sich lediglich darüber unterhalten und Aussagen machten, die dann in ihrer Tragweite schlußendlich nicht erfasst wurden. Ich halte das für Gerede,über nicht gelegte Eier (sorry),für ziemlich vermessen.
Aber warum sollte ich solch ein Wohnmobil nicht kaufen, in dem lediglich ein Mensch aufgehört hatte zu funktionieren. Wenn er nicht tagelang darin lag und zeitnah an einen Bestatter übergeben wurde ist da nix mit Leichengift und was sonst noch so grauenhaftes in den Köpfen passiert. Das was von einem normal Sterbenden übrig bleiben kann ist, dass sich die Blase nach der Entspannung wahrscheinlich entleert. Es sind bestimmt schon viele Womos verkauft und gekauft, in dem jemand starb. Alte Hunde und Katzen,auf ihrer letzten Reise mit ihren Menschen sowieso und niemand ist davon in irgendeinerweise in Mitleidenschaft gezogen worden, wenn er davon nix wußte. Es passiert erst im Kopf....
Ich plädiere für straffreies, selbstbestimmtes gewolltes Sterben, wenn es jemand dann fertig bringt, habe ich größten Respekt davor, auch in einem Wohnmobil. Ich weiss nicht, ob ich den Mut dazu hätte!

Gast am 05 Feb 2016 16:34:48

Ich habe hier schon was geschrieben und verfolge den Beitragsstrang dauernd weiter.

Zunächst freue ich mich, dass docht teils abweichender Meinungen und Einstellungen noch sachlich und vernünftgt geschrieben wird. Das ist SInn der Sache, so kommt man auf andere Denkweisen, erfährt anderen Umgang mit dem Thema. Leute, dass ist Klasse von Euch !

Es ist ein in unserer Gesellschaft eben ein Tabuthema. Man sieht es an der Anzahl derer die den Tweet gelesen haben und wie viele geantwortet haben.
Ich behaupte auch mal, dass SEHR viele die die Überschrift gelesen haben, garnicht erst angeklickt und reingeschaut haben. Es ist halt unangenehm sich mit der eigenen Sterblichkeit, oder der naher Mitmenschen auseinandersetzen zu müssen.


Eine Anmerkung zu Meteor50 möchte ich dennoch machen.
Ich kann deine Einstellung auf Grund Deiner Lebenssituation ABSOLUT verstehen. Wenn man im Leben viele Tiefschläge einstecken muss, einiges an Enttäuschung hinnehmen muss, sich über den Staat, Behörden oder sonstwas ärgern musste, oder Schlimmeres, dann kann ich verstehen, das einem vieles egal ist.
Dennoch ich bitte Dich, oder andere, die ebenso denken, mal einen kleinen Schritt weiter zu gehen.

Ich selbst bin hier bei uns in der Freiwilligen Feuerwehr. Wir werden gerufen wenn solche Ereignisse geschehen. Bitte denkt daran das wir, oder die Polizeikräfte usw. auch Menschen sind, dass wir Familie haben, das wir auch lieber angenehme Dinge sehen wollen.
Ich möchte jetzt nicht in die Details gehen was wir sehen müssen, wie die Bergung der sterblichen Überreste ist. Die Art der "Feuerbestattung" ist nicht das Richtige. Bitte denkt an die Menschen die aus ihrer sozialen Einstellung heraus diese Dienste leisten, diese Berufe ausüben.

Aber ich denke und hoffe, dass ist auch nicht Ziel, Sinn und Richtung des Tweed. Auch sollte niemand schreiben, was und wie er sich final davon machen will.
Das könnten andere Menschen in einer seelisch angeschlagenen Situation als Gebrauchsanweisung nehmen.


Ich lese und sehe den Tweed als Gedankenaustausch zur legalen und angemessenen Sterbehilfe, zum Gedankenaustausch mit dem uns allen bevorstehenden Ende.
Das kann durchaus positiv gesehen werden. Wer lebt und sich dessen bewusst ist / wird, der jeden Tag den man sich auf egal welche Art schön macht, besusster genießt, der hat hierraus einen Gewinn gezogen.

Lasst uns die Unterhaltung in der gebotenen Würde wieterhin so führen.

BigPit

brainless am 06 Feb 2016 00:24:54

Dieser verbitterte Beitrag von Meteor50

macht mir wieder klar, daß mein Motto richtig ist:
"Es gibt auch ein Leben vor dem Tod - lebe es!"

Davon unberührt habe ich als jetzt noch gesunder und uneingeschränkt handlungsfähiger Mensch auch alle Möglichkeiten eines Verfalls vor meinem Tode berücksichtigt und Vollmachten /Verfügungen / Testament erstellt und hinterlegt.
Ich freue mich des Lebens - mit meiner Familie, meinen Freunden und fremden Menschen, die mir bekannt werden.
Ich weiß, daß der Tod irgendwann kommen wird - er gehört eben zum Leben,



Volker

Reimobil am 07 Feb 2016 14:03:34

Ich kann mich dem Beitrag von ErichG anschließen. Durch Erfahrungen in unserer Familie kann ich bestätigen, dass Menschen in der konkreten Situation oft mehr am Leben hängen als sie es vor ihrer Erkrankung wahrhaben wollten und auch entsprechend äußerten. Deshalb habe ich auch keine Planungen bezüglich meines Ablebens gemacht da ich Gott sei Dank noch nicht nicht weiß wann und auf welche Art und Weise ich einmal sterben werde. Das schließt ja nicht aus, dass man gewisse Maßnahmen (zB Testament) bereits vorher trifft, denn es könnte einen auch plötzlich und unerwartet treffen.
Um alles andere werde ich mir Gedanken machen wenn ich in die konkrete Situation kommen sollte!

Gast am 11 Feb 2016 07:37:11

Beduin - Ina,

ich finde Du hast das wunderschön geschrieben.

Hab da nichts hinzuzufügen, einfach toll und mich berührend.

Micha

ottomar am 11 Feb 2016 12:12:11

brainless hat geschrieben:Dieser verbitterte Beitrag von Meteor50

macht mir wieder klar, daß mein Motto richtig ist:
"Es gibt auch ein Leben vor dem Tod - lebe es!"


Hallo Volker,

Du drückst das sehr direkt aus, was ich zu Meteor50 nicht sagen wollte, da es mir zu wenig dezent erschien. Darum: Danke!

Ich für meinen Teil würde zusätzlich noch das "auch" in Deinem Motto streichen, denn unser Leben ist nicht die Generalprobe, sondern die Uraufführung, nach der nur noch der finale Vorhang fällt.

Das darf aber keinesfalls zu Gleichgültigkeit gegenüber den Nachkommen führen. Pit hat darauf dringlich hingewiesen.

Dieser Gedanke lässt sich natürlich auch auf andere Lebensbereiche übertragen, verantwortungsvolles Verhalten auch mit Blick über den eigenen Tod hinaus sollte das Gebot sein. Aber das wisst Ihr ja alle.

"Nach mir die Sintflut" ist Egoismus pur.

Meteor50 am 12 Feb 2016 11:57:32

ottomar hat geschrieben:Du drückst das sehr direkt aus, was ich zu Meteor50 nicht sagen wollte, da es mir zu wenig dezent erschien. Darum: Danke!

Das darf aber keinesfalls zu Gleichgültigkeit gegenüber den Nachkommen führen. Pit hat darauf dringlich hingewiesen.

"Nach mir die Sintflut" ist Egoismus pur.


Dann ist es halt Egoismus pur. Ihr könnt es ja anders machen. Ich selbst rede da keinem in sein sein Sterben rein. Der Tod ist jedem seine ureigene Sache.
Ich habe meine Mutter auf der Palliativ Station qualvoll und menschenunwürdig sterben sehen. Für mich war damals schon klar, daß ICH auf diese schreckliche und menschenunwürdige Weise NIEMALS sterben möchte.
Meine Mutter wollte das für sich auch nicht. In lichten Momenten als die Morphium Dosis nachließ bettelte sie immer, daß man sie doch endlich sterben ließe. Ihr Wunsch wurde ihr dank dem Gesetzgeber und seinen Befürwortern, die alle nur zum Wohl des Sterbenden handeln, natürlich nicht erfüllt.
In der Realität sieht das ja so aus. Wenn man als Todkranker im Endstadium seiner noch vorhandenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten, dann nicht selbst über den Zeitpunkt seines Todes und der Todesart bestimmt, oder das klar regelt, dann werden es ANDERE für einem tun.
Und daß Andere oder Hinterbliebene nicht oder selten im Sinne und zum Wohl des Sterbenden handeln, sondern ihre eigene Befindlichkeit und Interessen in den Vordergrund stellen. Was ist das denn, etwa kein Egoismus.
Statt mal an das seelische Leid eines Todkranken zu denken, und seinen Wunsch nach Selbstbestimmten Sterben zu respektieren, da wird ihm vielmehr auferlegt, daß er gefälligst auch noch bei seinem Tod an die Nachwelt zu denken hat.
Bei solchen Aussagen muß man sich nicht wundern, daß nur wenige zu dem Thema wirklich was schreiben wollen.

Gast am 12 Feb 2016 18:49:47

Aet Meteor50,

das tut mir leid, dass deine Mutter leiden mußte! Warum aber konnte sie aus einem Morphinspiegel rauskommen, wenn doch, so wie ich es kenne, der Morphinspiegel bei einem Sterbenden durch einen Perfusor beibehalten und sogar zum Ende zu eher noch erhöht wird? War sie nicht an einen Perfusor (Infusionsautomat) angeschlossen? Sorry für diese Frage, aber das wäre wirklich unmenschlich!

Mover am 12 Feb 2016 19:58:14

Nebenbei bemerkt: In GB verschreiben die Ärzte drei mal so viele Morphine als in DE.

Die sehr schwer kranke Mutter eines Freunde erhielt zu wenig Schmerzmittel und starb dann auch bald.
Der behandelnde Hausarzt fürchtete, sie könne süchtig werden. :evil:

bennykater am 12 Feb 2016 23:28:09

Meteor50 hat geschrieben:Dann ist es halt Egoismus pur.


Wenn sich jemand zu so einer Aussage hinreißen läßt, dann steht er in meinen Augen auf einem Level mit dem Piloten des German Wings Fluges. Wenn man diesem jetzt noch einen Vorwurf machen könnte, würde er wohl auch nur Schulter zuckend das Gleiche sagen. Dann isses halt so. Mir doch egal. Mir sind andere Menschen und die Gesellschaft sowieso egal, ich bin der Nabel der Welt und ich lebe wie ich will und ich sterbe wie ich will. Wer will mich zwingen, Rücksicht auf meine Mitmenschen zu nehmen?

So jemand scheint so unendlich weit abgesunken, dass er für humanitäre Gedanken, für Empathie und ein Mindestmass an Mitmenschlichkeit nicht mehr erreichbar ist. Einfach nur unendlich bitter. Aber er ist ja nicht allein. Wer sich vor einen Zug wirft, dem ist das Trauma des Lokführers auch Wurscht, der sieht auch nicht ein, warum er in seinem achsogroßen Leid noch auf jemand Rücksicht nehmen soll. Ach was ist die Welt doch soo schlecht...

Da kann man nur noch zynisch reagieren.

Meteor50 am 13 Feb 2016 11:51:21

bennykater hat geschrieben:Wenn sich jemand zu so einer Aussage hinreißen läßt, dann steht er in meinen Augen auf einem Level mit dem Piloten des German Wings Fluges.


Dieser Vergleich ist schäbig und unterste Schublade.
Wo bitte geht aus meinem Beitrag hervor dass ich bei meinem freiwilligen Ableben als Todkranker noch unzählige unschuldige Menschen mitreißen will. Habe ich das irgendwo so geschrieben?
Willst du mir wenn es mal soweit ist, mir das recht Absprechen als Todkranker mein Leben in Abgeschiedenheit von anderen Menschen, dann selbstgewählt in meinem Wohnmobil zu beenden.
Bin ich jetzt deshalb mit dem Piloten der German Wings vergleichbar.
Und wem bitte schade ich denn mit meinem Egoismus, meine letzten Tage und Stunden nicht unwürdig und leidvoll auf einer Sterbestation verbringen zu wollen. Aber statt dessen lieber meine letzten Lebenstage auf einer letzten Reise zu verbringen, und dann mit Zufriedenheit im Gesicht in vertrauter Umgebung für immer einzuschlafen. Meine Mutter hatte diese Zufriedenheit im Gesicht, als sie gestorben ist leider nicht.
Sicher ist mein geplantes Ableben in meinem Wohnmobil mit abschließender Feuerbestattung zum jetzigen Zeitpunkt rein hypothetischer Natur.
Ich bin mir aber in meinem Entschluss absolut sicher, dass wenn ich jetzt, oder in den nächsten Jahren eine Krebsdiagnose bekäme, die mir nur noch eine kurze Lebenszeit gewähren würde, dann würde ich das tun. Ich würde meine schwindende körperliche Handlungsfähigkeit nutzen wollen, um genau diese letzte Reise noch unternehmen zu können.
Denn Mein Tod ist, solange ich keine anderen fremden Menschen mit hineinziehe, meine ureigene persönliche Sache. Die geht niemanden was an, und irgendwelche Dritten denen ich mit meinem Tod nicht persönlich schade, die geht es schon gar nichts an.
Als Alleinstehender ohne Angehörigen fühle ich mich vordringlich nur mir und meinem Wohl in meinen letzten Lebensstunden verpflichtet. Die Nachwelt bin ich nichts schuldig. Wenn das Egoismus ist, dann bin ich sehr gerne Egoist.

Was den Thread betrifft. Ich habe ehrlich und sachlich meine Sichtweise zu dem Thema geschildert. Mir ist meine Lebenszeit zu wertvoll um mich hier dafür auch noch als Mörder bezeichnen zu lassen.

Bootskip am 13 Feb 2016 13:35:23

Seht Ihr nun wohin das hier führt.

RichyG am 13 Feb 2016 18:00:25

Es gehört nicht direkt in diesen Thread. Aber: Bitte bei aller verständlichen Empörung nicht vergessen: Der o.g. Pilot war krank! Er litt seit langem unter schweren Depressionen und befand sich in, auch medikamentöser, Behandlung. Ich weiß und verstehe, dass dies schwer nachzuvollziehen ist. Und doch, die Fehler haben hier andere gemacht. Er hätte keine Möglichkeit bekommen dürfen zu arbeiten. Eine Depression ist durchaus unter Umständen eine sehr schwere Erkrankung, die jedoch (leider) nicht in unserer Gesellschaft anerkannt ist. Dabei leiden sehr, sehr viele Menschen darunter. Ich bin beruflich damit befasst und wollte dies nur richtiggestellt wissen.
Danke, Richy

Beduin am 10 Dez 2019 13:29:44

Habe eben einen Film zum Thema gesehen, der mich furchtbar aufgeregt hat --> Link
Wer nicht soooo viel Zeit hat, die letzen ca 15 Min reichen aus.
Mein innigster Wunsch, das es bald ein würdiges, selbstbestimmtes sterben geben wird und nicht diese unwürdige verars****

RichyG am 10 Dez 2019 14:42:33

Hallo Ina,
Du hast recht! Auch ich habe den Film gesehen und finde es absolut skandalös, wie hier von Seiten der Regierung mit leidenden Menschen umgegangen und geltendes Recht gebeugt wird.
Gleichwohl ich natürlich auch die Ängste verstehe, unsere Gesellschaft wieder in die Nähe der Euthanasie zu manövrieren.
Aber - es muss möglich sein, die berechtigten Wünsche von leidenden Patienten nach einer menschenwürdigen Beendigung des Lebens und damit des Leidens zu erfüllen. Wir sollten als aufgeklärte Gesellschaft schon etwas reifer und weiter sein wie vor einigen Jahren als man noch von SelbstMORD sprach und dieser mit ewiger Verdammnis oder bei Nichtgelingen mit Einweisung in eine Psychiatrie bedroht wurde.
Warum nur ist es so schwer, sich in die Situation dieser Menschen hineinzuversetzen.

Beduin am 10 Dez 2019 15:23:08

Weil es der Alptraum eines jeden einzelnen von uns ist und diese Gedanken ganz weit weg geschoben werden. Zum Nachteil der kranken denen es ihr innigster Wunsch wäre

ivalo am 10 Dez 2019 15:34:19

Mit dem Freitod geht die ältere Generation deutlich offener um, als noch vor ein paar Jahrzehnten.
Die 68er sind älter geworden und Autonomie war dieser Generation unglaublich wichtig und das zeigt sich jetzt auch in diesem Bereich.
Dazu beigetragen hat weiter der immer geringer werdende Einfluss der verschiedenen Religionen.

Den Themenstarter interessieren Meinungen zum Suizid in einem ReiseMobil mit Hilfe einer Sterbeorganisation.
Grund dafür war, dass sich Anwohner daran stören, wenn in ihrem Quartier Fahrzeuge von Bestattern immer wieder auftauchen, weil sich ein Sterbezimmer in einem Haus befindet.
Aktuell ist der schwierige Fall einer Sterbebegleiterin, die eine geeignete Lokalität für ihre Tätigkeit sucht für Sterbewillige, welche aus dem Ausland in die Schweiz kommen.
Und darum wurde unter anderem eine Lösung im ReiMo gesucht.
Meiner Meinung nach eher problematisch, weil ein solches Fahrzeug ebenfalls bald unerwünschte Aufmerksamkeit auslöst.

Wenn jemand den Wunsch hat zu sterben, dann sollte ihm dies möglichst in den eigenen vier Wänden auf menschenwürdige Art möglich sein.
Denn das Ende seines Lebens selbst zu bestimmen, ist ein nicht verhandelbares Menschenrecht.
Der letzte Wille eines Menschen ist auch in diesem Zusammenhang vorbehaltlos zu respektieren.

Um diesen Willen auszuführen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Sterben mit einer Sterbeorganisation mittels Pentobarbital ist ein schwieriger Weg in jeder Hinsicht. Man ist auf fremde Hilfe angewiesen und von ärztlichen Entscheiden abhängig.
Etwas einfacher wäre es mit Pento aus dem Internet. Unklar dabei ist, ob wirklich Pento geliefert wird. Denn die Käufer können das nicht überprüfen.

Nachstehend der Link zu einer Web-Seite, welche ich einem alten Freund empfohlen habe, welcher gehen wollte und von mir wissen wollte, was er tun könne.
Keine einfache Situation. Aber ich habe seinen letzten Willen respektiert und ihm soweit möglich mit Informationen geholfen, damit er seinen Wunsch erfüllen konnte.
Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten erhält man auf dieser Webseite: --> Link

Gast am 10 Dez 2019 19:00:42

Beduin hat geschrieben:Weil es der Alptraum eines jeden einzelnen von uns ist und diese Gedanken ganz weit weg geschoben werden. Zum Nachteil der kranken denen es ihr innigster Wunsch wäre


Die Hoffnung stirbt zuletzt :!:
Ich finden den Tröd hier gar nicht mal Makaber und finde die Idee Gut - Jeder sollte selbst entscheiden solange er kann , mit dem Wann und Wo ... Oft wird einem diese Entscheidung abgenommen und man kann nur hilflos zusehen ..
Bei Uns ist der Tod kein Tabu Thema wie in anderen Familien . In meiner Verwandschaft schon ..
Meine Frau und Kinder und Ich gehen offen damit um ,was auch mit Lebensnahen Ereignissen zu tun hatte und Nein -> ich habe keine Angst vor dem Ende ... Aber ich fändes es toll wenn ich es nach meinem Wunsch tun könnte .

FastFood44 am 10 Dez 2019 20:52:01

Mover hat geschrieben:Die sehr schwer kranke Mutter eines Freunde erhielt zu wenig Schmerzmittel .......Der behandelnde Hausarzt fürchtete, sie könne süchtig werden. :evil:


Ein Hausarzt sollte auch bitte keinen Sterbenden betreuen. Das ist wie wenn man mit Magenschmerzen zum Augenarzt geht.
Für Sterbende ist ein Palliativmediziner oder zumindest Palliativ Care Personal zuständig.
Sterben in Deutschland hat sich Gott sei Dank in den letzten ca. 10 Jahren stark bewandelt.
In manchen Bundesländern mehr (Baden-Württemberg) in manchen weniger.
Aber es hat sich sooooo extrem viel getan dass man bitte nicht mehr sagen sollte: Die Schwester meiner Nachbarin ist 19XX gestorben und das war ganz schlimm.

1. Eine Patientenverfügung machen. Und damit meine ich kein Formblatt aus dem Internet. Sondern umfangreiche Mappen mit eigenen Worten ergänzt! Es gibt Menschen die dabei helfen.
2. Es sollte sich jeder mit dem Thema auseinandersetzen. Jeder! Denn es kann einen oder jemanden aus der Familie jederzeit treffen.
3. Sterbende sollten in einer Palliativstation stationär oder einem Palliativarzt ambulant eingestellt werden.
4. Man sollte sich möglichst von einem SAPV-Team betreuen lassen.
5. Man sollte sich möglichst zeitig immer einen halben Schritt voraus sein. Hospize sind ein wundervoller Ort. Nur entscheiden sich die Menschen viel zu spät dafür. In der Regel gibt es Wartelisten und der Tod ist schneller.

Ich bin von passiver Sterbehilfe nicht abgeneigt. Aber viele sind dafür, weil sie die Möglichkeiten für ein friedvolles Sterben in Deutschland nicht kennen.
So wie Sterbehilfe in der Schweiz organisiert ist, finde ich das sehr sehr gut und würde es mir auch hier durchaus wünschen. Nach all den Beratungen und Gesprächen die auch in der Schweiz nötig sind.

Gruß Petra
Mitarbeiterin in einem ambulanten Hospizdienst

gespeert am 10 Dez 2019 21:00:10

Sterbehilfe im Womo?
Kein Problem! Gasleitung trennen und Bumm.
Oder vorzugsweise an einem stillen Ort seiner Wahl oder im Kreis der Familie, meinen Respekt hat derjenige oder diejenige sicher.

Ein Bekannter wählte den Weg "Kal. 22 lr" nachdem er den begründeten Verdacht auf Lungenkrebs hatte.

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