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Wilde Klippen der Alabasterküste


skylape am 08 Mai 2006 09:03:26

Wilde Klippen der Alabasterküste

Im Herzen der Normandie wartet das Pays de Caux auf seine Entdeckung: Im magischen Dreieck zwischen Rouen, Le Havre und Dieppe zeigt sich die Küste von seiner schroffen Seite. Die Seine mäandert der Mündung entgegen, dazwischen ruht eine sanft-hügelige Idylle.


Rouen - Das Pays de Caux bietet Stille und Natur, kann auf Mondänes weitgehend verzichten und konzentriert die Reize und Kontraste in einer überschaubaren Region: Im Norden des vom Namen her außerhalb Frankreichs weniger bekannten Triangels glänzt die "Alabasterküste" mit Etretat und seinen steilen Kreideklippen als Superstar für Millionen Touristen. Im Süden fließt die Seine in ausholenden Schleifen, eingebettet in eine abwechslungsreiche Landschaft und flankiert von normannischen Abteien. Dazwischen liegt eine sanft-hügelige Idylle mit Weiden, Pappeln und Obstgärten.

Kaum liegt das emsige Rouen zurück, die Hafenmetropole mit ihrer gotischen Kathedrale, da beginnt auch schon das Wechselspiel der Seine-Landschaft mit den Hügeln, Wäldern und Sümpfen entlang ihrer Ufer. Nach einigen Kilometern taucht die romanische Abtei Saint Georges de Boscherville auf, die als eine der attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Normandie gilt. In den großzügig angelegten Gärten blühen - so hoch im Norden - sogar Artischocken.

Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Überreste eines der einstmals mächtigsten Klöster in Frankreich: In Jumièges ragen zwei majestätische, 46 Meter hohe Türme aus der "schönsten Ruine unseres Landes", wie sie die Franzosen gerne nennen. Der Ort geht wie Saint Georges de Boscherville eine Allianz mit der abwechslungsreichen Natur ein und strahlt Spiritualität und ein romantisches Flair aus. Hätten die Revolutionäre von 1789 doch nur darauf verzichtet, aus diesem Kleinod einen Steinbruch zu machen.

An der nächsten Seine-Schleife wartet als Dritte im Bunde die Abtei Saint Wandrille. In diesem Kloster leben, beten und arbeiten noch heute Dutzende von Benediktiner-Mönchen. Der interessierte Besucher darf also nicht überall hin, kann aber den Park, die in diesem Fall gotische Kirchenruine und zu bestimmten Zeiten auch den Kreuzgang bewundern. Und im Klosterladen gibt es Hausgemachtes.

Bizarre Kreidefelsen von Delacroix

Das Pays de Caux, das Herzstück der Normandie, ist nur zweieinhalb Autostunden von Paris entfernt und somit von Zweitresidenzlern aus der Hauptstadt längst "erobert". In fruchtbarer Landschaft weiden schottische Rasserinder, Rüben werden angebaut und Äpfel geerntet. In jedem Dorf gibt es bestimmt einen Laden, der Apfel in all seinen Varianten anbietet: Rotbäckig, wie er vom Baum geholt wurde, als Wein (Cidre) und Schnaps (Calvados) oder auch im Kuchen mit Streuseln.

Wenn sich nach der Fahrt über die Anhöhen die stilvollen kleinen Landhäuser mehren und auch prunkvolle Herrenhäuser die Straße säumen, dann beginnt die Magie von Etretat: Seit mehr als 100 Jahren ziehen die berühmten Felsen nicht nur die verwöhnten Reisenden aus der französischen Metropole an - hier trifft sich die Welt.

Wer hat sie nicht gemalt, die "Perle der Alabasterküste"? In den Museen fallen die weißen und schroffen Felsen sofort ins Auge, ob sie nun von Courbet, Boudin, Matisse, Corot oder Delacroix auf die Leinwand gebracht worden sind. Claude Lelouch und Claude Chabrol haben vor dieser Kulisse gedreht, die auch schon die Schriftsteller Victor Hugo und Guy de Maupassant faszinierte. Wild ragen die Kreideriesen empor, mit ihren von der Natur geschaffenen bizarren Konturen, ungezählte Male abgelichtet und bestiegen.

Und wer macht sich da nicht auf den steilen Weg, in jodhaltiger Brise und vorbei an wilden Orchideen, um wie alle anderen auch vom Aval-Felsen aus zu sehen, wie sich der Horizont über grünlichem Meer öffnet? So beschaulich wie auf einem Ölbild von Boudin geht es kaum mehr zu.

Blumenpracht in Seebädern

Von Etretat an ostwärts verläuft die Côte d'Albâtre, Frankreichs längste Felsenküste, etwa 130 Kilometer lang, nur hin und wieder von Ortschaften, kleinen Buchten und schmalen Tälern unterbrochen. Das Naturschauspiel war es wert, an der "Alabasterküste" einen Großen Wanderweg (GR21) einzurichten. In Fécamp, im Mittelalter Umschlagplatz für Räucherhering, kann so manchem schwindelig werden vor einer 126 Meter hoch aufragenden Felswand - oder aus Frust, wenn man den Fotoapparat vergessen hat.

Dann schlängelt sich die Département-Straße hin zu Seebädern wie Veulettes-sur-Mer, Saint Valery-en-Caux oder Veules-les-Roses mit ihren Schlössern, den Manoirs genannten Landsitzen und einer oftmals üppigen Blumenpracht. In Varengeville wartet nicht nur der prächtige Ango-Manoir aus der Renaissance auf Besucher, sondern auch der neun Hektar große Moutiers-Park mit seltenen Pflanzen aus aller Welt. Am Ende bleibt noch Zeit zur Einkehr in einem Fischrestaurant in Dieppe, einer aufstrebenden Stadt mit 36.000 Einwohnern. Und wohl auch dafür, zunächst einmal am Strand das steinerne Meer der abgeschliffenen und gelöcherten Kiesel - die "galets troués" - zu bewundern.

Von Hanns-Jochen Kaffsack, gms

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