In 2016 haben wir uns bewußt neue Reise-Ziele gesteckt. So waren wir im Frühjahr in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal, und für den Spätsommer haben wir uns Sardinien vorgenommen. Für diese Insel erschien uns diese Reisezeit als sehr angenehm. Die italienischen Urlauber sind schon weg, Luft und Wasser sind noch warm.
Am 10. September war es dann so weit. Zur Anreise an unseren Fährhafen Livorno wählten wir die Pfalz- und Elsass-Autobahn und die Durchquerung der Schweiz. Sardinien haben wir im Uhrzeigersinn auf wirklich guten Straßen befahren. Die Rückfahrt erfolgte mit kleinen Abweichungen auf dem gleichen Weg. Bis zu unserer Rückkehr am 18. Oktober hatten wir insgesamt 3.811 km zurückgelegt.
Bei den Übernachtungen haben wir eine gute Mischung gefunden und immer mal wieder auf Wohnmobil-Stellplätzen mit V+E bzw. ACSI-Campingplätzen gestanden. Ab 15. September wurden an sehr vielen Strand-Parkplätzen die Park-Automaten abgebaut und die Beschränkungen wurden nicht mehr so ernst genommen.
Selbtverständlich haben wir auf Sardinien nicht nur am Strand faul herum gelegen,

sondern waren auch in Sachen Kultur unterwegs

und haben uns durch die „sardische Küche“ gegessen.

In diesem Kurzscript beginne ich mit unserem ersten Tag auf Sardinien.
Donnerstag, 15.09.2016
Wenige Minuten nach 08.00 Uhr erreichen wir den Hafen von Olbia. Sardinien ist für uns totales Neuland. Jetzt beginnt die Suche nach dem richtigen Parkdeck. Die Decknummer ist ja klar, doch welche Farbe hatte unser Aufgang? Alles wird gut und wir landen bei unserem Wohnmobil. Hier unten, im untersten Deckbereich, ist es total heiß. Das Wohnmobil hat sich innen auch bis ins unerträgliche aufgeladen.
Endlich draußen, heißt es für uns nur noch: das herrliche Wetter genießen, Fenster runter und das Wohnmobil mit dem Fahrtwind durchlüften. Da wir die Insel im Uhrzeigersinn umrunden wollen, haben wir uns den kleinen Ort Porto San Paolo als erstes Ziel vorgenommen.
In der Nähe des Sportplatzes wird auch ein großer Parkplatz als Wohnmobil-Stellplatz angekündigt (von 8 – 20 Uhr Uhr Gebühr EUR 14,00) . Eine V+E ist nicht vorhanden. Einige Wohnmobile stehen schon dort. Als aber Gemeindebedienstete zum Entleeren des Parkautomaten erscheinen, verschwinden diese, Einer nach dem Anderen. Da wir für einen ansonsten nutzlosen Parkplatz nicht so viel bezahlen wollen, verlassen auch wir nach dem Frühstück den Parkplatz.
Als wir beim Wegfahren sehen, dass in der Nähe der Hauptstraße ein Wochenmarkt aufgebaut worden ist, halten wir kurz an und sammeln erste Eindrücke des sardischen Angebotes.


Wir sind von der unruhigen Nacht ein wenig zerschlagen und suchen deshalb einen Übernachtungsplatz, wo man auch im Meer schwimmen kann. Die Straße zu dem Strand Lu Impostu darf mit Fahrzeugen von über 5 m Länge nicht befahren werden. Der Parkplatz etwas nördlich davon ist für Wohnmobile und Wohnwagen strikt verboten. So landen wir auf einem kleinen Platz im Naturschutzgebiet Stagno di San Teodoro, einer kleinen Lagune, wo Bootsfahrten zur Beobachtung der Vögel angeboten werden. Und nebenan stehen viele Korkeichen.


Hier bleiben wir erst einmal und bekochen uns selbst. Auch wenn hier „Camping verboten“ ist, sollte ein ausgiebiger Mittagsschlaf erlaubt sein.
Etwas ausgeruhter versuchen wir es, so weit wie möglich an den Strand von Lu Impostu heran zu fahren. Den Rest laufen wir zu Fuß und gehen auch mit selbigen in die nur knöcheltief heran rollenden Wellen. Leider haben wir keine Badesachen mitgenommen, um das warme Wasser richtig genießen zu können.


Mittlerweile hat es angefangen zu regnen. Wir entschließen uns nach Porto San Paolo zurück zu fahren, spazieren zum Strand, wo sich nochmals ein Parkplatz mit den gleichen Beschränkungen befindet, und freuen uns, mangels offener Bar, auf unseren eigenen Apero mit kleinen Leckereien im Wohnmobil. Es ist immer noch heiß!
Einige Tage später! Mittlerweile hat sich alles ein wenig entspannt. Wir wissen jetzt, dass wir an den meisten Stränden zu dieser Zeit ohne Probleme stehen können.
Sonntag, 18.09.2016

Wir sitzen gemütlich beim Frühstück, da fährt ein weißer Lieferwagen mit dem in Deutschland zu Sperrmüllterminen oft gesehenen Kennzeichen vor, und baut den Park-Automat ab! Wir denken nur noch: Welch eine Dreistigkeit! Doch kurze Zeit später wird das Vorurteil ausgeräumt! Ein Kleinlastwagen der Comune kommt, und der Park-Automat wird aufgeladen. Oder war es eine konzertierte Aktion?

Nachdem wir nun etwas beruhigter an die Übernachtungsplätze heran gehen können, beenden wir dieses Schnecken-Verhalten und fahren vorwärts. Auf der Küstenstraße kommen wir nach Posada. Schon von weitem sehen wir die sich an den Berghang schmiegenden bunten Häuser.

Wir parken am Fuße der Altstadt beim Friedhof, und lassen uns durch die Altstadtgassen treiben, bis hoch oben zum Castello della Fava.


Gegen Mittag erreichen wir San Giovanni. In einem Restaurant mit Terrasse lassen wir uns nieder und essen Calamares bzw. gekochtes Fleisch mit Kohl und Kartoffeln.
Übernachten wollen wir auf dem ACSI-Platz „Selema Camping“ in Santa Lucia. Dieser liegt fast ganz in einem Hain und ist etwas duster. Einige Wohnmobile stehen an einem vom Gewitterregen aufgeweichten offenen Streifen entlang. Wir gesellen uns dazu, da ich am frühen Abend „Formel 1“ sehen möchte. Weil ich etwas ungünstig stehe, muß ich zur Sendezeit trotzdem noch etwas nach vorne auf den Fahrweg rangieren. Lena nutzt die Zeit zum Wäsche waschen. Da es wieder etwas zu regnen anfängt, wird die Wäsche bei dem benachbarten Ferienhaus auf der Terrasse getrocknet. Eine Regenpause nutzen wir, um bei einem kleinen Spaziergang über den Campingplatz den Strand zu besichtigen.
Montag, 19.09.2016
Wir hatten wieder unseren nächtlichen Regen. Heute Morgen scheint aber die Sonne mit aller Macht auf uns herab. Bevor wir weiter fahren, schauen wir uns noch den Ort Santa Lucia an, und sind über die netten Restaurants in einem bunten, dörflichen Charakter erstaunt.


Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel, Orosei, bleiben wir immer auf der SS 125. Wir parken im Ortskern von Orosei und streifen ein wenig durch die Altstadt. Bei Sonnenlicht erstrahlen die vielen mit hellen Farben angstrichenen Häuser.


Auf der kleinen Piazza Marconi sehen wir das anheimelnde Lokal „La Taverna“, was uns auf Anhieb gefällt. Mit seiner typischen sardischen Küche ist es etwas teurer, aber auch unwahrscheinlich gut. Wir entscheiden uns für Tagliatelle al nero (mit Sepia gefärbte Tagliatelle mit Meeresfrüchten), Vino rosso, Aqua naturale, caffe und caffe coretto (für mich mit etwas Grappa). In dem zu bezahlenden Coperto sind verschiedene Sorten Brot u. a. das hauchdünne sardische Knusperbrot enthalten.


Bevor wir an den Strand fahren, wollen wir uns noch im etwas außerhalb von Orosei gelegenen Euro Spin versorgen. Aber nichts da – Mittagspause bis 16.00 Uhr. Da es nicht so notwendig ist, fahren wir jetzt an den Strand Su Petrosu. Namensgeber für diesen Strand ist die, lt. dem „Wohnmobil-Tourguide“ von Peter Höh aus dem Reise-Know-How-Verlag, Che-Guevara-Gedächtnis-Bar „Su Petrosu“.
In und um das Pinienwäldchen tummeln sich zahlreiche Wohnmobile. Zum Strand kommt man über eine Brücke, die einen Kanal überquert. Der feine Kies-Strand führt hier sehr schnell und steil ins Wasser.



Dies ist der "Heiligenschrein" von der Bar "Su Pedrosu".

Ganz toll war auch unsere Fahrt ins Landesinnere nach Orgosolo, mit den überwiegend politischen Wandmalereien.



Wunderbare Strände bei super Wetter säumten unseren Weg. Und wer noch mehr lesen und noch viel mehr Bilder aus Sardinien betrachten möchte, kann dies hier --> Link tuen.

