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3 Wochen in Schottland - Westen, Skye, Highlands und Süden


tomfoto am 15 Jul 2017 22:58:27

Hallo liebe Forumskolleg/innen,

zuerst einmal meinen Dank für alle Anregungen, die ich in den zwei Jahren seit ich hier mitlese, mitbekommen habe.
Nun möchte ich auch mal einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, anderen Interessierten mit meinen Erlebnissen evtl. weiterhelfen zu können.

Mit an Bord unseres Weinberg Alkoven sind außer mir noch Susanne und Bastian.

Unser Start erfolgte am 14.07. um 19.15 h in Wuppertal und führte uns zuerst über Venlo, Eindhoven, Antwerpen und Oostende nach Dunkerque (Dünkirchen). 382 km in 4 Stunden reiner Fahrzeit ohne Stau und ohne Regen. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz einer Sportanlage in der Avenue des Sports / Ecke Boulevard de l'Europe, da der kostenlose Stellplatz am Parc du Gent überfüllt war.
Das war ruhig, problemlos und kostenlos.

Am Samstag (15.07.) haben wir vor Ort getankt und die frisch gekauften Croissants während der Wartezeit im Fährhafen zum Frühstück genossen. Die Überfahrt war sehr ruhig und Dover begrüßte uns mit ein paar Wolken am blauen Himmel.
Von dort führte uns der Weg über Dartford Crossing an London vorbei bis zum Etappenziel nahe Cambridge.
CP: Highfield Farm Touring Park 52°11'42" N / 0°2'10"
Very Britisch (im positiven gemeint), liebevoll angelegt und gepflegt. 30 GBP für 3 Personen, V/E, Strom, Duschen incl..
Während der Fahrt hierher war es trüb aber trocken, Stau gab es um Dartford Crossing, und bei Ankunft hatten wir 21°und später noch einen schönen Sonnenuntergang.
Wenn es mit der Onlinetechnik funktioniert, werde ich quasi life berichten, ansonsten liefere ich im August nach. Bilder werden natürlich auch dabei sein. Wer uns sieht oder trifft, darf sich gerne zu erkennen geben.
Fahrtstrecke heute: 235 km
Allzeit knitterfreie Fahrt wünscht Thomas

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HUGOSTRATZ am 17 Jul 2017 19:59:39

Bin gespannt, wie es weiter geht.

G.H.

tomfoto am 19 Jul 2017 00:07:40

Sonntag, 16.07.
Die Sonne lacht vom blauen Himmel und begrüßt uns schon zum Frühstück.
Nach ausgiebiger Nutzung der CP Einrichtungen, ging es an den längsten Fahrtag: von Cambridge bis in den Süden Schottlands. Die Route führte über die Straßen M 11 - A 14 Richtung Leicester - M 1 (N) an Nottingham und Sheffield vorbei - bei Leeds weiter auf der A 1 (M) - ab Scotch Corner über die A 66 Richtung Penrith und zuletzt über den M 6 nach Schottland.
Bei Gretna Green haben wir den Motorway verlassen und sind zum nördlichsten englischen BritStop ( Nr. 654 im Buch 2017, Metal Bridge Inn) gefahren. Dort haben lecker gegessen und sind trotz des sehr schön und großzügig angelegten Platzes für WoMos noch etwas weiter gefahren. Brit Stop Nr. 803 (Glencaple Harbour) südlich von Dumfries war dann unser Nachtquartier. Gestattet mir die kleine Anmerkung, hierhin nur über die A 75 und B 275 zu fahren und nicht euren Navis zu vertrauen - dies führt sonst über kleinste Straßen zum Ziel. Auf dem Platz ist außer einem Toilettenhaus auch der kleine "Convenience Shop" von Mary, die bereits gegen 7.00 Uhr anfängt und gegenüber ist das Nith Hotel mit Pub.
Und was soll ich zum schottischen Wetter sagen? Ein toller Sonnenuntergang mit lang anhaltendem Abendrot.
No rain - no midges !!!
Und jetzt beginnt erst der eigentliche Schottlandurlaub.

Anmerkung: Leider ist die Netzverbindung so schwach, das ich keine Bilder laden kann.

Anzeige vom Forum


tomfoto am 19 Jul 2017 00:56:15

Montag 17.07.

Die Sonne begrüßt uns wieder vom strahlend blauen Himmel (dies ist keine Textkopie!) und nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir nach Dumfries auf. Diese Kleinstadt hat auch einiges historisches zu bieten und bietet alle Einkaufsmöglichkeiten.
In der netten Shoppingmall gibt es auch einen Laden von THREE, wo ich mich mit einer 3 GB Datenkarte für 16 € versorgt habe.
Nutzt nur nicht viel in einem nagelneuen 4G Stick von Alcatel, wenn in dem Tal, von dem aus ich diese Zeilen schreibe, nur ein GPRS Signal mit 3 von 5 Balken zur Verfügung steht. :(
Zuerst sind wir nach New Abbey an der A 710 zur Ruine Sweetheart Abbey weitergefahren. Wunderbar gepflegt und schön anzusehen, auch wenn man vielleicht nicht der größte Freund "toter Steine" ist.
Hier haben wir auch die Gelegenheit genutzt, uns die "Unlimited" Mitgliedschaft für ein Jahr beim Scottish Historical Explorer Pass zu kaufen. 46 GBP für Erwachsene, Schüler und Studenten zahlen 42 GBP. In Deutschland sind ja leider nur die Karten für max. 7 von 14 Tagen zu erhalten. Und schon am Abend hätten wir ein Drittel davon an Einzelpreisen ausgegeben. Die Straßenführung zu unserem nächsten Ziel gab es vor, dass wir von dort erst wieder nach Dumfries zurück mussten.
Von dort sind wir dann auf der A 75 nach Threave Castle und Threave Garden kurz hinter dem Ort Castle Douglas gefahren.
Threave Castle ist sehr schön und informativ aufbereitet. Zu erreichen ist es 10 min Fußweg vom Parkplatz bis zum Bootssteg, wo eine Glocke hängt, um den Fährmann zu "rufen". Der bringt euch dann mit seinem kleinen Boot über den gut 20 m breiten Wasserstreifen, der die Castle-Insel schützt. Threave Garden ist keine 5 min entfernt und ein herrlich angelegter riesiger Garten mit dem Threave House auf dem Grundstück. Hier kann man unerwartet viel Zeit verbringen und auch das Café auf dem Gelände genießen.
Es war so schön dort, dass die Zeit nur so davonflog und wir anschließend nicht mehr die A 75 außen an der Küste weiterfahren wollten. So fuhren wir wieder Richtung Dumfries um über die A 701 zur A 1 (M) zu kommen, die wir dann bis an den südlichen Rand von Glasgow gefahren sind. Unser Nachtquartier war dann der Strathclyde Country Park & Caravan Park Site. Hier wurden ADAC und CKE Karte anerkannt wie eine Clubmitgliedschaft und der Preis betrug für uns drei all inclusive 28,90 GBP. Der Platz ist perfekt angelegt top gepflegt.
Unsere frühe Ankunftszeit war gut. So konnten wir noch Tisch und Stühle aufbauen und ich kam dazu, in Ruhe ein paar Leckereien auf den Grill zu legen, während meine Lieben den Rest für unser Essen im Wagen vorbereiteten. Das Essen genossen wir noch bei Sonnenschein im Freien, bevor uns schon wieder erst Abendrot und dann der folgende Sternenhimmel begeistern konnte.
Tagestemperatur bei 22° im Schatten, nachts dann nur noch 9°.
Immer noch: no rain - no midges.

Stockalper am 19 Jul 2017 17:34:47

Ich freu mich schon riesig auf die Fortsetzung!

und keine Angst: die midges kommen sobald Du Glasgow Richtung Nordwesten verläßt (Loch Lomond, Loch Fyne, Loch Long). Da wird das dann schon! Außer Ihr habt Glück und es regnet! Naja, starker Wind hilft auch!

Good luck!

Christoph

bluecamper am 19 Jul 2017 21:51:32

Hallo,

ich freue mich auch schon auf die nächsten Tage.
Versuche es doch nochmal mit den Bildern....

tomfoto am 20 Jul 2017 23:12:38

Dienstag 18.07.

Was soll ich sagen? Sonnenschein am Morgen, Frühtemperatur 15° C und später am Tag dann 24° C im Schatten, den wir regelrecht gesucht haben.
Aber der Reihe nach: auf dem wirklich perfekt gepflegten CP am Rande von Glasgow wird ein Shuttlebus in die Innenstadt hin und zurück für 7,50 GBP / Person angeboten. Nach Rücksprache mit der CP Chefin haben wir das Angebot gerne angenommen, anstatt mit dem Mobil auf einen P&R Platz an einer U-Bahn Station anzufahren und des Rest mit dem ÖPNV zu erledigen. Ein Grund ist die unbekannte Großstadt und der andere Grund die Unsicherheit, das Fahrzeug auf einem solchen Parkplatz zu lassen. Denn dies ist wohl auch spezialisierten Banden bekannt, wenn dort Mobile mit fremden Kennzeichen abgestellt sind. Der CP bietet die Möglichkeit, das Fahrzeug bis 16 Uhr auf dem Platz stehen zu lassen, bevor eine weitere Nacht berechnet wird. Da ausser uns keine anderen Gäste mit dem Shuttlebus fahren wollten, konnten wir uns die Rückfahrzeit selbst aussuchen und dem Fahrer mitteilen.
In der City angekommen, haben wir uns zuerst mal die Central Station angeschaut und dann einen Weg an diversen „sehenswerten“ Gebäuden vorbei zur Glasgow Cathedral zurückgelegt. Dort und auf dem angrenzenden Friedhof Necropolis, dem Vorbild für den Pariser Friedhof „Père-Lachaise“, haben wir viel Zeit verbracht (bis uns die Sonne zuviel wurde). Anschließend sind wir durch die Einkaufsmeile Argyle Street gebummelt und haben uns mit Getränken und Snacks versorgt, bis wir wieder mit dem Shuttlebus zurückgefahren sind.

Die Tagesetappe führte uns über den Motorway M 6 auf die A 82 Richtung Loch Lomond.
Unser eigentliches Übernachtungsziel „Duck Bay“ haben wir jedoch so schnell erreicht, dass wir uns zur Weiterfahrt entschieden haben. Dennoch kann ich die Duck Bay direkt am See mit ihren schön angelegten Wiesen und den darauf befindlichen Picknickplätzen zum freien übernachten empfehlen.
Wir fuhren die A 82 weiter – viel weiter als gewollt, da ich eine Abzweigung verpasst habe. Dies bescherte uns bis kurz vor Inveraray durch das Glen Croe und über einen „Pass“ aber eine super schöne Strecke. Und das dann gleich zwei mal, nachdem ich meinen Fehler bemerkt und umgedreht habe.

Zurück an der zuvor verpassten Abzweigung fuhren wir dann wirklich auf der A 82 weiter Richtung Glen Coe. Nun war inzwischen so viel Zeit vergangen, dass sich ein „Hüngerchen“ bei uns einstellte. Da bot sich dann sowohl zum Essen als auch zur Übernachtung der Pub „The Rod and Reel“ in Crianlarich an – Stellplatz 814 aus Brit Stops 2017. Lecker und reichlich gestärkt, gekrönt vom Whisky der Woche zum Abschluss, haben wir den Wagen trotz des netten Angebots vom Wirt zur freien Platzwahl auf seinem Parkplatz, dann auf dem öffentlichen Parkplatz gegenüber abgestellt. Dort konnten wir auf Asphalt ohne Keile gerade stehen, was über Nacht noch drei andere Mobile nutzten.

Crianlarich – der kleine Ort verdient eine Erwähnung. Es gibt dort einen Pub, eine Pizzeria, ein Best Western Hotel, eine Jugendherberge, eine Bahnstation, einen Polizisten mit Polizeiauto, der morgens um 8 Uhr erst mal seine beiden Border Collies ausführt und einen ganz besonderen Laden. Laden für alles, Post Office, Bankautomat, Tabakladen etc.. Der Ort liegt an mehreren Wanderrouten.

Ach ja, immer noch: no rain – no midges. Aber Mittwoch soll es wohl regnen. Warten wir's ab.

tomfoto am 21 Jul 2017 00:28:25

Mittwoch 19.07.

Aufgewacht in Crianlarich.... bei Sonnenschein. Aber wir sahen immerhin schon mal Wolken am Himmel, wenn auch wie festgeklebt an den Bergspitzen.

Die Tagesetappe führte uns weiter auf der A 82 von Crianlarich durch das Glen Coe nach Fort William. Bei immer noch tollem Wetter durchfuhren wir das unglaublich schöne Glen Coe Tal mit seiner schönen Streckenführung. Zu erwähnen ist vielleicht noch, die notwendige Konzentration trotz der tollen Strecke nicht abreißen zu lassen. Auf den freien Höhenstraßen ist der böige Seitenwind teilweise eine echte Herausforderung.

Nach einigen Fotostopps und dem Besuch im Glencoe Visitor Centre sind wir dann Richtung Süden auf die A 828 abgebogen. Der Weg führte uns zum Castle Stalker, einem beeindruckend wehrhaft wirkenden Turm auf einer kleinen Insel im Loch Linnhe.
Empfehlen kann ich, nach dem Stopp auf dem ausgeschilderten Platz und den Fotos von der angegebenen Stelle, die Straße noch ein Stück weiter südwärts bergab zu fahren. Dort gibt es bald rechts ein Inn mit einem (nicht zu) kleinen Parkplatz, von dem aus man nach wenigen Schritten ans Wasser kommt. Von hier aus, oder auch den Weg rechts oder links weiter gehend, lässt sich das Castle ganz anders betrachten und natürlich auch im Bild festhalten.

Um nach Fort William zu kommen, mussten wir nun die A 828 wieder zurück und dann die Fahrt weiter auf der A 82 nordwärts fortsetzen. Und für alle Zweifler am schottischen Wetter: der Himmel zog sich immer mehr zu. Ziel für die Nacht war diesmal der Glen Nevis Caravan & Camping Card. Auch wenn hier die ADAC und CKE Karten keine Vorteile brachten, war es mit 28,50 GBP die bisher günstigste Nacht auf einem CP.
Nach dem Check in haben wir uns unseren Platz ausgesucht, den Reservierungspin (den wir an der Rezeption bekommen) auf den Platz gestellt und sind erst mal in die Stadt gefahren. Dort waren wir ein wenig bummeln, Vorräte auffüllen, tanken und sind dann wieder zum Platz zurück. An der Einfahrt kamen uns zwei Fahrzeuge bekannt vor und wir trafen eine Familie wieder, die bei Cambridge bereits neben uns gestanden haben.
Das musste natürlich mit einem gemütlichen Abend mit schottischem Bier fortgesetzt werden. Und jetzt Achtung: zuerst hörte der Wind auf, dann kamen die midges und die wurden nach einer halben Stunde vom Regen verscheucht.

So, da waren dann die angeblich typisch schottischen Begleitumstände auch bei uns angekommen.

tomfoto am 25 Jul 2017 11:28:08

Donnerstag 20.07.

Aufgewacht – und es regnet immer noch. Feiner Nieselregen bis ca. 8 Uhr, wobei mich aber ein CP Nachbar aufmuntern wollte, dass es sehr gut noch aufreissen könnte. Bis zur Abfahrt gegen 9.30 Uhr hatte der Regen auch schon aufgehört und je weiter wir von Fort William auf der A 830 wegfuhren, desto klarer wurde der Himmel. Unser Ziel: das Glenfinnan Viadukt – und zwar rechtzeitig vor 11 Uhr, damit wir den Jacobite Steam Train (Harry Potter Zug) mit der „richtig herum“ fahrenden Lok Richtung Mallaig filmen und fotografieren konnten. Zum Glück hatten wir am Vortag noch den Tipp bekommen, am Parkplatz des Visitor Centre vorbeizufahren und so nahmen wir dann leicht bergauf links den freien P. Pünktlich strahlte die Sonne vom Himmel, aber die Wärme und Windstille über dem feuchten Boden gefiel leider auch seeehr vielen midges.
Kaum war alles eingestellt, kam auch schon der Zug. Es war gerade 10.50 Uhr.
Nach den gelungenen Aufnahmen ging es ein Stück zurück Richtung Fort William, um dann rechts auf die A 861 abzubiegen. Diese Single Track Road ist eine sehr schöne Strecke, jedoch muss man halt eine langsame Durchschnittsgeschwindigkeit einkalkulieren.
Unser Zwischenziel war Salen, wo wir das Salen House B&B aufsuchten. Dort haben wir, einem Tipp aus einem WoMO Reisebericht folgend, frisches Brot und Apfelkuchen nach deutscher Machart von der deutschen Inhaberin des B&B gekauft. Einfach lecker!!!
Weiter ging es nach Glenuig, zum „Ardshealach Smokehouse“, einer mehrfach prämierten Lachsräucherei und Delikatessenverkauf, die auch von einer Deutschen betrieben wird.
Direkt nebenan befindet sich das Glenuig Inn, im Brit Stops Buch 2017 die Nr. 844.
Ich wiederhole mich wahrscheinlich, wenn ich die Essensqualität und die Gastgeberfreundlichkeit erwähne. Aber die Betreiber haben es verdient. Stehen dürfte man aber auch ein wenig weiter die Straße entlang, vor dem Gelände der Glenuig Hall. Toller Service der Gemeinde: Toiletten und Dusche in der Glenuig Hall sind von 9-17 Uhr geöffnet und kostenlos nutzbar.
Der Wirt vom Glenuig Inn bietet geführte Seekajak Touren, Tauchflaschenfüllung und diverse andere Wassersportservices an

Bei T-Shirt Temperatur ging es schlafen, und midges waren sehr wenig vorhanden.

tomfoto am 25 Jul 2017 11:28:47

Freitag 21.07.

Gemütlich ausgeschlafen, das Rollo im Alkoven geöffnet und von der Sonne geblendet. So gefällt mir ein Tagesanfang, besonders in Schottland.
Nach dem üblichen morgendlichen Ablauf brachen wir zu unserer Tagesetappe auf, die uns nach Skye führen sollte. Fährabfahrt um 13:30 h bedeutet aber auch, vorher reichlich Zeit zu haben, wenn der Fährhafen Mallaig nur 38 km entfernt ist. Unterwegs fiel uns auf, dass die Bahnstrecke zunehmend näher und parallel zur A 830 verlief. Und zwar die Bahnstrecke von Fort William nach Mallaig, also die Strecke des Jacobite Steam Train (Harry Potter Zug). Kurz hinter einer Bahnstation haben wir angehalten, um vielleicht den Zug hier zu erwischen. Leider hing im „Bahnhof“ kein aussagekräftiger Plan aus, so dass wir unsere Fahrt fortgesetzt haben. Vor dem Hafen durften wir dann auf einem Parkplatz gute 20 min abbummeln, bevor wir in den Hafen einfahren und uns auf eine Wartespur einordnen durften. Dann erst mal die gestern telefonisch vorbestellten Tickets abgeholt und noch ein wenig in Hafennähe bummeln. Den inzwischen eingefahrenen Zug konnten wir dann auf dem Bahnhof ausgiebig hautnah ansehen und fotografieren.
Die Fähre legte pünktlich ab und nach knapp einer halben Stunde fuhren wir dann aus der Pool-Position auf Isle of Skye. Vom Fährhafen Armadale führte die A 851 zur A 87, die wir natürlich nicht nach Süden zum Festland fuhren. Also, links abbiegen Richtung Sligachan und dort wieder links, diesmal auf A 863 Richtung Dunvegan. Von dieser Straße geht nach wenigen Kilometern wieder eine Straße nach links (B 8009), die den Weg nach Talisker und somit zur gleichnamigen Destillerie weist. Aber noch vor Talisker sind wir wieder links abgebogen. Ausgeschildert ist diese, einer Achterbahn ähnliche, Single Road nach Glenbrittle. Aufmerksame Fahrer sehen auch das kleine Holzschild, das unser eigentliches Ziel, die Fairy Pools, nennt. Nach ca. 6-7 km sind wir links auf einen Waldparkplatz gefahren, was im Nachhinein eine topp Entscheidung war, um von dort noch knapp einen Kilometer die Straße bergab zu gehen, bevor unübersehbar der Einstieg zum Wanderweg begann.
Gut 2 km mit dauerhaft fantastischem Blick auf den Vulkankranz, der den Großteil der Insel geschaffen hat, gingen wir zum Bachlauf mit etlichen kleinen Wasserfällen und den darunter entstandenen „Fairy Pools“. Alles sehr schön anzusehen, etwas mehr Wasser wäre aber noch schöner gewesen.
Die letzte Etappe des Tages führte dann wieder über die A 850, 864 und 863 weiter nach Edinbane zum dortigen Skye Camping & Caravaning Club.
Wer nach Schottland fährt, solche Strecken verpasst oder / und zu wenig Zeit für Skye einplant, ist selber schuld. Die einzige Entschuldigung wäre, schon mal auf der Insel gewesen zu sein.
Auf dem Platz wurde unsere CKE, nicht aber die ADAC Karte anerkannt, um uns zum Membershippreis von immer noch 32,15 GBP zu verhelfen. Der heutige Tag war wieder trocken und knapp über 20° C warm, die ganze Zeit über mehr oder weniger heiter bis wolkig.

tomfoto am 25 Jul 2017 11:29:24

Samstag 22.07.

Das mit der Sonne von früh bis spät glaubt mir hier wahrscheinlich eh niemand, bevor ich die passenden Bilder hochgeladen habe... Aber so begann halt wieder unser Tag.

Der angesagte Tagesausflug führte uns zunächst über die A 850 von Edinbane nach Portree. Die beschauliche „Inselhauptstadt“ mit ca. 2000 Einwohnern bietet uns erst mal einen großen CoOp zum Einkauf. Mit einer sichtbar auf dem Beifahrersitz platzierten Einkaufstasche des Marktes (Insidertipp) ließen wir unseren Wagen im hinteren Teil des Parkplatzes stehen und gingen gut 10 min zu Fuß ins Zentrum. Dort gibt es zwar noch einen Parkplatz auch für Wohnmobile, der aber schnell voll sein kann und nicht gerade großzügig angelegt ist. Also mit langen Fahrzeugen (8m +) erst gar nicht anfahren.
Im städtchen gibt es die viel fotografierte bunte Häuserzeile im Hafen, wo es einen guten Laden für Fish&Chips gibt, die nun auch mal probieren wollten. Danach noch ein kleiner Bummel durch die „Einkaufsstraße“ und mit einem leckeren „Caledonian“ Eis zurück zum WoMo.

Weiter ging es auf der A 855 nordwärts und nach nicht allzu langer Fahrt erreichten wir den P unterhalb des Old Man of Storr. In gut zwei Stunden rauf, oben eine gute Runde gedreht, viele Fotostops eingelegt und wirder runter zum Auto. Bitte gutes Schuhwerk mitnehmen, sonst gibt`s leicht aua. Es ist schon ein beeindruckendes Werk der Natur, wie sich diese Felsformationen dort präsentieren.

Weiter Richtung Norden gibt es noch den „Kilt Rock“, wie die Steilküstenformation ihrem Aussehen nach benannt wurde. Vom gleichen Aussichtspunkt mit gut anzufahrendem Parkplatz sieht man auch einen Wasserfall. Erstens ist er bei wenig Wasser nicht besonders beeindruckend und zweitens waren wir von Norwegen sowohl verwöhnt als auch gesättigt, was Wasserfälle angeht. Aber dieser hier stürzt halt direkt ins Meer.

Der weitere Weg über die A 855 um die Nordspitze der Halbinsel Trotternish ist eine echte Traumstraße. Es war inzwischen die Stunde zwischen 19 und 20 Uhr, also mit Abendsonne. Die Farben wurden zunehmend schöner. Hätten wir nicht den CP bereits gebucht und bezahlt gehabt, so wären wir sicherlich mit Traumaussicht diese Nacht irgendwo frei an der Küste geblieben. Zugegeben, um diese Zeit waren schon sehr viele Stellmöglichkeiten dafür schon in Beschlag genommen.

So fuhren wir weiter nach Edinbane, nahmen unser Abendessen zu uns und genossen vor dem Wagen sitzend Sonnenuntergang und Abendrot. Man muss halt nur den Absprung ins Bett finden, denn auch Mitternacht leuchtet der Horizont noch schön orange.

Fazit: Skye? - Immer wieder gerne!!!

Übrigens: ich schreibe die Berichte auf word vor, denn hochladen geht nicht. Mit Glück bekomme ich hier zwei Balken Telefonnetz, vom Onlinezugang kann ich trotz britischer Netzkarte nur träumen. Also werden bald mehrere Tage erscheinen.

tomfoto am 25 Jul 2017 11:30:01

Sonntag 22.07.

Wegen des tollen Wetters und dem Familienwunsch, heute mal nur einen halben Tag unterwegs zu sein und hinterher mehr zu entspannen, haben wir uns für eine dritte Nacht auf Skye entschieden. Diese Zeit konnten wir auch als Waschtag nutzen, denn wir haben fast alle Sommersachen bereits durchgeschwitzt und haben noch zwei Wochen vor uns.

Unser Ausflug führte uns zuerst zum Neist Point Lighthouse. Dafür biegt man von der A 863 zwei km südlich von Dunvegan auf B 884 ab, ausgeschildert nach Glendale. Diese Strecke und der weitere Weg sind eine Single Track Road mit teilweise steilen Passagen.
Doch der Weg lohnt. Die Lage des Neist Point Leuchtturms ist schon aussergewöhnlich und sehr schön anzusehen. Wer Tierbeobachtung mag, sollte sein Fernglas nicht vergessen. Den Flugmanövern diverser Wasservögel und insbesondere der nett anzusehenden Papageientaucher darf gerne ein paar Minuten länger zugesehen werden. Der Fußweg zum Leuchtturm ist nicht geeignet für FlipFlops und Co.. Festes Schuhwerk ist hier angesagt und ein Mindestmaß an Fitness wäre auch nicht schlecht.
Ausnahmsweise mal ein Ort, der kostenlos zu besuchen ist.

Ganz im Gegenteil zu unserem nächsten Ziel. Zurück nach Dunvegan, den Ort der Beschilderung folgend durchqueren, fuhren wir zu Dunvegan Castle. Am Ticketschalter zeigten wir wieder unsere Historic Scotland Explorer Pässe vor und wunderten uns über die Antwort: „Sorry Sir, we don't work with it - we are private.“ Das bedeutete 13 GBP mal drei Personen. Dies war uns der Spaß nicht wert und wir fuhren zum Campingplatz in Edinbane zurück. Nach Befüllung der Waschmaschine machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Edinbane Inn. Dort gab es von 15 bis 17 Uhr Livemusik und anschließend sehr leckeres Essen.

Den Abend haben wir noch mit netten Stellplatznachbarn mit einem oder mehr Bierchen verbracht. Nett war's.

Morgen verlassen wir die Insel wieder und werden noch etwas Richtung Norden fahren.
Ach ja, schon wieder waren 24° C im Schatten.

tomfoto am 26 Jul 2017 12:17:29

Montag 24.07.

Abreisetag von der Isle of (blue) Skye. Nach drei Tagen Hochsommer auf dieser außergewöhnlich schönen Insel, geht es nun wieder auf das Festland zurück.
Entlang der A 87 fuhren wir zuerst bis Broadford, wo es die günstigste bisher gesehene Tankstelle (1,119 GBP) gibt mit dem nebenan befindlichen CoOp Supermarkt, um Nahrung für Mensch und Maschine nachzufüllen.
Über die Skye Bridge (Kyle of Lochalsh) fuhren wir nach Eilean Donan Castle. Wie bereits in Dunvegan wurde auch dort unser Historic Scotland Explorer Pass nicht anerkannt. Also haben auch wir hier nur das Castle ausgiebig von aussen betrachtet und fotografiert, denn die zugänglichen Räumlichkeiten waren uns nach bebilderter Erläuterung durch die nette junge Dame an der Kasse den Eintritt nicht wert.

Ein Stück auf der A 87 zurück, dann rechts abbiegen auf die A 890 schlugen wir den Weg nach Norden ein. Nur wenige Meilen später bogen wir auf die A 896 ab. Nach reiflicher Überlegung der zu erwartenden Fahrzeiten und unseren weiteren Reiseplänen, habe ich mich dann gegen den Weg über den Pass nach Applecross und anschließend die Küstenstrasse weiter Richtung Shieldaig entschieden. Bei Kinlochewe wechselten wir auf die A 832 und fuhren zu den Inverewe Garden. Wirklich sehr schön und weitläufig angelegt, kann man hier viel Zeit verbringen.
Bemerkenswert fanden wir die Öffnungszeit des Visitor Centres, des Shops und der Eingangskasse bis 18 Uhr während wir bis 21 Uhr in den Gärten und auf dem Parkplatz bleiben durften.

Wir fuhren gegen 19 Uhr weiter und steuerten an der A 832 den CP Northern Light Camping bei Badcaul an. Ich hatte diesen Platz irgendeinem Reisebericht entnommen und werde diesen hier nicht weiterempfehlen. Nach einer Platzrunde sind wir weitergefahren, ohne den Motor ausgeschaltet zu haben. Die Stellplätze waren uns zu schräg und der Rest war auch nicht gerade einladend. Vielleicht stand deshalb auch nur ein Camper auf dem Platz. Nur wenige Meilen weiter erreichten wir Dundonnell und sahen auf dem Parkplatz gegenüber von Hotel und Pub drei WoMos stehen. Ein Schild bat um Anmeldung bei der Hotelrezeption und so ging ich hinüber. Meine Frage nach Essen und Trinken im Pub und anschließender Übernachtung auf dem Platz wurde gewohnt britisch freundlich beantwortet:
Of course, no problem. You're welcome.
Benutzung der Toiletten und einer Dusche inclusive.
Die Übernachtung wird Campern ohne Verzehr im Haus mit 10 GBP in Rechnung gestellt.
Gekrönt wurde unser Aufenthalt mit einem (schwachen) WLAN, mit dem ich endlich wenigstens die Texte hier einstellen kann und dann auch noch mit schottischer Live Musik ab 20.30 Uhr.

Auch wenn der Parkplatz direkt an der Straße lag, habe ich nie zuvor solch eine Stille erlebt. Obwohl kein Licht weit und breit zu entdecken war, verhinderte eine Wolkendecke, in dieser Nacht Aufnahmen des Sternenhimmels zu machen.
Es gab eine tief in den Bergen hängende Wolkendecke und trotzdem blieb es auch in dieser Nacht trocken.

tomfoto am 26 Jul 2017 12:18:40

Dienstag, 25.07.

Heute blieben wir ein wenig länger in den Betten, denn die Wolken hüllten immer noch die Berge in Nebel und verhinderten so unseren geplanten Tagesablauf. Eigentlich wollten wir nahe Dundonnel zu einer Bergwanderung zum An Teallach aufbrechen, doch ohne die Belohnung mit tollen Ausblicken von oben, hatten wir keine Lust darauf. So führte uns der weg weiter nach Ullapool. Dort schlenderten wir etwas herum und besuchten die Highland Stone Pottery mit ihren ziemlich überteuerten Exponaten.

Unsere Fahrt führte zunächst 12 Meilen zurück über die A 835 und weiter bis hinter Contin, wo wir über die Nebenstrecken A 832 und A 833 zum Loch Ness fuhren. Über Drunadrochit kamen wir zum Urquhart Castle. Nachdem bereits in Ullapool die Wolkendecke anstieg und auflockerte, hatten wir hier nun unser Schottlandwetter wieder - blauer Himmel mit weißen Wolken und Sonnenschein. Es war mittlerweile 16 Uhr und so ergatterten wir noch eine Lücke auf dem viel zu kleinen Parkplatz. Es waren fast keine Reisebusse mehr vor Ort und die sonst allseits anzutreffenden chinesischen Reisegruppen waren nicht vorhanden.
Ja, es gibt verschiedene Meinungen über diese toten Steine, aber ich fand es toll. Zugegeben, die Anlage hat sich seit meinem ersten Besuch auf Motorradtour vor 35 Jahren deutlich verändert.

Weitere Anlaufstellen gab es nicht, denn das Loch Ness Visitorcenter in Drumbadrochit erreichten wir erst 5 Minuten vor Toreschluss um 18 Uhr. In der Touristeninformation am Parkplatz ließ ich mir noch die umliegenden Campingplätze nennen, denn der örtliche gefiel uns zwar von der Anlage her, jedoch nicht von der Lage in der Kurve der Verbindungsstrasse nach Fort Augustus. Nach Fort Augustus führte uns der letzte Weg des Tages, nachdem wir von Drumnadrochit den vorletzten freien Platz für uns reserviert hatten.

Ein großzügig angelegter Platz mit WLAN und ordentlichen Sanitärgebäuden für 30 GBP all inclusive.
Und die Abendtemperaturen lagen immer noch bei 16° C.

mhf22 am 26 Jul 2017 16:16:56

tomfoto hat geschrieben:Nur wenige Meilen später bogen wir auf die A 896 ab. Nach reiflicher Überlegung der zu erwartenden Fahrzeiten und unseren weiteren Reiseplänen, habe ich mich dann gegen den Weg über den Pass nach Applecross und anschließend die Küstenstrasse weiter Richtung Shieldaig entschieden.


schade da habt ihr echt was verpasst...

Michael

tomfoto am 27 Jul 2017 00:26:12

Mittwoch 26.07.

Der dreizehnte Reisetag, auf Pitch Nr. 13 – und es regnet, als wir aufwachen.
Wir stehen noch auf dem Platz in Fort Augustus und so nutzen wir nach den alltäglichen Morgenritualen und der Fahrzeug V/E die Möglichkeit, den Wagen auf dem P des CP stehenzulassen. Zu Fuß erreichen wir nach wenigen Minuten die Schleuse am Caledonian Canal. Abgesehen vom Regen hatten wir Glück, denn die Schleuse war in drei von fünf Kammern mit Yachten aus NL, S, N und den USA bestückt. Auch wenn das Leben mit Reisemobil und Boot viele Gemeinsamkeiten hat, so braucht das Schleusen über fünf Stufen doch so viel Geduld, wie eine Reise zu Ferienende auf der A1.

Heute ist unser Ziel Fort George. Für die Fahrt entschieden wir uns für die weniger „berühmte“ Strecke am Loch Ness, die B 862 und B 852, gegenüber von Urquhart Castle. Großteils eine Single Track Road, aber nicht nur wegen der Aussicht eine sehr schöne Streckenführung. Auf dem Weg nutzten wir noch spontan die Möglichkeit, mal bei den „Falls of Foyers“, wo es mal wieder Spuren des Dichters Robert Burns gab.
Bei Erreichen von Inverness führte uns der Strecke direkt zu einem sehr großen Tesco Markt mit gegenüberliegender sehr günstiger Tankstelle.

Weiter ging es zunächst zum Culledonian Battlefield. Es ist irgendwie beeindruckend aber auch erschreckend zugleich, wenn man dieses ehemalige Schlachtfeld begeht und an die dort stattgefundene Schlacht denkt. Schon auf der Fahrt dorthin riss der Himmel auf und wir besuchten diese historische Stätte wieder bei strahlendem Sonnenschein.
Anschließend fuhren wir weiter nach Fort George. Zu unserem Bedauern lasen wir auf dem Schild am Parkplatz, dass der letzte Einlass um 16.45 Uhr war. Leider war es schon etwas später. Zum Glück lag der für heute Nacht ausgesuchte Übernachtungsplatz aus Brit Stops 2017 direkt auf der anderen Seite der Ortschaft Ardersier. Platz Nr. 839, die Connage Highland Dairy & Cheese Factory. Dem ausgehängten Schild folgend rief ich die Nummer von Jill an, die uns mit einem freundlichen „You're welcome. Park where ever you like.“ begrüßte. Ein wirklich idyllischer Platz auf dem Hof, wo außer dem gelegentlichen Blöken der benachbarten Schafe nichts zu hören war. Morgen werden früh werden wir im Hofladen mal leckeren Käse kaufen, bevor es weitergeht.

57°33'29“ N, 4°2'9“ W

tomfoto am 28 Jul 2017 00:27:40

Donnerstag 27.07.

Heiter bis wolkig werden wir heute zum Tag empfangen. Es war super ruhig und entspannend in der Nacht. Die Schäfchen nebenan wollten ja auch mal schlafen.
Wie geplant haben wir vor der Abreise erst mal den Hofladen besucht und dort selbst hergestellten Cheddar gekauft.

Anschließend holten wir den gestern verpassten Besuch von Fort George nach, das viel interessanter und weitläufiger war als erwartet. Die am Eingang erhaltenen Audioguides in deutscher Sprache waren sehr hilfreich und wir haben noch nicht mal alles gehört und gesehen, da waren schon die ersten 90 Minuten um. So langsam näherten wir uns wieder dem Ausgang, gaben die Audioguides zurück und starteten unsere Tagesetappe.

Ein kurzes Stück Richtung Aberdeen und dann rechts ab über die A 939, Zielrichtung Braemar. Auf dieser landschaftlich wieder sehr reizvollen und abwechslungsreichen Strecke fährt man zum einen durch eines der top Skigebiete Schottlands und auch eine ganze Zeit lang auf dem Malt Whisky Trail. In den Bergen hatten wir auch das Glück, eine Herde kapitaler Hirsche am Hang zu sehen.
Diverse bekannte Destillerien liegen nahe der Strecke am River Spey und die Zufahrtsstraßen dorthin sind jeweils ausgeschildert.
Doch der heutige Programmpunkt hieß: Balmoral Castle.
Ankunft 15.55 Uhr, wir wollen ja schließlich pünktlich zum Fünf-Uhr-Tee bei Lisbeth erscheinen...

Auch hier nahmen wir gerne die Audioguides in deutscher Sprache an und folgten der toll ausgeschilderten Route. Echt interessant und sehr schön anzusehen. Wir waren zwar rechtzeitig im Café und hatten schon mal den Tee bestellt, doch Lischen kam nicht. Schade!

Also Audioguides zurück und den Shutlleservice zum Ausgang wahrgenommen, setzten wir unsere Fahrt noch ein paar Minuten fort, um in Braemar auf dem Braemar Caravan Park den Nachtplatz aufzuschlagen. Ein kleiner Spaziergang durch den netten Ort und wir kehrten im „The Invercauld Arms Hotel“ in der Bar zum Essen ein. Very british !!!
Diese Karomuster auf dem Teppich zu den ebenfalls Karo gemusterten Stühlen entsprechen nicht zwingend dem deutschen Geschmack...
Abgerundet haben wir das Mahl mit einem seeehr torfigen und „smoky“ Single Malt.

Bis auf 5 Minuten Regen hatten wir auch heute wieder einen mehr heiter als wolkigen Tag.

tomfoto am 29 Jul 2017 23:16:00

Freitag 28.07.

Heute war mal lange schlafen angesagt. Die heutige Etappe ist nur ca 80 km bis Balir Atholl bei Pitlochry.
Direkt nach dem Verlassen des CP in Braemar geht es über die A 93 direkt hoch in zur Glenshee Ski Area. Die Passhöhe ist umgeben von mehreren Munros, den Bergen über 1000 Fuss. Hier oben gibt es zahlreiche Liftanlagen und die Stäbe am Fahrbahnrand lassen nur erahnen, was die Schotten hier im Winter an Schnee erwartet. An den oberen Graten zwischen den einzelnen Erhebungen entdecken wir mehrere große Hirschherden. Zwei Gruppen vereinen sich um dann wie von Geisterhand gesteuert gemeinsam loszulaufen und über den Grat zu verschwinden.

Ansonsten war die Fahrt nur begleitet von der unendlichen Weite und Naturschönheit der Highlands.
Bevor wir Pitlochry erreichten, lag links der Straße die Destillerie Edradour, Schottlands kleinste und zugleich die letzte ihrer Art, die den Whisky „handmade“ herstellt. Die Tour mit der ordentlichen Verköstigung, geleitet von der nur 19jährigen Heather war hervorragend. Heather sprach sehr deutlich, war witzig in ihren Ausführungen und ließ den Film mit deutschen Untertiteln ablaufen, da nur Briten und Deutsche als Teilnehmer dabei waren. Ihrem Versprechen vertrauend, dass die Getränke im hauseigenen Shop nicht teurer als in anderen Läden sind. Haben wir uns auch mit leckeren hauseigenen Tröpfchen bersorgt.

Ein kurzer Aufenthalt in Pitlochry diente erst mal nur zur Verpflegungsauffüllung.
Dabei sahen wir den Edradour Whisky dann gut 15% über den Preisen, die wir zuvor im Shop bezahlt haben.
Wir hatten den Platz in Blair Atholl, direkt am Blair Castle, telefonisch für 2 Nächte vorgebucht. So können wir ohne nennenswerten Aufwand die diversen Ankaufpunkte für uns Touristen in den nächsten Tagen anfahren und haben auch noch Zeit für Entspannung.

Der Vollständigkeit halber: tagsüber mehr heiter als wolkig mit annehmbaren Temperaturen und nach dem Abendessen kam der Regen. Mal sehen, wie lande der anhält.

tomfoto am 03 Aug 2017 00:58:19

Samstag 29.07.

Ohhh, gestern Abend war es spät und bierselig. Wir hatten Besuch von unserem neuen Reisefreunden, die mit dem Wohnmobil unserer Freunde unterwegs sind. Ich hatte das Fahrzeug ja zufällig schräg gegenüber von uns auf Slye entdeckt und die beiden Insassen angesprochen. Nachdem wir sie nochmals in Ullapool gesehen und die Rufnummern ausgetauscht hatten, sind wir in Kontakt geblieben und haben uns jeweils über unsere Touren auf dem Laufenden gehalten. Dabei kam noch eine Überschneidung heraus, nämlich hier in Blair Castle. Verabredungsgemäß haben wir uns hier getroffen und es wurde eine genauso netter wie auch langer Abend.

Dafür haben wir nun ohne Limit ausgeschlafen, denn wir wollten ja noch eine Nacht bleiben und uns nur die nähere Umgebung ansehen.

Mittags sind wir dann losgefahren. Vom Platz nach rechts auf die A 9 kamen wir nach wenigen Minuten auf die Abzweigung nach links auf die B 847. Achtung: Kamera bereithalten und einen Halteplatz finden (was wir verkehrsbedingt nicht geschafft haben).
Es gibt eine tolle Kombination aus einer Kurve unter einer Brücke und dem gegenüberliegenden Gebäude. Hinter der Kurve ist auch ein Einstieg zum Canyoning, was lokal (z.B. am Visitor Center Killiecrankie) buchbar ist. Von der B 847 auf die B 846 kann man auch (wie wir) durch eine nicht nummerierte Straße mit toller Streckenführung durch den Wald offiziell abkürzen. Über Tummel Bridge führt nun der Weg oberhalb entlang des Loch Tummel zu einem „Queens View“ genannten Aussichtspunkt, der es Queen Victoria sehr angetan hatte. Weiter die Straße entlang bis diese auf die A 9 trifft und dann nach links wieder Richtung Blair Atholl. Doch bevor sich der Kreis schloss, haben wir das Besucherzentrum Killiecrankie angefahren, um von dort noch einen einstündigen Spaziergang aus dem ADAC Reiseführer abzugehen. Dieser ist nur ein Abschnitt aus einer 5-6 stündigen Wandertour und führt zu historischen Punkten im Zusammenhang mit der Schlacht von Killiecrankie stehen. Die Geschichte und Hintergründe dieser Schlacht sind im kostefreien Besucherzentrum sehr schön dargestellt. Auf dem Spazierweg am Fluss entlang kommt man noch zu einer kleinen Brücke mit sehr schönem Blick in die Schlucht des Flusses. Dort haben wir dann umgedreht und sind nach wenigen Schritten auf dem Rückweg rechts nach oben abgebogen. Über diese Rettungszufahrt kamen wir zur A 9 und nach gut einem Kilometer wieder zum P des Besucherzentrums.

Von dort haben wir nur noch den kurzen Rückweg zum CP angetreten. Abends war nur noch grillen und Spieleabend angesagt.

tomfoto am 03 Aug 2017 01:00:46

Sonntag 30.07.

Gemütlich ging es heute in den Tag. Heiter bis wolkig ist die angesagte Wetterlage und ein Schauer stört uns nicht - solange wir im Auto sitzen.

Der Weg führte uns zunächst nach Stirling, wo Wallace Monument, das Castle und ein Stadtbummel angesagt waren. Über solche Castle hat jeder seine eigene Meinung, weshalb ich hier keine Bewertung dazu abgeben möchte. Die Besuchermenge an einem Sonntag ausser Acht lassend, empfanden wir die Ausstellungen informativ und ansehnlich gestaltet. Uns beeindruckt auch immer wieder, was für Bauwerke die Schotten vor so vielen Jahren errichtet haben. Und noch dazu in dieser Menge. Abgesehen von der nachvollziehbaren kommerziellen Ausschöpfung dieser Anlagen ist einfach irre, wie viele davon im Land vorhanden sind. Schade, dass etliche davon in den zahlreichen Kriegen so zerstört oder beschädigt wurden.

Ein Tipp zur Anfahrt: sucht auf den Straße im Tal nach Parkmöglichkeiten. Die Anfahrt zum offiziellen P oben am Castle ist nicht schön genug, um oben dann keinen Platz zu bekommen.

Von Stirling führte unser Weg weiter nach Falkirk, zum Schiffshebewerk Falkirk Wheel auf der einen und den Kelpies im Helix Park auf der anderen Stadtseite. Beide Punkte sind durch erstklassige Ausschilderung leicht zu finden. Lag es an der Zeit nach 17 Uhr oder nur an der Tatsache, dass wir jeweils den ersten / äußeren P angefahren haben? Auf jeden Fall haben wir bei beiden Attraktionen keine Parkgebühren gezahlt. Das Hebewerk haben wir uns in Ruhe in Aktion angesehen, als eines der Besucherboote darin nach unten gebracht wurde. Übrigens: die Kelpies auf dem oberen P am Wheel sind nur kleine Appetithäppchen, um dann zu den großen Originalen zu fahren.
Die sind dann auch wirklich beeindruckend und grooooß. Die Anlage drum herum ist ansprechend gestaltet und der Spaziergang vom ersten P dahin am Kanal entlang recht kurzweilig.

Nun waren wir noch nicht müde und eingten uns schnell, den weg noch bis Edinburgh fortzusetzen. Ausgesucht hatten wir uns dort den Platz vom CaravanClub am Marine Drive.
ADAC / CKE bringt hier 12 GBP Nachlass pro Nacht - eine stolze Summe. Dann blieben immer noch 31,70 GBP für uns drei all incl. über. Glück gehabt, denn wir ergatterten den letzten nicht vorgebuchten Platz.

tomfoto am 04 Aug 2017 01:08:42

Montag 31.07.

Jetzt erst mal korrekt: wir stehen auf „Edinburgh Caravan Club Site“ vom Caravan and Motorhome Club, Marine Drive, Edinburgh.

Nach viel Fahrerei durch wunderschöne Landschaften und etliche Besichtigungen in den vergangenen zwei Wochen, war uns jetzt etwas mehr nach „Slow Motion“.
So fuhren wir erst gegen 11 Uhr mit dem fußläufig erreichbaren Bus der Linie 16 in die City von Edinburgh. Das Tagesticket kostet für Erwachsene 4,00 GBP und das Familienticket 8,50 GBP. Der Zwischenstopp am Ocean Terminal zur „Royal Yacht Britannia“ war für uns nicht lohnenswert. Wer jetzt extrem auf die royale Vermarktung der Briten oder/und deren (ehemalige) Besitztümer steht, kann im zweiten Stock der Shopping Mall Ocean Terminal reichlich Eintritt bezahlen. Dafür geht es durch eine themenbezogene Ausstellung und von dort aus direkt auf das Schiff. Wir haben darauf verzichtet, denn so etwas dauert wieder ein paar Stunden und die wollten wir dafür nicht aufbringen.
So setzten wir die Busfahrt bis zur Haupteinkaufsstraße „Princess Street“ fort.
Ein wenig dort entlang bummeln, den ein oder anderen Laden aufsuchen, ein Häppchen Essbares auf die Hand und bald waren wir oben. Wo das Castle über der Stadt thront.
Zwei Umstände gefielen uns nun gar nicht. Da waren die für geschätzt 10.000 Zuschauer ausreichenden aufgebauten Tribünen, die ab nächster Woche täglich gebraucht werden und dann noch diese Menschenmengen. Unübersehbar dabei die Vielzahl chinesischer Touristen. Aber die Besucheranzahl wird anlässlich der Festwochen (mit dem Edinburgh Military Tattoo) noch weiter steigen.

Wir verzichteten für heute auf die Besichtigung des Castle und bummelten dafür die Royal Mile entlang. Die Royal Mile verbindet das Castle (oben) mit dem Holyrood House (am unteren Ende), den beiden royalen Prachtbauten der Stadt. Hier entlang findet man eh die meisten sehenswerten alten Gebäude der Stadt. Interessant ist auch immer wieder ein Abstecher in die ein oder andere Seitengasse.

Ein kleines Highlight für uns war dazwischen die Teepause in Calindas Tea Room an der Royal Mile.
Der Laden war so einladend, das wir freiwillig mehr als 10 Minuten auf einen frei werdenden Tisch gewartet haben. Das tat uns kurz darauf noch eine Familie aus dem Schwabenland gleich.
Und es hat sich gelohnt! Zur besten britischen Tea Time nahmen wir unser „Gedeck“ zu uns: a pot of tea and a froot or plain scone with butter, jam and cream. Mmmmmhhh!!!
Booahh, war das schön kitschig hier. Der Tea Room hatte gerade mal sechs Tische und die Wände waren voll. Abgesehen davon passte kein Geschirrteil zum Nächsten, ebenso wie die bunt gemischten Bestecke.
Wir haben nach so viel Harry Potter Kulissen der letzten Wochen das Thema nun auch in Edinburgh fortgesetzt. Über die Straße King IV. George Street ging es zum Greyfriars Kirkyard, zum Grab von Tom Riddle.

Danach traten wir den Rückweg mit dem Bus zum Campingplatz an. Dort gab es nur noch Abendessen und zum Abschluss noch ein Teil Harry Potter von DVD, womit wir in diesem Urlaub dann alle acht Filmteile durch hatten.

tomfoto am 04 Aug 2017 01:09:35

Dienstag, 01.08.

Heute ging es wieder in die Stadt. Diesmal blieben wir etwas länger im Bus der Linie 16 sitzen und stiegen erst oben am Berg aus, so dass wir nur noch quer zum Castle und über den Grassmarket gehen mussten.

Mit unserer „Membership“, dem Scottish Historic Explorer Pass, kamen wir ohne Wartezeit an der Kasse ins Castle. Bis hierher hätten wir bereits über 200 GBP an einzelnen Eintrittsgeldern auf der Reise zahlen müssen, also hat sich der Pass schon längst gelohnt.

Im Castle, das schon allein mit seiner Größe beeindruckt, waren die Besuchermengen nach unserem Ermessen schon zu groß. Doch das ist noch längst nicht die Spitze dessen, was diese Sehenswürdigkeit oft erlebt. Die Warteschlangen zur Besichtigung der (einzig ursprünglichen) britischen Kronjuwelen, bestehend aus Krone, Schwert und Zepter reichten bis hinter die Tafel, die 30 Minuten Wartezeit anzeigte. Und das jeweils an beiden seitlichen Eingängen. So entschieden wir uns erst mal für ein anderes Gebäude. Als wir dort wieder herauskamen, ging gerade ein Regenguss nieder und wir sahen, dass an einer Seite niemand mehr draussen anstand. Und so kamen wir auch innen bis zum ersten Ausstellungsraum durch und waren nach wenigen Minuten schon bei den Hauptattraktionen angelangt. Wieder aus dem Gebäude heraus, sahen wir die Wartereihe auf dieser Seite, dank unzähliger Gäste aus dem Reich der Mitte, bei mittlerweile fast 60 Minuten. Grins!!!

Nach gut 2 Stunden hatten wir genug gesehen, schauten uns ausserhalb noch gestern ausgelassene Gebäude an und gingen dann wieder zurück zur Princess Street, wo die Busse abfuhren. Hier trennte ich mich von der Familie, die schon mal zum CP zurück fuhr. Ich wollte unbedingt noch etwas fotografieren und anschließend noch eine „Gruseltour durch die Unterwelt“ mitmachen. Doch so weit kam es dann nicht mehr. Ich hatte ja noch 90 Minuten Zeit bis zur Führung. Fotografierziel 1 war die große Parallelstrasse zur Princess Street – fiel aus! Hier waren so viel Bühnen, Bars und Absperrungen für das Festival errichtet, das man kein Bauwerk oder Denkmal frei in den Sucher bekommen konnte. Also ging ich in die Gasse zwischen den beiden grossen Straßen, die mir dann sehr gut gefallen hat. Hier gab es neben unzähligen einladenden Bars und Restaurants, unter anderem „Jamie's Italian“ von Jamie Oliver, auch noch etliche ursprüngliche private Läden und nicht nur große Ketten. Und der von mir besuchte „Plattenladen“ war der Knaller. Zwei Etagen voller „records“, viele Oldies und fast alles wahlweise auch als „Schallplatte“. Beatles „Abbey Road“, Pink Floyd, Led Zeppelin und und und...
Neuerscheinungen natürlich auch, aber die gibt’s ja überall.

Nur als ich dort endlich rauskam, erwartete mich ein Regenguss vom Feinsten. Und keine einzelnen Wolken in der graue Decke über mir zu erkennen. Das hieß nichts Gutes und ich verzichtete auf den Aufstieg zum Calon Hill und somit auf Fotos der Stadtansicht von oben. Auch wieder zurück zur Royal Mile für meine Untergrundtour wollte ich nun nicht mehr. Also direkt zur Haltestelle der Linie 16 und zurück CP. Irgendwie waren meine Füße auch schon müde.

Nun gab es nach dem Abendessen noch ein gemütliches Beisammensein mit spontanen CP Bekannten, einer anderen Familie mit WoMo aus Wuppertal, denen aber Schottland noch bevor steht.

tomfoto am 05 Aug 2017 00:32:26

Mittwoch, 02.08.

Letzter Tag in Schottland!

Wir möchten keine Tage mit allzu großen Fahrstrecken mehr haben. Darum haben wir uns schon für den heutigen Tag zum Beginn der finalen Südreise entschieden.
Vom Platz in Edinburgh wählten wir die Strecke über die A 68 Richtung Süden.

Der erste Halt war dann an der Melrose Abbey. Einerseits beeindruckend, was die Katholiken damals in Schottland aufgebaut haben, andererseits erschreckend, mit welcher Endgültigkeit die Engländer dies alles zerstört haben.
Zwar war die erste Abbey unserer Reise schöner herausgeputzt, doch hier gab es erheblich mehr zu sehen. Auch wenn es eng ist und mit 74 ungleichen, kleinen und steilen Stufen in einer durchgehenden Wendeltreppe nach oben geht, es lohnt sich diesen Weg auf das „Aussichtsdach“ zu nehmen. Ganz neue Perspektiven des großen alten Friedhofs und der Abbeyruine eröffnen sich von dort oben. Einfach mal stehen bleiben und wirken lassen. Im Garten gibt es dann nett angelegte Beete, mit denen man alles Sinne „testen“ kann. Die fast überall obligatorischen Audioguides sind sehr gut gemacht, aber manchmal sind die reichlichen Hintergrundinformationen einfach „too much“ und so werden einige sicher mit dem zufrieden sein, was man in Reiseführern oder Wikipedia zusammengefasst darüber lesen kann.

Weiter ging die Fahrt wieder über die A 68, doch diesmal nur eine kurze Strecke und schon waren wir in Jedburgh. Die nächste Abbey wartete auf uns.
Dieses „Gebäude“ hat uns am meisten beeindruckt. Erst mit den Ausgrabungen nach Entdeckungen von Archäologen im Jahr 1983 wurden die ursprünglichen Abmessungen klar. Es war ein riesiger Komplex, mit Gebäudeteilen, die in unterschiedlichen Richtungen
vom zentralen Bau abzweigten. Darin befanden sich viele Räume für unterschiedliche Nutzung durch die Mönche. Aber auch die angrenzenden Freiflächen hatten ihre klare Bestimmung. Dieser Bau war sogar auf mehreren Ebenen angelegt. Ohne den Audioguide wäre uns hier vieles nicht klar geworden.

Anschließend hieß es nun endgültig: „good bye Scotland“. Und England empfing uns mit dem üblicherweise als typisch nachgesagten Sauwetter. Starker Wind, ein durchgängig dunkelgrauer Himmel und Starkregen über etliche Meilen. So entstand ein Foto im starken Kontrast zu den sonst oft in Reiseberichten sichtbaren „welcome to Scotland“ Fotos vor dem gekennzeichneten Grenzstein.

Unsere Fahrt ging weiter in Richtung York. Kurz vor Darlington wechselten wir dann von der A 68 auf die A 1 M, die wir bei Ausfahrt 49 verließen und noch ein Stück über die A 168 in Richtung Thirsk gefahren sind. In Rainton haben wir mal wieder einen Stellplatz von Brit Stops genutzt. Nummer 745 aus dem Buch 2017, der Pub „The Lamb Inn“. Wie inzwischen schon gewohnt waren wir auch hier herzlich willkommen. Auch wenn es einige Meter von der großen A 1 M entfernt in einem kleinen Kaff liegt, haben nicht nur wir diesen Platz für uns „entdeckt“. Der Pub bot fünf gekennzeichnete Plätze, Strom und V/E! So befanden wir uns diese Nacht in Gesellschaft von drei anderen WoMos. Die illustre Schar der Reisenden kam aus Holland, Spanien, Schottland und Deutschland. Inzwischen hatte das Wetter wieder aufgeklart und der Abend zeigte noch eine blauen Himmel.

Nach der obligatorischen Einkehr im Pub legten wir noch einen Spieleabend im Wagen ein.

tomfoto am 05 Aug 2017 00:33:02

Donnerstag, 03.08.

Die Nacht war absolut ruhig, aber am Morgen wurden wir wieder von englischem Landregen begrüßt. Doch zur Abfahrt war alles schon wieder vorbei und wir fuhren Richtung York. Ohne zu suchen wurden wir dank hervorragender Ausschilderung auf einen P&R Platz geleitet. Ein extra ausgewiesener Bereich für Campervans mit großzügiger Rangierfläche machte das Parken einfach und dann war es auch noch gebührenfrei! Und das „Returnticket for adults“ gab es im Bus für 2,90 GBP.
Von dort ging es dann mit Shuttlebussen in die Stadt. Aber die Busse verdienen noch eine Anmerkung. Es handelte sich um Elektrobusse und die an der Endhaltestelle installierten Schnellladesäulen sind „made by Siemens“. Wer sagt in Deutschland eigentlich, dass die Technik und die Akkus noch nicht so weit sind. Wer macht endlich mal was gegen diesen unsäglichen Lobbyismus in unserem Land?

In der Stadt angekommen, waren wir so froh, den Shuttlebus genutzt zu haben. Abgesehen davon schreibt die Kommune York auf ihrer website schon, dass parken für Campervans auf den innerstädtischen Parkplätzen verboten ist.

In York hielt das inzwischen überwiegend sonnige Wetter zunächst an. Wir begannen bei dem großen Turm auf einem Hügel und schlenderten weiter in die Innenstadt. Die Altstadt mit ihren engen Gassen und den vielen schönen alten Gebäuden ist sehr schön. Aber am Beginn der Shoppingzone kam ein Guss herunter, den unsere Dusche zu Hause nicht schaffen würde. Wie gut, dass wir gerade bei einem Food-Truck Event waren, wo es unter großen Bäumen eine Pavillonreihe gab und wir trocken stehen konnten.

Nach gut zehn Minuten war der Spuk vorbei und wir setzten unseren Bummel fort. Inzwischen hatte sich auch ein „Hüngerchen“ eingestellt und wir entschieden uns unter den unzähligen Möglichkeiten für ein unscheinbares nicht touristisch lockendes Lokal, welches wohl überwiegend von Einheimischen besucht. Es war schnuckelig eingerichtet und das Essen war hervorragend.

Danach mussten wir natürlich noch zur „Hauptattraktion“ der Stadt: dem riesigen „York Minster“. Diese Kathedrale ist einfach riesig! Wahrscheinlich braucht man mehr als einen halben Tag, wenn man sich innen alles anschauen möchte. Wir haben uns auf den Rundgang außen beschränkt und dann den Weg zum Bahnhof eingeschlagen, wo eine Haltestelle unseres Shuttlebusses war.

Nach der Rückkehr zum WoMo entschieden wir uns für den heutigen Tagestrip zur Fahrt Richtung Cambridge. Unser Quartier für die Nacht wurde der CP vom Camping and Caravaning Club in St. Neots. Eine entzückend Kleinstadt. Klasse fanden wir die Handhabung des late arrival, denn es war ja bereits nach 20 Uhr. An der Rezeption hingen Kästen, wovon einer mit „late arrival“ gekennzeichnet war. Entsprechend der Anleitung daneben nahmen wir das erste Papier heraus. Die drei Seiten waren ausser dem Deckblatt eine Campsite-Info und ein Geländeplan, auf dem ein Platz für die Nacht und die Anfahrt gezeigt wurde. So vermarkten sie dort die letzten freien Plätze und am nächsten Morgen kann man dann in der Rezeption abrechnen.

Essen machen, DVD schauen, und schlafen gehen. Mehr war nicht mehr drin.

NuggetG am 20 Aug 2017 17:05:01

Hallo, toller Bericht und sehr interessant. Wir wollen auch noch mal in diese Ecke von GB reisen und finden hier viele Anregungen.

Dieses Jahr waren wir in Südengland --> Link und sind begeistert von der Insel...

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