gnarz18 am 15 Sep 2017 14:07:25

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Einen Teil von Grossbritannien kennen wir noch nicht - die Isle of Man. Dort soll es denn diesmal auch hingehen. Zuvor wollen wir aber endlich einmal zum höchsten Berg von England, dem Scafell Pike. Jeder kennt zumindest vom Namen her den Snowdon und den Ben Nevis. Den Scafell Pike hat dagegen kaum einer auf dem Schirm. Wir kommen kurz nach Mittag in Aachen weg und eigentlich sollte es kein Problem sein, die Fähre um 18:30 Uhr von Calais nach Dover zu erreichen. Aber wir haben die Rechnung ohne die britischen Zöllner gemacht und so verpassen wir zum ersten Mal in all den Jahren unsere Fähre. Fast 2 Stunden brauchen wir bis zum Zollhäuschen! Von den vierzehn Zollhäuschen sind nur zwei geöffnet und pro Auto benötigt so ein Zollbeamter ca. 2 bis 4 Minuten.

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warten, warten, ....

Zu Glück haben wir auch diesmal für die Hinfahrt den Flexi-Tarif gebucht, so müssen wir uns wenigstens keine Gedanken um Umbuchungsgebühren machen. Wir hatten uns im Vorfeld einen Pub in der Nähe von Maidstone für die erste Nacht ausgeguckt. Da dort die Küche aber nur bis 21 Uhr geöffnet hat, schaffen wir das natürlich nicht pünktlich. Wir essen also auf der Fähre, schmeckt ein wenig wie in jeder Kantine – ist aber ok.

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Ankunft in Dover

Es ist schon dunkel als wir von der Fähre rollen und um kurz nach neun erreichen wir den Woolpack Inn. Es sind nicht mehr viele Gäste im Pub und eigentlich ist man dabei zu schließen. Das wundert uns für einen Freitag Abend, aber wir bekommen unseren Stellplatz und auch noch ein Bier bevor der Pub dann auch schließt.

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Woolpack Inn

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die Campingwiese beim Pub

Der nächste Tag startet sonnig und wir machen uns auf den Weg nach Norden. Den Weg um London herum bringen wir staufrei hinter uns und erreichen am frühen Abend den Green Man in Inglewhite. Inglewhite liegt im Süden des Lake District's und besteht lediglich aus ein paar Häusern, die um eine Straßenkreuzung gruppiert sind. Die angeschlossene Campingwiese ist recht klein, außer uns stehen noch zwei andere Camper auf dem Platz. Der Pub ist recht nett und mit 10 Pfund inkl. Strom bewegt sich der Platz finanztechnisch im vernünftigen Rahmen.

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muss man kennen : Inglewhite

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The Green Man

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Am nächsten Morgen kommen wir früh vom Platz und fahren nach Heysham, dem Fährhafen zur Isle of Man. Wir hatten uns vor dem Urlaub wenig Gedanken über diese Überfahrt gemacht. Der TT ist schon vorbei und ein Blick auf die Homepage der Fährgesellschaft sagte, dass es spezielle Angebote für Camper gäbe, die so bei 150 Pfund lägen. Außerdem ist das ja wohl nichts anderes, als eine inländische Fährverbindung, oder?
Der freundliche Mann am Schalter rückt diese Angebote dann aber ins rechte Licht. Die Überfahrt (return) würde uns 780 Pfund kosten. Die Angebote für Camper müsse man mindestens 8 Wochen im Voraus buchen und es gäbe auch nur eine limitierte Anzahl. Wir sind erstaunt, beratschlagen uns kurz und entscheiden, dass uns dieser Preis eindeutig zu viel ist – auf jeden Fall bei der aktuell eher unbeständigen Wetterlage. Wir werden irgendwann mal wieder kommen und frühzeitig buchen. So fahren wir vom Hafen aus ins nahegelegene Morecombe, einem mondänen Hafenstädtchen mit den in England üblichen Amusements und einem Vergnügungspark.

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Morecombe

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Wir laufen an der Hafenpromenade entlang und überlegen, was wir denn nun tun sollen. Wir beschließen erst mal, zum Scafell Pike zu fahren. Der höchste Berg von England liegt ja hier in der Nähe im Lake District und das Wetter verspricht für die nächsten 1-2 Tage relativ gut zu bleiben. Morecombe sieht wie die meisten dieser Städtchen etwas heruntergekommen aus. Die Souvenirgeschäfte sowie der Vergnügungspark sehen alle ein wenig ranzig aus und scheinen die besten Jahre schon weit hinter sich gelassen zu haben. Trotzdem tummeln sich hier einige Touristen. Wir besuchen nach dem Pier noch einen Wochenmarkt und machen uns dann am frühen Nachmittag wieder auf den Weg. Paula möchte ans Meer und so suchen wir einen CP am Meer. Der erste Platz, den wir ansteuern, heißt Lakeland Leisure Park. Ein typisch englischer Freizeitpark mit Schwimmbad, vielen festen Caravans, Amusements usw. - aber kein direkter Zugang zum Meer. Ein großes Schild am Eingang weist darauf hin, dass es Touring-Plätze gibt und Tourer sehr willkommen sind. Wir stellen das Auto ab und latschen erst mal über das riesige Areal zur Rezeption. Uns schwant schon Übles, gleicht die Rezeption doch mehr einem High-Tec Büro als einer Campingplatz-Rezeption. Vier Angestellte, alle in adretter Uniform, sitzen an einer langen Theke mit jeder mindestens drei Monitoren vor der Nase. Da muss man ja erst mal jemanden finden, der uns weiterhilft. Große 55Zoll Fernseher hängen von der Decke und zeigen irgendwelche Werbefilmchen vom Park.
Man möchte sage und schreibe 79 Pfund für eine Nacht für den Touring-Platz! Das ist mit Abstand der höchste Preis, den wir jemals gehört haben. Eigentlich wollten wir entsetzt sein, aber wir können nur darüber lachen. Man schaut uns ziemlich verständnislos an und erläutert uns die Vorzüge dieser „wundervollen“ Einrichtung. Wir sitzen ziemlich schnell wieder im Auto und hoppeln über die gefühlten hundert Bumps, die sich auf der Straße zum Leisure Park befinden, zurück zur Hauptstraße. Zum Glück ist es ja heute relativ einfach einen CP zu finden, man öffnet google, quasselt seinen Wunsch ins Micro und bekommt sofort verschiedene Vorschläge präsentiert, man tippt einen der Vorschläge an und das Handy stellt sofort eine Verbindung her. Irgendwie schon lässig, wie geschmeidig das alles heute so funktioniert ( wenn man denn eine gute mobile Verbindung hat ). Keine zwei Minuten später haben wir einen CP in Grange over Sands. Der Platz liegt oberhalb des Ortes an einem Hang und man kann fußläufig den Ort erreichen. Hier haben wir zumindest auch Blick auf's Meer.

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CP in Grange over Sands

Leider hat es inzwischen angefangen zu regnen und alles sieht ein wenig trostlos aus. Wir machen uns trotzdem auf in den Ort, es gibt ja schließlich Regenkleidung. Da Sonntag ist, haben die Geschäfte alle geschlossen und im Ort ist vielleicht auch wegen dem Wetter nichts los. Wir suchen uns einen netten Pub und gehen essen.
Zum Glück ist am nächsten Tag das Wetter ein wenig besser und wir wollen wenigstens in Startposition zum Scafell Pike kommen. Unseren ersten Halt machen wir in Ulverston, der Geburtsstadt von Stan Laurel.

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Stan Ollie

Wir schlendern durch das kleine Städtchen, gehen Kaffee trinken und stöbern in den Geschäften. Überall stolpern wir über „Dick und Doof“ und am Rathaus hat man ihnen ein Denkmal gesetzt.

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Ulverston

Nach gut einer Stunde sind wir wieder beim Auto und fahren weiter an der Küste entlang bis nach Salthouse. Das Wetter ist inzwischen erstaunlich schön geworden. Wir überlegen, ob wir mit der kleinen Fähre nach Piel Island übersetzen, um uns das Piel Castle anzuschauen.

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auf dem Weg zum Pie Castle

Wir verwerfen die Idee aber wieder und fahren lieber weiter in den Lake District.

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Kurz vor drei erreichen wir Santon Bridge - einen kleinen Ort, der nur aus einer Handvoll Häusern besteht, aber immerhin einen Pub und einen CP zu bieten hat. Von hier sind es nur ein paar Kilometer bis zum Scafell Pike bzw. bis zum Parkplatz, von dem die Wanderung startet.

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The Bridge Inn beim CP

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Wir starten früh und fahren die recht kleine Straße zum Parkplatz vom National Trust am Scafell Pike. Die Straße führt durch eine schöne Berglandschaft und später am Wast Water vorbei, Englands reinsten und tiefsten See.

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Wast Water

Die Briten versäumen es wirklich nie, jedem noch so unbedeutenden Landschaftspunkt irgendwelche Superlativen anzuhängen. Gut 4km vor dem Parkplatz bremst ein Verbotsschild unsere Weiterfahrt, für Fahrzeuge breiter als 2m sei diese Straße nicht geeignet. Da kommt man mit einem 2,32m breiten Fahrzeug natürlich ans Grübeln ... zum Glück kommt ein Bauer auf seinem Quad angefahren, meint mit einem kurzen abschätzenden Blick auf unser WoMo „no problem“ und braust weiter. Wir vertrauen dem Ureinwohner und fahren weiter, tatsächlich ohne Probleme. Nur der ein oder andere Entgegenkommende regt sich auf. Der Parkplatz ist noch leer, aber die Ersten sind wir nicht und so stiefeln wir los, den höchsten Berg von England zu besteigen.

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Der Weg ist gut präpariert und führt immer steil bergauf. Erst an einem Bach vorbei, später am Hang durch ein schönes Tal.

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Am Lingmell Col legen wir eine Pause ein und genießen die Aussicht.

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Lingmell Col

Die Zahl der Wanderer ist überschaubar und das Wetter spielt auch einigermaßen mit.

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Ab hier wird der Weg steiniger und nochmals ein wenig steiler, aber nach gut einer Stunde erreichen wir den etwas aufgeschüttet aussehenden Gipfel.

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Und wir haben, was für uns auf einem Gipfel recht ungewöhnlich ist, Aussicht! Wir sitzen da also so schön gemütlich auf dem Scafell Pike und schauen beim verdienten Picknick auf die umliegenden Gipfel. Unter anderem ist da der Sca Fell, der 964m hohe Nachbargipfel. Das liest sich komisch - aber wegen eines Fehlers in der damaligen Ordnance Survey Karte hat man die heute als Scafell Pike, Ill Crag und Broad Crag bekannten Gipfel früher Pikes of Sca Fell genannt. Man dachte, dass die 3 untergeordnete Gipfel seien, da der Sca Fell die anderen Gipfel aus verschiedenen Blickrichtungen zu überragen scheint. Später hat man dann nachgemessen, aber da waren die Namen bereits vergeben.
Plötzlich Lärm und Hektik. Da kommt vom Tal her eine viermotorige schwere Transportmaschine auf uns zugeflogen, da wird einem schon anders.

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das sieht gefährlich aus

Kurz bevor das Flugzeug über uns ist, geht die Maschine in eine krasse Seitenlage und scheint auf uns runter zustürzen.

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Man sieht den Copiloten fröhlich winken und die Maschine verschwindet in der Scharte zwischen Scafell Pike und Sca Fell.

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Das muss man schon können, viel Platz war da nicht und die Aktion lässt bestimmt nicht viel Raum für Fehler. Hätte nicht gedacht, dass man so was mit solch einem schweren Flugzeug machen kann.

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tolle Aussicht vom Gipfel

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Wir machen uns wieder auf den Abstieg und sind nach gut weiteren zwei Stunden beim Auto. Wir beschließen, eine weitere Nacht auf dem CP in Santon Bridge zu bleiben. Nachdem wir uns dort einen Platz gesichert haben, fahren wir in das kleine Städtchen Whitehaven. Vorbei geht es an dem englischen Atomdorf Sellafield, welches durch seine zahlreichen Störfälle einen zweifelhaften Bekanntheitsgrad erreicht hat.

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Sellafield

In Whitehaven steppt nun auch nicht gerade der Bär und so begnügen wir uns mit einem kurzen Gang durch die Geschäfte und einer Portion Chips. Abends im Pub beim CP überlegen wir dann, wie es mit unserem Urlaub weitergehen soll. Eigentlich standen ja der Scafell Pike und die Isle of Man auf dem Programm. Das Eine haben wir gemacht, das andere fällt wegen der Kosten flach. Uschi bringt dann die Challenge ins Spiel, d.h. alle drei höchsten Berge von GB in einem Urlaub. Gut - normalerweise lautet die Challenge alle drei Berge in 24 Stunden, aber das muss man seinem Kind ja nicht antun. Paula findet die Idee wider Erwarten toll. In ihrem Englisch Schulbuch werden der Snowdon und Ben Nevis thematisiert, aber natürlich keiner aus ihrer Klasse - Lehrerin eingeschlossen - kennt diese Berge wirklich. Mir ist es nur Recht und so ist es beschlossene Sache: wir fahren zum Ben Nevis nach Schottland, am Snowdon sind wir ja schon vorbei.
Am nächsten Tag geht es also weiter nach Norden, zum Kaffee trinken halten wir kurz in der kleinen Stadt Cockermouth und erreichen am frühen Nachmittag bei bestem Wetter Ardwell, wo wir uns auf dem CP einquartieren.

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CP in Ardwell

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Ardwell

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Der CP liegt direkt am Wasser, was Paula direkt auf die Idee bringt Krebse angeln zu gehen. Das Dumme ist nur, dass Ebbe ist und es hier kein Pier gibt. Und so ist die Jagd nach den Krustentieren von keinem Erfolg gekrönt. Immerhin hört man abends beim Einschlafen das Plätschern der Wellen und der Sonnenaufgang kann sich auch sehen lassen.

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Es gibt in Schottland wirklich immer noch Stellen, die wir noch nicht kennen. Am nächsten Tag fahren wir deshalb zum Mull of Galloway. Dort thront hoch über dem Meer ein schöner Leuchtturm, den man besichtigen kann. Vorher kaufen wir noch Milch im - wie kann es anders sein - südlichsten Geschäft Schottlands um dann zum natürlich südlichsten Leuchtturm Schottlands zu fahren.

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der südlichste "store" in Schottland

Wir verzichten auf die Besichtigung des Maschinenhauses und begnügen uns mit einer Besteigung des Turms und den Besuch der nahen RSBS-Station.

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Den nächsten Halt machen wir in dem Fährort Straenraer, aber auch dieser Ort wirkt ein wenig armselig und vernachlässigt, viele Häuser im Zentrum stehen leer und verfallen so langsam. Wir bleiben nicht lange und fahren weiter.

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Straenraer

Beim Culzean Castle nehmen wir den direkt benachbarten Campingplatz vom Camping and Caravanning Club. Eines muss man diesen Club Sites ja lassen, sie sind in der Regel immer super gepflegt. Wobei mir die Regeln schon ein wenig auf die Nerven gehen. So wird man z.B. meistens vom Warden persönlich zum Platz gebracht, der peinlichst genau darauf geachtet, dass die linke hintere Autokante genau mit dem in das Gras eingeschlagenen Pflock bündig abschließt.
Wir bekommen als Tipp noch mit auf den Weg, dass wenn man mit der Besichtigung des Schlosses bis nach fünf wartet, das Kassenhäuschen dann geschlossen hat und man so zumindest die Außenanlagen kostenlos besichtigen kann. Wir warten also noch ein paar Minuten und traben dann los in Richtung Castle. Die etwas voluminöse Kassenfrau sitzt zwar noch in ihrem Häuschen, schaut auf ihre Uhr und winkt uns in Erwartung ihres nahenden Feierabends mit einem fröhlichen Lächeln durch.

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Culzean Castle

Das Schloss selber finden wir nicht so aufregend. Die Außenanlagen sind recht nett und die Lage ist natürlich auch toll, aber ob das Ganze 15 Pfund/Erwachsener wert ist…
Ziemlich wüster Regen weckt uns am nächsten Tag und mir tut die Familie mit den zwei kleinen Kindern im Iglu-Zelt hinter uns leid, das Zelt säuft langsam aber sicher ab. Wir nutzen die perfekte Ver-/Entsorgung, um Frischwasser zu tanken und das Grauwasser zu leeren. Dann fahren wir weiter gen Norden, wir dürfen ja unser Ziel Ben Nevis nicht aus den Augen verlieren. Vorbei geht es am Stalker Castle bis nach Bunree kurz vor Fort Wiliam. Der CP dort gehört zum Caravan and Motorhome Club und ist natürlich auch in einem Top-Zustand.

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Wir bekommen einen Platz direkt am Wasser und richten uns erst mal ein. Das Wetter ist ziemlich durchwachsen, ab und zu kommt zwar mal die Sonne durch aber die Schauer überwiegen. Da der Tag noch jung, schlägt Uschi vor doch mal mit der Fähre in den Pub zu fahren. Wie bitte? Ja, das geht: Ein kurzer Fußmarsch an der leider stark befahren Straße vorbei führt uns zur Corran-Ardgour Ferry. Die bringt Fußgänger kostenlos über das Loch Linnhe und direkt am Anleger auf der anderen Seite ist schon The Inn at Ardgour. Da es leider wieder angefangen hat zu regnen, gehen wir kaum auf der anderen Seite angekommen erst mal im Pub etwas trinken.

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altes Schiff in Ardgour

Irgendwann hört es dann auch wieder auf zu regnen und wir besichtigen den kleinen Leuchtturm in der Nähe.

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Ardgour

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Leuchtturm in Ardgour

Das kleine Gebäude liegt malerisch an einem Kieselstrand und wird heute wohl als Ferienhaus vermietet. Wir laufen ein wenig um den Leuchtturm herum und als es wieder anfängt zu nieseln, nehmen wir die Fähre zurück nach Corran.
Zurück am Auto ziehen dicke Wolken auf und es sieht aus, als ob gleich die Welt untergeht.

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Der nächste Tag beginnt wie der alte geendet hat mit Regen. Wir fahren nach Fort William.
Als wir in Fort William ankommen, regnet es immer noch in Strömen und ein Blick auf das Wetterradar prognostiziert vorerst keine Änderung.

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Fort William

Seit zwei Tagen leuchtet bei unserem Auto die Anzeige, dass die Bremsbeläge erneuert werden müssen. Da dies aber erst vor einen halben Jahr sowohl hinten wie vorne geschehen ist, muss das Aufleuchten wohl eine andere Ursache haben. Und so lassen wir die Bremsen beim ortsansässigen Ford-Händler checken. D.h. wir wollen sie checken lassen, denn die etwas gelangweilte Empfangsdame erklärt uns, nachdem sie ihr Handy ziemlich widerwillig aus den Händen gelegt hat, dass heute niemand da wäre und so kurzfristig würde das sowieso nicht gehen wir sollten nächste Woche nochmal wiederkommen. Dann widmet sie sich ohne ein weiteres Wort wieder ihrem Handy, scheint also wichtig zu sein. Wir fahren die 10 Meter zum benachbarten Kwik Tire und Brake Service, die haben uns vor zwanzig Jahren schon mal geholfen und uns für 5 Pfund einen Reifen geflickt. Und auch diesmal werden wir nicht enttäuscht. Kaum haben wir unser Problem erklärt, rutschen auch schon zwei Leute unter unser Auto und nehmen die Bremsen in Augenschein. Nach kurzer Kontrolle ist man sich sicher, dass irgendein Stecker abgesoffen ist, also kein Grund zur Besorgnis. Geld möchte man keines, aber einen Obolus für die Kaffeekasse geben wir natürlich. Wir fahren zum Auffüllen der Vorräte weiter zum Lidl, hier stehen auf dem angrenzenden Womo-Parkplatz eine Menge Womos, die hier auch genächtigt haben, nicht sehr schön, da es sich um ein Industriegebiet handelt aber bestimmt praktisch wenn man abends nach Fort William rein möchte.
In Fort William selber ist wenig los, es schüttet wie aus Kübeln und nur wenige Menschen sind auf der Straße. Schade ist, dass inzwischen viele Geschäfte geschlossen haben, an deren Stelle sind überwiegend Cafes eingezogen bzw. Ketten wie Costa usw. Ein Blick auf das Wetterradar zeigt, dass es im Westen auf der Insel Skye schöner sein soll, zumindest soll es dort nicht regnen. Wir entscheiden uns, bei besserem Wetter wiederzukommen und fahren über Glenelg zur Skye. Hier in Glenelg haben wir ja noch die Drehfähre auf dem Plan. Hier wird der Drehteller noch mit Hand gedreht.

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mit viel Gefühl geht's auf die Fähre

Es soll die einzige ihrer Art sein, die noch in regelmäßigen Betrieb ist – das behauptet zumindest der Fährmann in Glenelg. Das Auffahren auf die Fähre gestaltet sich nicht ganz so einfach. Ich darf nur bis zur Mitte fahren, dann müssen die anderen zwei PKWs langsam nachrücken, damit das kleine Schiff im Gleichgewicht bleibt. Die Fährleute machen das aber ja nicht zum ersten Mal und so geht natürlich auch alles gut. Die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten und man ist auf der Skye. Hier ist das Wetter wirklich eindeutig besser, es scheint sogar die Sonne. Die Straße vom Fähranleger in Kylerhera zur A87, die nach Broadford führt, ist recht schmal, und zum ersten Mal kommen wir wirklich in Bedrängnis. Ich voran, ein Transit-Bus und drei Pkws hinter mir fahren gemütlich im Konvoi die Straße entlang, da kommt uns eine Omi in einem SUV entgegen. Wir haben unseren Passing Place schon passiert und die Omi rauscht hochmotiviert an ihrem vorbei. Uschi und mir ist klar, dass das auf keinen Fall passt. Ich habe eine kleine Mauer links von mir und die Omi eine steile Böschung mit Graben. Die Omi probiert es wohlgemut trotzdem, verliert dann aber leider doch die Nerven und fängt fürchterlich an zu schimpfen. Was so ein Scheiß-Wohnmobil auf dieser Straße überhaupt zu suchen hat und der Transit solle sich auch am besten sofort verpissen. Ich hätte nie gedacht, dass aus so einer zierlichen Person solche Wörter kommen können. Der Transit-Fahrer erklärt dann der Omi freundlich, dass das auf jeden Fall so nicht funktioniert und sie solle doch am besten die zwanzig Meter bis zu ihrem Passing Place zurücksetzen. Rückwärtsfahren ist unserer Erfahrung nach nicht so das Ding der Briten und so schafft die Omi das leider auch nicht. Sie landet mit ihrem Heck und einem fiesen Geräusch in der Böschung, was ihren Puls sichtlich weiter nach oben treibt. Der Transit-Fahrer gibt dann das Signal, dass wir (also alle fünf Autos) die ca. dreihundert Meter bis zum nächsten Passing Place zurücksetzen. Es dauert eine Weile, bis sich alle einsortiert haben und der Weg für die SUV-Fahrerin frei ist. Da sich in der Zwischenzeit deren Puls wieder gesenkt hat, kommt die Lady in ihr durch und sie fährt sich freundlich bedankend an uns vorbei. Was für ein Act.
Über Sligachan fahren wir weiter nach Glenbrittle, einer schönen Bucht auf der Westseite der Insel. Der CP ist gut besucht, aber wir bekommen noch einen Platz direkt am Wasser.

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CP in Glenbrittle

Glenbrittle ist der Ausgangspunkt für viele Wanderungen in den Cullins, einer schroffen Berggruppe auf der Skye. Hier habe ich auch noch eine Rechnung offen. Die Besteigung des Sgùrr Alasdair, mit 993m die höchste Erhebung GBs außerhalb der Hauptinsel.

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Cullins, leider in Wolken

Die Briten immer mit ihren Superlativen! Paula geht schwimmen und Uschi und ich vertreiben uns die Zeit am Womo mit „in der Sonne sitzen“. Die Umgebung ist wirklich nett, nur die am Abend in Massen auftretenden Midges nerven ein wenig.
Am nächsten Tag hat uns das schlechte Wetter wieder eingeholt, wir reservieren unseren Platz und fahren nach Stein.

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Dort gibt es eine kleine Schafsfell-Manufaktur und Paula kauft sich ein kleines Schafsfell.

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alte Boote auf dem Weg nach Stein

Sowas braucht man in einem eher verregneten Sommerurlaub in Schottland auf jeden Fall. Anschließend angeln wir tatsächlich am Pier ein paar Krebse, hatten wir diesen Urlaub ja noch nicht. Als es wieder stärker anfängt zu regnen, machen wir uns auf den Weg nach Portree. Aber bei schlechtem Wetter ist auch Portree nicht unbedingt der Hit und so sind wir relativ früh wieder zurück auf dem CP in Glenbrittle.

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in Glenbrittle ist das Wetter auch nicht besser

Als das Wetter so gegen sechs dann doch noch mal besser wird, machen wir uns auf den Weg zu den Fairy Pools, die aus einer Aneinanderreihung von vielen kleineren und größeren Wasserfällen, Kaskaden und Pools verteilt über eine Strecke von ein paar Kilometern bestehen.

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Fairy Pools

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ab und zu kommt mal die Sonne durch

Hier sollen angeblich auch Feen wohnen. Die Pools sind auf jeden Fall gut besucht, wahre Menschenmassen sind unterwegs. Bei schönerem Wetter findet man hier bestimmt ein paar tolle Fotomotive, aber auch bei diesem Wetter sind die Pools einen Besuch wert.

gnarz18 am 15 Sep 2017 14:08:12


Der neue Tag beginnt zwar trocken, aber die Wolken hängen sehr tief und man sieht von den umliegenden Gipfel rein gar nichts. Wie nutzen die Zeit und laufen die ca. 4km bis zur Landspitze Rubha an Dunain.

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Landspitze Rubha an Dunain

Der Weg verläuft fast ebenerdig und am Ende des Weges gibt es ein paar verlassene Häuser mit einem tollen Blick auf Meer. Wäre doch nur das Wetter besser!

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Auch hier gibt es schöne Pools, die Paula dann natürlich sofort auf den Plan rufen. Uns war das zu kalt.

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Aber wenn es Spaß macht…
Für den nächsten Tag verspricht die Wettervorhersage eine Regenwahrscheinlichkeit von < 5% mit einer Menge „sunny spells“. Also eigentlich eine gute Gelegenheit, den noch nicht bestiegenen Sgùrr Alasdair in Angriff zu nehmen. Am nächsten Morgen scheint dann zwar die Sonne, aber in den Bergen hängen immer noch dicke Wolken und ich bin äußerst skeptisch, ob sich diese heute noch verziehen. Aber ich stiefel los und eine gute Stunde später erreiche ich den großen Talkessel unterhalb vom Sgùrr Alasdair.

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Sgùrr Alasdair

Vom Berg selber sehe ich immer noch nichts. Es fängt natürlich wieder leicht an zu regnen und es geht ein scharfer Wind.

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das Wetter sieht nicht gut aus

Mit einem netten Schweizer Pärchen folgen wir den aufgestellten Steinmännern durch den Nebel. Am Lochan Coire Lagan beträgt die Sichtweite nur noch ein paar Meter und wir sind uns alle einig, dass ein Weitergehen nichts bringt und es oben auf dem Gipfelgrat bei dem Wetter auch zu gefährlich ist, zumal der Wanderführer von schwieriger Navigation und sehr ausgesetzter Kletterei spricht.

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am See, keine gute Sicht...

Wir kehren also um. Unten am CP scheint noch immer die Sonne, aber immerhin hüllt sich der Berg weiterhin in Wolken. Sonst wäre ich auch echt frustriert. Wir haben die Nase voll vom Wetter und fahren zum Fähranleger zur Insel Raasay.

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auf dem Weg nach Raasay

Diese kleine Hebriden-Insel liegt zwischen der Insel Skye und dem Festland, 160 Menschen leben dort und demnächst soll es dort sogar eine Whisky Destillerie geben. Die Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde und man hat einen herrlichen Blick auf das Trotternish Gebirge.

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Trotternish

Auf der Raasay angekommen sondieren wir erst mal die Lage und suchen nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Gleich am neuen Fährterminal biegt eine kleine Straße ab, die zu einem Jetty führt. Dort kann man ganz gut stehen, man stört niemanden und hat einen schönen Blick auf die Skye.

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Fähre von Skye nach Raasay

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Aussicht von unserem Stellplatz

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um 21:30 macht die Fähre Schluss

Auf der Raasay wurde früher mal Erz angebaut, heute verfallen die alten Anlagen. Eine kurze Wanderung führt über die alte Bahntrasse zu den Gebäuden. Der Weg startet am alten Fähranleger und dauert nicht wirklich lange, bietet aber eine tolle Aussicht auf die Cullins der Insel Skye.

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alte Minengebäude

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altes Pier

An den mittlerweile geschlossenen öffentlichen Toiletten beweisen die Briten dann einmal mehr ihren etwas speziellen Humor.

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Beine zusammen, und klemmen :D

Für abends haben wir uns einen Tisch im Raasay Haus reserviert, dem einzigen Pub / Restaurant / Hotel auf der Insel. Dem Hotel ist ein kleiner CP für Zelte angegliedert, der auch gut besucht ist. Das Essen schmeckt ausgezeichnet und die Aussicht von der Terrasse ist sehenswert.

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In der Nacht wechselt das Wetter leider wieder, es ist zwar (noch) trocken aber dicke Wolken ziehen auf. Zuerst wollen wir das einzige Castle auf der Insel besuchen.

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Brochel Castle

Brochel Castle liegt ein wenig außerhalb des Ortes, direkt an der Küste. Die einspurige Straße, die über die Insel führt, ist echt lausig und an manchen Stellen auch steil.

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wir sind fast alleine unterwegs

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Am Bewuchs erkennt man schon, dass der Verkehr sich hier auf der Insel in Grenzen hält. Vom Castle selber ist nicht mehr viel übrig, daher ist ein Besuch nicht unbedingt lohnenswert. Kurz hinter dem Castle beginnt die Calum’s Road, die von der Qualität nochmal schlechter ist als die zum Castle.

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Hinter Calum’s Road verbirgt sich eine doch eher tragische Geschichte. Die Leute, die im nördlichen Raasay in der nur über einen Fußweg erreichbaren Ortschaft Arnish wohnten, versuchten über Jahre hinweg die lokale Regierung zum Bau einer Straße zu bewegen - ohne Erfolg. Darauf beschloss der in eben diesem Arnish lebende Crofter Calum MacLeod, die Straße selbst zu bauen. Er war sich sicher, dass nur mit einer besseren Anbindung an den Rest der Insel, die Abwanderung aus seinem geliebten Dorf gestoppt werden könne. Jahrelang baute er allein und überwiegend in Handarbeit an der Straße. Als die Straße nach zehn Jahren dann endlich fertig war, lebten aber nur noch er und seine Frau in Arnish.

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Calum’s Road

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Die Straße ist recht schmal und passagenweise auch steil. Leitplanken sucht man vergeblich, aber es ist toll wie sie sich an den Felsen entlang schlängelt. Wir parken in Arnish und wollten wir bis zum „North Pole“, der Nordspitze der Insel, laufen. Aber wir entschließen uns wetterbedingt nur bis zur kleinen Gezeiteninsel Eilean Fladday zu wandern. Bei schönem Wetter ist der Weg bestimmt ein Erlebnis, aber kurz bevor wir die Insel erreichen, fängt es mächtig an zu regnen.

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Gezeiteninsel Eilean Fladday

Zudem ist der Weg ziemlich zugewuchert und ein wenig schwierig zu gehen. Selbstverständlich ist auch Flut und so kommen wir nicht auf die Insel, um uns bei den Häusern dort unterstellen zu können.

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Was für ein Mist! Es bleibt uns nichts anderes übrige, wir laufen wir bei strömenden Regen die fünf Kilometer zurück zum Auto. Wir verlassen die Raasay wieder und fahren wieder auf’s Festland. Während wir noch so überlegen, was wir mit dem Rest des verregneten Tages Nettes anfangen, meldet Paula, dass ihr Tablett meint, dass wir heute Hochzeitstag haben. Sie schlägt der Tradition wegen vor, nach Ullapool zu fahren, dort ein wenig durch die Geschäfte zu bummeln und abends schön Essen zu gehen. Der Vorschlag klingt nicht schlecht und so machen wir uns auf den langen Weg nach Ullapool. In Ullapool ist das Wetter auch nicht besser, aber wir verbringen einen schönen Abend in der örtlichen Gastronomie.
Am Morgen schlendern wir wie schon so oft durchs Städtchen. Leider ist es wie so oft in der Saison total überlaufen. Über Nacht hat ein Kreuzfahrtschiff in Ullapool festgemacht und die kleinen Tenderboote bringen unablässig hunderte von Touristen in die kleine Stadt.

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Ullapool

Wir verlassen Ullapool im Regen und steuern die Black Isle in der Nähe von Inverness an. Hier im Osten ist das Wetter dann tatsächlich richtig gut. Die Halbinsel ist von Landwirtschaft geprägt und die die riesigen Kornfelder mit dem Blau des Wassers sehen richtig toll aus. Imposant sind auch die vielen Bohrinseln, die hier im Wasser liegen und auf ihren erneuten Einsatz in der Nordsee warten. Wir fahren bis zur Nordspitze der Halbinsel, nach Cromarty.

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Bohrinseln im Cromarty Firth

Der Ort ist hübsch, wirkt aber ein wenig verschlafen. Wir nehmen eine kleinen Mittagssnack ein und besuchen das örtliche Museum. Kurz nach Mittag machen wir uns auf nach Rosemarkie. Dort kennen wir eine CP, der ein guter Startpunkt für eine Delphin Observation ist. Die Landzunge Chanonry Point ist bekannt dafür, dass hier beim Gezeitenwechsel eine Schule Delphine auf Jagd geht. Wir quartieren uns auf dem örtlichen CP des Camping and Caravanning Club ein und machen uns auch gleich auf den Weg, da es kurz vor dem Gezeitenwechsel ist. Es geht gut einen guten Kilometer an Strand vorbei zum Chanonry Point.

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Chanonry Point

Hier haben sich schon gut und gerne hundert Leute zum Dolphin Spotting eingefunden. Nach gut einer viertel Stunde sieht man dann auch die ersten Tiere. Ein allgemeines „Oh“ und „Ah“ geht durch die Menge, aber die Tiere halten sich ziemlich zurück - keine spektakulären Sprünge oder Flipper-mäßiges auf dem Wasser tanzen.

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die Hauptdarsteller

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Trotzdem ist es schön. Abends gehen wir an Strand entlang in die andere Richtung und testen im Ort den Pub. Der Pub ist nett, das Essen lecker. Dann wird Paula unruhig. So schönes Wetter, und sie war nicht im Meer baden! Also schnell austrinken und zurück zum CP. Das Wasser ist wohl recht kalt, aber was so Delphine können, kann Paula auch und so nimmt sie ein sehr ausgiebiges Bad im absolut ruhigen Moray Firth.

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abendliches Badevergnügen

Der nächste Tag beginnt leider mal wieder mit Regen und wir fahren am Loch Ness vorbei zurück nach Fort William. Der Wetterbericht verspricht für die kommenden zwei Tage trockenes und sonniges Wetter. Wir nisten uns auf dem großen CP im Glen Nevis ein und kundschaften den Weg zum höchsten Berg GBs aus. Am nächsten Tag: was für ein Wetter, es regnet ohne Unterlass! Trotzdem zieht eine Menschengruppe nach der anderen den Weg zum Ben Nevis hoch. Wir fragen uns echt, was das bringen soll. Die Wolken hängen so bei 300-400 Meter, es regnet, es ist kalt und die Aussicht ist gleich Null. Wir verschieben unsere Besteigung auf den nächsten Tag und fahren stattdessen nach Fort William zu Einkaufen.

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dunkle Wolken über dem CP im Glen Nevis

Wir kaufen Paula ein T-Shirt mit der Aufschrift „I climb the three peaks“ und einem Bild der drei Berge drauf. Das bekommt sie natürlich erst, wenn sie alle drei geschafft hat. Gegen Abend wird das Wetter dann wirklich besser, die Sonne kommt raus, der Nebel lichtet sich ein wenig und gibt den Blick frei auf unseren morgigen Weg.
Wir starten früh am nächsten Morgen und bekommen noch einen Parkplatz beim Visitor Center, von dem aus der Weg losgeht.

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Glen Nevis

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Das Wetter scheint uns wohlgesonnen, also laufen wir los. Es ist natürlich viel Betrieb und eine Menge Leute kämpfen mit dem steilen Anstieg. Es gilt immerhin 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg führt erst immer am Hang entlang, anschließen durch ein Tal bis zu einem Sattel. Auf dem Sattel trenne ich mich von meinen beiden Damen, ich möchte einen anderen Weg auf den Ben Nevis nehmen. Dieser führt um den Berg herum auf die Nordseite, von dort auf den Carn Moar Deag und weiter über einen schönen Grat auf den Gipfel des Ben Nevis. Dort treffen wir uns dann wieder. Kaum habe ich den Normalweg verlassen, wird es ruhig. Der Weg führt fast ebenerdig um den Ben Nevis herum in ein wunderschönes breites Tal.

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Auf der einen Seite der Moar Deag, auf der andern die Nordseite des Ben Nevis. Nach gut einer Stunde erreiche ich eine kleine Schutzhütte und mache erst mal eine kurze Pause.

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die kleine Notunterkunft

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die Nordseite vom Ben Nevis

Von hier geht es ziemlich Weg-los sehr steil über Heidekraut und Geröllfelder direkt zum Gipfel des Carn Moar Deag. Sehr anstrengend das Ganze. Dafür folgt nun ein wirklich toller Grat mit anschließendem steilem Aufstieg zum Gipfel des Ben Nevis.

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unten im Tal, Fort William

Auf dem Gipfel des Carn Moar Deag treffe ich auch auf andere Wanderer und folge diesen über den Grat. Leider wir das Wetter wieder schlechter und der Gipfel des Ben Nevis hüllt sich schon wieder in Nebel.

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ein wirklich toller Grat

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irgendwann wird der Grat auch wieder steiler

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es geht rauf und runter

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Blick zurück zum Carn Moar Deag

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der letzte steile Anstieg zum Gipfel

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Aber die Sicht vom Grat ist zum Glück noch frei. Mit 21 km auf jeden Fall eine tolle Wanderung, auch wenn man die fast 2000 zu bewältigenden Höhenmeter schon ganz schön in den Beinen merkt. Ich habe noch gut eine Stunde vor mir als das Handy klingelt und Paula vermeldet, frau hätte den Gipfel erreicht. Ich solle mich gefälligst beeilen, ihrer Mutter wäre es ziemlich kalt. Das war natürlich nicht so geschickt von mir, alle Jacken sind in meinem Rucksack und auf fast 1400 Meter kann es schon frisch sein. Ich beeile mich also und bin eine gute dreiviertel Stunde später auf dem Gipfel. Hier steppt echt der Bär, eine Menschenmenge, kaum vorstellbar. Während meine Damen auf mich gewartet haben, hat es sogar eine Verlobung auf dem Gipfel gegeben.

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der Gipfel vom Ben Nevis, natürlich in Wolken

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eine Menge Steinmänner weisen einem den Weg

Ich trinke nur kurz ein wenig und dann machen wir uns auch sofort an den Abstieg. Die Aussicht auf dem Gipfel ist gleich Null, auch wenn man die Sonne durch den Nebel erahnen kann, gibt dieser den Blick auf das Tal einfach nicht frei. Macht nichts, das sind wir ja gewohnt. Der Weg nach unten zieht sich, vom Gipfel geht es über viele Kehren zurück zu dem Sattel von wo mein Weg abzweigte.

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auf dem Normalweg sind eine Menge Leute unterwegs

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der Gipfel vom Ben Nevis, von Süden

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Nach gut zweieinhalb Stunden sind wir wieder beim Auto und beschließen noch eine weitere Nacht auf dem CP im Glen Nevis zu verbringen. Wir sind ziemlich erledigt und auf „jetzt noch weiterfahren“ haben wir alle keine Lust. Wir ergattern einen der letzten WoMo-Plätze, wenn auch ohne Strom. Egal, erst mal gehen wir ausgiebig duschen und schaffen es auch noch zu Fuß anschließend zum Essen in den CP eigenen Pub.
Wir schlafen etwas länger und verlassen gemütlich Fort William. Ein paar Kilometer später, kurz bevor man über die Ballachulish Bridge fährt, entdecken wir bei der Gleaner Tankstelle einen älteren Eura mit rotem Forumsaufkleber. Ein zweites anscheinend dazugehörendes Womo trägt einen Schriftzug … Uschi ist sicher was „Bolle“ angeht. Für den Rest bin ich zu schnell unterwegs und die Augen sind ja auch nicht mehr die besten. Wenn wir unsere Challenge schaffen wollen, müssen wir uns nun langsam aber sicher Richtung Süden bewegen. Wir verlassen Schottland und England begrüßt uns, wie soll es auch anders sein, mit Regen. Gegen 17 Uhr haben wir keine Lust mehr zu fahren und wir suchen uns einen CP in Southport. Auch hier sind wir auf dieser Tour zum ersten Mal und wie bei uns immer erweist sich die SP-/CP-Suche in England als nicht ganz so einfach. Die einzigen CPs, die wir finden, sind große Caravan-Parks bzw. Plätze von Clubs, die hier allerdings nur „Member Only“ sind. Durch Zufall entdecken wir ein Schild neben dem Freizeitpark von Southport, welches auf einen Stellplatz hinweist. Für 10 Pfund darf man auf dem Parkplatz des Freizeitparks nächtigen. Strom gibt es nicht, aber immerhin Frischwasser und eine Entsorge für Garu und Toilette.

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der Freizeitpark sieht recht runtergekommen aus

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nicht sehr schön aber praktisch

Zugegeben der Platz ist scheußlich, aber er liegt nahe an der Promenade und am Zentrum von Southport. Außer uns stehen noch vier andere Womos auf dem Platz und kaum haben wir uns platziert, auch schon ein Lokalpatriot aus dem benachbarten Rapido geschossen. Er erzählt uns von seinem mobilen Leben und gibt uns Tipps für den Abend in Southport.
Wir folgen der Empfehlung unseres Nachbarn, aber so richtig toll sind der Pub und das servierte Essen nicht. Es regnet Bindfäden und die Stadt wirkt öde und trist, schön sind allerdings die Häuser mit ihren viktorianischen Arkaden. Wir werden die Geschäftsmeile morgen noch mal unter die Lupe nehmen. Außerdem möchte Paula unbedingt in den angrenzenden Freizeitpark zum Achterbahnfahren und der öffnet erst gegen 11 Uhr. Kaum auf dem CP angekommen, stürzt auch schon unser neuer Freund aus seinem Womo, um uns nach unseren Erfahrungen mit seiner Empfehlung zu fragen und direkt neue zu geben.
Am nächsten Morgen geht es dann bei sonnigem Wetter nochmal rein nach Southport - und es gefällt uns richtig gut! Ein wirklich schönes und lebendiges Städtchen.

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Milchwagen in Southport

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Pier

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modernes Pier in Southport

Paula drängelt natürlich ein wenig wegen des Freizeitparks und so fällt das Shoppen heute mal kürzer aus ( was ja auch Vorteile hat ) und gehen wir in den ein wenig runtergekommenen Park. Zuerst geht es auf die Achterbahn. Ich bin ein wenig skeptisch: die erste Sitzreihe darf nicht benutzt werden, weil die Sicherheitsbügel dort nicht funktionieren. Auch der automatische Transport des Wagens von der Aussteige- zur Einsteigeposition ist anscheinend defekt, die Angestellten müssen den Wagen mit Hand vorwärts schieben. Wie schon gesagt, der Park macht eben einen ein wenig heruntergekommenen Eindruck. Wir überstehen die Fahrt natürlich problemlos und genussvoll. Dann gehen weiter zur Wasserbahn. Dort wird man wenigstens mal so richtig nass!

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Um die Challenge mit dem Snowdon abzuschließen, müssen wir es heute noch bis nach Wales schaffen. Erst mal quer durch Liverpool und dann an der Nordküste von Wales entlang geht es bis zum Abzweig nach Llanberis. Kurz vor drei erreichen wir den alten Bergbauort und bekommen den letzten freien Platz auf dem Campingplatz. Die Wetteraussichten für den morgigen Tag sind recht gut und wir gehen in den Ort, um dort die Lage für den morgigen Aufstieg zu sondieren. Die zehn Minuten bis in den Ort sind schnell geschafft. Das erste Ziel ist die Bahnstation der Snowdon Bahn.

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Llanberis

Von hier fahren in der Saison in regelmäßigen Abständen die „Sherpa“-Busse ab, die uns zum Pen-Y-Pass und somit zum Start der Tour bringen. Auf dem Rückweg fängt es leider wieder an zu regnen und wir müssen in einem Kaffee Unterschlupf suchen. Zum Glück ist diesmal der Schauer nur von kurzer Dauer.
Am nächsten Tag geht es zeitig los. Die erste Überraschung des Tages ist die Parkplatzgebühr, die man uns abknöpfen möchte. Direkt neben der Busstation gibt es einen großen Parkplatz, der mit dem Schild „5 Pounds / day“ wirbt. Von uns möchte man sage und schreibe 16 Pfund haben, wir haben ja schließlich einen so großen Wendekreis!? Das finden wir unverschämt, können über diese Preisvorstellung aber doch wieder nur lachen und fahren weiter zum öffentlichen Besucher-Parkplatz nahe beim Dolbadarn Castle. Hier werden nur 4 Pfund für das Tagesticket fällig! Die 12 Pfund Unterschied sind uns der fünfminütige Weg vom Parkplatz zur Bushaltestelle wert. Der Bus kommt pünktlich und bringt uns für 1,50 Pfund / Person in recht rasanter Fahrt hoch zum Pen-Y-Pass. Für den Aufstieg haben wir uns den Miners’ Path, für den Abstieg den Pyg Path ausgesucht. Der Weg beginnt relativ harmlos, breit und leicht ansteigend führt er zu einem See und weiter zu einer alten Mine.

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Man passiert einen zweiten See und dann wird es deutlich steiler.

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ab dem See wird es dann steil

Das letzte Stück zum Grat ist tatsächlich nochmal anstrengend.

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und nebelig

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Baumstamm mit eingeschlagenem Geld

Natürlich ist der Gipfel inzwischen Wolken verhangen, wir kommen in den Nebel und die Sicht ist gleich Null. Wir hören nur, dass wir uns dem Gipfelgrat nähern - ab und zu hören wir das Stampfen und Pfeifen der Zahnradbahn. Oben am Grad ist es nicht nur sehr windig sondern auch empfindlich kalt und wir beeilen uns, den Gipfel zu erreichen.

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Gipfel vom Snowdon

Wir gehen nur kurz auf den Gipfel und suchen uns dann in der überfüllten Bahnstation ein Plätzchen, um einen Kaffee zu trinken und einen kurzen Snack einzunehmen. Paula darf nun ihr verdientes Three Peaks T-Shirt anziehen und kauft sich im Souvenir Shop noch eine Tasse, auf der alle drei Berge abgebildet sind. Die „offizielle“ Urkunde für die Besteigung der drei höchsten Berge von jedem Landesteil, ein einfach kopiertes Blatt zum Selber-Ausfüllen, ist uns mit fünf Pfund aber doch zu teuer. Uschi ist als Viel-Kaffee-Trinkerin mit dem hier servierten Kaffee geschmacklich und preislich sehr zufrieden. Meine beiden Mädels auf einem zugigen Gipfel nach dem dritten anstrengenden Aufstieg in relativ kurzer Zeit sind einfach nur zufrieden – dass das so einfach zu bewerkstelligen ist, hätte ich nicht gedacht. Wir fragen uns, was wollen denn all die Leute hier oben, die mit der Bahn hochgefahren kommen.

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Snowdonbahn

Die Sicht ist heute quasi nicht existent, es ist kalt und nass und viele von den mit der Bahn ankommenden schaffen noch nicht mal mehr die zwanzig Meter Entfernung zum Gipfel. Die Fahrt mit der Bahn ist ja auch kein billiges Vergnügen, eine einfache Talfahrt kostet immerhin 22Pfund / Erwachsener. Und das um dann in einer total überfüllten stickigen Bergstation rein gar nichts zu sehen.
Nach einer guten halben Stunde machen wir uns auf, den Abstieg zu bewältigen. Im dichten Nebel gehen wir den Weg zurück bis zum Abzweig des Pyg Tracks.

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der Pen Y Pass ist wieder in Sicht

Nach dem Abzweig wird es mit einem Schlag ruhiger und als wir unterhalb der Wolkendecke sind, hat man eine tolle Aussicht auf die grandiose Bergwelt. Landschaftlich ist der Pyg-Track auf jeden Fall schöner als der Miners’. Nach gut zwei Stunden sind wir wieder am Pen-Y-Pass und nehmen den Sherpa zurück nach Llanberis. Auf großartig Fahrerei haben wir natürlich keine Lust und finden einen wirklich schön gelegenen CP nahe dem Ort Trefor. Einfahrt und Straße zum CP sind zwar ein wenig schmal, aber der Platz liegt direkt am Meer mit schöner Aussicht. Paula testet auch hier Wassertemperatur und Wellengang aus, während wir unsere müden Knochen ausruhen.

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fotogener Strand in Trefor

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In diesem Urlaub waren wir noch in keiner größeren Stadt und so beschließen wir, uns mal in Bristol umzusehen. Zuerst müssen wir jedoch quer Wales hindurch, was eine ziemliche Gurkerei ist.

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unterwegs nach Bristol, Tiefflieger am Bwlch y Groes Pass

Am späten Nachmittag landen wir in dem Dorf Alvington. Unser Navi zeigt uns dort The Blacksmiths Arms als Pub mit angeschlossenem CP an und wir werden auch diesmal nicht enttäuscht. Der Wirt gibt uns einen Platz, aber nur wenn wir auch wirklich nur diese eine Nacht bleiben. Das anstehende Bank Holiday Wochenende würde bevorstehen und dann wäre hier der Teufel los. Kann man sich schwer vorstellen, da außer uns nur noch ein anderes (bewohntes) Womo auf dem großen Platz steht. Wir versprechen, zeitig unseren Platz zu räumen und gehen im Pub essen.

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Campingwiese am Blacksmiths Arms




gnarz18 am 15 Sep 2017 14:08:57


Zeitig verlassen wir am nächsten Morgen den Platz und fahren nach Bristol. Eigentlich sind wir bei solchen Stadtausflügen Fans von P&R. Aber vorab durchgeführte Internetrecherche ergab, dass alle Parkplätze eine Höhenbeschränkung haben. Na toll, das haben wir ja schon so gedacht. Also fahren wir direkt ins Zentrum von Englands sechstgrößter Stadt und werden fündig auf dem Parkplatz beim Museum der „Great Britain“. Die Great Britain hat in ihrer aktiven Zeit als erstes Schiff aus Eisen mit Propellerantrieb den Ozean überquert.
Auf dem Parkplatz ist früh am Tag noch eine Menge Platz, er ist zentrumsnah und kostet nur drei Pfund für vier Stunden. Das hat schon mal sehr gut geklappt! Eine kleine Personenfähre bringt uns für 50p auf die andere Seite des Hafens.

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Bristol

Von dort sind es noch zehn Minuten bis ins Zentrum. Unterwegs gibt es eine Menge Kunst zu sehen und so wird einem der Weg auch nicht langweilig.

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Bristol ist auf jeden Fall eine interessante Stadt, wir besichtigen die „Old Town“ mit ihren Markthallen.

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Markthallen in Bristol

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Da wir erst relativ spät wieder beim Auto sind und heute nicht mehr allzu weit fahren möchten, entscheiden wir uns nach einem spontanen kurzen Zwischenstopp in Bath bis nach Lacock zu fahren.

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Tatoo Laden in Bath

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Bath

Der Ort soll ziemlich pittoresk und der Drehort vieler Filme wie z.B. Harry Potter, Downton Abbey usw. gewesen sein. Außerdem soll man auf dem etwas außerhalb gelegenem Parkplatz des National Trusts über Nacht stehen dürfen. Auf dem Parkautomaten steht dann aber leider „No Overnight Parking“. Wir gehen erst mal in das schmucke Dorf und müssen leider feststellen, dass die Abbey wegen Filmarbeiten geschlossen ist. Das Dorf ist absolut sehenswert. Man kommt sich wirklich in eine andere Zeit versetzt vor.

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sehr pittoresk, Lacock

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Störende sind leider die ganzen Autos, die vor den bildhübschen Häusern parken. Das passt irgendwie nicht zusammen. Wir schlendern durch die Gässchen des Dorfes, finden die Stelle an der Dumbeldore und Harry auch schon rumgeschlendert sind und besichtigen die kleine Kirche. Bleibt natürlich die Frage, wo schlafen wir diese Nacht. Rat findet wir ja schon mal öfter im Pub und so gehen wir auf ein Getränk in einen der örtlichen Pubs. Wir fragen die etwas unwirsche Pub-Wirtin nach einer Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe. Zu unserer Überraschung meint sie, wir könnten uns auf den öffentlichen Parkplatz hinter dem Pub stellen. Dort gäbe es ein Areal für „Residents only“, welches sowieso keiner wirklich nutzen würde und für eine Nacht wäre das schon ok. Uschi reserviert einen Tisch für den Abend, was die Laune der Dame sichtlich hebt und ich laufe schnell das Auto holen.

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unser Schlafplatz in Lacock

Den letzten vollständigen Tag in GB verbringen wir auf der Autobahn. Bis London geht es eigentlich ganz gut, aber um London herum ist es dann doch wieder ein wenig mühselig und wir kommen nur schleppend voran. Kurz vor fünf erreichen wir St. Margaret’s at Cliffe bzw. den Pub, auf dessen Parkplatz wir immer schlafen. In all den Jahren haben wir es noch nie geschafft, zu dem kleinen Leuchtturm auf den White Cliffs zu gehen.

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Leuchtturm auf den "White Cliffs of Dover

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am "Coastguard"

Das holen wir nun endlich nach. Von der Bucht ist man schnell auf den Felsen und von dort in ein paar Minuten am Leuchtturm. Was für eine tolle Aussicht über den Kanal! Kurz vor dem Essen bekommen wir dann noch eine E-Mail von P&O, dass wir MINDESTENS 90 Minuten vor dem geplanten Check-In am Hafen sein sollen. Der Hafen wäre ziemlich busy und es wäre mit langen Verzögerungen an der Zollabfertigung zu rechnen. Das bedeutet, sehr früh aufstehen! Unsere gebuchte Fähre soll um 8:30 Uhr gehen.
Am nächsten Tag sind wir um 6:00 Uhr am Check-In und es ist Nichts los.

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und wieder Abschied nehmen von den White Cliffs :cry:

Um 6:12 stehen wir in der uns zugewiesenen Lane. So können wir dann wenigstens eine Fähre früher nehmen, wir frühstücken entspannt auf der Fähre und sind am frühen Nachmittag wieder zurück in Aachen.

Tipsel am 15 Sep 2017 15:02:58

:dankeschoen: für diesen schönen Bericht und die traumhaften Bilder.

:daumen2:

FastFood44 am 15 Sep 2017 15:57:12

Was für tolle Bilder und so ein schöner Bericht.
Vielen Dank für die Mühe.
Ich werde gerne jetzt sofort auf der Stelle los fahren!

Von wann bis wann seid ihr denn dort gewesen?

nuvamic am 15 Sep 2017 17:29:29

Hach! Wie immer sehr schöne Bilder und eine interessante Beschreibung.... weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Also vor allem - danke fürs (nachträgliche) Mitnehmen.

Und dass Lacock ein nettes Dörfchen ist, kann ich bestätigen. War da vor langen Jahren (weit vor Harry Potter) mal und hab in einem superschönen B&B übernachtet. Am nächsten Morgen hab ich die Abbey besucht und noch die alte Eigentümerin mit den Schlüsseln öffnen sehen. Das Fotomuseum über Fox Talbot war auch sehr schön.

HUGOSTRATZ am 15 Sep 2017 17:45:27

Seit über 30 Jahren verbringe ich sehr viel Zeit in GB und war auch an all diesen Lokalitäten, aber

DAS sind die besten Bilder, die ich seit langem in einem Reisebericht über England gesehen habe.

R E S P E K T ! ! !

und vielen Dank.

G.H.

Solofahrer am 15 Sep 2017 19:42:49

Toller Bericht, unwirklich schöne Bilder! Was für Wahnsinns Farben und Kontraste!
Ich verneige mich :flehan:

Petri40 am 15 Sep 2017 20:33:12

Volle Punktzahl, ein + und vielen Dank!
Tolle Aufnahmen, wertvolle Hinweise. :daumen2: :dankeschoen:

Jonah am 16 Sep 2017 12:42:15

Was für ein schöner Resiebericht, die Bilder sind wieder einmal eine Wucht, einfach klasse, vielen Dank dafür.

buccaneer am 16 Sep 2017 12:45:54

wow ... beeindruckende Fotos :dankeschoen:

bluecamper am 16 Sep 2017 21:45:24

He,

schöner Bericht und tolle Bilder! Mit dem iPhone hast Du die aber nicht gemacht :D

gnarz18 am 17 Sep 2017 09:40:03

Was ist denn ein iPhone? :D
Die Bilder sind aller mit einer Canon gemacht. Vielen Dank für die netten Kommentare, wobei ich langsam befürchte, euch mit meinen GB-Reiseberichten zu langweilen. Wir waren in der Zeit vom 4.8 bis zum 28.8 unterwegs.

Viele Grüße
Michael

nuvamic am 17 Sep 2017 10:23:56

gnarz18 hat geschrieben:wobei ich langsam befürchte, euch mit meinen GB-Reiseberichten zu langweilen.

FORGET IT!!!!!

(und ich schrei selten *ggg*)

Aklop am 17 Sep 2017 11:15:51

Hallo Michael,

höre bloß nicht auf mit deinen Reiseberichten. Diese sind der Grund für meine Anmeldung in diesem Forum gewesen.

Ich freue mich über jede Reise mit euch nach GB. Bei euch sieht man tolle Bilder von Orten in GB die man bei den Standard Touren "Rundreise Großbritannien in 14 Tagen" niemals zu sehen bekommt.

Und Langweilig sind diese garantiert nicht. Sie haben alles was ein Reisebericht braucht:

- Super Fotos
- Interessant geschrieben
- Super Infos

Also bitte weiter so und vielen Dank für die viele Arbeit die du dir machst.

Gruß Christian

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