Hallo,
die Warmwasserboiler bestehen aus Edelstahl. Auch bei hochwertigen Edelstählen kann es prinzipiell beim Vorhandensein von Chlorid-Ionen (in vielen Desinfektionsmitteln enthalten) zur Loch-, Spalt- und Spannungsrißkorrosion kommen. Wer sich dazu genauer informieren will, kann in die bekannte Suchmaschine mit dem großen "G" die Stichworte "Natriumhypochlorit Korrosion Edelstahl" eingeben und wird dann ziemlich am Anfang die Pdf-Tabelle "Chemische Beständigkeit von nicht rostenden Stählen" finden, die ich hier leider nicht direkt verlinken kann. Dort findet man unter Natriumhypochlorit (auch in dem Reinigungsmittel Danklorix enthalten) zumindest für die sehr hohe Konzentration von 5% eine entsprechende Angabe.
Trotzdem wollen sich meiner Meinung nach die Hersteller der Warmwasserbereiter mit den pauschalen Hinweisen auf die Schädlichkeit von Desinfektions- und Entkalkungsmitteln hauptsächlich vor Schadensersatzansprüchen schützen.
Gute Edelstähle müssen gegenüber den erwähnten Substanzen in geringen Konzentrationen weitgehend unempfindlich sein, denn vielen Trinkwässern werden schon von den Wasserversorgungsunternehmen gemäß der Trinkwasserverordnung aus Sicherheitsgründen Desinfektionsmittel wie z. B. Natriumhypochlorit oder Chlordioxid in geringen Konzentrationen zugesetzt. Darauf hat der Wohnmobileigner überhaupt keinen Einfluß - er muss das Trinkwasser tanken, das auf den Stell- und Campingpätzen angeboten wird. Zudem werden in den öffentlichen Wasserversorgungsanlagen ebenfalls Anlagenteile aus Edelstahl eingesetzt. In meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit im Bereich Wasserversorgung habe ich diesbezüglich noch nie von gravierenden Korrosionsproblemen gehört.
Wenn man nun z. B. das Reinigungsmittel Danklorix (desinfizierende Wirksubstanz Natriumhypochlorit) in höheren Konzentrationen zur Stossdesinfektion der Wasseranlage im
Womo ein- oder zweimal pro jahr benutzt, dürfte das m. E dem Boiler nicht wesentlich schaden, wenn man hinterher die Anlage gut mit Frischwasser durchspült. Das muss man ohnehin machen, da solche Reinigungsmittel wie Danklorix nicht im Trinkwasser enthalten sein dürfen.
Ich selber führe keine Stossdesinfektionen der Wasserversorgungsanlage im Womo durch, da ich dem getankten Wasser permanent Chlordioxid in geringer Konzentration gemäß der Trinkwasserverordnung zusetze (sofern das nicht schon das Wasserversorgungsunternehmen gemacht hat). Dabei konnte ich in den jetzt knapp 5 Betriebsjahren meines Womo erwartungsgemäß keine negativen Auswirkungen auf den Warmwasserboiler feststellen.
Also ist es letztlich eine persönliche Risikoabwägung. Ich bin halt der Meinung, daß das Schadensrisiko für den Boiler geringer ist, als mein Risiko, wenn ich undesinfiziertes Wasser aus der Womo-Versorgungsanlage als Trinkwasser nutze.
Aber ich will jetzt diesbezüglich nicht die gefühlt hundertste Grundsatzdiskussion anzetteln muss nun auch ein Ende finden, sonst heißt es wieder, daß "manche eine Wissenschaft aus dem Hobby
Wohnmobil machen" :mrgreen:
Grüße