rump
motorradtraeger
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

3000 Zyklen - Was für ein Quatsch, oder etwa doch nicht?


IchBinsWieder am 25 Feb 2018 04:58:08

Ein herzliches Hallo,

ich denke schon sehr lange über diesen Thread nach.
Angeregt durch Richis Umschreibung Deep Cycle/ Flat Cycle und des immer wiederkehrenden Kommentar „3000 Zyklen braucht keiner“ habe ich mich nun endlich aufgerafft um etwas zum Thema Zyklen zu schreiben.

„3000 Zyklen braucht keiner“ - Dazu sag ich mal ein ganz klares JEIN.
JA, das stimmt, denn wirklich niemand wird 3.000 Zyklen in seinem Womo verbringen.
NEIN, das stimmt nicht, denn man muß verstehen welches Potential hinter so einer hohen Zyklenzahl steckt.

Jeder achtet beim Batteriekauf auf die Maße, auf den Preis, den Batterie-Typ … aber auf die Zyklenangaben wird kaum wert gelegt, zumindest hatte ich in den letzten 8/9 Forum-Jahren nicht das Gefühl. Die Nichtbeachtung ist aber verständlich. Die Hersteller stellen kaum Infos bereit. So ist eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Batterie nicht möglich. Bei Starterbatterien wird der Wert hinter einer für den Verbraucher unverständlichen EN-Blabla versteckt, viele schreiben gar nichts oder verschleiern es mit „3 mal mehr Zyklen“. Transparenz ist es etwas anderes und wird von den Herstellern bewußt unterdrückt. Also lässt man dies bei seiner Betrachtung außen vor. Für den Endverbraucher eine unmögliche Situation. Aber, je zyklenfester Batterien werden, umso mehr Infos bekommt man von den Herstellern.

Vorweg etwas zu den unterschiedlichen Begriffen wie SoC, Vollzyklus, Zyklus, Flachzyklus und Tiefenzyklus.
SoC (State of Charge).
Der SoC-Wert kennzeichnet die noch verfügbare Kapazität. SoC100% bedeutet volle Batterie, SoC0% bedeutet leere Batterie.

Vollzyklus. Wie berechnet man ihn?
Bsp.1: Einen Vollzyklus erreicht man, wenn man von SoC 100% vollständig entlädt und wieder vollständig auflädt.
Bsp.2: Ein Vollzyklus kann aber auch bedeuten das man um die Hälfte entlädt, wieder vollständig auflädt und das zweimal macht.
Bsp.3: Nehmen wir einen Ladezustand von 90%, entladen auf 40% und laden wieder auf 90% und wiederholen das zweimal.

Bei allen Beispielen wurde also die gleiche (volle) Kapazität entnommen und wieder zugeführt. Egal ob das in einem Schritt passiert oder in Teilzyklen. Mehrere Teilzyklen sind demnach ein Vollzyklus, sofern es sich um die gleiche Kapazität handelt.

Allerdings wird bei 12V-Batterien wie wir sie nutzen nie von Vollzyklen gesprochen, sondern ganz pauschal von Zyklen und die unterscheiden sich je nach Typ.

Es gibt den flachen Zyklus (Flat Cycle) der kurzfristig sehr hohe Ströme bereitstellt, aber dazu nur bis zu 10-15% der Gesamtkapazität nutzt und ….
es gibt den tiefen Zyklus (Deep Cycle) der eher niedrige Ströme zieht und das bis zu 50-80% der Gesamtkapazität.
Für beide Zyklenarten gibt es eine Vielzahl an Batterie und nur sehr wenige die beide Arten abdecken.

Der Kaffee-WR-Konsument ist also in einer Zwickmühlen, denn er möchte gerne hohe Ströme über ein breites Spektrum der Kapazität nutzen. Dazu wählt man nach heutigem Stand am besten LiFe(Y)PO4. Diese Batterien erreichen sehr viele Zyklen und genau darüber wurde am Anfang der hohe Preis beim Kauf gerechtfertigt. Nachvollziehbar, denn man muss seiner Holden den hohen Preis rechtfertigen - geht zumindest den meisten so. Natürlich gibt es viele weitere gute Argumente, wie geringes Gewicht, Hochstromfähigkeit, Spannungsstabil, volle Kapazitätsentnahme etc.etc. Alle Argumente würden verpuffen, wenn nur die sonst üblichen 400-600 Zyklen zur Verfügung stehen.
Die Zyklenfestigkeit ist also ein wichtiges Argument für LiFe(Y)PO4, bei den Bleibatterie ein meist unbeachtetes Kriterium.

Warum sind mir dennoch die scheinbar nicht nutzbaren 3000 Zyklen so wichtig.
Das lässt sich leicht erklären und selbstverständlich mache ich das an meiner Bleibatterie, der Blei-Kristall klar, es könnte aber auch eine sehr zyklenfeste Gel oder AGM sein. Jedoch stellt kaum eine Firma ein so umfangreiches Datenblatt zu Verfügung. Das ist allein schon der Grund die Erklärung anhand dieser Batterie vorzunehmen, weil andere Hersteller nicht Willens sind ihre Datenblätter umfangreich und aufschlußreich zu gestalten.

3.000 Zyklen oder auch 8.000 Zyklen braucht sicherlich niemand, weil allein die Lebenszeit der Batterie sicher vorher verstreicht. Aber die Zyklenfestigkeit kann man auch anders nutzen, nämlich indem man die Batterie weiter entlädt als die gängigen 50%. Das ist die übliche Vorgehensweise bei LiFe(Y)PO4 und das lässt sich auch bei einer Bleibatterie so handhaben, sofern sie dazu in der Lage ist. Der Strom unter der 50%-Grenze ist nicht schlechter, aber lässt die Batterie stärker altern. Hier kommt die anfänglich hohe Zyklenzahl zum Tragen und spielt ihre Vorteile aus.

Unten seht ihr eine Grafik aus dem Datenblatt der BK --> Link. Beschrieben wird Zyklenanzahl in Abhängigkeit zum SoC.

Klar, das sind Werte aus Laborbedingungen die es im Wohnmobil so niemals gibt und dennoch ist es ein guter Anhaltspunkt.

Wie man sehen kann ist die Zyklenfestigkeit stark von der Entladetiefe abhängig. Warum ist das so?
Einer Batterie wenig zu entnehmen ist kein Problem, sie aber vollständig zu entleeren bedeutet Stress für eine hochzyklenfeste Batterie. Das quittiert sie mit einer geringeren Zyklenzahl. Man könnte das jetzt ganz wissenschaftlich mit dem chemischen Prozess in der Batterie erklären, aber das interessiert sicherlich die wenigsten, mich gar nicht. Nur soviel, ab einer Entladung von 80% spricht man von einer Tiefentladung.
In meiner Kostenübersicht --> Link kann man sehr gut sehen wie die Kosten pro kWh bis SoC 20% nahezu stabil sind und darunter in die Höhe schnellen. Das trifft auch auf LiFe(Y)PO4 zu --> Link, je dichter man an 0% geht umso teuerer wird die kWh.

Aus über 7.500 Zyklen bei einer 10% Entnahme der Kapazität werden im schlimmsten Fall 628 Zyklen bei einer 100% Entnahme. Bei der üblichen 50%-Empfehlung sind es etwa 2.700-2.800 Zyklen und genau die braucht keiner. Da stimme ich jedem zu. Es stehen also 628 mal die volle Kapazität bereit und genau hier setze ich an. In der Praxis wird man sicher einen Mix aus Voll- und Teilzyklen haben, die Lebensdauer wird also eher höher sein. Egal wie, 60 Nutzungstage pro Jahr bedeuten immerhin 10 Jahren. Natürlich ist das erst einmal unvorstellbar. Wir sind doch mittlerweile kurze Lebenszeiten von Produkten gewohnt. Wie oft wechselt man Glühbirnen im Haushalt und in San Francisco in einer Feuerwache leuchtet mit kurze Unterbrechungen seit 117 Jahren ein und die selbe.

Aus der Möglichkeit der vollständigen Entladung ergibt sich der größte Vorteil:
Man darf seine Batterie erheblich kleiner wählen und das ohne Risiko.

Man muss nicht mehr 200Ah durch die Landschaft fahren aus der man nur 100Ah entnehmen soll. Niemand von euch kauft ein Kiste Bier und bringt sie halbvoll zurück. Jeder würde sich beschweren, wenn er Doppel-Whopper bestellt, aber nur eine Brot-/Fleischscheibe essen darf und der Rest zurück in die Küche geht. So sehe ich das eben auch mit der eingelagerten Energie. Wenn ich 200Ah kaufe, will auch 200Ah nutzen. Jetzt wird sicherlich jemand anmerken wollen, dass man auch einer Gel oder AGM mehr als 50% entnehmen darf. Natürlich geht das, aber aus der anfänglich schon deutlich geringeren Zyklenzahl (400-600 Zyklen) geht es für diese Batterien ebenfalls steil bergab. Wenn ich nur noch geschätzte 100 Zyklen habe weil ich z.B. auf 20% Restkapazität gehe, kann man sich je nach Nutzung des Womos vielleicht schon nach ein oder zwei Jahren nach einer neuen Batterie umschauen. Tiefentladung ist immer wieder ein Thema und Berichte dazu gibt es im Forum zu genüge. Das ist nicht nur lästig und kostet Geld, es ist auch ökologisch nicht wirklich zu vertreten. Von vollständiger Entladung will ich gar nicht reden. Das geht mit der BK, mit LiFe(Y)PO4, aber nicht mit den populären Vertretern der AGM oder Gel.

Jetzt kann man natürlich als Gegenargument bringen, dass die Laborbedingung im Wohnmobil niemals vorherrschen und die Batterie niemals die Werte aus dem Datenblatt erreicht. Aber das betrifft nicht nur hochzylenfeste Batterien, sondern alle auf dem Markt befindlichen Batterien. Kostet der nicht normgerechte Gebrauch 10, 20 oder auch 30% Lebenszeit, trifft das sicher auf alle Batterien zu und das Verhältnis bleibt immer noch das selbe.

Ich habe letztens gelesen das ein Wohnmobil durchschnittlich etwas über 12 Jahre genutzt wird. Ist die Erstausrüstung nach zwei drei Jahren hin, macht es immer noch Sinn auf eine Batterie zu gehen, die vielleicht ein Alter von 10 Jahren Nutzung erlaubt.

Die volle Entnahme relativiert auch den Preis.
Man sollte nicht den Fehler machen und eine 200Ah-AGM mit einer hochfesten 200Ah-Batterie (Hersteller erstmal egal) zu vergleichen. Das kann man dann besser an den Zyklen festmachen. Wenn eine normale 200Ah-AGM/Gel rund 600 Zyklen bei SoC50% vergleichen will, dann nur dagegen eine 100Ah mit 600 Zyklen bei SoC0%. Die Batterie wird kaum bis gar nicht teurer sein. Eine Übersicht zu Batterien habe ich ja bereits veröffentlicht die genau diese Betrachtungsweise mit verrechnet. --> Link Danach sind die zyklenfesten Batterien nicht teurer und meist sogar preiswerter als andere. Gerade die Batterien mit wenigen Zyklen habe sich als die teuersten herausgestellt und die Betrachtungsweise "Was kostet eine Ah" führt auch nicht zu einem richtigen Ergebnis.

Ein weiterer Profit ist das erheblich geringere Gewicht.
Jedem dürfte einleuchten, dass 200Ah-AGM/Gel mehr wiegt als eine 100Ah hochzyklenfeste Alternative. Man spart etwa 50% an Gewicht. Nur noch besser kann das LiFe(Y)PO4, hier spart man etwa ein Drittel an Gewicht.
Aus ca. 64KG (AGM), 31,5kg (BK) oder ca, 20kg(LiFe) kann man die gleiche Energie entnehmen.

Die Verwendung von hochzyklenfesten Batterien schont auch die Umwelt.
Das lässt sich zum Einen über das geringere Gewicht erklären und zum Anderen über die längere Lebensdauer. Mag sein dass es nicht jeden interessiert, mich jedoch sehr. Es ist auch ein Unterschied ob Blei einer 200Ah oder einer 100Ah recycelt werden. Denn auch dieser Prozess kostet Energie die aufgebracht werden muss. Natürlich kann man nicht von Öko reden, aber die Ökobilanz ist definitiv besser wenn man kleinere Batterien über einen längeren Zeitraum nutzt.

Solange man seine zur Verfügung stehende Energie nicht überwiegend über den WR beziehen will, solange gibt es keine Probleme mit den zyklenfesten Bleibatterien. Tests in diesem Forum haben gezeigt, dass bei einer Entladung gemäß C10 die volle Energie vor Abschaltung des EBLs (10,5V) zur Verfügung steht. Üblich ist aber eher die C20 Entladung. Die Spannung wird also nicht ganz so stark wie bei der C10 Belastung einbrechen. Wer sein Essen lieber über Strom zubereiten will oder 30 Senseo-Pads am Tag durchbringt ist natürlich mit LiFe(Y)PO4 besser aufgestellt. Aber für den durchschnittlichen Womo-User trifft das vermutlich nicht zu. Hier sind kleine Ströme eher der Regelfall und das geht mit einer Bleibatterie durchaus wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Nun, wo Licht ist, ist auch Schatten.
Nur von Vorteilen kann man nicht schreiben, es gibt auch einen Nachteile. Das kontinuierlich Fallen der Spannung wahrend des Entladeprozess. Je geringer die Spannung ist, umso geringer ist der Wasserdruck der Tauchpumpe. Das ist ein schleichender Prozess. Aber damit kann ich leben, denn es stellt in der Praxis kein wirkliches Problem dar, denn sobald Solar am nächsten Tag wieder Strom liefert, ist das Problem keines mehr. Verschweigen will ich es dennoch nicht. Das betrifft aber nur die Bleibatterien, LiFe(Y)PO4 ist hiervon ausgenommen, da sie über die gesamte Kapazität sehr spannungsstabil ist. Mir ist trotz deutlich reduzierter Spannung noch nie die Heizung ausgefallen. Ja, es gibt diese Fälle im Forum, aber das hat nichts mit der Batterie zu tun, sondern üblicherweise lag es an der zu schwachen Verkabelung.
Das Einzige an das man sich gewöhnen muss, dass das Voltmeter oder der Batteriecomputer auch mal weniger als 12V anzeigt. Das kennt man so von seinen alten Bleibatterien nicht.

Der Markt der Batterien hat sich aufgeteilt. Es gibt für jeden Anwendungsfall eine Lösung. Nassbatterien waren mal der Standard, hinzugekommen sind Gel, AGM und weitere. Zu den Starterbatterien sind mittlerweile zyklenfeste Starterbatterien hinzugekommen um den Start-Stopp-Anforderungen gerecht zu werden. Da ist es kein Wunder das man weiter über den Tellerrand schaut und sich bei der Industrie oder Stromspeichern umschaut. Gerade diese legen großen Wert auf die Haltbarkeit, weil Ausfälle und Austausch unproduktive und dadurch teure Zeiten sind. Als Endanwender haben wir heute eine gute Möglichkeit Informationen zu Alternativen zu bekommen. Es müssen nicht die alten Bekannten sein. Das Rad dreht sich nunmal weiter ... auch in der Batterieentwicklung. Man darf halt nur nicht so paranoid sein und alles anzweifeln.

Dies ist ganz bewußt kein Werbethread für die BK, sondern für hochzyklenfeste Batterien, wozu auch LiFe(Y)PO4 zählt.
Die Vorteile der anfänglich falsch verstanden unrealistischen 3000 Zyklen liegen auf der Hand, man muß nur verstehen welches Potential dahinter steckt.

Sachliche Kommentare und konstruktiver Austausch sind sehr erwünscht. Verschwörungstheoretiker die nicht mehr an die Langlebigkeit von Produkten glauben, bitte ich dazu einen Extrathread aufzumachen.

P.S. Gruß an Sunny

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

kintzi am 25 Feb 2018 07:03:43

Danke Charly !Sie hat mich gerade geweckt,bei -7° war die Portugiesin trotz Winterfell aber schon bald wieder da.
Guter Grundsatzartikel, was bleibt da anderes übrig als.... :razz: Gr. Richi

mafrige am 25 Feb 2018 10:34:41

Hallo Charly,

dem kann ich zustimmen.
Obwohl meine beiden 2 x 80 Ah Exide-Gel von 2002 noch halbwegs funktionieren.
Wir sind ca. 200 Tage/ Jahr unterwegs, aber mit folgender Einteilung:
Ca. 150 Tage, immer Montags mit voller Ladung los (um etwas anzuschauen/erleben), bei einem Sommerverbrauch von ca. 30 Ah/Tag und Zuladung ca. 100 km Fahrt/Tag und 100 WP Solar, können wir uns von April bis Oktober von Montag -Freitag ohne Fremdstrom aufhalten.
- Freitags sind wir immer auf einen Stellplatz/Campingplatz mit Strom gefahren (zum Entspannen, alle Versorgungen zu tätigen und um den Trubel zu entgehen :ja: ), um Montag wieder zu starten.
Das heißt wir haben ca. max. 2 Zyklen / Woche verbraucht. Bei 150 Reisetage/ 7 Tage * 2 Zyklen = ca. 43/ Jahr Zyklen regelmäßig(wir kochen Kaffee - 850 W ca.5 Min., Eierkocher - 400 W /8 Min., wenig Fön und Staubsauger).
Die anderen 50 Tage verbringen wir in den kalten Jahreszeiten im Süden (meist Spanien) auf Campingplätzen am Meer (Badeurlaub) mit Dauerstrom.
Zuhause am Haus ebenfalls Dauerstrom.
Diese Batterien haben also ca. 50 Zyklen/Jahr * 16 Jahre = 800 Zyklen hinter sich.
Da wir jetzt ein neues Wohnmobil kaufen, werden wir uns eine LiFeYPo4 mit 100 Ah zulegen, müsste doch für unseren Verbrauch reichen oder?

Anzeige vom Forum


avm75 am 25 Feb 2018 10:39:54

Moin Charly,

auch von mir ein „+“ für die sachliche und verständliche Darstellung.

Genau die Zyklenfestigkeit war für mich eines der hauptsächlichen Auswahlkriterien für unsere Batterie(n).
Insbesondere im Hinblick darauf, tiefer entladen zu können, ohne dass die Lebensdauer zu kurz wird.
Aber auch das geringere Gewicht war letztlich ein Vorteil, welchen wir gerne mitgenommen haben.

Seit dem Einbau stehen wir immer ohne Landstrom, mittlerweile nehmen wir nicht mal mehr das Kabel dafür mit.
Solar und Booster sorgen dafür, dass wir bisher ganzjährig noch keine Probleme bekommen haben, die Rechnung geht durch die voll nutzbare Kapazität wunderbar auf.

LG
André

Rockerbox am 25 Feb 2018 11:13:36

Hi Charly,

top zusammengefasst!

kurt2 am 25 Feb 2018 11:57:37

HAllo Charly,
vielen Dank für deine Darstellung, die auch für Laien sehr verständlch verfasst ist.

Zum Verständnis nur eine Frage:
Du schreibst:
IchBinsWieder hat geschrieben:3.000 Zyklen oder auch 8.000 Zyklen braucht sicherlich niemand, weil allein die Lebenszeit der Batterie sicher vorher verstreicht.


Ich dachte bisher immer, dass ausschließlich die Anzahl der Zyklen die Lebensdauer der Batterie begrenzt.
Was knabbert denn noch an der Lebensdauer der Batts??

andwein am 25 Feb 2018 12:27:28

Hallo "ichbinsWieder"
eine wirklich gute und verständliche Zusammenfassung. Ich möchte mich damit mit einem Pünktchen bedanken.
Gruß Andreas

ManfredK am 25 Feb 2018 12:41:59

ät Kurt2

z.B. --> Link und --> Link)
--> Link und --> Link

Man sollte ganz vorsichtig die Lebensdauer einer Blei-Säure (nass, AGM, GEL) Batterie mit 5 - 10 Jahren ansetzen. Wo man in dieser Spanne landet ist ein bisschen auch vom Zufall abhängig.
Ich persönlich gehe immer von einer Lebensdauer von 5 Jahren aus, daraus ergeben sich für mich eine bestimmte Anzahl von notwendigen Ladezyklen (sind in meinem Fall durchschnittlich gut 1 Zyklus in der Woche = 50 - 60 im Jahr)

In meinem Fall sind daher alle Akkus mit einer Zyklenbeständigkeit von runden 400 - 500 so dimensioniert, dass sie ausreichend halten.

Beruflich beobachte ich klassische Lithium-Ionen Akkus seit 2009 und kann dabei bei einer Entladung bis ca. 20% SoC eine Zyklenzahl von ca. 1500 - 2000 Zyklen in fast 9 Jahren bestätigen. Anzahl der beobachteten Akkus > 10.000; Ausfallrate durch Kapazitätsverlust (unterhalb 80% Nennkapazität) im niedrigen einstelligen Bereich aber momentan durch Alterung (Lithium-Plating) erkennbar zunehmend.

IchBinsWieder am 25 Feb 2018 12:50:39

Hallo Kurt,

die Lebensdauer ist unter anderem auch davon abhängig unter welcher thermischen Belastung die Batterie steht.
Zur Veranschaulichung nehme ich wieder das Datenblatt der BK --> Link


Aber nicht nur die Lebenszeit sinkt bei höherer Temperatur, auch die Zyklenfestigkeit nimmt ab


Die Art der Benutzung ist auch ausschlaggebend für die Lebensdauer.
Eine Batterie die immer sehr schnell über hohe Ströme entladen und geladen wird stirbt frühzeitiger,
weil das Stress für den chemischen Prozess innerhalb der Batterie ist. Hohe Ströme erzeugen eine höhere Temperatur.
Inwiefern sich das auf LiFe(Y)PO4 auswirkt weiß ich nicht. Vielleicht kann jemand anderes etwas dazu schreiben.

Die Spannung sollte während des Ladens natürlich immer zur Batterie, Temperatur und Nutzung passen.
Zyklische Anwendung ... das ist eher die Regel im Womo ... brauchen immer eine höhere Spannung als der Standby-Betrieb.
Für die BK z.B. gilt zyklisch = 14,7V, und für Standby = 14,4V. Die Spannung sollte durch einen Temperaturfühler immer an die Batterie angepasst werden.

kissenschlacht am 25 Feb 2018 13:08:09

Hi,
DANKE >>IchBinsWieder.<<

Endlich mal ein Bericht über Details die ich verstehe.
Einfach, Sachlich und Kompetent.

gruß

Georg

geralds am 25 Feb 2018 16:46:56

Hallo Charly,

jetzt mal meine Ansicht zu dem Thema "man soll eine xyz-Batterie nur zu 50% entladen".
Bisher habe ich alle Beiträge dazu absichtlich überlesen.

Ich bin überwiegend Freisteher. Mein Ziel bei der Wahl der Batteriegröße ist es auch mal 4 Tage ohne nachzuladen mit der Batterie auskommen zu können.
Da ich in einem solchen (seltenen) Fall auch meinen Bleiakku bis nahe an den Zustand "leer" nutze, hilft es mir nicht einen LI-Akku oder eine Bleikristallbatterie kleiner zu wählen. Ich würde also auch diese Akku´s in der Größe wie eine GEL wählen.
Daher relativieren sich die Betrachtungen zu Gewichtsersparnis oder auch €/kWh zumindest für mich ein wenig.
Sicher kein sehr verbreitetes Nutzerprofil, aber den einen oder anderen wird es geben. Bei Wintercampern sicher häufiger anzutreffen.

Im Normalfall geht also immer was zurück in die Küche, manchmal wird der Teller aber auch leer gegessen. :wink:

Gruß Gerald

IchBinsWieder am 25 Feb 2018 18:36:22

geralds hat geschrieben:Im Normalfall geht also immer was zurück in die Küche, manchmal wird der Teller aber auch leer gegessen. :wink:


Hallo Gerald,

ich verputze auch nicht jeden Tag alles was auf dem Teller ist, aber ich hätte keine Sorgen dies jeden Tag zu tun.

Selbstverständlich kannst du JEDE Batterie so tief entladen wie du willst, aber das geht halt immer zu Lasten der Zyklen.
Sieh dir mal die Zyklen der Winner Proteus AGM an, da bleiben aus 850 Zyklen bei SoC50% noch 40% der Zyklen übrig wenn man auf SoC0% geht. Die Proteus gehört schon zu den Batterien die eine überdurchschnittle Zyklenzahl bietet. Wählt man nun eine normale Batterie wie z.B. Banner, die hier oft verwendet wird, würden von 400 Zyklen nur noch 160 übrigbleiben und das ist doch gar nicht soviel, wenn man von einer durchschnitten Lebenszeit von über 12 Jahren ausgeht.
Gewicht und Platz ist meist limitiert und da sehe ich schon die Argumente.
Schau dir allein die Situation unter den Sitzen an. Und selbst wenn die Zuladung, so wie bei dir, keine Problem ist, bleiben die räumlichen Einschränkungen. Wenn du 200Ah hast und sie nur gegen 200Ah Life od BK austauscht würdest, würde dir immer noch die höhere Zyklenfestigkeit ein längeres Leben bescheren. Das Gewicht wäre zumindest bei der BK das gleiche und der Raumanspruch ebenfalls, also erkauft man sich zumindest keinen Nachteil. Die kWh kostet übrigens immer nahezu das gleiche, egal ob die 100Ah oder 220Ah nimmst.

Wer seinen Verbrauch und seine Standzeit festgelegt hat, KANN zur kleineren greifen ohne Einschränkungen.
Wer eine gleich große Variante wählt, wird demnach immer durch eine höhere Zyklenfestigkeit belohnt.

Letztlich kommt es aber immer auf die Nutzung an. Jemand der 2 mal im Jahr das Womo aus der Garage holt und auf eine CP fährt und dann die Heimreise antritt, wird sicher nicht die Vorteil der Zyklenfestigkeit nutzen können und könnte sogar mit einer Starterbatterie glücklich werden, aber gerade wir Freisteher und Womos mit Platz-oder Gewichtsproblemen können davon profitieren.

kurt2 am 25 Feb 2018 18:40:36

DAnke ihr Beiden

geralds am 25 Feb 2018 20:13:40

Hallo Charly,

die Zusammenhänge sind mir schon klar. Mir ging es nur darum darauf hinzuweisen, dass man bei der Betrachtung von BK oder LI-Akkus´s nicht mit 50% Kapazität rechnen kann, wenn man eine bestimmte Reichweite braucht oder will.

Deshalb habe ich im alten Womo eine Solarblockbatterie eingesetzt, die 1200 Zyklen nach IEC 896-2 konnte (1 Zyklus entspricht einer 60%-iger Entladung bei 20°C und einem Entladestrom der einer 10-stündiger Entladung entspricht). Die hat auch einen SOC von ca. 10% 1-2 mal pro Jahr über viele Jahre ertragen. War natürlich auch im oberen Preissegment (berechtigt) angesiedelt.

Wie lange das meine beiden Exide ES900, die der Hersteller eingebaut hat, mitmachen - keine Ahnung.

Natürlich will auch ich die Batterien nicht in kurzen Abständen tauschen. Ist halt blöd wenn man die Dinger mitten in der Reise austauschen muss.
Aber ansonsten verstehe ich die Diskussionen um die Batterielebensdauer manchmal nicht so richtig. So wie andere Verschleißteile muss auch die Bleibatterie mal getauscht werden. Wenn man so grob 100.-€ pro Jahr (oder oft auch etwas weniger) ansetzt, liegt man, glaube ich, nicht so verkehrt. Jedenfalls bei einer Bleibatterie. Eine Tankfüllung kostet mehr. Ich glaube die wenigsten schauen bei einer Reise auf eine Tankfüllung mehr oder weniger. Weshalb wird also bei der Batterie so empfindlich reagiert, jedenfalls von einigen Forumsmitgliedern? Solche Diskussionen gibt es doch bei Reifen- oder Bremsenverschleiß usw. auch nicht. Wer den Komfort eines Automatikgetriebes will, bezahlt das in der Regel auch mit einem höheren Bremsenverschleiß, das wird aber hingenommen. Wer mehr Komfort bei der Batterie will, sei es hohe Entladeströme und/oder lange Reichweiten, muss auch dafür was bezahlen.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass der nächste Batterietyp danach ausgesucht wird, der am besten meinem Nutzungsprofil entspricht.
Innerhalb des Batterietyps schaue auch ich natürlich nach dem Preis/Leistungsverhältnis, aber halt erst an 2. Stelle.

Gruß Gerald

rolf51 am 25 Feb 2018 20:22:24

Hallo,
die Zyklenangaben sind doch relativ, wenn man manche Berichte liest bei denen die Batterien nach zwei Jahren über den Jordan gegangen sind. Die Zyklenzahl wurde bei weitem nicht erreicht nun kann man Rätzeln an was es gelegen hat. Ladegerät, Tiefentladung, Überwinterung?

kintzi am 25 Feb 2018 21:14:32

Theoretisch: Nach Datenblatt:
Exide 2x ES 900 Gel = 160 Ah,ohne Zuladung 4 Tage autark 100% entladen = 200 Zyklen , rechn. 40Ah/d.
Exide 2x ES 900 Gel xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx70% entladen = 300 Zyklen, rechn. 28Ah/d
Praktisch: Derselbe schon 2. Battsatz (momentan 340€)bei mir :
Exide 2x ES 900 Gel = 160 Ah im 1. Jahr 1 Tag autark 70% entladen = 300 Zyklen , Verbrauch Winter 112 Ah/d
Im 2. Jahr Batt praktisch um 10% gealtert ungefähr 100 Ah/ die.
Nutzung 90 Tage /annum = 180-200 Tage = Zyklen ist für meine Zwecke die Batt fertig, weil realiter bei der Nutzung bis 20% Kapazitätseinbuße, heißt 160 - 32 Ah = 128 Ah x 70% = 90 Ah , stehen mir noch im Winter zur Verfügung, wird mir im 3. Jahr schon kritisch. Deshalb alle 2 Jahre gewechselt, recycelt in Benzin-PKWs off-Label noch Jahre als Starter-Batt.
Autark: über 20i oder Booster tägl. auf über 80% laden .Bis jetzt noch kein Solar. Gr. Richi

IchBinsWieder am 25 Feb 2018 21:16:47

Gerald, ich freu mich über regen Austausch, wirklich :ja:

Geralds hat geschrieben:...Mir ging es nur darum darauf hinzuweisen, dass man bei der Betrachtung von BK oder LI-Akkus´s nicht mit 50% Kapazität rechnen kann, wenn man eine bestimmte Reichweite braucht oder will.


Meine Reichweite hab ich an der alten Batterie festgemacht: 240Ah, das war das was ich hatte, also 120Ah nutzbar. Ist nunmal so bei einer Nassbatterie, da beißt die Maus keinen Faden ab ... die aktuelle hat 132Ah, wiegt die Hälfte, braucht weniger Platz und bietet mir dennoch das gleiche. Andere Vorgaben an die Nutzung als die Kapazität fallen mir beim besten Willen nicht ein.

geralds hat geschrieben:Deshalb habe ich im alten Womo eine Solarblockbatterie eingesetzt, die 1200 Zyklen nach IEC 896-2 konnte (1 Zyklus entspricht einer 60%-iger Entladung bei 20°C und einem Entladestrom der einer 10-stündiger Entladung entspricht). Die hat auch einen SOC von ca. 10% 1-2 mal pro Jahr über viele Jahre ertragen. ..

Ich hoffe ich haben in meine Bericht deutlich gemacht, dass die Zyklenfestigkeit bei tiefem SoC nicht ausschließlich eine Domäne der BK und Life ist.
Als Endverbraucher kann ich mich natürlich nur freuen wenn der Markt größer ist als angenommen, denn die Wahlmöglichkeiten wachsen dadurch.
Im Regelfall trauen sich aber die wenigsten an unbekannte Batterien (egal wie gut) und so kann man dankbar sein über weitere Alternativen informiert zu werden.

geralds hat geschrieben:Ist halt blöd wenn man die Dinger mitten in der Reise austauschen muss.

Das hatte ich zweimal ... gut, ich habe erst zu Hause ausgetauscht, aber das war für mich auch der Grund mich nach einer robusten und verzeihenden Batterie umzuschauen.

geralds hat geschrieben:Aber ansonsten verstehe ich die Diskussionen um die Batterielebensdauer manchmal nicht so richtig. So wie andere Verschleißteile muss auch die Bleibatterie mal getauscht werden. Wenn man so grob 100.-€ pro Jahr (oder oft auch etwas weniger) ansetzt, liegt man, glaube ich, nicht so verkehrt. Jedenfalls bei einer Bleibatterie.

Das wären bei mir als im nächsten Jahr der Fall, alles was drüber liegt wäre für mich demnach ein Plus. Warten wir mal ab und schauen was die Zeit so bringt.
Das mit dem Verschleiß sehe ich etwas anders. Die Frage ist: MUSS man austauschen, oder gibt es Wege dies nicht so häufig zu machen. Mein Golf 1 & 2 Diesel wollten jeweils einen Ölwechsel nach 7.500km. Heutige Diesel liegen im Regelfall bei 30.000km.
Ich habe nichts dagegen, wenn Produkte so ausgelegt sind, dass sie länger halten und man weniger zum Service, Austausch oder ähnlichen muss.

geralds hat geschrieben:Weshalb wird also bei der Batterie so empfindlich reagiert, jedenfalls von einigen Forumsmitgliedern?

Weil es nicht sein muss. Klar, die Industrie suggeriert uns etwas anderes, aber einsehen muss man das nicht.

geralds hat geschrieben:Solche Diskussionen gibt es doch bei Reifen- oder Bremsenverschleiß usw. auch nicht.

Oh doch, schau mal in Forum von der Michelin Agilis Camper immer weniger LL schafft.

mafrige am 25 Feb 2018 22:34:03

rolf51 hat geschrieben:Hallo,
die Zyklenangaben sind doch relativ, wenn man manche Berichte liest bei denen die Batterien nach zwei Jahren über den Jordan gegangen sind. Die Zyklenzahl wurde bei weitem nicht erreicht nun kann man Rätzeln an was es gelegen hat. Ladegerät, Tiefentladung, Überwinterung?


Hallo Rolf,

da sollte man aber nicht vergessen, dass außer der Entladetiefe, auch die Zeit bis zur Wiederaufladung eine große Rolle spielt. Wird eine Batterie auf 40 % entladen und dann erst nach Tagen wieder Aufgeladen, hat das auch einen Einfluss auf die Zyklenzahl!

andwein am 26 Feb 2018 10:30:10

geralds hat geschrieben:....die Zusammenhänge sind mir schon klar. Mir ging es nur darum darauf hinzuweisen, dass man bei der Betrachtung von BK oder LI-Akkus´s nicht mit 50% Kapazität rechnen kann, wenn man eine bestimmte Reichweite braucht oder will.
Gruß Gerald

Man sollte allerdings bei dieser Diskussion LlFeYPO4 und Bleibatterien nicht in einen Topf werfen. Die LiFePO4 kann ohne Einbußen im Womo wesentlich tiefer als 50% DoD entladen werden. Blei/Schwefel bleibt Blei/Schwefel, egal ob mit Vlies oder Silizium-Veredelung
Gruß Andreas

IchBinsWieder am 26 Feb 2018 11:13:31

Tut mir leid Andreas, aber das sehe ich gänzlich anders.
Genau in diesem Punkt darf man beide in einen Topf werfen, man darf nur nicht den Fehler machen und die Fähigkeit der BK in diesem Punkt auf alle Bleibatterien übertragen. Es sollten doch mittlerweile verstanden sein, dass die tiefere Entladung bei der BK kein Problem darstellt. Bei der BK sind die Kosten bis zur SoC20% nahezu konstant gleich und an LiFe(Y)PO4 geht das auch nicht spurlos vorbei wie die kWh-Berechnung gezeigt hat.

Heimdall am 26 Feb 2018 11:15:59

andwein hat geschrieben:Blei/Schwefel bleibt Blei/Schwefel, egal ob mit Vlies oder Silizium-Veredelung
Gruß Andreas

Sorry, soll das heißen dass man die BK auch nur bis 50% SOC entladen SOLL?

IchBinsWieder am 26 Feb 2018 11:33:56

Einen ganz wichtigen Punkt habe ich bei der hohen Zyklenfestigkeit und der daraus resultierenden Tiefentladungsfähigkeit ganz vergessen.
Die Fähigkeit schneller geladen werden zu können

Alle Bleibatterien kranken darunter, dass sich der Ladestrom ab etwa SoC80% immer weiter reduziert. LiFe(Y)PO4 hat dieses Problem nicht.

Nehmen wir als Beispiel eine 200Ah AGM und eine 100Ah BK. Beiden Batterien werden 100Ah entnommen.
Bei der AGM ist mal also auf SoC50%, bei der BK auf SoC0%.
AGM - Von SoC 50% auf 80% ist der volle LS möglich. Das wäre also ein Fenster von 60Ah. Die restl. 40% der 100Ah geht der LS immer weiter zurück
BK - Von SoC 0% auf 80% ist ebenfalls der volle LS möglich. Das wären also rund 80Ah. Bei den restl. 20% der 100Ah nimmt auch hier der LS ab.

Das Zeitfenster für den vollen Ladestrom ist also ca. 33% größer und für den abfallenden Strom 50% kleiner.
Das ist der Grund warum man so eine Batterie auch schneller laden kann.

geralds am 26 Feb 2018 15:21:36

Hallo ,

geralds hat geschrieben:Deshalb habe ich im alten Womo eine Solarblockbatterie eingesetzt, die 1200 Zyklen nach IEC 896-2 konnte (1 Zyklus entspricht einer 60%-iger Entladung bei 20°C und einem Entladestrom der einer 10-stündiger Entladung entspricht). Die hat auch einen SOC von ca. 10% 1-2 mal pro Jahr über viele Jahre ertragen. ..


IchBinsWieder hat geschrieben:Ich hoffe ich haben in meine Bericht deutlich gemacht, dass die Zyklenfestigkeit bei tiefem SoC nicht ausschließlich eine Domäne der BK und Life ist.
Als Endverbraucher kann ich mich natürlich nur freuen wenn der Markt größer ist als angenommen, denn die Wahlmöglichkeiten wachsen dadurch.


Obwohl ich mit der Solarblockbatterie sehr zufrieden war, insbesondere was Zyklenfestigkeit, Entladefähigkeit und Lebensdauer angeht, würde ich sie heute nicht mehr einbauen oder empfehlen. (Es sei denn jemand installiert mehr als 300Ah)
Sie hat auch einen Nachteil. Hohe Ströme mag sie nicht.
Da ich aber sehr selten hohen Lasten über den WR gebraucht habe, d.h. keine Kaffeemaschine und nur sehr selten einen 1000W Fön, war ich zufrieden.
Heute sind höhere Lasten doch häufiger anzutreffen.
Wenn ich heute austauschen müsste, käme für mich, Stand heute, nur BK oder LI in Frage.

Wenn es um die Haltbarkeit von Batterien geht - man kann auch einfach mal Pech haben.
2 Beispiele:
Als Aufbaubatterien hatte ich mal vor vielen Jahren Solar-Nass-Batterien von (ich glaube) Winner. Da war die erste schon nach 2 Jahren defekt (Plattenschluss). Die 2. hat dann noch eine Saison durchgehalten, dann hatte auch die einen Plattenschluss. Davor hatte ich nur eine Nassbatterie mit der halben Kapazität der beiden Solarbatterien, die hat gut 5 Jahre gehalten und ich habe die Nutzung nicht geändert.

Als Starterbatterien hatte ich nach 18 Jahren im Womo die 4. Batterie eingebaut. D.h. 3 Batterien hielten 18 Jahre, was nicht so schlecht ist.
ABER: Eine Batterie davon, die dritte, hielt nur 27 Monate. Immer die gleichen Varta, immer das gleiche Nutzungsverhalten, keine außergewöhnliche Belastung der "kurzlebigen" Batterie.

Auch aus jetzt fast 50 Jahren Autofahrerleben - die Streuungen bei Bleibatterien können doch sehr groß sein, auch innerhalb eines Typs und einer Firma.

Gruß Gerald

andwein am 27 Feb 2018 18:15:15

Heimdall hat geschrieben:Sorry, soll das heißen dass man die BK auch nur bis 50% SOC entladen SOLL?

Nein, das soll es nicht heißen! Aber es soll heißen, dass aufgrund der chemischen Umwandlung der Platten bei der Entladung es absolut problematisch ist eine Blei/Schwefel Batterie auf 0% SoC oder 100% DoD zu entladen.
Die Wohlfühl/große Lebensdauer-Entladetiefe liegt bei der Bleikristallbatterie wesentlich tiefer (meiner Meinung nach bei so 70%), aber auch die Bleikristallbatterie hat verschiedene Angaben zu der Anzahl von Zyklen, die von der DoD abhängen.
Und bitte jetzt nicht wg. den genannten 70% streiten, sondern Datenblätter/Untersuchungen beibringen, in denen bei 100% DoD noch eine Anzahl von 1000 Zyklen als Lebensdauer angegeben ist!
Gruß Andreas

IchBinsWieder am 27 Feb 2018 21:04:00

andwein hat geschrieben:...., sondern Datenblätter/Untersuchungen beibringen, in denen bei 100% DoD noch eine Anzahl von 1000 Zyklen als Lebensdauer angegeben ist!


Andreas, das hatten wir doch schon.
Datenblatt ist verlinkt und von 1.000 Zyklen hat nie einer gesprochen.
Lies dir den ersten Beitrag nochmal durch, da stehen die Zyklen drin, da ist das Datenblatt verlinkt.
Im Kostenthread habe ich nicht mit 1.000 Zyklen gerechnet.
In einem anderen Beitrag hab ich dir schon die Videos verlinkt.
Was willst du denn noch haben?

Variophoenix am 27 Feb 2018 21:38:38

Frage dazu. 400Ah Lifeypo4 hat laut Angabe 45 Ladezyklen gibt 18000 entnomene Ah. Laut dem Bild sind es aber 42670Ah
Wie kann das sein? Oder werden hier die Ladezyklen falsch gezählt. Batterie habe ich seit 40 Monaten und ist täglich in gebrauch, da ich im Wohnmobil lebe.


Heimdall am 28 Feb 2018 09:27:11

andwein hat geschrieben:Die Wohlfühl Lebensdauer.......
Und bitte jetzt nicht wg. den genannten 70% streiten, sondern Datenblätter/Untersuchungen beibringen, in denen bei 100% DoD noch eine Anzahl von 1000 Zyklen als Lebensdauer angegeben ist!
Gruß Andreas

Und ewig grüßt das Murmeltier. Toll, jetzt haben wir eine ganz neue Kategorie....die "Wohlfühllebensdauer".
Des Kaisers Bart wird immer länger.
100% DoD = 628 Zyklen (lt. Datenblatt des Herstellers)
Sag ich doch es ist sinnlos. :roll:

andwein am 01 Mär 2018 11:57:52

Heimdall hat geschrieben:....Und ewig grüßt das Murmeltier. Toll, jetzt haben wir eine ganz neue Kategorie....die "Wohlfühllebensdauer".
Des Kaisers Bart wird immer länger. 100% DoD = 628 Zyklen (lt. Datenblatt des Herstellers)
Sag ich doch es ist sinnlos. :roll:

Ich verstehe euch wirklich nicht!!!! Ich sagte/schrieb doch nichts anderes als dass die vom Hersteller bei 50% DoD angegebene Zyklenzahl bedeutent höher ist als bei 100% DoD. Und ich zog daraus die logische Folgerung, dass mit einer Näherung der Entladung noch 100% DoD die Lebensdauer der Batterie sinkt. OK, Wohlfühldauer ist kein techn. Parameter aber jeder der den kompletten Beitrag gelesen hat und nicht nur Teile, weiß glaube ich, was gemeint ist.
Aber was schreibe ich eigentlich, ich glaube ich verabschiede mich jetzt und gehe jetzt besser Skifahren.

IchBinsWieder am 01 Mär 2018 12:56:42

andwein hat geschrieben:Ich verstehe euch wirklich nicht!!!! ...aber jeder der den kompletten Beitrag gelesen hat und nicht nur Teile, weiß glaube ich, was gemeint ist. .....
Aber was schreibe ich eigentlich, ich glaube ich verabschiede mich jetzt und gehe jetzt besser Skifahren.


Ski Heil!

Andreas, ich gehe jetzt nochmal auf jeden Teil direkt ein.

andwein hat geschrieben:Nein, das soll es nicht heißen! Aber es soll heißen, dass aufgrund der chemischen Umwandlung der Platten bei der Entladung es absolut problematisch ist eine Blei/Schwefel Batterie auf 0% SoC oder 100% DoD zu entladen.

Dies haben doch schon mehrere gemacht. Danach gab es Kapazitätstests der immer noch die volle Kapazität bestätigt hat. Vielleicht hat BettaBatteries es einfach im Griff.
Man kann noch solange auf der Chemie rumhacken ... solange die Praxis anderes beweist ist doch alles gut
Wir bauen uns alle keine Theorie ins Mobil. Bewiesen, nachgewiesen muss doch reichen.
Hast du dir einfach mal die Videos angeschaut?

andwein hat geschrieben:Die Wohlfühl/große Lebensdauer-Entladetiefe liegt bei der Bleikristallbatterie wesentlich tiefer (meiner Meinung nach bei so 70%), aber auch die Bleikristallbatterie hat verschiedene Angaben zu der Anzahl von Zyklen, die von der DoD abhängen.

Die verschiedenen Angaben sind bei unterschiedlichen Temperaturen. Höher Temperatur = niedrigere Zyklenzahl.
Natürlich hängen die Zyklen auch von der Entladetiefe ab. Das ist selbst bei LiFe(Y)PO so.
Steht alles so im Thread.

andwein hat geschrieben:Und bitte jetzt nicht wg. den genannten 70% streiten, sondern Datenblätter/Untersuchungen beibringen, in denen bei 100% DoD noch eine Anzahl von 1000 Zyklen als Lebensdauer angegeben ist!
Gruß Andreas

Über die 70% streitet niemand, aber über die DB die seit 3 Jahren in diesem Forum kursieren, darauf haben wir dir nämlich schon geantwortet.

Also ja, wir haben deinen Beitrag gelesen und nicht überflogen.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

LadeBooster Büttner MT BCB 20 20 oder 30 30 autarken SUN TI
Booster 24V 12V inkl Ladegerät 230V
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt