Tja, es gab schon soviele richtige bzw. Gute Antworten hier...dennoch, ich versuche auch eine zu geben, da wir vor 2 Jahren nach über 30 Jahren und 3 Wohnwagen auf ein Womo umgestiegen sind. Und zwar auf einen Hymer B 704 PL. Das Womo ist 7,78m lang, 2,35m breit und 2,75m hoch ohne Aufbauten wie Klima und Sat-Anlage.
Wir hatten zuvor 2 x Hymer Nova 530 in 2,20 und 2,30m Breite und 1x Tabbert Puccini 550E in 2,50m Breite.
Alle hatten typische 2 Personen Grundrisse: Hymer Einzelbetten im Bug und RSG im Heck, beim Tabbert umgedreht. Dazu Bäder mit integrierter Dusche und vergleichsweise grosse Küchen. Auf letztere habe ich als Hobby-Koch immer Wert gelegt. Dazu hatten alle Wohnwagen natürlich grosse Kleiderschränke, Rundum Hängeschränke mit viel Platz und jede Menge , von aussen zugänglichen, Stauraum unter den Längsbetten.
Die letzten beiden Wohnwagen hatten 45ltr. Frischwassertanksund natürlich auch Mover, denn 1,7 bzw.1,8t bewegt man nicht mehr so ganz einfach mit Muskelkraft durch Kies und Sand.
Weiters hatten wir bei den Hymers Vorzelte ( Sommer und Winter ) und bei demTabbert eine Markise montiert. Dazu die obligatorischen Fahrradträger auf der WoWa Deichsel, natürlich auch die Sat-Antenne mobil dabei..ganz klassisch halt.
Als Zugfahrzeuge dienten diverse MB,darunter GLK ( der erste 250 Diesel , Super ! ) und zuletzt ein Grand Cherokee 3.0 mit 250 Dieselpferdchen und 8 Gang ZF Automatik. Der spürte den Tabbert gar nicht....
Aaaaber...nach 30 Jahren WoWa Fahrerei in Europa und immer komfortabler werdenden Womos kamen wir ins Grübeln, ob wir nicht doch den Tabbert gegen ein Womo tauschen sollten, konnten uns aber nicht entscheiden.
Auch wenn meine Frau bei steigendem LKW Verkehr immer weniger Lust auf lange Autobahnreisen mit dem 13mtr. Gespann hatte, waren wir im Geiste zum Besuch des Caravan Salons 2016 noch auf "Neuer Wohnwagen, Doppelachser, Hymer 620" eingestellt. Die 2,50 Breite des Tabbert waren uns auf Dauer irgendwie zu unhandlich geworden.Länge war nie das Problem. Breite aber schon, vor allem in den heute üblichen Grossbaustellen in D aber auch im Süden.
Nunja, Das Ende vom Lied war, das wir die Messe zu einer Probefahrt mit dem Privatmobil ( B-Klasse VI) der Besitzerin des Hymerzentrums in Mülheim verliessen. Nach einer etwas ausführlichen Fahrt haben noch am selben Abend den Kaufvertrag für den jetzigen Hymer unterschrieben.
Das Fahrzeug wurde im Mai 2017 ausgeliefert. Ausser ein paar wirklich unwichtigen Kleinigkeiten,die der Händler zuverlässig erledigte, gab es nix zu meckern. Zumindest nichts, was Hymer direkt beträfe.
Wir haben das Fahrzeug mit Volluftfederung bestellt und diese Ausgabe nicht ein einziges Mal auf den letzten 22.000 km bereut.
Natürlich ist ein Womo-Urlaub anders als die Urlaube mit demWoWa. Man plant anders, oder schon mal gar nicht. Man nutzt Stellplätze , aber eben auch unsere Lieblings-Campingplätze. Oder wir stehen auch schon mal frei...z.b. bei Freunden vor dem Haus...
Das fahren empfinden wir inzwischen deutlich entspannter als mit dem Gespann. Die 7,80mtr. Länge + 80 cm für den Fahrradträger spüren wir inzwischen kaum noch. Der Massstab für das was geht mit dem Womo sind heute Lieferwagen bis 7,5t , Kleinere Busse usw.
Klar können wir nicht die allerkleinsten, Menschenleeren Buchten in der Bretagne oder auf dem Gargano direkt anfahren. Aber das geht heute auch schon mit den meisstn Autos kaum noch...Wir sind aber sehr viele kleine Dörfer / Dorfstrassen in der Bretagne, der Normandie, in Ligurien und der Schweiz abgefahren...ohne Probleme, immer dem Milchlaster oder dem Postbus hinterher.
Mit 2,35 Breite geht es noch. Mit einem 2,50 mtr WoWa hintendran eher schon mal nicht...
Was uns allerdings wirklich fehlt bzw der Kompromiss den wir eingehen mussten :
Uns fehlt die Rundsitzgruppe MIT festen Längsbetten UND grosser Küche.
Wir haben jetzt sehr gute Betten, eine insgesamt noch brauchbare Winkelküche mit gegenüberliegendem Kühlschrank und immerhin 2 Apotheker Auszügen, Backofen, Grill und 3 Gasflammen / 1 E-Platte.
Die Frontsitzgruppe mit L-Sitze, kleiner Seitensitzbank und den drehbaren Fahrzeugsitzen ersetzt mehr schlecht als recht die RSG aus dem WoWa.
Aber : Alles was es da derzeit als Womo Alternativen mit RSG gibt ist entweder von den Betten her schlecht ( Hubbett im Duomobil und anderen, ) oder viel grösser(
Concorde , Phoenix) , oder Alkoven oder zu teuer....
Am ehesten käme noch der
Carthago Liner for Two in Frage...aber in der Ausstattung wie unsere B Klasse ,kommt der auf über 50.000 EUR mehr. Auch wenn wir uns das leisten können, möchte ich nicht soviel Geld extra nur dafür ausgeben. Dafür könnte ich mir ja einen kompletten Nova 530 ans Womo hängen. AHK haben wir ja dran.. :lol:
Noch was zu den Bikes und Heckgarage :
Ja,wie bei vielen war das , die Grösse der HG, ein wichtiges Kaufkriterium.Man will ja die teuren E-Bikes nicht im Freien übernachten lassen... :P Aber nach inzwischen 2 Jahren und diversen Urlauben mit Gepüngels um die Räder rein und raus zu nehmen, drinnen festzurren usw..usf. sowie etlichen Ratzern im Lack der Räder stehen diese jetzt auf einem AHK Fahrradträger und gut ist.
Keines der angebotenen Garagensysteme hat mich überzeugt. Vor allem wohin damit im Winterurlaub wen wir den Platz in der geheitzten Garage für dicke Jacken, Schneestiefel usw Schaufel usw benötigen ?
Seitdem wir das Thema "Begleitfahrzeuge müssen unbedingt in die Heckgarage" ad Acta gelegt haben, tun sich ganz neue Optionen auf.. :-o
Zum Schluss die Antwort auf die Frage an eingefleischte WoWa Fahrer wie uns " Würdet ihr den Wechsel zumWomo nochmal machen und wenn ja, würdet ihr das gleiche Fahrzeug nochmal wählen ? ":
Zum ersten Teil :
Ja..das Womo erlaubt uns weitgehend den gleichen Urlaub wie der Wohnwagen, istaber entspannter zu fahren..macht ehrlich gesagt viel Spass. Für die Fälle wo wir länger an einem Org bleiben wollen und die Gegend erkunden, nutzen wir die Option eines kleinen Mietwagens.
Darüberhinaus stehen uns alle Möglichkeiten des Womo-Reisens inkl. Autarkes Reistehen für mindestens 1 Woche auch um Winter zur Verfügung ( Reichlich Bleikristallbatterien mit 330 Ah nutzbare Leistung, Solaranlage,Ladebooster, Wechselrichter....etc)
Zum 2. Teil :
Jein. Mit Hymer und dem Händler sind wir insgesamt sehr zufrieden. Wir hadern jedoch noch etwas mit der kleinen Küche ( wie gesagt Hobby-Koch ) und der "zerstückelten Rundsitzgruppe" vorne. Ansonsten muss ich sagen das wir dem Fahrzeug in dieser Ausstattung sehr zufrieden sind.
Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass ein Fahrzeug auf Sprinter-Basis mit Heckantrieb und echter Wandlerautomatik in dieser Gewichtsklasse (4,5t) wahrscheinlich noch souveräner waere.
Dennoch hat uns der Duc mit seinen 150 PS und automatisiertem Schaltgetriebe noch nicht im Stich gelassen. Er ist sparsam im Verbrauch, liegt sicher auf der Strasse, erledigt Überholvorgänge zügig und eslässt sich sehr entspannt darin reisen. Wen man die Helferlein richtig nutzt, braucht man auch vor schwiergen Passagen keine Angst zu haben. Trotzdem habenwir immer ein paar Sandbleche und ein ausreichend starkes Abschleppseil ( bis 11 t ) mit passenden Schäkeln dabei. Wir waren bisher einmal im Sand versunken (Arcachon) da half nur noch dasFahrzeug mit den Hydraulischen Hubstützen vorne hochfahren, Sandbleche drunter und diese unterbaut mit Auswurf der Räder, Stützen wieder einfahren und los ging es...
ASR im Winter ist auch sehrhilfreich und wir kamen auch gut aus schneewehen wieder heraus, mit und ohne Ketten Einsatz.
Was der Duc nicht mag sind nasse, lehmige Wiesen. Sollten Sandbleche & Co versagen, bleibt noch das 11t Abschleppseil... :mrgreen:
Tja, doch bischen länger ewodden.Hoffe meine Ausführungen helfen euch ein wenig.
Gruss
Stefan