Hallo Klaus,
da hat dein Iveco Händler wohl leider recht. Ich wollte vor einigen Monaten an einem MB 100 auch einen Filter nachrüsten lassen. Bei deinem
Womo ( oder meinem ) wird sich der Filter nicht ganz so schnell zusetzen wie bei leichten Fahrzeugen die selten Vollast bewegt werden. Allerdings rußen unsere alten Diesel natürlich bedeutend mehr als ein neuer JTD. Am schlimmsten sind die Fahrzeuge mit viel Kurzstreckenbetrieb dran.
Soweit mir ein guter Freund ( Fiat Händler ) das erklärt hat, werden die Rußpartikel im Filter zurückgehalten und verglühen darin fast vollständig. Das Funktioniert aber nur wenn der Filter heiß genug wird!! Bei neuen Autos mit werkseitigem Filter wird über die Ventilsteuerung und die Einspritzanlage zum "freibrennen" die Abgastemperatur stark erhöht wenn der Staudruck in der Auspuffanlage (Sensor) zu hoch wird. Das hat aber wohl (u.a. bei Peugeot ) teilweise zu rissen in der Auspuffanlage geführt. Auch steigen beim "freibrennen" der Verbrauch und die Emissionen so stark an, das gute Teile der sauberen Filterarbeit damit zunichte gemacht werden. Das "freibrennen" ist so alle 500-1500 km ( je nach Nutzung ) erforderlich. Leider bringt das bei stark oder sehr oft zugesetzten Filtern ( Kurzstrecke ) nicht immer den gewünschten erfolg. Dann wirds teuer!!
Das ganze hat allerdings noch mehr Auswirkungen u.a. auf die Inspektionen. So ist bei einigen neuen Fahrzeugen jetzt in den Glüh- bzw. Zündkerzen ein Sensor zur Temperaturüberwachung der Brennräume. Entsprechend teurer werden die natürlich. Auch steigt die thermische Belastung der Bauteile enorm. In der Praxis treten jetzt wieder defekte auf die man von heutigen Fahrzeugen eigentlich schon gar nicht mehr kennt. Risse in Krümmern, Zylinderköpfen, defekte Ventile oder Krümmerdichtungen treten wohl deutlich häufiger bzw. viel früher auf.
Wohl oder übel werden wir bei neuen AUtos die Probleme wieder haben und können uns dann darüber ärgern das andersherum Ruß und Staubschleudern wie Pelletheizungen vom Staat gefördert werden.
Nett zu lesen ist dazu der Forschungsbericht 200 95 308 / 01 UBA-FB 000392 der im Auftrag des Umweltministeriums erstellt wurde. Ergebnis: Eine Pelletheizung bläst soviel Dreck wie 5 Euro 4 Diesel ( ohne Rußfilter ) raus. Und die eine
Heizung reicht für ein Einfamilienhaus. Über die Feinstaubbelastung durch Streusalz oder den Schreiner nebenan denken wir lieber nicht nach. Auch Kieswerke sind da super.
Der einfachste Weg zur Vermeidung von Feinstaub beim Diesel ist Schwefelarmer Diesel (10ppm statt 350ppm). Senkt den Feinstaub um ca. 40%!! Und richtig eingestellte Einspritzanlagen.
Hier noch ein paar Links für Interessierte:
--> Link
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Übrigens pupst eine Kuh auch schon doppelt soviel Kohlendioxid wie ein Euro 2 Auto.
Nicht das ihr jetzt meint ich finde Umweltschutz am Auto sche... . Gerade im Gegenteil!! Meine Kids und dann auch meine Enkel sollen bitte noch einen schönen Wald erleben. Aber ein wenig Hirn sollte schon dabei sein, damit nicht hier gereinigt/gestraft und da der Dreck gefördert wird.