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Reisebericht, die Orkney Inseln im Winter


gnarz18 am 18 Jan 2020 15:23:33


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Da wir das Wohnmobil nicht täglich benutzen, gehe ich kurz vor dem Urlaub zu unserer fahrenden Unterkunft, um nach dem Rechten zu sehen und mit den Urlaubsvorbereitungen anzufangen. Unser Auto steht ca. 200m von uns zuhause entfernt auf einem angemieteten Stellplatz. Als ich dann das Womo betrete merke ich sofort: hier stimmt was nicht. Es stinkt! Normalerweise räumen wir unser Auto immer komplett leer, diesmal lagert allerdings ein Stapel Decken und Kissen auf den Sitzen der Dinette. Und auf eben diesen Stapel liegen jede Menge Tempo-Tücher und andere Schnipsel. Mir ist sofort klar, dass wir Mäuse im Auto haben. Vorsichtig hebe ich Decke für Decke ab, und tatsächlich sehe ich mich auf einmal Auge in Auge mit einem dieser Nager. Bevor ich überhaupt irgendetwas machen kann, springt das blöde Vieh todesmutig von dem Stapel und verschwindet irgendwo hinter der Verkleidung. Da wir außer Konserven und ein paar Gläsern mit Gürkchen usw. keine Nahrungsmittel im Auto haben denkt man sich, was können so kleine Tiere schon großartig anstellen!? Wir werden eines besseren belehrt. Außer dass es fürchterlich nach Mäusepisse stinkt, haben die Nager sämtliche Decken, Schlafsäcke, Handtücher, Matratzen und Polster angefressen. Das Serviceheft von Auto und das gelbe Gasprüfheft im Handschuhfach besteht nur noch aus Schnipseln. Das Schlimmste ist aber, dass alle Sicherheitsgurte bis zur Hälfte durchgenagt sind! Die scheinen besonders gut zu schmecken.

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Mist, ich will Rache

Den Sonntag verbringen wir dann also mit intensivem Putzen und Sichten der Schäden. Mit defekten Sicherheitsgurten kann man auf jeden Fall nicht in Urlaub fahren. Am Montag kontaktiere ich dann den Ford-Händler unseres Vertrauens und erfahre, dass ein Ersatzgurt mit 460€ zu Buche schlägt. Wow, das ist ja mal eine Ansage! Er rät mir, den Schaden der Versicherung zu melden. Uns läuft ein wenig die Zeit davon. Die Versicherung meint dann: Ohne Gutachter würde da gar Nichts gehen. In mir entwickelt sich purer Hass und nachmittags kaufe ich sofort 8 Mausefallen, um dem Leben dieser Nager ein Ende zu setzen. Paula will noch die Existenz von Lebend-Fallen thematisieren, stößt aber bei mir und meiner GG auf absolut taube Ohren. Wir wollen Rache! Es dauert knappe 4 Stunden und meine Fallen haben zwei Mäusen das Genick gebrochen. Wobei die Zahl 2 natürlich Raum für Spekulationen lässt, aber ich denke mir, da die eine Maus quasi in ihrem Nest in unseren Decken saß, dass sich dort auch eventueller Nachwuchs befunden hätte.
Der Gutachter ist glücklicherweise auf Zack und kommt kommt bereits mittwochs vorbei, um sich den Schaden anzuschauen. Nach der Besichtigung teilt er mir bedauerlicherweise sofort mit, dass normalerweise nur Marderbissschäden versichert sind. Steht auch so explizit in den meisten AGBs. Ich kann’s nicht fassen und schaue zuhause direkt in die Versicherungsunterlagen. Aber wie gesagt, der Gutachter ist auf Zack und während ich noch recherchiere, ruft er mich eine halbe Stunde später nochmal an und teilt mir mit, dass bei der RMV-Wohnmobilversicherung auch Tierbissschäden mitversichert wäre und damit von seiner Seite aus einer Regulierung nichts im Wege stehen würde. Da hätte ich wohl Glück, meinte er! Für 1200€ werden uns dann am Donnerstag neue Gurte eingebaut. Die Sicherheitsgurte in der Dinette baue ich abends selbst ein, diese hatte ich schon vorab sonntags noch im Netz bestellt.
Freitag sind wir dann trotz allem reisefertig und es geht tatsächlich los. Diesmal nehmen wir die Fähre von Zeebrügge nach Hull. Die Fähre nach Newcastle war leider schon ausgebucht und somit dauert die Fahrt nach Schottland gut zwei Stunden länger. Uschi und ich packen vormittags das Auto, bestücken die Betten mit neuen Matratzen und schaffen es pünktlich Paula um 13:15 von der Schule abzuholen. Die Fahrt geht relativ staufrei über Brüssel bis an die belgische Küste nach Zeebrügge. Um 16:00 erreichen wir den Hafen und obwohl die Fähre erst um 19:00 ablegt, können wir direkt an Bord fahren und die Kabine beziehen.

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Hafen Zeebrügge

Die Bars und der Shop haben schon alle geöffnet und ein sehr, sehr mäßig begabter Musiker klimpert in der Lounge-Bar auf seiner Gitarre und versucht sich an den aktuellen Hits. Das tut ehrlich gesagt schon fast weh, was der Typ da so vorbringt und wir wechseln zumindest für die Dauer des Auftritts in eine andere Bar. Das Schiff legt pünktlich ab und wir begeben uns sofort zu dem schon vorher gebuchten Buffet. Das Essen ist auf jeden Fall besser als bei der DFDS Amsterdam - Newcastle. Auch das Ambiente ist nicht ganz so Kantinen-like. Den Abend lassen wir dann in einer der Bars ausklingen. Die Nacht ist ruhig und um kurz nach 7 Uhr sind wir beim Frühstücksbuffet. Die Fahrt durch die Flussmündung bis zum eigentlichen Hafen in Hull dauert recht lange, außerdem muss das Schiff kurz vor dem Anlegen noch durch eine Schleuse.

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Schleuse in Hull

Ist zwar mal interessant anzusehen, kostet allerdings auch mächtig Zeit. Um kurz nach neun können wir als letztes Fahrzeug das Schiff verlassen. Eine gute Stunde stehen wir in der Warteschlange bis wir endlich bei der Passkontrolle ankommen und werden natürlich dann noch als letztes Fahrzeug in die spezielle Untersuchungshalle geschickt. Dort stehen noch drei Fahrzeuge vor uns und warten auf ihre Durchsuchung. Ein englischer VW Tuareg ist bis unter das Dach voll mit Alkohol, außerdem fördern die Beamten noch zwei Müllsäcke voll mit Zigaretten zu Tage. Begeisterung sieht anders aus, die beiden Insassen sehen reichlich bedrückt aus. Aber was erwarten die denn auch, wenn man zu zweit in einem Tuareg unterwegs ist bei dem die Vorderräder fast in der Luft hängen und die Hinterräder schon fast im Radkasten schleifen... Die ganze Prozedur dauert extrem lange und die Beamten sind ziemlich gründlich. Ich gehe zu den Beamten und bitte sie, ob sie nicht schon mal bei mir anfangen könnten, immerhin sind sie zu Acht - wovon fünf mit den Händen in der Tasche den anderen beim Arbeiten zuschauen. Man bequemt sich dann auch zu unserem Auto und wie alle anderen Autobesatzungen müssen wir das komplette Auto ausräumen. Es werden zwei Hunde an unserem Gepäck vorbeigeschickt, die Hunde kommen in den Alkoven um dort nach Drogen zu suchen, es wird das Wasser im Wassertank kontrolliert, das Handschuhfach wird ausgehangen und hinter die Armaturen geschaut usw. usw. Bei Fragen wie “Grund der Reise” bleibt meine GG erstaunlich gelassen und erklärt der Protokoll-schreibenden Beamtin, dass wir mit unserem Wohnmobil tatsächlich Urlaub in ihrem schönen Land machen möchten. Unsere Laune sinkt immer weiter und so langsam können wir uns ein bisschen Rumstänkern nicht mehr verkneifen. Die Beamten machen natürlich nur ihre Arbeit und faseln dauernd “we have to protect our border”, aber so richtig professionell wirkt das Ganze dann eben doch nicht. So werden wir im Gegensatz zu den Tuareg-Fahrern nicht persönlich durchsucht. Außerdem prüfen sie weder Toilette noch Gasflaschen oder unsere Zargesbox auf dem Radträger, dafür aber den Inhalt der Weihnachtsgeschenke und unser Spritzwasser. Nach geschlagenen drei Stunden werden wir dann unhöflich und legen uns mit einer Zollbeamtin an, die offensichtlich hier das Sagen hat. Bringen tut es natürlich Nichts, aber es beruhigt zumindest etwas. Gefunden haben die Beamten selbstverständlich Nichts (mal abgesehen von dem Brotmesser, dass mal wieder als Waffe wegen stehender Klinge mit 26cm Länge gewertet wird), aber der Zeitverlust ist natürlich enorm. Wir wollten eigentlich am Abend schon im Norden von Schottland sein, daraus wird jetzt natürlich Nichts. Da es vom Hafen nicht mehr weit bis in die Innenstadt von Hull ist, nutzen wir die Gelegenheit um uns einen Daten-Sim-Karte zu organisieren, Tochter... Internet ist ja wichtig. Bei vodafone finden wir ein Bundle für knappe 30 Pfund mit einem Datenvolumen von 60GB. Damit kann man dann auch mal TV streamen. Wir halten uns nur kurz in Hull auf und fahren über die A1 Richtung Norden. Wir kommen gut voran. Man merkt, dass man immer weiter in den Norden kommt, die Sonne steht tief über dem Horizont und alles wird in ein gold-gelbes Licht getaucht.

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Bei Scotch Corner wechseln wir auf die M6 und erreichen am frühen Abend Glasgow. Über Stirling, Perth geht es bis nach Aviemore. Hier machen wir bei geschmeidigen -3°C Pause und essen etwas. Dank der 3000 Freiminuten unserer neuen Daten-Sim-Karte ( wobei ich mich schon frage, wie man bei einer Karte, die 30 Tage gültig ist, auf 50 Stunden Telefoniererei kommen soll ) haben wir von unterwegs die Überfahrt zu den Orkney-Inseln reserviert. Wir müssen daher spätestens um 12:30 am Sonntag in Gills Bay in der Nähe von John o’ Groats sein. Also geht es nach einem gar nicht so üblen Fish n’ Chips weiter nach Inverness, von dort weiter über die A9 bis nach Tain. Oberhalb des Städtchens stellen wir uns für die Nacht auf einen Waldwanderparkplatz. Die Nacht ist ziemlich kalt und die neuen Schlafsäcke wohl doch nicht so wärmend wie gedacht.

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unser Platz für die Nacht

Es ist Sonntag und dementsprechend ist zum Glück auf den Strassen wenig los.

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es ist lausig kalt, aber es gibt einen schönen Sonnenaufgang

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kurz vor Wick

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So langsam stellt sich richtige Urlaubsstimmung ein und gegen kurz vor elf erreichen wir Wick. Wir tanken und gehen beim Lidl ein paar frische Sachen einkaufen, da wir unseren Kühlschrank auf der Fähre natürlich ausgeschaltet lassen mussten. Wick haben wir als nicht besonders interessante Stadt in Erinnerung und da sonntags die Shops geschlossen sind, verzichten wir auf eine nähere Erkundung und fahren stattdessen für einen kurzen Stopp nach John o’ Groats. In einem ziemlich versifften Cafe vor Ort gehen wir einen miserablen Kaffee trinken. Im Winter wirkt das ganze ein wenig trostlos, die meisten Shops haben geschlossen und wir stehen fast alleine auf dem geräumigen Parkplatz.

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John o’ Groats

Ab und zu kommen ein paar Touries angefahren, um vor dem bekannten Entfernungsschild ein Selfie zu machen und verschwinden dann auch wieder schnell. Um kurz vor 13Uhr sind wir in Gills Bay, von wo unser Schiff zu den Orkneys ablegt. Es gibt drei Verbindungen zu den Inseln: von Aberdeen, Scrabster mit der Northlink oder von Gills Bay mit dem Familienunternehmen Pentland Ferries. Letztere ist die günstigste und dazu noch die schnellste Verbindung. 97 Pfund bezahlen wir für die knapp 1-stündige Überfahrt und kaum haben wir uns in die Warteschlange einsortiert, kommt auch schon der neue in Vietnam gebaute Katamaran der Pentland Ferry angefahren.

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Alfred

Das Schiff sieht auf den ersten Blick genauso aus wie das, mit dem wir vor 10 Jahren auf die Orkney Inseln gefahren sind. Der neue erst zwei Monate alte “Alfred” ist aber um einiges größer als das alte Schiff. Trotz “größer neuer besser umweltfreundlicher” muss ich mit dem Wohnmobil wie beim letzten Mal auch immer noch rückwärts auf die Fähre fahren. Das Personal achtet dabei akribisch darauf, dass ich mit meinem Heck nicht aufsetzte. Mit einem längeren Überhang wird das schon kritisch. Der Katamaran ist ziemlich flott unterwegs und die Überfahrt recht kurzweilig. Bei tollem Wetter mit Sonnenschein und gewaltigen Wolken geht es an den Inseln Stroma und Flotta vorbei bis nach St. Margaret's Hope.

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auf der Fahrt nach St. Margaret's Hope

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Hoy

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Unser erstes Ziel in Orkney ist Deerness. Dort gibt es einen Campingplatz, der auch im Winter geöffnet sein soll. So langsam geht die Sonne unter und die tief stehende Sonne taucht die Landschaft in eine gold-gelbe Farbe, die die Landschaft schon fast unwirklich erscheinen läßt.

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die Churchill Barriers bei Sonnenuntergang

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Eigentlich ist der CP mehr ein Stellplatz neben dem Community Center. Der Parkplatz des Gemeindehauses verfügt über zwei Stromanschlüsse und man kann die sanitären Anlagen des Hauses mitbenutzen. Wir platzen in eine Weihnachtsfeier der Dorfkinder und keiner weiss Bescheid, wie das mit dem SP so funktioniert. Aber man ist natürlich sehr hilfsbereit, gemeinsam finden wir eine Telefonnummer und ein paar Minuten später steht Linda auf der Matte und zeigt uns die Laundry, Duschen und Toiletten. Eine spezielle Entsorge-Möglichkeit hat der Platz nicht, aber wenn wir keine Chemie verwenden, sollten wir unsere Kassette einfach in die Toilette entsorgen. Sie händigt uns noch einen Schlüssel aus, für den Fall, dass wir länger oder nochmals kommen würden und sie nicht erreichbar wäre. Das Geld ( 15Pfund/Nacht) und den Schlüssel könnten wir einfach in den Briefkasten werfen. Als alles geregelt ist, ist es gerade mal 16Uhr - aber schon pechschwarze Nacht. Also fahren wir noch nach Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys. Wir finden einen Parkplatz direkt an der Hauptstraße und schlendern durch die weihnachtlich geschmückten Gassen der kleinen Stadt.

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Kirkwall

Viele Geschäfte haben leider geschlossen - an einem Sonntag wenig verwunderlich - aber einige haben doch auf und wir erledigen noch ein bisschen last minute Weihnachtsshopping. Es gibt erstaunlich viele Geschäfte für eine so kleine Stadt. Bei einem vorweihnachtlichen Spaziergang durch Kirkwall fällt einem unweigerlich auf, dass alle Fenster, Türen, Hinterhöfe und sogar die Geldautomaten mit starken Bohlen verriegelt sind.

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Der Grund dafür ist ein recht merkwürdiger Wettkampf, der seinen Ursprung hier in Orkney hat. Dazu aber später mehr.
Gegen Abend finden wir dann einen recht netten Pub, der auch ein leckeres Abendessen serviert. Mitunter ist es im Winter schwierig, einen Pub mit geöffneter Küche zu finden. Es steht zwar überall “Food served all day”, aber wenn man dann fragt wird man eher verständnislos angeschaut und auf März oder gar Mai vertröstet. Wir genießen unser Essen und gegen halb neun sind wir wieder auf unserem SP in Deerness. Die Weihnachtsfeier ist vorbei und wir haben den Parkplatz für uns alleine. Auch diese Nacht war mit -6°C empfindlich kalt, aber mit einer zusätzlichen Decke kein Problem. Die Duschen im Community Center sind übrigens tiptop.

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Deerness Community Center

Nach dem Frühstück geht es wieder nach Kirkwall, zum Einen braucht Paula doch noch Weihnachtsgeschenke, zum anderen wollen wir uns die Stadt mit ihrer St. Magnus Kathedrale anschauen.

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Dingieshowe Bay, zwischen Deerness und Mainland

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auf dem Weg nach Kirkwall

Wir parken diesmal etwas außerhalb und gehen in das nun recht lebhafte Städtchen.

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St. Magnus Kathedrale

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Es gibt einige Juweliere, einen Shop der hiesigen Destillerie Highland Park, Lidl, Tesco usw. usw.. Besonders die Juweliere Aurora und Sheila Fleet, die beide von den Orkney-Inseln kommen sind, über die Inseln hinaus recht bekannt. Ihren keltischen Schmuck gibt es quasi überall in Schottland zu kaufen. Auch diese Designer haben natürlich in der Hauptstadt der Insel ihre Läden.

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es ist ziemlich kalt

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selbst in den Geschäften trägt mann besser Mütze und Schal

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Bishop’s and Earl's Palaces, die andere wichtige Sehenswürdigkeit in Kirkwall

Nach gut einer Stunde sind wir dann durch. Paula ist fündig geworden und wir gehen uns im Lidl für Weihnachten eindecken. Da wir noch gut drei Stunden Licht haben, entschließen wir uns in den Norden der Insel, nach Birsay, zu fahren. Dort gibt es mit den Brough of Birsay eine Gezeiteninsel, auf der sich Siedlungsreste der Pikten und Wikinger befinden.

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Brough of Birsay

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Wir haben Glück denn es ist Ebbe, so dass wir trockenen Fußes zur Insel können. Die Siedlung ist jetzt nicht so beeindruckend aber durchaus sehenswert. Wir laufen die paar Meter bis zum Leuchtturm, von dem aus man einen tollen Blick auf die Küste hat.

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Leuchtturm auf Birsay

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Viel los ist hier nicht, im Gegensatz zum Sommer sind wir vollkommen alleine, nur ein paar Seehunde genießen die Sonne und liegen faul auf ihren Steinen. Wer Seehunde bzw. Robben sehen möchte, ist hier in Orney genau richtig, man sieht sie quasi in jeder Bucht.

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Die Nacht verbringen wir in Yesnaby, einer wilden Küstenlandschaft im Westen der Insel.

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auf dem Weg nach Yesnaby, tief stehende Sonne mit Bodennebel

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Wenn es nicht zu windig ist, kann man hier gut stehen. Wir laufen noch etwas an der Küste entlang und genießen den Sonnenuntergang.

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Um kurz vor 16Uhr ist der Tag dann auch schon wieder vorbei und es wird kalt und dunkel.
In der Nacht war es wieder ziemlich kalt und deshalb ist am nächsten Morgen alles voller Reif und die Pfützen sind gefroren. Sehr fotogen das Ganze.

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unser Platz für die Nacht

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Heute ist Weihnachten (also hier in Orkney Christmas Eve) und Paula besteht nicht ganz uneigennützig darauf, sich früh einen Schlafplatz zu suchen. Wir fahren zuerst zu dem Ring of Brodgar. Mit Stonehenge und Callanish wohl mit einer der bekanntesten Steinkreise. Der Eintritt ist kostenlos. Leider darf man sich den Steinkreis nur noch von außen ansehen, da die durch die Besucher verursachte Erosion das Monument zu beschädigen droht. Aber da der Boden hart gefroren ist, besteht diese Gefahr im Augenblick nicht und wir gehen etwas näher an die Steine (bleiben dabei aber natürlich auf dem alten Trampelpfad um den Kreis herum). Der Steinkreis hat einen Durchmesser von ca. 100m und liegt umgeben von zwei Seen auf einer leichten Anhöhe. Gerade bei dem Reif wirken die Steine sehr plastisch.

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Ring of Brodgar

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In direkter Nähe des Steinkreises befinden sich dann noch die “Stones of Stenness” und die neolithische Siedlung Barnhouse, die wir uns auch noch anschauen.

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Über Kirkwall, wo wir einen kurzen Kaffee-Stopp machen, fahren wir wieder auf den CP nach Deerness. Wie fast in jedem zweiten Urlaub, ist wieder eine Abblendbirne kaputt gegangen, die ich dann auf dem Long-Stay-Parkplatz in Kirkwall auch noch wechseln muss. Der Parkplatz verfügt über extra Womo-Parkplätze: maximale Parkdauer 24h, kein “overnight” Verbotsschild und zumindest jetzt im Winter kostenlos. Es ist schon dunkel als wir in Deerness am Community Center ankommen und wir freuen uns wieder über die sehr sauberen und mit reichlich warmem Wasser ausgestatteten Duschen. Mit dem warmen Wasser ist das in Schottland schon öfters mal ein Problem, weil bei vielen CPs das warme Wasser nur in homöopathischen Mengen vorhanden ist. Am Abend kommt dann noch wie erwartet das Christkind vorbei.

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alter Friedhof in Deerness

Am nächsten Tag ( also Christmas Day ) findet nun das jährliche Event statt, wegen dem wir diesmal im Winter zu den Orkney-Inseln gefahren sind: das Kirkwall Ba’ Game. Dieses etwas skurrile Spiel wird in dieser Form nur hier in Orkney gespielt und findet jährlich am Christmas Day und am New Year Day statt. Das Spiel ist auch der Grund dafür, dass jedes Fenster, Tore, Einfahrten usw. mit Brettern geschützt sind. Selbst Ausfahrt der Feuerwehr ist davon nicht ausgenommen, also brennen sollte es während des Spiels nicht.

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das nennt man Brandschutz :D

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eine Stunde vor Spielbeginn, die Straßen sind menschenleer

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Platz vor der Kathedrale

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alles ist verriegelt

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selbst der Geldautomat wird geschützt

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Die Regeln dieses merkwürdigen Spiels sind denkbar einfach, denn es gibt eigentlich keine festen Regeln. Es gibt zwei Mannschaften, die Uppies und die Doonies. Welchem Team man angehört gibt der Geburtsort vor: südlich der St. Magnus Kathedrale geboren ist ein Uppie, ein Doonie erblickte nördlich von ihr das Licht der Welt. Die Anzahl der Spieler ist unbegrenzt und es gibt auch keine Trikots oder ähnliche Erkennungsmerkmale. Gewöhnlich sind es so um die 300 Mitspieler, nur Männer, die versuchen müssen den Ba’, einen mit Cork gefüllten Lederball, ins eigene “Tor” zu bringen. Dabei ist das Uppie-Tor eine Hauswand und das Doonie-Tor das Hafenbecken. Die Tore liegen gut eine Meile auseinander und das Spielfeld ist die ganze Stadt, deshalb auch die Balken vor den Fenstern. Das Spiel ist erst beendet, wenn der Ba’ in einem der beiden Tore gelandet ist. Wir sind pünktlich um 12Uhr, also eine Stunde vor Spielbeginn, in Kirkwall. Obwohl es keine Hinweis- oder Verbotsschilder gibt, ist kein einziges Auto mehr auf den Straßen zu sehen, die Bewohner wissen wohl auch so Bescheid. Nach und nach trudeln die Zuschauer ein. Wir suchen uns einen Platz auf der Mauer der St. Magnus Kathedrale nahe dem Mercat Cross, von wo aus der Ba’ eingeworfen wird. Ein paar Minuten vor Spielstart tauchen auf der linken Seite der Straße die Uppies auf und auf der rechten Seite die Doonies.

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die Uppies

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und die Doonies

Man trifft sich genau in der Mitte vor dem Kreuz und sofort beginnt ein wildes Gerangel.

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Pünktlich beim ersten Glockenschlag der Kathedrale, wirft ein Funktionär den ca. Basketball großen Ba’ in die Menge. Das ist eigentlich auch der einzige Moment, in dem man den Ball mal zu sehen bekommt.

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Einwurf!!!

Kaum ist der Ba’ in der Menschenmenge verschwunden, wird geschrieen, gedrückt, geschoben - ein herrliches Durcheinander!

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man rottet sich zusammen

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Die Uppies versuchen die Menschentraube in die eine Richtung zu schieben, die Donnies versuchen natürlich die Menge in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Wobei uns nicht klar ist, ob irgendjemand überhaupt genau weiss, wo jetzt eigentlich der Ba’ ist und welches Team ihn gerade hat. Das ganze ist vergleichbar mit einem Bienenschwarm, dauernd lösen sich irgendwelche Spieler, um dann an einer anderen Stelle wieder zu drücken. Für die Leute in der Mitte der Traube ist es auf jeden Fall relativ schmerzhaft. Und warm scheint es in der Menge auch zu sein, sieht man doch immer eine Dampfschwade dort, wo wir das Zentrum des Geschehens vermuten. Natürlich birgt diese Art des Spielens ein hohes Konfliktpotential, diese Drücken und Zerren gefällt nicht jedem und so verliert der ein oder andere Spieler auch schon mal die Nerven. Die Streithähne so kurzer Prügelattacken werden aber sofort von anderen Spieler auseinander gebracht und zum Durchatmen an den Spielfeldrand verwiesen. Nach gut einer halben Stunde hat es die Traube mal bis auf die andere Strassenseite geschafft. Die Zuschauer sind immer nahe am Geschehen, wobei man als Zuschauer auch schon recht vorsichtig sein muss, man wird von der Traube im Zweifelsfalle gnadenlos über den Haufen gerannt. Nun hat jede Partei diverse Einpeitscher, die brüllen und schreien und versuchen den Gegner zu verwirren, indem sie z.B. einen falschen Aufenthaltsort des Ba’ anzeigen. Manchmal löst sich auch eine kleine Gruppe von Spielern und rennt in eine Richtung. Dabei tut einer der Spieler so, als hätte er den Ba’ bei sich - immer in der Hoffnung, dass ein paar Deppen der anderen Mannschaft folgen und so der Spieler mit dem echten Ba’ entkommen kann. Braucht ein Spieler ärztliche Hilfe wird das Spiel nicht etwa unterbrochen, die Menschentraube bewegt sich einfach so geschickt, dass der Hilfesuchende aus der Traube rausfällt. Nach gut eineinhalb Stunden hat es die Traube knappe 50 Meter weit geschafft und hängt nun für die nächste dreiviertel Stunde vor einem Geschäft fest. Inzwischen gleicht die Menschentraube mehr einem rauchenden Misthaufen.

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es dampft



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gnarz18 am 18 Jan 2020 15:24:15


Die Ausdünstungen sind auf jeden Fall gewaltig und eine beachtliche Rauchsäule markiert die wahrscheinliche Position des Ba’. Nach einer weiteren halben Stunde hat der Spieler mit dem Ba’ es geschafft, sich unbemerkt an den Rand des Pulks zu schummeln und rennt mit dem Ba’ auf den Platz vor der Kathedrale. Ein Teil der Traube folgt ihm schreiend, ein anderer Teil verbleibt vor dem Geschäft kleben - bis auch der Letzte merkt, dass der Ba’ fort ist.

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vor der Kirche geht es weiter..

Der Ausreisser ist von seinen Verfolgern schnell wieder eingefangen und die Schieberei geht vor der Kirche weiter. Inzwischen fängt es an zu dämmern und die Schaufensterbeleuchtung geht an. Auch sind so langsam die ersten Ausfallerscheinungen zu beobachten, manch ein Spieler sitzt außerhalb und übergibt sich. Wahrscheinlich ist der Druck auf die Innereien im Inneren der Traube ziemlich heftig. Nach drei Stunden sind die Mannschaften immer noch jeweils eine halbe Meile von ihren Toren entfernt als plötzlich die Menge auseinander platzt und drei kleinere Gruppen in verschiedenen kleinen Gassen verschwinden. Die Verwirrung ist sowohl bei den Zuschauern als auch bei den zurückgebliebenen Spielern relativ groß und es dauert eine Weile, bis wir die richtige Traube mit dem Ba’ wiedergefunden haben.

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ein bisschen kuscheln

Nach und nach trudeln dann auch wieder die anderen Mitspieler ein. Die neue Traube hat sich in einem abgesperrten Hinterhof festgesetzt. Was natürlich ziemlich doof ist, da drei Seiten durch Mauern und die vierte durch Balken begrenzt wird. Zudem gibt es wohl auch einen Verletzten und der herbeigerufene Sanitäter muss über die Mauer klettern, um zu seinem Patienten zu kommen.

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drücken, drücken, drücken, erinnert ein wenig an Pinguine

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man hat den Hinterhof für sich entdeckt

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der Sani muss über die Mauer

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der Ba ist weg, schnell hinterher...

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das Spielfeld ist die ganze Stadt

Auf dem gleichen Weg wird der Verletzte dann auch geborgen. Es dauert eine halbe Ewigkeit bis die Spieler sich aus dieser Situation befreit haben. Plötzlich kommt die Menge in Schwung und bewegt sich schnell vom Innenhof weg - um sich dann 50m weiter an einem Wohnhaus festzusetzen. Dort gehen dann eine Regenrinne und ein stabiler Balken zu Bruch. Der Druck, den so ca. 300 Menschen aufbringen können, ist offensichtlich gewaltig. Es folgen noch ein paar Spielstationen und Ausbruchsversuche, bis sich der Ba’ aus der Gruppe löst, der Spieler die Beine in die Hand nimmt und zu seinem Tor spurtet.

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von oben sieht man besser...wo ist der Ba?

Der Ba’ wird im Hafenbecken versenkt und die Doonies haben gewonnen. Die Uppies ziehen mit gesenkten Köpfen ab, während die Gewinner die nächste Kneipe ansteuern - man ist ja schließlich in Schottland. Und schließlich muss der Flüssigkeitshaushalt nach diesem Schweißtreibenden Spiel wieder auf Vordermann gebracht werden. Im Ganzen hat das Spiel über 6 Stunden gedauert. Wir sind auch froh, dass das Spiel endlich ein Ende gefunden hat, weil so langsam wird es ziemlich schattig und wir sind froh wieder ins Warme zu kommen. Für die Nacht fahren wir nach Birsay und stellen uns dort auf den Parkplatz.

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unser Platz in Birsay

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es ist Flut am Brough of Birsay

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Die Nacht war ruhig und wir schlafen etwas länger, 6 Stunden in der Kälte stehend dem Spiel zu folgen ist ja schon anstrengend. Es ist windiger geworden und das Wetter scheint sich zu verschlechtern. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir nach Yesnaby und laufen die paar Minuten bis zum Yesnaby Castle, einer markanten Felsformation.

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altes Haus bei Yesnaby

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Yesnaby Castle

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Der Weg dauert nicht lange und man hat einen grandiosen Blick auf die Küste. Leider kommt der Wind aus südöstlicher Richtung, sodass wir kaum Wellen haben, ein richtiger Sturm wäre hier genau das Richtige. Nach gut einer Stunde sind wir wieder beim Auto und fahren zum Broch of Gurness.

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Broch of Gurness

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Im Sommer kostet der Besuch Eintritt, jetzt im Winter ist die kleine Hütte am Eingang unbesetzt und man kann kostenlos auf das Gelände. Besonders gut erhalten ist der Broch nicht, aber die Info-Tafel zeigt ziemlich gut wie die Anlage mal ausgesehen hat. Inzwischen hat es angefangen zu regnen und es soll auch noch recht stürmisch werden. Da wir morgen uns mal den Süden anschauen wollen, fahren wir auf die Deerness-Halbinsel und stellen uns mit der Schnauze in den Wind auf den Wander-Parkplatz vom Mull Head.

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am Steinkreis vorbei zum Mull Head

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in Orkney gibt es kaum Single Tracks, meist gut ausgebaute zweispurige Straßen

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Parkplatz am Mull Head

Die Nacht wird dann auch recht stürmisch und wir werden gut durchgeschüttelt. Der nächste Morgen startet mit einem schönen Sonnenaufgang und wir gehen die wenigen Meter vom Parkplatz bis zum Gloup, eine 40 Meter lange und 25 Meter tiefe eingestürzte Meereshöhle.

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Gloup

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Danach geht es über die Churchill Barriers auf die südlichen Inseln. Die Barriers wurden, wie der Name vermuten läßt, von Winston Churchill im zweiten Weltkrieg errichtet, um die englische Flotte besser vor der deutschen Marine zu schützen. Heute verbinden die vier Dämme die Hauptinsel Mainland mit den Inseln Burray und South Ronaldsay. Das Wetter hat sich dramatisch verschlechtert.

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Sturm an den Barriers

Es ist relativ warm und der Wind peitscht den Regen und die Wellen über die Barriers. Unser erstes Ziel, die “Italian Chapel”, hat leider geschlossen. Diese kleine Kirche wurde von italienischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg erbaut. Sie besteht aus zwei Nissenhütten, die miteinander verbunden wurden. Im Inneren ist sie kunstvoll bemalt und wurde inzwischen in die schottische Denkmalliste aufgenommen.

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Italian Chapel

So richtig viel kann man bei dem Wetter hier im Süden nicht anfangen, wir verschieben die geplante Küstenwanderung und fahren nach Stenness ins Visitor Center von dem man dann mit einem Bus nach Maes Howe, der berühmten Megalithanlage aus Jungsteinzeit gefahren wird. Da die nächste Führung erst in zwei Stunden ansteht, fahren wir weiter nach Skara Brae, einer jungsteinzeitlichen Siedlung an der Westküste von Mainland.

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Wind messen und hoffen...

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Hier laufen dann auch wirklich mal ein paar Touristen rum. Der Eintritt ist für uns als Historic Scotland Mitglieder frei. Die Anlage ist schon sehenswert, aber bei dem Wetter macht es nicht so wirklich Spaß. Eine etwas frustrierte HS-Mitarbeiterin steht mitten in der Siedlung im Regen und hält einen Windmesser in die Luft - in der Hoffnung, dass der Wind die magische Grenze von 40mph überschreitet und sie die Außenanlage sperren kann. Da sie bisher aber nur eine einzelne Böe mit 41mph gemessen hat, muss sie weiter im Regen stehen und auf stärkeren Wind hoffen ( die Außenanlage wird bei starkem Wind übrigens gesperrt, damit die Besucher nicht von einer Böe überrascht werden und in eins der Häuser stürzen; vor 10 Jahren durfte man noch durch die Siedlung laufen und in einzelne Häuser hineingehen, heute verläuft der Pfad durch die Anlage so, dass man die Häuser nur noch oben bestaunen kann - Schade, aber das wird wohl zur Erhaltung der Anlage seine Gründe haben ). Wir bleiben auch nur kurz im Außenbereich der Anlage und gehen anschließend lieber in dem den Visitor Center angeschlossenen Cafe etwas trinken. Pünktlich sind wir wieder in Stenness am Visitor Center und ein Bus bringt uns die 800 Meter weiter zum Parkplatz von Maes Howe. Es gab wohl einige Unfälle an diesem direkt an einer viel und schnell befahrenen Straße liegenden Parkplatz und deshalb hat man sich für den Shuttlebus entschieden und den Parkplatz und das früher dort befindliche Visitor Center geschlossen. Nun wird man, wie früher in der Grundschule von zwei Personen aus dem Bus und über die Strasse geleitet. Irgendwie typisch britisch. Praktischer “Nebeneffekt” bei dieser Lösung ist , dass man die Besucherströme viel besser steuern kann. Mittlerweile darf man nämlich ins Innere von Maes Howe nur noch mit einer geführten Tour und das Fotografieren ist verboten. Warum auch immer!? Unsere Führerin ist taub und aufgrund ihrer Behinderung relativ schwer zu verstehen, aber sie macht das Ganze sehr engagiert und unterhaltsam. Natürlich bietet sie uns Deutschsprachigen Flyer als Übersetzungshilfe an, aber da wir ja nicht zum ersten Mal hier sind, versuchen wir ihr lieber ohne zu folgen. Sie zeigt und erklärt uns die Runen und den bekannten Orkney-Drachen. Nach gut einer Stunde bringt uns der Bus dann wieder zurück zum Visitor Center. Von Stenness ist es nicht mehr weit bis nach Stromness, der zweiten etwas größeren Orte auf den Orkneys. Hier legt auch die Fähre von Scrabster an und es gibt einen außerordentlich schön gelegen CP, der leider jetzt im Winter geschlossen hat.

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Stromness, Fährhafen der Northlink

Aber man kann sich gut auf den öffentlichen Parkplatz vor den CP stellen. Da dieser Parkplatz am Ende einer Sackgasse liegt, ist er wenig frequentiert und sehr ruhig. Die Tür zur Entsorge hat der CP-Betreiber offen gelassen, das Wasser ist auch nicht abgestellt und so nutzen wir die Gelegenheit, unsere Toilette zu entsorgen. Wir stellen uns wieder günstig in den Wind und gehen abends in Stromness essen. Es sind wenig bis gar keine Menschen zu sehen und die engen Gassen von Stromness wirken verlassen.

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die Straßen in Stromness sind sehr eng

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Am nächsten Morgen gehen wir nochmal kurz zum Einkaufen nach Stromness, aber außer dem Post-Office und dem Coop haben alle Geschäfte geschlossen. Für uns reicht das Angebot und wir fahren in den Süden von Mainland zum Atelier von Sheila Fleet, wie schon erwähnt eine der bekannten Juweliere der Orkneys. Die Designerin betreibt ihr Atelier in einer geschmackvoll umgebauten kleinen Kirchen mit angeschlossenem Cafe. Die Schmuckstücke sind recht schön und thematisieren die neolithische und keltische Geschichte der Orkneys.

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auf dem Weg zu Sheila Fleet, im Hintergrund die Insel Hoy

Natürlich dürfen maritime Motive und die Aurora Borealis nicht fehlen. Auch das angeschlossene Cafe ist durchaus zu empfehlen und erstaunlich gut besucht. Wir fahren weiter in den Süden zum Grab Tomb of the Eagle und dem relativ neu eröffnetem Grab Tomb of the Otters.

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es gibt ziemlich viele alte Wassermühlen in Orkney

Leider haben beide Sehenswürdigkeiten geschlossen und ich ärgere mich ein wenig darüber, dass man das nicht vorher schon kenntlich macht. Da sind die Gräber kilometerweit vorher ausgeschildert und erst nachdem man mit dem Wohnmobil über die doch teils schmalen Sträßchen gefahren ist, hängt am Eingang dann ein Schild “closed”. Kann man nicht die Hinweisschilder einfach für die Dauer der saisonal-bedingten Schließung durch einen z.B. roten Klebestreifen abkleben. Das Gleiche gilt meiner Meinung auch für Lokale und CPs. Da fährt man an einem Schild vorbei “Cafe open, Food served all day” und wenn man dann die zwei Kilometer zum Cafe gefahren ist, prangt ein kleiner handgeschriebener Zettel an der Tür “ Sorry we are closed”. Und das nur weil der Betreiber nicht in der Lage ist das Schild wegzuräumen bzw. durchzustreichen. Die Gräber sind also diesmal ein Reinfall und so fahren wir nach St. Margaret's Hope, stellen uns dort auf den Parkplatz im Hafen und gehen die paar Meter in den Ort. Auch dort prangt am Pub das Schild “Food served from 5pm-21pm”. Auf Nachfrage gibt es jetzt im Winter natürlich kein Essen … aber die Wirtin weiß immerhin, wo es etwas für uns gibt. Wir fahren ca. 4 Meilen zurück nach Burray Village, wo wir im gut besuchten Sands Hotel tatsächlich ein wirklich leckeres Essen serviert bekommen. Für die Nacht stellen wir uns wieder in den Hafen von St. Margaret's Hope, da unsere Fähre zurück auf das schottische Festland schon um kurz vor 8Uhr geht.

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weihnachtliches St. Margaret's Hope

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Alfred liegt schon am Pier

Zum Glück ohne Frühstück geht’s am nächsten Morgen auf die Fähre, denn die Überfahrt ist ein wenig ruppig. Der ein oder andere Passagier und sogar einer der Köche aus dem Schiffs-Kiosk lässt sich das Frühstück nochmals durch den Kopf gehen.
Wieder auf festem schottischen Boden fahren wir zum Dunnet Head, wo wir erstmal am nördlichsten Festlandpunkt und Leuchtturm gemütlich frühstücken.

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Dunnet Head, im Hintergrund die Orkneys

Danach geht es nach Thurso zum Tanken und zum Auffüllen des Kühlschranks im örtlichen Lidl. Das Wetter ist lausig, inzwischen hat es angefangen zu regnen und starke Windböen machen das Fahren nicht gerade zum Vergnügen. Von Thurso an folgen wir der A836 immer der Küste entlang bis nach Tongue, wo wir auf die A838 wechseln, die uns bis nach Durness führt. Hier stellen wir uns auf den CP Sango Sands, unserer Meinung nach mit einer der schönsten CPs in Schottland. Der CP hat zwar offiziell geschlossen, aber für 9 Pfund gibt es Strom, Frischwasser und man kann entsorgen.

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immer wieder schön, Sango Sands

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Gut und gerne 20 Wohnmobile tummeln sich auf dem Platz, da könnte man eigentlich auch die Sanitärhäuser öffnen. Aber 180 Pfund/Tag für’s quasi Nichtstun kassieren ist ja auch nicht schlecht. Man muss nur einmal am Tag zum Kassieren vorbei kommen und hat sonst kaum Arbeit mit dem Platz. Man muss keine Toiletten reinigen, man muss keinen Rasen mähen und hat auch sonst eigentlich relativ wenig Arbeit mit dem Platz. Am Abend und in der Nacht regnet es in Strömen bei kräftigem Sturm. Wir stehen nicht so ganz optimal und werden deshalb gut durchgeschüttelt. Da der örtliche Shop und der Pub geschlossen haben, setzen wir keinen Fuß vor die Tür. Zum Glück bessert sich das Wetter am nächsten Tag und es kommt sogar die Sonne raus. Wir fahren nach Balnakeil und laufen ein wenig über den riesigen Sandstrand. Ein Besuch der kleinen Kirche darf natürlich nicht fehlen.

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Balnakeil

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Wir folgen der Route 500 Richtung Süden.

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lange und einsame Single Tracks

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ein Kollege :)

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tolle Motive an der Route 500

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Paula braucht neue Kaugummis, wir biegen von der A838 ab in Richtung Kinlochbervie. Zwei Tage vor dem Urlaub hat sie ihr Blechgestell aus dem Gesicht bekommen und hat sich nach zwei Jahren Abstinenz vorgenommen, keine wache Minute im Urlaub ohne Kaugummi zu verbringen. In Kinlochbervie finden wir den gut versteckten Spar und kaufen dann jede Menge Kaugummis, wobei die Kassiererin des kleinen Laden uns anscheinend für nicht mehr so ganz normal hält. Wir fahren weiter und machen in Oldshoremore halt.

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Eine kleine ziemlich steile Straße führt zu einem riesigen Sandstrand. Leider erwischt uns eine Hagelschauer mitten auf dem Strand, so dass wir mächtig nass werden. Aber von der Landschaft her ein toller Platz. Da wir auf großartig Fahren keine Lust mehr haben und es langsam auch schon wieder dunkel wird, stellen wir uns in Balchrick ans Pier. Am Pier gibt es einen kleinen Parkplatz und nach und nach gesellen sich noch zwei Womos dazu - und das im Winter!

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noch sind wir alleine

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und dann ist der kleine Parkplatz auch schon voll, eng ist es

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Sonnenuntergang am Pier in Balchrick

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Mit drei Autos ist der Platz dann auch voll und man steht dann schon ein wenig eng beieinander, dafür aber direkt am Wasser.

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Sonnenaufgang in Kinlochbervie

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weiter auf der Route500

Nach einer ruhigen Nacht geht es am nächsten Morgen wieder zurück auf die A838 und wir folgen der Straße bis nach Laxford Bridge, hier biegen wir auf die A894 ab. In der Nähe von Unapool biegen wir dann auf die B869 ab. Die Straße wird enger und mit bis zu 25% auch recht steil. Für Autos über 7.92 Meter ist die Straße gesperrt, wobei es wahrscheinlich natürlich auch bei längeren Autos funktionieren würde. Die Route 500 ist natürlich schon eine Fahrt wert, es geht durch wilde Moorlandschaften, durch mystische Wälder und durch atemberaubende Seen -und Berglandschaften.
Und da diese Straße ab und an auch mal Thema im Forum ist, hier ein paar Bilder von der Route500.

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weite Moorlandschaften

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mystische Wälder

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steile Straßen

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Berglandschaften

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Hindernisse

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schön an der Küste entlang

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mit engen Kurven

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die Straße ist ein Auf un Ab

Es gibt aber ein/zwei direkt an Felsen vorbei führende Kurven, die recht eng sind. Zudem kann ein zu großer Überhang hinten bei der ein oder anderen Bodenwelle zu Problemen führen. Das zumindest berichtete ein Frankia-Fahrer in Achiltibuie, der einen Schaden an seinem Heck betrauert. Die Strecke ist auf jeden Fall absolut fahrenswert, zumal extrem wenig Verkehr herrscht ( zumindest im Winter … im Sommer sieht das evtl. anders aus ). Was uns natürlich schon auffällt ist, dass Schottland im Winter immer mehr Freunde findet, sind wir vor fünf Jahren noch keinem Womo begegnet sind es inzwischen schon recht viele. Auch auf den CPs ist im Winter, sofern sie geöffnet haben, eine Menge Betrieb.
Es geht an schönen Seen vorbei.

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die Sonne geht recht früh unter

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Summer Isles

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der CP in Althandu

Nach einer ziemlichen Gurkerei über die enge Straße kommen wir kurz vor Lochinver auf die A837 und nehmen hinter dem kleinen Ort die namenlose Straße nach Achiltibuie. 5 Meilen von Achiltibuie im kleinen Örtchen Althandu haben wir sowohl einen Platz auf dem CP als auch einen Tisch im nahen Pub für den heutigen Silvesterabend gebucht. Auch dieser CP ist sehr gut besucht, auch hier stehen locker über 20 Wohnmobile oder Wohnwagen auf dem Platz. Auch im Pub wäre ohne Vorbuchung kein Tisch mehr zu bekommen gewesen. Die Zeit bis Mitternacht ist natürlich lange, wenn es schon um kurz vor vier dunkel ist, aber das Essen ist ziemlich gut, danach gibt’s noch einen Film und schon haben wir 2020!

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Bei leichtem Nieselregen fahren wir über Ullapool bis nach Inverness. In Ullapool haben alle Geschäfte und Tankstellen geschlossen, sodass wir mit fast leerem Tank Inverness erreichen.

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Ardmair, kurz vor Ullapool

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Hier finden wir dann auch endlich eine geöffnete Tankstelle. Wir halten uns nicht lange auf und fahren durch die Cairngorms ( auf den Gipfeln liegt sogar noch ein wenig Schnee ) bis nach Melrose. In all den Jahren, in denen wir nun schon nach Schottland fahren, haben wir es nie geschafft, auf dem CP in Melrose einen Platz zu bekommen. Doch diesmal haben wir Glück und erwischen den letzten freien Platz.

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Melrose Abbey

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CP in Melrose

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Am nächsten Morgen laufen wir die paar Meter in den Ort und hoffen, dass wir in die Abbey kommen. Aber leider hat diese auch am 2 Januar geschlossen, wie auch alle Geschäfte in Melrose.
Über Jedburgh verlassen wir Schottland, wobei der Zustand der Fahnen an der Grenze ziemlich gut die Situation im Königreich widerspiegelt.

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Überhaupt ist uns in England ein aufsteigender Nationalismus aufgefallen. Viele Plastiktüten sind mit dem Union Jack bedruckt, an den LKW stehen Parolen wie “we deliver british goods”, in den Schaufenstern hängen Sprüche wie “Buy british washing machines” usw. usw..

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gnarz18 am 18 Jan 2020 15:24:51


Gegen Abend landen wir in Bardsey nahe Leeds. Wir buchen uns auf dem kleinen aber feinen CP Glenfield Park ein und starten eine etwas längere Konversation mit der äußerst gesprächigen Chefin. Gegen Abend fahren wir dann ins 2 Kilometer entfernte Bingley Arms, Englands ältestes Inn mit riesigen alten Kaminen und noch vorhandenen Priesterlöchern, die man sonst nur vom Hörensagen her kennt.

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Bingley Arms

Am nächsten Tag steht Leeds auf dem Programm. Die CP-Chefin hat angeboten, uns zu der gut 2 Kilometer entfernte Bushaltestelle zu fahren, damit wir das Auto auf dem CP stehen lassen können. Sie verschläft leider und wir müssen sie leider telefonisch wecken. Den Bus erreichen wir dann doch noch pünktlich. Leeds hat eine Menge an großen Einkaufspassagen zu bieten, die z.T. wirklich eine eindrucksvolle Architektur aufweisen. Zudem gibt es mit dem Kirkgate Market den größten überdachten Markt Europas.

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Kirkgate Market

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die alte Getreide Börse

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interessanter Weihnachtsbaumschmuck

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tolle Einkaufspassagen

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Leeds Docks

Der im viktorianischen Stil erbaute Markt beherbergt über 800 Stände. Wir fahren mit dem Riverboat, besuchen die Docks, die diversen Einkaufsmalls, die alte Börse usw. usw.. Und dann bricht auch schon unser letzter Tag an. Da unsere Fähre erst um 18:30 ablegt, beschließen wir den Vormittag im nahen York zu verbringen und dann am Nachmittag gemütlich nach Hull zu fahren. York bietet gleich mehrere P&R-Parkplätze an.

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P&R in York

Zu unserer Freude hat der für uns am günstigsten gelegene sogar einen abgesperrten Bereich speziell für Motorhomes. Man meldet sie über die Gegesprechanlage an und schon geht die Schranke hoch. York ist natürlich eine tolle Stadt mit seiner Kathedrale und den engen Gassen mit den malerisch alten Häuschen. Wobei die Shambles ziemlich auf dem Harry Potter Trip sind, alleine in einer Gasse gibt es fünf Zaubereigeschäfte, in denen man irgendwelchen Harry Potter Kram kaufen kann. Zum Glück ist Paula aus dem Alter raus, sonst könnte man hier bestimmt eine Menge Geld ausgeben.

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Zauberladen in York

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Rest vom York Castle, der Donjon

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Wasserspeier York Minster

Am frühen Nachmittag verlassen wir York wieder und fahren gemütlich nach Hull zur Fähre. Der Check-in hat schon geöffnet und wir können direkt auf’s Schiff fahren. Wie auf der Hinfahrt haben die Bars und der Shop schon geöffnet. Leider ist der Live-Musiker noch eine Runde schlechter als der auf der Hinfahrt, aber zum Glück macht er relativ lange Pausen und halten sich die Ohrenschmerzen in Grenzen. Die Überfahrt war ruhig und pünktlich können wir das Schiff am nächsten Morgen verlassen. Kontrolliert werden wir bei der Einreise nach Belgien nicht und so sind wir knappe 3 Stunden später wieder in Aachen.


traveller69 am 18 Jan 2020 16:46:34

Wahnsinn, wieder mal ein Schottland-Bericht von Dir mit atemberaubenden Bildern!
Dieses Jahr habe ich auch die Gelegenheit auf die Orkneys und Shetlands zu kommen, wenn aoch ohne Wohnmobil.
Jetzt freue ich mich schon um so mehr, vielen vielen Dank!

bonjourelfie am 18 Jan 2020 17:13:20

Waou...den ganzen Bericht sofort verschlungen. Diese Fotos...einfach klasse. Und vielen Dank, dass du auch diese Reise wieder mit uns teilst.

LGElfie

marvin42 am 18 Jan 2020 19:31:04

:tach:
Moin,
super Fotos, Klasse Bericht :top:

Kakowo am 18 Jan 2020 20:53:01

Danke für die fantastischen Bilder !!
An diesem eigenartigen Ballspiel hatte ich besonders Spass.
Aber da ich ein "Warmduscher" bin werde ich die Gegend eher nicht im Winter besuchen....dann ist es für Euch auch nicht so voll
Wenn alles klappt aber im August

heidchen am 18 Jan 2020 20:56:01

Hallo,

wieder ein toller Bericht mit faszinierenden Fotos. Danke, dass wir mitreisen durften. :daumen2:

Elgeba am 18 Jan 2020 23:25:35

Super Bericht,Dank dafür.Ich war vor einigen Jahren im Sommer auf den Orkneys ,war wunderschön,aber die Überfahrt war so das fast allen Fahrgästen das Frühstück aus dem Kopf gefallen ist,bei einigen davon kam es aber wieder zurück weil die nach Luv gek...haben. :mrgreen:


Gruß Bernd

hesida am 19 Jan 2020 00:11:19

Vielen Dank für den Bericht und immer tollen Fotos.

MiGu1418 am 19 Jan 2020 12:11:09

Hallo,

ein fesselnder Reisebericht mit unglaublichen Bildern, der Sehnsucht nach einer
Reise zu den Orkneys erzeugt.

Vielen Dank für die Zeit und Mühe, die in diesem Bericht steckt.


Gruß Guido

Lancelot am 19 Jan 2020 12:42:26

Toller Reisebericht, sagenhafte Fotos :!:
:dankeschoen:

bebubo am 19 Jan 2020 12:49:01

Hallo

ein wirklich hervorragender Reisebericht, mit ganz tollen Bildern.
Da ich noch nicht bewerten darf, auf diesem Weg ein herzliches :dankeschoen:

Ps. kann nicht verstehen das jemand hier ein "Negativ" vergibt :wall: :wall: (im zweiten Teil)

Aretousa am 19 Jan 2020 12:57:47

Auch ich bin wieder restlos begeistert.
Wundervoller, sehr lebendiger Bericht, fantastische Fotos.
Vielen Dank dafür.

botego am 19 Jan 2020 13:01:14

Ich bin beeindruckt. Danke dafür.

sunday69 am 19 Jan 2020 18:44:25

Bin restlos begeistert.
Danke für die tollen Fotos und den schönen Bericht, wir sind dieses Jahr im Juli /August auf den Orkney's.

felix52 am 19 Jan 2020 19:54:14

Wer so gut schreibt und fotografiert, weckt Sehnsüchte.

Danke.
:ja:

peter1956 am 19 Jan 2020 20:09:16

Einfach toll !
Danke für den Bericht und die tollen Bilder.

wiebke am 19 Jan 2020 21:25:33

:daumen2: Danke

moensters am 19 Jan 2020 21:34:43

Deine Schottland-Berichte sind immer der Hammer! Vielen, vielen Dank für den unterhaltsamen Text und die noch grandioseren Bilder!

Wir haben gerade beschlossen, dass es im März wieder nach Schottland gehen soll. Und jetzt weiß ich auch genau, warum! Weil diese Landschaft einfach „unsere“ ist. Wart ihr auch schon auf den Shetland-Inseln? Wir überlegen noch, ob wir das Geld für die Überfahrt ins Budget packen müssen...

Liebe Grüße,
Michael

Womofahrer55 am 19 Jan 2020 22:53:17

Klasse Bericht, toller Humor, herrliche Fotos :ja:
Vielen Dank
Gruß
Peter

derschotte am 20 Jan 2020 01:04:13

Als Liebhaber Schottlands und der gesamten Insel - Herzlichen Dank für diesen traumhaften Bericht! Selten hat mich eine Fotoreportage so angefasst.

Servus aus Coburg, Gerd

Roman am 20 Jan 2020 08:39:38

:daumen2:

Gruß
Roman

HeikeD am 20 Jan 2020 08:45:58

Danke für den tollen Bericht, da muss ich doch gleich mal mit dem Gatten sprechen ob wir nicht auch mal im Winter da rauf sollten.... :D

TiborF am 20 Jan 2020 11:13:19

Ich bin wirklich schwer beeindruckt - was für eine tolle Reise im Winter und wahnsinnig mega tolle Fotos und ein super ausführlicher Reisebericht - das macht richtig Lust, es nachzumachen. Schottland würde mich sowieso sehr reizen - aber im Winter, wenn alles so schön leer ist, noch viel mehr als im Sommer.

Einfach Klasse - großes Lob und vielen lieben Dank.

Würde mich mal interessieren, wieviel Geld ihr insgesamt für diese Reise ausgegeben habt. Waren es 2 Wochen ?

shoe1 am 20 Jan 2020 12:33:36

Hallo,
perfekter Bericht - interessant zu lesen und die Bilder sind sowieso viel mehr als schön …
Herzlichen Dank dafür.

Wir waren im Sommer heuer in Schottland - aber auf den Gedanken, dass es im Winter so reizvoll sein könnte, wäre ich nicht gekommen. Meinung geändert und wieder etwas dazu gelernt …
LG Rupert

kleibeeke am 20 Jan 2020 15:55:52

Hallo
Toller Bericht und beeindruckende Fotos. Ich war begeistert.
Gruß

Lixeii am 20 Jan 2020 18:12:21

Hallo,

Vielen Dank für diesen, wie immer, tollen Reisebericht.

Eigentlich möchte man beim Lesen eurer Berichte immer gleich eine Fähre buchen.

Liebe Grüße

Lixeii

nuvamic am 20 Jan 2020 18:20:05

Dat Spiel in Kirkwall werd ich wohl kaum selber je erleben - aber jetzt hab ich das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

(Obwohl ich im warmen sitze *****)

dickes DANKESCHÖN :mrgreen: ;D :mrgreen:

Stefan-Claudia am 20 Jan 2020 19:03:22

gnarz18 hat geschrieben:Was uns natürlich schon auffällt ist, dass Schottland im Winter immer mehr Freunde findet,
sind wir vor fünf Jahren noch keinem Womo begegnet sind es inzwischen schon recht viele.
Auch auf den CPs ist im Winter, sofern sie geöffnet haben, eine Menge Betrieb.[/size]


Na Du bist ja Lustig!


DU!
bist doch hier der Influ...Influr...der Anstecker !

Man wird ja ganz wuschig bei Deinen Berichten...kannste nicht mal was schreckliches schreiben über Schottland,
sonst werden wir dir alle folgen ! und zwar mit dem Womo !

oder schlimmer: wir sind alle schon da wenn Du kommst :mrgreen:
....................................................................................

Ich kann nur sagen: meinen größten :respekt:

gnarz18 am 20 Jan 2020 19:12:02

Vielen Dank, sowohl für das positive als auch negative Feedback. Die Orkneys sind auf jeden Fall eine Reise wert, sie sind so ganz anders als der Rest von Schottland. Sie sind zum größten Teil flach und von intensiver Landwirtschaft geprägt. Das Landesinnere ist dementsprechend nicht besonders interessant, außer vielleicht für ornithologisch angehauchte Besucher, die natürlich bei den ganzen Seen ein Eldorado für „Vögelbeobachten“ vorfinden. Die einzige etwas hügelige Landschaft befindet sich auf der Insel Hoy. Wenn ich wählen müsste zwischen Orkney und Shetland (wo wir schon zweimal waren und wir auch im April wieder hinfahren werden, um auch diese Frage zu beantworten ) würde ich eher zu den Shetlands raten. Diese Inseln sind noch um einiges wilder und abgeschiedener als die Orkneys. Die zwei Wochen waren leider natürlich nicht günstig. Zu den 1050€ Fährkosten ( wohlgemerkt fuhr unsere Tochter dieses Mal noch zum Kindertarif mit... ) kommen nochmals 500€ für Diesel und ca. 100€ für die wenigen geöffneten SPs/CPs plus was man halt sonst noch ausgibt.

ät Stefan-Claudia, dann habe ich mein Ziel ja erreicht :D , bin mal gespannt, wann wir dem ein oder anderen Schottland-Verrückten dort oben über den Weg laufen.

Danke nochmals und viele Grüße
Michael

LSNM am 20 Jan 2020 19:55:58

Lieber Michael,

Chapeau! ...als ich den Titel "Orkneys im Winter" las, dachte ich erst ... ähhh sind die verrückt? ABER schon bei den ersten Bildern, dieses surreale Licht, das die Landschaft in Gold taucht, war ich hin und weg und dachte mir, für was haste denn ein winterfestes WoMo? Du hast Sehnsüchte in mir geweckt.

Ein ganz herzliches Dankeschön für diesen wunderschönen Reisebericht, den ich in einem Rutsch eingesogen habe, und vor allem für die unsagbar schönen Bilder.

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