In der Auvergne in Frankreich war mir einmal das Gas ausgegangen, natürlich am Wochenende und nur automatische Tankstellen im Umkreis. Und der Kühlschrank war voll und die Außentemperaturen bullig heiß.
Die Gasflaschen gab es an der einzigen Tankstelle im Umkreis auch automatisch, aber gegen Rückgabe der leeren Gasflasche.
Da hatte ich 2 Probleme:
1. Es gab Propan, Butan und verschiedene Gemische von diesen. Beim Kochen ist das sicherlich egal, aber ob der Kühlschrank eine falsche Gasmischung akzeptiert, ist die Frage. Also mußte ich erst einmal die Bedienungsanleitung des gemieteten Womos studieren.
2. Ich hatte eine Euro-Gasflasche und eigentlich sollten es diese auch in Frankreich geben, aber Pustekuchen. Es gab je nach Gasart verschiedene Gasflaschen in verschiedenen Größen und Farben, nur nicht in der Größe meiner leeren Gasflasche. Alle waren höher und manche waren auch dicker und außerdem sahen die Flaschen wenig vertrauenserweckend aus, irgendwie stark verschlissen. Der besondere Witz dabei war, daß ich damals ein französisches Wohnmobil (Chausson) gemietet hatte und die französischen Gasflaschen paßten nicht in ein französisches Wohnmobil.
Bei der Gasmischung laut Bedienungsanleitung gab es zwar keine passenden "großen" Gasflaschen. Die französischen Gasflaschen waren ca. 11 cm höher bei gleichem Inhalt und das war zu hoch für das Gasflaschenfach des Chausson.
Zum Glück gab es noch Minigasflaschen mit etwa halber Füllmenge. Die passten von den Maßen in das Flaschenfach des Womos, aber wegen der geringen Füllmenge getrauten wir uns nicht mehr, Gas durch Kochen oder Warmwasser zu "vergeuden", damit das Gas für den Kühlschrank für den Rest der Fahrt reicht.
Die größte Herausforderung war, dem Automaten vorzugaukeln, daß meine leere Gasflasche die richtige zum Tausch war, da der Ausgabeautomat diverse "Sicherungsmittel" hatte, um das zu prüfen (Prüfung von Maßen, Gewicht und eine Kamera war auch da). Aber schließlich war der Automat überlistet und nahm die Euroflasche an und offensichtlich hatte gerade niemand das Kamerabild im Blick und wegen eventueller Aufzeichnungen hatte ich mich so gestellt, daß ich nicht von der Kamera erfaßt wurde. Ich hatte dabei ein etwas schlechtes Gewissen, da man nicht anonym mit Bargeld bezahlen konnte, sondern nur mit Kreditkarte, so daß die Tankstelle ermitteln konnte, wer diese falsche Flasche getauscht hatte. Wir haben aber nichts von der Tankstelle gehört.
Wir hätten ja auch eine Gasflasche gekauft, aber der Ausgabeautomat verlangte die Rückgabe der Leihflasche. Dummerweise hatte das Mietwomo damals nur eine Gasflasche an Bord. Die jetzigen Womos haben meist 2 Gasflaschen.
Frage: War meine Sorge berechtigt, daß der Kühlschrank ein falsches Gasgemisch Propan/Butan übel nehmen könnte?

