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Zellenschluß, andere Batterie überhitzt - mögliche Ursachen?


kunibertk am 27 Jul 2021 16:57:40

Hallo,

Habt ihr Ideen, was folgendes Schadenbild verursachen kann?

Von zwei 95Ah-AGM-Batterien hat eine offenbar einen teilweisen Zellenschluß: eine kurze Zeit nach Vollladung ist die Batteriespannung bei 12,5V und sinkt im Laufe von ca. 36 Stunden auf 11V ab (nach 12 Stunden 11,6V, nach 1 Tag 11,2V), nach weiteren zwei Wochen auf 10,8V. Die andere(!) Batterie ist offensichtlich überhitzt (leicht verformt und die Platte, auf der sie montiert ist, ist angesengt). Sie hält noch 12,8V über mehr als eine Woche, hat aber praktisch keine Kapazität mehr.

In zeitlicher Reihenfolge haben wir zunächst einen Kapazitätsverlust der beiden Batterien bemerkt. Der Spannung nach waren die Batterien kurz vor Tiefentladung während wir in Ah nicht einmal die Hälfte der Kapazität entnommen hatten. Danach haben wir das Fahrzeug an Landstrom angeschlossen. 12 Stunden später war noch nichts auffällig. In den 12 Stunden danach muss dann die eine Batterie sich überhitzt haben.

Aus Protokolldateien geht hervor, dass der Kapazitätsverlust vermutlich schon mindestens eine Woche vorher da war (Spannung unter 12V nach Entnahme von ca. 25% der Kapazität). In der Zeit haben wir die Batterien regelmäßig über die Solaranlage geladen und sind auch längere Strecken gefahren, es kam dabei zu keinen Überhitzungen. Und mindestens der Ladebooster kann höhere Ladeströme liefern als das Landstrom-Ladegerät.

Eine mögliche Theorie ist, dass zunächst die eine Batterie den Zellenschluß entwickelt hat und dann, beim Versuch dagegen anzuladen, das Ladegerät die andere Batterie überlastet hat. Aber dann frage ich mich, wieso das nicht beim Ladebooster oder mit dem Solarladegerät auch schon passiert ist.

Weiß jemand noch eine andere plausible Erklärung für die Beobachtung? Oder, warum das 230V-Ladegerät die Batterie überlastet, der stärkere Ladebooster aber nicht?

Gibt es mögliche (plausible) Fehler im Fahrzeug, die dieses Fehlerbild verursachen können? Oder ist es sehr wahrscheinlich dass die Ursache in den Batterien selber liegt? Die Solaranlage protokolliert die maximale Spannung, die an einem Tag an den Batterien angelegen hat, und das waren 14,4V bzw. 14,6V je nach dem welche Ladegeräte aktiv waren. Eine eventuelle Überspannung könnte also nur innerhalb der Messintervalle der Solaranlage (ich glaube alle 0,5sec) angelegen haben.

Viele Grüße
KK

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chrisc4 am 27 Jul 2021 17:41:42

Ein Zellschluss ist das natürliche Ende einer Bleibatterie!
Bei der Alterung entsteht ein Sulfatschlamm auf dem Batterieboden, der wird immer höher und erreicht irgendwann die Zellen, dabei entsteht ein Kurzschluss von mindestens 2 Zellen.
Durch den Kurzschluss erwärmt sich die Batterie beim Ladevorgang und es treten Schwefelsäuredämpfe aus!
Die Spannung der Batterien nimmt deutlich ab. Die defekte Batterie sollte sofort vom Ladegerät entfernt werden!
Die kann kochen und sich verformen, so daß Schwefelsäure ausläuft und Schwefelsäuredämpfe die Umgebung zerstören.

Gruß
Hans

Pechvogel am 27 Jul 2021 17:58:19

Und falls die beiden (Aufbau-?) Batterien auch noch 1:1 zusammenhängen lädt die, noch intakte, die defekte Batterie!




Grüße
Dirk

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klaus50 am 27 Jul 2021 18:15:58

Dieses Fehlerbild hatte ich letztes Jahr. Ursache war eine Tiefentladung. Habe dann glücklicherweise beim Wassertanken gemerkt das die Batterie kocht. Sofort das Landkabel entfernt und die Batterie ausgebaut. Es war eine AGM 95Ah von Ban...

Hannus am 27 Jul 2021 18:29:55

Meine Vermutung währe, das eigendlich die heiß gewordene Batterie einen Zellenschluß hatte, der sich durch die Verformung der Platten wieder gelöst hat.
Die andere Batterie hat entweder dadurch mitgelitten, oder der Kapazitätzverlust bestand schon vorher, ist aber nicht so aufgefallen.

beder am 27 Jul 2021 19:16:16

Hallo Kunibert,

falls noch nicht geschehen, solltest du die defekte Batterie möglichst schnell aus dem System nehmen (abklemmen). Sonst geht dir die andere Batterie auch noch vor die Hunde. Wenn beide ein ähnliches Alter haben, dann würde ich beide ersetzen, am besten durch LiFePo4.

Viele Grüße
Bernhard

kunibertk am 27 Jul 2021 20:04:13

chrisc4 hat geschrieben:Die defekte Batterie sollte sofort vom Ladegerät entfernt werden!
Die kann kochen und sich verformen, so daß Schwefelsäure ausläuft und Schwefelsäuredämpfe die Umgebung zerstören.


Erhitzt hat sich allerdings die andere Batterie. Die eine hat einen offensichtlichen Zellschluß, die andere ist überhitzt. Und wir wissen, dass der Kapazitätsverlust vor dem Überhitzen war.

kunibertk am 27 Jul 2021 20:08:14

klaus50 hat geschrieben:Dieses Fehlerbild hatte ich letztes Jahr. Ursache war eine Tiefentladung. Habe dann glücklicherweise beim Wassertanken gemerkt das die Batterie kocht. Sofort das Landkabel entfernt und die Batterie ausgebaut. Es war eine AGM 95Ah von Ban...


OK also wäre eine mögliche Erklärung:
- Eine Batterie hat durch einen Zellenschluß eine, sagen wir mal, starke Selbstentladung
- Solange wir nur 25% der Sollkapazität oder weniger verbrauchen wird die andere Batterie zumindest nicht tiefentladen
- Aber als wir mehr gebraucht hatten, wurde die ursprünglich noch funktionierende Batterie tiefentladen
- Und danach ist sie beim nächsten Ladevorgang heiß geworden ...
?

kunibertk am 27 Jul 2021 20:10:52

beder hat geschrieben:falls noch nicht geschehen, solltest du die defekte Batterie möglichst schnell aus dem System nehmen (abklemmen). Sonst geht dir die andere Batterie auch noch vor die Hunde. Wenn beide ein ähnliches Alter haben, dann würde ich beide ersetzen, am besten durch LiFePo4.


Sind beide hin. Eine mit Zellenschluß, die andere überhitzt. Wir haben schon Ersatzbatterien bestellt aber vor dem Einbau würde ich gerne noch forschen, ob vielleicht die Ursache im Fahrzeug (Ladegerät etc.) liegen kann.

kunibertk am 27 Jul 2021 20:13:05

Hannus hat geschrieben:Meine Vermutung währe, das eigendlich die heiß gewordene Batterie einen Zellenschluß hatte, der sich durch die Verformung der Platten wieder gelöst hat.
Die andere Batterie hat entweder dadurch mitgelitten, oder der Kapazitätzverlust bestand schon vorher, ist aber nicht so aufgefallen.


Kapazitätsverlust war eindeutig schon vorher da, am Vortag aufgefallen aber in den Protokolldateien schon eine Woche vorher erkennbar.

Und schon im Winter hatten wir uns gewundert, wie schnell die Batterien bei ausgeschalteter Elektrik leer werden, da waren es aber eher 3-4 Wochen und wir hatten die hektisch blinkende Truma iNet-Box im Verdacht.

fschuen am 28 Jul 2021 12:36:36

Nein, definitiv kein Zellenschluss. Der entsteht bei starker Belastung (Anlasser), wenn eine Platte bricht. Merkt man, hört man, ist selten. Bei der Batterie mit geringer Spannung ist einfach eine Zelle kaputt, und das ist in der Tat das klassische Wegsterben einer Bleibatterie. Die schwächste Zelle ist bei der Reihenschaltung diejenige, die am stärksten entladen wird und dadurch am schnellsten altert - und weil sie dabei weiter an Kapazität verliert, beschleunigt sich das Ganze. Das ist auch der Grund dafür, dass man Bleibatterien nur etwa zur Hälfte leermachen soll. Der Hitzetod ist auch ein Klassiker: wenn eine Bleibatterie warm wird, muss sie mit geringerer Spannung geladen werden. Passiert das nicht, weil z.B. der Temperatursensor an der anderen Batterie sitzt, bekommt sie zu viel Spannung und wird noch wärmer, wodurch sie noch mehr Überspannung bekommt.

Ob die Defekte zusammenhängen, ist egal - die Batterien sind beide Schrott. Man hat jetzt die Wahl: neue Bleibatterien, dann geht das Spiel von vorne los, oder eine Lithiumbatterie, dann ist Ruhe.

Gruss Manfred

kunibertk am 28 Jul 2021 16:35:56

fschuen hat geschrieben:Bei der Batterie mit geringer Spannung ist einfach eine Zelle kaputt, und das ist in der Tat das klassische Wegsterben einer Bleibatterie.


Aber ist das Fehlerbild typisch für "Batterie defekt", auch wenn diese noch relativ neu ist (1 Tag nach Ende der Garantie), und nicht für einen Verursacher im Fahrzeug?

Viele Grüße,
KK

Pechvogel am 28 Jul 2021 19:13:22

kunibertk hat geschrieben:…Aber ist das Fehlerbild typisch für "Batterie defekt", auch wenn diese noch relativ neu ist (1 Tag nach Ende der Garantie), und nicht für einen Verursacher im Fahrzeug?…


Ferndiagnosen sind ja immer schwierig.
Aber mal gesetzt den Fall es handelt sich um zwei Aufbau-Batterien die natürlich parallel angeschlossen wurden und unterschiedlich alt sind.
Dann teilt sich der Strom, der entnommen wird, nicht mehr 50:50 auf sondern die ältere schwächelt und die neuere muß entsprechend mehr liefern.
Was auch sein könnte und was grundlegend verkehrt wäre wenn ursprünglich eine Batterie eingebaut war die über „+“ und „-„ angeschlossen wurde. Also darüber sowohl geladen aber auch entladen wurde.
Dann kam eine zweite Batterie dazu und die wurde halt „+“ an „+“ und „-„ an „-„ mit der alten Batterie verbunden.

Und zu dem Alter der Batterie:
eine Batterie kann IMMER kaputt gehen! Jederzeit!
Nur innerhalb der Garantie oder Gewährleistung kannst Du reklamieren. Danach nur noch neu kaufen.




Grüße
Dirk

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