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Arbeiten vom Ausland aus Wie sind Fristen 90 Tage A1 und 18


Swch am 01 Aug 2021 15:41:20

Hallo zusammen

Vielleicht gibt es hier schon Leute, die sich mit Auslandsarbeit schon auseinandergesetzt haben, oder Profis auf dem Gebiet sind.

Arbeiten und damit auch Geldverdienen vom (EU)Ausland aus.

Erst dachte ich, das wird kein Thema, wie wollen die Steuer das herausfinden. Leider kam ich letztes Jahr 2020 von der Rückfaher aus F,E,P,E,F in eine Polizeikontrolle in F.
Hier wurde leider nicht, wie ich erst vermutet hatte nach Drogen gesucht, sondern ich wurde ausgiebig nach Arbeit, Reisedauer befragt und nach Laptop, Tablet und Mobilphones gesucht.

Um solch ein,in meinen Augen, Unsinn aus dem Weg zu gehen möchte ich mich schlau machen:

1) Anscheinend gibt es ein A1 Forular, das man nach 3 Monsten in einen EU Land ausfüllen muss.

2) Nach 183 Tagen muss man anscheinend in dem Staat wo man sich Aufhält Steuern bezahlen. Vermutlich sogar das WoMo ummelden.

Ich mache es in etwa so, dass ich nie länger wie 90 Tage in einem Land bleibe, in der Hoffnung, die Fristen fangen wieder von vorne an.

Gibt es jemanden, der mehr Licht in die ganze Geschichte einbringen kann?

LG,
Sascha

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KAWAMANE am 01 Aug 2021 16:50:25

Moin,
Swch hat geschrieben:2) Nach 183 Tagen muss man anscheinend in dem Staat wo man sich Aufhält Steuern bezahlen. Vermutlich sogar das WoMo ummelden.


Die 183 Tage Regel gibt es schon sehr lange. Voraussetzung war meines Wissens, dass ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Staaten besteht.
Wird dann interessant, wenn es ein Staat ist, dessen Steuersatz erheblich niedriger ist als der des eigenen Staates oder wenn der Staat überhaupt keine Steuern erhebt(außerhalb Europas).

Gruß
Bruno

WomoToureu am 01 Aug 2021 19:58:42

Swch hat geschrieben:.. Leider kam ich letztes Jahr 2020 von der Rückfaher aus F,E,P,E,F in eine Polizeikontrolle in F.
Hier wurde leider nicht, wie ich erst vermutet hatte nach Drogen gesucht, sondern ich wurde ausgiebig nach Arbeit, Reisedauer befragt und nach Laptop, Tablet und Mobilphones gesucht.


Das habe ich so noch nie gehört oder gar erlebt. Gewicht des Wohnmobil, Alkohol bzw Drogen war bei unseren Kontrollen immer ein Thema bzw. auch eine mögliche Übermüdung. ( Befragung wann und wo sind Sie heute losgefahren ? )

Geht es da möglicherweise speziell um Eidgenossen ?

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Swch am 01 Aug 2021 20:13:42

WomoToureu hat geschrieben:
Das habe ich so noch nie gehört oder gar erlebt. Gewicht des Wohnmobil, Alkohol bzw Drogen war bei unseren Kontrollen immer ein Thema bzw. auch eine mögliche Übermüdung. ( Befragung wann und wo sind Sie heute losgefahren ? )

Geht es da möglicherweise speziell um Eidgenossen ?


Hallo WoMoToureu

Ja, die Geschichte hängt bei mir immer noch im Kopf. Der Polizist hat immer wieder gefragt, was ich von Beruf bin und was ich arbeiten würde.( Hat 5 Anläufe gebraucht, bis der Polizist ICT richtig auf seinen Blck geschrieben hatte.) Ich habe ihm natürlich reines Gewissens die Wahrheit gesagt.
Erst später hab ich mir Gedanken darüber gemacht...eigentlich geht es einem Polizisten nichts an, was man von Beruf ist. Vielleicht sollte ich beim nächsten mal einfach schweigen?!?

Da ich mit deutschen Pass und dt. KZ unterwegs war, schließe ich eine Unterscheidung D/CH aus.

LG, Sascha

WomoToureu am 01 Aug 2021 21:01:03

Swch hat geschrieben:...Erst später hab ich mir Gedanken darüber gemacht...eigentlich geht es einem Polizisten nichts an, was man von Beruf ist. Vielleicht sollte ich beim nächsten mal einfach schweigen?!? ..


Davon rate ich Dir dringend ab!

Versetze Dich doch mal in deíe Situation des Polizisten, der eine verdachtslose Kontrolle duchführt.

Der ist beauftragt Übeltäter zu finden, wie z.B. so ein Drogenwohnmobil wie Ende Juli auf der A66 in Höhe der Ausfahrt Bad Orb/Wächtersbach ( 135 kg Drogen gefunden, Rest wurde "im Winde verweht" ). Der Fahrzeugführer musste mal dringend, hielt auf dem Stadstreifen und wurde prompt von einem ( übermüdeten ? ) LKW Fahrer gerammt. Dabei wehte die Ladung, jede Menge Drogen durch die Gegend, so das die Poliezi lediglich 135 kg noch sicherstellen konnten.

Dazu stellt er entsprechende Fangfragen, die je nach Antwort vertieft werden und je nach Antwort zu einer erweiterten Kontrolle führen könnten.

Wir selbst haben auch schon viele Kontrollen erlebt, in Cadiz zu den Kanaren --> Link aber auch Kontrollen auf dem Festland in Spanien und Frankreich.

Einmal in Südfrankreich ging es dem Polizisten offenbar zum einen darum ob wir möglicherweise unsere EDV Sachen gestohlen haben aber auch darum ob wir von unserem Wohnort durchgefahren sind. Als wir ihm sagten und zeigten, dass wir eine Firma haben und die beiden LapTops die mit einer gemeinsamen Kensingten Diebstahlsicherung für ihn sichtbar ( waren vorher abgedeckt ) Firmen Rechner sind, war das Thema erledigt. Als wir ihm dann erklärten und zeigten, dass wir am Vortag in Luxemburg getankt haben und unterwegs bereits übernachtet hatten, war alles ok und wir durften weiterfahren.

Aus unserer Sicht war also eine mögliche Übermüdung und eine mögliche Merkwürdige Tätigkeit im Wohnmobil ( mit oder ohne Diebstahlsverdacht ? ) der Grund alles zu hinterfragen. War aber zum Beispiel in Cadiz ebenfalls so und wir haben gesehen, dass bei anderen Fahrzeugen alles ausgeräumt werden musste und mehrere ! Polizeihunde wurden nacheinander durch die entsprechenden Wohnmobile geführt.

Zu diesem Zweck musste alle die auf die Fähre wollten, zwei Stunden vorher "in den Polizeibereich" und da wir ruck zuck durch waren, warteten wir im Mobil darauf auf die Fähre zu dürfen. Etwa 10 % wurden sehr eingehend kontrolliert.

Also mach Dir keine Gedanken, alles ganz normal, die wollen mal sehen wie du Dich bei der Befragung verhälst und ob du Nervös wirst etc. Sobald ein Verdacht besteht wird die Kontrolle wesentlich ernsthafter.

reddi am 02 Aug 2021 02:06:05

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann ist TOURIST und ARBEITEN ein grosser Unterschied.
du
Als Tourist darst Du als EU - Bürger 90 Tage in einem EU - Land Urlaub machen, danach musst eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen, z.B. in Griechenland, wenn Du da länger als 90 Tage überwintern willst.

Arbeiten in einem EU Land als Tourist geht nicht, Du bist ja dann kein Tourist sondern arbeitest halt. Kommt jetzt etwas drauf an, WAS Du arbeitest? Bist Du digital nomad und arbeitest ausschliesslich übers Internet? In dem Fall kann Dir wohl keiner irgendwas nachweisen.
Arbeitest Du sonst physisch was (Erntehelfer/Rettungsschwimmer oder so) dann unterliegst Du der Arbeitgesetzgebung des jeweiligen Landes und brauchst eine mehr oder weniger komplizierte Arbeitsgenehmigung.
Wenn Du von einer deutschen Firma in s Ausland geschickt wirst, brauchst Du für einige Länder (z.B. Frankreich) eine sog. Entsendebescheinigung (A1), die dazu dient, nachzuweisen das Du in Deutschland Krankenkassen und Sozialversicherungsbeiträge abführst. Zumindest bis letztes Jahr haben sogar LKW Fahrer die nach/ in Frankreich unterwegs waren, diese Bescheinigung gebraucht.

Diese 183 Tage Regel ist ein Doppelbesteuerungsabkommen, im Grunde besagt es, das Einkommen ab dem 183. Tag in dem Land zu versteuern ist, in dem der Arbeitnehmer wenn er von einer deutschen Firma ins Ausland geschickt wird, sich aufgehalten hat. Beispiel: Ein Arbeitnehmer wird von einem deutschen Arbeitgeber nach Luxemburg zum Arbeiten geschickt. Steuern fallen in dem Fall erstmal in Deutschland an. Ab dem 183 Tag werden die Steuern dann in Luxemburg fällig und nicht mehr in Deutschland.

Swch am 02 Aug 2021 06:42:56

Hallo reddi

Vielen Dank, jetzt hab ich viel verstanden! ;-)

Ich arbeite nicht physisch, aber ich bekomme ein monatliches fixes Gehalt.
Tourist mit Gehalt geht wohl nicht.
Früher sagte man Berater, dann Consultant, jetzt wohl digital nomad...
Das mit Entsenden geht glaube ich nur, wenn die Firma eine Zweigstelle im Lande hat, oder?

Mir geht es auch nicht um Steuern zu optimieren!
Ich möchte nur nicht 17 Jahre, Steuern nachzahlen müssen, weil mir einer nachweist, dass ich in Ausland war und dann im Ausland Arteitsleistung erbracht habe die dann extra versteuert werden müssen.
So nach dem Motto, wenn sie schon reisen und wir sie nicht unter Kontrolle haben, dann können wir wenigstens sie an den Steuern nachträglich erwischen.

LG, Sascha

Früher machte man Visumrans zur Grenze um ein Visum zu verlängern, jetzt mach ich Visumruns vor 90Tagen, damit ich keine Auflagen bekomme. ;-)

macagi am 02 Aug 2021 07:32:42

Dieses Formular braucht man wohl als Angestellter, da gab es mal Artikel drüber die man sicher ergoogeln kann.

Birdman am 02 Aug 2021 09:14:48

Die A1-Bescheinigung benötigst Du im Prinzip immer, wenn Du im Ausland arbeitest, aber nach den Vorschriften (Arbeits-, Steuer- und Rentenrecht) Deines Heimatlandes behandelt werden möchtest. Die A1-Bescheinigung ist seit etwa 2-3 Jahren Thema bei allen Firmen und wird auch verstärkt durch die ausländischen Behörden kontrolliert, anfangs sogar bei kurzfristigen Dienstreisen ins Ausland. Du solltest Dich da mal ausführlich informieren, eventuell mithilfe eines kundigen Steuerberaters oder Anwalts.

Rockerbox am 02 Aug 2021 09:22:33

Birdman hat geschrieben:Die A1-Bescheinigung ist seit etwa 2-3 Jahren Thema bei allen Firmen und wird auch verstärkt durch die ausländischen Behörden kontrolliert, anfangs sogar bei kurzfristigen Dienstreisen ins Ausland.


Das ist noch immer so, selbst wenn ich nur einen Tag, also Hinflug am Morgen und Rückflug am Abend, beruflich z.B. nach Österreich oder in die Schweiz reise muss ich das A1 vom Arbeitgeber dabei haben. Kann im Fall des Falles ansonsten teuer werden .....

kunibertk am 02 Aug 2021 15:57:17

Rockerbox hat geschrieben:Das ist noch immer so, selbst wenn ich nur einen Tag, also Hinflug am Morgen und Rückflug am Abend, beruflich z.B. nach Österreich oder in die Schweiz reise muss ich das A1 vom Arbeitgeber dabei haben.


Sogar wenn Du in Südostbayern wohnst und nur zum Tanken mit dem Dienstwagen nach Österreich fährst. Ist dann beruflich veranlasst. Und wenn man nicht so gut wie jeden Tag im Ausland arbeitet, braucht man auch für jede Reise und jedes besuchte Land eine neue Bescheinigung. Die Hürden für eine Dauerbescheinigung sind jedenfalls sehr hoch. Das ist administrativ sehr nervig.

Ich habe gehört dass insbesondere in Österreich und Frankreich sehr viel auf A1-Bescheinigungen kontrolliert wird.

UweHD am 03 Aug 2021 00:09:08

Rockerbox hat geschrieben: ...Das ist noch immer so, selbst wenn ich nur einen Tag, also Hinflug am Morgen und Rückflug am Abend, beruflich z.B. nach Österreich oder in die Schweiz reise muss ich das A1 vom Arbeitgeber dabei haben. Kann im Fall des Falles ansonsten teuer werden .....

Interessant.
Ich war bis zur Corona-Zeit viel beruflich unterwegs, von einer A1-Bescheinigung habe ich aber noch nie etwas gehört, geschweige denn sowas dabei gehabt.
Ich war allerdings meist in Übersee - ist das nur eine europäische Geschichte?

UweHD am 03 Aug 2021 00:14:54

Swch hat geschrieben:...Arbeiten und damit auch Geldverdienen vom (EU)Ausland aus....

Hier steht eigentlich alles aus erster Hand:
--> Link

Swch am 03 Aug 2021 06:00:50

Danke für all die Infos

Wie sieht das in der Paxis aus? Wer macht das?
In Deutschland ist es praktisch unmöglich mich im WoMo an zu melden.

Ich denke, in allen anderen EU Ländern ist das noch komplizierter, die werden einem vermutlich einfach wegschicken. Nachdem moto, dann habe ich weniger Arbeit. :-(

Ohne Anmeldung bist du dann auch nur Transitreisender. Wenn halt so eine Reise 3 Monate durchs Land dauert.

Hat mir jemand ein A1 Formular, wo im WoMo, ohne festen Stellplatz, eine Anmeldung erfolgte. Egal welches EU Land. Dann weiss ich wenigstens das das auch in der Praxis funktioniert und nicht nur reine Theorie ist.

Ich denke, solange die EU nicht die WoMos als Wohnungen anerkennen wird das auch so bleiben.

LG,
Sascha

Rockerbox am 03 Aug 2021 06:51:40

UweHD hat geschrieben:Interessant.
Ich war bis zur Corona-Zeit viel beruflich unterwegs, von einer A1-Bescheinigung habe ich aber noch nie etwas gehört, geschweige denn sowas dabei gehabt.
Ich war allerdings meist in Übersee - ist das nur eine europäische Geschichte?


Hallo Uwe,

das A1 gilt für alle Länder der EU, des EWR und die Schweiz.

goorooj am 03 Aug 2021 10:11:01

Vielleicht etwas am Topic vorbei, vielleicht auch richtig dran:

Ich kenne einen Engländer, der mal vor langer Zeit eine ziemlich wichtige Sache so quasi nebenbei erfunden und patentiert hat.

Der hat eine Finca auf Mallorca, ein grosses Landhaus in Südfrankreich, eins in Italien und ein Apartment in Andorra.
Der hat mir erklärt dass er so und so lange in jedem Land in seinem "Ferienhaus" bleiben darf ohne Steuern zu zahlen, und für den Rest gibts offiziell Andorra.

______

Und zum Thema: ob du jetzt arbeitest oder nicht, nur weil du einen Laptop dabeihast, kann dir ja niemand nachweisen. Du brauchst halt eine gute Erzählung.
Was aber vielleicht nachweisbar ist, heutzutage, ist wie lang du schon im Land bist und wo du überall warst... die Kennzeichenscanner an den Mautstationen / auf den Autobahnen können das.

Ich seh das mal so... ich bin im Transit nach Portugal. ich fahre halt sehr langsam.... und in Portugal mache ich dann 3 Monate Winterurlaub. Und dann einen sehr langsamen Transit zurück, vielleicht noch über Italien.... musst halt schauen dass jedes Land unter 90 tagen bleibt, aber es gibt dafür ja genug Länder in Europa und im Sommer ist es im Süden eh zu heiss.

Wenn ich Anfang November aus Frankreich nach Spanien wechsle ( der Oktober in der Provence kann noch sehr schön sein ), und da 45 Tage bin, ist es Mitte Dezember wenn ich nach Portugal komme. 3 Monate Algarve, und es ist Mitte März. Sehr langsam die Spanische Küste zurück, und es ist Anfang Mai wenn ich nach Frankreich komme, sehr schön wieder... nochmal 45 tage und ich bin ab Mitte Juni 90 Tage in Italien... dann ist es schon Mitte September. die restlichen 14 tage gehen gut mit einem Abstecher in die Alpen mal zwischendurch, Schweiz, Österreich...
Man kann natürlich auch Richtung Griechenland denken...

Wenn man schon ein Wohnmobil hat, dann kann man auch als Nomade leben. Funktioniert gut. Und wenn dich jemand nach Arbeit fragt, glücklich lächelnd freigestellt und verlängertes Sabbatical.

Firmen haben eher ein steuermässiges Problem wenn du länger als soundsoviel Tage im Ausland Homeoffice machst... das Thema hatte ich auch schon mal.

Du kannst aber immer offiziell von zuhause ( in D ) arbeiten. Kleiner Linux-VPN-Server daheim als Relais auf den du dich von unterwegs connectest und anhand der IP von der aus du dich dann ins Unternehmensnetz einwählst kann dein Unternehmen immer bestätigen dass du nicht im Ausland bist wenn jemand fragt.

pwglobe am 04 Aug 2021 14:37:26

Hallo, es zählt immer der Ort an dem du deine Leistung erbringst und nicht wo du die Tätigkeit ausübst.
Dies ist bei Software oder auch künstlerischen Tätigkeiten oft ein Streitpunkt, aber im europäischen Recht ist mobiles Arbeiten noch nicht richtig angekommen.
Unseren Monteuren rate ich immer zu einem Steuerberater der sich im europäischen Recht auskennt, eine Beratungsgespräch ist oft kostenlos.
Grundsätzlich hat man als EU Bürger das Recht auf Freizügigkeit und wie gesagt Steuern muss man nach 183 Tagen dort zahle wo man die Leistung erbringt.

JO57 am 09 Aug 2021 23:50:16

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es kaum einen Bereich gibt, in dem Theorie und Praxis soweit auseinanderklaffen. Ich bin ein (eigentlich) ganz normaler Arbeitnehmer, sprich Angestellter einer Firma in Deutschland. Seit über 10 Jahren erbringe ich meine Arbeitsleistungen aber überwiegend aus einem Land in dem ich keine Steuern und Abgaben zahle. Ich habe offiziell noch einen Wohnsitz in Deutschland und hier zahle ich auch ganz brav meine Steuern und Sozialabgaben. Und kein Mensch interessiert sich für eine 183 Tage Regel oder sonst was. Auch in dem Land (außerhalb der EU) in dem ich überwiegend lebe interessiert das niemanden. Solange ich dort mein Geld ausgebe und keinem Einheimischen einen Job wegnehme. Dass die Rechtslage auch dort eine andere wäre weiß ich.

Wenn ich mich denn an alle Vorschriften und Regeln halten würde (=Theorie), dann hätte ich keine Zeit mehr meinen Job zu erledigen (=Praxis). Zumindest außerhalb der EU kämen dann nämlich noch so Kleinigkeiten wie Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis dazu. Spätestens dann würde man sich so eine Bürokratie wie in Deutschland wünschen. Garantiert! Übrigens, dass es bei mir in dieser dunkelgrauen Zone funktioniert, liegt auch an meinem Arbeitgeber. Würde der das nicht tolerieren, wäre ganz schnell Schluss mit lustig unter Palmen.

Ich halte es deshalb nach dem Motto "wo kein Kläger, ist auch kein Richter". Ganz früher nannten wir sowas gelegentlich auch legal - illegal - scheißegal. Um Missverständnisse auszuschließen. Ich bin 3-5 Monate pro Jahr im Wohnmobil in Deutschland unterwegs. Meinen Auslandsaufenthalt dagegen in einem am Boden fixierten Haus. Also andersrum wie die meisten hier.

UweHD am 10 Aug 2021 09:55:23

JO57 hat geschrieben: ...Seit über 10 Jahren erbringe ich meine Arbeitsleistungen aber überwiegend aus einem Land in dem ich keine Steuern und Abgaben zahle. Ich habe offiziell noch einen Wohnsitz in Deutschland und hier zahle ich auch ganz brav meine Steuern und Sozialabgaben. Und kein Mensch interessiert sich für eine 183 Tage Regel oder sonst was. ....

Thailand mag das sicherlich ein wenig entspannter sehen, auch weil - wenn ich dich in einem anderen Thread richtig verstanden habe - du zwar aus Thailand heraus via Internet arbeitest, deine Dienstleistungen aber nicht überwiegend lokal in Thailand anbietest und somit mit keinem inländischen Anbieter konkurrierst. Das ist dann natürlich eine klassische win-win Situation für deinen Wohnsitzstaat, da du dort dein Geld ausgibst aber niemandem zur Last fällst.
Oder habe ich das falsch verstanden?

JO57 am 12 Aug 2021 09:00:30

UweHD hat geschrieben:Oder habe ich das falsch verstanden?


Völlig richtig verstanden. Meine Arbeit für meine Firma in Deutschland ist sogar zu 100 % auf Europa beschränkt. Man versucht derzeit in SOA (Südostasien) diesen Graubereich für Digitale Nomaden einzuhegen. Insbesondere in Malaysia und Thailand. Malaysia soll angeblich im Ausland erzielte Einkünfte gar nicht besteuern und großzügig entsprechende Visa erteilen. Ich weiß aber nicht, wie gut deren Internetanbindungen sind. In Thailand sind diese in aller Regel hervorragend. Sehr viel schneller als in Deutschland. Über meine Glasfaseranbindung regelmäßig Up/Download Geschwindigkeiten zwischen 250-350 Mbps. In vielen Städten gibt es Co-Working-Büros. Nur eben kriegen sie es dann wieder mit ihren unrealistischen Voraussetzungen für entsprechende Visa nicht auf die Reihe. Für mich persönlich trifft das alles eh nicht zu, da ich von Zuhause aus arbeite und zudem regelmäßig rund 9 von 12 Monate dort lebe.

Leider ist es halt ein wenig weit weg und mit einem Wohnmobil darf man dort auch nicht wirklich einreisen. Wäre auch denkbar ungeeignet bei der Hitze. Zumindest wenn man vom WoMo aus arbeiten wollen würde. So wie ich es hier in Deutschland mache. Noch bis 26. August, dann geht es über den Winter wieder Nachhause.

NorbertC am 31 Aug 2021 13:41:39

Ich kann nur für selbstständige Tätigkeit reden, für die ist man zumindest laut den DBA mit Deutschland dort steuerpflichtig, wo man ansässig ist. Und ansässig ist man dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat, sprich Familie, Krankenversicherung, Kunden, Migliedschaft in Berufsverbänden usw. Wenn ich also eine Wohnung in Deutschland/Italien/Frankreich habe, dort Kunden bediene und Rechnungen schreibe, meine Familie habe und dort krankenversichert bin, muss ich als Selbstständiger in Deutschland/Italien/Frankreich Steuern zahlen, egal wo ich gerade bin und wie lange ich dort bin und unabhängig davon, wie viele Wohnsitze ich habe. Ob man einem Digitalnomaden, der von Thailand aus arbeitet und nirgendwo Steuern zahlt, irgendetwas nachweisen kann, ist natürlich eine andere Frage. Solange man aber nicht wirklich aus Deutschland abgemeldet ist, kann es möglicherweise Probleme geben, wenn kein DBA dem Besteuerungsrecht entgegenwirkt und man nicht nachweisen kann, dass man seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr in Deutschland hat.
So habe ich zumindest das DBA zB zwischen Deutschland und Italien verstanden, korrigiert mich gegebenenfalls.

JO57 am 08 Sep 2021 05:16:46

NorbertC hat geschrieben:.. der von Thailand aus arbeitet und nirgendwo Steuern zahlt...


Nur um das klarzustellen, ich zahle ganz normal Steuern und Abgaben an meinem Wohnsitzort in Deutschland. Und das ist auch gut so.

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