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wir sind endlich mal wieder in Frankreich und noch viel schöner: in der Bretagne. Die unschöne Anreise bei Pisswetter haben wir fast hinter uns und freuen uns jetzt auf die Zeit im nordwestlichstem Zipfel der Grande Nation. Steigt gerne ein!
Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link
Liebe Grüße Micha
Pommes und Kanal
Was haben wir auf diesen Tag gewartet: Endlich mal wieder geht es nach Frankreich! Wir können es kaum erwarten, wieder die üppige Stellplatzkultur der Franzosen zu genießen, das köstliche Essen zu genießen und entlang der großartigen bretonischen Strände zu spazieren. Denn wir haben mit Entsetzen gesehen, dass es schon 4 Jahre her ist, dass wir zuletzt in der Bretagne waren – das muss sich schleunigst ändern! Belgien nervt Für die lange Strecke in die Bretagne wollen wir uns diesmal etwas mehr Zeit nehmen und auch noch die Küste der Normandie noch ein wenig mehr erkunden. Aber auch dorthin sind es ein paar Kilometer, die wir erst mal wegfahren müssen. Durch Belgien zu fahren ist eigentlich nie ein besonderes Vergnügen und auch diesmal ist es nicht anders. Vor der französischen Grenze werden wir in Mons mal wieder von der Autobahn gelotst und müssen uns über die Dörfer durchschlagen, die oft einen herben DDR-Charme versprühen. Nichts wie weg hier! Moderne Pommesbude Wir haben auch dieses Jahr wieder unseren altbewährten France Passion-Führer. Mittlerweile gibt es dafür sogar eine recht brauchbare App, die das Planen deutlich vereinfacht und wo man nicht mehr die umständliche Website nutzen muss, wo das Suchen nach neuen Plätzen wirklich nervenzehrend war. France Passion ist ja vorrangig für schnuckelige Bauernhöfe oder Plätze bei Winzern bekannt. Aber auch Restaurants sind schon mal dabei. Wir finden hinter Valenciennes ein ganz besonders unprätentiöses vor: das UNE FRITE HÉRIN D'AUTRE ist eine Pommesbude in einer Art nüchternem Diner-Stil. Als wir dort ankommen sind wir eher nicht so begeistert. Statt eines Womo-Stellplatzes ist es einfach der Kundenparkplatz. Und da sich das Restaurant in der Mitte des Ortes befindet, gehen wir von einer eher nicht so ruhigen Nacht aus. Also wieder fahren? Aber wenn wir schon mal da sind, können wir auch die Pommes probieren. Wäre doch ein Jammer – außerdem hat Pommes essen in Valenciennes ja jetzt schon fast Tradition. Annette besorgt uns in weiser Erinnerung an die Show Frites eine „grande“ und eine „petite“ Pommes, von der wir beide pappsatt werden. Und als Goodie hat sie aus der Auswahl von 50 belgischen Bieren noch ein Feierabendbierchen eingekauft und freut sich, dass sie für ihr eingerostetes Französisch sogar gelobt wird. Perle am Kanal Wir beschließen, dass leckere Pommes noch kein Argument für einen Stellplatz sind, wenn es doch in Frankreich so viel schönere Eckchen gibt als einen Pommesbudenparkplatz. Annette schaltet wieder in den Trüffelschweinmodus und findet einen Stellplatz, der fast zu gut zu sein scheint, um wahr zu sein. Unmittelbar an einem Kanal gelegen, mit großzügigen Womo-Stellplätzen und kompletter Ver- und Entsorgung für umsonst. Wir fahren mit banger Erwartung dorthin, denn es sollen nur vier Plätze verfügbar sein. Drei sind schon besetzt, aber für uns ist wirklich noch einer frei – wir sind wirklich Glückspilze! Denn der Kanal ist in der Realität noch mal bedeutend hübscher als schon auf den Fotos und es scheint hier absolut friedlich zu sein. Wir machen im letzten Tageslicht einen kurzen Spaziergang mit den Hunden und freuen uns über so einen prima Platz für unsere erste Nacht in Frankreich. So darf es sehr gerne weitergehen.
Sehr schöne Webseite, die wir gern besuchen. Anmerken möchte ich gern, dass die Pyrenäen für Wetterextreme bekannt sind. So schön, so gefährlich wird es nicht selten. Wir überqueren sie immer zügig und verschwinden aus der Gegend haben ebenfalls dort schwere Hagelschauer erlebt. Kein Grund Spanien nicht zu besuchen, jedoch fahrt dorthin wo es euch treibt. Alles Liebe und Gute von uns und noch viele schöne Reisen!
Aretousa am 02 Okt 2021 23:11:59
Ich fahre natürlich mit euch in die Bretagne. Vor etwas mehr als 2 Wochen waren wir selbst noch dort, da war das Wetter noch fantastisch, wie auch in den Wochen vorher. Und wenn wir immer mal von der Möglichkeit berichten, die Klasse beim Bezahlen der Maut ändern zu lassen, wollen das immer wieder einiger der User hier nicht glauben. Klappt aber fast immer. Ich wünsche euch für die nächste Zeit besseres Wetter und noch eine wundervolle Zeit in der Bretagne.
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Momoblog am 02 Okt 2021 23:25:24
Aretousa hat geschrieben:Und wenn wir immer mal von der Möglichkeit berichten, die Klasse beim Bezahlen der Maut ändern zu lassen, wollen das immer wieder einiger der User hier nicht glauben. Klappt aber fast immer.
An meinem lupenreinen Französisch kann es nicht gelegen haben. :D Ich habe ja gezittert - wenn da eine Nachfrage gekommen wäre, hätte ich aufgegeben. Klappte aber auch heute wieder einwandfrei.
Liebe Grüße Micha
Aretousa am 03 Okt 2021 07:09:00
Unser Französisch ist alles andere als lupenrein. Eher rudimentär. Wenn da an der Mautstelle nach dem Dessert gefragt würde, käme von uns bestimmt eine fast perfekte Antwort. Aber die fragen nicht nach, handeln sofort. Allerdings haben wir eine spezielle Mautstelle im Süden, da mag man uns nicht :(
macagi am 03 Okt 2021 08:21:26
Ja, die Bretagne....wir waren auch in Frankreich, aber diesmal am Strand im Süden. Wollten eine Woche noch in die Bretagne fahren, haben das dann verschoben....
Eine Anmerkung zur Webseite: es muss fürchterlich viele Scripts dort geben, ich kann da fast nichts sehen weil ich einen Scriptblocker verwende.
Was Maut betrifft hatten wir diesesmal eine Überraschung: wir wurden bei der Rückfahrt in Klasse 1 eingestuft! Müssten eigentlich 3 sein, werden fast immer nach 2 gestuft, diesmal einmal 1. Keine Ahnung wie so was passieren kann. 1 sind PKW.
Momoblog am 03 Okt 2021 10:48:03
macagi hat geschrieben:Eine Anmerkung zur Webseite: es muss fürchterlich viele Scripts dort geben, ich kann da fast nichts sehen weil ich einen Scriptblocker verwende.
Welchen Blocker verwendest du denn? Bei mir funktioniert die Seite mit 1Blocker unter Safari einwandfrei. Du kannst mir gerne per PN mal schicken, was da bei dir schief läuft, würde mich interessieren!
Das mit dem Runterstufen auf Classe1 hatten wir gestern auch. Haben wir dankend mitgenommen...
Liebe Grüße Micha
Momoblog am 03 Okt 2021 10:49:56
Ab in den Regen Unser Kanal ist ein feines Fleckchen. So fein, dass wir heute zu einer kleinen Runde zum anderen Ufer aufbrechen. Wir bewundern die Hausboote am Ufer, die sich in einem unterschiedlichen Zustand von Verfall befinden. Es gibt aber auch ein paar liebevoll gepflegte Exemplare. Auf diesem Rundweg begleitet uns ein aufwändig neu gestalteter und vorbildlich abgetrennter Fuß-/Radweg, der in harschem Kontrast zu den teils arg verfallenen Brücken steht. So als würde man hier mit viel Geld eine Region wiederbeleben, die ihre besten Tage schon hinter sich hatte. Uns gefällt’s aber recht gut. Entnervt Wir haben keine große Eile und beschließen, mal wieder über die Dörfer statt über die kostenpflichtige Autobahn zu fahren. Aber ein Vergnügen ist das größtenteils nicht. Viele Ortsdurchfahrten mit Rechts-Vor-Links-Regelungen, todesmutige Trecker und schließlich setzt noch der vorhergesagte Dauerregen ein. Als wir an einem Kreisverkehr schließlich eine Vollsperrung wegen eines Unfalls erleben und noch mal einen Schlenker fahren müssen, ist es genug. Wir löschen die Option „gebührenfreie Route“ im Navi und begeben uns auf die Autobahn, auf der wir dann zumindest in gleichmäßigem Tempo in Richtung Westen fahren. Als ich dann an der Mautstation sehe, dass das MoMo als „Classe 3“ (Truck oder Bus über 3,5 Tonnen) eingestuft wird, probiere ich mal einen Hinweis aus, den ich irgendwo im Internet aufgeschnappt habe. Ich drücke als Nicht-Französisch-Sprecher einfach am Automaten den Knopf, um mit einem Menschen zu sprechen, stammele mein „Change Classe Deux s’il-vous-plait“ in den Lautsprecher und siehe da: Die Einstufung ändert sich auf „2“ und ein freundlicher Franzose wünscht mir „Bon voyage“. Ich bin richtig stolz… Herrenhaus mit Calvados Wir beschließen, unsere Tagesetappe etwas zu verkürzen. Annette hat wieder mal gezaubert und einen Hof mit Cidre und Calvados im Angebot gefunden. Da wir mittlerweile in der Normandie sind, passt das doch hervorragend. Die Gentilhommière, zu Deutsch: Herrenhaus, sieht auf den Fotos sehr einladend aus und als wir von der Straße abfahren, haben wir ein gutes Gefühl. Zumindest so lange, bis wir sehen, dass es auch zwei Golden Retriever gibt, die freundlich aufs MoMo zulaufen. Während Annette mit der empörten Toffi und Elli erst mal im Womo bleibt, sondiere ich die Lage und kläre mit Madame Platel ab, ob wir hier bleiben können und ob es Stress mit unseren Hunden geben könne. Sie ist aber ganz entspannt und lädt uns erst mal in die Boutique auf eine Degustation ein. Was haben wir das vermisst! Wir trinken uns durchs Sortiment von Cidre, Pommeau (ein kalt getrunkener Aperitif aus Cidre und Calvados) und Calvados, der hier beeindruckende 10 Jahre gelagert wird. Wir erweisen uns als gute Kunden und packen alles ein, was uns schmeckt. Also eigentlich alles… Regenpause Wir parken das MoMo im Hinterhof und nutzen die kurze Regenpause für eine kleine Runde durch den Ort. Annette übt mit Toffi fleißig, dass es okay sein kann, dass auch andere Hunde da sind und es wird langsam aber sicher etwas besser. Und das unter erschwerten Bedingungen: Unsere junge Hundedame ist nämlich pünktlich zur Abreise das erste Mal läufig… Als der Regen wieder einsetzt, verkriechen wir uns im MoMo, freuen uns, dass Monsieur Platel auch noch mal kurz nach dem Rechten fragt und versuchen, keine Depressionen beim Blick auf den Wetterbericht zu bekommen. Die kommende Woche droht, übel zu werden.
pwglobe am 03 Okt 2021 12:19:18
Hallo, schönen Urlaub und gerne lese ich deinen Bericht um unsere Vorfreude zu steigern. Wir fahren am 09.10. auch Richtung Bretagne, erstmal geht’s allerdings in die Normandie, feste Ziele haben wir nicht und lassen uns einfach mal 3 Wochen treiben. Vielleicht können wir uns aus deinem Bericht ein paar Inspirationen holen.
volkermuenster am 03 Okt 2021 12:21:20
Moinsen an das MOMO Team,
von mir ein "+" - danke für den Bericht und die Bilder. Zum lesen und anschauen gehe ich natürlich auf eure Homepage.
Viel Spaß noch in der Bretagne - das wäre für mich auch wieder mal ein Ziel :-)
France Je T’aime Wir fahren heute als allererstes ins Nachbardörfchen Mesnières-en-Bray. Dort gibt es einen Stellplatz (mal wieder kostenlos), wo wir ent- und versorgen können und vor allem eine Epicerie. Das ist einer dieser typisch französischen Tante-Emma-Läden, wo man das Wichtigste für den Tag bekommt. Für uns sind das heute Morgen natürlich Baguette, Croissant und Pain Chocolat. Zuvor machen wir mit den Hunden aber noch eine Gassirunde durchs Dorf und sind sofort wieder verliebt in die schnuckeligen Häuser und Gassen, die auffällig oft mit Blumen geschmückt sind. Wie überhaupt das Wort adrett richtig gut auf diesen Ort passt. Regen und Sturm Da der Wetterbericht für heute wirklich nichts Gutes verheißt, haben wir es nicht eilig, loszufahren. Da genießen wir lieber noch einen Moment FaceTime mit dem Enkelkind, das beharrlich eingefordert hat, dass es mit Opa sprechen will. Hat sich das Üben vor der Abfahrt doch gelohnt. Auf der Weiterfahrt perfektioniere ich an den Mautstationen meinen „Classe 2“-Spruch und werde immer freundlich runtergestuft. Wenn ich das auf unseren vergangenen Reisen schon gewusst hätte, hätten wir uns sicher ein Drei-Sterne-Essen vom gesparten Geld gönnen können. Ansonsten ist die Fahrt wenig spannend. Lediglich ein Stau bei Caen bringt Abwechslung. Und natürlich der immer heftiger werdender Regen und ganz ordentliche Sturmböen, die teilweise schon Zweige auf die Fahrbahn geschleudert haben. Grau in Grau Wir haben entschieden, dass bei diesem stürmischen Regenwetter ein asphaltierter Platz nicht die schlechteste Wahl ist. In Saint-Fromond gibt es genau so einen. Der Ort ist jetzt gar nicht besonders hübsch, aber trotzdem haben wir irgendwie ein Frankreich-Zuhause-Gefühl als wir dort ankommen. Auch hier gibt es eine Epicerie und sogar eine Boucherie. Und in dieser Metzgerei macht es dann Klick bei mir. Wir radebrechen unsere Bestellung und der freundliche Metzger macht diese typischen Schnitte mit dem langen dünnen Messer, um die Mousse de Canard abzuschneiden. Und fragt freundlich nach, ob wir die Hähnchenbrust nicht lieber geschnitten hätten. Ist es so recht? Oder so? Dieses Zelebrieren vom Verkauf von Nahrungsmitteln verbinden wir so sehr mit Frankreich, dass ich erst jetzt merke, wie sehr ich das in den vergangenen 2 Jahren vermisst habe. Und so schön, dass wir das jetzt wieder erleben dürfen! Zusammen mit der komplett unkomplizierten Stellplatzsuche wissen wir jetzt auch an diesem trüben Tag wieder ganz genau, warum wir so wahnsinnig gerne nach Frankreich reisen: Es macht einfach Spaß, hier zu sein!
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Heraline am 03 Okt 2021 21:15:24
Bin gerade (seit 3 Stunden) von meiner Normandie/Bretagne Tour zurück und freue mich riesig wenn ich bei euch mitfahren darf!
Connie
Momoblog am 04 Okt 2021 18:48:13
Sackgassen
Wir sind perplex. Gestern hatten wir noch gedacht, was für ein Luxus dieser große Parkplatz mitten im Ort ist, der als Womo-Stellplatz dient. Wir hatten auch schon die Hinweise auf den „Wandertag“ gelesen, der heute sein soll. Aber wer würde bei so einem elenden Wetter da schon teilnehmen? Viele, wie sich jetzt herausstellt. Wandertag auf Französisch Denn als wir um 8 Uhr einen erstenBlick aus dem Alkovenfenster werfen, können wir kaum glauben, was wir sehen: Der ganze Parkplatz ist vollgeparkt, ein Start-Ziel-Luftrahmen wie bei der Tour de France ist aufgebaut und es fahren immer weitere Fahrzeuge auf den Platz und finden teils sehr kreativ immer noch einen Parkplatz. Wir sind uns sicher: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir hier zugeparkt werden. Aber wir dürfen lernen, dass die Franzosen zwar kreativ, jedoch nicht asozial parken. Es bleibt an allen Stellen noch genügend Platz, dass die Fahrzeuge auch wieder ausparken können. Dieser Journée de la Randonnée wird hier übrigens großzügig ausgelegt: Es wird gewandert, gelaufen, gekajakt und gefahrradfahrt. Ein erstaunlich großes Event für so ein kleines Städtchen! Fasziniert sehen wir den Starts der einzelnen Gruppen zu und freuen uns insgeheim, dass wir im warmen und trockenen MoMo unser Frühstück vertilgen, dass Annette in der Boulangerie besorgt hat. Normannisches Hinterland Heute ist unser erster Tag ohne lange Fahrtstrecke. Wir sind zwar noch nicht in der Bretagne, aber so genau wollen wir das nicht nehmen. Denn das Departement La Manche, dieser Zipfel, der östlich vom Mont St. Michel in den Kanal hineinragt, hat auch ein paar lohnenswerte Ziele, die wir zumindest mal anreißen wollen. Wir fahren daher nicht nach Westen, sondern in nördlicher Richtung. Dort gibt es mit der Ferme de la Rouge Fosse einen Bauernhofstellplatz, wie er schöner kaum angelegt sein könnte. Liebevoll angelegte großzügige Plätze hinter dem schmucken Haupthaus, die von einer Hecke umrahmt werden und ihr eigenes Apfelbäumchen haben. Für 7 € (oder +3 € für V/E von Wasser/Grauwasser) fast schon peinlich wie preiswert das ist. Obama Beach Und perfekt gelegen ist der Platz auch noch: Nach Westen geht es in einer Stunde Fußmarsch zur Pointe Du Hoc. Im Osten ist in gleicher Entfernung der von der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg bekannte Omaha Beach, der bei uns jetzt aufgrund Annettes Sachverstand nur noch Obama Beach heißt. Wir haben also die Qual der Wahl. Sackgasse Nummer Eins Wir beschließen, erst mal die 500 Meter bis zum Meer zu gehen und uns dann inspirieren zu lassen, ob wir nach Westen oder Osten wollen. Aber als wir in die Straße Richtung Meer einbiegen, sehen wir nach wenigen Metern ein Schild, dass nicht nur eine Sackgasse anzeigt, sondern auch den Durchgang für Fußgänger verbietet. Hä? Annette erkundigt sich sicherheitshalber bei einer Frau in einem Haus am Wegesrand: Ja, der Weg sei gesperrt. Frustriert drehen wir um und beschließen, auf der Straße in Richtung Pointe Du Hoc zu laufen, da es dort schneller die nächste Abzweigung in Richtung Meer geben soll. Am Straßenrand fallen uns die amerikanischen Flaggen und die Portraits von amerikanischen Weltkriegshelden auf. Die Geschichte wird in dieser Region offensichtlich am Leben gehalten. Sackgasse Nummer Zwei Auch am zweiten Weg in Richtung Meer ist ein Zufahrt-verboten-Schild und es wird eine Sackgasse angezeigt. Aber diesmal sind wir mutiger. Wir entscheiden uns dazu, einfach mal den Weg langzulaufen. Umkehren können wir immer noch. Aber der Weg endet tatsächlich an einem Maisfeld, obwohl wir das Meer schon sehen können. Also gehen wir durchs Maisfeld, müssen noch entlang eines Ackers und kommen zu einem perfekt angelegten Uferweg. Was uns komisch vorkommt: Hier ist keine Menschenseele unterwegs. Bei akzeptablem Wetter. An einem Sonntag. Was stimmt hier nicht? Uns ist das erst mal wumpe. Die Sonne scheint, unter uns das Meer mit Schaumkrönchen in verschiedenen Blau- und Grüntönen – was wollen wir mehr? Sackgasse Nummer Drei Nun, vielleicht, dass man einen Weg einfach mal zu Ende gehen kann. Denn nach wenigen hundert Metern kommen wir an eine Baustelle und der Weg in Richtung Pointe Du Hoc ist gesperrt. Frust! Wir beschließen, einfach auf dem perfekten Küstenweg wieder zurückzugehen und uns so weit in Richtung Obama Beach (man kann sich an den Namen wirklich gewöhnen) zu gehen, wie es uns Spaß macht. Unterwegs werden wir von ein paar Schauern durchnässt und stehen kurz danach wieder in der Sonne. Im Hause Mönsters nennt man so was Irland-Wetter. Kann uns nicht wirklich schocken, denn dafür ist es einfach zu toll, oberhalb des Meeres entlang zu wandern und den frischen Wind auf der Haut zu spüren. Falsche Sackgasse Der Weg in Richtung Osten zieht sich. Und da wir nicht genau wissen, welcher Umweg uns auf dem Rückweg noch erwartet, kehren wir an der Stelle um, wo man einen ersten Blick auf den Obama Beach (gebt zu: mittlerweile denkt ihr auch, dass der so heißt!) werfen kann. Unser Plan ist es, an dem Weg, den wir ursprünglich nehmen wollten, einfach mal landeinwärts zu gehen, um zu checken, ob da wirklich eine für Fußgänger verbotene/gefährliche Stelle kommt. Und siehe da: Es gibt genau gar keinen Grund, warum man diese Straße für Fußgänger sperrt. Zumindest keinen, der uns auch nur im entferntesten einleuchtet. Wolkenleuchten Zurück auf dem Bauernhof machen wir es uns im MoMo gemütlich. Für einen Aufenthalt im Freien ist es einfach noch zu unbeständig. Aber wir genießen es genau so sehr, den Blick über die Landschaft vor uns schweifen zu lassen und nebenbei noch unsere ersten Tartelette Citron und Pain de Raisin zu verspeisen. Abends fangen die Wolken absurd an zu leuchten und sind gleichzeitig so scharf konturiert, dass es aussieht wie ein Gemälde. Kleiner Vorgeschmack auf kommende Sonnenuntergänge am Meer.
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Momoblog am 06 Okt 2021 17:56:41
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Erinnerungen an den Krieg
Unser Bauernhofplatz erweist sich als Volltreffer. Herrlich ausgeruht und entspannt starten wir in den Tag. Eine echte Stellplatzempfehlung! Man kann vielleicht an dieser Küste gar nicht vorbeifahren, ohne an den 6. Juni 1944 zu denken. An diesem, den 2. Weltkrieg entscheidenden D-Day landeten die alliierten Truppen in der Normandie. Schon gestern waren mir die amerikanischen Flaggen aufgefallen, die hier überall wehen. Und das in der Grande Nation! Wir gehen der Sache auf den Grund. Point Du Hoc Ganz in der Nähe ist die Pointe Du Hoc, eine Gedenkstätte für den 6. Juni, die wir gestern ja nicht erreicht haben. Heute stellt sich heraus: gut so, denn Hunde sind hier nicht erlaubt, da es ein großflächiges Gedenkareal ist, an dem man durchaus eine Stunde verbringen kann, wenn man alle Infos (englisch oder französisch) liest und den Ort auf sich wirken lässt. Die Pointe Du Hoc ist ein Küstenvorsprung, dessen enorme strategische Bedeutung den Nazis klar war: Von hier konnte man weite Abschnitte der Küste kontrollieren. Entsprechend wurde hier Betonbunker für die Geschütze gebaut, mit denen man die umliegenden Strände bombardieren konnte. Von daher war den Alliierten klar, dass dies Geschützbatterie eine große Gefahr für die landenden Truppen an den Stränden darstellte. In einem buchstäblichen Himmelfahrtskommando wurden amerikanische Ranger mit der Spezialmission losgeschickt, die Pointe Du Hoc von Meer aus zu erobern. Wenn man auf den 30 Meter hohen Klippen steht, kann man sich nicht vorstellen, dass ein Angriff von der Meerseite aus möglich sein soll. Und noch viel weniger, was für einen Mut es benötigt haben muss, sich dieser Herausforderung zu stellen und nicht aufzugeben. Heute stehen wir hier, blicken über die Klippen auf das friedliche, sonnenbeschienene Meer und können uns das Inferno des 6. Juni nicht mal ansatzweise vorstellen. Von den 225 Rangern, die hier kämpften, sind am Ende nur noch 90 kampffähig. Alle anderen tot oder verletzt. Eine Gedenktafel berührt mich besonders. Exemplarisch für die gefallenen amerikanischen Soldaten werden ein paar von ihnen mit kurzem Begleittext gewürdigt. Walter Geldon hatte am 6. Juni seinen 3. Hochzeitstag. Ich stelle mir vor, wie er morgens aufsteht und sich denkt, dass er an diesem besonderen Tag sicherlich behütet sein wird. Gott und seine Frau werden über ihn wachen. Wenige Stunden später ist er tot. Seine Frau wird 2002 neben ihm in der Normandie beerdigt werden. Was für eine Geschichte! Was für ein Opfer. Dieser Mann und Zehntausende andere sind gestorben, damit Europa und Deutschland von den Nazis befreit werden. Und wenn man diese Geschichte so bedrückend nacherlebt, wird einem wieder mal sehr klar, was für ein Geschenk es ist, dass wir als Deutsche heute hier stehen können und uns nicht alle Welt für immer verflucht. Utah Beach Beeindruckt fahren wir weiter entlang der Küstenlinie zum Utah Beach, wo eine weitere Landung der US-Truppen stattfand. Das Gelände hier ist allerdings deutlich weniger dramatisch als an der Pointe Du Hoc. Hinter den Dünen liegt ein endloser Strand – es ist wohl gerade Ebbe. Wir beschließen, dass wir nicht noch das nächste Monument besuchen wollen, sondern lieber mit den Hunden an den Strand gehen wollen. Die mussten schließlich schon lange genug im MoMo ausharren. Es ist mittlerweile ein herrlicher Herbsttag am Meer. Weiter Himmel, leichter Wind und salzige Luft. Wir gehen den Strand entlang und genießen die enorme Weitläufigkeit und dass kaum jemand unterwegs ist. Lediglich ein paar Sulkys mit Trabrennpferden und Traktoren sind hier unterwegs. Als wir zum MoMo zurückkehren, fällt der Museumsbau, der einem im Sand eingesunkenen Bunker nachempfunden ist, wieder ins Auge. Auch hier kann man sich der Geschichte nicht entziehen. Hinter dem Strandaufgang gibt es neben den Monumenten auch Skulpturen, die an die mutigen Soldaten erinnern sollen und ein Landungsboot – unvorstellbar, dass die mit so einem Ding über den Kanal gefahren sind! Strandplatz Nur wenige Kilometer weiter nördlich finden wir einen tollen Platz an einem Strandaufgang. Wenn nicht bereits ein Womo den Premiumplatz direkt an den Dünen belegt hätte, wäre es perfekt. Aber auch in der zweiten Reihe gefällt es uns so gut, dass wir beschließen, nicht mehr weiterzufahren. Ein Platz unter weitem Himmel, an dem man die Flut hereinkommen sehen kann. Da wollen wir mal nicht meckern.
Momoblog am 07 Okt 2021 21:14:01
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Soulfood bei Mark In der Nacht hat es noch mal ordentlich geschüttet. Und wahrscheinlich auch gestürmt. Aber davon kriegen wir nichts mit, weil das dicke Womo neben uns das alles abfängt. Dankeschön! Der Morgen ist so sonnig wie man es sich nur wünschen kann. Und es ist wieder Flut. Es wird also nichts mit einem Strandspaziergang, denn der Strand ist auf Handtuchbreite geschrumpft. Stattdessen schmieden wir Pläne, wie es weitergehen soll. Wir haben das große Bedürfnis, endlich mal wieder in Frankreich essen zu gehen. Die Pommes in Herin zählen da nun wirklich nicht. Wir schauen bei TripAdvisor nach und stoßen auf das Un Monde sans Faim was richtig gut bewertet ist und sich von den Aussagen her nach einem eher ungewöhnlichen Restaurant eines sympathischen britischen Kochs mit einer weltweit orientierten Küche anhört. Dem müssen wir auf den Grund gehen! Sainte-Mère-Église Da das Restaurant landeinwärts liegt, müssen wir die tolle Küstenstraße, die parallel zum Strand verläuft, leider bald hinter uns lassen. Wir kommen durch verschiedene Dörfchen und die granitsteinernen Häuschen lassen schon ein bisschen Bretagne-Feeling aufkommen – auch wenn wir uns hier immer noch in der Normandie befinden. Sainte-Mère-Église ist im D-Day-Tourismus-Game ganz weit vorne. Diverse Museen rund um die Landungsgeschichten und alte Militärfahrzeuge, wie wir sie hier jetzt schon häufiger gesehen haben. Und als wir in den Ortskern kommen, macht es Klick bei mir: Von dem Ort hast du natürlich schon gehört! Und ihr, liebe Leser, wahrscheinlich auch. Das ist nämlich der Ort, wo ein amerikanischer Fallschirmspringer unfreiwillig am Kirchturm hängen blieb und dem heute noch mit einer Puppe samt Fallschirm an der Kirche gedacht wird. Böse Zungen würden auch sagen: Gutes Marketing… Essen für die Seele bei Mark Wir begeben uns zum „Un Monde sans Faim“ und stehen vor einer kleinen Baustelle. Im Türrahmen steht ein Mann, den ich zielsicher als den englischen Chef identifiziere und auf Englisch anspreche. Nein, das Restaurant wäre noch geschlossen. Die Wiedereröffnung (nach einem Jahr!) wäre aber für spätestens in zwei Wochen geplant. Und wie es der Zufall will, kommen wir einfach nett ins Gespräch über die Covid-Situation in Frankreich und seine Philosophie hinter dem Restaurant und irgendwann auch über Gott und die Welt. Mark bittet uns auf einmal auf einen Cafe hinein und wir können schon mal einen Blick auf das werfen, was uns (noch entgeht): ein urig eingerichtetes altes französisches Gebäude mit der typischen gemütlichen Enge. Ein Bereich des Hauptraums ist für eine offene Küche abgeteilt und man kann sich gut vorstellen, dass es hier am Abend sehr gemütlich sein wird. Was vor allem auch an Mark liegt, dem man sofort abnimmt, dass es ihm wichtiger ist, dass sich die Leute wohlfühlen, als dass er viel Geld verdient. So hat er auch eine erfrischend andere Sichtweise auf die Erinnerungskultur zum 2. Weltkrieg. Es sei halt auch ein gutes Geschäft. Eines, an dem er keinen Anteil haben will. Die lächerlichen Figuren, die martialisch in Uniform und mit schwarzen Streifen im Gesicht Krieg nachspielten, hätten bei ihm Hausverbot. Stattdessen sei seine Beobachtung, dass die Amis immer etwas zu laut wären und die Deutschen im Gegenteil dann immer sehr leise würden – er wäre da eher auf der Seite der Deutschen. Spricht’s und schüttet uns erst mal noch ein Pinnchen Calvados ein. Und daher ein Wort an Peter T., der in den Bewertungen bei Google mutmaßt, dass Deutsche hier nicht willkommen seien: Muss wohl an dir gelegen haben… Wir kommen hier mittags zwar nicht in den Genuss des angeblich so köstlichen Essens, erhalten dafür aber etwas viel Wertvolleres: eine Stunde Zeit mit einem spannenden und warmherzigen Menschen. Danke, Mark, wir werden auf dem Rückweg aus der Bretagne, wenn du wieder geöffnet hast, gerne noch mal vorbeikommen! Besorgungen Wir trösten unsere leeren Mägen mit einem belegten Baguette aus der Boulangerie und setzen uns auf die Bank vor der Fallschirmspringerkirche. Je länger man hier ist, umso mehr merkt man, dass D-Day hier in erster Linie ein veritabler Tourismusmagnet ist. So gut, wie unsere Lektion in Demut gestern war: Jetzt ist auch mal gut mit Krieg. Wir fahren also in den nächsten Super-U und machen erst mal ein paar Einkäufe für unsere etwas geleerten Vorratsschränke. Allerdings sind wir etwas enttäuscht: Wir fanden die Super-U’s in der Vergangenheit eigentlich immer schöner als deutsche Supermärkte. Dieser hier ist allerdings eher auf der enttäuschenden Seite. Insbesondere Obst und Gemüse machen nicht den besten Eindruck. Go west Wir schenken uns für dieses Mal den nördlichen Zipfel der Halbinsel und fahren hinüber zur Westküste mit den vielen fantastischen Sandstränden. Und in Flamanville gibt es einen Platz an der Steilküste, von dem aus man einen großartigen Blick über Meer und Küstenlinie haben soll. Ein Traum, dort zu übernachten! Solche Aussichten erinnern uns unheimlich an Irland. Eine Verbindung, die wir hier so gar nicht erwartet hätten! Umso mehr freuen wir uns, als wir dort ankommen: Wir haben den Platz ganz für uns allein. So ein Glück! Aber die Ernüchterung folgt rasch: Es ist heute nämlich recht windig, mit vereinzelten Sturmböen. Und wir werden hier ordentlich durchgerüttelt, obwohl wir das MoMo so geparkt haben, dass es mit dem Heck zum Wind steht. Das wäre keine gute Nacht! Plage de Sciotot Leicht frustriert fahren wir weiter. Etwas weiter südlich soll es Stellplätze an den Stränden geben. Vielleicht finden wir ja etwas ohne Sturm. Und schon bei der ersten Möglichkeit werden wir fündig! Es gibt am breiten Plage Sciotot sogar einen kostenlosen Stellplatz für sechs Womos, auf dem jetzt im Oktober aber nur ein einziges Womo steht. Und wenig weiter die Straße entlang ist sogar ein Parkplatz unmittelbar oberhalb des Strandes – genau das, was wir gesucht haben! Auch hier ist nichts los, sodass wir beschließen, dass wir in der Nachsaison sicherlich kein Verkehrshindernis darstellen oder begehrte Parkplätze wegnehmen, wenn wir uns hier hinstellen. Im Sommer wäre das sicherlich ein No-Go. Das raue, raue Meer Wir sitzen im MoMo während Annette das Essen wärmt und blicken versonnen auf die Wellen, die sich in die Bucht schieben. Der Strandspaziergang ist als Verdauungsspaziergang geplant. Und wieder merkt man, dass wir gezeitenunerfahren sind. Denn vom Strand ist nichts mehr übrig, als wir aufbrechen! Lediglich ein schmaler Streifen oberhalb der Felsen bleibt begehbar. Wir lassen uns trotzdem noch den Wind um die Ohren pusten und spüren das salzige Meerwasser in der Luft und auf den Brillengläsern. Nichts schlägt einen Abend am Meer!
Heraline am 08 Okt 2021 19:13:47
Einfach grandios! Freue mich jeden Tag auf ihren Bericht!
Connie
Momoblog am 08 Okt 2021 20:34:52
Danke, Connie! Ich werde ja schon ganz rot!
So viel Strand Auch wenn unsere Scheiben nach der Nacht am Strand ganz ordentlich vom Salzwasser verschmiert sind: Dass heute ein schöner Tag anbricht, können wir schon beim Frühstück sehen. Außerdem beobachten wir ein immer wiederkehrendes Ritual: Ein Auto kommt auf den Parkplatz gefahren, umrundet das MoMo (das hier als einziges Fahrzeug steht), bleibt kurz stehen, um den Ausblick aufs Meer zu genießen und fährt wieder weg. Da eines der Fahrzeuge auch ein „offizielles“ ist (Ordnungsamt?) und das MoMo zwar ausgiebig betrachtet, aber niemand tätig wird, fühlen wir uns bestätigt: Ohne Campingverhalten in der Nachsaison regt sich hier keiner auf. Kurzer Schreck Ich breche schon mal allein zum Fotografieren an den Strand auf, welcher im Laufe des Vormittags mit jeder Minute breiter wird. Das „Schwimmbecken“ war während der Flut komplett unsichtbar! Ein paar Kitesurfer geben wieder mal ein dankbares Fotomotiv ab – merci beaucoup! Als Annette mit den Hunden nachkommt, höre ich auf einmal ein herzerweichendes und gar nicht mehr aufhörendes Jaulen: Irgendetwas muss passiert sein! Ich tippe auf Toffi, die mit einem Seeigel Bekanntschaft gemacht hat und sehe uns schon zum Tierarzt fahren. Es war dann aber harmloser: Beim Toben hat sich Toffi wohl etwas verknackst, was aber am Ende dann wohl doch nicht so schlimm war. Sie humpelt noch für ein paar Minuten, aber als wir später am MoMo ankommen, ist alles wieder vergessen. Dünenstrand Wir brechen auf und wollen heute ein wenig die Westküste erkunden und da bleiben, wo es uns gefällt. Aber natürlich nicht ohne vorher unsere Leckerei-Vorräte in der Boulangerie von Les Pieux aufgefüllt zu haben. Wir wollen zu den Dünen von Hatainville, denn der Strand sieht dort noch mal etwas breiter aus als der von Sciotot. Außerdem kann man von dort bei Ebbe zum Leuchtturm von Carteret laufen. Und Ebbe haben wir jetzt reichlich. Als wir den Weg zum Dünenparkplatz hinunterfahren sind wir erst mal geflasht: der Blick von oben auf die Dünen, den Sandstrand und das leuchtende Meer mit der Kanalinsel Jersey im Hintergrund ist wirklich atemberaubend schön! Nachdem wir geparkt haben werden aber erst mal Annettes Einkäufe in der Boulangerie erst mal gewürdigt und dann verspeist. Wenn die Backwaren aussehen wie kleine Kunstwerke, fällt es fast schon schwer, sie einfach zu zerstören… Ebbe pur Als wir gegen 15 Uhr loslaufen hat die Ebbe ihren Höchststand gerade erreicht. Mehr Strand geht nicht! Wir laufen in Richtung Süden zum Cap de Carteret und freuen uns wie Bolle über die endlose Weite von Strand, Himmel und Meer, die wir hier erleben. Und dazu die leicht salzige Meeresluft, ein frischer Wind und häufig Sonnenschein bei nicht zu hohen Temperaturen. Das kommt Perfektion schon ziemlich nahe. Und ganz ehrlich: das Phänomen Ebbe und Flut ist an einem Sandstrand einfach dreimal geiler als mit Gummistiefeln durchs deutsche Watt zu stapfen. Zu entdecken gibt es in diesem kurzzeitig aufgetauchten Meeresboden auch genug. Als wir nach einer Stunde am Kap angekommen sind, merken wir, dass langsamer sicher die Flut wieder eingesetzt hat. An dieser Engstelle wird der Sandstrand zusehends schmaler. Für uns ein Zeichen, dass es Zeit zum Umkehren wird. Auch wenn ich mir immer noch unmöglich vorstellen kann, dass dieser endlos breite Strand in wenigen Stunden komplett überflutet sein wird. Lightshow fällt aus Als wir zum Womo zurückgekehrt sind, fällt mir ein, dass hier ja eine wunderbare Gelegenheit wäre, die Drohne mal wieder steigen zu lassen. Denn vom Boden aus sieht das hier schon doll aus – wie wird es wohl aus der Luft wirken? Ziemlich klasse, würde ich sagen. Auch wenn aus der Luft die Dünenlandschaft fast schon wieder zu platt aussieht. Die ist hier nämlich wirklich hügelig und abwechslungsreich und definitiv nicht langweilig. Annette kocht uns ein leckeres afrikanisches Curry, dass wir mit einem Cidre abrunden. Lediglich unsere Crème brûlée erweist sich als Fehlschlag, da man Zucker mit einem Feuerzeug einfach nicht geschmolzen bekommt… Der grandiose Sonnenuntergang, mit dem wir nach einem so tollen Tag fest gerechnet hatten, fällt dann aber ins Wasser. Schon recht früh verschwindet die Sonne hinter den Wolken am Horizont und sorgt nur für ein mattes Leuchten des Himmels. Aber nach so einem Tag fällt das irgendwie nicht besonders ins Gewicht. Es gefällt uns ausgesprochen gut hier in La Manche in der Normandie. Wenn das so weitergeht, kommen wir nicht mehr in die Bretagne!
Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link
Momoblog am 09 Okt 2021 21:38:22
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Kontraste Das ging schnell. Was sich gestern Abend andeutete, ist heute mal so richtig eingetroffen: Es ist draußen grau in grau. Nicht ein Hauch von den knallig-sonnigen Farben, die uns gestern so begeistert haben. Als wir irgendwann am Vormittag zum Strand aufbrechen, sieht die Ebbelandschaft komplett anders aus als gestern. Das Meer kann man lediglich erahnen und der Strand ist eine einzige beigegrau spiegelnde Fläche. Und außerdem liegt eine so hohe Feuchtigkeit in der Luft, dass die Brillen schnell mit feinen Tropfen benetzt und alle Klamotten anschließend so feucht sind, als seien wir stundenlang durch den Regen gewandert. Ein Gutes hat das aber dann doch: Zum Fotografieren von unwirklich wirkenden Bildern ist das hier ausgesprochen fein! Fermée Wir haben Lust, endlich mal wieder mittags essen zu gehen. Im Nachbarort soll es ein äußerst vielversprechendes Restaurant geben. Aber so langsam werden wir traumatisiert: Nach dem „Un Monde sans Faim“ ist das jetzt das zweite Restaurant, was geschlossen hat, obwohl es eigentlich geöffnet sein sollte. Stadtbummel in Coutances Wir ändern den Plan und fahren weiter nach Coutances, wo wir unsere Vorräte in Boucherie und Boulangerie auffrischen wollen. Wir hatten allerdings nicht mit einer richtigen Stadt gerechnet. Sogar mit sehenswerter Kathedrale! Und wie es scheint, ist Coutances dann noch eine Hochburg der Metzgerkunst. Wir sehen auf der Hauptstraße zwei Geschäfte, die damit werben, dass sie Champion de France waren – da hatten wir allerdings schon bei der Boucherie gegenüber der Église Saint-Pierre eingekauft. Und wie wir abends feststellen: dessen Produkte müssen sich nicht verstecken – sehr lecker! Wir stellen außerdem fest, dass wir etwas unbeholfen durch die Stadt bummeln – haben wir so etwas seit Beginn der Pandemie überhaupt schon mal gemacht? Immerhin entdecken wir den Jardin des Plantes, der unter dem Motto „Süßigkeiten“ gestaltet wurde – stilecht mit Popcornmaschine! Au revoir, Normandie Wir müssen jetzt eine Grundsatzentscheidung treffen. Uns gefällt der Zipfel der La Manche so gut, dass wir auf jeden Fall noch einmal wiederkommen werden. Aber wir möchten schon sehr gerne auch in die Bretagne weiterreisen. Also machen wir hier einen Cut und verabschieden uns frisch verliebt von der Normandie. Mittelalter Unser erstes Ziel in der Bretagne wird eine Neuentdeckung: Fougères, was eher im Inland liegt. Mittelalterliche Altstadt mit Burg und kostenlosem zentralem Stellplatz hört sich einfach zu gut an, um es nicht zu besuchen. Und Meer hatten wir ja gerade reichlich. In Fougères sind wir wieder mal platt von der vorbildlichen Womo-Infrastruktur in Frankreich. Unterhalb des Burgberges gibt es hier einen kostenlosen Stellplatz mit großzügigen Parzellen, der jetzt zwar keinen Schönheitspreis erhält, aber weitaus besser als eine asphaltierte Fläche und für den Stadtbesuch geradezu ideal ist. In den meisten anderen Ländern würde so ein Platz hinter einer Schranke verschwinden und mindestens 20 € kosten. Nachtbesichtigung Nachdem die Hunde eine kleine Pipi-Runde gemacht haben, begeben wir uns zu zweit auf Stadterkundung. Annette entdeckt einen ausgeschilderten Stadtrundgang, der uns oberhalb des Jardin du Val Nançon, aber außerhalb der Stadtmauer auf einem ziemlich dunklen Weg führt. Die Laternen sind offensichtlich einer Sparmaßnahme zum Ufer gefallen und werden gar nicht eingeschaltet. Dafür ist in der Oberstadt dann noch mal mehr Stadtleben als in Coutances. Plötzlich sehen wir sogar eine lange Schlange von Menschen, die vor einer Kirche anstehen. Gibt es hier so viel Begeisterung für einen Gottesdienst? Mitten in der Woche? Natürlich nicht. In der Église Saint Leonard findet ein Konzert statt. Von Laurent Voulzy, von dem wir Banausen bisher noch nie etwas gehört haben… Wir nutzen die Gelegenheit vielmehr, die schön illuminierte Kirche zu fotografieren und auch mal beleuchtete Kirchenfenster von außen abzulichten. Die Gelegenheit hat man ja auch nicht oft. Auf dem Weg zurück werfen wir (jetzt von oben) einen Blick aufs Schloss und kontrollieren schon mal, ob die gelobte Creperie Tivabro zumindest geöffnet hat. Hat sie. Da wir aber abends schon Baguette mit den Einkäufen aus Coutances gegessen haben, freuen wir uns morgen auf ein leckeres Mittagessen.
Dirkulation am 09 Okt 2021 21:53:01
Da ich immer über mein Smartphone hier im Forum bin, kann ich nur wenige Bilder betrachten, die meisten sind zu hoch und werden nicht dargestellt.
Ich bin dem Link auf den Blog gefolgt und bin froh. Ich bin begeisterer Hobby-Fotograf und freue mich über gute Fotos.
Viel Spaß bei der weiteren Reise und ich werde sicher ab und zu nach den tollen Bildern schauen.
Ganzalleinunterhalter am 09 Okt 2021 23:31:27
Als ich in der Überschrift Bretagne gelesen habe bin ich gleich Mal hier zugestiegen um mitzureißen. Da wir am Dienstag gerade von einer 6 wöchigen Tour entlang der bretonischen Küste nach Hause gekommen sind bin ich Mal gespannt wo ihr so überall entlang kommt. Das bisherige hat mir auch mit den schönen Bildern schon sehr gefallen. Wir haben am Cap Fréhel begonnen und sind die ganze Küstenlinie bis zur Ile de Noirmoutier und dann entlang der Loire mit seinen Schlössern wieder nach Hause. Wir wünschen euch solch schönes Wetter ( nur einmal des Nachts und Vormittag Regen ) wie wir es in den sechs Wochen hatten. Weiterhin eine schöne Tour und interessante Begegnungen und Erlebnisse. Bin schon gespannt wie es weiter geht.
macagi am 10 Okt 2021 08:47:14
Momoblog hat geschrieben:Lediglich unsere Crème brûlée erweist sich als Fehlschlag, da man Zucker mit einem Feuerzeug einfach nicht geschmolzen bekommt…
Vielen Dank für die schönen Bilder. Wir und unsere Hunde lieben Strandwanderungen auch, muss mir mal die Orte aufschreiben. Für die nächste Creme Bruleé: Amazon Link Wir haben so was ähnliches (Caramello), aber eher nicht dabei.....
Momoblog am 10 Okt 2021 18:54:32
Danke für den Tipp mit dem Brenner! Zuhause hätten wir einen... Der muss jetzt wohl auf die Packliste für Frankreichreisen.
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Bretonisches Genießen Wir tun uns etwas schwer mit der weiteren Reiseplanung. Die bretonischen Strände locken uns schon sehr. Aber unsere guten Erfahrungen gestern und auch früher schon in Moncontour machen uns neugierig auf das Inland. Ein paar Tage können wir uns schon ohne Meer vorstellen. Galette und Crêpe excellent Wir starten pünktlich. So, dass wir um 12 Uhr einen Platz im Tivabro bekommen müssten, auch wenn wir nicht reserviert haben. Und diesmal haben wir Glück: nachdem wir unsere Impfzertifikate vorgezeigt haben, dürfen wir an einem Tisch Platz nehmen. Dann fällt uns die Wahl aus der Speisekarte genauso schwer wie immer – es hört sich doch alles so lecker an! Ich entscheide mich schließlich für die „suggestion“ von der ausgestellten Tafel: eine Art bretonisches „Himmel un Ääd“ mit Blutwurst, Apfelmus, Zwiebeln und bretonischem Käse. Was eine gute Wahl! Aber auch Annettes Galette mit Jakobsmuscheln und Rahmporree war wohl sehr lecker. Da nach einem herzhaften Galette immer noch Platz für ein süßes Crêpe ist, gönnen wir uns das natürlich erst recht. Allein die Auswahl aus den Varianten mit Caramel Beurre Salé ist das Problem! Kuriositäten Auf dem Rückweg machen wir noch zwei kuriose Entdeckungen. Zum einen gibt es hier ein Haus mit Namen „Le Kiwi“ und es braucht nicht viel Fantasie, zu raten, welche Frucht hier wächst… Aber, dass Kiwis in der Bretagne wirklich gedeihen hätte ich auch nicht gedacht. Die andere Überraschung befindet sich am Wassergraben der Burg. Hier hängt vermeintlich unmotiviert ein Bündel Heu von einer Zinne hinunter. Wofür bloß? Es gibt tatsächlich ein paar Ziegen, die in dem schmalen, unwirtlichem Bereich außerhalb der Burgmauern leben. Aber gemütlich ist anders… Landwanderung Wir verabschieden uns von Fougères und fahren ein Stück weiter zum Etang de Châtillon. Dort soll es fünf Wanderwege geben und wir möchten die Hunde für den langweiligen Stadttag ein bisschen entschädigen. Aber einen vernünftigen Weg zu finden, fällt uns überraschend schwer. Denn eine Seeumrundung soll wohl reichlich langweilig sein, da man den See wegen der vielen Privatgrundstücke nicht zu Gesicht bekommt. Und die anderen Wege führen entweder durchs Dorf (nichts toll mit Toffi) oder sind uns schlicht zu lang. Wir basteln uns den Weg schließlich selbst, indem wir grob einem der Wanderwege folgen und ihn uns dann passend machen. Es ist herrlichstes Oktoberwanderwetter: Blauer Himmel, leichter Wind und T-Shirt-Temperaturen. Landschaftlich ist das hier alles nicht sehr aufregend, aber dafür so richtig Landleben pur. Ins Kernland Wir beschließen, weiterzufahren. Nach Brocéliande, dem magischen Zauberwald aus der Artussage und Begräbnisort von Merlin, dem Zauberer. Auf dem Weg versorgen wir uns in Pleumeleuc noch mal so richtig mit Leckereien für den Abend. Im Le Coin du Goût gibt es jede Menge regionale Produkte und wir müssen uns beherrschen, nicht alles zu kaufen, was uns anlacht. Cidrerie, zum zweiten Heute machen wir das erste Mal Gebrauch von unserem France Passion-Führer. Inn Saint-Malon-sur-Mel gibt es die Cidrerie der Familie Huby und wir haben noch Platz für ein paar Flaschen Cidre in der Heckgarage. Wir waren wegen des einen, eher nichtssagenden Fotos bei FP nicht sicher, ob das ein attraktiver Platz sein würde. Aber als wir dann auf die für Womos abgetrennte Grasfläche fahren, sind wir begeistert. Direkt neben der Schafweide können wir Tisch und Stühle herausholen und mal ganz offiziell draußen sitzen. Hatten wir auf dieser Reise noch gar nicht oft. Und auch der Kontakt mit der Familie ist sehr nett. Die Teenager-Tochter des Hauses macht ihren Job ganz hervorragend und gibt sogar verlegen zu erkennen, dass sie Deutsch in der Schule lernt und so radebrechen wir zusammen mit unseren Französischbrocken und ihren Schuldeutsch über den verspielten jungen Hofhund Scoobydoo und die Preise für unseren Cidre demi-sec. Den Abend verbringen wir dann bis zum Sonnenuntergang draußen und verspeisen die Leckereien, die wir in den letzten Tagen angehäuft haben.
Momoblog am 11 Okt 2021 19:03:24
Besuch bei Merlin Vom Wetter werden wir wirklich verwöhnt. Man kann wunderbar in der Sonne sitzen und es sich gut gehen lassen. Und da ich noch etwas zu arbeiten habe, verbinde ich das angenehme mit dem nützlichen und kann meinen Auftrag bei strahlendem Sonnenschein erledigen. Ich habe schon unter schlechteren Bedingungen gearbeitet! Brocéliande Es ist dann schon Nachmittag, als wir endlich zu der Wanderung aufbrechen, die wir uns für heute überlegt haben. Wir sind hier in Saint-Malin-sur-Mel nämlich schon nah dran am Feenwald Brocéliande, der in der Artussage Heimat der Fee Viviane und Sterbeort von Merlin, dem Zauberer, sein soll. Nachdem wir eine Weile durch die eher unspektakuläre, aber herrlich friedliche Landschaft gelaufen sind, erreichen wir einen Hohlweg, der uns in den Wald hineinführt. Ein bisschen verwunschene ist das hier schon. Obwohl es schon spät am Nachmittag ist, kommen uns gelegentlich immer noch Trüppchen von Merlin-Wald-Besuchern entgegen. Ich mag mir nicht vorstellen, wie voll es hier im Sommer sein wird. Auf die Quelle der ewigen Jugend wird hier zwar mit einem hübschen Schild hingewiesen, gesehen haben wir sie aber nicht. Oder war das etwas das Rinnsal aus dem Elli getrunken hat? Dann hat es ja vielleicht wenigstens bei einem von uns was geholfen… Merlins Grab Das Grab ist dann eher von der schlichten Sorte. Also, eigentlich sind es eher zwei Felsbrocken, auf denen diverse Blumengaben drapiert sind. Da muss man dann schon viel Fantasie mitbringen oder Feenwasser getrunken haben. Am besten wohl beides… Da kann ich mir schon eher vorstellen, dass die Frau, die im Wald mit einem Schimmel an uns vorüberzieht, in Wirklichkeit eine Fee ist, die einen Ritter verwunschen hat und ihn jetzt in den Zauberwald entführt. Herbstlicher Rückweg Auf dem Heimweg riecht es schon nach Herbst. Wir gehen durch meterhohe Maisfelder, die in Kürze abgeerntet werden. Auf manchen Feldern stehen dann auch nur noch ein paar traurige Maisstängel fotogen herum. Besonders fotogen finden wir dann noch den Bauern, der seine Katze mit dem Trecker spazieren fährt. Unsere gut zweistündige Wanderung ist dann am Ende perfekt geplant. Pünktlich zum Sonnenuntergang kehren wir zum MoMo zurück. An das frühe Einbrechen der Dunkelheit müssen wir uns erst noch gewöhnen.
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Aretousa am 11 Okt 2021 23:12:45
Ich folge euch natürlich weiterhin ganz gespannt. Und freue mich sehr über die Schilderung eurer Reise. Nur das mit dem frühen Einbrechen der Dunkelheit verstehe ich nicht so ganz. Geht doch die Sonne in der Bretagne fast eine Stunde später unter als bei uns zu Hause z.B. Dafür wird es dann auch eine Stunde später hell am frühen Morgen.
Momoblog am 11 Okt 2021 23:18:19
Das sind wohl noch Spätfolgen unseres Lappland-Sonmers…
Momoblog am 12 Okt 2021 20:39:34
Trödeltag mit Happy End Wir würden uns morgens gerne erst mal duschen. Insbesondere Annette, die zur Boulangerie gehen möchte. Aber unser Wasserstand ist schon im roten Bereich. Wir schmieden daher einen ausgeklügelten Plan: Aufbruch ohne Frühstück, Einkauf beim Bäcker, Ver- und Entsorgung, Parkplatz für gemütliches Frühstück im Wald von Brocéliande suchen. Abgesehen vom irritierenden Einfahrt-verboten-Schild vor der Entsorgungsstation (die Ausnahme auf dem Text darunter sehe ich erst beim späteren Fotografieren) klappt das richtig gut. Aber es ist am Ende dann später Mittag als wir zu einer Hunderunde durch den Wald aufbrechen. Oje, der Tag ist schon so weit fortgeschritten und wir haben noch nichts erlebt! Tour de Route barrée Wir schwanken auch sehr mit unseren Plänen: noch im Zauberwald wandern oder eine Fahrradtour am Nantes-Brest-Kanal machen? Stadtbesichtigung in Rochefort-en-Terre oder doch wieder schleunigst ans Meer? Dort dann nach Guerande, an den Golf von Morbihan oder die Halbinsel von Quiberon? Wir fühlen uns regelrecht gelähmt von der Zahl der attraktiven Ziele, die man entdecken oder unbedingt wiedersehen möchte. Wir entscheiden uns schließlich für den Kanal, da eine Radtour auf der Liste der Dinge steht, die wir unbedingt mal wieder haben wollen, nachdem wir die Räder durch ganz Lappland gefahren haben, ohne sie einmal bestiegen zu haben. Aber wie es das Schicksal will, wird der einstündige Hüpfer über die Landstraße ein längeres Unterfangen. In La Gacilly ist die Innenstadt großräumig abgesperrt: Fotofestival. Wir sind etwas langsam im Denken und fahren weiter – dabei hätte das durchaus interessant sein können. Na ja: nächstes Mal. Wir steuern als nächstes Ziel die Entsorgungsstation in Glénac an, da sie fast auf dem Weg liegt. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, einfach noch mal Duschwasser und Toilette zu entsorgen. Und das Navi lotst uns über einen (auch-)Radweg und entlang eines Fußballplatzes, wo die Besucher des Spiels so geparkt haben, dass wir millimeterweise zirkeln dürfen. So langsam bin ich entnervt. Langer Trödel reloaded Ich will jetzt nur nach am Brest-Nantes-Kanal ankommen und endlich fertig mit dem Fahren sein. Aber es passt natürlich zu diesem Tag, dass wir einen Platz ansteuern, der zwar sehr lauschig aussieht, aber auch zugeparkt ist. Nix is! Immerhin kriegen wir am nächstgelegenen Uferplatz bei Peillac den letzten Platz an einem Bootsanleger direkt an der Straße. Was ist denn hier los? Das nennt man wohl Sonntagsausflügler. Denn es ist mittlerweile so später Nachmittag, dass wir beim Kaffeetrinken zusehen können, wie Familienspaziergänge beendet werden, sich ein paar Autos mit Leuten füllen und wegfahren. Wir beschließen, die Radtour am Kanal auf morgen zu verschieben, aber zumindest ein bisschen flußabwärts zu laufen, da wir mit dem Rad in die andere Richtung fahren wollen. Als wir an dem langen Kanal entlanggehen, der nur selten und leicht seine Richtung ändert, haben wir plötzlich ein Deja Vu: Das erinnert uns stark an den Langen Trödel in Brandenburg, auf dem wir letztes Jahr gepaddelt sind. Und ärgern uns ein kleines Loch in den Bauch, denn bei der Reiseplanung haben wir beschlossen, die Kajaks auf diese Reise nicht mitzunehmen, denn wer würde schon an der bretonischen Küste mit dem Kajak unterwegs sein? Jetzt stehen wir schon am zweiten Kanal, an dem man super hätte paddeln können. Echte Planungsgenies! Überraschung! Wir gehen am Ufer entlang und überlegen, ab wann man wohl umkehrt. Annette ist hervorragend darin, immer noch mal bis zur nächsten Biegung gehen zu wollen. Und dieses Mal soll es für uns den Jackpot bedeuten. Denn als wir auf eine Brücke zusteuern, wird mir plötzlich klar, dass dies doch jetzt der schnuckelige Stellplatz ist, den wir vorhin enttäuscht wieder verlassen haben. Und siehe da: kein Auto in Sicht. Wir könnten dort wirklich stehen, wenn wir wollen (und sich niemand in der Zwischenzeit dort platziert)! Wir gucken uns an und wissen, was wir wollen: schnell zurück! Traumplatz Im Stechschritt gehen wir zurück und stellen fest, dass mittlerweile nur noch ein anderes Womo am Bootsanleger steht. Aber der verlockende Platz an der Schleuse zieht uns magisch an. Und es gibt wirklich das erhoffte Happy End: Wir können uns parallel zum Kanal dort hinstellen und sind am Abend die einzigen, die sich hier aufhalten – so wie wir es lieben. Während Annette eine Blätterteigquiche zaubert, kann ich mit der Drohne Flugübungen am Kanal machen. Wie toll, dass dieser Tag noch so ein versöhnliches Ende nimmt!
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Dachfalter am 13 Okt 2021 07:10:03
Servus Micha,
Euer Reisebericht in die Bretagne gefällt mir sehr gut. Leider kann ich keine positive Bewertung im Beitrag geben und KN funktioniert auch nicht, da ich wohl zu neu bin.
Wir sind auch erst seit diesem Jahr mit WoMo unterwegs, nachdem wir vom WoWa umgestiegen sind.
Die Bretagne habe ich zuletzt vor mehr als 35 Jahren bereist, als ich noch nicht volljährig war und noch mehr Haare auf dem Kopf hatte. Da möchte ich unbedingt mal wieder hin.
Eine Frage, die mich schon länger quält: Wie findet man die vielen Stellplätze und Versorgungsstationen? Nutzt Ihr eine spezielle App oder plant Ihr per PC? Das Angebot an Apps ist recht groß.. Kannst Du mir da bitte einen Tipp geben?
viele liebe Grüße aus dem Allgäu
Martin (D'r Dachfalter)
Momoblog am 13 Okt 2021 10:39:17
Dachfalter hat geschrieben:Euer Reisebericht in die Bretagne gefällt mir sehr gut. Leider kann ich keine positive Bewertung im Beitrag geben und KN funktioniert auch nicht, da ich wohl zu neu bin.
Du kannst gerne einen Kommentar auf unserer Seite --> Link hinterlassen. Das geht auch für Neulinge. ;-)
Dachfalter hat geschrieben:Eine Frage, die mich schon länger quält: Wie findet man die vielen Stellplätze und Versorgungsstationen? Nutzt Ihr eine spezielle App oder plant Ihr per PC? Das Angebot an Apps ist recht groß.. Kannst Du mir da bitte einen Tipp geben?
Die Frage kommt immer wieder auf. Wir verlassen uns mittlerweile (gerade für das Thema Ver-/Entsorgung) voll auf Park4night. Da sind die meisten Stationen drin, oft sogar mit Bild und/oder Info, ob die Station überhaupt funktioniert. Für Stellplätze gucken wir auch gerne in die Reiseführer vom Womoverlag. Der für die Bretagne ist Gottseidank von neuen Autoren geschrieben, da wir den Autoren der alten Auflagen leider wegen Laberei nicht gut leiden mochten. Als Inspiration ist dann gerne noch was von Michael Müller/Reise Know How und/oder Dumont im Gepäck. Reicht!
Liebe Grüße Micha
Momoblog am 13 Okt 2021 10:40:48
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Bretagne Total Morgens ist es mystisch neblig am Kanal. Un ein wenig ungemütlich. Weswegen wir uns für noch mal Umdrehen im Alkoven entscheiden. Aber eigentlich ist unsere Radtour am Kanal ein fester Plan. Wir setzen ihn nur etwas später um als geplant. Denn die Sonne lässt sich lange bitten, bis sie sich durch die Wolken gekämpft hat. La Velodyssee Wir fahren ein Stück der Velodyssee, einer touristischen Fahrradroute von Roscoff in der Nordbretagne bis nach Hendaye an der spanischen Grenze. Und ich behaupte mal: Es ist nicht das Schlechteste! Wir fahren im am Ufer des Kanals entlang und genießen die leicht beginnende Herbstfärbung der Bäume und die absolut friedliche Stimmung, die hier herrscht. Wunderschön! Wir nehmen uns vor, dass wir jetzt auf jeder Bretagnefahrt einen Teil der Kanalstrecke absolvieren werden, so gut gefällt es uns hier. Village fleuri Der Abschied vom Kanal fällt uns fast ein bisschen schwer, aber wir haben für heute noch ein volles Programm. Nächste Attraktion: Wir besuchen Rochefort-en-Terre, eines der vielen Village fleuri, dieser besonders üppig mit Blumen dekorierten kleinen Dörfer, die es in Frankreich in verschiedenen Abstufungen gibt: 1–4 Blumen sind in der Bewertung drin. Es versteht sich von selbst, dass Rochefort-en-Terre derer 4 erhalten hat. Denn dieses Dorf ist das quasi der Erfinder der Village fleuri. Aber auch ansonsten soll es sehenswert sein. Wir haben insofern Glück, als dass heute nichts los ist. Von der Infrastruktur her dürfte hier am Wochenende der Bär steppen. Aber an einem Montag ist es entspannt, fast schon verschlafen. Wir machen einen Besichtigungsrundgang, finden das alles sehr nett und freuen uns am Ende über einen kleinen Kouign Amann, diese bretonische Kalorienatombombe, wo man beim Reinbeißen schon merkt, wie die Kalorien es sich auf den Hüften gemütlich machen. Aber er ist halt auch schweinelecker! Wieder an der Côte Sauvage Und jetzt machen wir einen Riesensprung: Nachdem wir in Aura noch einmal Vorräte aufgefüllt haben, geht es endlich wieder ans Meer. Denn auch wenn der Nantes-Brest-Kanal eine absolute Entdeckung für uns ist – wir sind jetzt schon viel zu lange in der Bretagne, ohne das Meer gesehen zu haben. Geht gar nicht! Wir haben die Qual der Wahl, da wir so viele Orte hier an der Südküste wieder besuchen wollen. Wir entscheiden uns dann für das Luxusprogramm – die Côte Sauvage auf der Halbinsel Quiberon haben wir als absolutes Highlight unserer allerersten Bretagnereise in Erinnerung. Als wir in St. Pierre in Richtung Küste abbiegen und die Sonne das Meer golden glänzen lässt, wissen wir schon, dass wir eine gute Wahl getroffen haben. Der Stellplatz in Kerne ist zwar nicht sonderlich attraktiv, aber er ist der einzig Legale in dieser Region, wenn man nicht am Campingplatz an der Ostküste stehen will. Und nach den ganzen tollen kostenlosen Plätzen, die wir bisher hatten, kommen uns die 9,55 €, die hier fällig werden, wie Wucher vor. An der deutschen Küste hätten wir über diesen Preis gejubelt und hätten trotzdem nicht diese geniale Aussicht, wie wir sie hier haben. Denn als würde die Bretagne klarmachen wollen, wer hier landschaftsmäßig die Hosen anhat, serviert sie uns einen von diesen einmalig schönen und auch nur ganz, ganz leicht kitschigen Sonnenuntergängen, während sich unter uns die Wellen auftürmen und krachend auf die Felsküste klatschen. Und als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch ein Segelboot vorbeigeschippert, das sich elegant vor den blutroten Sonnenuntergangshimmel schiebt. Ich hatte ganz vergessen, wie absurd schön Sonnenuntergänge in der Bretagne sein können.
TiborF am 13 Okt 2021 10:53:01
Ich liebe Eure wunderbaren Reiseberichte mit den schönen Fotos dazu.
Freue mich immer auf den Bericht, der per Newletter kommt - und meistens früh morgens da ist. Super Micha.
Momoblog am 13 Okt 2021 11:03:17
TiborF hat geschrieben:Ich liebe Eure wunderbaren Reiseberichte mit den schönen Fotos dazu.
Freue mich immer auf den Bericht, der per Newletter kommt - und meistens früh morgens da ist. Super Micha.
Da werde ich jetzt doch ein bisschen rot! Aber genau so ist's gedacht. :daumen2:
Und jetzt gehe ich raus, neue Fotos machen. :-)
Liebe Grüße Micha
Momoblog am 13 Okt 2021 20:01:23
Hundemodels Seit dem Mistwetter zu Beginn der Reise werden wir größtenteils mit Sonnenschein verwöhnt. So auch heute. Einziger Nachteil: Die Côte Sauvage ist alles andere als wild. Aber so verrückt, mir nur für dramatische Fotos Regen und Sturm herbeizuwünschen, bin ich jetzt auch nicht. Wir freuen uns da eher, dass wir heute schon wieder auf die Räder können. Revivalbesuch Denn wir haben die Creperie De Vieux Port von unserem ersten Quiberonbesuch in absolut bester Erinnerung. Mit dem Fahrrad sind wir in einer Viertelstunde gemütlich dort. Zumindest so halb gemütlich, denn die Googlemaps-Fahrradnavigation ist noch ausbaufähig. Sie führt uns eher über Trampelpfade als über angenehme Fahrradwege. Aufgrund des prächtigen Wetters können wir in der Creperie sogar im lauschigen Garten essen. Sehr gemütlich! Und vom Essen werden wir wieder nicht enttäuscht. Mein Highlight ist diesmal ein Galette mit Sardinen. Klingt komisch, schmeckt aber wie eine himmlische Mischung aus Boquerones und Crêpes. Nicht probiert, aber schwer in Versuchung sind wir bei den Eisbechern, die wir am Nachbartisch bewundern dürfen: Die Eiskugeln befinden sich in einer gigantischen Eiswaffel, die aus einem Crêpe gewickelt wurde. Sieht spektakulär aus! Life’s a Bara Beach Wir tun uns ein bisschen schwer mit der Planung: Hier bleiben oder weiterreisen? Dafür spricht, dass es uns an der Côte Sauvage immer noch sehr gut gefällt. Dagegen spricht der nicht ganz so dolle und kostenpflichtige Stellplatz auf dem man es aber durchaus aushalten könnte. Wir entscheiden uns für einen guten Kompromiss: Wir verbringen einen Großteil des Tages noch hier und brechen dann am späten Nachmittag Richtung Festland auf. Was nicht fehlen darf ist der Besuch am schönen Strand von Bara. Den haben wir in bester Erinnerung, haben aber das Problem, dass die Parkplätze mit Womolatte verrammelt sind. Aber wie es der Zufall will, gibt es eine Parkbucht wenige hundert Meter zuvor, an der wir stehen und dann zu Fuß dorthin gehen können. Und die Aussicht unterwegs ist ja auch keine ganz schlechte… Ein wenig ist der Anlass für unseren Besuch am Strand auch traurig. Hier habe ich eines unserer absoluten Lieblingsbilder von Mia gemacht, was jetzt einen Ehrenplatz im MoMo hat. Wir denken an unsere liebe alte Hundedame, als wir mit der Next Generation dort hinlaufen. Fotoshooting Und weil das so eine schöne Fotolocation ist, will ich mal gucken, ob wir auch so schöne Bilder von Elli und Toffi hinkriegen. Gar nicht so leicht, wenn man einen Hund hat, der immer noch gerne einen hysterischen Anfall kriegt, sobald er andere Hunde sieht. Und man mag auch kaum glauben, dass sie in der Hundeschule problemlos mit anderen Hunden spielt, wenn man das große Theater sieht, was sie hier abzieht. Wie sagte unsere Hundetrainerin so treffend: „Elli ist lustig, aber Toffi ist peinlich.“ Aber immerhin auch fotogen. Anscheinend ist das hier ein begehrter Platz für Fotografen. Auch ein Brautpaar lässt hier noch ein paar spektakuläre Fotos machen. Saint Cado Auf meistens schnurgeraden Straßen erreichen wir wieder das Festland und fahren weiter westwärts. Der Rivière d’Etel ist eine skurrile Mischung aus Meeresarm, Fluss und See. Also irgendwie von jedem etwas, aber nichts so ganz. Und direkt am Ufer befindet sich der Campingplatz von Saint Cado. Wir müssen noch kurz überlegen, ob wir wirklich auf einem Campingplatz stehen wollen, aber die Lage an der Bucht ist dann doch zu verlockend. Und der Nebensaisonpreis von 13 € lässt sich ja so gerade noch verkraften. Und spätestens als wir den Ausblick von unserer Rundsitzgruppe genießen, wissen wir, dass es eine gute Entscheidung war. Ach so: Der Sonnenuntergang war dann auch nicht ganz schäbig.
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Momoblog am 15 Okt 2021 12:09:45
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Undankbar Direkt neben unserem Campingplatz befindet sich das vielleicht zweithäufigst abgelichtete alleinstehende Haus der Bretagne. Es ist aber auch zu fotogen, wie es auf einer Insel nur darauf wartet, von wirklich jedem Touristen mit Handy oder dicker Kamera eingefangen zu werden. Direkt neben befindet sich die Isle Saint Cado. Sie kommt uns ein wenig vor wie eine Isle de Brehat für Sparfüchse. Alles hübsch und gefällig, aber fußläufig über den Damm mal eben zu erreichen. Ohne die großartige Küstenlandschaft, aber mit dem Gezeitenfeeling einer bretonischen Insel. Neuland Heute wollen wir Neuland erkunden. Denn den Zipfel zwischen Lorient und Crozon haben wir noch so gut wie gar nicht bereist. Wir sind gespannt! Der erste Weg soll uns nach Concarneau führen. Die kuriose mittelalterliche Ville Close, eine mittelalterliche Wehrburg mitten im großen Hafenbecken, hört sich verlockend an. Wir parken auf dem Womostellplatz am Bahnhof. Es stehen viele Plätze zur Verfügung, aber dieses Eng an Eng ist ja so gar nichts für uns. Gut, dass wir hier nicht übernachten müssen! Touristenattraktion Wir lassen die Hunde im Womo zurück und machen uns auf Erkundungstour. Aber von Minute zu Minute lässt uns Concarneau ratloser zurück. Denn weder ist der Weg ins Zentrum besonders hübsch, noch können wir mit dem Hafengebiet etwas anfangen. Das ist groß, hat viele Parkplätze und ist nicht besonders attraktiv. Auch die Ville Close wirkt erst auf den zweiten Blick interessant. Aber dieses Interesse erlischt bei mir sehr schnell, als wir auf der Insel in die Hauptstraße einbiegen. Andenkengeschäft neben Restaurant neben Touristenfalle. Man kann dem zugutehalten, dass es eher nett als hässlich aussieht und wir haben sicherlich Glück, dass es nicht besonders voll ist. Aber das gehört wirklich zu den Touristenattraktionen, die wir ansonsten meiden wie der Teufel das Weihwasser. Vielleicht bin ich deswegen auch ein wenig ungerecht, dass mir auch der Blick von der Wehrmauer hinaus auf die Hafenausfahrt nicht so recht gefallen mag. Wir haben ein großes „Bloß-weg-hier!“-Gefühl. Mousterlin Wie gut, dass es in der Bretagne auch andere Orte gibt. Nicht allzuweit entfernt, im Küstenort Mousterlin gibt es einen offiziellen Stellplatz an einem kilometerlangen Sandstrand. Was an diesem Küstenstreifen wohl gar nicht so selbstverständlich ist, denn wir finden hier ständig Womolatten an den Parkplätzen und könnten allenfalls auf Campingplätze ausweichen, die zum Großteil im Oktober aber bereits geschlossen sind. Unterwegs hat Annette in einer Boulangerie noch mal groß eingekauft, damit wir uns vorher mit einem Kaffeetrinken für den Strandspaziergang stärken können. Als wir auf den Stellplatz fahren, denke ich zuerst, dass da jemand sein Grauwasser abgelassen hat. Bis es mir dämmert: Es sind die Algen vom Strand, die hier eine Mischung aus Meeresluft und Gestank produzieren. Nach den köstlichen Törtchen gönnen wir den Hunden ein bisschen Spaß am Strand und wollen mal testen, ob wir uns an den Algengeruch genau so gewöhnen können wie unsere Stellplatznachbarn. Während die Hunde ihren Spaß haben,lassen wir den Strand auf uns wirken. Und stellen etwas beschämt fest, dass auch er uns heute nicht wirklich flashen kann. Er ist zwar kilometerlang und feinsandig, aber durch den komplett fehlenden Wellengang, die ordentliche Befestigung mit riesigen Felsbrocken am Ufer und den Algengestank hat das für uns wenig von den wilden bretonischen Stränden, die wir bisher so kennengelernt haben. Wir kommen uns mittlerweile wie alte Meckerköppe vor: Nichts scheint uns auf einmal gut genug zu sein. Was ist denn hier los? Bucht von Pont-l’Abbé Die Rettung finden wir dann in einem wirklich himmlischen Stellplatz in der Bucht bei Loctudy, die sich gerade von der Ebbe erholt und zögerlich wieder mit Wasser füllt als wir dort eintreffen. Hier finden wir den Platz, den wir vielleicht den ganzen Tag gesucht haben. Kein Trubel, himmlische Ruhe und ein Blick auf den Sonnenuntergang über der Bucht. Perfekt!
Momoblog am 15 Okt 2021 20:17:52
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Endloses Strandvergnügen Unser Übernachtungsplatz erweist sich als Volltreffer. Eine himmlisch friedliche Nacht liegt hinter uns und wir werden sanft von den Vogelstimmen in der Bucht geweckt. Gegen Mittag brechen wir gemütlich zum Phare d’Eckmühl (ja, der heißt wirklich so, auch wenn wir hier in Frankreich sind) auf. Der 65 Meter hohe Leuchtturm ist das markante Bauwerk hier im südwestlichsten Zipfel der Bretagne. Leuchtturm mit Muschelstrand Wir haben uns hier an der Pointe d’Penmarc’h auf einen Touristenhotspot eingestellt und sind angenehm überrascht, dass dem im Oktober nicht so ist. Es wirkt alles etwas verschlafen, der Leuchtturm ist geschlossen und wir kriegen problemlos einen Parkplatz. Schon bald wenden wir uns den kleinen, bunten Muscheln am Strand zu und können gut damit leben, dass wir den Leuchtturm nicht besichtigen dürfen. Manchmal sind es die kleinen Dinge… Kalvarienberg mit Brüsten Unser Weg soll uns jetzt endlich wieder an einen Strand führen. Zuvor nehmen wir aber auf dem Weg noch eine ganz andere Sehenswürdigkeit mit. Vor der Chapelle Notre-Dame-de-Tronoen gibt es den ältesten Kalvarienberg der Bretagne zu bewundern, der auf ca. 1450 datiert wird. An dieser „Bibel der Armen“ sind biblische Szenen mit Figuren nachgebildet. Im Erklär-Aufsteller neben der Kapelle wird ausdrücklich auf die nackten Brüste Marias hingewiesen. Ist ja mal was anderes und wird hiermit auch fotografisch dokumentiert. Für die Bildung meiner Leser tue ich ja alles! Surferdünen Als wir von der Chapelle hinunter zum Plage de Tronoen fahren, sind wir mehr als beeindruckt. Denn die Bucht von Audierne ist nichts weiter als ein kilometerlanger feiner Sandstrand vor unfassbar blauem Meer mit (am heutigen Tage) sanften Wellen, die in die Bucht laufen. Hier gibt es einen Parkplatz, der ohne Womolatte ausgestattet ist. Keine Selbstverständlichkeit! Allerdings gibt es auch ein unmissverständliches Übernachtungsverbot – wir haben aber den Eindruck, dass viele es hier außerhalb der Saison drauf ankommen lassen werden, ob wirklich jemand kommt. Der Anzahl an Neoprenanzügen nach zu urteilen, scheint das hier ein Hotspot für Surfer zu sein. Strand deluxe Wir machen uns auf eine Wanderung in nördlicher Richtung, die uns den Strand entlang und später durch die Dünen zu einem See führen soll. An dieser Stelle muss ich mich in aller Form für die gestrige Beschreibung des Strandes von Mousterlin entschuldigen. Natürlich war der nicht feinsandig. Das hier ist feinsandig! Dagegen hatten wir es in Mousterlin mit grobem Kiesel zu tun. Ein bisschen herrscht hier auch Lokken-Stimmung. Genau wie in Dänemark haben die Nazis hier Bunker in den Strand gesetzt, die man nicht mehr loswird. Immerhin gibt es Graffitos, um dem tristen Beton wenigstens ein wenig Sinn zu verleihen. Wir genießen den Blick auf die Wellen, den unendlich weiten Strand und alles, was hier so rumliegt. Es ist wahrlich paradiesisch! Das mit dem Paradies nehmen ein paar FKK-Anhänger in den Dünen hier sogar wörtlich und ziehen blank. Stören tut das hier zurecht niemanden. Die blaue Poterie Restlos mit Gückshormonen aufgefüllt kehren wir zum MoMo zurück. Sollen wir einfach hierbleiben? Wir sind uns ziemlich sicher, dass das hier außerhalb der Saison in der Tat keinen stört. Andererseits: Was spricht dagegen, noch etwas weiterzufahren und noch eine weitere schöne Ecke zu entdecken? Auf dem Hinweg hatten wir an der Chapelle bereits ein Hinweisschild auf eine Poterie gesehen. Und eine getöpferte Cidre-Tasse hätten wir eigentlich ganz gerne noch. Also folgen wir dem Schild und landen tatsächlich vor einer geöffneten Tür – im Oktober keine Selbstverständlichkeit mehr. In der Poterie Du Mejou finden wir wunderschöne Nicht-Standardware. Um ein Haar wäre es um uns geschehen und wir hätten uns auch noch einen lebensgroßen Puffin ins Gepäck geladen. Es bleibt dann aber doch bei zwei hübschen blauen Cidre-Schalen, die wir abends dann einweihen. Stellplatz mit Kapelle In Penhors gibt es dann noch einen kleinen Leckerbissen: Direkt an einer kleinen Chapelle, unweit vom Meer, gibt es einen 24h-Wiesenplatz für Womos. Und wie wir es in Frankreich jetzt schon so häufig erlebt haben: kostenlos. Merci à la ville – Danke an die Stadt! Der Sonnenuntergang ist diesmal ein echter Spätzünder. Während wir zu Abend essen, geht die Sonne in den Wolken wenig spektakulär am Horizont unter. Aber wenn man ihr ein wenig Zeit lässt, zaubert sie trotzdem noch rote Farbtupfer an den Himmel!
Momoblog am 17 Okt 2021 21:23:36
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Kurz vor dem Ende der Welt Annette schwingt sich morgens aufs Rad und versorgt uns beim Bäcker mit der Frühstücksdreifaltigkeit Baguette, Croissant und Pain au chcolat. Was sie nicht bedacht hat: den Fahrtwind im Oktober. Der ist dann trotz Sonnenschein nämlich so kalt, dass Hände und Öhrchen erst mal aufgewärmt werden wollen. Flutstrand Wir verfolgen eine simplen Plan. Den herrlich breiten Strand, den wir gestern von Süden nach Norden gegangen sind, wollen wir heute von nördlicher Richtung aus erobern. Aber wie das mit der Flut so ist: da ist kein nennenswert breiter Strand mehr! Stattdessen stehen wir kurz vor dem Höhepunkt der Flut und der sandige Streifen vor dem steinigen Damm wird zusehends schmaler. Zum Fotografieren ein Nervenkitzel: Springt man vor den herannahenden Wellen schnell genug zurück? Das gleiche gilt für Hundebesitzer. Als Toffi bei einer Hundebegegnung mal wieder einen ihrer hysterischen Anfälle bekommt, wird Annette, die sich voll auf den Hund konzentriert, von einer Welle überrollt. Immerhin sind es nur die immerhin wasserfesten Schuhe, die überschwemmt werden… Fermèe Auf unserer Weiterfahrt Richtung Point du Raz wollen wir noch ein paar France-Passion-Plätze abklappern, da man dort auch schöne Leckereien kaufen könnte. Abr wir haben Pech: Die zwei Plätze, die wir ansteuern, sind beide verrammelt - irgendwo bei France Passion vermerkt ist das aber leider nicht. Wir sind froh, dass wir uns da nicht drauf verlassen haben. Ouvert In Plozévet haben wir mehr Glück. Es gibt gleich zwei Boulangerien (Boulangeries?) und eine Boucherie, die wir nacheinander abklappern, um etwas Feines für Nachmittag und Abend zusammenzusuchen. Und nachdem wir in Plogoff ver- und entsorgt haben, können wir auch die letzten paar Meter zum hiesigen Stellplatz in Angriff nehmen. Das Schwerste ist es mal wieder, auf dem großen Gelände den richtigen Platz zu finden. Wir sind aber mit unser teilweisen Ausblick aufs Meer mehr als zufrieden. Hier kann man bleiben. Abendwanderung Vor Sonnenuntergang machen wir noch eine Runde hinunter zur Steilküste. Die Sonne taucht alles in warmes Abendlicht und wir sind ganz hoffnungsvoll, dass es ein weiterer spektakulärer Sonnenuntergang wird. Wir setzen uns ins Gras. Also, eigentlich nur Annette. Ich setze mich zielsicher in den Stechginster neben ihr. Aua! Vor allem, wenn man sich zum Abstützen beherzt mit der Hand zuerst dort hineinbegibt. Die Abendstimmung mit der Sonne über dem Meer und dem vorbeiziehenden Schiff vor golden gefärbtem Meer könnte nicht friedlicher sein. Aber diesmal ist mit dem Untergehen der Sonne die Lightshow dann auch offiziell beendet. Kein Nachbrennen mit verrückten Farben am Himmel. Und trotzdem merkt man: Wir sind hier kurz vor dem Ende der Welt.
Momoblog am 18 Okt 2021 20:11:23
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Doppelpunkt Wir sind hier kurz vor dem Ende der Welt. Aber eine Boulangerie gibt es auch hier. Annette begibt sich auf den Weg dorthin. Vorher will sie noch mal mit den Hunden eine Pipirunde machen, lässt den Plan aber ganz schnell fallen, als die zwei großen schwarzen Hunde unangeleint auf das MoMo zukommen. Da Toffi läufig ist, wollen wir es nicht drauf ankommen lassen, halbfranzösischen Nachwuchs mit nach Hause zubringen. Die Unsitte mit den nicht angeleinten Hunden, die über Stellplätze streunen, haben wir jetzt schon mehrfach beobachtet. Was heißt eigentlich „Der tut nichts, der will bloß spielen!“ auf Französisch? Und, noch viel wichtiger: „Könnt ihr mal eure Köter an die Leine nehmen?“ Pointe Du Raz Wir hadern ein bisschen mit den horrenden Parkplatzkosten an der Pointe Du Raz: 6,50 € (oder 15 € für Übernachtung ohne Service) sind schon eine Hausnummer. Andererseits: Frankreich ist mit Kosten für Stellplätze so vorbildlich, dass man dann an so einer Sehenswürdigkeit auch mal akzeptieren kann, dass über die Parkgebühren die Unterhaltskosten gedeckt werden sollen. Von den angeblich 1000 Parkplätzen sind nur eine Handvoll besetzt. Ich mag mir das Gedränge im Sommer wirklich nicht vorstellen. Auch die unvermeidlichen Souvenir- und Fressstände sind größtenteils geschlossen – trotz des wunderbaren Wochenendwetters! Gewaltig ruhig Wir wählen den südlichen Küstenweg statt der rollstuhlgeeigneten „Autobahn“, die auf direktem Weg zum Kap führt. Als Belohnung erhalten wir einen grandiosen Ausblick of die zerklüfteten Klippen und begegnen so gut wie niemandem. Fast bedauere ich es, dass kein dramatischeres Wetter ist. Diese Felsen verlangen förmlich nach sich brechenden Wellen und hochsprühender Gischt! Andererseits ist es uns natürlich sehr recht, dass wir bei nahezu perfektem Wetter keine Eile haben müssen und ich sogar etwas im vorderen Bereich des Kaps herumklettern kann, ohne Angst haben zu müssen, von einer Sturmböe weggefegt zu werden. Das Wetter ist trotzdem merkwürdig: So eine Mischung aus diesig und gleichzeitiger Klarheit hat man auch nicht oft. Fotografisch ein großes Vergnügen! Baie des Trépassés Wir hatten kurz überlegt, auf dem großen Parkplatz an der Pointe Du Raz zu bleiben und uns wie die Franzosen mit Weinchen und Nüsschen vors MoMo zu setzen. Aber da das schöne Wetter bald zu Ende sein soll, wollen wir lieber weiterfahren. Gut so! Denn als wir zur Baie des Trépassés hinunterfahren, bekommen wir regelrecht Sehnsucht nach Irland: Richtig irisch sieht die schmale Bucht mit den paar Häusern und dem vorgelagerten See aus. Und da es Nachsaison ist, kriegen wir sogar problemlos einen Platz in Strandnähe. Es hat definitiv Vorteile, die Bretagne außerhalb der Saison zu besuchen. Pointe Du Van Nach einem kurzen Strandspaziergang geht es direkt weiter zum nächsten Pointe: Die nördlich gelegene Pointe Du Van ist nicht so grandios wie die Pointe Du Raz. Aber auch hier lohnt sich der Weg entlang der Klippen und die Aussicht auf Cap de Chevre und Pointe de Pen Hir von Crozon in der einen und Pointe Du Raz in der anderen Richtung. Besonders fotogen liegt dann noch die Chapelle Saint-They mit ihren verwitterten Schiefern oberhalb der Klippen. Kastel Koz Als runden Abschluss für diesen Klippentag am Cap Sizun haben wir uns einen der wenigen Orte an der Küste ausgesucht, wo man mit dem Womo noch unreguliert stehen darf. Und der Platz am Kastel Koz ist alles andere als zum Kotzen: Viel Platz, weite Sicht und sogar mit der Möglichkeit, einen kleinen Abendspaziergang auf einen Felsfinger zu machen, der in den Atlantik hineinragt. Très Bien!
Momoblog am 19 Okt 2021 19:53:01
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Zöllnerpfad Wie schön: Das schlechte Wetter verspätet sich um einen Tag. Eigentlich sollte es heute schon regnen und ungemütlich sein. Jetzt sind sich aber alle Wetterberichte einig: Das kommt erst morgen. Und es wird sogar noch besser: Auch die durchgängige Bewölkung ist abgesagt und es ziehen den ganzen Tag über nur fotogene Wolken den Himmel entlang. Pointe du Milier Als wir auf der Straße in Richtung Douarnenez unterwegs sind, sehe ich das Hinweisschild zu einem weiteren Pointe – bei unserem Glück biegen wir kurzentschlossen ab und sehen uns an, was sich dahinter verbirgt. Gute Idee! Der kleine, schräge Parkplatz wäre nichts für eine Übernachtung, aber für eine kleine Wanderung auf dem Zöllnerpfad oberhalb des Meeres bis zum hübschen Häuschen auf der Klippe ist das genau das richtige. Von hier hat man eine besonders schöne Aussicht auf die zwei Kaps der Halbinseln Sizun und Crozon. Und als Bonus kommen wir auf dem Rückweg unserer kleinen Runde noch an der Moulin de Keriolet vorbei, die malerisch in einem Wald versteckt liegt. Von Kervel nach Sainte Anne Nördlich von Douarnenez gibt es wieder eine Kette von tollen Sandstränden. Aber auch jede Menge für Womos verbotene Parkplätze. In Kervel gibt es allerdings einen, auf dem man 48 Stunden stehen darf. Und wir kriegen problemlos einen Platz. Leider hinter einer Hecke, sodass man Meerblick nur im Alkoven hat, aber ansonsten tipptopp. Auch hier kann man natürlich wieder auf den Zöllnerpfad und die Ausblicke sind wahrlich nicht von schlechten Eltern. Freigeist-Hunde Da wir beide Hunde mitnehmen ist auch wieder ein bisschen Nervenkitzel dabei. Weniger von unserer Seite aus, denn Annette hat mittlerweile eine gewisse Routine darin, Toffis Aufregerei zu regulieren. Aber die freilaufenden Hunde (und ihre Besitzer) sind dann die wahre Herausforderung. Direkt am Parkplatz kommt einer auf Elli zugelaufen und als diese sich empört, zieht er von dannen, nur um dann Toffi zu belästigen. Und Herrchen ist offensichtlich völlig überrascht, dass sein Hund nicht hört. Als wir ihnen später auf dem Zöllnerpfad begegnen, wiederholt sich das ganze Schauspiel noch mal. Es nervt, vor allem weil die Ansage „Hund an die Leine“ durchaus deutlich ist! Aussichten Deluxe Für unsere Nachmittagswanderung hätten wir uns keine bessere Strecke aussuchen können. Die Ausblicke sind zum Niederknien und auch der Weg ist richtig abwechslungsreich. Wir kommen noch an einem kleinen Parkplatz vorbei, der wie auf einer Plattform über dem Meer liegt. Kurz überlegen wir: noch mal den Platz wechseln? Da er aber leicht schräg und nicht asphaltiert ist, entscheiden wir uns bei den Wetteraussichten für die sichere Variante. Aber vorgemerkt für eine kommende Reise ist er auf jeden Fall! Nach ein paar Kurven liegt dann der Plage Saint-Anne unter uns. Sanft laufen die Wellen in Zeitlupe ein und man wundert sich über die rote Flagge. Vor allem, als wir sehen, wie ein paar Leute schon weit im Meer stehen(!) und dort noch spazieren gehen. Gilt so eine rote Flagge erst ab 100 Metern Entfernung? Und als wir schließlich wieder zu „unserem“ Strand in Kervel zurückkommen, sehen die paar Strandspaziergänger und die Wellenmuster wie ein surreales Gemälde aus. Sonnenuntergang zu Lande und aus der Luft Kurz vor Sonnenuntergang fällt mir dann noch ein, dass ich ja auch eine Drohne im Gepäck habe. Während Annette mit den Hunden am nahezu menschenleeren Strand entlang läuft, beobachte ich fasziniert die Abendstimmung aus der Luft. Was für ein schöner letzter Abend hier in der Region!
Momoblog am 21 Okt 2021 11:32:15
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Pluie Der Wetterbericht hat nicht gelogen. Für uns ist es trotzdem überraschen. Denn nach dem ganzen sonnigen Wetter hier in der Bretagne können wir kaum glauben, dass es jetzt auch mal regnet. Aber ein Gutes hat es auch: Wir nehmen den Schlechtwettertag extrem gelassen. Unser Plan sieht vor, dass wir in den Nachbarort Plonévez fahren, beim Bäcker fürs Frühstück einkaufen und lieber dort gemütlich frühstücken. Der Strand sieht nämlich nicht sehr einladend aus. Und wir fragen uns, ob das auf dem Sand stehende Auto dort demnächst von der Flut umspült wird… Regen Auf dem Stellplatz in Plonévez findet sich für uns ein Plätzchen und wir können nach dem Frühstück entspannt überlegen, wie die Reise weitergeht. So langsam ist Heimreise angesagt. Was bietet sich da besser an, als bei dem Regenwetter schon mal ein paar Kilometer gen Heimat zurückzulegen? Unsere Wahl fällt auf die Küste zwischen Saint-Brieuc und Saint-Malo, die wir bei unserer Nordbretagnereise vor 5 Jahren ausgespart hatten. Wir kommen gut voran und machen in Rostrenen eine Shoppingpause im Intermarché. (Lest ihr den Ortsnamen auch als Rost-Rennen?) So langsam müssen wir mal daran denken, uns mit Sachen zu bevorraten, von denen wir auch Zuhause etwas haben möchten. Was hier gut ist: Es gibt einen ausgeprägten Regionalaspekt mit bretonischen Waren, die sehr deutlich hervorgehoben und beworben werden. Pause am Kanal Da wir gerne auch eine Kaffeepause machen möchten, suche ich uns einen Stellplatz in der Nähe und als wäre es Vorsehung landen wir wieder am Nantes-Brest-Kanal. In Gouarec gibt es einen Stellplatz unmittelbar am Kanal, an dem wir uns normalerweise wahrscheinlich sofort niedergelassen hätten. Nettes kleines Dörfchen, Ver- und Entsorgung, kostenloser Stellplatz und Wander-, Fahrrad- oder Kajakoption am Kanal. Genau unser Ding. Wir belassen es heute aber beim Kaffeetrinken und einem kurzen Kanalspaziergang in einer Regenpause. Guildo hat uns nicht lieb Wir folgen einer Empfehlung und peilen den Stellplatz in Saint-Cast-le-Guildo an. Hört sich alles super an. Oberhalb des Ortes, aber schnell am Strand, lecker Essen in der Stadt. Die Realität fällt unserer Einschätzung nach ernüchternd aus. Saint-Cast-le-Guildo ist eine typische Sommerferienstadt, in der im Oktober dann schon eher die Bürgersteige hochgeklappt werden. Vieles wirkt schon verwaist und das trübe Wetter macht die Stadt auch nicht attraktiver. Das Navi lotst uns brav zum Strand, aber auf den letzten Metern soll ein Stück sein, dass über 3,5 Tonnen, mit Gespann und über 2,20 m Breite gesperrt ist. Das gilt für uns zwar alles so gerade nicht, hört sich aber anspruchsvoll bis schwierig an. Wir gehen lieber auf Nummer sicher, sperren diese Straße im Navi und fahren 2 Kilometer Umweg. Was wir dann sehen, macht uns nicht fröhlicher. Auf vergleichsweise schmalen und schrägen Parzellen stehen schon einige Womos und versuchen (wahrscheinlich vergeblich) das Gefälle auszugleichen, indem sie auf dem letzten Zipfel ihrer Keile fahren. Auch wir fahren zunächst in eine freie Lücke, kommen uns aber bei diesem Kuschelcamping schnell eingeengt vor. Nein, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir haben noch einen Pfeil im Köcher, der wahrscheinlich auch nicht schlimmer sein kann. Einen Versuch ist’s allemal wert. Allein ist’s schöner Da es schon dämmert, fahre ich auf dem Rückweg jetzt doch die „verbotene“ Strecke. Und ich warte auf den Moment, wo ich merke, warum auf dieser Strecke die Verbote für Gewicht, Länge und Breite ausgesprochen sind. Nur: ich finde sie nicht! Klar, wenn sich im Sommer ein Auto nach dem anderen hier im Gegenverkehr durchzwängt, wird das Sinn ergeben. Im Oktober aber könnte hier wahrscheinlich noch ein Schwertransport mühelos hindurchfahren… Unser Plan B ist ein Stellplatz auf einem Plateau oberhalb des Golfplatzes, etwas südlich von Saint-Cast. Und während wir noch unken, wie viele Womos hier wohl stehen und ab wann wir dann doch noch mal umkehren, kommt der Platz in Sicht. Wir können unser Glück kaum fassen: Wir stehen hier mutterseelenallein und können die Bucht von St.-Jacut-de-la-Mer überblicken. Grandios! Manchmal lohnt es sich einfach, auf das berühmte Bauchgefühl zu hören.
Momoblog am 26 Okt 2021 11:41:50
Ich habe gerade erst gemerkt, dass ich den letzten Blogeintrag noch nicht hier im Forum veröffentlicht habe. Für alle Forumsleser also hier das Ende unserer Bretagnereise. Und kleiner Spoiler: Wir haben den anschließenden Sturm auf der Rückfahrt gut überstanden und sind wohlbehalten Zuhause angekommen.
Danke fürs Mitreisen!
Liebe Grüße Micha
Smaragdküste Ich habe gedacht, dass der Wetterbericht spinnt, der uns vorhersagt, dass die Nachttemperatur nur auf 15° absinken soll. Aber es ist wirklich wie ein Sommertag hier an der Smaragdküste. Damit hatten wir nach dem herbstlichen Regentag gestern nicht mehr gerechnet. Und auch unser Stellplatz hoch über der Bucht ist ein Volltreffer. Oder gibt es viel bessere Dinge, als morgens aus dem Fenster aufs Meer zu blicken? Gezeiten Am Morgen stehen die Zeichen noch auf Flut. Alles sieht so aus, wie man es von einer Bucht erwarten darf. Aber schon wenig später werden die ersten Muschelbänke sichtbar. Und schließlich tauchen all die schwarzen Gestelle auf, an denen wahrscheinlich Abertausende von Miesmuscheln hängen. Ein paar Schiffe sind offensichtlich etlich mit der Ernte beschäftigt. Es ist faszinierend, dabei zuzusehen, wie das Wasser in der Bucht immer mehr verschwindet und ich frage mich, was die mit den Schiffen machen, wenn sie auf Grund laufen. Spontaner Genuss Irgendwann entscheiden wir uns dann aber doch für den Aufbruch. Wir wollen die Halbinsel von Saint-Jacut-de-la-Mer umrunden. Auf dem Weg entdecken wir vor der großen Brücke über die an dieser Stelle mittlerweile schon trockengelaufene Bucht ein Restaurant, was sogar geöffnet hat. Außerhalb der Saison hier nicht immer selbstverständlich. Und Annette recherchiert im Internet schnell, dass das Gilles de Bretagne anscheinend was kann. Zumindest die Fotos sehen gut aus. Spontan beschließen wir, dorthin zurückzufahren. Da es aber keine Wendemöglichkeit gibt, fahre ich noch Richtung Saint-Jacut ab und entdecke, dass das Navi uns über die Straße zum Château du Guildo zurückführen will. Perfekt! Aber nur wenig später machen wir ein langes Gesicht, weil die Straße für Fahrzeuge über 2,10 m und/oder 2,10 m Breite gesperrt sein soll. Diesmal habe ich aber meine Lektion von gestern gelernt. Das wollen wir doch mal sehen! Ich fahre also weiter. Und siehe da, erst vor dem Parkplatz für das Château ist eine Verengung mit nochmaligem Verbot der Durchfahrt. Hier wäre ich dann auch umgekehrt. Aber es kommt für uns noch besser. Denn Annette hat den Geistesblitz, dass wir das MoMo ja hier parken und zu Fuß zum Restaurant gehen können. Denn ein Verbotsschild für Womos gibt es hier nicht. Wir gehen also den steilen Berg hinunter zur Brücke, sind mal wieder beeindruckt von der Ebbelandschaft mit umgekippten Bötchen und nehmen kurz darauf Platz im Gilles de Bretagne. Und weil es so sommerlich ist, sogar auf der Terrasse am „Ufer“. Die Bilder von Google haben uns nicht getäuscht: Es ist wirklich ausgesprochen lecker. Für mich war die Wahl schnell klar: Moules Frites hat es auf diesem Trip noch nicht gegeben und das soll sich schleunigst ändern. Annette macht da eher eine Überraschungsbestellung: „Merlu rôti hört sich doch gut an. Ich wollte was Gebratenes.“ Meine Nachfrage, was denn ein Merlu sei, beantwortet sie mit einem Achselzucken: „Wird schon lecker sein.“ Wir lösen die unerträgliche Spannung für euch mal auf: Merlu ist ein Seehecht und schmeckt ausgesprochen gut. Zumindest, wenn er so gut zubereitet wird wie hier. Und auch über meine Muscheln kann ich nichts Schlechtes sagen. Eher im Gegenteil: Eine so üppig mit frischesten Miesmuscheln gefüllte Schüssel habe ich selten bekommen! Mit vollem Bauch unterwegs Bestens gelaunt gehen wir nach diesem köstlichen Mahl zurück zum MoMo, um die Hunde für die Wanderung herauszuholen. Denn das Wandern war ja unser eigentliches Vorhaben für den Tag! Jetzt ist es 15 Uhr und wir beschließen, dass wir halt so weit gehen, wie wir können und wollen. Es gibt natürlich auch hier wieder den markierten Zöllnerpfad. Erst etwas zu spät dämmert uns, dass wir den bei Ebbe auch getrost ignorieren und stattdessen einfach unten am Strand entlanglaufen könnten. Denn es ist immer noch Ebbe, allerdings mit jetzt einsetzender Flut, von der zunächst aber nicht viel zu sehen ist. Als wir in der 6. Bucht eine Pause machen, gestehe ich Annette, dass ich bei dem leicht schwülen Wetter irgendwie nicht der fitteste bin. Vielleicht bin ich auch nur von der Schwüle überrascht – das verbinde ich so gar nicht mit der Bretagne! Wir beschließen, die Wanderung zu halbieren und an der Engstelle der Halbinsel auf die andere Seite zu wechseln, damit wir die Aussicht nach Osten auch mal gehabt haben. Der Blick nach Osten ist dann erstaunlicherweise gänzlich anders. Hier sehen wir weniger Strände, sondern mehr Salzwiesen. Und wir lösen die Frage auf, was mit den Muschelernteschiffen passiert, wenn das Wasser weg ist. Antwort: Dann wird halt gefahren! Die Flut kommt Nachdem wir die Halbinsel zum zweiten Mal überquert haben, kommen wir wieder zu den Stränden der Westküste zurück. Und dort ist das Wunder der Flut passiert. Wo vorher noch alles voller Algen, Schlick und Muscheln war, ist nun das Wasser zurückgekehrt. Und der Strand sieht auch wieder wie ein Strand aus. Wir genießen noch mal den Blick aufs Meer, denn ab morgen werden wir die Rückreise antreten. Bretagne, es war wieder wunderschön bei dir und wir kommen sicher nicht erst in 4 Jahren wieder! Und gut, dass Annette mich abends daran erinnert, dass ich noch mal mit der Drohne übers Château und die Bucht fliegen könnte. Denn die Smaragdküste trägt ihren Namen hier ja nicht zu Unrecht!
Heraline am 26 Okt 2021 21:16:31
Nochmals ganz herzlichen Dank für euren wundervollen Reisebericht und fürs mitnehmen! Es hat soviel Spaß gemacht und ich bin echt ein bisschen traurig, dass es vorbei ist!
Connie
bonjourelfie am 26 Okt 2021 21:31:41
Hallo, ich bin natürlich auch wieder die ganze Zeit mitgefahren und hab jetzt richtig Lust auf die Bretagne. Danke dir für diesen wieder einmal wunderschönen Reisebericht. LGElfie , z.Zt.am Lago Maggiore (P.S. Morgen wollen wir ins Verzascatal. Sind die Straßen dort sehr eng?)
bonjourelfie am 26 Okt 2021 21:32:22
Hallo, ich bin natürlich auch wieder ...doppelt??
Momoblog am 26 Okt 2021 22:44:28
bonjourelfie hat geschrieben:(P.S. Morgen wollen wir ins Verzascatal. Sind die Straßen dort sehr eng?)
Es ist schon eng, aber nichts, was ich als besonders kitzelig in Erinnerung habe. Im Sommer mit viel Gegenverkehr mag das anders sein. Ich denke, jetzt müsste es recht problemlos zu fahren sein. Vor allem den ersten Teil mit den Serpentinen und der ordentlichen Steigung hatte ich nicht so erwartet. Aber auf jeden Fall machbar.
Und wenn ihr auch in Sonogno übernachtet, könnt ihr ja auch in die Grotta Efra zum Abendessen gehen. Habe gerade noch mal nachgelesen: Das war gut da --> Link!