
Die Planung unserer Wohnmobilreise im Frühsommer 2021 gestaltet sich schwierig und wird insbesondere durch zwei Faktoren beeinflusst: Fast überall in Europa sinken die Corona-Inzidenzwerte und ermöglichen nach langer Abstinenz endlich wieder halbwegs unbeschwertes Reisen. Allerdings gelten zahlreiche Länder noch immer als Risiko- oder gar Hochinzidenzgebiete, verbunden mit massiven Einschränkungen, was natürlich auf die finale Entscheidung unseres Reisezieles Einfluss hat. Unseren ursprünglichen Plan, Rumänien zu bereisen, haben wir schon vor längerer Zeit aufgrund der ungewissen Situation rund um die Pandemie zugunsten einer Dreiländer-Tour durch die Alpen (Österreich, Schweiz, Italien) zurückgestellt.
Die mittelfristigen Wettervorhersagen prognostizieren eine Woche vor dem geplanten Start für den Alpenraum, aber auch große Teile Mitteleuropas, Dauerregen und für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrige Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad, in höheren Lagen sogar Schnee. Somit planen wir unsere Reise zum zweiten Mal um, was kein größeres Problem darstellt, da wir bei unseren Wohnmobil-Reisen grundsätzlich flexibel sein wollen und keine Stell- oder Campingplätze im Voraus buchen. Kroatien ist nunmehr das ausgewählte Sehnsuchtsziel, soeben seitens des Bundesgesundheitsministerium vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet zurückgestuft worden – das bedeutet, keine Quarantäne bei der Rückreise.
Wir werden uns schwerpunktmäßig auf Norddalmatien konzentrieren, das aufgrund seiner vielseitigen Landschaften von mediterran bis alpin viel Abwechslung verspricht. Natürlich stehen unterwegs auch Wanderungen in einigen Nationalparks, die zu den spektakulärsten Naturwundern Europas zählen, auf dem Programm.
25. Mai 2021 – Von Isernhagen nach Hammelburg – 330 km
Nach einem für uns beide arbeitsreichen Tag machen wir uns nachmittags auf die ersten Kilometer in Richtung Süden. Die A 7 ist mit seinen nicht enden wollenden Baustellen gewohnt unangenehm zu fahren, jedoch mussten wir uns gegen die in der Regel stressfreiere Route über die A 9 entscheiden, da in Sachsen die Öffnung der Stellplätze aufgrund der noch immer relativ hohen Corona-Inzidenz nicht so weit fortgeschritten ist wie in Bayern. Unser heutiges Ziel ist der städtische Wohnmobil Stellplatz in Hammelburg, direkt am Ufer der Fränkischen Saale gelegen. Das nette Kleinstädtchen präsentiert sich uns bei acht Grad und Nieselregen alles andere als einladend und frühsommerlich. Wir lassen uns dennoch nicht unsere Urlaubsstimmung verderben und stoßen mit einem leckeren Frühburgunder von der Ahr vom Weingut Kreuzberg, einem unserer „Stamm-Lieferanten“ für Spätburgunder Wein, auf unseren bevorstehenden Urlaub bei ganz sicher angenehmeren Temperaturen an.
Am Abend lässt der Regen nach, so dass wir zur blauen Stunde noch einen kleinen Spaziergang in Hammelburg unternehmen. Das gegenüberliegende Kellereischloss und die imposante Kirche „Johannes der Täufer“ spiegeln sich malerisch in einem davorliegenden kleinen Weiher. Da aufgrund der Pandemie noch alle touristischen Restaurants und Kneipen geschlossen sind, scheint in Hammelburg der „Hund verfroren“ zu sein.

26. Mai 2021 – Von Hammelburg nach Altenmarkt (Österreich) – 520 km
Auch am Morgen gibt das Ensemble von Schloss und Kirche vor dem Weiher ein tolles Fotomotiv ab, auch wenn die Fassade des Schlosses derzeit von einem Baugerüst umgeben ist.
Nach dem Frühstück im Wohnmobil mit leckeren frischen Brötchen aus der nahe gelegenen Bäckerei Emmert fahren wir im strömenden Regen nach Ingolstadt. Während Corinna im „Village-Outlet“ eine kurze Shopping-Tour macht (die aufgrund der Corona-Bürokratie allerdings eher frustrierend ausfällt), arbeite ich ein paar Stunden im Wohnmobil. Die zweite Etappe des heutigen Tages führt uns an München vorbei in Richtung Salzburg.
An einer Raststätte kaufen wir eine Go-Box, die in Österreich für Wohnmobile über 3,5 Tonnen obligatorisch ist, wenn man Autobahnen und Schnellstraßen benutzen möchte. Die Mindestaufladung beträgt 80 € im Pre-Paid Verfahren, davon gehen 5,– € für die Go-Box direkt vom Guthaben herunter. Anschließend muss die Box an die Windschutzscheibe geklebt werden. In Österreich gibt es in Coronazeiten eine „Pre-Travel-Clearance“-Pflicht, das heißt, alle Einreisenden müssen sich online registrieren. Ein negativer Test, eine überstandene Corona-Infektion oder eine Erstimpfung, die mindestens drei Wochen zurückliegt, ist Voraussetzung.
Seit München regnet es nicht mehr und die Temperaturen steigen kontinuierlich. Der Grenzübertritt nach Österreich ist unproblematisch – wir werden ohne Kontrolle durchgewunken. Bei immerhin 16 Grad Celsius erreichen wir gegen Abend unser nächstes Etappenziel, den Wohnmobilstellplatz Kellerbauer in Altenmarkt im Pongau (nicht zu verwechseln mit dem bei Google Maps eingetragenen gleichnamigen Stellplatz im benachbarten Werfen, der überhaupt nicht existiert!).
Alte Erinnerungen werden wach, da wir in diesem Tal sehr häufig in Schladming Ski gefahren sind! Der Stellplatz ist extrem ruhig gelegen und von einer traumhaften, schneebedeckten Bergkulisse eingerahmt. Die netten Betreiber meinen, es handele sich hierbei um gerade erst gefallenen Neuschnee (… und das Ende Mai!!!).
Heute Abend steht noch ein besonderes Ereignis auf unserem Programm: Der erste Indoor-Restaurantbesuch nach acht Monaten Corona Lock-Down, was fotografisch natürlich festgehalten werden muss! Das Restaurant Römerkeller ist jetzt nicht gerade ein Gourmettempel, dennoch genießen wir die recht ordentliche Pizza in vollen Zügen. Und die extrem nette Bedienung ist offensichtlich ebenso begeistert wie wir, dass Pandemie bedingte Schließungen von Restaurants nun hoffentlich ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

27. Mai 2021 – Von Altenmarkt nach Senj – 380 km
Morgens befinden wir uns alsbald wieder auf der Autobahn. Die Mautgebühr auf der Strecke zwischen Salzburg und Villach beträgt inklusive Tunnelgebühr knapp 60,– € one-way. Beim Grenzübertritt nach Slowenien hinter dem Karawankentunnel finden ebenfalls keine Kontrollen statt, so dass wir auf direktem Weg die erste Darsgo-Verkaufsstation für die Autobahngebühr ansteuern. Da wir bereits zu Hause online 50,– € aufgeladen haben, müssen wir mit dem zuvor ausgedruckten Formular lediglich noch die Box gegen eine Gebühr von 10,– € abholen. Auf den slowenischen Autobahnen ist ebenfalls entspanntes Fahren angesagt. Hinter Postojna endet die Autobahn und wir quälen uns über eine ziemlich schlechte Landstraße bis zum Grenzübertritt nach Kroatien in Rupa.
Unsere zu Corona-Zeiten verpflichtende Reiseankündigung inklusive Hochladen der Impfbestätigung (bzw. der Bestätigung über einen maximal 48 Stunden alten negativen Covid-Schnelltest) haben wir bereits online von zu Hause durchgeführt und sollten mit dem ausgedruckten Formular eigentlich die schnelle gelbe Spur an der Grenze befahren dürfen. Die dazugehörigen Zollstation ist jedoch unbesetzt, so dass sich alle Fahrzeuge in einer Spur einreihen müssen. Bei der Kontrolle will der Polizist indes nichts von dem vorab ausgedruckten Formular wissen und fragt anstatt dessen noch einmal nach dem Covid-Test Zertifikat. Wir sind natürlich vorbereitet und können ungehindert einreisen. Verglichen mit „normalen Zeiten“ erscheint das gesamte Grenzübertritts-Procedere etwas mühsam, aber am Ende ist alles halb so schlimm, wenn man sich im Vorfeld ausreichend informiert.
Es ist nun nicht mehr weit bis Rijeka, wo wir auf die Adria-Magistrale stoßen, die nicht zu Unrecht zu den schönsten Straßen Europas gezählt wird. Sie führt unmittelbar am azurblauen Mittelmeer entlang. Da wir in Senj einen Campingplatz ansteuern, der im Umeld keinerlei Einkaufsmöglichkeit bietet, kaufen wir im gut sortierten Spar-Supermarkt in Selce für die nächsten Tage ein.
Die Lage des Campingplatzes Kozica wenige Kilometer vor Senj ist wahrlich ein Traum. Wie erwartet ist der Platz trotz der Pfingstferien in Bayern leer, so dass wir einen Stellplatz in erster Reihe mit Blick auf die Insel Krk belegen können. Wir kommen nach der langen Fahrt mit beruhigendem Blick auf die spiegelglatte Kvarner Bucht erst einmal zur Ruhe.
Unzählige Nachtigallen trällern um uns herum ein lustiges Liedchen, während wir draußen auf dem Meer einen Schwarm Möwen beobachten, der kreischend die Überbleibsel von jagenden Thunfischen einsammelt. Auch entdecken wir einige Neuntöter, die immer wieder erhabene Warten in den Bäumen anfliegen, um Beute zu erspähen. Einzige kleine Minuspunkte des Campingplatzes: Zum einen befindet sich die Magistrale über uns in Hörweite. Zum anderen muss man wissen, dass man sich vom Platz aus weder zu Fuß noch mit dem Fahrrad fortbewegen kann, es sei denn, man möchte todesmutig mit dem Fahrrad die Magistrale befahren!
Zum Dinner bewegen wir uns keinesfalls von diesem einzigartigen Plätzchen fort, zumal die Speisekarte des Campingplatz-Restaurants mit Cevapcici, Wiener Schnitzel und Rasnici keine kulinarischen Highlights anzubieten hat.

28. Mai 2021 – Senj
In der Nacht hat die Bora kräftig von den Bergen herabgeblasen und unser Wohnmobil mächtig durchgeschüttelt. Morgens ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei, und wir genießen ein ausgiebiges Frühstück. Heute haben wir uns einen Tag zum Relaxen vorgenommen. Wir verbringen zunächst ein paar Stunden am Strand und ich wage sogar ein Bad in den kühlen Fluten des Mittelmeers. Das von den Bergen herabfließende Schmelzwasser kühlt das Mittelmeer ab und trägt zu den extrem niedrigen Wassertemperaturen von maximal 16 ° Celsius bei. Die kleine Bucht besteht aus groben Kieseln, das Wasser ist kristallklar.
Am Abend weihen wir unseren neuen Camping-Gasgrill ein (ein Enders Urban Pro) und sind vom Ergebnis begeistert! Diesen Grill können wir nur allen Wohnmobilisten empfehlen, zumindest denen, die ein bisschen Platz in der Garage haben. Während die Sonne eindrucksvoll hinter den Karstfelsen von Krk versinkt, genießen wir noch einmal das außergewöhnliche Ambiente während des Dinners.

29. Mai 2021 – Von Senj zum National Park Sjverni Velebit
Nachdem wir morgens unser Wohnmobil startklar gemacht haben, befahren wir die Magistrale südwärts. Auf dem Streckenabschnitt bis Sveti Juraj eröffnen sich uns immer wieder fantastische Ausblicke auf das vorgelagerte Adria-Inselarchipel! In Sveti Juraj verlassen wir die Magistrale und schrauben uns in Serpentinen mit Steigungen bis zu 15 Prozent hoch zum Velebit Nationalpark Eingang. Dort entrichten wir unsere Eintrittsgeld von 6,– € pro Person und quälen uns langsam den Schotterweg hinauf zum Parkplatz von Zavizan. Die Piste hat zwar etliche tiefe Schlaglöcher, ist jedoch mit einem Wohnmobil unserer Größenordnung bei vorsichtiger Fahrweise machbar.
Eine dringende Empfehlung vorab: Diese Tour ist nur mit guten Bergschuhen zu empfehlen, keinesfalls mit Turnschuhen oder anderem leichten Schuhwerk! Unser Weg führt uns zunächst in Richtung der Berghütte Zavizan. Den rot-weißen Markierungen folgend besteigen wir alsbald die grasbewachsene Kuppe des Zavizanska Kosa, knallblaue Frühjahrs-Enziane säumen dabei den Weg. Der Abstieg vom ersten Gipfel ist durch ein steiles Karst-Geröllfeld etwas unangenehm.
Alsbald beginnt mit einigen Kletterpassagen der Aufstieg zum nächsten Gipfel, dem Balinovac. Kurz vor dem Ziel führt der Pfad durch einen nahezu senkrecht aufsteigenden Kamin, der jedoch bei normaler sportlicher Konstitution machbar sein sollte.
Der Blick vom Gipfel auf die Kvarner Bucht ist einfach nur berauschend. Auf einem Felsen sitzend geben wir uns eine ganze Weile demütig diesem fantastischen Ausblick hin.
Der Abstieg führt uns über den nun nicht mehr ganz so steil abfallenden Pfad durch ein Geröllfeld direkt hinein in einen märchenhaften Buchenwald und später zum „botanischen Garten“, in dem die hiesige Pflanzenwelt auf Schildern erklärt werden. Dem breiten Fahrweg folgend setzen wir unseren Weg fort hinauf zur Zavizan Hütte, wo wir uns für alle „Mühen“ mit einem kühlen Bier belohnen.

29. Mai 2021 – Insel Pag
Auf gleichem Weg fahren wir zurück zur Magistrale und weiter südwärts zum Fährhafen von Prizna. Von dort aus geht die Fähre hinüber auf die Insel Pag (Ticket für unser Wohnmobil ca. 30,– €). Die Überfahrt dauert gerade einmal 15 Minuten. Auf der Fähre kann man deutlich die deutschen Urlauber erkennen, die noch immer sensibilisiert von den Corona-Restriktionen eine Maske bei sich tragen, während die meisten Kroaten sich schon wieder frei bewegen, als sei in den letzten anderthalb Jahren nichts gewesen!
Die dem Festland zugewandte Ostküste ist durch den Einfluss der stürmischen Bora nahezu kahl. Einst wurde der Baumbestand von den Venezianern für den Schiffsbau abgeholzt, wovon sich die Insel auf dieser Seite nicht mehr erholte. Die Landschaft wirkt wie eine von unzähligen Steinmauern eingefriedete Mondlandschaft. Die Westküste hingegen, die von der Bora verschont bleibt, ist reich an Vegetation. Hier sind großflächige Olivenhaine, Pinienwälder sowie Wein- und Ackerfelder anzutreffen.
Wir steuern auf direktem Weg den kleinen Campingplatz Drazica an, der auf dem nördlichsten Zipfel, der Halbinsel Lun, gelegen ist. Die Anfahrt zum Platz ist abenteuerlich: Das enge, durch Steinmauern begrenzte Sträßchen, windet sich hinab zum Meer. Für ein 7,5 Meter langes Wohnmobil ist der Weg gerade so eben noch machbar, ebenso wie das Rangieren auf dem steil ansteigenden Stellplatz selbst. Nicht alle Stellplätze des Platzes sind aufgrund der steilen Zufahrten für Wohnmobile erreichbar. Auch wenn wir nicht einen der beiden Premium-Stellplätze in erster Front am Meer bekommen, so ist unser Platz in einem alten Olivenhain dennoch sehr nett. Der Campingplatz ist top-ausgestattet: Jeder Stellplatz verfügt über einen eigenen Stromanschluss sowie Wasserver- und Entsorgungsmöglichkeit. Der freundliche Besitzer spricht sehr gut Deutsch und bietet einen täglichen Brotservice an, da es vor Ort keine Einkaufmöglichkeit gibt. Allerdings gibt es unten am Meer das neue Restaurant „Villa Mediteran“, das wir am Abend direkt ausprobieren. Wir bestellen frische, leckere Calamari vom Grill und als Vorspeise die Spezialität von Pak, Schafskäse.

30./31. Mai 2021 – Insel Pag
Mit dem Fahrrad wollen wir heute nach Lun radeln – einzige Möglichkeit dazu ist oben die Hauptstraße, die in der Hauptsaison durch massiven Autoverkehr für Fahrradfahrer allerdings sehr gefährlich sein soll. Jetzt, zu „Noch-Corona-Zeiten“ und zudem in der Nebensaison, ist der Verkehr noch mehr als überschaubar. Hinter den Steinmäuerchen entlang der Straße grasen friedlich Ziegen und Schafe, auf dem Festland erhebt sich das imposante Velebit Massiv. Wir haben wahnsinniges Glück: Hoch oben am Himmel kreisen drei Gänsegeier, die vom Velebit Gebirge eine Stippvisite auf die Insel wagen. Schließlich lassen sie sich auf einem Hügel nieder, um vom Boden aus Aas zu erspähen – leider kommen wir nicht nahe genug an die Vögel heran, um brauchbare Fotos schießen zu können. Gänsegeier sind aufgrund des geringen Nahrungsangebotes rar geworden. Sie weisen eine Spannweite von bis zu 2,70 Meter auf.
Kurz vor Lun befindet sich ein Parkplatz für den Besuch des Olivenhains, in dem 80.000 Bäume gedeihen. Zur Saison kostet der Besuch des Hains Eintritt, jetzt aber ist der Ticketschalter am Eingang 1 verwaist. Der ausgebaute Wanderweg führt durch die knorrigen, alten Bäume – der älteste Baum weist ein eindrucksvolles Alter von 2.000 Jahren auf.
Der Weg endet in Tovarnele, wo wir uns in der Nähe des Hafens im Restaurant Jadran niederlassen. Einige der touristischen Einrichtungen in dem verschlafenen Nest haben in Nach-Pandemie-Zeiten noch nicht wieder geöffnet. Auch das Jadran bedient erst seit wenigen Tage wieder auf seiner Außenterrasse seine wenigen Gäste. Wir stellen einmal mehr fest, dass sich das Leben hier in Kroatien fast wie in Zeiten vor der Pandemie anfühlt! Kaum ein Mensch trägt mehr Maske, am Nebentisch zelebriert eine größere Gruppe Einheimischer während des Essens lachend den freien Sonntag. Während wir leckeren, gegrillten Tintenfisch essen, zieht unter uns ein Kormoran seine Runden.
Für den Rückweg wählen wir den Pfad entlang des Meeres. Der aussichtsreiche kleine Spazierweg, der durch herrlich duftenden Ginster und allerlei blühende Kräuter führt, ist großartig.
Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz an der Hauptstraße und radeln zurück. An einem Bauernstand legen wir einen Zwischenstopp ein und kaufen dort ein großes Stück vom leckeren Pager Schafskäse sowie Olivenöl.
Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit Sonnenbaden an einer der beiden Buchten am Camp Drazica. Am Strand herrscht eine himmlische Ruhe, genauso wie wir es lieben!
Am nächsten Tag versuchen wir über den Küstenpfad zu Fuß zum Nachbarweiler Jakisnica zu gelangen. Wir kommen am Campingplatz Olea vorbei, der terrassenförmig angelegt ist. Man hat von vielen Plätzen aus Meerblick, allerdings kaum Schatten. An einem Privatgrundstück endet unser Spazierweg abrupt. Ein Zaun hindert uns am Weiterkommen, so dass wir umkehren müssen. So vertiefen wir uns am Strand in unsere Bücher und genießen die Stille und den Blick auf das kristallklare Meer.
In dem kleinen benachbarten Restaurant Bravica essen wir am Abend. Auf der Speisekarte stehen nur ein paar kleine Snacks, die jedoch allesamt sehr lecker sind. Wir entscheiden uns für Pager Käsesalat sowie Bruschetti, die sehr interessant mit frischer Minze angemacht sind sowie einem Omelett mit Tintenfisch. Dazu gibt es einen einfachen weißen Pager Landwein, „Zutica“ genannt. Alle angebotenen Produkte sind hausgemacht und werden im eigenen Garten oder auf dem Feld angebaut. Einiges davon, wie das leckere Olivenöl, Käse oder Marmelade kann man auch außer Haus erwerben. Obwohl lediglich vier kleine Tische zu bedienen sind, muss man hier sehr viel Geduld mitbringen – das Betreiber-Ehepaar hat die Ruhe weg. Aber wen kümmert das schon, wenn vor einem die Sonne romantisch im Meer versinkt?

Den kompletten Foto-Reisebericht mit allen Fotos findet ihr hier: --> Link

