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Heizung defekt?


humanVTEC am 15 Jan 2022 16:01:52

Wir haben in unserem Ducato 230 jene Heizung verbaut, siehe Fotos. Da wir bisher immer unterwegs waren bei milden Temperaturen, haben wir die Heizung noch nicht gebraucht. Nun will ich, der jüngste von unserer Familie demnächst etwas rumtouren und werde über die Nacht wohl die Heizung nutzen müssen.
Mein Vater ist derzeit erkrankt und kann mir zum Betrieb etc. nichts sagen, die Bedinungsanleitung finde ich nicht. Die Abdeckung ist abgeflogen und es ist derzeit wie auf den Bildern zu sehen ist. Nun meine Frage ob hier einer zwischen Duisburg und Köln wohnt, der die Heizung kennt, mal testen könnte und mir die Funktionen erklären würde. Natürlich würde ich mich gern revanchieren.

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andwein am 15 Jan 2022 16:18:53

humanVTEC hat geschrieben:Wir haben in unserem Ducato 230 jene Heizung verbaut, siehe Fotos.

Es ist eine Truma 3002 mit Zündung über Batterien, Batteriefach ganz unten, braun, links und rechts 2x Plastikklemmen. Die werden entweder nur leer oder auch total ausgelaufen sein. In dem Fall brauchts ein neues Batteriefach.
Ansonsten:
Funktion und Fehlersuche Truma S3002K und 5002
Und jetzt das Gleiche für die alte Ofenheizung der S 3002K bzw. 5002 Serie.
Zuerst auch hier wieder eine kleine Beschreibung der Funktionsweise:
Die Frischluft wird durch eine Bodenöffnung (Achtung Staub, Schmutz, Insekten, Mäuse) angezogen, die Abgase über einen Dachkamin abgeführt.
Die Heizung besteht aus einem zweiteiligen Brenner (kleiner Zündbrenner und großer Hauptbrenner), Gasventil mit Regler inklusive Magnetventil und einem angeschlossenen elektrischen Thermoelement zur Flammüberwachung, Zünd-sicherung, Brennkammer und regelbarem Gebläseventilator.
Der Kreis Thermoelement /Magnetventil ist kombiniert mit einem Thermoschalter (nur S3002K bis BJ2005), der bei Überhitzung die Zündflamme und damit auch die Hauptflamme ausschaltet. An dem Gasventil ist außerdem ein kupferner Temperaturfühler angeschlossen, der den Hauptbrenner entsprechend der Raumtemperatur und der Stellung am Einstellknopf in Gang setzt und steuert.
Die Flamme des Zündbrenners wird durch einen Piezozünder oder eine Zündelektronik gezündet. Bei der Zündelektronik gibt es zwei Varianten, die eine mit zwei 1,5V-AA-Batterien und die andere mit einem Anschluss an das 12 V Bordnetz (S3002K).
Die Zündelektronik erkennt die Flamme durch einen feinen Stromfluss durch die (dann als Überwachungselektrode) geschaltete Zündelektrode. Der Mikroschalter für die Zündelektronik befindet sich im Gasventilregler. Wenn der Einstellknopf nach unten gedrückt wird, erfolgt die Zündung. Bei der mit Batterien betriebenen Box hört die Zündung erst auf, wenn die Flamme brennt oder die Batterien leer sind.
Die mit Bordnetz-Spannung betriebene Box hat eine Sicherheitszeit und schaltet die Zündung nach 60 Sekunden aus und die Störlampe ein.
Der Hauptbrenner kann also nur gezündet werden, wenn das Thermoelement Strom liefert, der Haltemagnet hält und wenn der Startknopf nicht mehr gedrückt gehalten wird.
Und jetzt zur Fehlersuche, wir starten mit dem elektrischen Teil:
1. Ist durch das Schauglas (Schauglas sauber?) ein Zündfunke zu sehen/hören, wenn der Drehregler an der Heizung eingedrückt und nach rechts gedreht wird?
2. Handelt es sich um die „Batteriezünder-Version“, wechseln Sie die Batterien, reinigen Sie die Batteriehalterkontakte mit Kontaktspray oder Zigarettenasche und unterlegen Sie die Plastikklemme an der Batterieboxaußenseite zwecks besserer Klemmspannung mit einem Stückchen Papiertaschentuch.
3. Haben Sie die 12 V Bordnetz-Version, überprüfen Sie den 12 V Kreis von Ladegerät zu Heizung inklusive der Sicherung.
4. Wenn hier alles o.k. ist, kommt als nächstes der Mikroschalter im Gasregler als Fehlerursache in Frage. Dazu müssen Sie die Verkleidung abnehmen. Links und rechts unten befinden sich zwei Federspangen, die Sie nach unten und innen drücken. Danach können Sie das Verkleidungsblech nach oben aushängen.
5. Entnehmen Sie die Batterien bzw. die 12 V Sicherung und sprayen Sie den Regler durch alle Öffnungen mit Kontaktspray. Drehen Sie immer auf/zu/auf/zu.
Blasen Sie eventuelle Kontaktsprayreste mit Druckluft ab. Setzen Sie nach 5 Minuten die Batterien/Sicherung wieder ein und versuchen Sie, die Heizung zu zünden.
6. Überprüfen Sie die Zündleitung (gewebeisoliertes Kabel) von der Zündbox zum Brenner. Dazu müssen Sie allerdings unter das Wohnmobil kriechen. Eventuell ist die Kabelisolierung durchgescheuert/angebissen oder sogar gebrochen (Korrosion).
7. Erfolgt trotz der Aktionen keine Zündung, ist entweder die Zündelektronik oder der Mikroschalter defekt!
8. Rein theoretisch könnte auch der eingebaute Überhitzungs-schutzschalter defekt oder dessen Anschlüsse korrodiert sein. Er schaltet die Gaszufuhr bei Überhitzung (Ventilator läuft nicht) über den Magnetschalter ab. Den Schutzschalter können Sie zur Fehlersuche mit einer Büroklammer überbrücken.
9. Sehen und/oder hören Sie den Zündfunken, liegt der Fehler in der Gaszufuhr oder einem verschmutzen Brenner. Um den Brenner zu reinigen, müssen Sie unter den Wagen kriechen. Dort nehmen Sie das nach unten ragende Ansaugteil ab (zwei Flügelschrauben). Jetzt können Sie den Brenner mit Hilfe einer Druckluftdose ausblasen.
Achtung: Schutzbrille aufsetzen! Bauen Sie das abge¬schraubte Teil danach wieder an, sonst müssen Sie nochmals unter das Wohnmobil kriechen!
10. Wenn der Brenner sauber ist, kommt der Gasregler als Störungsursache in Frage. Durch Fett und Schmutz ist der oft schwergängig, auch hier hilft aber Kontaktspray. Einfach an der Steckachse herunter laufen lassen und danach alles sauber abwischen.
11. Als Fehlerquelle kommt auch der Anschluss des Thermo¬elements der Flammüberwachung/Zündsicherung an das Magnetventil in Frage. Auch hier liegt das Problem meist an einer Kontaktkorrosion, die mit Kontaktspray und leichtem Nachbiegen der Kabelstecker behoben werden kann.
12. Kontrollieren Sie auch das Kaminrohr, vor allem den Anschluss an die Heizung. Es ist ein doppelwandiges Rohr und läuft nach oben durch das Dach. Da kein Brennerlüfter eingebaut ist benötigt die Heizung natürlichen Luftzug. Bei schneebedecktem Dach ist das manchmal nicht gegeben.
13. Wenn die Heizung läuft, aber trotzdem keine oder nur ungenügend Wärme bzw. ein ungenügender Luftstrom aus den Ausströmern kommt, muss man den Gebläseventilator überprüfen. Rein theoretisch kann der Fehler in der Gebläsesteuerung (brauner Kasten mit Schiebeschalter und Drehknopf) liegen, von hier bekommt der Motor seine Spannung. Ein Fehler in der robusten Elektronik ist aber unwahrscheinlich.
14. Wahrscheinlicher ist ein Fehler am Motor. Nehmen Sie die Abdeckkappe ab und bauen Sie den Motor aus. Das größte Problem sind die meist völlig verschmutzen Ventilator-schaufeln. Zu viel Schmutz bremst den Lauf und damit die Gebläseleistung. Außerdem wird der Lauf unwuchtig, mach mal streift dann ein Lüfterflügel am Gehäuse. Reinigen Sie alle Schaufeln sehr sauber mit Holzstäbchen, Pinsel und Spiritus! Zum Test einmal anschalten und sofort wieder ausschalten. Das Lüfterrad muss dann mindestens noch fünf Umdrehungen nachdrehen!
15. Ist dies nicht der Fall, müssen die bronzefarbigen Sinterlager gereinigt werden. Diese sind eigentlich selbstschmierende Lager in denen das Öl im Sinterguss sitzt. Aber Lager und Welle können verharzen und müssen dann mit Aceton oder Benzin gereinigt werden. Das „Nachfetten“ geht einfacher wenn Sie die Lager mit dem Heißluftfön vorher erwärmen! Dann geben Sie einen Hauch von Molybdän- oder Heißlager-fett in das Lager und lassen es einziehen. Danach schieben Sie die Welle wieder sauber in die beiden kugelförmigen Sinterlager. Bei der Gelegenheit können Sie gleich die Zwischenräume der Kollektorpole mit einem Zahnstocher und Pinsel von Kohlenabrieb reinigen, mit Benzin entfetten und neue Kohlen einsetzen. Die passenden Kohlen erhalten Sie in einem guten Elektrofachbetrieb.
16. Beim Einsetzen der Motorwelle sollten Sie die Halterung der Lager immer erst leicht anschrauben, die Leichtgängigkeit der Welle prüfen, eventuell mit dem Schraubendreherheft leicht gegen die Achswelle klopfen um damit die beiden Lager in ihrer Befestigung axial auszurichten, weiter anziehen und wieder prüfen. Wenn die Welle plötzlich wieder schwergängig dreht, das Ganze wieder auf Anfang!
Wenn die Heizung jetzt wieder funktioniert und generalüberholt ist, gibt sie weiterhin viel Wärme. Sind aber Teile der Heizung irreparabel defekt, wird es schwierig. Die Ersatzteilversorgung von Truma für dieses Modell ist seit Jahren eingestellt, Teile gibt es nur auf dem freien Markt, z.B. über eBay oder in den Restekisten der Wohnmobilhändler.
Gruß Andreas

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