Navicacher am 01 Mär 2022 12:28:31 Hallo, die Berichte über frierende, hungrige und durstige Flüchtlinge aus der Ukraine haben mich sehr bewegt. Heute, am 1. März werden doch viele Wohnmobile mit Saisonkennzeichen aus der Winterpause geholt und viele scharren mit den Hufen, daß es wieder los geht. Wie wäre es mit einer spontanen Reise an die polnisch/ukrainische Grenze, um den dort ankommenden Flüchtlingen ein vorübergehendes warmes Plätzchen mit einem heißen Getränk, evtl einer heißen Mahlzeit und einer Toilette anzubieten, bevor sie weiterziehen? Mit 100 Litern Wasser und ein paar Gasflaschen an Bord lassen sich 500 heiße Tee oder Kaffee ausgeben. Ein paar Paletten Dosensuppen passen auch in die Heckgarage. Da muß doch was gehen? Gruß Martin
scubafat am 01 Mär 2022 18:49:22 Soll ja nicht böse klingen, aber wenn ich mir vorstelle das mein WoMo zum Toilettenwagen wird …….. :?
NeuerCamper2021 am 01 Mär 2022 20:20:01 Gute Idee, kannst ja berichten wie es läuft.
duca250 am 01 Mär 2022 20:27:20 Moin, ich bitte keine weiteren ablehnenden Kommentare zu der Bitte bzw. dem Vorschlag zu posten, das gehört sich einfach nicht und ich bitte das zu respektieren. Wer von uns die Flüchtlinge unterstützen möchte, mit oder ohne Wohnmobil, soll das gerne tun und wenn er/sie mag, danach hier im Forum berichten.
Danke! der Duc
scubafat am 01 Mär 2022 20:32:29 Von mir war das kein ablehnendere Kommentar. Selber fahre ich morgen gegen Abend einen mit Hilfsgütern beladenen LKW an die Ungarisch/Ukrainische Grenze. Aber mit Wohnmobil oder so ist nicht ganz das was wirklich hilft.
Mann am 01 Mär 2022 20:39:04 duca250 hat geschrieben:Moin, ich bitte keine weiteren ablehnenden Kommentare zu der Bitte bzw. dem Vorschlag zu posten, das gehört sich einfach nicht und ich bitte das zu respektieren.
Auch ich finde schlimm, was gerade diesbezüglich passiert, aber ich würde schon gern selber entscheiden ob ich bzw.. was ich schreibe und auch tue.
NeuerCamper2021 am 01 Mär 2022 20:58:30 Auch ich bitte darum, mir meine Worte nicht im Mund herum zu drehen. Das bitte auch ich zu respektieren.
mv4 am 01 Mär 2022 21:29:52 Schon Vergessen was im tröt Pullern lassen im Stau? einige geschrieben haben?
babenhausen am 01 Mär 2022 21:43:30 Direkt an den Grenzen so mein Eindruck ist kaum Platz durch die jetzt schon dort vorhandenen Helfer vorhanden,jedes weitere Fahrzeug das herumsteht vermehrt das Chaos nur noch und bremst das Weiterkommen der Menschen zu einem dauerhafteren Platz - Unser Landratsamt sucht jetzt schon in der Regionalpresse nach Wohnungen,Zimmern und Gasthäusern auch ehemalige mit vielen Zimmern um die Flüchtlinge die bald ankommen werden dauerhaft unterzubringen. Damit ist den Menschen wirklich geholfen, besonders wenn Kinder mit dabei sind,das halte ich für Sinnvoller als an den Hotspots den Hilfeprofis im Weg herumzustehen.
Pechvogel am 01 Mär 2022 23:14:27 Navicacher hat geschrieben:…Mit 100 Litern Wasser und ein paar Gasflaschen an Bord lassen sich 500 heiße Tee oder Kaffee ausgeben. Ein paar Paletten Dosensuppen passen auch in die Heckgarage…
Polen erwartet 1.000.000 Flüchtlinge aus der Ukraine. Glaubst Du nicht das eine professionelle Zeltstadt, die hier ja nur für die vorübergehende „Einkehr“ gedacht ist, mehr hygienischen Standard, mehr Verpflegungsmöglichkeiten, mehr „erste Hilfe“, mehr psychischen Beistand, mehr … leisten kann und das die, vielleicht gut gemeinten privaten „Einzelhilfen“ mehr Chaos … erzeugen würden? Grüße Dirk
Joachim260 am 01 Mär 2022 23:46:21 Hallo
diese privaten, durchaus gut gemeinten Aktionen sind meist leider eher kontraproduktiv und hinderlich für die professionellen Einsatzkräfte. Solche Aktionen müssen durchgeplant sein, sonst entsteht Chaos. Es hilft niemandem wenn an Punkt A nacher Berge von Klamotten und Getränke liegen, an Punkt B Lebensmittel und der Großteil der Menschen sich an Punkt C befindet. Wenn jeder dort mit seinem Auto hinfährt wird unglaublich viel Platz benötigt. Hilfsorganisationen stimmen sich ab und fahren mit LKWs und Mannschaftsfahrzeugen. Wenn also jemand helfen möchte besser bei den Hilfsorganisationen nachfragen oder spenden.
Gruß Joachim
Gast am 02 Mär 2022 00:40:59 Ich kann mich daran erinnern, dass solche Diskussionen in anderen Campingforen auch 2015 / 2017 geführt wurden, als die große Flüchtlingswelle zu uns kam. Auf den ersten Blick ist der Gedanke mehr als humanistisch, auf den zweiten Blick sollte aber den meisten schnell klar sein, dass das den meisten Mobileignern überhaupt nicht behagen würde, und das muss man auch ehrlich äußern dürfen, ohne dass man als Misanthrop hingestellt oder einem der Mund verboten wird. Allein hier im Thread wurden ja nicht einmal Meinungsverschiedenheiten ausgetragen, sondern es gab einzelne, subjektive Äußerungen, die von anderen unmittelbar bewertet und verurteilt wurden. Mit welchem Recht? Kann man Dinge, die andere äußern, nicht einfach stehen lassen? Ich weiß nicht, was dieses Bewerten und Veruteilen soll. Klar, es hebt das eigene Selbstbewusstsein und macht noch einmal allen Mitlesenden deutlich, wie herzensgut man ist. Tut wahrscheinlich gut, das Gefühl.
Ich möchte mutmaßen, dass niemand hier bereit dazu wäre, geflüchtete Menschen im eigenen Wohnmobil schlafen, kochen, wohnen oder pinkeln zu lassen. Hat denn irgendjemand von uns 2015 geflüchtete Syrer im eigenen Wohnzimmer aufgenommen? Klar, solche Geschichten standen damals in den Zeitungen, aber das waren Einzelfälle in homöopathischer Größenordnung. Für die meisten von uns wäre das nie und nimmer in Frage gekommen, das muss man ehrlich äußern und zugeben können. Wie das moralisch zu beurteilen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt und gehört gewiss nicht in ein Wohnmobilforum.
Für mich stellte sich auch die Frage, ob "wir" dafür zuständig sind. Natürlich ist Wegsehen keine Alternative, und was die Polen (will sagen: die einfachen Bürgerinnen und Bürger!) derzeit an ihren Grenzen tun, verlangt absolute Hochachtung. Da fahren einfache Arbeiter nach der Spätschicht hin, bleiben noch bis Mitternacht und verteilen Lebensmittel und Trinkwasser, das sie selbst in irgendeinem Polenaldi gekauft haben. Das ist couragiertes Engagement, das ist humanistisch und fürsorglich, caritativ. Ich bezweifle allerdings, dass diese Engagierten die angekommenen Ukrainer mit nach Hause nehmen und bei sich wohnen lassen. Und was man auch sagen muss: speziell dieses Engagement hat einen sehr bigotten Charakter - bei den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan & Co waren die Zivilpolen ebenso wie ihre Politikkaste überhaupt gar nicht so menschenfreundlich, im Gegenteil. Da war Stacheldraht angesagt. Auch eine Form von solcher und solcher Menschenfreundlichkeit, die man vielleicht kritisch hinterfragen könnte.
Wir müssen die Leute aus der Ukraine (zeitweise) schützen und mit durchziehen, bis die hoffentlich eines Tages wieder nach Hause können. Von denen wollte bis vor drei Wochen keiner weg, weder nach Polen noch in die BRD. Aber jetzt kommen sie, und wir nehmen sie unter uns auf. Sie bekommen Geld zum Leben von uns, ein Dach über dem Kopf, ihre Kinder dürfen (bzw. müssen und sollen!) unsere Schulen besuchen. Aber für sowas wie Notunterkünfte, Toiletten, fließend Wasser, grundständige Lebensmittelversorgung usw. ist der Staat zuständig, auch und insbesondere bei uns. "Der Staat" (im Sinne von "die da oben") schreibt das Asylrecht fest, dann hat er sich auch darum zu kümmern, wie das konkret umzusetzen ist, auch wenn mal mehr als zehn, hundert oder tausend Leute auf einmal kommen. Der Staat (also Politikkaste, Beamte usw.) kann und darf nicht darauf hoffen, dass in solchen Fällen der "einfache Bürger" in überbordender Zivilcourage tätig wird. Das fordert das Asylrecht und die dazugehörige Gesetzgebung auch nirgends. Für solche Jobs gibt es Dienstleister, wie wir bereits 2015 gesehen haben, die werden gekauft und bezahlt und haben ihren Job zu machen. Und das ist alles andere als "ich schiebe mal die Verantwortung von mir weg und auf den Staat". Der Staat bin *ich* auch, zuständig sind hier allerdings die Regierenden und Staatstragenden (= Beamten), das zu organisieren. Ach so: das alles zu bezahlen, ist auch keine generöse Geste von Herrn Lindner oder Herrn Scholz, die dafür ihr privates Portemonnaie aufmachen. Bezahlt wird das von uns. Und wenn wir schon die Rechnung dafür kriegen (und wie sollte es anders sein, so lange das Geld nicht auf Bäumen wächst?), dann dürfen wir doch wohl auch eine gescheite Organisation erwarten. Das Asylrecht gehört zu *unserem* Gesetz, und wir alle hier in der BRD tragen das mit, wenn wir einen deutschen Personalausweis besitzen. Das heißt, wir stehen erstens dahinter und sagen zweitens klipp und klar, dass wir uns das leisten wollen, auch wenn das in den letzten zwanzig Jahren ein verdammt teurer Spaß geworden ist. Deshalb bezahlen wir das, weil wir es als unsere Pflicht im christlich-humanistisch geprägten Abendland ansehen.
fabi am 02 Mär 2022 00:45:15 Ersteinmal gebührt dem Themensteller Respekt für seine Initiative und Anteilnahme am Schicksal der UkrainerInnen. Auch der Idee sein eigenes Wohnmobil dafür zu nutzen, finde ich persönlich bewundernswert. Sachliche Beteiligungen am Thema ist gut, nebulöse wage Formulierungen zum Eingangsthread sind deprimierend und bremsen das Engagement, aus dem vielleicht auch eine andere Hilfe entstehen kann. Persönlich fände ich bei allen Hindernissen, die man bei der Idee finden kann, nett, die humanitäre Grundidee zu würdigen, angesagt. Ich danke dem Themensteller!!! Beste Grüße Fabian
Trashy am 02 Mär 2022 08:29:32 Moin, der TO hat gerade mal ein Posting geschrieben und ist wohl nicht weiter an einer Diskussion interessiert. Meine Meinung: Die Flüchtlinge dürfen kostenlos mit der DB ohne VISA nach Deutschland einreisen. Hier kümmern sich Profis um die Menschen. Wir alle tragen dafür die Kosten. Insofern tut also jeder Steuerzahler das Richtige - die Profis unterstützen und nicht behindern. Wer noch mehr tun will - da gibts genug Möglichkeiten. Aber man sollte die Profis nicht bei Ihrer Arbeit behindern. Wer sein Womo dort zur Verfügung stellen will sollte damit rechnen das hinterher eine Neuanschaffung nötig werden könnte.
Pechvogel am 02 Mär 2022 09:34:56 Auch wenn das jetzt ein kleines bisschen OT ist aber bevor es noch mehr Durcheinander gibt:
wir sprechen bei den, vor dem ukrainischen Krieg fliehenden Menschen von Flüchtlingen, nicht von Asylbewerbern! Und die vermutlich allermeisten Flüchtlinge wollen, sobald es möglich ist, zurück in ihre ehemalige Heimat. Zumal sie dort oftmals noch ihre Ehemänner, Väter,... zurücklassen mussten! Die suchen hier ( und in Polen, Ungarn,... ) also nur eine Zuflucht weil sie Angst um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder haben. Die kommen nicht weil sie sich hier ein besseres Leben versprechen!!
Wir wollen / müssen die also nicht "durchfüttern" sondern beschützen.
Grüße Dirk
Pechvogel am 02 Mär 2022 09:37:39 Trashy hat geschrieben:...der TO hat gerade mal ein Posting geschrieben und ist wohl nicht weiter an einer Diskussion interessiert...
Wenn Du damit ausdrücken willst das man das Posting auch als provokativ oder polarisierend ansehen könnte, bin ich ganz bei Dir. Grüße Dirk
Administrator am 02 Mär 2022 09:51:23 Da es hier nur noch darum geht, die Motivation der Teilnehmer zu diskutieren - schließe ich dieses Thema.
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