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Reisebericht - Route Nationale 7 - Teil I


womo-2 am 13 Mai 2022 11:57:16

Von Paris nach Lyon



Die Route Nationale 7 beginnt, wie es sich für Frankreich gehört, in Paris. Mitten in Paris. Direkt vor der Kathedrale Notre Dame. Hier beginnen alle französischen Nationalstraßen. Und die bekannteste und längste ist die mit der Nummer 7. Die Straße in den Süden. Lust und Mühsal. Lust, weil man durch eine wunderschöne Landschaft fährt, Mühsal, weil man in sengender Hitze unterwegs war, in Autos ohne Klimaanlage, mit quengelnden Kindern auf dem Rücksitz. Und oft genug im Stau!


Point Zero – Paris ©Wikipedia

Ich selbst kenne die Route Nationale 7 noch von meinen Besuchen als Austauschschüler im Rahmen einer Städtepartnerschaft Ende der 60er Jahre. Dann beschloss die Politik, die N7 zur Autobahn auszubauen. Heute kann man auf den Resten dieser Nationalstraße bei einer Reise durch Frankreich das ganze Land entdecken.

Die von Charles Trenet in den 50er Jahren besungene “Route Nationale 7” war in Frankreich jahrzehntelang ein Synonym für Ferien. Vor allem für die vielen Menschen, die im Großraum Paris und Lyon lebten. Sonnengarantie und Urlaubsträume treiben die Franzosen seit jeher in den Ferienmonaten Juli und August an die Mittelmeerküste.

Auch der englische Folksänger Colin Wilkie verewigte Anfang der 1970er Jahre den Flower-Power-Trip an die Mittelmeerküste in einem seiner bekanntesten Lieder. Und er begleitete mit diesem Lied viele alternative Tramper und Lebenskünstler auf ihren Autostopp-Trips in den Süden (“The National Seven” auf der LP Sunflower-Seed).

Meine Frau und ich starten unsere Nostalgietour nicht am “Point Zero” in Paris, sondern auf dem Campingplatz “Camping International de Maisons Laffitte Paris”. Mit dem Wohnmobil in Großstädte zu fahren, ist grundsätzlich keine gute Idee, schon gar nicht im Verkehrswahnsinn von Paris. Aber eine Runde im Kreisverkehr um den Arc de Triomphe wäre schon “cool” gewesen…

Der Campingplatz “Camping International de Maisons Laffitte Paris” liegt nördlich von Paris und ist über die Autobahn schnell und einfach zu erreichen. Wir haben einen Stellplatz reserviert, der Weg ins Stadtzentrum ist nach einem kurzen Fußweg zum Bahnhof mit der RER in gut 25 Minuten geschafft. Im Einzugsgebiet von Paris gibt es noch den Campingplatz im Bois du Boulogne (Camping de Paris), der ähnlich verkehrsgünstig liegt (von dort geht es mit Bus und Metro in die Innenstadt), aber je nach Tageszeit in der Umweltzone liegt.


Paris – Sacré-Cœur de Montmartre


Paris – Arc de Triomphe de l’Étoile


Paris – La Defense


Paris – Panthéon


Paris – Louvre

Wir bleiben über die Osterfeiertage in Paris, pendeln täglich mit der RER vom Campingplatz in die Innenstadt und lassen uns, meist zu Fuß, zu den Sehenswürdigkeiten treiben. Am Ostermontag bringe ich meine Frau zum TGV-Bahnhof nach Massy (das liegt ganz im Süden, schon etwas außerhalb von Paris) und am nächsten Tag beginne ich meine Nostalgiefahrt auf der N7 Richtung Mittelmeer.

Beim durchqueren der Millionenstadt habe ich schon den ersten authentischen Eindruck von damals: Stau! Trotzdem – meine Stimmung steigt. Ich bin auf dem Weg in den Süden. Meine Navi führt mich mitten durch die Stadt. Ich komme, vorbei an La Defense, dem Triumphbogen immer näher. Und somit auch dem berühmt berüchtigten Kreisverkehr am Place Charles-de-Gaulle. Aber Gott sei Dank geht es dann doch rechtzeitig rechts ab auf den Boulevard Périphérique. Dann vorbei an Villejuif, der ehemaligen Judenstadt. Heute sehe ich auf den Straßen der Banlieue überwiegend Menschen mit nicht französischem Ursprung: Araber, Asiaten. Weiter zum Flughafen Orly, dessen Terminal die ehemalige N7 in einem vielspurigen Tunnel unterquert. Dann durch Évry, wo die Gesichter der Männer noch dunkler und die Schleier der Frauen noch dichter werden, und ich erreiche Fontainebleau.

Über die handballgroßen Steine der Zufahrt zu meinem Übernachtungsplatz holpere ich zum etwas abseits gelegenen Eingang des Schlossparks. Unter einer Lindenallee stehe ich für einige Tage herrlich ruhig und einsam (Achtung: das Tor zum Schlosspark wird um 18 Uhr geschlossen). Von hier aus geht es direkt durch die herrlichen Grünanlagen zum Schloss oder in die sehenswerte Altstadt.

Das Schloss Fontainebleau ist das einzige Schloss, das von allen französischen Königen und Kaisern zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert bewohnt wurde. Die Innenausstattung ist dementsprechend üppig und prunkvoll.


Fontainebleau – Château


Fontainebleau – Château


Fontainebleau – Château

In Fontainebleau gibt es noch eines dieser wunderschönen uralten Kinderkarussells, wahrscheinlich Anfang 1900 erbaut und bestimmt hin und wieder renoviert. Generationen von Kindern sind schon damit gefahren. Und vor dem Karussell warten und winken die Kinder von damals, die heute Großeltern sind, bis die Enkel juchzend auf den Pferdchen den Schiffchen oder in der Prinzessinenkutsche an ihnen vorbeihuschen.


Fontainebleau – Kinderkarussell

Als ich ins Wohnmobil zurückkomme erwartet mich eine unliebsame Überraschung: Hunderte von Ameisen haben sich eine beachtliche Straße gebaut und krabbeln durch die Gegend. Die alle zu erlegen ist nahezu unmöglich … außer man bedient sich der modernen Technik. Die Saugkraft der Dyson Staubsauger ist ja weithin bekannt, und die kleinen Viecher haben gegen den Sog keine Chance. Die meisten überleben die Zentrifugalkraft und ich kann sie draußen, in gebührlichem Abstand zum Wohnmobil, wieder aussetzen. Die Neuankömmlinge begrüße ich mit mit einer Ameisenfalle die ich noch im Kofferraum mit mir herumfahre. Aber ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt, immer wieder meinen “Saugtornado” einzuschalten. Und es juckt und zwickt mich inzwischen überall …

Am Morgen breche ich auf, durchquere den beeindruckend weitläufigen Wald von Fontainebleau und fahre auf der D2007, der ehemaligen N7 Richtung Süden. Von der ursprünglichen Straßenführung ist hier nicht mehr viel zu sehen, die neue Straße führt meist vierspurig nach Nemours. Dort überquere ich die alte gepflasterte Brücke über den kleinen Fluss Loing. Unterwegs sehe ich immer wieder die alten Hotels oder Restaurants, die hier wohl schon vor 50 Jahren so gestanden haben.


bei Nemurs – Hotel “Zum goldenen Fisch”

Kurz hinter Nemours, in Fontenay sur Loing, steht am Straßenrand noch die kleine Kirche “Notre Dame de la Route” (Unsere Liebe Frau von der Straße). 1954 eröffnete der örtliche Pfarrer die Kapelle. Kunstgeschichte gibt es hier nicht zu sehen. Es ist ein Ort des Innehaltens, des Gebets, der Meditation, der Rast auf dem Weg. Die Kirchentüre ist für Reisende immer offen, was dazu führte, dass die Holzstatue der Notre Dame gestohlen wurde. Welke Blätter sind in den kleinen Innenraum geweht, frische Blumen stehen am Altar. Es scheint sich doch jemand um das Kirchlein zu kümmern. Und es ist herrlich kitschig.


Fontenay sur Loing – Notre Dame da la Route


Fontenay sur Loing – Notre Dame da la Route


Und wie immer: den Rest gibt`s auf meinem Blog: --> Link

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Jagstcamp-Widdern am 13 Mai 2022 12:30:22

bin begeistert...

allesbleibtgut
hartmut

womo-2 am 14 Mai 2022 14:53:13

Dankeschön!

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WomoToureu am 14 Mai 2022 15:33:38

Ich denke mal, dass wir alle begeistert von Deinem Bericht sind, auch wenn jetzt nicht jeder das hier schreibt.
Lobenswert finde ich ebenfalls, dass Du Dir Zeit nimmst, in unserer hektischen Welt ist das oft nicht einfach und wenn ich es sagen dürfte, bewundernswert!

Stefan-Claudia am 14 Mai 2022 16:00:24

WomoToureu hat geschrieben:Ich denke mal, dass wir alle begeistert von Deinem Bericht sind, auch wenn jetzt nicht jeder das hier schreibt.
Lobenswert finde ich ebenfalls, dass Du Dir Zeit nimmst, in unserer hektischen Welt ist das oft nicht einfach und wenn ich es sagen dürfte, bewundernswert!


Wahre Worte! Bin auch begeistert :ja:

Stefan-Claudia am 14 Mai 2022 16:00:44

Doppelt gemoppelt

vx2200 am 14 Mai 2022 16:48:35

Von solchen Berichten lebt das Forum! Vielen Dank. Dafür einen Guten.

Sind ab nächster Woche auch bis Ende Juni in Frankreich unterwegs. Werden sicherlich die ein oder andere Inspiration auf deinem Blog finden.

womo-2 am 17 Mai 2022 10:21:58

Nochmals ein herzliches Dankeschön an die Kommentatoren.
Die Reise wird in 2 Wochen fortgesetzt, Reisebericht Teil II folgt.

kedi3001 am 17 Mai 2022 18:31:51

Auch von mir herzlichen Dank für deinen Bericht, aus dem ich ein paar Inspirationen für unsere nächste Frankreichreise mitnehmen konnte.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :daumen2:

LG
Conny

pwglobe am 17 Mai 2022 18:44:53

Schöner Bericht.
Danke

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