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Solar Setup kurzfristig langfristig Macht meine Idee Sinn?


AndersonMZ am 20 Jun 2022 13:44:42

Hallo zusammen,

Ich hatte eigentlich vor mich um das Thema Solaranlage im Bus (VW T3 BJ88) erst im Winter zu kümmern und das ganze in Ruhe zu machen, da jedoch bei meinen Verbrauchern (Dometic Kompressorkühlschrank, Autoterm Air 2D Standheizung, Beleuchtung, etc) die Versorgerbatterie sehr schnell leergesaugt ist wenn ich stehe wollte ich schon einmal mit einem kleineren Setup starten damit ich in 4 Wochen auch entspannt durch den Urlaub komme.

Aktuell habe ich zwei Banner 72AH als Starter und Versorgerbatterien verbaut, diese sollten den Sommer über bleiben.

Kurz zur Erklärung was ich gerne langfristig betreiben würde: Der Plan wäre eine ordentliche Solaranlage mit Wechselrichter (1000-1500 watt) einzubauen um neben meinen Verbrauchern auch mal meinen Ebike Akku (700wh) laden zu können. Da ich dafür (glaube ich) jedoch eine AGM oder Lithiumbatterie benötigen würde und dazu die Kohle noch fehlt wollte ich das Thema etwas nach hinten schieben.

Nun würde ich gerne mit dem Solarpanel und Solarregler starten um mir keine Gedanken machen zu müssen das der Kühlschrank nicht läuft wenn ich im Urlaub ein paar Tage stehe. Wichtig wäre dabei schon einmal etwas passendes für die langfristige Lösung zu besorgen damit ich nur einmal Panel + Solarladeregler kaufen muss und nicht was neues brauche wenn ich an das "große" setup gehe. Soweit zur Theorie.

Da ich mit dem Thema solar nicht wahnsinnig bewandert bin (habe viel gelesen und videos geschaut aber so ganz erschließt sich mir alles noch nicht) wollte ich euch mal meine Idee präsentieren und hoffentlich Rückmeldung bekommen ob es Sinn macht oder nicht damit ich nichts falsches bestelle.

Der Aktuelle Plan wäre mir ein Solarpanel um die 150-200 wp (wird auf dem Hochdach angebracht) und den passenden Laderegler zu besorgen, ein Beispiel habe ich bei Greenakku gefunden, da ich noch keine Links posten kann hier die Specs:

-GreenAkku Semi-Flexibeles Solarmodul Doppel-ETFE 195Wp
-Victron Energy SmartSolar MPPT 75/15 Solarladeregler 12/24V 15A
-Montagematerial

Ist das ein passendes Setup um meine 72ah Batterie zu betreiben und später auf eine AGM, Lithium oder eine dritte 72ah batterie umzusteigen?

Macht sonst vlt an dem Setup etwas keinen Sinn bzw würde mir jmd was anderes empfehlen?

Vielen Dank schonmal für den Support!

VG Andreas

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leverkusen3 am 20 Jun 2022 15:58:36

Hallo Andreas

Wenn deine Elektrik noch nicht gekauft ist, und du dir noch nicht richtig im Klaren bist, wie der Endausbau werden soll, dann empfehle ich dir dieses Buch als Literatur:

--> Link

Das hat mir bei meinem Ausbau sehr geholfen.
Allerdings würde ich heute nicht mehr auf Bleibatterien setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas

cinzano01 am 20 Jun 2022 16:04:23

An deinen Überlegungen sind ein paar Haken drin.

1. 700 Wh Bike Akku: Um einen solchen Akku bei einem Ladestand von 80% zu laden, muss man unter Berücksichtigung der Wandlungsverluste schon etwa 55-60Ah aus der Batterie bereitstellen. Bei der jetzigen Kapazität von 72Ah (die Starterbatterie wird keinesfalls mit angetastet) ist das schon völlig grenzwertig und andere Verbraucher, wie Licht, etc. hätten das Nachsehen. Die 72Ah der Aufbaubatterie dürften auch nur bei Entnahmen von C20 (also 20 Stunden Entladezeit) zur Verfügung stehen. 60Ah auf 20 Stunden verteilt macht einen Entladestrom von 3A - da macht das E-Bike Laden wahrlich keinen Spaß.

2. Das genannte 195Wp Modul hat eine Spannung bei Nennleistung von 19,8V. Dies gilt aber nur bei senkrechter Einstrahlung mit 1000W/m². Wenn du jetzt später auf Li-Technik umrüsten möchtest, hat die Batterie eine merklich höhere Spannung und das Modul fängt später an Strom zu produzieren und hört früher auf.
Der Victron-Regler braucht zum Start eine um mind. 5V höhere Spannung vom Solarmodul, als die aktuelle Batteriespannung. Besser wäre es daher mit 2 Modulen zu arbeiten und diese in Reihe zu schalten, da sich die nötige Mindestspannung dann viel früher einstellt.

Ich hab hier 2 identische Fahrzeuge mit 1x 200Wp und 1x 340Wp bei doppelter Modulspannung. Der Ertrag bei dem 340Wp Modul ist faktisch doppelt so hoch und nicht nur das 1,7-fache, weil einfach die Arbeitszeit des Moduls über den Tag verteilt deutlich länger ist. Bei ungünstigen Einstrahlbedingungen oder diffusem Wetter ist der Effekt noch ausgepägter.

Daher wäre mein Vorschlag, wenn du zuerst mit der Solaranlage starten willst, eben 2 Panele (oder gleich ein 72-zelliges Modul) zu verwenden. Bei einem E-Bike mit 700Wh wäre ein 200Ah LiFePO4-Akku eine vernünftige Größe. Bei intensiver Nutzung von 2 Bikes aus der Kategorie darf es auch ruhig größer sein.

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AndersonMZ am 21 Jun 2022 06:45:41

-Thomas danke für den Tipp, klingt nach einer guten Lektüre!

-Cinzano01 auch vielen Dank für die detaillreiche Antwort. Da eine 200Ah LiFePO4 leider sehr teuer ist habe ich mich gefragt ob es auch möglich wäre eine zweite 72 AH Aufbaubatterie zu verbauen und sie mit der aktuellen gleichzuschalten sodass beim Ebike laden der Strom aus beiden Batterien gezogen wird und diese dann über Solar/Lichtmaschine wieder geladen werden. Wäre das eine Option oder ist da wieder ein Denkfehler drin?

Da es so viele unterschiedliche Module und Modultypen gibt, könntest Du mir eine Empfehlung geben welche zwei Panele bzw 72 Zelliges Modul passend sein könnten? Wenn ich anfange zu Googeln werde ich von dem großen Angebot und den vielen Typen fast erschlagen...

Die Batterie ist wirklich noch ein Thema, warscheinlich werde ich nicht drum rum kommen (außer oben beschriebenes mit zwei Aufbaubatterien wäre OK) mir etwas größeres zu besorgen, jedoch würde ich sehr ungerne den Platz für eine AGM Batterie frei machen und LiFePO ist dann doch sehr teuer. Der Platz unter dem Beifahrersitz im T3 wird bei mir aktuell nur mit Werkzeug genutzt und passt genau für eine weitere 72AH Batterie.

Mir wurde mitgeteilt, dass ich gar keinen Wechselrichter zum Ebike laden verwenden sollte da Solarpanel, Aufbaubatterie und Ebike Akku Gleichstrom liefern/speichern und es mit speziellem Ladegerät vorteilhafter ist als den Strom in Wechselstrom umzuwandeln da dabei Energie verloren geht, das war mir so nicht bewusst.

cinzano01 am 21 Jun 2022 09:02:51

Es ist zwar zutreffend, dass mit der Kombi Akku-WR 230V-Bikeladegerät 48V mehr Verluste entstehen, als mit Gleichstromladegeräten 12V --> 48V, nur sind letztere zusätzlich anzuschaffen, überdurchschnittlich teuer und haben relativ geringe Ladeströme, so dass Bike-Laden für 700 Wh sehr lange dauert.

Wann lädt man sein Bike? Eben! Zwischen Abend und Morgen. Da scheint aber keine Sonne! Also muss das alles über den Akku und darüberhinaus möglichst in einer Zeitspanne von ca 12h geliefert werden.

Die mit dem Bike gelieferten Ladegeräte können das in der Regel. Zudem kann vorhandene Elektronik genutzt werden und es muss nicht ein extra Gerät beschafft werden. Wenn du dieses Geld und das für den geplanten zusätzlichen Akku vom Anschaffungspreis einer Li-Batterie abziehst, dann auch noch berücksichtigst, dass eine Li-Batterie eine deutlich höhere Lebensdauer bei dieser zyklischen Belastung gegenüber der Bleibatterie aufweisen wird, ist der Mehrpreis für die Li-Batterie eigentlich irrelevant.

Die Solarmudule, die du verlinkt hast, sind nicht sooo schlecht. Ich verwende die zum Laden meiner Li-Batterien an Segelbooten und die sind wirklich robust. Nimm einfach 2 davon und schalte sie in Reihe.

Der Victron Regler 75|15 schafft eine maximale Leistung von 200 Wp.

Nachteil der Module ist die Tatsache, dass sie verklebt werden müssen und dass die Oberfläche geriffelt ist. Das ist verschmutzungsanfälliger bei horizontaler Montage, da in den Vertiefungen sich bei Regen etwas Schlamm ablagert.

Ich persönlich bevorzuge im Camperbereich verschattungsresistente Module von AE-Solar(AE Solar - Solarmodul Monokristallin Hot-Spot Free 200Wp - ebenfalls bei Greenakku). Das 335 Wp Modul des selben Herstellers wäre 72-zellig und hätte somit die höhere Spannung. Ich erreiche damit bei horizontaler Lage Leistungen von knapp 290 Watt.

AndersonMZ am 21 Jun 2022 10:34:38

Hi Cinzano, vielen Dank für die erneut ausführliche Antwort!

Da ich bereits eine weitere 72 AH Batterie hier liegen habe die ich nicht nutze müsste ich erstmal keine neue anschaffen.

Wäre es von der Kapazität generell möglich den Ebike Akku mit den zwei 72 AH Versorgerbatterien zu laden wenn man es Abends/Nachts macht oder krieg ich da nicht genug Strom raus? Da ich dann doch meistens im Sommer unterwegs bin und der Akku in den meisten Fällen am Nachmittag leer ist könnte man mit ca 4 Stunden Sonne/Helligkeit rechnen sobald ich den Akku anschließe, könnte mir das zusaätzlich zu zwei vollgeladenen 72 AH Batterien genug Strom bringen u m den Ebike Akku voll zu kriegen?

Wie gesagt glaube ich sicher das auf lange Sicht eine ordentliche Lithium Batterie mehr Sinn macht und auch angeschafft wird, da ich jedoch noch einige andere "wichtigere" und nicht gerade günstige Baustellen an meinem Bus habe, würde ich das Thema nach Möglichkeit etwas nach hinten schieben.

VG

rkopka am 22 Jun 2022 08:45:06

cinzano01 hat geschrieben:60Ah auf 20 Stunden verteilt macht einen Entladestrom von 3A - da macht das E-Bike Laden wahrlich keinen Spaß.

Wobei man das auf 12V bezieht und nicht auf die Akkuladespannung. Dort ist dann i.A. etwa 1/3 des Stroms über.

2. Das genannte 195Wp Modul hat eine Spannung bei Nennleistung von 19,8V. Dies gilt aber nur bei senkrechter Einstrahlung mit 1000W/m². Wenn du jetzt später auf Li-Technik umrüsten möchtest, hat die Batterie eine merklich höhere Spannung und das Modul fängt später an Strom zu produzieren und hört früher auf.

Warum sollte sie eine merklich höhere Spannung haben ? Außerdem geht die Spannung nicht linear mit der Einstrahlung. D.h. die Spannung steigt sehr schnell an. Nur der entnehmbare Strom ist abhängig vom Licht. Der Regler belastet dann eben das Modul weniger, damit die passende Spannung anliegt, die sowieso noch für die Batterie umgewandelt wird.

Der Victron-Regler braucht zum Start eine um mind. 5V höhere Spannung vom Solarmodul, als die aktuelle Batteriespannung. Besser wäre es daher mit 2 Modulen zu arbeiten und diese in Reihe zu schalten, da sich die nötige Mindestspannung dann viel früher einstellt.

Wie gesagt, die Spannung wird schnell erreicht. Solange die Spannung noch niedrig ist, bekommt man praktisch keinen Strom raus, also bringt es eh nichts. Der Vorteil von Modulen in Reihe ist da marginal. Man kann es machen, muß dann aber auch Abschattungen mehr beachten.

AndersonMZ hat geschrieben:Wäre es von der Kapazität generell möglich den Ebike Akku mit den zwei 72 AH Versorgerbatterien zu laden wenn man es Abends/Nachts macht oder krieg ich da nicht genug Strom raus?

Mit zwei Batterien kann es gehen. Damit die einige Zeit überleben, geht man von der 50% Regel aus. D.h. Bleiakkus sollte man nicht unter 50% entladen. Zumindest nicht ständig. Und der Akku sollte schnell wieder aufgeladen werden.

Da ich dann doch meistens im Sommer unterwegs bin und der Akku in den meisten Fällen am Nachmittag leer ist könnte man mit ca 4 Stunden Sonne/Helligkeit rechnen sobald ich den Akku anschließe, könnte mir das zusaätzlich zu zwei vollgeladenen 72 AH Batterien genug Strom bringen u m den Ebike Akku voll zu kriegen?

Das kommt auf die Definition von Nachmittag an. Wenn du um 14:00 anfängst, bringt das eine Menge. Ab 16:00 wird es meist schon weniger Leistung. Und ab 18:00 kann man es fast vergessen.

RK

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