wir haben nach zwei Jahren "Womo-loser Zeit" letzte Woche wieder ein WoMo gekauft: nach unserem Knaus wurde es nun ein EuraMobil Activa One 570 HS; vor allem aufgrund guter Berichte in diversen Zeitschriften wie auch dem recht großzügigen Raumangebot. Wir haben ein gebrauchtes Modell (1,5 Jahre alt) mit nur 1600km Fahrleistung gefunden und zugeschlagen. Leider.
Beim Putzen/Einräumen des WoMos fanden wir haufenweise Schrauben und Abdeckungen in allen möglichen Ecken, Nischen und Schubladen (gut - ein WoMo gleicht einem Haus im Erdbebengebiet) und Schrauben kann man nachziehen. Allerdings mussten wir nun bei genauer Inspektion des Fahrzeuges feststellen, dass der Begriff "Made in Germany" wohl das Papier nicht mehr wert ist, auf das er gedruckt wird.
* EuraMobil scheint nach Zufallsprinzip Schrauben zu verwenden; so werden die gleichen Bauteile völlig unterschiedlich mit Schrauben - teilweise nebeneinander bestückt.

* Handwerkern ist bekannt, dass man beim Schrauben in Schichtholz vorbohrt - in Mainz scheint diese Message nicht angekommen zu sein - so ist z.B. bei der Befestigung des Kindernetzes im Alkoven
das Schichtholz mehrfach gesplittert, da Schrauben einfach eingeschraubt wurden

* teilweise finden sich fingerdicke Abstände zwischen Schränken und Seitenwand; die hierfür zu nutzenden Befestigungsschrauben ragen teilweise bis 1cm heraus bzw. sind schief/schräg geschraubt

* Abdeckungen/Blenden werden "Pi-mal-Daumen" montiert, so dass Kabel sichtbar sind/bleiben



* im Naßbereich gibt es mehrere Öffnungen bzw. Spalten, durch die Duschwasser in den Zwischenboden unter dem Fußboden gelangen kann

* und auch Silikon scheint beim "Premiumhersteller" Mangelware zu sein; für Duschwasser eine tolle Möglichkeit in die Wände zu gelangen...

* die Duschwand hakelt, hat keine Führung und fällt am Ende der Schiene heraus, da keinerlei "Stopp" montiert ist
* teilweise wurde schadhaftes Holz verbaut (Risse) bzw. Holzteile geflickt


* haufenweise drehen Schrauben "leer" und halten nicht (bei den Stauklappen müssen zwei von sechs Klappenverschlüsse repariert werden, da die Schlösser schräg montiert wurden)


Als Käufer ist man da erstmal sprachlos - hätten wir die "Qualität" des deutschen Herstellers vorab gekannt, hätten wir uns sicher nicht für diesen Hersteller entschieden. Ein WoMo, welches im Grunde "neu" dasteht (1600km Fahrleistung, 1,5 Jahre unbenutzt in Garage) und schon nach so kurzer Zeit bzw. Nutzung solche Schwächen (viele sicher schon ab Werk) zeigt, lässt nicht auf ein langes und harmonisches Leben hoffen. Unser "Knaus" war deutlich älter (bei Kauf schon sechs Jahre) - allerdings sind uns solche Mängel dort nie aufgefallen.
Man geht bei einem deutschen Hersteller zu recht von Qualität und einer entsprechenden Endkontrolle aus. Diese scheint aber recht großzügig ausgefallen zu sein - oder der Blindenhund hatte am Tag der Abnahme unseres WoMos gerade Urlaub. Dass EuraMobil die eigenen Garantien möglichst restriktiv handhabt (wie uns ein anderer Händler gesagt hat), ist uns nun klar. Da das WoMo 1,5 Jahre abgemeldet in der Garage stand, weist EuraMobil die Dichtigkeitsgarantie zurück. Wenn ich mir den Duschbereich ansehe, ist das vermutlich für den Hersteller sinnvoll - wenn die Dachkonstruktion ähnlich ausgeführt ist, können wir froh sein, dass wir noch keinen "Pool" im Fahrzeug haben. EuraMobil - shame on you. Ich würde mich schämen, so eine Qualität abzuliefern und hierfür "Premium-Preise" abzurechnen. Mittlerweile kostet das WoMo neu über EUR 90.000.- Dafür erwarte ich schon eine andere Qualität und nicht einen Ausbau, der von Hobby-Handwerkern zusammengemurkst wurde.
Schade EuraMobil - unser erstes und letztes Fahrzeug aus Mainz.
Frustrierte Grüße
Die Doccy

