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Steckdosenlösung für Wechselrichter statt Vorrangschaltung 1, 2


fschuen am 02 Feb 2023 16:40:02

Rockerbox hat geschrieben:* Warum schreiben (auch rennomierte) WR-Firmen in ihren Anschlussplänen eine PE-N-Brücke mit Verbindung zur Karosserie vor oder liefern ihre WR bereits mit dieser "verbotenen" Brücke aus? Sind das alles unfähige Idioten?


Ich kenn die nicht alle, deshalb kann ich nur vermuten: das sind Mittelständler, schon lange im Geschäft, und die kommen aus der Hauselektrik. Der Fahrzeugeinbau ist ja ein relativ neues Feld. Bei den Anschlussplänen ist meist ein Erdungssymbol drin, und wenn ich das ernst nehme, dann kann ich das Teil halt im Fahrzeug nicht verbauen. Gegenfrage: warum bauen diese Hersteller keinen FI mit ein, wo doch das Teil NUR mit der Brücke unbestreitbar gefährlicher wird?

* Warum löst ein derart installierter FI bei der Überprüfung mit einem Fluke-FI-Tester immer zuverlässig aus, wenn es ja laut dir beim "ersten Fehler" gar nicht sein kann?


Weil die "PE-N-Brücke", die in Wahrheit eine Aussenleiter-Karosserie-Brücke ist, keine Erdung ist, sondern ein handfester Isolationsfehler. Der FI-Tester macht zur Überprüfung einen Fehler, der zum Auslösen führt - und in diesem Fall der zweite Fehler ist. Und deshalb kriegt man auch einen gewischt, wenn man den anderen Aussenleiter berührt, weil halt kein Fehlerschutz mehr da ist. Dabei sollte in vielen Fällen der FI abschalten, das kann aber trotzdem lebensgefährlich sein. Wenn man zufällig die Karosserie berührt, ist der Stromkreis niederohmig, und ein FI begrenzt den Strom nicht.

* Welche Fehler können denn auftreten, die nicht abgefangen werden? Ein satter Schluss zwischen L und PE-N muss durch den WR selber schon wegen Überlast erkannt werden. Welche Szenarien gibt es sonst?


Fehlerszenarien gibt es wie Sand am Meer, und ein einfaches Prinzip wie die Schutztrennung deckt alle ab. Daher sind auch beispielsweise alle Elektroautos mit Schutztrennung und Isolationsüberwachung aufgebaut. Durch die Bastelbrücke wird es sehr komplex, zumal man ja noch eine Verbindung zu den 12V-Netzen mitbaut. Die folgenden drei Fehler finde ich aber besonders interessant, weil der FI prinzipbedingt nicht abschalten kann:
- Isolationsfehler am nicht gebrückten Aussenleiter zwischen WR und FI
- Herausgezogenes Kabel an der Brückung auf der Verbraucherseite. Keine Funktion angeschlossener Geräte mehr, das Kabelende führt aber (bei eingeschaltetem Gerät) Netzspannung gegen die gesamte Karosserie
- Gelöstes Kabel an der Brückung auf der WR-Seite, wobei das Kabelende Kontakt mit Gehäuse oder Karosserie hat. Ein Fehler, der unentdeckt bleiben kann, wenn (oder bis) die Kontaktstelle einen Brand auslöst. Bis dahin fliessen beim Betrieb von (leistungsstarken) Elektrogeräten nicht kontrollierbare Ströme über Gehäuse und die Karosserie, was auch zu nicht vorhersagbaren Berührungsspannungen führen kann.

Aber vielleicht doch eine Frage: Fehler in Bezug auf was?


Isolationsfehler.

Gruss Manfred

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Rockerbox am 02 Feb 2023 17:52:37

Ein FI mag den Strom zwar nicht begrenzen, aber er schaltet innerhalb einer vorgegebenen Zeit deutlich vor dem Erreichen der entsprechenden Stromstärke ab. Das macht er auch zuhause, das hat also nix mit Wohnmobil oder WR zu tun. Wenn ich zuhause an L fasse und mit der anderen Hand an die Wasserleitung ist es auch niederohmig (sofern man den Körperwiderstand als niederohmig bezeichnen will) und der FI schaltet ab.

Alle anderen Szenarien müsste ich mir mal aufmalen. Herausgezogene Kabel, die L führen, haben auch bei Landstrom volle 230V gegen die Karosserie …. wenn man das berührt und gleichzeitig die Karosserie dann sollte auch der originale FI oder der vom Landanschluss auslösen …..

fschuen am 02 Feb 2023 18:43:28

Rockerbox hat geschrieben:Herausgezogene Kabel, die L führen, haben auch bei Landstrom volle 230V gegen die Karosserie ….


Guter Punkt. Das ist nach meinem Verständnis auch der Grund für die Vorschrift, den Landstromeingang mit RCD abzusichern, da das sonst über 25m Kabel mit der Abschaltcharakteristik nicht mehr passt. Die Besonderheit an der Brücke: da geht der Strom dann hin und zurück über den RCD, und folglich ist nichts mit Abschalten ...

Gruss Manfred

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Rockerbox am 02 Feb 2023 21:03:31

fschuen hat geschrieben:
Guter Punkt. Das ist nach meinem Verständnis auch der Grund für die Vorschrift, den Landstromeingang mit RCD abzusichern, da das sonst über 25m Kabel mit der Abschaltcharakteristik nicht mehr passt. Die Besonderheit an der Brücke: da geht der Strom dann hin und zurück über den RCD, und folglich ist nichts mit Abschalten ...

Gruss Manfred


Und genau da sitzt du mE einem Irrtum auf, die Brücke ist ja VOR dem FI (vom WR aus gesehen), daher muss der Strom am FI vorbei bis zur Brücke, dann gibt es eine Differenz zwischen Hin über L und zurück über Karosserie/PE bis zur Brücke mit N und der FI muss auslösen!

andwein am 03 Feb 2023 13:06:16

fschuen hat geschrieben:.......Aber vielleicht doch eine Frage: Fehler in Bezug auf was?
Isolationsfehler. Gruss Manfred

OK, das ist korrekt, gegen Isolationsfehler hilft der FI nur bedingt, der Mensch, der an 230V hängt und bei dem der Strom über den Körper fließt ist übrigens auch ein Isolationsfehler und der wird erkannt!. Also alles abhängig wo und durch was der solationsfehler auftritt.
Unbestritten, zumindest von mir, ist auch dass eine kontinuierliche Isolationsfehlerüberwachung einen guten Schutz bietet.
Leider ist die in einem Wohnmobil nur bedingt und teuer umsetzbar und deshalb hat der VDE (Verband der Elektriker) sich für den FI entschieden und dies zur Normung in Deutschland angeregt und durchgesetzt. Noch nicht einmal für wesentlich teurere Hausinstallation wird eine Isolationsüberwachung empfohlen und Geräteprüfungen unter dem Gesichtspunkt Isolationsprüfung erfolgen nur in Gewerbebetrieben nur alle Schaltjahre einmal.
Das Thema Isolationsüberwachung/Isolationsprüfung im Womo ist einfach ein totes Pferd, auf dem aber anscheinend immer noch herumgeritten wird.
Meine Meinung, gestützt durch Fakten, freundliche Grüße Andreas

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