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Sardinien im Juni 2007 mit Frebeka - und ? Fortsetzung ...


Gast am 18 Jun 2007 10:53:54

Wir fahren mal wieder nach Sardinien, erstmals seit 2003, bereisen aber seit 1992 immer wieder diese immer noch außerordentlich schöne Insel. Durch zahlreiche außergewöhnliche Tätigkeiten und Verpflichtungen gestresst kommen wir endlich am Do. 31.5. um 10.00 Uhr von daheim los, müssen unterwegs noch Öl für den Motor kaufen (was uns dank der beschränkten Sortimente auch an großen Tankstellen eine halbe Stunde Zeit kostet) und auf der von uns favorisierten Bundesstraßen-Strecke zum Brenner eine Umleitung fahren. Schwer genervt fahren wir erst nachts gegen halb eins in den verlassenen Hafen von Livorno ein, hat, es stehen ein paar ital. Wohnmobile da, wir stellen uns dahiner, Absacker, Heia. Geschafft!!
Am Morgen um kurz nach 6.00 Uhr trommelt es schon wie wild an unsere Wohnmobiltür, obwohl das Schiff doch erst um 8.00 Uhr geht, naja, die Italiener sind halt immer recht aufgeregt, wenn’s ans Verreisen geht (andere sind bis auf 2, 3 Autos nicht auszumachen). Das Schiff wird ziemlich voll, wir fahren mit Moby Aki, die kein Camping an Bord anbietet und müssen uns somit auf Deck oder in den Aufenthaltsräumen rumdrücken. Die geplante Fahrzeit wird auch noch um 1 Std. überschritten, es herrschte starker Wind während der Überfahrt, reihenweise fallen die Leute um bei dem Versuch, auf dem Deck von einem Raum zum andern zu gelangen. Selten hatten wir so eine stürmische Überfahrt!!
Endlich kommen wir in Olbia an, Frebekas stehen anstatt am Berchida-Strand wie einst geplant, man war von der stürmischen Westküste nach Porto Corallo im Südosten geflüchtet, wir also nichts wie dorthin. Die Fahrt durch den Tunnel in Olbia (den wir noch nicht kannten) geht überraschend gut, wir halten Frebekas via SMS über unseren Streckenverlauf auf dem laufenden und so steht Bernd dann gegen 19.00 Uhr in Villaputzu mit dem Roller am Abzweig, um uns auf den rechten Weg zu leiten. Dort angekommen, parken wir um auf einen Platz, wo wir zu zwei schön hinpassen. Pah – Füße ausstrecken, jetzt kann’s ja nur noch besser werden.
Der Verlauf der weiteren 2 Tage ist dank Frebekas Veröffentlichung bekannt, mehr oder weniger ziel- und planloses Rumsitzen, schlechtes Wetter, oftmals schüttet es wie aus Eimern, so ein Mistwetter haben wir wieder verdient?! Das kann doch gar nicht sein – nur ein einziges Mal springe ich ins blaue Meer, am Sonntag noch vor dem Frühstück, bevor der nächste Schauer runterkommt.

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Gast am 18 Jun 2007 10:59:28

Nach dem Wochenende werden also endlich diverse Aktionen aufgenommen und ein Umzug anberaumt. Auch dies hat Bernd alles schon schön berichtet, möchte nur noch ergänzend ein paar Bildchen mit Impressionen einstellen. Unsere (und ich glaube, nun auch Frebekas) absolute Lieblingsbucht an der Ostküste stellt der beige feinkieselige Strand der Cala Mariolu mit diesem wunderbaren unwirklichen smaragdenem Wasser dar. Achja: Das Wetter hat sich schlagartig gebessert, es ist richtig warm geworden und die Sprünge ins glasklare Wasser seeehr ersehnt!!

Gast am 18 Jun 2007 11:00:26

Ein paar Impressionen von unserer Touristen-Schiffahrt ...

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Gast am 18 Jun 2007 11:08:31

Noch ein paar ...

Gast am 18 Jun 2007 11:09:46

Wir sind unterwegs auf die Hochebene Su Golgo, jene, die oberhalb dieser Traumsträndchen liegt ...

Gast am 18 Jun 2007 11:19:14

Erneuer Umzug nach Norden – Cala Gonone heißt das Ziel der Wahl. Der von Peter Höh beschriebene Agriturismo erweist sich für größere Wohnmobile als absoluter Flop, der unsererseits eine kilometerlange Rückwärtsfahrt über rumpelige Schotter- und Schlaglochpiste erfordert. Unbeschadet, nur einmal leicht am Rahmen aufgesessen, erreichen wir wieder die Hauptstraße und fahren runter zum empfehlenswerten Stellplatz, der für 24 Stunden 15 Euro kostet (und wo man für 30 Stunden 2 Tage abgerechnet haben möchte, Verhandlung über einen mittleren Betrag zwecklos. Sooo flexibel ist man da nicht). Per Rollers geht es ins Landesinnere, wir stellen uns vor, wir könnten bis ziemlich vor den Eingang zur Cola su Gorroppu fahren und dort drin ein wenig herumklettern. In der Bergsteigersendung des Bayer.Rundfunks im Winter hatte ich einen Bericht gesehen, wonach vor einiger Zeit ein Felssturz die gesamte Schlucht zerstört bzw. verändert haben soll – das will ich in „echt“ sehen, vor 10 Jahren hatte uns die Schlucht total fasziniert und wir standen unten an einer Brücke, man konnte dort in Gumpen baden und alles war wildromantisch bewachsen. Doch was müssen unsere Augen nun sehen? Bereits vor der inzwischen komplett zerstörten Brücke liegen tonnenschwere Felsbrocken, man fragt sich, wo die nur herkommen – ob das wohl „bloß“ Geschiebe des Flusses war oder was sonst?
Auf jeden Fall wird aus dieser Unternehmung nichts – Iris stößt sich an einem Steinbatzen den Fuß ziemlich unglücklich auf, der sogleich zu schwellen beginnt, unser Roller wird an gleichem Stein beschädigt, schade, die Gorroppu will uns heute wohl nicht.
Der Felssturz hat tatsächlich ganze Arbeit geleistet!!

Gast am 18 Jun 2007 12:04:55

Weiter geht die Rollerfahrt auf den Monte Tuttavista. Peter Höh beschreibt dies als eine schöne Strecke und Stellplatzmöglichkeit unterhalb des Gipfels für Wohnmobile. Naja, unerschrockene Wohnmobilfahrer sind wir eigentlich schon – aber DAS?? Niemals per Wohnmobil, welches größer als ein normaler Kastenwagen ist!! Ist schon die Gurkerei mit dem Roller nervig, aber wir kommen endlich oben an. Die Aussichten sind schon schön, in alle Richtungen (hier macht der Berg seinem Namen alle Ehre) eindrucksvoll. Auch beachtlich das riesige Gipfelkreuz, im Reiseführer steht, es sei 10 m hoch.
Es ziehen wieder eigenartige Wolken auf, ich fürchte mich vor Gewitter im Freien, wir fahren wieder runter und nehmen nicht die „normale“ Strecke nach Cala Gonone zurück, sondern fahren über die Grotta di Ispinigoli und einen Weg über einen Bergsattel. Sehr eindrucksvoll, evtl. auch mit dem Wohnmobil befahrbar, bei Gegenverkehr (den wir aber auch nicht hatten) kann es schon schwierig werden. Hinter dem Sattel liegen Hunderte von Ziegen auf der warmen Straße, witzig.

Gast am 18 Jun 2007 12:08:23

Zurück nach Cala Gonone ...

Gast am 18 Jun 2007 12:17:24

Noch immer: Cala Gonone

Gast am 18 Jun 2007 12:18:27

Unser letzter gemeinsamer Tag naht, wir fahren nochmals ein Stück im Morgenlicht den „Ziegenweg“ hinauf, um ein paar Bilder in die Bucht mit den Traumsträndchen zu machen, und dann hinaus zur Cala Fuili, zu der eine geteerte Straße ca. 4 km aus dem Ort hinausführt. Es stehen auch zahlreiche Wohnmobile dort herum, allerdings – für uns ist das nichts, in ähnlicher Situation (Wohnmobil oben auf der Straße, wir unten in Traumbüchtchen beim Baden) wurde unseres vor Jahren auf La Maddalena schon mal aufgebrochen, wir sind da etwas vorsichtiger geworden. Man könne aber vom Stellplatz aus gut mit dem Rad rausfahren oder – halt eben mit dem Roller.

Ausderasche am 18 Jun 2007 12:27:12

Sehr schöne Fotos, die Erinnerungen wecken !

Die Zerstörungen in der Gala di Gorropu haben diese Ursache:

--> Link

(Wir sind 2003 und 2006 durch die Schlucht gelaufen - von der Brücke aus und waren bass erstaunt, wie das Unwetter die gesamte Schlucht und den Weg verändert hatten - unvorstellbar, da ist nichts mehr wie es mal war - das ganze Flusstal vor der eigentlichen Schlucht früher mit Oleander dicht bewachsen bis auf den Felsboden ausgeräumt. Auch das Lanaittu Tal war Herbst 2006 mit WOMO nicht befahrbar.

Den Tuttavista haben wir versucht mit einem Knaus 685 HFG zu "besteigen" (2005) und haben nach 3/4 der Strecke in einer breiteren Haarnadelkurve schweissgebadet gewendet. (Rest auch mit Motorrad gemacht) Es ist unverantwortlich, den Tuttavista als WOMO geeignet darzustellen.

Viele
Frank

Gast am 18 Jun 2007 12:31:45

Zurück zum Stellplatz, nach Ablauf unserer bezahlten 24 Std. rausgefahren und ein Stück weiter nördlich. Bernd kennt eine Stelle bei Marina di Orosei (wie hat sich das verändert, seit wir 1992 das letzte Mal dort waren!!), wo wir schön am Strand stehen können (allerdings auch nur tagsüber, entsprechende Schilder vorhanden und als wir am Abend rausfahren, stehen die Carabinieri schon bereit – ob die allerdings für Verteilung von Strafzetteln zuständig sind, entzieht sich unserer Kenntnis).
Ein letztes gemeinsames Mahl, Herumsitzen, Unterhaltung vor dem Wohnmobil, ein Marsch ins Wasser, dieGespräche werden schleppender, Melancholie macht sich breit. Blöd ist das, wenn man sich nach einigen ausgesprochen schönen Tagen wieder trennen muß. Es empfiehlt sich aber, denke ich, für beide Parteien, einen kompletten Ortswechsel durchzuführen, so bleibt dann der eine nicht einfach zurück, sondern fährt „auf zu neuen Ufern“. Der Abschied ist für 18.00 Uhr anberaumt, 10 Minuten vorher geht alles ganz schnell, der Himmel weint, Quatsch, Sturzbäche kommen vom selben, ciao, ciao – wir reisen ab – Frebekas nach Olbia – wir ins Landesinnere. Bereits hinter Orosei sind wir dem Regen entronnen, wir fahren Ri. Barbagia zur Karstquelle Su Gologone. Auch dort, Überraschung, der Parkplatz ist noch so, wie er vor 4 Jahren war, aber man hat jetzt eine Art Park gebaut, mit noch einer Imbissbude, einen Zaun drumrum gezogen und die Quelle kostet jetzt Eintritt. Aber nicht mehr um kurz nach 19.00 Uhr, als wir hinkommen, schleichen ein wenig hier und ein wenig da herum, kaufen uns am Imbissstand oben auf dem Parkplatz noch ein Bier, es ist wieder warm geworden.
Zu uns kommt ein deutsches Wohnmobil, wir verbringen den Abend gemeinsam auf dem stillen Parkplatz, nur das anheimelnde Bimmeln der Schafsglöckchen stört diese himmlische Ruhe in herrlich grüner Natur.

Gast am 18 Jun 2007 12:33:38

Ab jetzt also ohne Frebekas :

Gast am 18 Jun 2007 12:40:38

@Ausderasche
Danke für Deinen Link, das ist mir damals tatsächlich komplett entgangen - naja, über alles kann man auch nicht ständig auf dem Laufenden sein?!
Ja, Wahnsinn, wie sich das liebliche Gelände verändert hatte, ich traute schier meinen Augen nicht!
Und jetzt liegt alles wieder so lieblich da - vom noch fehlenden oder spärlich kommenden Bewuchs abgesehen.
Danke für die Blumen - äh - Komplimente!!

Auch dieser von Peter Höh angegebene Agriturismo ist mit einem Wohnmobil, das eines ist, einfach nicht anfahrbar. Und, vor allem, dort will man das auch gar nicht, ich habe mit der Chefin gesprochen, sie sind hauptsächlich auf Zelte eingerichtet - aber wir hätten eh keine Möglichkeit gehabt, überhaupt in diese Einfahrt hineinzukommen, geschweige denn, rückwärts und bergauf wieder hinaus.
Kennst Du den Weg auf den Monte Limbara?
Dort oben soll es jetzt auch einen von der Gemeinde Tempio Pausania eingerichteten Stellplatz mit VE geben. Aufgrund der Erfahrungen der Strecke auf den Tuttavista haben wir es aber tunlichst unterlassen, dort ohne Vorkenntnisse, die man sich wohl am besten per Roller holt, dort hinaufzufahren ...
Mein Verhältnis zu Reisebuch- und Wanderführerautoren ist, wie ich in Kürze noch ausführen werde, sowieso irgendwie gestört (nach diesem Urlaub WIEDER)!!

topolino666 am 18 Jun 2007 13:16:01

Hallo Lira!

Schöner Bericht - tolle Bilder!!

Lira, auf dem Weg zum Monte Tuttavista müsste noch eine 1,5-Liter-Plastikflasche Mineralwasser liegen, die haben wir vor 3 oder 4 Jahren, ebenfalls mit dem Roller unterwegs, dort verloren (das war damals im Sommer unsere "Notration"!!!) - wer sie findet darf sie aber behalten!!

Den Agriturismo kennen wir auch, wirklich kaum anfahrbar!!

Die "Ziegenstrasse" zwischen Grotte Ispingoli und Cala Gonone sind wir vor ein paar Jahren mit dem WoMo auch schon gefahren, als der neue Tunnel nach C.G. noch nicht gebaut war, und dies gemäss Landkarte der einzige offizielle Weg nach C.G. war, wir wussten damals noch nicht, dass der alte Tunnel eigentlich viel höher war als angegeben. Ist ein toller Ausblick aber eine unglaubliche Kurbelei, teilweise mit ein paar Mal zurücksetzten und so!
Seid Ihr hier auch "links ab" zum Spiaggia Osalla bzw. Spiaggia Cartoe beides (Schulz-Plätze) gefahren, bzw. könnt über die aktuelle WoMo-Situation dort berichten?

Witzig, wie sich die Bilder (bei uns allerdings alle noch auf Papier!!) und Interessen immer wieder gleichen (die Bergauf-Bergab-Sendung haben wir auch gesehen, war ein TOLLER Film!)!

Bin schon ganz gespannt, wer / was Deinen Reisebuchautorenzorn neu entfacht hat!?

Sicherlich auch toll, so mit zwei WoMos unterweg zu sein (Wir selbst planen Pfingsten 2008 auch mit zwei WoMos und hoffen dass sich bis dahin die Fährpreise wieder etwas normalisiert haben!!)



topolino
Matthias

Gast am 18 Jun 2007 14:00:38

Hallo Topolino,
zuerst: Die Fährpreise werden sich wohl wieder "normalisiert" haben - hahaha - dahingehend halt, daß man sich daran gewöhnt haben wird. Andere Hoffnungen habe ich nicht mehr. Ich muß gestehen, daß ich aus Kostengründen auf die Buchung von Camping an Bord verzichtet habe (macht bei uns 17,20 pro Fahrt mehr aus), auch in Anbetracht dessen, daß die Fahrzeiten ja angeblich nun wesentlich kürzer sein sollen (aber hin und her jeweils eine Std. mehr als angegeben waren!!) Rückwärts aber, wir buchten auf der Moby Tommy, wurde im Hafen stehend noch sauber kontrolliert und festgestellt, daß wir nicht CoB hätten und mußten uns auch in eine andere Schlange einreihen, beim Einfahren jedoch wurden wir eifrigst auf das betreffende Deck gewunken. Nun, Camping-AUF-Bord ist das ja wohl eher nicht, vielleicht Camping-UNTER-Bord. Glück für uns, wir standen genau an einem der wenigen Aussichtsfenster. Nachdem wir das Schiff inspiziert hatten, haben wir uns ganz einfach wieder in unser Wohnmobil verzogen, so wie wir es von der Linea dei Golfi (der wir übrigens seeeeehr nachweinen) gewohnt waren. Na, geht doch!!
Die von Dir genannten Strände (aha, wieder Schulz'sche Auswüchse?!) haben wir nicht aufgesucht, da wir anderntags ja eh weiter wollten, in meiner Schulz-Ausführung von 1991 sind jene auch soweit ich mich erinnere, nicht enthalten. (Kann mich aber auch täuschen, habe die Auflage nicht mehr aktualisiert)
Erfreulich, daß andere das auch so sehen, daß man gewisse Dinge, auch wenn sie in einschlägiger Literatur so beschrieben sind, nicht machen kann, dann kommt wenigstens nicht der Verdacht auf, man beherrsche sein Fahrzeug nicht oder wäre sonstwie zu blöd oder irgendwas, dies oder jenes zu befahren. Das beruhigt mich sehr!!
Deine Wasserflasche haben wir nicht gesehen, da kam sicher schon ein müder Pilger (das ist ja offenbar eine Pilgertour dort hinauf) und hat sich daran ergötzt!!
Der neue Tunnel hinab nach Cala Gonone ist für uns auch Neuland, wir sind früher (ich glaube 1994 + 1996) schon mit unserem alten, 3,30 m hohen Wohnmobil dort durchgefahren, jetzt ist das ja ein richtig breites Ding. Überhaupt, hat sich die Strecke über den Gennargentu ganz schön verändert, wie so vieles auf der Insel, die EU scheint ja auch ganz schön dort reinzuschustern ...
Wir waren schon oft auf Sardinien zu zweit bzw. zu dritt unterwegs, vielleicht werden wir nächstes Jahr zu viert fahren, mal sehen. Auf jeden Fall lassen wir nicht erst wieder 4 Jahre verstreichen. Müssen wir halt ein wenig auf die Fähre sparen - denn nächstes Mal toben wir uns dann so RICHTIG aus: Nachtfahrt + Camping an Bord, das wird dann so richtig teuer!! Die Überfahrten sind einfach nur nervtötend, vor allem, wenn das Schiff ziemlich voll ist.
So, jetzt muß ich aber mal was anderes schaffen ...

Aretousa am 18 Jun 2007 14:25:55

Toller Bericht liebe Lira. Ich stelle fest, auf meiner Europakarte gibt es noch viel weiße Flecken die darauf warten bereist zu werden.
Zugeben muss ich, das auch wir immer mal wieder so einen "Schulzchen" Reiseführer erstehen- ich kaufe einfach zu gerne alles mögliche mein Reiseziel betreffend zusammen, aber immer häufiger nerven mich die Einträge und erst recht die Leute die man mit besagtem Buch an der Frontscheibe trifft mit dem Satz: " Aber der Schulz sagt....." auf den Lippen.

Gast am 18 Jun 2007 15:17:29

Schön, dass ihr wieder heile zu Hause seid.....und Danke für den tollen Bericht . Ich frage mich für was wir uns eigentlich noch teure Reiseführer anschaffen ,wenn wir hier im Forum viel bessere Kost und Typs zu lesen bekommen. :D
Ich jedenfalls kaufe mir keine Reiseführer mehr------ ist doch eh schöner neues zu entdecken....

topolino666 am 18 Jun 2007 15:23:56

Hallo!

Es wird etwas OT - aber zum Schulz: Wir machen es wie Aretousa und kaufen uns auch ALLES möbliche über ein evtl. Ziel.

Wir sind ebenfalls stolze Besitzer mehrerer Schulz-Bücher - auch mögen wir eigentlich diese "Hardcore-Freisteher-Mentalität" der Familie Schulz - aber diese hellblaue Heftchen sind - egal wohin; egal woher; TOTAL veraltet; ich gehe sogar soweit und sage dass jeder Schulz-Freisteh-Platz (nicht nur auf Sardinien) mittlerweile eine Teppichstange hat.

Zu Sardinien: Wir haben auch noch beide Bücher von Peter Höh, wobei das ältere auch schon wieder zum Altpapier gehört (Peter Höh hat das aber wohl eingesehen und nicht an einer weiteren Auflage rumgedocktert sondern gleich was "neues" gemacht).

Dass es natürlich schwer ist - egal ob Sardinien oder woanders - ein Buch über Stellplätze zu veröffentlichen, über Strassen und V+E´s die sich täglich ändern ist denke ich ebenfalls klar.

Unserer Meinung nach man fährt mit einem Mix aus Schulzes "Es-war-einmal", einem halbwegs aktuellen Buch wie Höhs WoMo-Reiseführer, aktuellen Recherchen aus dem www und einer gehörigen Portion Mut, Erfahrung und Neugierde am besten!

Mal sehen, vielleicht gibt´s ja ein grosses Pfingsttreffen 2008 auf "unserer" Insel! - Wir versuchen dabei zu sein!! (ob wir aber mit unserem 5,30 Meter-Mobil da "dazupassen" würden???)
Für das Regenwetter-wir-treffen-uns-bei-Matthias-Abendessen seid Ihr übrigens hiermit AUSgeladen!!

:D



topolino
Matthias

Gast am 18 Jun 2007 15:45:18

Am andern Morgen lassen wir es trotz unseres Vorhabens relativ ruhig angehen, gemeinsam mit unseren Nachbarn den Monte Tiscali zu besteigen, um das prähistorische Nuraghendorf, das dort in einer 100 m im Durchmesser befindlichen eingestürzten Doline sein soll, aufzusuchen. Vor 4 Jahren hatten wir dieses Ansinnen auch schon mal, waren vom Anfang des Lanaittu-Tales mit unseren Freunden an den Wandfuß marschiert, dann nach emsiger Suche endlich irgendwann auf den Weg gekommen- und (unseres Erachtens) wegen zu großer sengender Hitze und Erschöpfung wieder umgekehrt, um alles wieder zurückzumarschieren. Im Nachhinein betrachtet, eine reife Leistung. Wir kamen seinerzeit schier „auf dem Zahnfleisch“ an den Wohnmobilen zurück, ist die einfache Wegstrecke, die dann noch vorher und nachher bewältigt werden muß, straffe 7 km!!
Insgesamt haben wir 4 Reiseführer dabei, die den Aufstieg zum Nuraghendorf von dieser Seite aus beschreiben und so wähnen wir uns auf der sicheren Seite, den Rother Wanderführer stecke ich ein, die anderen bleiben im Fahrzeug. Euphorisch fahren wir samt unserer Nachbarn, die auch mit Roller bewaffnet sind, bis zur Grotte sa Oche ins Lanaittu-Tal hinein.
Wir stöbern zunächst in der Grotta sa Oche herum und suchen dann (mit da schon eher vager Wegbeschreibung) den richtigen Weg. Irgendwo brät ein Hirte eines der putzigen braun-behaarten Schweinchen, die hier überall herumhuschen und erklärt uns, in welche Richtung wir gehen müssten. Das Schwein wäre zwar vom Tiscali, dies aber wohl nicht der richtige Weg …
Mit Pfadfinderblick erkennen wir auch endlich nach ein paar vergeblichen aufwärts führenden Anläufen den richtigen und steigen hurtig bergan. Später finden wir auch die roten Pfeile und wir erinnern uns, daß wir hier vor 4 Jahren schon mal waren. Wir sind also wohl auf der richtigen Fährte. Immer weiter aufwärts, 2 Std. sind wir nun unterwegs, als wir oben auf einem Sattel ankommen. Da laufen die roten Pfeile wild durcheinander in alle Himmelsrichtungen. Unsere Begleiterin entscheidet für sich, daß ihr Weg hier zu Ende wäre, ihr Mann bleibt bei ihr zurück, wir versprechen, sie zu rufen bzw. zu holen, wenn wir die Sehenswürdigkeit entdeckt haben werden. Munter klettern wir eineinhalb Stunden lang über Stock und Stein, später schon entmutigt, es kann doch nicht sein, daß wir wieder nicht die Stelle finden?! Die Beschreibung ist wieder DERARTIG ungenau, daß man Zweifel bekommt, ob der Autor wohl jemals überhaupt hier oben war!! Wir finden den bequemeren Abwärts-Weg ins Lanaittu-Tal, wir finden den Weg hinunter ins Flumineddu-Tal zur Gorroppu und gehen auch beide ein gutes Stück bergab, in der Hoffnung, dort den Einstieg in die Doline zu finden – nichts. Also wieder hinauf. Es gibt noch eine einzige winzige Möglichkeit, oberhalb einer Höhle ist ein Felssprung, dort zeigt ein roter Pfeil nach oben. Sollten wir dort wohl hinauf? Über dem Supramonte bauschen sich Gewitterwolken. Pah, das hat mir gerade noch gefehlt!! Seit wir vor Jahren auf einem kahlen Bergrücken eineinhalb Stunden lang ein Gewitter erlebt haben, habe ich vor so was panische Angst.
Nein, wir gehen nicht mehr hinauf, stattdessen quasi die „Direttissima“ hinunter. Wild klettern wir hinunter, lassen uns über Gebüsch abrutschen, verkratzen uns Arme und Beine, ich könnte vor Wut und Enttäuschung heulen.
Der Abwärtsweg bis zur Grotte ist mit 1 ½ Std. angegeben, nach knapp ¾ Std. holen wir unsere Begleiter ein, die zuerst noch gevespert hatten und dann auch angesichts der drohenden Wolken den Abstieg gewählt hatten. Mittlerweile sticht die Sonne wieder erbarmungslos herunter, die Wolken sind wie weggeblasen. Ich bin einfach nur noch schlecht gelaunt. So ein Mist, zweimal muß ich auf diesen blöden Berg und finde das nicht, was ich suche.
Hat jemand den ULTIMATIVEN Tipp für mich?? Obwohl, von dieser Seite aus werde ich im Leben da nicht mehr hinaufmarschieren, das habe ich für mich beschlossen!!

Wir schreiten talauswärts zu viert und kaufen uns noch jeweils ein Ichnusa-Bier im Rifugio bei der Grotte sa Oche, wo man Bergführer zur Grottenerkundung engagieren kann, setzen uns hinters Haus in den Schatten. Im „Garten“ des Grundstücks sorgt ein großes, braun behaartes Schwein für Belustigung, das wie ein Staubsauger den Boden nach Fressbarem absaugt. Es dauert nicht lange, und die halbe Sau verschwindet grunzend und schnüffelnd in einem umgeworfenen Abfalleimer …

Wir fahren zurück zum Wohnmobil, machen erstmal Vesperpause, die Mägen knurren, schließlich waren wir über 4 Stunden zu Fuß und nochmals fast 1 per Roller auf unwegsamstem Gelände unterwegs. Kleiner Plausch, ein Sonnenbad, wir packen ein, wollen weiter. Unsere Nachbarn wollen noch im sehr empfehlenswerten Hotel Su Gologone zu Abend essen und die Nacht hier verbringen. Abschied.

Ausderasche am 18 Jun 2007 16:10:54

@Lira

der Limbara ist auch mit "Dickschiffen" problemlos befahrbar (gut ausgebaute Strasse - vermutlich wegen dem Militärgebiet oben) , zumindest bis 8,80m (eigene Erfahrung) und zwar gut bis zur Madonna de la Neve. Da ist jetzt auch ein kleiner, unbefestigter Parkplatz und von dort ist man auf dem dort startenden Fußweg in einer Stunde auf dem Gipfel. Zum Übernachten weniger geeignet, allein schon wegen der ganzen Radaranlagen. Auf halber Höhe der Auffahrt - in Valliciola - war eine V+E in Edelstahl im Oktober 2006 im Bau. Eine ergiebige, anfahrbare Quelle mit Frischwasser ist dort auch hinter dem Forsthaus.

Golgo ist mit 8,80m gerade noch befahrbar - aber nur mit viel Mut, nassen Händen und höhenverstellbarem Überhang, Vor- und Zurücksetzen, sonst ist die 12m Spitzkehre mit Anstieg nicht zu meistern, weder hoch, noch runter - die Kratzer in der Strasse sprechen eine deutliche Sprache.


Frank

Gast am 18 Jun 2007 16:50:38

@Ausderasche
Brrrrrr, das schaut ja grausig aus ...
Ja, das ist genau diese Kurve, von der ich gesagt habe, da hätten wir wohl Probleme. Und das, wenn einem wohl auch noch ein Bus entgegenkommt?
Naja, wir hätten da mehr Spiel, da 20 cm kürzer - ob's das rausreißt? Nein, kleiner Scherz ...
Auf der Golgo waren wir mit den Rollern, obwohl es schon mal schön wäre, dort oben zu nächtigen und zur Goloritze zum Baden hinunterzusteigen und auch wieder rauf. Zumindest ziemlich ruhig, gell? Vom "Wildwechsel" abgesehen.
Naja, danke für die Aufklärung bzgl. Limbara. Schaumermal, ob wir das testen. Obwohl - unter "Hochspannung" mag ich auch nicht schlafen.
Wir werden sehen ...

@Topolino
Soooooo weit sind wir mit unserer Urlaubsplanung 2008 noch nicht, das kann ich Dir noch nicht beantworten, zu welcher Jahreszeit wir nach Sardinien reisen werden. Nach unseren Erfahrungen auf jeden Fall NIEMALS zwischen dem 15.6. und - sagen wir mal - dem 30.8.!!
Jetzt müssen wir erst die diesjährigen Aktivitäten, die noch alle so kommen "abarbeiten" - und dann im grausig-dunklen Winter erinnert man sich wieder an die herrlichen Farben, die die Insel zu bieten hat - und steigt in eine weitere Planung ein. Bis jetzt aber noch nichts Konkretes, außer der Sommerurlaub, der uns aber anders wohin führen wird ...

Gast am 19 Jun 2007 09:20:25

Es ist bereits halb sechs am Abend, wir fahren nach Nuoro (das ist vielleicht ein Moloch geworden?!), dort auf die SS 131 und auf jener Ri. Oristano. Eigentlich sucht man ja auch noch ein Schlafplätzchen, das man auf der Autobahn wohl aber eher nicht finden wird. Wir folgen dem Tipp in Peter Höh’s Buch und fahren bei Ghilerza von der Autobahn ab, um den „angenehmen Platz, auch für einen längeren Aufenthalt“ aufzusuchen, der tatsächlich gut ausgeschildert ist, sich aber zwar wie beschrieben „von Bäumen umstanden“ zeigt, aber eine überaus struppige und ungepflegte kleine Ecke am Stadtrand ist, noch dazu von gelangweilten und herumlungernden Jugendlichen umgeben. Auch der wenige km außerhalb oberhalb eines Stausees, bei einer abgetragenen und neu aufgebauten Kirche offerierte „Picknickplatz durchaus für längeren Aufenthalt geeignet“ findet wegen absoluter krummschiefer Stellflächen nicht unsere Zustimmung. Zurück auf die SS131 und so schnell wie möglich zu unserem sowieso für die nächsten Tage angesteuerten Ziel, wo wir um halb zehn Uhr abends, bereits ziemlich im dunkeln, ankommen.

Wir sind im Südwesten der Insel angelangt, wo die Gemeinde Buggerru 2 Stellplätze unterhält, den einen im eigentlichen Ort unten am Hafen samt gut anfahrbarer VE (gut ausgeschildert, auch die Ortsdurchfahrt geht problemlos), der mittlerweile auch attraktiver geworden ist und zum anderen den von uns zunächst favorisierten beim Weiler S.Nicolo 3 km weiter nördlich am südlichen Ende der ca. 5 km langen Sandbucht von Portixeddu gelegen, in Terrassen über dem Meer, ohne VE. Egal, wo man steht, es kostet pro Tag 10 Euro incl. VE, die dann aber in Buggerru veranstaltet werden muß, es kommt einer von der Gemeinde, der die Gebühren einhebt.
Hier bleiben wir mal einige Tage und starten von da aus unsere Roller-Erkundungstouren in die diversen Richtungen.

Gast am 19 Jun 2007 09:29:34

Die eine Tour führt uns an die Costa Verde, durchs Capo Pecora von unserem Standplatz getrennt. Von Frebekas haben wir schon erfahren, daß das Stehen am beliebten Ort Piscinas-Le-Dune beim Hotel Le Dune mittlerweile überhaupt nicht mehr geht. Das wollen wir natürlich genau wissen und fahren dahin. Schon die Ortsdurchfahrt von Ingortosu sorgt für Erstaunen, fein herausgeputzt präsentiert sich das einstige halbverfallene und marode Bergarbeiterörtchen. Naja, durch den Torbogen würden wir mit 3,50 m Höhe nach der Renovierung jetzt wohl doch nicht mehr passen, egal, brauchen wir auch nicht, es herrscht Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 to. Die Straße runter ist nun bis auf die letzten 3 km geteert, die letzten 3 km sind breit ausgebaut und es ist wohl noch eine Frage der Zeit, bis auch jenes Stück eine Asphaltdecke bekommt. Wir entdecken noch Fragmente der alten Schüttelpiste, welche uns immer hier hinunter geführt hatte. Kurz vor Ankunft an der Küste gibt es nun einen CP, den wir auch noch nicht kennen, aber allein schon wegen der vorgenannten Beschränkungen käme auch dieser für uns für einen Aufenthalt nicht in Frage.
Es herrscht reger Badebetrieb, es sind unzählige Pkws durchwegs mit ital. Kennzeichen da, kein Wunder, Sonntag. Der Strand zeigt sich so, wie wir ihn in Erinnerung haben, hier unten lebten wir tagelang unseren Traum vom wohnmobilen Freistehen mit unseren damals noch ganz kleinen Kindern. Gut nachvollziehbar, daß dieses Paradies wieder mal weidlich ausgenutzt wurde, man hat offenbar einen neuen Naturpark „Piscinas-Le Dune – Monte Arcuentu“ gegründet und in jenem ist für freistehende Wohnmobile halt kein Platz mehr. Trotzdem ein ausgesprochen schönes Stückchen Sardinien, wenn auch für unsereiner leider ein ausgeträumter Traum.
Ein Stück weiter nördlich hatten wir auf Google Earth einen weiteren großen Parkplatz ausgemacht, der ebenso erkundet werden muß. Die Zufahrt hierzu ist in den alten Sardinien-Karten überhaupt nicht eingezeichnet, in der heuer angeschafften aber schon: Scivu. Die schmale, aber geteerte Straße führt 13 km durch blühendes duftendes Land hinab zu einem großen Parkplatz, bewacht und bezahlt von 9.00 bis 20.00 Uhr, es stehen auch ein paar (ital.) Wohnmobile da, die nicht grad so aussehen, als daß sie heute noch wegfahren würden. Fürs Rollerparken löhnen wir einen ganzen Euro und erreichen über eine angelegte Holztreppe einen ebenfalls ganz herrlichen Sandstrand. Schön!! Das ist wohl einer der Orte, die Schulz 1991 als „die Plätze weiter südlich Le Dune, von denen die Mär geht“ beschreibt …

In unserer Karte ist auch eine Verbindungsstraße von Bau nach Naracauli eingezeichnet, Naracauli ist das Bergwerkszeugs südlich Ingortosu, diese Straße verläuft aber offenbar im Gelände eines Gefängnisses und ist daher nicht befahrbar, ich hatte mich an der Pforte entsprechend erkundigt.

Gast am 19 Jun 2007 09:32:03

Costa verde

Gast am 19 Jun 2007 09:35:13

Ein anderer Rollerausflug führt uns landeinwärts nach Fluminimaggiore und zum dortigen Tempio di Antas, der (bin ich richtig informiert?) einzigen punisch-römischen Ausgrabungsstätte auf Sardinien. Vor etlichen Jahren wollten wir diesen schon mal aufsuchen, es führte eine im Bau befindliche Piste dorthin, nach eineinhalb holprigen staubigen Kilometern gaben wir seinerzeit auf und drehten um – wir bissen tagelang noch auf dem roten Sand herum, der in den Staufächern lag (obwohl alle Fenster geschlossen waren). Nun ist die Straße breit, geteert und 3,5 km lang und nicht übersehbar an der Strecke Fluminimaggiore-Iglesias.
Das Tempelchen und das Gelände sind nicht überwältigend, aber schön und nett, wir turnen auch im dortigen Steinbruch der Römer herum, Eintritt zu dem jetzt eingezäunten, sehr gepflegtem Gelände 3,-- p.P.

Rückwärts bringen wir wieder mal einen Fehler rein und folgen unserer Karte über eine Strada biancha nach Caruga, von wo aus es quer nach Buggerru zurückgehen soll. Chaos pur!! Nach einem Steinbruch entpuppt sich die Strecke als die grausigste Holperpiste, die wir bisher gefahren sind, naja, mittlerweile sind Mensch und Material ganz schön geländegängig!

Gast am 19 Jun 2007 09:39:20

Noch ein Rollerausflug führt uns an der Küste entlang südlich, hinter Buggerru weisen Schilder eine Straßensperrung bei km 12 aus, die wir hartnäckig ignorieren (und am Ende eine ganz andere Strecke betrifft). Wir schauen an der herrlichen Cala Domestica vorbei, vor 4 Jahren standen wir dort ein paar Tage neben dem von 2 Reiseführern beschriebenen „malerischen Feigenbaum als einzigem Schattenspender weit und breit“ (schreiben die eigentlich alle voneinander ab??), nun gibt es einen Stellplatz weiter hinten, auf den auch gleich ein anreisendes Wohnmobil hinverwiesen wird. Wir folgen der SS 126 weiter hinunter nach Masua (der Streckenverlauf der alten Straße, welcher wir auch vor fast 15 Jahren mal gefolgt sind, ist teilweise noch erkennbar, eine steile Rüttelpiste, Frau und Kinder weinten, während unser Cheffahrer unbeirrt das scheppernde Wohnmobil den steilen Berg hinunterfuhr).
Dahinter wieder hinauf nach Nebida, in der dortigen Macelleria wird schnell noch Grillfleisch für den Abend eingekauft, eine alte Sardin fragt uns aus, wo wir herkämen, ob wir Franzosen wären, und zeigt sich höchst erfreut über unsere tatsächliche Herkunft, ihr Enkelchen wäre bei Francoforte und es wäre so schön in Deutschland! Complimenti!! Auch Nebida rüstet sich für künftige Touristen, es ist reger Baubetrieb erkennbar.

Gast am 19 Jun 2007 09:45:26

Das noch weiter südlich im Golfo di Gonnesa befindliche große Strandstück Fontanamare und Is’Arenas entpuppt sich nun als riesige, für unsere Begriffe absolut unattraktive, geteerte Parkfläche, sehr gut von Pkws besucht, dahinter der breite, feingelbe Sandstrand, den man von diesem Teil Sardiniens nun ja schon kennt. Früher hatten wir hier mal Pause gemacht und standen direkt am Stand – achja, ich wollte ja noch die alten Bilder hierüber hersuchen.

Gast am 19 Jun 2007 09:50:40

Irgendwann gehen auch die schönen Tage an der SW-Küste zu Ende und es wird Zeit, an das bald fahrende Schiff zu denken, nach letztem Badeaufenthalt an „unserem“ Hausstrand – ciao mare !! - wir fahren also wieder gen Norden, vorbei an Bosa, welches sich auch unglaublich gewandelt hat. Wir erinnern uns an ein dunkles, furchterregendes und marodes Kaff, in dem mit Farbe noch die DDD-Sprühungen gegen die Malariafliege in den Fünfzigern auf die Häuser vermerkt waren und nur ein paar schwarzgekleidete alte Leutchen durch die Gassen huschten. Nun stehen bunte sauber renovierte Häuschen unter dem Burgberg, auch die Burg schaut renoviert aus. Nächstes Mal müssen wir unbedingt mal Bosa wieder erkunden, was leicht möglich ist, denn kurze Strecke, nachdem sich die Straße nach Alghero hinter dem völlig neugebauten Ortsteil die Straße hinauf windet, findet man Einfahrten zu für uns neu angelegten Stellplätzen direkt am Meer. Kann man sich ja mal näher betrachten …

Gast am 19 Jun 2007 09:51:10

Auf nach Alghero - via Bosa:

Gast am 19 Jun 2007 09:54:23

In Alghero sind wir dringend bedürftig, Diesel zu fassen, die einzige erkennbare Tankstelle in Bosa war geschlossen, auch ohne Tankautomat, durch etliche Baustellen mal Ri. Hafen und wieder weg davon kommen wir mit schier zerfetzten Nerven an der immer noch existierenden Tankstelle mitten in der Stadt beim Hafen an – wir hatten genau noch einen Liter Diesel im Tank – das war knapp!! Unsere Lieblings-Stadt auf Sardinien hat sich auch schwer verändert. Am Hafen ist nun eine gepflasterte zweireihige Palmenallee, gegenüber ein großer Parkplatz, den ein Camperverbotsschild ziert, es stehen aber schon einige da, also fahren wir auch mal dahin. Die Zu-Fuß-Erkundung zeigt enorme Fortschritte in der Renovierung der alten Gemäuer, allerdings zu Lasten der vielen schönen kleinen Läden, welche nun Geschäften gewichen sind, die nur noch Touristen-Ramsch verhökern. Schade!! Auch unser Lieblingsrestaurant sieht gar nicht mehr einladend aus. Wir sind schlichtweg enttäuscht. Nach eineinhalb Stunden fahren wir schon wieder weg und landen bereits am Abend um 20.00 Uhr im Hafen von Olbia, das Schiff geht am andern Morgen um 8.00 Uhr. In der Nacht wird der brüllende Verkehr von und zu den Schiffen ruhiger bzw. erliegt ganz.

Die Moby Tommy, die um 6.30 Uhr ankommen sollte und meinen Bruder und Schwägerin mit Pkw an Bord hat, legt erst kurz nach 7.00 Uhr an, es bleibt nur ein Moment Zeit für und Wünsche am Autofenster, wir werden sofort verladen, 10 Min. vor eigentlicher Abfahrt dampfen wir aus dem Hafen. Die Verwandten haben ein Quartier bei Villasimius gebucht, wir schickten sie die Küstenstrecke und nicht die Autobahn entlang hinunter, am Abend kommt eine SMS „wir haben das Paradies gefunden“ – na, das lässt doch hoffen?!

Das Schiff soll planmäßig um 12.30 Uhr im Hafen Piombino einlaufen, wir fahren genau um halb zwei vom nur zu einem Viertel gefüllten solchem. Der ganze Hafen steht voll italienischer Pkws und Wohnmobile, die nun alle auf die Insel drängen. Puuuhhhh, diese Massen haben wir noch nicht erlebt und bestärken uns schwer, niemals nach dem 15.6. nach Sardinien zu reisen, wenn in Italien flächendeckend Ferien beginnen.

Am Abend treffen wir uns mit Schwägerin und Schwager in Sirmione, sie kommen nach aufregenden eineinhalb Wochen im Golfo di Napoli zurück, es gibt viel zu erzählen, auch anderntags noch, als wir in ihrer zugegeben wunderschönen Hotelanlage am Pool und am Gardasee herumhängen, noch gemeinsam essen und uns später verabschieden, um unsere letzte Nacht wie immer in Sterzing zu verbringen.

Am Sonntag sind wir in 5 Std. über Brenner-Bundesstraße/Zirler Berg/GAP-Augsburg wieder daheim.

Insgesamt gefahrene Kilometer: 2.920, davon 1.063 auf der Insel
Roller-km insgesamt 440
Maut Brenner-Livorno 32,10, Rosignano Maritt.-Sirmione 24,90, Ala-Avio-Sterzing 11,20
Stellplatzgebühren gesamt 76 Euro

Gast am 19 Jun 2007 10:21:33

Nur Reiseträume können da noch schöner sein .Wenns nicht so abgedroschen klingen würde........ könnte man dazu nur ---- einfach geil ..... sagen.....

eva b. am 19 Jun 2007 10:46:29

Hallo Isa,
ein wunderschöner Bericht mit beeindruckenden Fotos! Schade, dass hier schon das Ende ist, ich hätte gerne noch viel mehr gelesen.
Wir sind vor vielen, vielen Jahren einmal auf Korsika gewesen und das hat uns damals sehr gefallen. Deine Schilderungen machen jetzt Lust auf Sardinien - vielleicht im nächsten Jahr? Jetzt schaue ich mir die Fotos alle noch einmal an...
:dankeschoen:

Gast am 20 Jun 2007 08:22:52

Hallo zusammen -
und dankeschön für eure positiven Rückmeldungen.
@Aretousa
Was glaubst Du, wie oft mir schon aufgefallen ist, welche weiße Flecken in Europa für uns noch herrschen?? Wenn man hier so rumschnüffelt, wundert man sich schon des öfteren, warum manche schier um die halbe Welt jetten müssen, angesichts der Abwechslung die sich allein in unserem alten Europa finden läßt?!
@Eva
Korsika haben wir noch nicht bereist, aber diejenigen, welche Korsika+Sardinien kennen, behaupten zumeist hartnäckig, landschaftlich wäre sich das sehr ähnlich mit dem Unterschied, daß auf Sardinien die abwechslungsreichen Landschaften weitläufiger sind, in Korsika alles komprimierter wäre. Werden während einem unserer hoffentlich nächsten Aufenthalte, wenn wir uns mal wieder an der Nordseite rumdrücken, wohl auch mal per Roller nach Korsika starten, um dort Erkundigungen einzuholen.

Gast am 20 Jun 2007 10:13:58

Hallo Isa,

schließe mich meinen Vorrednern an und mache es kurz:

:daumen2: Klasse Reisebericht.

Udo

frebeka am 20 Jun 2007 21:59:07

Hallo Isa,

einen tollen Bericht hast Du da abgeliefert und vieles kommt mir bekannt vor :wink: Wir hätten doch noch eine Woche bleiben sollen :)

Tipsel am 21 Jun 2007 01:07:25

lira hat geschrieben:Hallo zusammen -
und dankeschön für eure positiven Rückmeldungen.
@Aretousa
Was glaubst Du, wie oft mir schon aufgefallen ist, welche weiße Flecken in Europa für uns noch herrschen?? Wenn man hier so rumschnüffelt, wundert man sich schon des öfteren, warum manche schier um die halbe Welt jetten müssen, angesichts der Abwechslung die sich allein in unserem alten Europa finden läßt?!
@Eva
Korsika haben wir noch nicht bereist, aber diejenigen, welche Korsika+Sardinien kennen, behaupten zumeist hartnäckig, landschaftlich wäre sich das sehr ähnlich mit dem Unterschied, daß auf Sardinien die abwechslungsreichen Landschaften weitläufiger sind, in Korsika alles komprimierter wäre. Werden während einem unserer hoffentlich nächsten Aufenthalte, wenn wir uns mal wieder an der Nordseite rumdrücken, wohl auch mal per Roller nach Korsika starten, um dort Erkundigungen einzuholen.


Also ich kenne Sardinien und Korsika und finde, dass Korsika wesentlich wilder und deshalb für mich reizwoller ist.

Leider ist Korsika weniger womotauglich als Sardinien, daher gibts wohl auch weniger Infos über diese Insel. Oder halt von Wohnmobilisten nur Infos über die "gemäßigten" Regionen.
Für mich ist der Unterschied wie Bretagne(im Norden) und Normandie. oder wie Norwegen und Schweden. Aber jeweils alles toll.

Gast am 21 Jun 2007 09:01:57

@Christel
Meinst Du dann die Westseite Korsikas als die "gemäßigtere" Region?

@Bernd
Naja, es ist ja schon immer so, daß man das und das noch hätte machen können - und mit 2 Fahrzeugen unterwegs zu sein hätte uns schon auch noch gefallen, ehrlich!!
Aber wir wollen doch auch wiederkommen und müssen uns noch was aufheben??
Hab noch ein - wie man neudeutsch so schön sagt - Äktschn-Bild gefunden ...


(hups, hab grad entdeckt, daß ich das Bild verkehrt beschriftet habe, muß wohl heißen "unterwegs nach Golgo")

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