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Neuwertiges Fahrgestell Wie am besten konservieren?


UweHD am 21 Mär 2023 14:46:27

Hallo zusammen,

Unser 2021‘er Jumper wird demnächst auf eine Bühne gestellt und eine Zusatz-Luftfeder bekommen.

Da der Wagen mangels Winterbetrieb auch von unten noch recht neu & unverrostet daherkommt, wollte ich die Gelegenheit nutzen, auch gleich das Fahrgestell etwas zu konservieren…. da schaut einen ja mitunter das blanke Blech an!

Frage: Welche Mittel nutzt ihr in so einem Fall? Konservierungswachs aus der Sprühdose? Streichbare, ölhaltige Mittelchen? Bin gespannt auf eure Erfahrungen, auch was das Langzeitverhalten angeht.

Danke :)

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strunzi am 21 Mär 2023 14:52:43

Hallo Uwe,

ich hab das bei Carsten Stäbler machen lassen und da wurde CARLOFON 4942 verwendet!

UweHD am 21 Mär 2023 14:57:35

strunzi hat geschrieben: ...da wurde CARLOFON 4942 verwendet!

Lt. Datenblatt ist das ein Wachs-Bitumen UBS.
Ist der getrocknete Auftrag eher dick und überdeckt Schrauben etc. total? Oder eher dünnschichtig? Mir wäre ein vergleichsweise dünner Auftrag wichtig.

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strunzi am 21 Mär 2023 15:02:10

ja das ist ehr dick...hier mal paar Bilder




Tinduck am 21 Mär 2023 15:21:21

Wenn da noch frischer Karosserielack drauf ist, einmal gründlich von unten reinigen und dann Wachs mit der Sonde in alle Hohlräume und flächig drunter.

Wenn die ersten Roststellen anfangen, kann man mit anderen Mittelchen rangehen.

Unser Womo bekommt demnächst die kombinierte Owatrol / Brantho-Korrux-Kur von unten, aber nur punktuell, wo's nötig ist. Hatte ich 2015 von unten mit Sandstrahlen, Karosserielack, Wachs konservieren lassen, jetzt hat der TÜV im April 2022 die ersten beginnenden Roststellen am Rahmen dokumentiert (kein Mangel, nur Info).

bis denn,

Uwe

UweHD am 21 Mär 2023 15:49:35

strunzi hat geschrieben:ja das ist ehr dick...hier mal paar Bilder...

Super, danke! Das gibt einen guten Eindruck.
Für bestimmte Teile finde ich das gut, für flächig auf dem Unterboden eher etwas dick.

UweHD am 21 Mär 2023 15:50:46

Tinduck hat geschrieben: ...Wachs mit der Sonde in alle Hohlräume und flächig drunter....

Das war auch eigentlich mein Plan, nur hatte ich damit noch keine eigenen Erfahrungen gesammelt

DonCarlos1962 am 21 Mär 2023 17:26:24

Unsere Hinterachse sah nach drei Jahren in der freien Wildbahn schon etwas angerostet aus.

Unser freundlicher Ingenieur beim GTÜ gab mir den Tipp die Stellen nur abzubürsten und mit OWATROL ein zu pinseln.

Also die Plörre gekauft und ab unter das Wohnmobil. Was mir sehr gut gefällt ist die leichte Verarbeitbarkeit und Kriechfähigkeit des Mittels.
Es saugt sich in jede kleinste Öffnung. Auch dorthin, wo man mit dem Pinsel gar nicht hin kommt.

Dem Prüfer war wichtig, dass nichts durch Farbe oder Wachs verdeckt wurde. So könne man frühzeitig neue Roststellen erkennen und behandeln.

Letzten Monat war ich nach fünf Jahren zum zweiten mal zur Hauptuntersuchung. Der Prüfer, diesmal aber ein anderer Ingenieur, war ganz begeistert. Auch er hielt gar nichts davon alles zu "versiegeln". Nach seiner Aussage hätte er schon viel "Mist" hinter einer schönen Fassade gefunden.

Auch er mochte die Owatrol-Lösung, die man auch überstreichen kann. Das Öl trocknet recht schnell ab und färbt rostige Stellen schwarz. Blanke Stellen bleiben hell.

Für Hohlräume ist das aber nichts. Da ist wohl Wachs die bessere Wahl. Aber hier ging es ja nicht um die Karosserie, sondern um das Fahrgestell.

LG Carsten

huskimarc am 21 Mär 2023 17:44:53

Wenn es selber machen willst würde ich Fluid Film nehmen, ansonsten Mike Sanders,was aber schwieriger zu verarbeiten ist wegen dem erwärmen etc

mv4 am 21 Mär 2023 19:03:54

Carsten...Owatrol ist normales Leinöl. ( Nur sehr viel teurer :D ) das zeug härtet an der Luft aus...

Ich kann dir Fotos zeigen von einen Fabrikneuen Mercedes Kipper der im Winterdienst gelaufen ist...der wurde trotz meines Rates vor dem ersten Einsatz mit Leinöl behandelt....ohne vorher wenigstens Fluid Film oder Graphitöl drauf zu sprühen...

Der sah nach dem 2. Winter aus wie wenn er schon 20 Jahre alt ist...schrecklich

Leinöl wirkt nicht penitrierend....Fluid Film und Mike Sanders aber schon.

Tinduck am 21 Mär 2023 19:17:48

mv4 hat geschrieben:
Leinöl wirkt nicht penitrierend....Fluid Film und Mike Sanders aber schon.


Die Produktbeschreibungen und Verarbeitungsanweisungen --> Link sagen was anderes. Und der Vorteil ist, dass es wirklich abtrocknet und überstreichbar ist.

Diverse Testberichte im Netz bestätigen die Schutzwirkung, z. B. --> Link

Es sind halt konkurrierende Produkte, kann ja jeder selbst entscheiden, was er nimmt.

Ich probiers mal mit Owatrol, weil es sich leicht verarbeiten und gegen Steinschlag wieder überpinseln lässt. Auf ein dauerfetttropfendes Womo auf unserem Pflaster hab ich eher weniger Lust.

bis denn,

Uwe

mv4 am 21 Mär 2023 19:46:01

Mach das Uwe.....meinen Segen hast du

hampshire am 21 Mär 2023 21:57:11

mv4 hat geschrieben:Owatrol ist normales Leinöl.

Zumindest zu 25% wenn man den Menschen der Trecker/Schlepper/Bulldog/Unimog Szene Glauben schenkt. Eine genaue Zusammensetzung geben die wohl nicht raus.
Würde ich nicht mit reinem Leinöl vergleichen.

Tinduck am 22 Mär 2023 00:18:36

Der Leinölanteil liegt auf jeden Fall zwischen 0 und 72,5% - der Rest sind laut Sicherheitsdatenblatt Alkane und (poly)zyklische Kohlenwasserstoffe.

--> Link

bis denn,

Uwe

franneck am 22 Mär 2023 00:51:15

Leinölfirnis (nicht normales Leinöl!) ist auch mein Tipp für bereits angerostete Stellen. 50/50 mit Verdünnung kriecht das überall hin und zieht sehr wohl in die Rostporen ein und "erstickt" den Rost. Ist auch besonders hilfreich bei Falzen oder anderen schwer zugänglichen Stellen.
Der große Nachteil ist, dass es nicht sehr beständig ist und ohne Schutzschicht regelmäßig aufgefrischt werden muss.
Würde es aber nicht als Konkurrenz zu einem Wachs sehen, sondern eher als Ergänzung bzw. Vorbehandlung. Beides hat seine Daseinsberechtigung.

bert am 22 Mär 2023 07:35:50

Ich habe bei meinen Ducato auf der Bühne eine ordentliche Unterbodenwäsche gemacht.
Rostansätze hatte nur die Hinterachse. Das auch nur optischer Flugrost.
Die habe ich entrostet, mit Rostumwandler behandelt und mit Branto gerollt.

Die Hohlräume wurden mit Wachs ausgeblasen.
Radhausschalen und Reserverad waren natürlich abmontiert.
Der Unterboden wurde mit transparenten Wachs in einem Braunton von Berner eingesprüht.

Sieht halt optisch doch um Welten besser aus.
Grundsätzlich haben die Duc& CO ja kein Rostproblem.
Aber Achsen und Stöße fangen nach Jahren an etwas Rost anzusetzen.

babenhausen am 22 Mär 2023 07:39:52

Carlofon ist das Standartprodukt der BW und der Schweizer Armee für die Konservierung, bestens bewährt mit Jahrzehnten an Erfahrung.

Luppo am 22 Mär 2023 09:26:07

Ich habe per Druckbecherpistole mit Seilfett den metallischen Unterboden inkl. sämtlicher Hohlräume behandelt.
Ist weniger Schmiererei als man vermutet. Wohnmobil jeweils auf die Keile vorn und hinten, dann kommt man bequem drunter.

Tinduck am 22 Mär 2023 09:47:17

Puh, scheint auch eine Glaubenssache zu sein. Was haben wir jetzt für die Neu-Imprägnierung?

- FluidFilm/PermaFilm
- Seilfett
- Carlofon
- Leinölfirnis
- Wachs

Man muss sich dann wohl entscheiden, welcher Religion man anhängt... es hat wohl jedes System seine Berechtigung und seine Verteidiger.

Am wichtigsten ist, dass man überhaupt was macht, denke ich.

bis denn,

Uwe

karlh am 22 Mär 2023 09:57:22

Hab mich auch mit beschäftigt und für die Rostschutzklinik entschieden - Termin ist aber erst im April.

Was ich als Vorteil gesehen habe:
- Unterboden wird mit Trockeneis gereinigt
- Versiegelung erfolgt mit Dinitrol Wachs

Günstiger ist natürlich eine Reinigung mit Wasser oder Alkohol, aber danach muss das Fahrzeug erst mal trocknen lassen.

Geht man hier zu schnell mit einer Versiegelung drauf, dann schließt man vielleicht Wasser in Hohlräumen ein und das wäre ja mehr kontraproduktiv.

Dinitrol war mir persönlich sympatischer als ein Öl oder Fett, da man immer wieder liest, dass der Unterboden dann im Sommer bei viel Hitze tropfen kann - mag ich gar nicht...

Preis/Leistung hat mit die Rostschutzklinik gut gefallen.

Es gibt günstigere (bekanntere) Anbieter, die Reinigen aber nicht mit Trockeneis - und es gibt welche die mit Trockeneis reinigen, die aber sehr viel teurer sind.

huskimarc am 22 Mär 2023 12:25:49

vorteil vom fett/öl ist eben das es bei wärme flüssig wird und somit ein rosten verhindert
wenn wachs einmal fest ist dann bleibt es das auch, so kann es passieren das es unter dem wachs weiter rostet (so war es bei meinem alten 230 ducato, schweller war zwar voll wachs hat aber munter drunter weiter gerostet

UweHD am 22 Mär 2023 13:42:16

Danke euch erst einmal für den lebhaften Input!

Ich suche ja speziell etwas für das Fahrgestell und weniger für Blech-Hohlraumkonservierung. Ich möchte (noch) neuwertig lackierte, rostfreie Träger, FW-Teile, Schrauben und dergleichen etwas vor der Verwitterung schützen.



Dafür wurde mir vom Korrosionsschutz-Depot das UBS Wachs "Elaskon" empfohlen: --> Link

Ich denke, das probiere ich mal aus. Aber die ganzen Tips hier sind super wertvoll, weiter so! Hohlraumkonservierung steht auch noch mal an, und wenn doch mal was angerostet ist, dann sollte ja auch das passende Mittelchen am Start sein :)

karlh am 22 Mär 2023 14:29:48

huskimarc hat geschrieben:vorteil vom fett/öl ist eben das es bei wärme flüssig wird und somit ein rosten verhindert


Deswegen sollte das Wachs auch jährlich gecheckt lassen.

Es kann hier einmal nachgebessert werden und man sieht natürlich, ob unter der Wachs sich Rost bildet und kann eingreifen

Tinduck am 22 Mär 2023 16:40:19

Kontrolle ist sowieso immer vonnöten.

Kein Korrosionsschutzsystem hilft perfekt, schon gar nicht, wenn Steinschlag und Streusalz dazukommt. Und selbst wenn das nicht passiert, muss man alle paar Jahre wieder ran. Zumindest, wenn man sein Fahrzeug auch benutzt. Bei einem Oldtimer, der in der Halle steht und nur bei Schönwetter bewegt wird, mag das anders sein.

bis denn,

Uwe

bert am 22 Mär 2023 17:35:06

Ja, Kontrolle ist immer von Vorteil.

Ich habe in meiner Halle eine lange Montagegrube.
Die Pistole mit dem langen Schlauch für Hohlräume habe ich schon ewig.

Es bleibt aber auch beim Bus relativ unverändert, sind ja trotzdem bei den wenigsten dayli driver.
Meine zwei Youngtimer habe ich vor ewigen Zeiten mit transparentem Wachs gemacht.
Es ist von Berner und mein Kumpel hat es im 50l Fass.
Die sehen aber kein Salz. Somit ist es leichter.

mv4 am 22 Mär 2023 18:52:22

Was und wie wird da was gemacht wenn sich unterm Wachs Rost entwickelt?

Das Problem ist auch nicht der Rost der sich auf der Fläche entwickelt...sondern die versteckten Rostnester bei blechfalzen und Doppelungen.

dieterk am 23 Mär 2023 10:37:26

Hallo,

ich habe bei meinem Duc nach 3 Jahren Mike Sanders drunter machen lassen.

Der Rahmen wurde ausgespült um Dreck zu entfernen. Die Kiste blieb dann in der Werke stehen übers WE zum trocknen und anschließend wurde auf Rahmen, in Hohlräumen, Türfüllungen, Motorbereich, Radkästen usw. MS eingetragen.

War wie gesagt vor knapp 9 Jahren. Wenn ich beim TÜV mit drunter gehen, alles noch wie neu.

Nachteil: noch heute, wenns richtig heiß ist im Sommer, habe ich von der Motorhaube einen Streifen vorn auf dem Kühlergrill. Da läuft immer noch was.
Als Vorteil sieht man daran, wurde großzügig gemacht und arbeitet (kriecht) immer noch.

Gruß
Dieter

mv4 am 23 Mär 2023 10:46:55

der vorteil von Mike und fluid film ist ja auch der...selbst wenn mal irgendwo fettflecken sind...Pflaster oder auch Hose (gab hier im Forum schon welche die hatten das an der Hose).. es ist Schafwollfett....das geht mit waschen raus...und auf dem Pflaster verschwindet das auch wieder....im Gegensatz zu einen Mineralischen Produkt. Und deswegen auch zugelassen.

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