Ein Wechselrichter mit 2000 W an zwei Bleibatterien mit je 95 Ah ist, gelinde gesagt, sehr sportlich. Bedenke, dass eine Bleibatterie nur zu knapp 60 % tatsächlich genutzt werden kann. Ein 2000 W-Wechselrichter zutscht dann beide Aufbaubatterien in wenigen Minuten leer.
Damit ein solcher Wechselrichter vernünftig betrieben werden kann, sollte man schon in LiFePO4-Batterien ausreichender Kapazität investieren, sonst wäre die Investition in den Wechselrichter heraus geschmissenes Geld.
Ein Wechselrichter allein reicht aber nicht. Weitere Technik ist unbedingt nötig:
1. eine Netzvorrangschaltung. Wenn Du Deinen Wechselrichter zeitlich mit Landstrom einschaltest, gibt es einen großen Knall, weil das Netz immer stärker ist als der Wechselrichter, d.h. der Wechselrichter arbeitet in einer anderen Phase als das Netz und das Netz zwingt den Wechselrichter in die gleiche Phase. Folge: Der Wechselrichter wird augenblicklich zerstört und wenn Du Pech hast, fackelt Dein
Womo mit ab.
2. Der Wechselrichter gibt 230 V Wechselstrom ab und deshalb müssen hinter dem Wechselrichter 230 V-Sicherungen und eine FI-Sicherung. Ansonsten ist alles lebensgefährlich, mal abgesehen davon, dass es ohne gesetzwidrig wäre.
3. Kein Muss, aber sinnvoll. Einbau eines Stuntes (Messwiderstand) und eines Batteriecomputers, damit Du weißt, welche Restkapazität noch vorhanden ist. Der eventuell verbaute Stunt inklusive Anzeige sind mit großer Sicherheit für einen 2000 W-Wechselrichter zu klein. Falls Du eine Batterie mit Bluetooth kaufst, kannst Du alternativ mit Deiner Batterie "telefonieren", aber das ist auf Dauer umständlich.
4. Ein 2000 W-Wechselrichter braucht nicht nur eine leistungsfähige LiFePO4-Batterie. Die Batterie muss auch irgendwie wieder geladen werden. Ab spätestens EURO6 laden die Lichtmaschinen nicht mehr die Aufbaubatterien. Ich hatte mehrfach EURO5-Womos gemietet und keine von denen hatte noch die Aufbaubatterien geladen. Also auch bei einigen EURO5-Womos können schon sogenannte intelligente Lichtmaschinen verbaut sein. Ich weiß das von verschiedenen Typen von
Chausson und Intineo. Um die Aufbaubatterie laden zu können, braucht es einen Ladebooster und eine Solaranlage.
Wie Du siehst, zieht die Investition in einen Wechselrichter von 2000 W eine Reihe weiterer Investitionen nach sich.
Wenn Du auf CP oder SP übernachtest und Dein Womo an Landstrom anschließt, dann kannst Du die Aufbaubatterie mit Landstrom laden, aber wenn Du vorwiegend mit Landstrom übernachtest, dann hast Du ja im Womo 230 V und brauchst keinen Wechselrichter. Prüfe aus allen aufgeführten Gründen, ob Du einen 2000 W- Wechselrichter überhaupt brauchst. Viele E-Geräte gibt es auch für 12 V, z.B. Kaffeemaschinen, nur muss man etwas Geduld mitbringen, da 12 V-Geräte meist eine niedrigere Leistung haben.
Ein gut gemeinter Rat: Aus Deiner Fragestellung schließe ich, dass Du wenig Kenntnisse in E-Technik hast. Es wäre deshalb sehr sinnvoll, wenn Du bei diesem Problem nicht selbst werkelst, sondern Dir Hilfe bei einem Bekannten mit fundierteren Kenntnissen oder in einer Vertragswerkstatt suchst.
Auch wenn der Umbau auf den ersten Blick nicht so kompliziert erscheint, kann man als Laie einiges falsch machen - mit fatalen Folgen. Hier nur zwei Beispiele:
1. Wenn Du vergisst, Deinen EBL vor einem Umbau auszuschalten, wird sich dieser mit einiger Wahrscheinlichkeit ind Jenseits verabschieden.
2. Beim Einbau einer zweiten Batterie sollten beide Batterien vorher auf die gleiche Spannung geladen werden, ansonsten fließt plötzlich zwischen beiden Batterien ein hoher Strom - defacto ähnlich einem Kurzschluss.
Fazit:
Der Anschluss eines 2000 W-Wechselrichters an zwei 95 Ah-Bleibatterien macht technisch keinen Sinn.