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Reisebericht - Rückblick 2023


womo-2 am 30 Dez 2023 14:47:48

Das wirklich Bemerkenswerte zum Start in die neue Reisemobil-Saison – wir müssen uns nicht mehr nach “Corona” richten. Endlich scheint dieses Übel ein Ende zu haben und wir können unsere Reisen wieder frei planen! Bereits Anfang März machen wir uns auf den Weg nach Südfrankreich. In Deutschland ist der Frühling noch weit entfernt, auch bei uns im tiefen Südwesten, obwohl das warme Frühlingswetter hier meist 4 Wochen früher beginnt als im übrigen Deutschland.

Die Wetteraussichten für Südfrankreich sind hervorragend. Sonnig, tagsüber bis zu 16 Grad. Unser Ziel ist die “Route du Mimosa”, die Mimosenstraße entlang der Côte d’Azur.


Straße der Mimosen

Von Ende Januar bis Mitte März ist es meistens so weit. Das Winterwetter hat weite Teile Europas noch fest im Griff, doch an der südfranzösischen Küste hat der Frühling bereits begonnen. Die Mimosen blühen an der Côte d’Azur.


Mimosen

Die reizvolle Mimosenstraße führt auf 130 km von Bormes-les-Mimosas über Le Rayol-Canadel-sur-Mer, Sainte-Maxime und Saint-Raphaël nach Mandelieu-la-Napoule und weiter über Tanneron und Pégomas bis nach Grasse.

Wir beginnen unsere Reise in Grasse, fahren also die Route “rückwärts” von Grasse nach Bormes-les-Mimosas. Auf teilweise abenteuerlich engen Sträßchen folgen wir den Seealpen der Côte d’Azur, fahren immer wieder steil hinunter zur Küste, um dann wieder über kurvenreiche Anstiege nach Bormes-les-Mimosas zu gelangen.


bei Mandelieu-la-Napoule


Bormes-les-Mimosas

Würden wir diese Reise noch einmal machen, wäre es sinnvoll, ca. 2 Wochen früher zu starten, zumindest wenn das Wetter so konstant sonnig ist wie bei dieser Reise. Einige der vielen Mimosenbäume und -sträucher waren leider schon am Verblühen.

Eigentlich war geplant, dass meine Frau mit dem Zug nach Hause fährt (sie muss leider noch zur Arbeit) und ich weiter die Mittelmeerküste entlang fahre. Doch daraus wurde nichts, denn die Franzosen hatten beschlossen, in den Generalstreik zu treten. Kein Zug, kein Bus, nichts fuhr mehr. Die Flugpreise ab Nizza oder Marseille stiegen nach der Streikankündigung minütlich ins Unbezahlbare. So blieb nur die gemeinsame Heimreise mit dem Wohnmobil.


Le Lavandou

Ich habe eine neue Leidenschaft. Ich “sammle” Nationalstraßen. Französische Nationalstraßen. Ich folge ihnen und versuche, die manchmal längst verschwundenen Trassen, ihre Besonderheiten und ihre Veränderungen zu “erfahren” und zu erleben.

Ich liebe die alten französischen Nationalstraßen. Die alten Michelin-Schilder, die verblassten Werbetafeln an den Häuserfassaden und alles andere, was den Charme der Straßen von damals ausmacht. Das königliche und später kaiserliche Verkehrsnetz Frankreichs, das Erbe der Städte, durch die diese Straßen führen. Jede von ihnen erzählt auf ihre Weise die Geschichte Frankreichs.

Bereits Anfang April packte mich das Fernweh. Ich fuhr auf der Route Nationale 12 in den Norden Frankreichs.


Route Nationale 12

Wie fast alle Nationalstraßen in Frankreich hat auch die RN12 ihren Ursprung auf dem Platz vor der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Wo sonst? Bien sûr! Ein Schild auf dem Boden markiert den Nullpunkt der wichtigsten französischen Nationalstraßen.


bei Verneuil-sur-Avre


bei Verneuil-sur-Avre

Die Normandie streifend, die Perche und die zentralen Regionen des Landes überfliegend, führt die historische Nationalstraße 12 buchstäblich ans Ende der Welt!

Ich folge (soweit das noch möglich ist) der Route von 1963, aus dem Jahr, aus dem meine antiquarische Michelin-Straßenkarte stammt. Die Nationalstraße 12 ist immer noch die Hauptverkehrsader, welche die Bretagne zwischen Brest und Rennes mit Paris verbindet.

Ist es noch interessant, diese französische Nationalstraße zu befahren? Ja, unbedingt, bevor alles verschwindet! Ich mache mich auf den Weg und die Nostalgie begleitet mich!


Guingamp

Unterwegs holen mich die aktuellen Streiks in Frankreich wieder ein. Leider nutzen einige Chaoten die Streiks, um durch Randale auf sich aufmerksam zu machen. Selbst in der Provinz kommt es zu Ausschreitungen. Deshalb habe ich mich schweren Herzens entschlossen, nicht nach Rennes zu fahren. Leider sind dort in den nächsten Tagen schwere Ausschreitungen zu befürchten, der Mob ist wieder aktiv. Ich unterstütze jede gewaltfreie Demonstration, für oder gegen was auch immer. Dass dabei, wie gestern Abend, mehrere Autos angezündet werden, ist der Sache nicht dienlich. Stellplatznachbarn haben mich eindringlich davor gewarnt, als Ausländer nach Rennes zu fahren!

Und so erreiche ich die Bretagne und das Meer, ohne diese schöne Stadt gesehen zu haben (zumindest auf dieser Reise).


Bucht von Saint-Brieuc

Den kompletten Jahresrückblick mit vielen Bildern gibt es hier zu lesen: --> Link

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mk9 am 31 Dez 2023 13:56:43

Hallo Joe, ich stimme Dir zu, wenn es um die alten Nationalstraßen in Frankreich geht. Besonders trifft das für die " Nationale " ,
der Route Bleue ) zu.

1968 sind wir dort von Paris bis Lapalisse gefahren, und dort weiter Richtung Süden bis zur span. Grenze und Costa Brava.
Damals mit unserem Citroen AMI6 Break.

Gruß
Manfred

bonjourelfie am 31 Dez 2023 16:04:30

Hallo,

ich habe gerade deinen kompletten Jahresrückblick verschlungen, vielen Dank dafür.
Für das kommende Jahr wünsch ich dir alles Gute, viele Reisen und vor allem...Gesundheit!!!

LGElfie

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schorsche51 am 03 Jan 2024 16:08:25

Super Geschrieben ..sehr schöne Bilder..Danke. :top: :top:

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