Die Chance, einen Händler zu finden, der Garantiearbeiten für ein nicht von ihm verkauftes Fahrzeug anbietet, ist sehr überschaubar. Dazu muss man ein bisschen was über die Hintergründe wissen.
Es ist nicht so, dass der Händler seine Rechnung einfach zum Hersteller schickt und der bezahlt dann. Bevor überhaupt etwas gemacht wird, muss der Händler beim Hersteller online einen Garantieantrag (GA) stellen. Bei Trigano heißt das System dazu zum Beispiel GA-Online2, der Ablauf ist aber bei den meisten Herstellern unabhängig vom verwendeten System ähnlich. In solchen Systemen wird detailliert inkl. Fotos beschrieben, was das Problem ist, welche Teile benötigt werden usw. Anschließend schaut man sich das beim Hersteller an und gibt entweder die Reparatur frei, oder eben auch nicht. Übrigens setzt der Hersteller fest, wie viel Geld es für eine Garantieleistung gibt: für nahezu jede Art von Reparatur gibt es einen festgelegten Aufwands-Wert (Arbeitszeit-Einheiten). Beispiel: Fenster ein- und ausbauen 2h, Schrankscharnier austauschen 15 Minuten. Und das natürlich nicht zu dem normalen Stundensatz den die Werkstatt ihrem Kunden für Standardarbeiten berechnet, sondern zu einem Verrechnungssatz den der Hersteller vorgibt. Der kann auch für jeden Händler anders sein, je nach Werkstatt-Ausstattung, Handelsvolumen, Partnerstatus usw. Hat der Händler dann die Teile bekommen (was auch nochmal lange dauern kann, je nach Teil), die Arbeiten abgeschlossen, meldet er das im System und bekommt für genau diesen im Voraus berechneten Wert eine automatische Gutschrift (FPC) erstellt. Nicht mehr und nicht weniger, auch wenn er länger oder kürzer gebraucht hat. Wie lange man dann auf das Geld wartet, ist dann nochmal eine andere Frage.
Du siehst, es ist kein Zuckerschlecken, eine Garantiearbeit zu erbringen. Eine Werkstatt, die gut ausgelastet ist, wird die Zeit ihrer Techniker lieber zu ihren normalen Stundensatz an örtliche Kunden verkaufen und die Kohle direkt "Cash in die Täsch" haben, da hat sie einfach mehr von. Wenn dann auch noch Handelsware mit verkauft wird wie zum Beispiel ein Maxxfan, eine
Solaranlage oder eine Lithiumbatterie, ist deutlich mehr verdient als an einer Garantieabwicklung. Wenn die Werkstatt nicht ausgelastet ist kann es sinnvoll sein, Garantiearbeiten anzubieten, aber welche ordentliche WoMo Werkstatt ist im Moment nicht ausgelastet?
Noch zu Deiner Frage, ob die Werkstätten auch Garantiearbeiten für andere Marken ausführen dürfen: der Zugriff im GA-Online2 ist nicht markengebunden. Ob es vertraglich möglicherweise Einschränkungen für die Händler gibt, weiß ich nicht.
Was das Thema "Arbeiten am Basisfahrzeug" angeht, so machen es sich die Händler und Hersteller sehr einfach, in dem sie den Kunden zur Ford/Fiat/Mercedes/usw Werkstatt schicken und sich einfach raushalten. Wenn der Kunde das mit sich machen läßt, ok. Im Rahmen der schon mehrmals angesprochenen Sachmängelhaftung wäre eigentlich der verkaufende Händler derjenige, der sich darum zu kümmern hat, auch wenn er das Auto nur 1x über die Straße fährt und es bei Ford/Fiat/usw hinstellt, aber eigentlich hat er sich um die gesamte Sache zu kümmern.
Anders sieht es aus, wenn das Basisfahrzeug wie hier auch schon beschrieben wurde, eine erweiterte Garantie hat, die die Sachmängelhaftung zeitlich übersteigt. Dann ist der verkaufende Händler fein raus, denn die Garantie gibt ja der Hersteller des Basisfahrzeugs, und nicht der Händler. Von daher sehr gut möglich, dass der Fordhändler hier die Arbeiten erledigt hat, da es offenbar eine Fünf-Jahres-Garantie gibt, die nunmal länger ist als die 24M Sachmängelhaftung. Nur wird sich Ford eben nur das Basisfahrzeug anschauen, und nicht den Aufbau..