kunibertk am 20 Mai 2025 10:01:30 Hallo zusammen,
ich hatte bei unserem Fahrzeug aus Versehen das Radio über ein paar Tage angelassen (Lautstärke 0 - deswegen nicht bemerkt). Danach war die Starterbatterie leer. So leer, dass die Zentralverriegelung nicht aufging und die Lenksäule den Schlüssel nicht mehr herausgerückt hat (Automatik). Die Batterie ist von Varta und Start-/Stop-fähig, vermutlich AGM 105Ah. Ich habe sie über die Erhaltungsladefunktion der Bordelektrik über Landstrom geladen, nach etlichen Stunden hatte sie 11,5V Leerlaufspannung (d.h. Landstrom/Ladegerät aus). Damit konnte sie das Fahrzeug nicht starten, die Spannung brach beim Startversuch auf ca. 4V ein. Über Nacht habe ich weiter geladen, heute Morgen hatte die Batterie 11,93V Leerlaufspannung und hat das Fahrzeug zweimal hintereinander starten können, Spannungseinbruch jeweils auf etwas unter 10V, was meines Wissens OK ist. Danach war die Leerlaufspannung vielleicht 0,02-0,03V niedriger als vorher, was mir auch plausibel vorkommt.
Frage: ist das normal, dass eine Starterbatterie mit 11,5V das Fahrzeug nicht mehr zum Laufen bekommt und die Spannung so tief einbricht, oder ist die Batterie schon beschädigt?
Die Erhaltungsladung lädt laut Doku mit maximal 2A, eine 105Ah Batterie sollte also schon gut zwei Tage brauchen bis sie wieder voll ist. Dass sie nach einem Tag Laden bei knapp 12V ist hatte ich daher erwartet. Die Batterie ist jetzt ca. 5 Jahre alt (wenn man die Zeit ab Lieferung Basisfahrzeug an Aufbauer rechnet).
BossHogg am 20 Mai 2025 10:30:06 Servus, Die Batterie ist geschädigt. Versuche ein Ladegerät mit Recondition mal anzuschließen.
Irmie am 20 Mai 2025 10:37:44 Hallo, auch ich gehe davon aus, dass der Akku seine besten Zeiten hinter sich hat. Mir wurde von einer Werkstatt erst letzten Dienstag gesagt, ein Akku halte bei Fahrzeugen mit Start / Stopp Automatik ca. 4 Jahre, da er bei Euro 6d Fahrzeugen nie ganz voll geladen würde. Zur Akkuspannung hatte ich auch noch dieses gelesen: --> Link
Hannus am 20 Mai 2025 10:52:36 Ob der Akku wirklich geschädigt ist, kann man nie pauschal sagen. Hängt auch immer von der Zeit zwischen entladen und wieder aufladen zusammen. Ich hab jahrelang vier tiefentladene AGM Akkus aus einer Notstromversorgung ohne Probleme im Womo weiter genutzt. Die fristen jetzt noch immer ihr Hybrid-Rentnerleben in meiner Hausanlage.
UweHD am 20 Mai 2025 12:18:35 kunibertk hat geschrieben: ...Frage: ist das normal, dass eine Starterbatterie mit 11,5V das Fahrzeug nicht mehr zum Laufen bekommt und die Spannung so tief einbricht?
Einfache Antwort: Ja. Bei 11,5V Ruhespannung ist eine AGM Batterie bei rund 10% SoC und somit quasi leer --> LinkAlso jetzt erst einmal voll aufladen das Ding und schauen, ob's dann wieder tut :)
Tinduck am 20 Mai 2025 12:30:29 Normalerweise sollte man eine Starterbatterie nicht mit irgend so einer Erhaltungsladefunktion versuchen, voll zu laden, schon gar nicht, wenn sie ganz leer war. Bleibatterien brauchen eine vernünftige Ladekurve mit definierter Ladeschlussspannung.
Besorg Dir ein richtiges Batterieladegerät (so'n 5 A CTEK reicht schon) und lade damit die Batterie an 230 Volt vernünftig auf.
Wenn das LG fertig ist, ist die Batterie so voll, wie sie noch werden kann.
Aber wenn die mal komplett auf Null war, hat sie meist einen weg und nicht mehr die alte Kapazität. Kann als Starterbatterie allerdings noch ein paar Jahre funktionieren - oder auch nicht, man steckt nicht drin.
bis denn,
Uwe
HalbvetteVenus am 20 Mai 2025 13:09:37 Ich kann keinen Sinn darin erkennen, bei der Starterbatterie herum zu experimentieren....Die Batterie hat einen Schaden, und der wirkt sich früher oder später aus. Die AGM Preise befinden sich im Sinkflug; hier nur ein Bsp: --> LinkBei aller Freude am Basteln uns Sparen würde ich nicht riskieren wollen, wegen so einer Sache irgendwo mit dem Wohnmobil fest zu hängen.....Am Besten noch vollbepackt und mit Familie an Board.
fschuen am 20 Mai 2025 13:33:56 Drei Möglichkeiten: - du lässt es drauf ankommen - du wechselst die Batterie sicherheitshalber - du lädst die Batterie randvoll und misst den Startstrom Ersteres sinnvoll, wenn du dir problemlos Starthilfe geben kannst. Zweiteres, wenn die Batterie schon älter ist. Der letzte Punkt, wenn du einfach an ein entsprechendes Messgerät kommst.
Gruss Manfred
battman am 20 Mai 2025 16:11:25 Bei 11,5V ist die Batterie tiefentladen. Kann man wieder aufladen und könnte auch wieder funktionieren. Wenns nur einmal passiert ist, sollte sie auch wieder funktionieren. Wenn das öfter passiert, dass die Batterie tiefentladen wird , nimmt sie definitiv Schaden.
kunibertk am 20 Mai 2025 22:02:07 Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen Hinweise. Ich denke, ich werde wie folgt verfahren: - Batterie über Nacht laden und wenn sie morgen das Fahrzeug zuverlässig startet, nach Hause fahren - Fahrzeug dort stehen lassen und beobachten, ob und wie sehr die Spannung abfällt - Wenn die Batteriespannung wieder sinkt (nach der längeren Fahrt sollte die Batterie ja voll sein), im Internet eine neue bestellen und austauschen. Im Internet kostet eine passende Batterie nämlich ca einen Hunderter weniger als bei ATU - Wenn die Batterie gut bleibt, vielleicht sicherheitshalber ein Ladegerät auf die nächste Reise mitnehmen. Batterien für den Ducato bekommt man sicher in der EU überall. - Wenn das Fahrzeug nach dem Laden nicht zuverlässig startet oder die Spannung zu sehr abfällt, doch in den sauren Apfel beißen und bei ATU vorbeifahren.
Ich denke auch, dass man so ein CTEK-Ladegerät wahrscheinlich ohne Probleme nutzen kann, um über den Inverter aus der Aufbaubatterie die Starterbatterie zu laden. Vor allem, wenn man zu dieser Jahreszeit in der Sonne parkt. Die Aufbaubatterien haben ungefähr die doppelte Kapazität der Starterbatterie und im Zweifelsfall muss man ja nur so viel laden, dass man zum Batteriehändler fahren kann. Natürlich schlecht, wenn gleichzeitig der Kompressorkühlschrank wie bekloppt kühlt und man noch einen Pedelec-Akku laden muss ...
AndreasS am 21 Mai 2025 07:53:21 Moin,
"über den Inverter aus der Aufbaubatterie die Starterbatterie zu laden"???
Ist das nicht ein Umweg? Du kannst doch auch den Aufbau direkt mit der Starterbatterie verbinden.
Oder den Solarstrom umleiten...
HeideMobil am 21 Mai 2025 07:59:02 Wenn du in Zukunft nach einiger Standzeit starten möchtest musst du tauschen oder eine Telefonnummer für Starterhilfe bereit halten :!:
rkopka am 21 Mai 2025 09:24:22 AndreasS hat geschrieben:"über den Inverter aus der Aufbaubatterie die Starterbatterie zu laden"???
Ist das nicht ein Umweg? Du kannst doch auch den Aufbau direkt mit der Starterbatterie verbinden.
Direkt evt. etwas wenig Spannungsdifferenz, aber OK mit Landstrom oder Solar. Oder den Solarstrom umleiten...
Oder so. Kann aber je nach Verkabelung und Ort der Teile etwas umständlich sein. Das Ladegerät an der Steckdose über WR ist nicht effizient, aber einfach, vor allem wenn schon ein ext. Ladegerät vorhanden ist. RK
kunibertk am 21 Mai 2025 10:37:01 AndreasS hat geschrieben:Ist das nicht ein Umweg? Du kannst doch auch den Aufbau direkt mit der Starterbatterie verbinden.
Möglich, aber die Aufbaubatterien sind LiFePo4 und auf dem Weg kommt auch keine ordentliche Ladekurve für AGM zustande. Wenn die Aufbaubatterien voll sind und die Fahrzeugbatterie leer, fließt hier möglicherweise zu viel Strom bzw. ist die Spannung zu hoch. Und zum Starten leisten die Aufbaubatterien m.W. zu wenig - die können je 100A, die Starterbatterie angeblich bis 950A. In jedem Fall müßte ich dazu Kabel durchs ganze Fahrzeug legen, die diese Ströme leiten. Die Aufbaubatterien sind vor den Hinterrädern. AndreasS hat geschrieben:Oder den Solarstrom umleiten...
Ähnliches Problem wie oben: ich bräuchte Kabel durchs ganze Fahrzeug, die 15A transportieren können, und müßte die Aufbaubatterien vom Solar abklemmen. Als Notlösung scheint mir daher das Laden über Inverter und Batterieladegerät das einfachste.
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