Was nützt die schönste Klobeleuchtung wenn die Ka..kasette voll ist ,der Wasserank zum Scheißhausspülen leer,das Gas alle und der Kühlschrank leergefresssen ist.
Genau so ist es.
Wir stehen oft frei (autark), aber wir haben einen großen Wassertank mit insgesamt ca. 250 l Inhalt, eine 2. Toilettenbox, eine sehr hohe Batteriekapazität (1060 Ah), Solar 600 Wp, Wechselrichter 3000 W, einen großen Kompressorkühlschrank mit knapp 40 l Tiefkühlfach, eine Doppel-Induktionskochplatte zum Kochen, einen Heizlüfter mit Temperaturregelung usw., so dass wir bis zu 2 Wochen völlig autark sein können. Wir brauchen außer zur
Heizung kein Gas mehr, da alles andere elektrifiziert wurde. Wir haben im Ausland schon mehrmals "Gas-Notfälle" gehabt und uns deshalb entschlossen, so weit es geht, alles zu elektrifizieren. Wir haben in den vergangenen 360 Fahrttagen (in 2 Jahren) kein einziges mal an einer E-Säule gestanden.
Am kritischsten ist bei uns die Entsorgung der Toilettenboxen. In Spanien und Frankreich kein Problem, aber z.B. in Polen, Baltikum, Skandinavien muss man etwas findig sein, um Entsorgungspunkte für eine legale Entsorgung zu finden. Längst nicht alle CPs haben eine Entsorgungsmöglichkeit. Am ehesten findet man Entsorgungsmöglichkeiten außerhalb von SP und CP an LKW-Raststätten.
Nicht zu unterschätzen ist auch die richtige Wahl eines legalen Übernachtungsplatzes. Sonst kann es mal böse Überraschungen geben. In vielen Ländern ist freies Übernachten generell verboten, am schlimmsten in Österreich, aber auch in der Niederlande, Dänemark, Portugal und auf dem Balkan.
In vielen anderen Ländern ist ein einmaliges Übernachten zur "Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit" gestattet, aber kein Campieren.
Die Definition zum Campieren ist in verschiedenen Ländern unterschiedlich steng geregelt. Im Allgemeinen sind beim freien Übernachten Vorzelte, Sonnenmarkisen, Campingmöbel und Grillen verboten. In Schweden und
Norwegen sowie im Baltikum ist man oft etwas freizügiger, wenn man andere nicht behindert. Da sollte man sich an einheimischen Wohnmobilen orientieren.
Allgemein gilt:
- nicht in Wohngebieten oder nahe von Wohnhäusern
- keine Behinderung von PKWs auf externen Parkplätzen
- kein Lärm, kein Müll und keine Fäkalien hinterlassen
Schon vor Fahrtantritt sollte man im Internet recherchieren, wie man im Ausland (im Zielland) Entsorgungsmöglichkeiten findet.
Auch die Versorgung mit Frischwasser ist außerhalb von CPs in den meisten Ländern kritisch. Nur in der nördlichen Hälfte von Spanien ist das problemlos. In der südlichen Hälfte bekommt man zwar Wasser, aber das ist zumeist stark chloriert. In vielen Ländern gibt es in Kaufhallen 5 - Flaschen mit Trinkwasser zu kaufen. Auch in Osteuropa ist das Trinkwasser nicht überall genießbar. Z.T. gibt es dubiose Brunnen oder der Schlauch zum Wasserhahn führt zum nächsten Fluß oder See.
Ein häufiges Problem an Ver- und Entsorgungspunkten besteht darin, dass direkt neben der Entsorgungsmöglichkeit ein Wasserhahn ist - gut zum Ausspülen der Toilettenbox, aber schlecht als Trinkwasserquelle.
Wenn man trotz vorheriger Vorbereitung keine "freie" Ver- und Entsorgungspunkte findet bzw. kein Trinkwasser, dann sollte man einen CP bzw. SP anfahren und eine Nacht übernachten, um zu entsorgen und um Trinkwasser zu bunkern und bei Bedarf zu Duschen (um eigenen Trinkwasservorrat zu schonen). Allerdings haben längst nicht alle SP und CP (außer in Spanien) Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten bzw. Duschmöglichkeiten. Man sollte sich vor Anfahrt erst informieren. Es gibt diverse Apps, in denen die Leistungen eines CPs aufgeführt sind.