NaviGer am 27 Jul 2004 22:31:08
Hallo Valentino,
Du machst keinen Denkfehler. Das mit den Gradzahlen geht halt etwas durcheinander:
Stell Dir mal die Erdkugel mit den Längen- und Breitengraden vor. Norden nach oben. In der Mitte der Kugel hast Du den Äquator als Bauchbinde. Nun suchst Du den Schnittpunkt des Äquators mit dem Längengrad 0, das ist der, welcher von Greenwich/London nach unten geht. Von diesem Schnittpunkt aus gehst Du z.B. 19,2 Grad nach Osten und dann ca. 36000 km nach oben. Da fliegt ein Pulk von Astras rum (ich glaube 5 Stück). Der Pulk bewegt sich mit derselben Umdrehungsgeschwindigkeit wie die Erde. Ist quasi festgenagelt (geostationär).
Jetzt suche mal den Punkt auf der Erdkugel, wo Du gerade Deine Schüssel aufstellst und lege Dir mal in Gedanken den Kompaß daneben und peile gedanklich die Satelliten an. Die liegen dann irgendwo bei 160°.
Je weiter Du Dich mit Deiner Schüssel nach Osten bewegst, umso mehr Grad kriegst Du auf Deinem Kompaß drauf, bist Du schließlich in China, würdest Du den Astra irgendwo im Südwesten sehen.
Stellst Du z.B. die Schüssel am Äquator und Längengrad 0 auf, wäre Astra auf Deinem Kompaß genau im Osten bei 90°.
Wie Du siehst, hängt die Richtung, in der Du die Satelliten suchen mußt, von der Position ab, wo Du Dich gerade befindest.
Damit man jedoch nicht selbst die Trigonometrie bemühen muß, gibt es Tabellen, z.B. bei Kathrein, siehe Kommentar von Jürgen.
Bei einigen digitalen Satellitenreceivern kann man auch das Land und die nächste Großstadt eingeben, die rechnen dann die Neigung und den Winkel aus.
Gerhard
Nachtrag: China und Äquator ist nur theroetisch gemeint, empfangen wirst Du dort nichts mehr. Jeder Satellit hat eine bestimmte Ausleuchtzone (Footprint), damit ist die Erdoberfläche gemeint, auf die er abstrahlt. So ähnlich, als ob er mit einer Taschenlampe auf die Erde leuchtet.
PS: Kennst Du auch die sogenannte Kanarenkeule?