HaraldF am 28 Jul 2004 09:23:50 Wie ich heute einem Artikel bei n-tv entnehmen konnte, werden die Steuerprivilegien bei Jeeps aufgehoben. Man fragt sich anhand der Steuergeilheit dieser Regierung wann Wohnmobile voll besteuert werden !
Hier der Artikel :
"Dienstag, 27. Juli 2004
Steuervergünstigung fällt
Privileg für Jeeps vor dem Aus
Das Steuerprivileg für schwere Geländewagen und große Edeljeeps steht vor dem Aus. Die Bundesländer können die Kfz-Steuer nach der Sommerpause entsprechend korrigieren.
Als Voraussetzung dafür hat jetzt der Bund die Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung "bereits auf den Weg gebracht", teilte die Bundesregierung in einer am Dienstag vom Bundestag veröffentlichten Antwort auf eine FDP-Anfrage mit.
In Deutschland gibt es danach derzeit etwa 212.000 begünstigte Geländewagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2,8 Tonnen. Von ihnen könnten die Länder bei Beseitigung des Privilegs künftig etwa 37 Mio. Euro Steuern mehr kassieren als bisher. Das wären etwa 0,5 Prozent der gesamten Kfz-Steuereinnahmen der Länder, die 2003 insgesamt 7,3 Mrd. Euro ausmachten.
Weitere Einzelheiten legte die Bundesregierung nicht fest, sondern erklärte: "Da die Kraftfahrzeugsteuer ausschließlich den Ländern zufließt und von ihnen verwaltet wird, geht die Bundesregierung davon aus, dass es in erster Linie Sache der Länder ist, weitergehende kraftfahrzeugsteuerliche Folgerungen zu ziehen." Die Länder haben bereits einmütig die Absicht bekräftigt, das Steuerprivileg zu beseitigen.
Bisher können Geländewagen als Nutzfahrzeuge angemeldet werden , wenn diese schwerer als 2,8 Tonnen sind. Durch die Besteuerung nach Gewicht werden sie um bis zu 80 Prozent weniger belastet. Das soll durch Übergang auf die Pkw-Hubraumbesteuerung unterbunden werden.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatte zuvor mehrfach verlangt, dass nur Privatnutzer solcher Großfahrzeuge stärker belastet werden dürften. Handwerker, Landwirte, Förster und Winzer sollten dagegen ausgenommen werden, weil sie ihre Geländewagen tatsächlich als Arbeitsfahrzeuge nutzten. "
Quelle : n-tv
Harald :twisted:
dokabastler am 28 Jul 2004 09:52:36 Hi,
darauf warte ich schon lange.
Das bei den Jeeps verstehe ihc erhlich gesagt, da die fetten MBs, BMWs und Cayennes und Touaregs wie ein Klein-LKW besteuert werden.
In dem Zug kann es schon sein, daß es heißt, ja, ja, Förderung von Kleingewerbetreibenden mit Klein-LKW bleibt, aber die Leutchen, die sich ein Womo leisten können sollen ruhig brummen, wiso läuft das unter LKW und nicht unter Luxusgut........
Dann kommt die große Ablastungswelle........
Solche Tendenzen traue ich aber jeder Regierung zu, egal welche Farbe
Gerade wir in Bayern werden derzeit ganz schön in die Mangel genommen
und die Regierungsjungs sind nicht gerade rot-grün....
dokabastler
Seekater am 28 Jul 2004 11:06:13 dokabastler hat geschrieben:Hi, Das bei den Jeeps verstehe ihc erhlich gesagt, da die fetten MBs, BMWs und Cayennes und Touaregs wie ein Klein-LKW besteuert werden. .......dokabastler
Hallo,
geht mir ähnlich, vor allen Dingen weil die Dinger mit Klein-LKWS nun kaum noch etwas zu tun haben. Ich glaube vom ADAC wurden Untersuchungen gemacht inwieweit dies SUV-Fahrzeuge als Nutzfahrzeug überhaupt verwendet werden können, mit den (insgeheim erwarteten) Ergebnissen: Mehr Schein als sein, kaum ein Fahrzeug ist zur tatsächlichen Nutzung als Nutzfahrzeug geeignet. Zudem ist deutlich geworden, daß in dieser Klasse der Umsatz nicht unbedingt zurück gehen wird, wenn sich die Besteuerung ändert.
Bei Wohnmobilen sollte man meiner Ansicht nach nicht voreilig rückschließen: Die Sondernutzung "Wohnen" wird bei jedem WoMo wohl genügend ausgeprägt vorhanden sein, auch dürfte die Branche als Familien-Fahrzeug-Branche recht empfindlich reagieren, wenn sich die Nutzungsbedingungen (egal ob über die Vermietung oder als Eigner) entscheidend ändern. Zum Vergleich: eine SUV-Fahrzeug-Vermietbranche z.B. gibt es überhaupt nicht.
Seekater
kaiwerk am 28 Jul 2004 11:14:22 Verfolge die Diskussion auch schon länger.
Unter
--> Link
gibt es auch einen aktuellen Beitrag!
WAS ICH MICH ABER IMMER FRAGE:
Wird denn bei der Steuerehebung überhaupt nach dem Fahrzeug-Nutz-Typ unterschieden oder geht die Berechnung stur bei ALLEN Fahrzeugen über das Gewicht?
Wenn bisher alles ab 2,8t pauschal günstiger versteuert wurde, ohne dass der Fahrzeugtyp beachtet wurde, wie soll dass dann demnächst von statten gehen?
Ich habe die böse vermutung, dass diese 2,8t Regel komplett wegfällt, und damit auch alle Womos teuerer werden, weil das aktuelle Steuersystem einfach nicht die Nutztypen unterscheiden kann.
Kai
Seekater am 28 Jul 2004 11:34:04 kaiwerk hat geschrieben:Verfolge die Diskussion auch schon länger. .... WAS ICH MICH ABER IMMER FRAGE: Wird denn bei der Steuerehebung überhaupt nach dem Fahrzeug-Nutz-Typ unterschieden oder geht die Berechnung stur bei ALLEN Fahrzeugen über das Gewicht?
Wenn bisher alles ab 2,8t pauschal günstiger versteuert wurde, ohne dass der Fahrzeugtyp beachtet wurde, wie soll dass dann demnächst von statten gehen? Kai
Hallo Kai,
ganz einfach, die kostengünstigere reine Gewichtsbesteuerung wird an gewisse Fahrzeugtypen festgemacht. Fahrzeugtypen in diesem Sinne gibt es eigentlich nur 3 Stück: PKW, LKW und Sonderkfz.
Im Falle mit SUV-PKWs wurde eine Zulassung als Nutzfahrzeug/LKW bisher automatisch ermöglicht, weil die Zulassung "PKW" ab 2,8 to endet, d.h. man baue nur ein Auto über 2,8 t und man befindet sich (bisher) automatisch in einer günstigen Besteuerung, egal, was für ein Auto das ist. Und so wurde - bisher - eben automatisch "Nutzfahrzeug" unterstellt, was eben nun nicht so ist.
WoMos dagegen sind - solange sie den Eintrag "So-Kfz. Wohnmobil" haben - davon nicht betroffen und werden weiterhin Gewichtsbesteuert (genauso wie So-Kfz Personentransport, So-Kfz-Krankentransport etc. etc.) Einzigste Ausnahme sind diejenigen, die keine So-Kfz-Zulassung haben wollten (Stichwort VW-Bus), die kein festes Bett haben, keinen fest eingebauten Kocher etc. etc., weil sie den Wagen im Alltag nutzen wollen, oder eben die Parkregelungen bei WoMos (Übernachtung) umgehen wollen. Diese dürften dann ebenfalls unter die Änderungen fallen und müssen PKW-besteuert werden, sofern sie dann nicht doch die SoKfz-WoMo-Zulassung akzeptieren (und den Kocher wieder fest einbauen..... :D )
Seekater
kaiwerk am 28 Jul 2004 12:34:52 Aha!!
Das hat mich endlich mal aufgeklärt und beruhigt! Danke Seekater!
Kai
HaraldF am 28 Jul 2004 12:43:13 Hallo Seekater, den status quo hast Du ja gut beschrieben, allerdings ist es erfahrungsgemäss so, dass der Staat sich keine Möglichkeit entgehen lässt, Steuern auf dem Weg durch die kalte Küche zu erhöhen. Die Womo-Vergünstigung bei Steuern wird genau so sicher wegfallen, wie die europaweite PKW Maut auf Autobahnen kommen wird ( sobald die LKW Maut fehlerfrei funktioniert ). Kein Politiker ( und da hat Dokabastler Recht), egal welcher Couleur , wird sich diese Gelegenheit zum Füllen des Steuersäckels entgehen lassen ! Im Übrigen sind diese Pläne nicht (nur) auf deutschem Mist gewachsen, diese Pläne liegen schon lange in Brüssel in den Schubladen ! Diesen Politikern trau ich nun mal alles zu, immerhin treiben die jetzt hundertausende Langzeit-Arbeitslose in die Armut und erhöhen sich gleichzeitig die sog. Diäten !
Harald
:twisted:
Seekater am 03 Aug 2004 12:39:34 Hallo Harald,
sicherlich mag das irgendwann einmal kommen, daß am Steueraufkommen gedreht wird..... doch eines muß immer sein: Eine Branche darf nicht an einer Steuererhöhung kaputt gehen. Und da ist die WoMo-Branche, deren Wirtschaftsfaktor kürzlich ja dargestellt wurde, als Freizeitbranche nuneinmal sehr empfindlich. Dementsprechend vorsichtig wird man damit umgehen, genauso wie bei den LKWs, die bei geringsten Spannen Termingut fahren. Insofern glaube ich wird das bei LKWs und SoKfz-WoMo immer ein bischen ähnlich bleiben.
Aus meiner Sicht sollte man Maut und Kfz-Steuern nicht ganz in einen Topf werfen - auch wenn der Zusammenhang "die Branche überleben lassen" für beide gilt. Die Maut ist direkt wegabhängig und trifft alle, auch den Niedrig-Lohn-LKW aus dem Ausland, wogegen die Steuer pauschal ist und nur die Innländer trifft. Kfz-Steuer ist in einem größer gewordenen Europa nicht mehr zeitgemäß. Ich glaube viel eher, daß die Maut, wenn sie denn endlich einmal funktioniert, bei uns - ähnlich wie die Steuer heute - stärker emissionsabhängig werden wird, d.h. der mit schlechten Abgaswerten zahlt mehr Maut, so wie das heute bei der Kfz-Steuer der Fall ist. Und viel mehr verdient wird mit wenig Maut für eine ganz große Masse von PKWs.......
Also ich glaube nicht, daß irgendeine Regierung die WoMo-Branche durch zu hohe WoMo Betriebskosten ruinieren wird. Jedoch kann es durchaus sein, daß ein Langzeitarbeitsloser sein WoMo-Freizeitvergnügen eben nicht mehr auf Kreditbasis realisieren kann. Ich kann durchaus nachvollziehen, daß die (mit Steuern finanzierten) Arbeitslosenkassen eben nicht dafür da sind um Kredite für Freizeitaktivitäten abzubezahlen. Sicherlich ist das z.B. bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, z.B. durch Fusionitis, ein hartes Brot, doch da müssen wir eben glauben, daß dies die öffentlichen Kassen nicht mehr hergeben.
Was nicht heißt, daß ich gegen eine Kontrolle von Diäten, Managergehältern, Vorstandsbezügen wäre. Im Gegenteil, auch der Risikoanteil derartiger Jobs sollte im Gehalt beachtet werden, und die Rückversicherer für Berufshaftpflichtversicherungen von diesem Personenkreis kann ruhig auch einmal Deckungshöchstgrenzen zum Schutz der eigenen Branche einführen - ich denke mal, das wird, nach dem heftigen Minus dort, in Bälde passieren.
Viele
Seekater
HaraldF am 03 Aug 2004 18:19:35 Danke für Deinen Beitrag Seekater, liest sich wie ein Glaubensbekenntnis ! Ich glaube, glaube ich, ich glaube ....
Hoffentlich wird Dein Glaube nie enttäuscht !
Harald
Seekater am 04 Aug 2004 08:38:17 HaraldF hat geschrieben:......Hoffentlich wird Dein Glaube nie enttäuscht !
Harald
das hoffe ich auch, und wenn nicht, dann wechsle ich eben die Konfession :D :D (und habe bestimmt wieder eine neue Meinung und wieder was dazugelernt)
Seekater
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