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Elektrische Anlagen im Caravan und Wohnmobil


Gast am 22 Mär 2008 12:00:46

Nicht nur die aktuellen "Stromthemen" hatten mich mal veranlaßt, einen Text zu Elektroinstalltionen zu schreiben. Hier meine Gedanken dazu:

Nach der Deutschen Norm VDE 0100, Teil 721, DIN 57100, die seit 1. April 1984 gilt, sind folgende Maßnahmen bei dem Betrieb elektrischer Anlagen durchzuführen und zu beachten. Diese Norm ist in 2005 modifiziert worden durch die Ergänzung in DIN-VDE 0100-754 mit Wirkung ab 01.01.2006:


Die als VDE-Bestimmung gekennzeichneten Normen gelten für die Errichtung von Caravans, Booten und Yachten sowie für die Stromversorgung auf Camping- bzw. an Liegeplätzen. Die Ergänzungen in 0100-754 beziehen sich noch spezieller auf Caravans und Motorcaravans.

- Die Leitungen müssen so verlegt werden, dass eine mechanische Beschädigung infolge der Fahrzeugbewegung verhindert wird. Führen die Leitungen durch leitfähige Baustoffe, sind sie in geeigneter Weise zu ummanteln.

- Leitungen, die mit 220 bis 240 V betrieben werden, müssen mit von Kleinspannung (6, 12, 24 V) betriebenen Leitungen, z. B. für die Fahrzeugbeleuchtung, Behelfsbeleuchtungen usw., getrennt verlegt werden, so dass die Gefahr einer leitenden Verbindung zwischen ihnen ausgeschlossen ist. Dabei sind bestimmte Mindestquerschnitte für die Leitungen vorgeschrieben.

- Die Anschlüsse und Verbindungen der Leitungen müssen in mechanisch geschützten Dosen ausgeführt werden. Die Rohre haben eine bestimmte Güteklasse zu erfüllen. Dosen müssen aus flammwidrigem Werkstoff hergestellt sein.

- Bei den Leuchten für Lampen mit verschiedenen Spannungen muss die Unverwechselbarkeit der Lampen durch unterschiedliche Fassungen sichergestellt werden.

- Am Caravan muss der Gerätestecker außen in einer Vertiefung angeordnet und mit einem Deckel geschützt sein. Berührbare leitfähige Teile des Fahrzeugs, die Fehlerspannungen oder ein Erdpotential annehmen können, z. B. das Fahrgestell, der Oberbau, Rohrsysteme usw., müssen über Potentialausgleichsleiter miteinander und mit dem Schutzleiter verbunden werden. Dies gilt nicht für Metallteile an Caravans, Booten oder Yachten, die von Isolierstoff umgeben sind.

- Jeder Endstromkreis muss bei Überstrom durch eigene Überstrom-Schutzeinrichtungen, die alle Außenleiter unterbricht, geschützt sein.

In den Erläuterungen zur VDE 0100 heißt es dann, dass diese Bestimmungen nur einen Anfang darstellen, die dem auf den Camping- und an Liegeplätzen erforderlichen Sicherheitsniveau Rechnung tragen sollen. Es bleibe zu hoffen, dass trotz der zweifellos höheren Anforderungen bei Neuanlagen oder den Aufwendungen, die bei einer Anpassung entstehen, Hersteller, Betreiber, Aufsichtsbehörde und andere daran Interessierte sich für eine baldige Durchführung einsetzen werden.

Anmerkungen dazu:

Ab dem Baujahr April 1984 sollte es nach der VDE-Bestimmung also keine Caravans oder Wohnmobile mehr geben, die andere als die oben beschriebenen Stromversorgungseinrichtungen haben. Werden entsprechende Abweichungen an einem solchen Fahrzeug festgestellt, liegt im Zweifel ein Mangel vor, da eine Gefährdung von Personen nicht ausgeschlossen werden kann. Soweit noch Gewährleistungsansprüche bzw. Ansprüche aus der Sachmängelhaftung (was letztlich nahezu dasselbe ist) bestehen oder sollten gar Garantieleistungen von dem Hersteller zugesagt worden sind und auch die Fristen noch laufen, kann man darauf drängen, die Installationen normgerecht nachzurüsten.

Jeder, der von diesen Mängeln weiß und das Fahrzeug mit diesen Mängeln verkauft, läuft im Übrigen Gefahr, wegen arglistigen Verschweigens eines wesentlichen Mangels der Sache auch bei Ausschluss der Sachmängelhaftung in Anspruch genommen zu werden, falls dieser Mangel später entdeckt wird. Dies gilt auch für Händler, die eine erhöhte Untersuchungspflicht haben und bei denen man Grundwissen zur VDE wohl erwarten darf.

Hersteller, die diese VDE nicht beachtet haben, werden sich auch nach Ablauf der Verjährungsfristen nur schwer aus der Haftung verabschieden können. Man wird mit guten Gründen wohl arglistiges Verhalten annehmen können, so dass sich der Hersteller dann nicht auf Verjährungsvorschriften berufen kann. In diesem Falle sollte man sich die Ansprüche des Händlers gegen den Hersteller abtreten lassen, um dann selbst den Hersteller auf Abhilfe in Anspruch nehmen zu können, wenn man nicht zufällig unmittelbar bei dem Hersteller gekauft hat.

Die VDE 0100 kann unter --> Link für 12,95 Euro bezogen werden. Die Ergänzung VDE 0100-0754 erhält man ebenfalls dort gegen Nachnahme für rund 30,- Euro.
Eine Vervielfältigung ist untersagt.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag dabei hilft, ordentliche von unordentlichen Elektroausstattungen zu unterscheiden und einen Beitrag zur Sicherheit in Caravan und Wohnmobil zu leisten. Ab sofort dürften Sie jedenfalls keine losen, durch nicht entgratete Bohrlöcher verlegte Kabel, zusammengepackte Kabelbäume mit 220 Volt und 12 Volt, nicht abgesicherte Stromkreise und dergleichen akzeptieren. Im Zweifel würde ich da mal nachsehen oder nachsehen lassen, damit Ihnen nicht das passiert, was einem meiner Mandanten passierte: Bei seinem Fahrzeug lagen in der Nasszelle ohne Umhüllungsrohre wild durcheinander 12-Volt- und 220-Volt-Kabel. Dass das lebensgefährlich war, bedarf wohl keiner Erläuterung mehr. Der Hersteller, bei dem direkt gekauft worden war, erwies sich leider als insolvent.

Nicht zuletzt weise ich darauf hin, dass bei Zweifelsfragen immer der Fachgutachter eingeschaltet werden sollte. Die Normenvielfalt ist sehr unübersichtlich.

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Sauerjoe am 22 Mär 2008 12:46:26

Na jooo...
dann wissen wir jetzt wenigstens warum der Hersteller insolvent ist..... dem sind die Kunden an Stromschlag weggestorben :D
Aber was ich in den letzten 20 Jahren so an Verkabelungen gesehen habe, waren die alle in Ordnung. Die größte Gefahrenquelle ist nicht unbedingt der Hersteller, sondern mehr die Besitzer. Völlig unqualifiziert wird da gewerkelt.....mit Isolierband, zu niedrigem Querschnitt etc..
Auch die 12V Anlage kann sehr gefährlich sein, bei der hohen Leistung die eine Batterie geben kann. Da stirbt man nicht am Strom direkt.....sondern am Feuer wenn die Bude brennt.

Viele
Joachim

Eura665HS am 22 Mär 2008 16:06:38

Hallo Rantanplan,

vielen Dank für die Info! Ich bin beim lesen mal gedanklich mein Fzg durchgegangen und kann gottseidank sagen: Ich glaube mein Womo ist VDE konform... [wenigstens das ... ]

:-)

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rasty am 22 Mär 2008 16:28:46

Hatte bei unserem Womo, Baujahr 7-2004 waren elektrische Ausfälle in der kompletten Wohnraumelektrik, später dann mal Ausfall des Bremslichtes hinten wegen Kontaktkorrosion an den Steckern,und nun Ausfall-beziehungsweise Lade-und Kapazitätsprobleme bei der Wohnraumbatterie.
Hier wird der Zulieferer der Elektrik den Fehler suchen, nicht der Womohersteller oder der Händler mir helfen, da bin ich besser aufgehoben - Der Womohersteller ist pleite.
Aber das Womo fährt und fährt und fährt.............

horsemann am 14 Apr 2008 13:55:34

Da ich mich gerade mit dem Thema beschäftige war es gut das ich die gesetzl. Bestimmungen noch mal studiert habe. Ich will mir in meinem Rimor eine zusätzliche Steckdose einbauen. Frage: mus ich dazu eine zusätzliche Sicherung vorsehen oder kann ich die Dose an die vorhandene Sicherung aufklemmen.
Viele Dank im Vorraus.

Eura665HS am 14 Apr 2008 17:43:32

Hallo Horseman,

wenn du gleichwertiges Kabel mit 2,5qmm Querschnitt (Gummileitung) verwendest, ist das kein Problem.

Gerhard-Heinz am 14 Apr 2008 18:49:14

horsemann hat geschrieben:Da ich mich gerade mit dem Thema beschäftige war es gut das ich die gesetzl. Bestimmungen noch mal studiert habe. Ich will mir in meinem Rimor eine zusätzliche Steckdose einbauen. Frage: mus ich dazu eine zusätzliche Sicherung vorsehen oder kann ich die Dose an die vorhandene Sicherung aufklemmen.
Viele Dank im Vorraus.


Hallo horsemann,

hinter dem 220 Volt CEE Anschluß sitzt bei Deinem FZG der Personenschutzschalter (16 Amp. Absicherung). 1. Zwei Schukostecker sind dort angeschlossen, einer für den Kühlschrank und einer für das Netztladegerät. Aus dem Kasten heraus führt ein Kabel in eine Abzweigdose, von dieser Abzweigdose kannst Du mit ausreichendem Querschnitt (3x1,5qmm müsste reichen, da in dem Fahrzeug im 220 Voltbereich nicht so hohe Ströme fließen) zu der neuen Steckdose die Leitung verlegen. Mit Schellen die Leitung befestigen, damit sie sich durch die Fahrzeugbewegungen nicht durchscheuert.


Gerd

Eura665HS am 14 Apr 2008 18:53:21

stimmt ;-) 1,5qmm würden bei 16 A wohl reichen, bei mir sind aber werksseitig trotzdem 2,5qmm verbaut. Und aufgrund der Fahrzeugvibrationen würde ich eine flexible Leitung empfehlen :-)

Gerhard-Heinz am 14 Apr 2008 18:55:18

Dann bitte aber auch nicht die Aderendhülsen vergessen. !!!!!!

Gerd

abo1 am 14 Apr 2008 19:47:41

Eura665HS hat geschrieben:stimmt ;-) 1,5qmm würden bei 16 A wohl reichen, bei mir sind aber werksseitig trotzdem 2,5qmm verbaut. Und aufgrund der Fahrzeugvibrationen würde ich eine flexible Leitung empfehlen :-)


hallo

rein rechtlich gesehen:

ich bin mir jetzt nicht völlig sicher ab er soweit ich weiss ist laut DIN im Womo grundsätzlich 2,5mm2 gefordert

und von 16A ist jedenfalls keine spur aufgrund der abminderungsfaktoren (temperatur, wie bei verlegung im holzfachwerk ...)

finde das aber im moment nicht

aus der praxis gesehen spricht sicher nichts dagegen IN EINER GESCHLOSSENE KLEMMDOSE die abzweigung zur neuen steckdose zu machen, aber mit flexiblem kabel (am besten im selben querschnitt den du dort vorfindest) und wie schon völlig richtig erwähnt mit aderendhülsen

lg
g

Eura665HS am 14 Apr 2008 21:35:07

Klar mit Adernendhülsen :-)

obwohl WAGO Klemmen (die speziellen für flexible Leitungen) doch zum Abzweigen auch ok sind oder?

An der Steckdose klar, da wieder Adernendhülsen. Oder man lötet die Adernenden eben ab, dann ists auch starr :-)

Sorry wenn das vielleicht nich zulässig ist, aber ich machs ;-)

abo1 am 14 Apr 2008 21:43:09

Eura665HS hat geschrieben:Klar mit Adernendhülsen :-)

obwohl WAGO Klemmen (die speziellen für flexible Leitungen) doch zum Abzweigen auch ok sind oder?

An der Steckdose klar, da wieder Adernendhülsen. Oder man lötet die Adernenden eben ab, dann ists auch starr :-)

Sorry wenn das vielleicht nich zulässig ist, aber ich machs ;-)


hallo

wago klemmen sind prima

an der steckdose sollten adernendhülsen ran

löten is nicht so gut wegen des kaltflusses
durch den druck der mit der klemmschraube auf das erstarrte lot ausgeübt wird beginnt dieses sich über die monate hinweg zu verformen udn die verbindung wird lose ...

lg
g

Eura665HS am 14 Apr 2008 21:45:29

Ui.. ok, danke für den Tipp, dann weiss ich auch was ich beizeiten mal ändern werde in meinem Auto :-)


Danke! :-)

Gerhard-Heinz am 14 Apr 2008 22:02:06

Hallo abo1,

1,5 qmm ist schon ok. Siehe nur das vorkonfektionierte 220 Volt Kühlschrankkabel von den beiden bekanntesten Herstellern. Die haben auch nur 3x1,5 qmm.

Im Gegensatz stimme ich Dir im 12 Volt Bereich zu, da sollte man nichts unter 2,5 qmm angreifen.

@ Eura, klar vor 40 Jahren wurde auch noch alles gelötet, aber seit es die Quescht-Technik gibt, enstehen auch nicht mehr so viele Schmorbrände durch sich lockernde Klemmschrauben.

Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Leitungen richtig befestigt sind und sich nicht durchscheuern können. Denk nur an den Thread mit dem tollen Wohnwagen, so sollte horsemann aus Halberstadt seinen Rimor nicht verdrahten.


Gerd

KlausD am 14 Apr 2008 22:34:33

@all
Hi, wo hier gerade die gesamte Fachwelt anwesend ist: Wenn ich mein WoMo mit dem Moppel/Jockel/Generator versorge, muss der geerdet werden (Erdspieß) :?: :?:

Eura665HS am 14 Apr 2008 23:46:32

Nö, musser nicht. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand.

Wenn der Moppel nicht geerdet ist, KÖNNTE man rein theoretisch (bitte niemals machen) an die Phase fassen ohne dass grossartig was passiert. Es würde ja kein Fehlerstrom zum Moppel zurückfliessen, wenn der keinen Kontakt zum Boden hat (Kunststofffüsse z.B. und nicht geerdet). Das wäre quasi das Phänomen der Spatzen auf den Hochspannungsleitungen, die überleben das ja auch.

Wenn der Moppel geerdet ist, ist das Gefahrenpotential gleich dem Haushaltsstrom. Nullleiter und Schutzleiter stecken im Boden und die Phase führt Spannung GEGEN Null oder eben gegen die Erde. Wenn du dann an die Phase fasst, fliesst Strom durch deinen Körper in die Erde / Boden und zurück zum Moppel - oder eben EWerk. Und das macht meistens tot.

Ist sonne vereinfachte Darstellung, vielleicht kann mich jemand korrigieren oder das verständlicher darstellen...


_Hoffentlich hab ich keinen Denkfehler drin_

abo1 am 14 Apr 2008 23:49:41

KlausD hat geschrieben:@all
Hi, wo hier gerade die gesamte Fachwelt anwesend ist: Wenn ich mein WoMo mit dem Moppel/Jockel/Generator versorge, muss der geerdet werden (Erdspieß) :?: :?:


hallo

muessen ist relativ

wenn du drauf wertlegst dass dein FI schutzschalter funktioniert wird dir nichts anderes übrig bleiben

deshalb ist es auch vorgeschrieben

aber muessen ...?

lg
g

Eura665HS am 14 Apr 2008 23:52:03

Achja.. der FI... den hab ich oben wohl verdrängt ;-) :roll:

Gerhard-Heinz am 15 Apr 2008 09:25:21

Moin, Moin,

ja , ja Eura, der Fi-Schutzschalter kann ja nur mit halber Leistung arbeiten, wenn man ihm nicht den "SL" zuführt. Denn der löst ja bekanntlicherweise auch aus, wenn zwischen dem "SL" und dem "MP" ein Kurzschluß entsteht. (zum Beispiel beim durchgescheuerten Kabel) und nicht nur beim Kurzschluß zwischen "Phase" und "MP" oder zwischen "Phase" und "SL".
Also KlausD, Fazit: Besser ist, Du haust den Kreuzerder in die Erde, damit Dein FI-Schalter im Womo auch funzt.


Gerd

abo1 am 15 Apr 2008 09:40:48

Gerhard-Heinz hat geschrieben:...der Fi-Schutzschalter kann ja nur mit halber Leistung arbeiten, wenn man ihm nicht den "SL" zuführt. Denn der löst ja bekanntlicherweise auch aus, wenn zwischen dem "SL" und dem "MP" ein Kurzschluß entsteht. und nicht nur beim Kurzschluß zwischen "Phase" und "MP" ...


hi gerd

üblicherweise gut informierte quellen behaupten aber immer wieder dass der FI bei kurzschluss zwischen "phase" und "nulleiter ("mp") garnicht auslöst.

das ist nicht dem FI sein job, dafür gibt es sicherungsautomaten

lg
g

hasch am 15 Apr 2008 10:56:29

Hallo Abo1,

ist richtig was du sagst, FJ Schutzschalter schalten bei Schluss zw, N und L
nicht, (nur bei Schluss zw L und PE). Es gibt aber auch komb. FJ und LS Schalter der würde dann auslösen. Das ein FJ bei Schluss N und PE auslöst
hat mit Induktion zu tun. Halbe Funktion gibt es nicht.


Hubert

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