Gegen 10:00 werd ich mit mittelschwerem Katergefühl wach. Avenas sind schon in die Stadt gegangen, und wir frühstücken gemütlich, denn nach Bad Frankenhausen, unsere vorerst letzte Station, ists ja nicht weit, und wir lassen uns Zeit.
Die Fahrt geht auch heute wieder durch leuchtende Felder, über schmale holprige Straßen, durch meist kleine Ortschaften, und die Landschaft wird zwischendurch sogar richtig hügelig, und sogar Weinberge gibts. Leider finden wir auf der engen Bundesstraße keinen Halteplatz, um diesen interessanten Hügel-Gebirgszug im Bild festzuhalten. Endlich kommen wir nach gefühlten 200 km - also 2 Stunden - in Bad Frankenhausen an.
Der Stellplatz hinter der Autowaschanlage Schulze liegt am Ortsrand, ist riesengroß und absolut leer. Herrlich. Nun ruckzuck die langen Hosen ausziehen, Nase wegen der Sonnenallergie einschmieren, nen Cappu in der Sonne, Strickzeug raus, und Urlaub machen. Der Kyffhäuser ist morgen oder übermorgen auch noch da. Nur nichts überstürzen.
Gegen 17:00 gucken wir uns das Städtchen an und suchen die schiefe Kirche.
Und hinter dem Kurpark finden wir endlich den schiefsten Kirchturm Deutschlands, der z.Zt auch der schiefste Turm der Welt ist.
Die Schiefstellung beträgt 4,45 m aus dem Lot. 2006 waren es nur 4,22 m. Durch den brüchigen Untergrund aus Gipskarst und Tongestein neigt sich der Turm ständig weiter, und leider auch ständig schneller. Naja, zusätzlich wird hier ja auch das Wasser für die Therme unten rausgeholt. Da muss der Kirchturm halt auf der Strecke bleiben. In Pisa sollten sie vielleicht auch mal nach warmem Wasser bohren, damit der Turm dort auf der Hitliste nach oben kommt.
Den Rückweg nehmen wir am Bach entlang und sehen das hoch über den Dächern der Stadt thronende Panorama Museum (Elefantenklo), mit dem größten Sinnbildgemälde der Welt (14 x 123 m). Bin gespannt, ob wir dort auch mal reingucken, denn Museen mögen wir ja gar nicht, aber das Bild möcht ich im Original sehen. Wenns so teuer wie die Kreuzworträtsel-Uta ist, lassen wirs aber.
Unterwegs haben wir noch eine weitere Sorte Thüringer Bratwürste - diesmal rohe Schlenkerwürste - gekauft, und machen heute Abend eine Bratwurstprobe. Die Schlenkerwürste haben gewonnen, und morgen werden wir Platz im Gefrierfach schaffen.
Peter steckt heute voller Tatendrang, und macht sich nach dem Abendessen auf den Weg zur Therme, während ich mich mit dem Laptop beschäftige. Ein wenig unheimlich ist mirs allerdings schon - so mutterseelenalleine hier in der Wildnis. Außerdem treiben sich draußen schäfer- und hundlose große fette Schafe herum. Bruno könnte sie zwar vertreiben, aber er gibt nicht mal Laut der Schisser, denn vor Schafen hat er Respekt, hat in Büsum schlechte Erfahrungen gemacht. Und jetzt gerade verkriecht er sich in die Nasszelle, weil Peter sein VfB-Trikot anzieht. Das bedeutet Tor-Schreie. Armer Bruno.
Naja, inzwischen armer Peter, sie haben 2:1 verloren. Porst, Trostbierchen und ab in die Heia

